Deutschland

Die Weltmeisterschaft in Russland hat noch nicht einmal begonnen, da blickt Manager Oliver Bierhoff schon in die Zukunft. Und macht sich ernsthafte Sorgen um den deutschen Fußball. In einer Runde vor versammelten Medienvertretern mahnte der Europameister von 1996: “Die Situation ist nicht so verheerend, wie sie 2000 war. Aber wir haben ein bisschen nachgelassen, das sieht man auch im U-Bereich oder bei den Frauen.” Und er scheint damit auf offene Ohren zu stoßen: “Alle Verantwortlichen, auch bei den Vereinen, haben die Zeichen gesehen, dass wir agieren müssen. Das sieht auch die Deutsche Fußball-Liga mit Christian Seifert an der Spitze so, mit dem wir da auf einer Linie liegen. Die Liga ist da absolut offen.”

  • Aktueller Kader

    Das Camp, das die Deutschen in Russland beziehen werden, wird nicht in Sotschi liegen, Jogi Löws eigentlichem Wunschstandort. "Die Entscheidung ist uns dieses Mal nicht leicht gefallen, da wir eine sehr gute Zeit in Sotschi während des Confed Cups hatten", erklärte der Trainer. Stattdessen will sich der DFB-Tross in Moskau einquartieren, genauer im "Vatutinki Hotel Spa Complex" gut 40 Kilometer von Moskau entfernt. "Das Quartier nahe Moskau garantiert uns kurze Wege bei den täglichen Fahrten zum Training, zum Flughafen und dem Luschniki-Stadion, im dem wir – das wünschen wir uns alle – am liebsten dreimal spielen", erklärt auch Manager Bierhoff die Gründe. Die Aussicht darauf, zum Start ins Turnier sowie an den letzten beiden entscheidenden und wichtigsten Spielen nicht umziehen und reisen zu müssen, sei ebenfalls ein wichtiger Aspekt.

    Personell ist das DFB-Team derzeit bestens besetzt, sogar "besser als 2014", wie Bierhoff betont. "Der Kreis, aus dem wir schöpfen können, ist sehr gut." Der vorläufige Kader dürfte ein erster Fingerzeig sein, wer sich Hoffnungen auf eine Teilnahme machen darf und wer nicht. Einzig Manuel Neuer, Marco Reus und Mario Götze sind aktuell noch nicht mit von der Partie. Bei Neuer und Reus ist es der Fitnesszustand, bei Götze hat es wohl eher mit den bisherigen Saisonleistungen zu tun.

    Vor allem die Personalie Neuer bereitet den DFB-Verantwortlichen Sorge, wenngleich mit Marc-Andre ter Stegen, Kevin Trapp und Bernd Leno weitere Spitzentorhüter im Kader stehen. Bierhoff: "Ich hoffe sehr und glaube auch daran, dass Manu es schafft." Den vorläufigen Kader will Trainer Löw drei Tage nach dem letzten Bundesliga-Spieltag bekanntgeben, also am 15. Mai. Insgesamt 20 Feldspieler sowie drei Torhüter müssen gemeldet werden.

    Hoffnung auf eine Teilnahme machen sich die beiden Stoßstürmer Sandro Wagner und Mario Gomez, die beide von Löw zu den Testspielen gegen Spanien und Brasilien eingeladen worden sind. Gomez betonte zuletzt im "Kicker" seine Qualitäten: "Zu wissen, wo im Sechzehner der Ball hinkommt, ist meine absolute Stärke. Wichtig ist, dass er (Löw) sieht, ob ich fit bin, die Energie und das Selbstbewusstsein habe. Im Moment habe ich das zu 100 Prozent." Ein mangelndes Selbstvertrauen kann man Wagner allerdings auch nicht absprechen.

    Definitiv nicht dabei sein wird Fitnesstrainer Yann-Benjamin Kugel, der nach acht Jahren den Deutschen Fußball-Bund verlassen wird. "Die letzten Wochen habe ich mir viele Gedanken über meine berufliche Zukunft gemacht. Nach intensiven und tollen Jahren bei der Nationalmannschaft möchte ich mich neu orientieren und meine Erfahrungen und Expertise gerne anderweitig im Fußball einbringen", erklärt der Fitness-Experte seine Beweggründe. Löw äußerste sein Bedauern: "Unsere Zusammenarbeit fand im Weltmeistertitel 2014 ihren Höhepunkt. Ich wünsche ihm privat und beruflich alles Gute." Bis zur Weltmeisterschaft bleibe dem DFB jetzt noch genügen Zeit, um sich nach einer entsprechenden Alternative umzuschauen, betonte Nationalmannschaftsmanager Bierhoff.

    Es dürfte damit zu rechnen sein, dass sowohl Neuer als auch Reus und Götze noch den Sprung zum WM-Team schaffen. Der Kader sieht aktuell wie folgt aus:

    Tor: Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Paris St. Germain)

    Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (Bayern München), Joshua Kimmich (Bayern München), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (Bayern München)

    Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Emre Can (FC Liverpool), Julian Draxler (Paris St. Germain), Mario Gomez (VfB Stuttgart), Leon Goretzka (Schalke 04), Ilkay Gündogan (Manchester City), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Sebastian Rudy (Bayern München), Leroy Sane (Manchester City), Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach), Sandro Wagner (Bayern München), Timo Werner (RB Leipzig)
  • Der Weg Zur WM

    Kurzer Rückblick: Bei der EM 2000 scheiterte Deutschland bereits in der Vorrunde an Rumänien (1:1), England (0:1) und Portugal (0:3). Erich Ribbeck verlor daraufhin seinen Job als Cheftrainer, Rudi Völler sollte ihm nachfolgen und das DFB-Team zwei Jahre später ins WM-Finale gegen Brasilien führen. Vor allem aber entwickelte der DFB einen Masterplan, in dem er die Vereine verpflichtend dazu aufforderte, eigene Jugendleistungszentren zu gründen, um die Nachwuchsarbeit zu stärken. Mit Erfolg: Vor vier Jahren errang die Nationalelf den vierten WM-Titel bei der Weltmeisterschaft in Brasilien.

    Eine ähnliche Situation wie 2000 habe man jetzt wieder, findet Bierhoff. Es mangele an gutem Nachwuchs. Der 49-Jährige bekräftigte deshalb, dass es den nächsten Masterplan geben müsse. "Das hört sich hochgegriffen an, aber der nächste Schritt muss kommen."

    Was bedeutet das für die WM 2018? Erst einmal nichts, denn aktuell ist Deutschland mit zahlreichen hochkarätigen Kickern ausgestattet und wird ein Ensemble aus Weltklasse- und Topspielern zur Weltmeisterschaft schicken können. Das sieht auch Bierhoff so: "Wir sind besser aufgestellt als 2014". Doch für die Zeit danach müsse man einiges tun, lautet das Credo des Teammanagers.

    Für die Weltmeisterschaft in Russland hat sich Ausrüster Adidas gleich zweimal an der Vergangenheit orientiert. Das Heimtrikot, das klassisch in den Farben Schwarz und Weiß gehalten ist, soll an die großen Erfolge und den WM-Titel von 1990 erinnern. Das Ende März vorgestellte Auswärtstrikot orientiert sich an exakt demselben Turnier, als Deutschland in einem dramatischen Elfmeterschießen gegen England (4:3 i.E.) das Finale erreichte und am Ende den dritten WM-Titel nach Hause holen konnte.

    Die Qualifikation für die Deutschen zur WM 2018 glich einem Spaziergang. In der Gruppe C holte das DFB-Team zehn Siege aus zehn Spielen und landete mit einem Torverhältnis von 43:4 elf Punkte vor dem Zweitplatzierten Nordirland. Als vermeintlich größter Konkurrent in der Gruppe galt anfangs Tschechien, doch die Elf von Trainer Karel Jarolim konnte den Deutschen nicht ernsthaft gefährlich werden.

    Dennoch war längst nicht alles Gold, was glänzte. So musste sich die Mannschaft von Trainer Joachim Löw ein ums andere Mal den Vorwurf gefallen lassen, nicht mehr so einfallsreich und kombinationssicher aufzutreten und nur aufgrund der Schwäche des Gegners nicht in ernsthafte Bedrängnis zu kommen. Das untermauern auch die letzten Tests: Gegen England reichte es zuletzt nur zu einem 0:0, gegen Frankreich holte die Löw-Elf ein 2:2.

    Das erste Gruppenspiel der Deutschen findet am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko statt. Am 23. Juni trifft die DFB-Elf in Sotschi auf Schweden, das letzte Gruppenspiel ist am 27. Juni in Kasan gegen Südkorea.
  • Top-Stars

    Deutschland hat einige Spieler auf Weltklasseniveau, doch einer sticht immer heraus: Toni Kroos. Der Mittelfeldmann, der bei Real Madrid die Fäden zieht und mit einer Passquote nahe der 100 Prozent aufwartet, gilt als einer der wichtigsten Spieler in der DFB-Mannschaft und dürfte unverzichtbarer Bestandteil der Stammelf sein – wenn er sich nicht verletzt.

    Toni Kroos ist der Top-Star bei den Deutschen.
  • Prognose & Quoten

    Ganz klar: Deutschland zählt zu den Top-Favoriten auf den Weltmeister-Titel 2018. Die Qualität der Spieler hat verglichen mit dem Weltmeisterjahr 2014 noch einmal zugenommen, das haben die Erfolge bei der U21-EM und dem Confed-Cup, als das DFB-Team nur mit einer B-Elf angetreten ist, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Dennoch ist eine WM nie planbar, auch muss man abwarten, in welcher Form sich die zuletzt verletzten Spieler Marco Reus und Manuel Neuer zu WM-Beginn befinden werden.

    Dennoch geht der Weg zum WM-Titel zweifelsohne nur über Deutschland.

    Wer darauf wettet, dass Deutschland den WM-Titel verteidigt, erhält bei bet365 eine Quote von 5,50. Zusammen mit Brasilien hat die DB-Elf damit die niedrigste Quote vor Frankreich (7,00) und Spanien (8,50). Für einen Gruppensieg der Deutschen gibt es die Quote 1,36, für ein Ausscheiden in der Vorrunde eine 8,00. Wenn Deutschland das Viertelfinale erreicht, gibt es eine Quote von 1,50, für das Halbfinale eine glatte 2,00 und für das Erreichen des Finals eine Quote in Höhe von 3,25.
  • Heiße Wetten

    Wer sich sicher ist, dass das WM-Endspiel 2018 eine Wiederauflage des Finals von 2014 wird, der bekommt die Quote 41,00, wenn das DFB-Team wieder auf Argentinien trifft.

Drehe am Glücksrad!

Canvas not supported, use another browser.
Ich spare meinen Versuch für später