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Wettsteuer Ratgeber Deutschland – Muss ich Sportwetten versteuern?

Da sich der Sportwettenmarkt vermerht ins Internet verlagert und von ausländischen Anbietern bestimmt wird, suchte der deutsche Staat nach einer Möglichkeit, an den Umsätzen zu partizipieren. Seit Juli 2012 fällt deshalb in Deutschland auf jede Sportwette eine Wettsteuer von 5 Prozent an. Doch was heißt das für Gewinner von Sportwetten? Müssen sie Sportwetten versteuern? Infos rund um das Thema „Sportwetten Steuer“ haben wir in diesem Wettsteuer Ratgeber zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze
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  • Möchten Sie die Wettsteuer umgehen bzw. suchen nach einem Wettanbieter ohne Wettsteuer? Lesen Sie dazu unseren Ratgeber über Sportwetten ohne Steuer!

Was genau ist die Sportwetten Steuer und wer ist betroffen?

Nur Kunden mit deutschem Wohnsitz müssen sich über die Wettsteuer Gedanken machen, unser Wettsteuer Ratgeber hält aber auch für Spieler aus Österreich und der Schweiz nützliche Informationen bereit (siehe unten).

Es handelt sich bei dieser Steuer nicht um eine Spielersteuer, sondern um eine Buchmacher-Steuer. Jeder Wettanbieter muss demzufolge auf die Einsätze einen Betrag in Höhe von 5 Prozent bezahlen. Die Kunden sind also faktisch nicht steuerpflichtig, aber die Buchmacher haben die Möglichkeit, die Abgaben direkt an die Tipper weiterzugeben.

In der Praxis geschieht dies dadurch, dass sie entweder den Einsatz oder den Wettgewinn versteuern. Beides führt letztlich dazu, dass ihr einen Verlust in Höhe von 5 Prozent hinnehmen müsst. Das ist selbstverständlich äußerst unangenehm – nicht nur hinsichtlich der direkten finanziellen Einbußen. Denn die Steuer wirkt sich leider zusätzlich auf die Quoten aus.

Hat die Wettsteuer Vorteile?

Es scheint zunächst paradox, aber heute ist die Sportwettensteuer in Deutschland an manchen Stellen sogar als positiv anzusehen:

Nach wie vor geht eine starke Regierungslobby in Berlin rigoros gegen die privaten Buchmacher im Netz an, wodurch der staatliche Anbieter Oddset geschützt wird. Inzwischen können aber selbst die aktivsten Kritiker die gesamte Buchmacher-Branche kaum noch an den Rand der Legalität drängen. Sportwetten sind zu einer Normalität in Deutschland geworden. Nicht einmal die redegewandtesten Politiker vermögen es, zu erklären, warum Sportwetten-Portale gemieden werden sollen, wenn auf der anderen Seite die Staatskasse mithilfe ihrer Dienste bzw. der erhobenen Wettsteuer kräftig gefüllt wird.

Hierbei handelt es sich um einen nicht lösbaren Widerspruch, der dem hiesigen Markt nicht nur gutgetan, sondern ebenfalls stark dazu beigetragen hat, dass es 2021 endlich eine landesweite gesetzliche Regelung geben wird.

Was bedeutet die Wettsteuer für die Wettanbieter?

Die besten Bookies verfahren mit einem hohen Auszahlungsschlüssel, sie bieten also sehr hohe Wettquoten. Liegen Auszahlungsquoten von 93 bis 95 Prozent vor, ist die eigene Marge klarerweise recht gering. Tritt dann noch eine Belastung von fünf Prozent ein, macht sich dies natürlich selbst für größere Glücksspielunternehmen schmerzlich bemerkbar.

Daraus ergibt sich: Nicht alle Buchmacher können bei gleichbleibend gutem Service die Abgaben selbst tragen.

Diese Alternativen haben die Buchmacher:
  • Wettanbieter, die die Sportwetten Steuer zwar abgeben, aber nicht an ihre Kunden weiterberechnen, versuchen das Minus beispielsweise mit einer verstärkten Präsenz außerhalb von Deutschland zu kompensieren.
  • Manche können die Verluste aber auch durch weitere Dienste, wie zum Beispiel die Bereitstellung stationärer Wettshops, in denen dann die Wettsteuer angerechnet wird, auffangen.
  • Wieder andere dämmen – und das ist unserer Meinung besonders nachteilig für die Kunden – einfach ihre Leistungen ein. Das kann sich negativ auf das Wettangebot, den Support und sogar die Sicherheit auswirken.

Demzufolge ist es in gewisser Hinsicht gar nicht so schlecht die Wettsteuer Deutschland auch mal positiv zu sehen.

Auf welcher Rechtsgrundlage beruht die deutsche Sonderabgabe?

Die rechtliche Grundlage der Sportwetten Steuer ist ebenso kurios wie der Grund ihrer Einführung. Oft wird angenommen, dass der Glückspielvertrag der Bundesländer die Wettsteuer regelt. Dies ist jedoch nicht richtig. Die Grundlage für die Abgabe stellt das Rennwett- und Lotteriegesetz aus dem Jahre 1922 dar, welches bis heute Gültigkeit besitzt. Die Gesetzesmacher änderten die entsprechende Vorlage und implementierten dort die fünfprozentige Steuer als Zusatz. Doch warum ist dies geschehen? Hierfür gibt es zwei Gründe:

  • 1
    Natürlich hat der deutsche Gesetzgeber bemerkt, dass sich das Wettgeschehen immer mehr ins Internet verlagert und von ausländischen Wettanbietern bestimmt wird. Das eigene Sportwettenangebot von Oddset kann dabei bei Weitem nicht mithalten. Um nicht ganz leer auszugehen und die schmalen Kassen zu füllen, wurde die Wettsteuer erhoben.
  • 2
    Das Bundesland Schleswig-Holstein hat sich als äußerst fortschrittlich durch seine Lizenz erwiesen und einige Genehmigungen für den Vertrieb von Sportwetten erteilt. Dies ist auf Grundlage der EU-Richtlinien erfolgt und hätte eine 20-prozentige Steuereinnahme vom Rohertrag mit sich gebracht. Diese Denkweise war den anderen Länderchefs und der Bundesregierung jedoch ein Dorn im Auge. Da das Bundesrecht über den Landesgesetzen steht, wurde dem Vorpreschen aus Schleswig-Holstein Einhalt geboten.

Die Einnahmen aus Sportwetten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Während das Steueraufkommen 2014 noch bei etwa 225 Millionen Euro lag, waren es 2016 schon 307 Millionen Euro und 2018 sogar 384 Millionen Euro. Dieser Anstieg geht vor allem auf Online-Buchmacher zurück, die sich einer steigenden Beliebtheit erfreuen. Für den deutschen Staat hat sich die Einführung der Wettsteuer also gelohnt.

Tipp: In unserem Ratgeber „Sportwetten in Deutschland legal?“ erfahrt ihr mehr zu diesem Thema.

Wie wird die Wettsteuer von den Buchmachern berechnet?

Was den Umgang mit der Wettsteuer betrifft, lassen sich die Bookies in 3 verschiedene Gruppen einteilen. Die typischen Varianten der Steuerberechnung stellen wir euch nachfolgend vor:

  • Wettanbieter ohne Steuer: Einige der besten Online-Wettanbieter verzichten weiterhin komplett auf die Berechnung der Abgabe an das deutsche Finanzamt und tragen die gesamten Kosten selbst.
  • Berechnung vom Bruttogewinn: Der überwiegende Anteil der Buchmacher hat sich zu dieser Vorgehensweise entschlossen. Verlorene Tickets werden prinzipiell nicht gesondert belastet. Nur im Gewinnfall erfolgt ein fünfprozentiger Abzug vom Bruttoertrag.
  • Berechnung beim Einsatz: Wenige Buchmacher wenden die klassische gesetzliche Vorschrift an und belasten jede Wettabgabe sofort mit einem Minus von fünf Prozent.

Die Berechnung der Wettsteuer an einem Beispiel erklärt

Tatsächlich gibt es bei den Bookies ganz unterschiedliche Umgangsweisen mit der Sportwetten Steuer. Die meisten Buchmacher in Deutschland geben die Wettsteuer aber an ihre Kunden weiter. Das ist vollkommen legal und kein Zeichen von unseriösem Verhalten.

  • 1
    Die größte Gruppe der Bookies, die die Steuer annehmen, belastet die letztendlichen Bruttogewinne ihrer Kunden. Andere übertragen die Steuer auf den Wetteinsatz, der sich dann entsprechend verringert. Die besten Voraussetzungen bekommt ihr bei den Buchmachern, die die Steuer abgeben, aber die Wettsteuer weder vom Einsatz noch vom Gewinn erheben.
  • 2
    Generell dürft ihr euch natürlich nicht zu sehr von steuerfreien Wetten verleiten lassen. Prüft stets die allgemeine Güte des jeweiligen Bookies, bevor ihr dort setzt. Denn es gibt auch solche Sportwetten-Portale, die zwar Kunden aus Deutschland annehmen, die Wettsteuer allerdings nicht entrichten. Hier solltet ihr euch ganz besonders genau von der Seriosität überzeugen.
  • 3
    Und dann gibt es noch die Anbieter, die die Steuer bei bestimmten Wetten ausschließen oder eben nur auf diese anwenden. Es kann zum Beispiel sein, dass Kombiwetten ab drei Spielen mit einer Mindestquote von je 1,40 steuerfrei sind.

Wieder andere seriöse und mitunter sehr beliebte Buchmacher haben sich nach der Einführung der Wettsteuer (zumindest temporär) komplett aus Deutschland zurückgezogen. Ein solches Vorgehen ist für die Fans des jeweiligen Dienstes natürlich besonders ärgerlich. Leider gehört auch die weltgrößte Wettbörse Betfair zu diesem Kreis.

Hier noch einmal die häufigsten Verfahrensweisen mit der Wettsteuer Deutschland anhand konkreter Beispiele zusammengefasst:

Ausgangslage
  • Fiktives Guthaben/Einsatz: 100 Euro
  • Quote: 10,0
  • Möglicher Gewinn: 1.000 Euro

 

Variante A: Die Wettsteuer wird direkt vom Einsatz abgezogen
  • Verbleibendes Einsatzgeld nach Abzug der Wettsteuer: 95 Euro
  • Quote: 10,0
  • Möglicher Gewinn: 950 Euro

 

Variante B: Die Wettsteuer wird vom Gewinn subtrahiert
  • Einsatz: 100 Euro
  • Quote: 10,0
  • Möglicher Gewinn: 1.000 Euro
  • Gewinn nach Abzug der Wettsteuer: 950 Euro

 

Variante C: Die Wettsteuer wird vom Buchmacher übernommen
  • Einsatz: 100 Euro
  • Quote: 10,0
  • Möglicher Gewinn: 1.000 Euro
  • Gewinn da kein Abzug der Wettsteuer: 1.000 Euro

Diese Beispiele zeigen zwar, dass zwischen den üblichen Vorgehensweisen der Steuerübertragung durch die Buchmacher an ihre Kunden letztendlich keine Unterschiede für euer Gewinnpotenzial resultieren. Sie verdeutlichen jedoch auch, dass euch durch die Weitergabe der Wettsteuer ein erheblicher Nachteil entsteht.

Der eingeschränkte Gewinn lässt sich zudem auf die Quote zurückrechnen, womit diese von 10,0 auf 9,5 sinkt.

Wettsteuer vs. Quoten: Die Steuer-Regelung des Bookies hat Einfluss auf die Wettquoten

Aufgrund der Wettsteuer müssen Sportwetten-Fans die angebotenen Quoten stets mit zweierlei Augen betrachten bzw. eine Gegenrechnung durchführen, wie hier im Beispiel: Wir vergleichen nachfolgend einen Wettanbieter ohne Wettsteuer mit einem solchen, der die Steuer abgibt bzw. diese an seine Kunden weiterreicht:

Ausgangslage
  • Einsatz: 100 Euro
  • Wett-Typ/Quote: Einzel- oder Kombinationswette mit einer Gesamtquote von 3,0.

 

Ohne Steuer
  • 100 Euro x Wettquote 3,0 = 300 Euro Gewinn
Mit Steuer
  • (Nach Steuerabzug) 95 Euro x Wettquote 3,0 = 285 Euro Gewinn

Nehmen wir nun an, der Anbieter, der die Wettsteuer Deutschland nicht an seine Kunden weitergibt, würde mit weniger lohnenden Quoten arbeiten, das Ticket würde also vielleicht nur eine Gesamtquote von 2,8 oder 2,9 aufweisen. In diesem Fall wäre die Nettoauszahlung bei einer Quote von 2,9 (290 Euro) besser und bei einer Quote von 2,8 (280 Euro) schlechter als beim Konkurrenten mit Wettsteuer.

Grundregel: Die Quoten dürfen bei einem Wettanbieter, der keine Wettsteuer abzieht, nicht mehr als 5% niedriger sein, sonst ist es kein Vorteil gegenüber Anbietern mit Wettsteuer.

Wichtige Lektion: Ihr solltet Buchmachern, die die 5% Steuer nicht an euch weiterberechnen, nicht automatisch die besseren Gewinnmöglichkeiten zuschreiben. Rechnet also am besten immer einmal nach.

Bei welcher Variante sind die Kunden am besten aufgehoben?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da in diesem Zusammenhang auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Im Wettsteuer-Vergleich sind vor allem die Quoten von Bedeutung. Es gibt nämlich den einen oder anderen Buchmacher ohne Steuer, der die Mehrkosten mit schlechteren Auszahlungsquoten abfedert. Demzufolge kann es passieren, dass eure Gewinne beim Wetten ohne Steuer in der Summe trotzdem niedriger ausfallen.

Wichtig ist außerdem, dass die Regelungen vom Sportwettenanbieter offen und transparent dargestellt werden. Eine entsprechende Kommunikation ermöglicht es Usern, den Bookie mit anderen Anbietern zu vergleichen. Der Umgang mit der Sportwetten Steuer ist ein Merkmal, an welchem ein seriöser Buchmacher erkannt werden kann – jedoch mit Sicherheit nicht das entscheidende.

Gewinne aus Sportwetten in Deutschland – steuerpflichtig: ja oder nein?

Gewinne aus Sportwetten in Deutschland sind erst einmal nicht steuerpflichtig. Laut Gesetz zählen sie nicht zu den sieben Einkunftsarten (vgl. § 2 Abs. 3 EStG), die ihr in der nachfolgenden Liste findet:

  • 1
    Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • 2
    Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • 3
    Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  • 4
    Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  • 5
    Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • 6
    Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • 7
    Sonstige Einkünfte im Sinne des § 22

Das bedeutet, der Staat hat gar keine Basis, eine Steuer von (allen) Wett-Fans zu verlangen. Das gilt übrigens nicht nur für Sportwetten, sondern für jede Art von Glücksspiel. Sämtliche Beträge, die ihr von eurem Wettkonto auf euer Bankkonto übertragt, bleiben damit zu 100 Prozent euer Eigentum.

Ist ein nachträglicher Einzug der Wettsteuer durch das Finanzamt möglich – sind Spieler davon betroffen?

Wettsteuer Ratgeber Finanzamt

(Bild: Pixabay | © hrohmann)

Buchmacher müssen die Wettsteuer in Deutschland bezahlen, gegebenenfalls auch nachträglich, nicht aber der Kunde. Bei den Buchmachern, die für den Kunden die Sportwettensteuer übernehmen, gibt es überhaupt kein Problem, denn diese sind steuerpflichtig und nicht diejenigen, die dort setzen.

Es liegt zudem auf der Hand, dass ein ganz normaler Sportwetten-Fan kaum dazu in der Lage ist, zu beurteilen, ob ein Buchmacher die Wettsteuer ordnungsgemäß abführt oder nicht. Letztlich ist der Kunde darauf angewiesen, dem Buchmacher zu vertrauen.

Nach unserer Einschätzung ist es so, dass die seriösen Buchmacher, die in Europa lizenziert sind, die Wettsteuer ordnungsgemäß abführen. Das wird nicht zuletzt auch daran deutlich, dass es nach der Einführung der Wettsteuer einige Wettanbieter gegeben hat, die sich vom deutschen Markt zurückgezogen haben. Eine illegale Lösung wäre für einen Buchmacher in Europa in jedem Fall sehr riskant.

Etwas anders ist die Situation bei Buchmachern mit Sitz außerhalb der Europäischen Union. In diesem Fall lässt sich kaum kontrollieren, ob die Buchmacher die Wettsteuer abführen oder nicht. Bei einigen Anbietern mag dies der Fall sein, bei anderen nicht.

Aber auch bei diesen Buchmachern gilt, dass nicht der Kunde steuerpflichtig ist, sondern der Buchmacher. Ärger mit den Steuerbehörden kann deswegen immer nur der Wettanbieter bekommen, nicht aber der Sportwetten-Kunde. Uns ist kein einziger Fall bekannt geworden, bei dem ein Kunde einmal belangt worden wäre, weil ein Wettanbieter in Deutschland illegal Wetten angeboten hat. Es sind immer die Buchmacher, die sich vor der Justiz bzw. den Steuerbehörden verantworten müssen und das ist auch gut so. Ohnehin gäbe es keine Handhabe für eine Steuernachforderung, denn Sportwetten-Gewinne sind in Deutschland erst einmal steuerfrei.

Muss man Gewinne aus Sportwetten versteuern, die man angelegt hat?

Selbstverständlich könnt ihr Gewinne aus Sportwetten anlegen. Damit handelt es sich nicht mehr um Wettgewinne, sondern eben um Anlagen. Aus Geldanlagen resultierende Zinsen muss man in der Steuererklärung angeben. Für das Finanzamt ist es dabei egal, ob ihr die Zinsen durch eine Investition eines Sportwetten-Gewinns erhaltet oder eben durch einen anderen Geldeinsatz. Es werden nur die Zinsen an sich registriert.

Die Ausnahme: Berufsspieler müssen ihren Gewinn versteuern

Auch wenn Sportwetten in Deutschland grundsätzlich steuerfrei sind, darf das Finanzamt in einem speziellen Kontext nicht vergessen werden: Berufsspieler müssen – ähnlich wie selbstständig tätige Bürger – ihr Einkommen versteuern.

Die entscheidende Frage ist dabei: Ab wann gilt man als „Berufsspieler“?

Tatsächlich gibt es gar keine eindeutige Definition. Steuerberater und andere Finanzexperten raten jedoch allen Tippern, die über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg über 50 Prozent ihres Einkommens durch Sportwetten bestreiten, eine Meldung beim Finanzamt durchzuführen.

Bleibt die Meldung beim Finanzamt aus, steht selbiges schnell auf der Matte. Und wenn das erst einmal der Fall ist, also wenn der Fiskus auf einen Sportwetter aktiv zugeht und dabei feststellt, dass entsprechende Gewinne hätten versteuert werden müssen, kann es schnell unangenehm werden.

Wer regelmäßiges Einkommen bezieht, ist in Deutschland verpflichtet, dieses dem Staat gegenüber (selbst) anzuzeigen und gegebenenfalls zur Versteuerung anzumelden. Berufsspieler, die das nicht tun, rutschen sehr leicht in die höchst kritischen Gefilde der Steuerhinterziehung. Es drohen empfindliche Nachzahlungen, Strafen und sogar Gefängnis.

Was gilt es als (eventueller) Berufsspieler insbesondere zu beachten?

Hier muss zunächst festgehalten werden, dass dieser Beitrag nur Hinweise zum Versteuern von Sportwetten bietet und keine steuerliche Beratung ersetzen kann. Solltet ihr detaillierte Fragen rund um spezifische rechtliche Aspekte, genaue Abzüge, Konsequenzen bei Nichteinhaltung gesetzlicher Vorgaben etc. haben, müsst ihr euch an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt wenden.

Und genau das möchten wir euch an dieser Stelle ans Herz legen, wenn ihr einen Großteil eurer Einkünfte mit Sportwetten erzielt. Achtet darauf, legal zu verfahren, ansonsten können eure mitunter hart erarbeiteten Erlöse schnell pfutsch sein und/oder ihr euch in sehr heikle juristische Schwierigkeiten bringen.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr als Berufsspieler eingestuft werden könntet oder nicht, ist Vorsicht angebracht. Auf der sicheren Seite seid ihr nur mit einer entsprechenden Rechtsberatung.

TIPP
Eure Wettscheine solltet ihr unter solchen Voraussetzungen gut archivieren und Einsätze sowie Gewinne genau dokumentieren. So könnt ihr gegebenenfalls erforderliche Nachweise prompt (oder überhaupt) erbringen.

Ist erst einmal klar, dass ihr Berufsspieler seid, lasst eure Steuererklärung immer von einem Profi machen. Denn einen ausreichenden Überblick der Bestimmungen zu erhalten, um entsprechende Schritte selbst durchzuführen, ist nicht nur zeitaufwändig, sondern für Menschen, die sich nicht tagtäglich mit der Materie beschäftigen, auch fast unmöglich.

Lesetipp: Ihr mögt eSport Events? Erfahrt hier alles Wissenswerte zu den UEFA eEURO 2020 eSport Wetten.

Die Wettsteuer in der Schweiz und in Österreich

Nicht selten wird die Wettsteuer dem gesamten deutschsprachigem Raum zugesprochen. Das können wir in unserem Wettsteuer Ratgeber jedoch klar verneinen! Denn sie ist eine rein deutsche Erfindung. Die Sportwetten Steuer in der Schweiz und Österreich wird nämlich nicht an Spieler weiteregegeben. Deshalb müssen sich Wetter mit Wohnsitz in Österreich oder der Schweiz keinerlei Gedanken um die Wettsteuer machen – sie können stets steuerfrei setzen, zumindest solange sie sich im eigenen Land befinden.

Entscheidend für die Annahme der Wettsteuer ist tatsächlich der Aufenthaltsort, nicht die reine Staatsangehörigkeit. Diejenigen, die aus Österreich oder der Schweiz nach Deutschland reisen und hier bei einem Buchmacher spielen, der die Wettsteuer an den Staat abführt und diese an seine Kunden überträgt, müssen sie ebenfalls bezahlen.

Gerade in Österreich dürfte eine Steuer auf Wetten niemals ein Thema sein. Der Alpenstaat gehört seit Jahren zu den Vorreitern in Sachen Sportwetten-Liberalisierung. Nicht ohne Grund haben zahlreiche namhafte Bookies ihre Wurzeln dort. Fakt ist: Steuern werden in Österreich niemals auf Wetten berechnet.

In der Schweiz sind Wettgewinne eventuell einkommensteuerpflichtig, es gibt dort jedoch keine zusätzlichen Abgaben, die vom Buchmacher auf die Gewinne an sich berechnet werden. Die gesetzlichen Ausgangslagen sind hinsichtlich der Einkommenssteuer zwischen den Kantonen unterschiedlich. Zumeist werden Reingewinne von mehr als 1.000 Euro zum Einkommen addiert bzw. steuerlich belangt. Daher müssen die Eidgenossen genau Buch führen, um komplett legal Sportwetten abschließen bzw. entsprechende Gewinne erhalten zu können.

FAQ – Wettsteuer

⚽ Was ist die Wettsteuer bei Sportwetten?

Seit 2012 ist in Deutschland gesetzlich geregelt, dass auf jede Sportwette eine Abgabe an den Staat gezahlt werden muss. Das gilt sowohl für Online-Wetten als auch für Sportwetten in stationären Wettshops.

〽️ Wie hoch ist die Wettsteuer in Deutschland?

In Deutschland fallen pro Wette 5 Prozent Wettsteuer an. Diese werden auf den Einsatz bei der jeweiligen Wette gerechnet. Der Wettanbieter kümmert sich in der Regel darum, dass diese Steuer abgeführt wird, es gibt aber unterschiedliche Herangehensweisen.

⭕️ Gelten für Profispieler andere Regeln?

Ja, denn Profispieler (die Definition ist hier etwas schwammig) bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Sportwetten. Somit müssen sie dieses Einkommen wie jeder andere arbeitende Mensch auch bei der Steuer angeben und versteuern.

⚠ Gibt es auch in der Schweiz und Österreich eine Wettsteuer?

Die Wettsteuer ist eine Erfindung aus Deutschland. In der Schweiz und in Österreich fällt keine Wettsteuer an. Entscheidend ist für die Bewertung allerdings, von wo aus ihr euch anmeldet und die Wetten abgebt, nicht die Staatsangehörigkeit.

Fazit: Sportwetten müssen nicht selbst versteuert werden

Sportwetten sind nicht grundsätzlich steuerfrei. Die in Deutschland geltende Sportwetten Steuer in Höhe von 5% auf alle Wetteinsätze muss jedoch nicht vom Spieler, sondern vom Buchmacher an das Finanzamt gemeldet und abgeführt werden. Das erspart allen Sportwetten-Fans zwar jede Menge Bürokratie, ganz verschont bleiben sie am Ende jedoch nicht: Die entstandenen Mehrkosten reichen die Buchmacher in aller Regel an ihre Kunden weiter.

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