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Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Ein Blick in die Grauzone des Wettens

Fußball: 2016 stand ganz im Zeichen der Europameisterschaft

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die Grauzone

2016 fand die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich statt.

Rund um das sportliche Großereignis Uefa Euro 2016 waren Sportwetten für viele Menschen ein Thema. Es wurde auf Spielausgänge in der Gruppenphase, auf das Weiterkommen in der K.o.-Phase und auf den Turniersieger gewettet. Sowohl staatliche (Oddset) als auch private Anbieter (z. B. Tipico) von Sportwetten haben stark profitiert. Bei kommerziellen Buchmachern aus dem Ausland waren und sind die Möglichkeiten zur Tippabgabe noch wesentlich umfangreicher als beim deutschen Staatsbuchmacher Oddset. Es ist auch möglich auf Tore, Zwischenstände, Torschützen, Gelbe Karten und Freistöße zu setzen. Dazu können Wetten auch als Live-Wette während des Spiels abgegeben werden.

So viele Möglichkeiten befeuern die ohnehin schon starke Nachfrage nach Sportwetten im Internet oder im Wettshop vor Ort. Mittlerweile findet sich kaum noch eine Stadt in Deutschland, in der es nicht mindestens ein Wettbüro gibt. Allein der maltesische Buchmacher Tipico betreibt in Deutschland aktuell über 850 Shops. Die Kundenzahlen der ausländischen Online-Buchmacher sind ebenfalls beeindruckend: Schätzungen gehen bei Tipico von 1,1 Millionen registrierten Kunden aus, beim Konkurrenten Mybet sollen es sogar schon 1,3 Millionen sein. Die allermeisten der Kunden verlieren auf Dauer Geld, dann das ist das Geschäftsmodell aller Buchmacher, egal ob staatlich oder privat geführt.

Gewinner und Verlierer: erschreckend hohe Risikobereitschaft bei Sportwetten

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die Grauzone

Der Buchmacher Tipico gehört also zu den Marktführern, wenn es um Sportwetten in Deutschland geht. Deswegen lohnt sich hier ein Blick auf das Einsatzverhalten der Spieler, zumindest soweit man es von außen nachvollziehen kann. Auf Tipico.de gibt es eine aufschlussreiche Übersicht der täglichen, wöchentlichen und monatlichen Top-Gewinner. Es gibt Spieler, die mittlere bis hohe fünfstellige Beträge gewinnen. Die Einsätze bewegen sich dabei zwischen 1 und 10.000 Euro. Bei hohen vier- oder fünfstelligen Einsätzen sprechen Buchmacher und Casinos gerne von High Rollern und VIP-Kunden. Es ist allerdings davon auszugehen, dass auch Menschen hohe vierstellige Beträge wetten, die nur ein ganz normales Durchschnittseinkommen beziehen. Es gibt also vermutlich zahlreiche Spieler, die regelmäßig ein Mehrfaches ihres monatlichen Einkommens auf Sportwetten setzen. Die Risikobereitschaft ist hier also sehr hoch. Laut Studien der BZgA, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, werden insbesondere Männer in den Altersgruppen 21 bis 25 und 36 bis 45 zu pathologischen Spielern.

Sind Flüchtlinge und Migranten eine besondere Risikogruppe?

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die GrauzoneDie heiß diskutierten Themen „Flüchtlinge“ und „Migration“ haben auch im Kontext von Sportwetten und Spielsucht Relevanz. Die Zielgruppen der Buchmacher sind nicht nur überwiegend männlich und überdurchschnittlich risikobereit, sondern haben häufig auch Migrationshintergrund. In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung berichtet unter anderem der Psychologe Thomas Pölsterl aus seiner Behandlungspraxis: Auch seine Patienten sind vorwiegend männlich und ungefähr jeder Dritte hat einen Migrationshintergrund. Andere Klischees (z. B. nur Arbeitslose oder psychisch Kranke sind spielsüchtig) kann Pölsterl dagegen nicht bestätigen: Seine Patienten haben mindesten einen Job, manchmal sogar zwei Jobs, um die Sucht zu finanzieren. Darüber hinaus sind viele Spieler hoch verschuldet und teilweise noch erstaunlich gut sozial integriert. Andere haben aufgrund der Spielverluste allerdings schon massive Beziehungsprobleme (z. B. Ehe, Familie, Freunde).

Die fast ausschließlich männliche Sportwetten-Zielgruppe erhofft sich also einerseits das schnelle Geld, andererseits Nervenkitzel und Zerstreuung. Eine erhöhte Risikobereitschaft, wie sie zum Beispiel als erfolgreicher Unternehmer sinnvoll sein kann, ist bei Sportwetten ein Risikofaktor. Deswegen kann es sinnvoll sein, die eigene Risikobereitschaft zu testen.

Suchtpotenzial: Bei Live- und Online-Wetten ist es besonders groß

Die Möglichkeit der einfachen und schnellen Einsätze beim Online-Buchmacher ist übrigens ein zusätzlicher Risikofaktor. Live-Wetten, bei denen während der Partie auf alle möglichen Ereignisse und Zwischenstände gesetzt werden kann, sind besonders suchtgefährdend. In einem Interview mit T-Online.de erklärt Dr. Anja Bischof (Universität Lübeck, Sprecherin der Nachwuchsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie), woran dies liegt: „Die schnelle Abfolge eines Spiels mit verschiedenen Spielereignissen, auf die Wetten abgegeben werden können, birgt ein hohes Suchtpotenzial, das unter anderem dazu führen kann, dass Menschen den Überblick über ihre Einsätze verlieren.“

 

In Tests lässt sich die eigene Risikobereitschaft ermitteln

Die Beschäftigung mit der Risikobereitschaft von Menschen ist ein spannendes Gebiet, auf dem in Deutschland allerdings vergleichsweise wenig geforscht und publiziert wird. Dies ist verwunderlich, denn die Risikobereitschaft ist eines der wesentlichen Merkmale der menschlichen Persönlichkeit. Einige interessante Tests zur Risikobereitschaft sind deswegen hier zu finden:

uni-protokolle.de
suchtpraevention.sylon.net
privat-institut-fuer-finanzen-rl.de
vistano.com

 

Spielsucht und Beschaffungskriminalität: interessante Einblicke

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die GrauzoneDie Mechanismen bei der Glücksspielsucht entsprechen übrigens nicht eins zu eins denen bei anderen Abhängigkeitsstörungen (z. B. Alkohol, Heroin, Kaufsucht). Dennoch gibt es wichtige Gemeinsamkeiten: Hinter jedem Suchtverhalten, egal ob Spielsucht oder Drogensucht, steckt das Bedürfnis nach positiven Erlebnissen. Die zugrundeliegenden Abläufe im Gehirn sind ebenfalls ähnlich: Die positiven Erlebnisse (z. B. richtiger Tipp, Wettgewinn, Ausgleich der bisherigen Verluste) möchte das Gehirn des Spielers möglichst direkt, oft und ohne Wartezeiten und Umwege erreichen. Auch die Ausprägungen des Suchtverhaltens (z. B. Verheimlichen, Lügen, Beschaffungskriminalität) gestalten sich vergleichbar.

Nach Analyse von verschiedenen Einzelfall-Reportagen zum Thema Spielsucht und Beschaffungskriminalität ergibt sich folgende Momentaufnahme: Sehr häufig taucht der Straftatbestand der Untreue auf. Beispielsweise veruntreut ein GmbH-Geschäftsführer Gelder der Firma oder es kommt zu Diebstählen und/oder Unterschlagungen in Unternehmen. Die klassischen Ausprägungen der Beschaffungskriminalität bei Drogensucht (Einbrüche, Überfälle) sind bei der Sportwetten-Sucht dagegen – auch hier nur eine subjektive Einschätzung des vorliegenden Datenmaterials – weniger stark anzutreffen.

Sportwetten-Konzessionen: Auch 2016 bleibt die Rechtslage verworren

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die GrauzoneEinerseits hat sich seit 2015 wenig geändert: Sportwetten-Angebote von Unternehmen wie Tipico, bwin oder Betway sind in Deutschland formal immer noch illegal. Dennoch wird eine pauschale Wettsteuer in Höhe von fünf Prozent von diesen im europäischen Ausland sitzenden Unternehmen erhoben. Die meisten Anbieter führen diese Wettsteuer mittlerweile auch brav an den deutschen Fiskus ab. Bislang haben aber nur etwas mehr als 20 Anbieter eine Konzession. Diese gelten aber gegebenenfalls doch nicht, denn der zugrundeliegende Glücksspielstaatsvertrag wurde für unwirksam erklärt. Für Buchmacher und Spieler gibt es also auch hier wenig Verlässlichkeit. Auch Unternehmer, die in diesem Bereich tätig sind, müssen also durchaus risikobereit sein. Parallel dazu macht auch die Europäische Union (EU) Druck auf Deutschland und drängt auf eine Lösung des Problems.

Risikobereite Buchmacher: Sportwetten sind formal immer noch illegal

Keiner der ausländischen, privatwirtschaftlichen Buchmacher hat also bislang eine offizielle bundesweite Konzession. Dies betrifft auch große Marktteilnehmer wie Tipico und bwin, die durch Sponsoring und Werbung bereits jetzt stark in den Medien präsent sind. Michael Schaich (Sprecher des Hessischen Innenministeriums) dazu: „Der private Sportwettenmarkt findet zurzeit formell illegal statt. […] Bürger, die eine Fußball-Wette platzieren wollen, machen sich nicht strafbar.“

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die GrauzonePräziser und korrekter formuliert es der Münchner Sportwettenportal-Betreiber Quotendo GmbH auf seiner Webseite: „Quotendo berücksichtigt ausschließlich Anbieter von Sportwetten, die vom Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein auf Grundlage des schleswig-holsteinischen Gesetzes zur Neuordnung des Glücksspiels (in Kraft seit dem 1. Januar 2012) eine Genehmigung zur Veranstaltung von Wetten auf den Ausgang oder den Verlauf von Sportwettbewerben erhalten haben („Sportwetten-Lizenz“). Nutzer mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein sind berechtigt, bei den Wettanbietern, die auf Quotendo verglichen werden, eine Sportwette zu platzieren. Nutzer mit Wohnsitz außerhalb des Bundeslandes Schleswig-Holstein werden angehalten, sich vor Nutzung der Quotendo-Website über die Rechtslage in dem jeweiligen Land zu informieren. Quotendo weist ausdrücklich darauf hin, dass die Nutzung der auf dieser Website zur Verfügung gestellten redaktionellen Inhalte und Informationen verboten ist, soweit gegen geltendes Recht verstoßen wird.“ Dies entspricht der aktuellen Rechtslage, denn tatsächlich dürfen nur Spieler mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein online – oder in den lizenzierten stationären Spielstätten im Bundesland – aktiv werden. Interessenten aus anderen Bundesländern gehen also höhere Risiken ein und bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone.

 

Hinweis:

Große Medien starten Kooperationen mit Sportwetten-Portalen

Schon länger gibt es rund um das spezielle Thema „Sportwetten“ viele Onlineportale. Sie sind oft ähnlich aufgebaut wie bekannte Vergleichsportale (z.B. Check24, Verivox). Neben der Quotendo GmbH ist auch eine weitere Firma aus München mittlerweile sehr präsent im Bereich Sportwetten: die MonsterTipp GmbH. Beiden Firmen ist es gelungen, sich große und reichweitenstarke Kooperationspartner zu sichern:

Sportwetten bei Focus-Online (Quotendo)

Sportwetten bei Bild.de (MonsterTipp)

Sportwetten bei Sport-Bild (Quotendo)

Quotendo kooperiert also ebenfalls mit einem Medium aus dem Axel-Springer-Verlag (Axel Springer SE). Allerdings nicht mit Bild selbst, sondern mit der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Sportbild“. Es scheint so, als hätten nun auch große Boulevard-Leitmedien kaum noch Berührungsängste mit dem unbestreitbar lukrativen Markt der Sportwetten.

Ausländische Buchmacher wehren sich gegen Ungleichbehandlung

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die GrauzoneDie verwirrende Situation beruht zum großen Teil darauf, dass schon das Vergabeverfahren nicht bundesweit gedacht war. Für das Glücksspiel sind in Deutschland die Bundesländer zuständig. Für die bundesweite Lizenzvergabe wurde die Zuständigkeit an das Innenministerium des Bundeslandes Hessen übergeben. Ein Glücksspielstaatsvertrag zwischen den Ländern sollte in diesem Zusammenhang dafür sorgen, dass es zu einer bundesweit einheitlichen Regelung kommt. Nach einem Alleingang Schleswig-Holstein, der später gestoppt wurde, mit einer begrenzten Anzahl von Konzessionen, beging auch Hessen den identischen Fehler: Es wurde nur eine limitierte Anzahl von Konzessionen ausgeschrieben.

Auf der anderen Seite stehen die privaten Anbieter von Sportwetten, die mit Konzessionsanträgen, Lobbyarbeit und Klagen versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. Die Begrenzung der Anzahl der Konzessionen ist dabei der Knackpunkt. Sie eröffnete privaten Buchmachern, die in der Konzessionsvergabe leer ausgingen, den Klageweg. Sie argumentierten in erster Linie damit, dass die Zahl der bereitgestellten Konzessionen willkürlich festgelegt sei. Die zumeist im europäischen Ausland (vor allem Malta und Gibraltar) sitzenden Buchmacher argumentierten auch mit der Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union (EU) – und bekamen in beiden Fällen überraschend häufig recht. Weitere Informationen zu diesem spannenden Thema finden sich unter anderem auf der Webseite der Rechtsanwaltskanzlei, die den maltesischen Buchmacher Tipico berät.

Ursachenforschung: Wer trägt die Verantwortung für die chaotische „Regulierung“?

Die Hauptschuld am Lizenz-Chaos tragen vermutlich die Bundesländer, die es bislang nicht geschafft haben, einen gemeinsamen, koordinierten Weg einzuschlagen. Der hessische Innenminister Peter Beuth sagte dazu im Sommer 2016 in der Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA): „Der Glücksspielstaatsvertrag ist in seiner jetzigen Fassung gescheitert.“ Auch ein Ausstieg aus dem Staatsvertrag ist damit für das Bundesland Hessen denkbar. In diesem Bundesland war die Skepsis gegenüber den Regelungen des Glücksspielstaatsvertrages übrigens von Anfang an groß.

Die formal illegalen Online-Buchmacher sind in Sachen Steuerzahlungen ja ohnehin schon geduldet. Nach Angaben von Innenminister Beuth gibt es in Deutschland mittlerweile „79 Sportwetten-Anbieter, die natürlich auch Steuern bezahlen. Die werden sich das nicht gefallen lassen. Dieser Vorschlag, der gerade erarbeitet wird, ist eine erneute Totgeburt.“ Beim erwähnten Vorschlag geht es um eine Aufstockung der verfügbaren Konzessionen von 20 auf 40. Die neuen Konzessionen sollen bis zum Juli 2017 ausgestellt werden. Auch die Zahl „40“ scheint, angesichts der aktuellen und der möglichen Zahl von steuerzahlenden Konzessionsinhabern, wieder einigermaßen willkürlich gewählt.

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen ein verfassungswidriger Glückspielstaatsvertrag (GlüStV), ein sogenanntes „Glücksspielkollegium“ als Aufsichtsorgan, dem allerdings die Legitimation fehlt, und eine letztlich gescheiterte Experimentierphase mit privaten Buchmachern. Das Glücksspielkollegium wurde als Koordinierungsgremium für die neue Glücksspielregulierung durch die Bundesländer berufen. Nach § 9a Abs. 6 GlüStV besteht es aus 16 Mitgliedern, also ein Vertreter pro Bundesland. Diese Vertreter werden durch die Glücksspielaufsichtsbehörde jedes Bundeslandes benannt. Experten fordern stattdessen schon länger die Einführung einer übergeordneten nationalen Glücksspielkommission für Deutschland. Solche Konstruktionen existieren bereits in mehreren europäischen Ländern wie etwa Frankreich, Italien oder Malta. Damit wäre die Konzessionsvergabe auch in Deutschland nicht mehr Ländersache, sondern die Zuständigkeit läge beim Bund.

Oddset: langweilig und wenig gewinnträchtig, dafür aber sicher legal

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die GrauzoneWer als Spieler schon bei der Legalität nichts riskieren will und außerhalb der Grauzone auf bestimmte Sportereignisse in Deutschland wetten will, kommt aktuell also noch nicht am staatlichen Buchmacher Oddset vorbei. Für das Oddset-Angebot ist der Deutsche Lotto- und Totoblock verantwortlich. Der Deutsche Lotto- und Totoblock ist eine Vereinigung der Lottogesellschaften der Bundesländer zur Veranstaltung von Glücksspielen. Bundesweit gibt es circa 25.000 Annahmestellen für Oddset-Sportwetten, Lotto, Glücksspirale und andere staatliche Glücksspielangebote. Die Zahl der Annahmestellen ist also noch deutlich höher als die wachsende Zahl der Wettshops ausländischer Anbieter.

Das Angebot des Staatsbuchmachers ist allerdings eigentlich nicht konkurrenzfähig, denn die angebotenen Quoten fallen tendenziell niedriger aus als bei der privaten Konkurrenz. Dazu fällt pro Wettschein eine Grundgebühr an. Diese schmälert bei niedrigen Einsätzen den möglichen Gewinn überproportional. Auch Oddset setzt also darauf, dass die Spieler mehr setzen – und damit auch mehr verlieren können. Das Geschäftsmodell von Oddset ist identisch mit den Geschäftsmodellen der privatwirtschaftlichen Buchmacher: Die Verluste des Kunden sind der Gewinn des Buchmachers.

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Nach dem Poker-Boom: Der Sportwetten-Boom ist bereits in vollem Gange

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die Grauzone

Der Poker-Boom ist gerade abgeebbt.

In einer spannenden Reportage von Deutschlandradio Kultur wird die Entwicklung des Poker-Booms der Jahre 2007 bis 2011 den aktuellen Entwicklungen im Glücksspiel gegenübergestellt. Die Milliardenumsätze der ausländischen Buchmacher sprechen eine deutliche Sprache: Der Sportwetten-Boom ist bereits in vollem Gange. Schätzungen gehen von fünf bis sieben Milliarden Euro Jahresumsatz der Sportwettenanbieter aus, je nachdem ob auch der Schwarzmarkt miteinberechnet wird oder nicht.

Während des Poker-Booms spielten immer mehr Menschen online gegeneinander. Auch hier wurde und wird zum Teil um sehr hohe Geldbeträge gezockt. Die Hochzeit der privatwirtschaftlichen Anbieter von Online-Poker ist allerdings definitiv vorbei. Der Hintergrund: Vergleichsweise wenige Spieler sind sehr, sehr gut geworden und haben nicht selten den Weg zum Poker-Profi eingeschlagen. Die meisten anderen Spieler sind reine Freizeit- und Gelegenheits-Zocker geblieben und haben gegen psychologisch versierte, mathematisch denkende und sehr erfahrene Gegner kaum eine Chance. Noch schlechter ergeht es neuen Spielern, die erst jetzt Online-Poker für sich entdecken. Als Neulinge tun sie sich selbst gegen die Freizeit- und Gelegenheits-Zocker schon schwer und verlieren meist in wenigen Runden ihren kompletten Einsatz. Poker ist juristisch gesehen dazu eher ein Geschicklichkeitsspiel mit Zufallskomponenten als ein reines Glücksspiel (z. B. Würfeln, Spielautomaten). Dementsprechend hat man als Spieler mehr Einfluss auf das Spielgeschehen.

 

Thema „Sportwetten“: Die SZ ist immer einen Blick wert

Sehr häufig – und auch sehr fachkundig – berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) über Sportwetten. Die Themen „Suchtverhalten“ und „Rechtslage“ stehen dabei im Mittelpunkt. Regelmäßig gibt es aber auch interessante Artikel und Reportage zum Themenkomplex „Risikobereitschaft“. Neuerdings zieht auch das Thema „Spielsucht bei Migranten“ größere Kreise in der Presse: Unter anderem hat auch schon die Bild-Zeitung berichtet. Nachfolgend ein Überblick über die gebotene Themenvielfalt in der SZ:

Thema: „Rechtslage“
Wie der Staat an illegalen Sportwetten mitverdient
Sportwetten in der Grauzone
Wetten: Der lange Weg aus der Grauzone
Sportwetten – beliebt, aber verboten!
Sportwetten: Das Spiel ist aus

Thema: „Risikobereitschaft“
„Reden wir über den Reiz von Sportwetten“
Vernunft und Risikobereitschaft: Ablasshandel mit der eigenen Psyche
Hormone und Verhalten: Testosteron macht risikofreudig

Thema: „Suchtverhalten“
Frag ein Klischee: Was hast du durch deine Spielsucht verloren?
Gesundheit: Wenn Glücksspiel süchtig macht

Thema: „Spielsucht bei Migranten“
Suchtexperten sehen Flüchtlinge durch Sportwetten gefährdet

 

Die juristische Frage: Glücksspiel, Geschicklichkeitsspiel – oder eine Mischung?

Sportwetten: Rechtslage & Risikobereitschaft – Blick in die Grauzone

Bei Sportwetten scheiden sich die Geister bei dieser Frage noch. Einige Experten sehen Wetten auf Sportereignisse eher als Glücksspiel, bei dem auch mit Fachwissen und Mathematik nur wenig Einfluss genommen werden kann. Es gibt aber auch andere Meinungen, die das Wetten eher bei den Geschicklichkeitsspielen verorten. Mit den sogenannten Surebets (Surebet = sichere Wette) lässt sich zum Beispiel das Verlustrisiko bei Sportwetten komplett ausschalten. Allerdings sind solche Wettgelegenheiten rar gesät und werden von den Buchmachern in der Regel schnell vereitelt. Um im Sinne einer Arbitrage-Wette (ähnlich wie beim Börsenhandel) von einer Surebet-Quotenkonstellation zu profitieren, müssen dazu auch wieder hohe bis sehr hohe Einsätze getätigt werden. Hier gelangt man also schnell wieder zum Thema der Risikobereitschaft zurück. Sportwetten sind dazu auch nicht gleich Sportwetten. Es gibt nämlich Sportarten, die selbst schon sehr stark vom Faktor „Zufall“ bestimmt werden, allen voran der beliebte Fußballsport.

Bei strukturierteren Sportarten mit mehr Treffern im Spielverlauf wie Basketball oder Handball stellt sich die Lage etwas anders dar. Bei diesen Spielen gleichen sich glückliche Treffer und unglückliche Aktionen über den Spielverlauf besser aus. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Fußballspiel fallen selten mehr als 4 Tore für beide Mannschaften zusammen. In einem Basketballspiel fallen so gut wie immer mehr als 120 Punkte, selbst im europäischen Basketball mit seinen kürzeren Spieldauern. Im Handball sind Ergebnisse von 30:27 die Regel und nicht die Ausnahme. Dementsprechend lassen sich bestimmte Sportarten für den Spieler leichter vorhersagen. Durch seine in die Quoten eingerechnete Gewinnmarge gewinnt langfristig aber auch hier der Buchmacher. Die Buchmacher-Quoten stellen also nicht die tatsächliche Eintrittswahrscheinlichkeit dar, sondern sind die tatsächliche Eintrittswahrscheinlichkeit abzüglich der gewünschten Gewinnmarge des Buchmachers.

Ausblick: Sportwetten im Jahr 2017

Der Markt der privaten Sportwetten ist also, aus verschiedenen Gründen, in Deutschland bis heute in weiten Teilen nicht ordnungsgemäß reguliert. Der ursprüngliche Plan war: Die Liberalisierung des Marktes für Sportwetten sollte den Schwarzmarkt eindämmen und Steuereinnahmen aus lizenziertem Glücksspiel sichern. Die Folge des unkoordinierten Vorgehens in der Glücksspielkontrolle: Es gibt immer noch zwei Märkte, einen regulierten und einen nicht regulierten. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung steht allerdings eine nachhaltige und dann auch endlich EU-Rechts-konforme Reform der deutschen Glücksspielgesetzgebung unmittelbar bevor. Auch 2017 wird in Sachen Sportwetten und Risikobereitschaft also sicher spannend werden!

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