Die Europameisterschaft in Deutschland steht in den Startlöchern. Wir versorgen euch auf dieser Seite täglich mit erstklassigen EM 2024 Quoten und Tipps, professionellen Analysen und Einschätzungen.

Unser Tipp-Widget bietet euch wissenschaftlich berechnete Tipps für Über/Unter-Tore und Ecken, während unser „Wett-Opa“ Dirk Paulsen euch exklusive, detaillierte Analysen und 1×2 Tipps liefert.

Datum Spiel Wettmarkt % Quoten
Dirk Paulsen

EM Tipps & Analysen vom „Wettopa“

Dirk Paulsen

Dirk Paulsen ist Sportwetten-Experte mit mehr als 30-jähriger Erfahrung. Er hat u.a. die Software betty.works entwickelt, wird hier für euch täglich exklusive Tipps & Analysen liefern und ab 16 Uhr auf seinem twitch-Kanal zur EURO 2024 streamen.

EM 2024 – Vorschau erster Spieltag (16. und 17.6.24)

Text vom 11.6.2024

tipico Quoten vom 11.6.2024 (Änderungen sekündlich möglich).

Polen – Niederlande

betty´s Quoten, auf 100% berechnet (die Summe der Kehrwerte dieser drei Zahlen ergibt 1 oder eben 100%).

Zum Vergleich hier die Quoten der eigenen Software betty, zunächst für die Paarung Polen – Niederlande. Wie sich auch über die Langzeitwetten herausstellt (AUF Niederlande) ist es hier nicht möglich (und auch nicht erwünscht), gegen die Niederlande zu spielen. Man könnte es auch so ausdrücken: der Markt stimmt für die Paarung selbst mit den eigenen Einschätzungen überein. Das bedeutet aber zugleich, dass die Langzeitchancen für die Niederlande vermutlich vom Anbieter tatsächlich überbezahlt sind. Bedeutet für diese Paarung also: besser kein Tipp.

Falls man übrigens ein paar Gedanken bezüglich der over/under Wetten hören möchte: wenn man überhaupt etwas spielen kann, dann ist es das “under”. Fußball schauen und hoffen, dass es langweilig wird, macht niemandem Spaß. Wer also mag, kann dennoch geringfügigen Value finden auf die under. Im Beispiel für diese Paarung hier: der Markt zahlt eine 1,86 auf das under 2,5 Tore. betty berechnet eine 1,84 als faire Quote. Von echtem “value” kann also keine Rede sein.

Slowenien – Dänemark

Mit ziemlich geringem value könnte man hier über Slowenien nachdenken (5,05 anstatt 4,52 fair). In dem Falle ist es so, dass laut Langzeitwetten SOWOHL Dänemark ALS AUCH Slowenien auf den Gruppensieg indiziert sind (Dänemark 5.3 Markt von 4.34 fair, Slowenien 15.0 Markt von 10.15 fair). Insofern hätte man im Grunde eine dem Markt ähnliche Einschätzung auf die beiden Teams.

Die 3,61 fair auf das X sind knapp unter Marktquote von 3,59. In der Summe käme aber heraus, dass gerade so dennoch das 1X indiziert wäre. Notwendig ist es nicht, viel value ergibt es auch nicht, aber wem es gefällt, gerne.

Tipp Slowenien – Dänemark 1X @2,13 (faire Quote 2,01)

Serbien – England

Die Indikation auf Serbien ist absolut nachvollziehbar. Die eigenen Einschätzungen ergeben eine recht erhebliche Abweichung zum Markt, was die Stärke von England angeht. Im Verhältnis ist der value auf die direkte Paarung aber nicht einmal so überwältigend. In allen Langzeittipps geht es im Prinzip gegen England. Wenn man nun noch Serbien zusätzlich tippt (für weniger value), dann vervielfacht man nur das Risiko. Kürzer ausgedrückt: es ist so oder so schon ausreichend wünschenswert, dass England dieses Spiel NICHT gewinnt. Wer also den Tipps auf die Langzweitwetten gefolgt ist, der sollte hier lieber nicht nachspielen oder er sollte sich klar machen, was er damit für einen Effekt erzielt. Noch mehr Geld in Umlauf gebracht auf die ohnehin schon wünschenswerten Ereignisse. Dennoch hier die Tippempfehlung, mit konkreten Zahlen.

Tipp Serbien – England 1X @2,80 (faire Quote 2,30).

Rumänien – Ukraine

Die Indikation ginge hier Richtung Rumänien. Das ist im Grunde erstaunlich, da die Einschätzungen auf die Langzeitwetten ziemlich ähnlich sind. Es sind auch hier beide Teams auf den Gruppensieg indiziert (Rumänien mit einer 7,5 statt einer fairen Quote von 6,99 und Ukraine mit einer 5,0 von einer 4,98 fair; beides nur sehr knapp indiziert, aber immerhin). Wie man diese Abweichungen nun wieder erklären kann? Das kann nur daran liegen, dass der Markt mit den Werten auf den Gruppensieg nicht ganz richtig liegt. Aber das soll nicht unser Problem sein?! Ansonsten ist bei den Spielen ohne klare Favoriten (also keines der Top-Teams am Start) eher kein besonders großes Problem bei den Tipps/Einschätzungen zu finden. Wie viel besser soll denn die Ukraine sein?

Rumänien – Ukraine Tipp 1X @1,83 (faire Quote 1,58).

Belgien – Slowakei

Die Indikation kann nur in Richtung Slowakei gehen. Falls man ein Team jedoch in den Einstellungen überbewertet hat (also “man”, der Wettopa, der Autor), dann könnte es die Slowakei sein. In der Marktwertanalyse (bei https://www.transfermarkt.de/europameisterschaft-2024/teilnehmer/pokalwettbewerb/EM24/saison_id/2023) stehen sie auf Rang 21. Der Gesamtmarktwert ist mit 156,40 Millionen weniger als ein Drittel dessen von Belgien (584,5 Millionen) (Anmerkung: auch im eigenen Ranking steht die Slowakei auf Rang 21; also kein Unterschied).

Wobei ähnliche Vergleichswerte auch bei anderen Paarungen auftauchen würden (Deutschland 831 Mio gegen Schottland 207,4 Mio; das ist zwar das Vierfache aber die Quote ja auch entsprechend kleiner auf Deutschland). So einfach ist es aber nicht, mit dem “Geld Tore zu erzielen”.

Um in der alten Vergleichsform zu bleiben: bei den Langzeittipps sind sowohl Slowakei als auch Belgien indiziert (Belgien “nur” auf den Titelgewinn und das auch nur sehr knapp, mit einer 18.0 von einer fairen Quote von 17.06; aber immerhin; für die Slowakei gibt es eine 400 als Quote, fair laut Simulation ist 256.41). Man könnte also weiterhin diskutieren (Slowakei überschätzt, oder Slowakei etwas MEHR überschätzt als Belgien?). Man kann aber auch einfach nach dem herkömmlichen Verfahren vorgehen: es ist ein Außenseiter, es ist eine Indikation, es ist marktseitig ein klein wenig unlogisch (Langzeit gegenüber einzelner Partie), insofern ist es eben ein Tipp.

Belgien – Slowakei Tipp X2 @2.73 (faire Quote 2,49).

Österreich – Frankreich

Der Markt kommt hier mit einer 1.51 auf Frankreich Sieg. betty mit einer 1.82. Das ist schon eine recht erhebliche Abweichung. Der Tipp wäre insofern klar. Jedoch ist es hier auch interpolierbar. Österreich ist für die Langzeitwetten ständig indiziert (nur an dem einen Beispiel gezeigt: EM Titel ist die Quote 65, die faire Quote hingegen bei 49.75), während Frankreich nie und nirgends indiziert ist.

Man könnte hier also argumentieren, dass man ganz einfach Frankreich klar und deutlich unterschätzt hat. Nun gut, das ist aber das Prinzip. Nicht das, sie zu unterschätzen, sondern das weltweit auftretende Phänomen, welches zugleich Ursache ist. Zu viele Menschen antworten auf die Frage: “Wer wird denn nun Europameister?” mit “Frankreich.” All diese Menschen würden eben eher das wetten, was sie denken, was auch kommt, als dass sie sich am Prinzip der Quote gegenüber der Wahrscheinlichkeit orientieren. Intuitiv ist es auch nachvollziehbar: warum sollte man etwas wetten, wenn man gar nicht an das Eintreten glaubt? Beispiel so: “Ja, sicher hat Spanien auch eine Chance, aber ich glaube trotzdem Frankreich macht es.” Warum sollte der dies Äußernde nun auf Spanien wetten? Ködern müsste man ihn damit: “Spanien ist die Quote 9.0, Frankreich nur 5.0.” Aber das hätte nur eine geringe Überzeugungskraft. “Ich wette lieber auf das, was auch kommt.”

Wer das Spiel auslassen möchte (und nicht erneut gegen Frankreich antreten möchte), der ist herzlich eingeladen. Die Langzeittipps gehen so oder so schon gegen Frankreich. Insofern wäre ihr Nicht-Sieg bereits ein erheblicher Anschub der Gewinnchancen. Man muss es nicht weiter forcieren. Ansonsten der Tipp…

Österreich – Frankreich Tipp 1X @2.61 (faire Quote 2.22).

EM 2024 – Vorschau erster Spieltag (14. und 15.6.24)

Text vom 5.6.2024

In der Ansicht hier die Quoten von tipico für die ersten vier Spiele der EM.

Die fairen Quoten von unserer Software berechnet (man kann sich einen Gratiszugang sichern unter https://www.betty.works, allerdings ist die Simulation noch nicht zugänglich in der WebApp) sehen etwas anders aus. Wobei man erstaunlicherweise nicht so gigantische Unterschiede in den Quoten sieht, was die Chancen auf den Titelgewinn angeht. Die Chancenverteilung für die einzelnen Spiele ist jedoch zwingend korreliert mit der Chancenverteilung auf den Ausgang des Turniers. Falls Deutschland also tatsächlich den Quoten auf die Paarung entsprechende Siegchancen gegen Schottland hätte, dann müssten zwangsläufig die Quoten auf den Titelgewinn größer sein. Es sei denn, man hätte nun ausgerechnet Schottland total falsch eingeschätzt. Jedoch ist dies auch anhand der Langzeitquoten für sie nicht ersichtlich. Abgesehen davon, dass dieses aufgezeigte Phänomen keineswegs nur die Paarung Deutschland – Schottland betrifft.

Auf gut Deutsch: die Quoten für die Spiele im 1X2-Markt sind im Grunde “offensichtliche Marktfehler”. Wohl dem, der über diese Simulation verfügt. Von daher ist das “offensichtlich” mal ein wenig dahingestellt. “Offensichtlich” ist es in dem Moment, wo man eine HOHE Übereinstimmung bei der Berechnung der Langzeitwetten findet, hingegen eine GERINGE Übereinstimmung, was die Quoten für die einzelnen Paarungen angeht.

Woran das liegt? Nun, die Marktteilnehmer, die sich keineswegs nur in verschiedene Typen von “Freunden des gepflegten Sportwettens” unterteilen, sondern sämtliche Trittbrettfahrer, Großspieler, Anbieter, Schnäppchenjäger, Möchtegern-Profis und auch tatsächliche Profis (von allen verschiedenen Levels) und gerne auch der gediegene und erfolgreiche Hobbyspieler, haben jeder einzelne “ihre eigenen Sorgen”. Heißt: sie machen keineswegs allesamt sinnvolle Umsätze. Die Spiele spielt man eben so, wie man meint, dass sie ausgehen. Und durch die Vielzahl von “Nur-auf-Großereignisse-Wettenden” werden dann die Favoriten “überwettet”. Hier wird nicht auf eine Korrelation geachtet, die man ohnehin nicht ersehen könnte.

Fassen wir uns kurz: man kann einfach nur Schottland auf X2 spielen. Die Quote hier (nicht im Screenshot zu sehen) auf die Doppelchance liegt bei 3,90. Wenn man davon die Gegenquote berechnet (ein wichtiges Prinzip, welches man dringend erlernen sollte) ist eine 1,35. Das bedeutet, dass man auf den Sieg von Deutschland diese Quote bezahlt. So, als ob man selbst Wettanbieter wäre und dem Kunden anstatt der “dreisten” 1,27 nun eine 1,35 anbietet. In unserer Software ist die faire Quote bei 1,67. Und selbst wenn man hier einige Korrekturannahmen trifft, dann bleibt das noch immer fetter Value.

Tipp Deutschland – Schottland X2 @3,90 (faire Quote 2,50)

Bei der Paarung Spanien – Kroatien ist die Sache nicht mehr ganz so eindeutig. Die Quote auf die Aussage “Spanien gewinnt nicht”, exakt entsprechend der Aussage “Kroatien verliert nicht” ist bei der doppelten Chance auf X2 (eine weitere Entsprechung) bei 2,05. Die faire Quote liegt nach unseren Grundeinstellungen (die sicherlich diskutabel sind, aber doch zu den Langzeitberechnungen führen, die in etwa den Marktchancen entsprechen) liegt bei 1,88. Ja, man hätte also value, aber längst nicht so viel wie bei der anderen Paarung. Hier könnte man durchaus anführen, dass Spanien zwar nicht mehr ganz die Großmacht ist wie bei ihren Titelgewinnen (WM und EM), aber doch zu den Mitfavoriten gehören, während Kroatien derzeit keine ganz so starke Mannschaft aufstellen kann. Allerdings kompetitiv sind sie sicherlich erneut. Insofern auch hier:

Tipp Spanien – Kroatien X2 @2,05 (faire Quote 1,88).

Bei der Partie Ungarn gegen Schweiz gibt es eine hohe Marktübereinstimmung. Das heißt: hier könnten wir guten Gewissens eigentlich gar nichts empfehlen. Der Außenseiter wird irgendwie auch respektiert (Ungarn) und ist auch gar nicht so sehr Außenseiter.

Bei Italien gegen Albanien tritt das bekannte Phänomen wieder auf. Nach Langzeitquoten könnte man sogar Italien tippen auf EM-Sieger (mit minimalem Value), aber in der Paarung hier soll man GEGEN sie spielen? Das wäre in gewisser Weise unlogisch. Das liegt aber nicht an den eigenen Berechnungen, es liegt eher an dem genannten Marktparadoxon. Insofern auch hier ein Tipp:

Italien – Albanien Tipp X2 @3,20 (faire Quote 2,54).

EM 2024 – Vorschau allgemein

Text vom 4.6.2024

Die EM 2024 steht vor der Tür. Zeit, nun endlich mal genauer hinzuschauen, was man so alles Schönes wetten kann? Meist ist es so, dass erst alle nationalen Wettbewerbe beendet sein müssen, dann auch noch alle (nationalen und internationalen) Finalspiele inklusive der Play-offs (Auf- oder Abstiegs-, sowie Qualifikationsentscheidungen), bevor die eigentliche Vorfreude einsetzt, möglicherweise für den wahren Wett-Enthusiasten natürlich auch die Beschäftigung mit den Quoten oder die tatsächliche Ausarbeitung der Wetten.

Der engagierte Wettfreund wird vor dem Wettbewerb meist so herangehen: “Wer wird denn nun Europameister?” Nun ja. Diese einfache Fragestellung wird man nicht nur stellen, wenn man nach ertragreichen Wetten sucht. Die Frage stellt sich europa-(bis welt-)weit so gut wie jeder auch nur entfernt Fußballinteressierte. Genau das macht den Spaß, die Spannung, den Unterhaltungswert (besonders) aus. Es wird ein Sieger gesucht in einem sicherlich weltweit ausgestrahlten Wettbewerb, der sich für die folgenden vier Jahre “Europameister” nennen darf. Abgesehen von weiteren Folgeehren und dem Eintrag in die Geschichtsbücher.

Für etliche Spieler ist ein solcher Wettbewerb die ganz große Bühne, auf welcher sie nun “vorspielen” dürfen, wodurch sie ihre Karriere so richtig in Schwung bringen können. Wer hier groß aufspielt, kann mit guten Angeboten rechnen und seinen Marktwert erhöhen. Aus Sicht des “gewöhnlichen” Fans ist es meist so, dass ein solcher dem Land die Daumen drückt, dessen Staatsbürgerschaft er innehat.

Aus Sicht des erfahrenen Wettfreundes wäre es eher die Suche nach “Marktfehlern” oder nach dem berühmten “Value”. Hier ist dennoch gelegentlich die Form von Subjektivität zu befürchten (und beobachtet), die da lautet: “Mein Heimatland hat dieses Jahr gute Chancen. Auf die wette ich!”. Hierbei vergisst man jedoch, dass man insbesondere im eigenen Land jeden einzelnen Spieler kennt und Woche für Woche spielen sieht, nein, es kommt hinzu, dass der Wunsch häufig der Vater des Gedanken ist und zudem die einheimischen Medien, die sich logischerweise Mühe geben, das eigene Volk bei Laune zu halten und sich zugleich gute Absatzmöglichkeiten versprechen von positiven Vorberichten, für einen möglicherweise unrealistischen “Chancenboost” sorgen.

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Generell gilt hier immer der Hinweis: man sollte versuchen, alle subjektiven Kriterien oder Überlegungen möglichst auszublenden, wenn man value sucht. Einfach ist es nicht, aber irgendwo doch erforderlich.

Wobei keineswegs etwas einzuwenden ist gegen den leidenschaftlichen Spaß-Wetter, der einfach nur das wetten möchte, was im Einklang mit seinen Emotionen steht. Wobei es hier sogar den Gegenentwurf hier und da anzutreffen gibt. Dieser wettet insbesondere GEGEN sein Team mit dem Hintergedanken: wenn mein Team gewinnt, freue ich mich so oder so. Wenn es verliert, habe ich immerhin etwas Geld gewonnen, als “Trostpreis”.

Man dürfte bei der Suche nach guten Tipps sicherlich immer ein wenig den einen Außenseiter ins Auge fassen, bei dem man sich eine Überraschung vorstellen kann. Um nun doch endlich mal etwas konkreter zu werden.

Gerade im deutschsprachigen Raum könnte man sich in diesem Jahr vorstellen, dass Österreich eine gute Rolle spielt? Die Qualifikation lief einwandfrei und auch diese Spieler kennt man gut, allein dreizehn Spieler verdienen ihre Brötchen in der deutschen Bundesliga, einige aber auch in der Serie A in Italien oder der Premier League in England. Sie sind also durchaus “kompetitiv” und die Ergebnisse so gut wie kaum je zuvor.

Derartige Überlegungen könnte man jedoch durchaus für etliche andere Teams anstellen. Ukraine als Außenseitertipp? Georgien vielleicht? Polen? Dänemark? Man kann sich sein “dark horse” im Grunde frei wählen, sobald man gute Gründe dafür gesucht, gefunden, angehäuft hat.

Um etwas konkreter zu werden: in der eigens angefertigten Software steht eine Simulationsfunktion zur Verfügung, mit welcher man die EM einfach 10.000 Mal (das sollte reichen und dauert nur Minuten) durchgespielt hat. Die Ergebnisse findet man weiter unten und sind mit den gängigen Marktquoten (tipico als Repräsentant) verglichen, wobei das weiter oben erläuterte kleine “Problem” hier zutage tritt (wenn, dann Außenseiter …).

Zu den Voraussetzungen einer solchen Simulation sei erläutert, dass eine solche nur durchführbar ist mit möglichst guten Input-Daten. Diese Daten jedoch sind nicht einfach so “gut”. Es gibt einige Parameter, die das Programm benötigt. Dies sind selbstverständlich die Spielstärken der Teams, aber eben auch so etwas wie ein “allgemeiner Toreschnitt”. Einen Heimvorteil hingegen, wie in Ligaspielen üblich, gibt es hier nicht in dem Sinne. Dieser wäre ohnehin nur für Deutschland “relevant”, kann aber hier einfach in die Spielstärke eingerechnet werden und somit ist er hinfällig als allgemeiner Parameter. Der Unentschiedenfaktor ist ein weiterer, aber eher untergeordneter Parameter, der lediglich ein klein wenig die Unentschiedenhäufigkeit steuert, was aber insgesamt einen geringen Einfluss auf die Ausgangswahrscheinlichkeiten des gesamten Wettbewerbs (und aller “wettbaren” Ereignisse) hat.

Der Toreschnitt, um mit einem solchen anzufangen, ist ein schwer nicht so einfach zu ermittelnder Wert. Man muss hier berücksichtigen, dass bei einer EM – anders als im Ligabetrieb – nicht alle Teams gegeneinander spielen und es etwa alljährlich ein solches Großereignis gibt. Heißt: man hat nur wenige klare Anhaltspunkte. Man könnte es am weltweiten Toreschnitt (und der Entwicklung desselben) orientieren oder eben an Vorgänger-Großturnieren. Wobei hier zusätzlich eine Unterscheidung zu treffen wäre zwischen den Gruppenspielen und der k.o.-Runde.

Hier sieht man nämlich ebenfalls eine gewisse Entwicklung. Allerdings könnte man die höhere Durchschnittsanzahl von Toren in den Gruppenspielen auch auf die höheren Leistungsunterschiede zurückführen. In den k.o.-Spielen spielen eben nur die Besten gegeneinander. Allerdings ist hier auch häufiger ein Taktieren zu beobachten, sowie klammere (weniger auf Tore ausgerichtete)Schiedsrichterentscheidungen (“Wenn ich hier einen Elfer gebe fällt ein Tor und nachher scheidet noch einer aus und ich bin schuld… lieber kein Elfer…”), die diesen Toreschnitt leicht senken können.

Wie man sieht: es ist nicht ganz einfach und es gibt nicht die Werte, die “objektiv richtig” sind. Hier setzt man als Autor auf eine jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit solchen Parametern und hat letztendlich bei den meisten großen Turnieren auch erfolgreich abgeschnitten. Es sollte nur mal angesprochen werden, dass es einige Parameter gibt, die man versorgen muss und die mitverantwortlich für möglichst gute, realistische, Simulationsergebnisse.

Hauptausschlaggebend sind natürlich die Spielstärken der Teams, die sich unterteilen in die Offensiv- und die Defensivstärke. Durch diesen Kunstgriff meisterlicher Hand (Reinhard Mey in “Ich bin Klempner von Beruf…”) gelingt es jedoch spielend leicht, die Spielstärken zweier gegeneinander antretender Teams in Torerwartungen für dieses Spiel umzusetzen. Des einen Teams Offensivstärke wird verrechnet mit Gegners Defensivstärke (in beide Richtungen). Die so berechneten Torerwartungen können in der Folge in Ausgangswahrscheinlichkeiten für ein Spiel umgesetzt werden. In einer Simulation wird das Spiel einfach diesen Torerwartungen gemäß simuliert und der gesamte Wettbewerb dann 10.000 Mal simuliert, mit jedem einzelnen Spiel.

So viel erstmal zu allgemeineren Überlegungen zur Simulation und den gewissen, zu schaffenden Voraussetzungen, dass man auch realistische Ergebnisse herausbekommt. Konkret gibt es jedenfalls auch ein Ranking der Teams. Das eigens verwendete (welches durchaus anpassbar ist und man könnte von der Möglichkeit Gebrauch machen, falls es einem opportun erscheint) Ranking sieht man hier. Die Darstellung ist nun in Form eines einzelnen Wertes, welcher sich bildet als Quotient aus den erwarteten zu erzielenden Toren pro Spiel dividiert durch die erwarteten Toren, die das Team pro Spiel kassiert. Falls man das im Ligabetrieb nachvollziehen möchte: man teile einfach die erzielten Tore durch die kassierten, das ergibt diesen Wert und macht ihn somit auch vergleichbar. Wenn der Quotient über 2.0 ist, dann ist man an der Spitze, wobei Bayern München, Real Madrid, Manchester City (oder “the likes”) meist einen besseren Torquotienten als 2.0 haben.

Man kann über jeden einzelnen Wert hier “diskutieren”. Klar ist, dass es dieses oder jenes anerkannte “objektive” Kriterium gibt. Jedoch ist es gar nicht so sehr das Ziel, objektiv alles richtig zu haben. Das ist im Konzept der Quoten und Wahrscheinlichkeiten ohnehin unmöglich (“Wer gewinnt hat recht”; Otto Rehhagel), aber eben auch gar nicht wünschenswert. Schottland besser als Türkei? Italien vor Belgien? Deutschland auf 3? Zum Beispiel sei hier auch noch auf die Marktwerte verwiesen, die EIN Kriterium darstellen, aber keineswegs damit ein verlässliches oder objektives. Manche mögen es oder nehmen es zur Orientierung, andere belächeln es und erklären es für nutzlos.

(Quelle: https://www.transfermarkt.de/europameisterschaft-2024/teilnehmer/pokalwettbewerb/EM24/saison_id/2023)

Das eigene Ranking weist gewisse Ähnlichkeiten auf, ist aber hier und da auch deutlich abweichend. Die “Stärke” von Georgien beruht zum Beispiel zu einem Gutteil auf Kvisha Kvaratskhelia, der eine überragende Saison bei Napoli hatte (22/23), aber nun eine sehr mäßige spielte mit dem Titelverteidiger (Rang 10 am Ende in 23/24). Wie gut ist er wirklich? Wie sehr kann er das höhere Ranking von Georgien im Marktwert rechtfertigen?

Um ein Gegenbeispiel beziehungsweise ein alternatives, bemüht objektives Kriterium (das Bemühen besteht auf Seiten des Erstellers…) anzuführen sei die Weltrangliste in Auszügen gezeigt:

(Quelle: https://inside.fifa.com/de/fifa-world-ranking/men)

Hier fehlen etliche Europäer, aber Belgien liegt auf 3, um nur ein Beispiel zu geben. Wer sich darauf verlassen sollte, bekäme mit der Simulation total andere Ergebnisse heraus, sofern er dieses Ranking einpflegen sollte (Belgien vor England).

Erwähnt sei noch, dass es neben der reinen Rangliste der Teams zugleich um eine Abstufung ginge. Also wie groß sind die Unterschiede? Hier geben sowohl der Marktwert als auch das FIFA-Ranking eine gewisse Antwort, die aber dennoch zunächst noch in Zahlen umgesetzt werden müsste.

Im eigenen Ranking sieht man jedoch die gewisse Abstufung, dass es in Europa denn doch die großen 8 gibt (um Belgien zuletzt erweitert, die früher eher nicht dazu gehörten) und die (vorsätzlich nicht sortierten!) üblichen Verdächtigen: Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, Portugal, England, Niederlande, die sich dann doch ein Stückchen abheben vom Rest, wobei gelegentlich Kroatien auch deutlich näher dran war (oder gar dazugehörte?).

Dies war jetzt eine Menge Theorie, nun soll trotzdem noch wenigstens mal gezeigt werden, wie sich das durch eine solche Simulation darstellt, zumindest auf die Titelgewinn Chancen und im Vergleich den Marktquoten umsetzt:

Jedes Team mit der Anzahl der Titelgewinne in 10.000 Versuchen, danach in Prozent und am Ende mit der fairen Quote, als Kehrwert der Prozente (oder auch die Anzahl der Simulationen geteilt durch die Anzahl der Titelgewinne). Diese fairen Quoten kann man nun mit den Marktquoten vergleichen:

(Quelle: https://sports.tipico.de/de/alle/fussball/em-wetten?mode=tc)

Schauen wir nur auf die Siegquoten. England fair 7,73, tipico 4,0. Nicht spielbar. Klar. Frankreich fair 6,41, tipico 5,0. Näher dran, aber nicht spielbar. Deutschland fair 8,28, Markt 6,50. Natürlich auch nicht spielbar. Portugal 9,8 fair, Markt 8,5. Immerhin: noch etwas näher dran. Spanien 8,38 fair, Markt 9,0. Hier könnte man erstmals sogar “zuschlagen” und Spanien zum Schnäppchenpreis von 9,0 einkaufen, mit kleinem value. Hierzu sollte man Spanien aber “mögen”  und sie ähnlich gut finden wie im Ranking angegeben.

Über Niederlande (wie auch in der Vorschau schon im Januar angegeben) könnte man sehr wohl nachdenken, die Simulation ändert nichts daran: fair 11,7, tipico zahlt eine 18,0. Sogar Belgien wäre knapp indiziert (18 statt fair 17,06), Italien ebenso (15,0 statt fair 14,33), aber echter value liegt hier nicht.

Kroatien wäre, wie auch in der Vorschau angegeben, ein betrachtenswertes “dark horse”, man bekommt eine 40,0 statt der fairen 30,67. Das wäre ein Tipp für den Mutigen, denn selbst eine 30,67 kommt eben nur zu 3,26%. Also recht selten, wenn lohnt es aber.

Österreich wäre kein Fehler, da man 50,0 statt 49,75 bekommt. “value” ist anders, aber wer es mag?

Hallo liebe Leute, mein Name ist Dirk Paulsen, vielen auch bekannt als der "Wettopa". Schon seit einer gefühlten Ewigkeit widme ich mich der Erforschung und Anwendung von statistischen Modellen, um die Wettdynamik, insbesondere im Fußball, zu verstehen und vorherzusagen. Meine Reise begann als leidenschaftlicher Sportfan, der von der Komplexität und Unvorhersehbarkeit des Spiels fasziniert war. Doch bald erkannte ich, dass hinter dieser scheinbaren Unberechenbarkeit Muster und Trends liegen, die durch sorgfältige Analyse entschlüsselt werden können.