US-Wahl 2020

Und was konsumierst du so für Quellen um Sanders als Hardcore-Kommunisten zu bezeichnen? In Europe nennt man so jemanden Sozialdemokrat. Warren ist sowieso aus dem Rennen, Bloomberg hat nur die Medien und gekaufte Leute hinter sich aber keine Fangemeinschaft, Biden wird nie in der Lage sein Enthusiasmus im demokratischen Lager zu entfachen und hat bei jüngeren Personen und Latinos keine Chance. Daher hat nur Sanders als einziger Demokrat Chancen gegen Trump. Hinter keinem Kandidaten steht so eine große Gemeinschaft, über 1,5 Mio. indidviduelle Kleinspender, Millionen Leute die auf die Straße gehen. In New Hampshire hat das Sanders Team an 25% ALLER Häuse geklopft. Das ist die einzige Chance gegen Trump, ein richtiger Gegenpol der die Massen mitzieht. Mobilisierung ist in der USA alles, und da wird Trump wieder seine eingefleischte Fangemeinde zur Urne bringen. Auch inhaltlich hat Trump nicht viel gegen Sanders auszurichten, denn Mindestlohn, Gesundheitsvorsorge, Umverteilung haben eine (teils große) Mehrheit. Was soll der da bitte in den Diskussionen für Punkte bringen außer "but Venezuela" und "socilism destroys this country".
Man darf nicht vergessen, dass in den USA sich weniger als 2/3 als Demokraten bzw. Republikaner sehen. Sanders staubt daher auch bei vielen Independents, Grünen, etc. ab. In Umfragen liegt er 5% vor Trump, in den wichtigen States die Hillary verloren hat (wie Pennsylvania, Wisconsin, Michigan) und die ihr auch die Präsidentschaft gekostet haben, ist Sanders immer vor Trump und mit Abstand der beste Demokrat. Die Quote auf Trump war gut, denke es wird ziemlich knapp. Aber wenn die DNC Sanders nicht mit allen Mitteln verhindern und Trump beim Coronavirus sein nicht vorhandenes Krisenmanagement zeigt (und die Börse+Wirtschaft entsprechend reagieren) ist Sanders @4 die einzig spielbare Quote. Ich hab 5 Einheiten investiert.
Am Dienstag wissen wir mehr :)
 
Groucho
sry dass ich hier nochmal normal poste, sind nicht mehr als 250 Zeichen für Kommentar erlaubt.

Kannst du das auch begründen? 2016 hat Hillary Michigan um 11.000, Wisconsin um 23.000, Pennsylvania um 44.000 und Minnesota um 45.000 Stimmen verloren. Das sind summiert 56 Stimmen fürs electoral college und damit mehr als Kalifornien. Das ist nämlich der entscheidende MidWest (pennsylvania gehört natürlich nicht dazu).
Das war so unglaublich knapp und hat die Wahl entschieden. Nur als Vergleich, Hillary hat in New York alleine über 1,7 Mio. Stimmen mehr bekommen. Aber NY hat ihr trotzdem nur 29 Stimmen gebracht.
Sanders spricht doch Arbeiter in dem Raum viel mehr an als Hillary. Auch die neuesten Umfragen (von vor 10 Tagen,university of wisconsin) sagen folgendes vs Trump: Sanders +2 in Pennsylvania, +7 in Michigan, +9 in Minnesota (war bis Hillary gekommen ist seit 1972 in demokratischer Hand, sie war hier nicht einmal wahlkämpfen) und +2 in Wisconsin. Er ist auch in allen Demokratischen Primaries favorit in diesen States.

Naja von den 44 Präsidenten hatten allerdings auch nur 20 eine 2. Amtszeit, wobei der Amtsbonus sicherlich zu berücksichtigen ist. Denke die Lebensrealität vieler ist entscheidender als Wirtschaftskennzahlen. Was bringt es tolle Börsenkurse und Umsätze zu haben, wenn über 50% der Amis keine Aktien halten und 78% der Arbeiter paycheck to paycheck leben? Aja Börse hat übrigens die Woche größte Verluste seit der Finanzkrise gehabt, Corona sei dank. Wie soll so ein schwachmat wie Trump sinnvolle Maßnahmen gegen Corona einführen, wenn er für die zuständigen Behörden ständig die Mittel kürzt und das Gesundheitssystem marode ist? In Florida hat sich die Woche jemand auf Corona testen lassen, nachdem die Person Grippesymptome hatte und vor kurzem in China war. Der Test fiel negativ aus, das Krankhaus stellte eine Rechnung von 3000 USD aus. 3000 Dollars für nen test der im öffentlichen Interesse sein sollte. Na da will ich sehen wie viele sich in Zukunft testen lassen wollen...

Also wenn das für dich absolut chancenlos ist?
 
Hoppsa, hier geht’s ja rund.

Erst einmal zum Wettkram:

Biden hat wie erwartet in South Carolina gewonnen, nicht erwartbar war allerdings der Abstand zu Sanders von ca. 30 Prozentpunkten. In den letzten Tagen hatte sich schon ein deutlicher Sieg abgezeichnet, aber da war eher eine Spanne von 10-15 Punkten zu erwarten. Dass es jetzt so deutlich geworden ist, hat natürlich Implikationen für das weitere Rennen. Bis Dienstag wird in den Medien Bidens Comeback ein beherrschendes Thema sein, und das bringt natürlich ordentlich Rückenwind für seine Kampagne. Scheint so, als sei die Strategie von Camp Biden aufgegangen bzw. als habe die berühmte Firewall gehalten.

Wenn bis Dienstag nichts Bedeutendes mehr passiert, dann läuft es tatsächlich auf den Dreikampf Sanders, Biden, Bloomberg hinaus, den ich neulich erwähnt habe. Ich glaube, in der jetzigen Konstellation gibt es für die Wähler zwei zentrale Fragen: wer hat überhaupt noch Chancen auf die Kandidatur und zweitens, wer von denen hat die besten Chancen gegen Trump. Buttigieg hat heute schon zurückgezogen (ganz unbescheiden: ich hatte vor Wochen schon auf die Feinheiten des Kalenders hingewiesen Es war absehbar, dass Buttigieg in Iowa udn NH gut abschneiden würde, er dann aber in Nevada und South Carolina schlecht abschneidet. Das gilt so auch für Klobuchar). Auch Klobuchar und Warren dürften am Dienstag unter „ferner liefen“ landen. Warren hat immer noch z.T. ganz gute Umfragewerte in Texas und Kalifornien (den beiden größten Staaten am Dienstag), aber das dürfte bis Dienstag noch schmelzen. Und wenn man den Umfragen glauben kann, hat sie sogar Probleme Massachusetts, ihren Heimatstaat zu gewinnen. Auch Klobuchar hat in ihrem Heimatstaat Minnesota Probleme.

Was ab Dienstag die dominierende Rolle spielen wird ist die Frage, wer bis dahin wie viele Delegierte gesammelt hat – und da werden sowohl Warren als auch Klobuchar unter dem Strich einfach zu wenig vorzuweisen haben und folgerichtig ausscheiden (von Warren heißt es, sie wolle auf jeden Fall durchziehen, aber da glaube ich nicht dran).

Für das Biden- und das Bloomberg-Lager ist es aber tatsächlich sogar günstig, wenn Klobuchar und Warren noch bis Dienstag im Rennen bleiben, auch wenn sich abzeichnet, dass sie keine Chance mehr haben. Und zwar deshalb weil sie damit Sanders Anteil in Minnesota und Massachusetts vermindern, die er sonst relativ klar gewinnen würde.

So wie es ausschaut schneidet am Dienstag Sanders gut ab (wird wohl u.a. in Vermont, Colorado, vermutlich in Texas und in Kalifornien Erster werden und sonst gute Platzierungen erreichen), ebenso Biden (wo er genau Erster wird ist nicht ganz klar, vermutlich Virginia, North Carolina, Alabama, Tennessee, Arkansas, ansonsten jeweils gute Platzierungen zu erwarten).

Die große Unbekannte am Dienstag ist, wo Bloomberg landet. Biden und Bloomberg fischen im gleichen Teich, dem Lager der Moderaten und Auf-jeden-Fall-Trump-schlagen-Wähler. Bloomberg ist nur deshalb ins Rennen eingestiegen, weil er es Biden nicht zugetraut hat (aus guten Gründen, wie wir gesehen haben), das ist die einzige Legitimation für seine Kandidatur. Ob dieses Argument gerade in dem Moment noch zählt, wo Biden einen Re-Start hinlegt, wird sich zeigen. Gut möglich, dass die ganze Kandidatur in sich zusammenklappt. Genauso gut möglich aber, dass er trotzdem immer noch ganz gut abschneidet. Er wird wohl nirgendwo Erster, könnte aber jeweils gute zweite und dritte Plätze machen und am Ende im Delegate-Count an dritter Stelle stehen. Was man im Augenblick nicht genau abschätzen kann ist a) für wen sich die Buttigieg-Wähler jetzt entscheiden, Biden oder Bloomberg, b) wie stark der Rückenwind für Biden wirklich ist, South Carolina hat in seiner Demographie sicher eine Ausnahmestellung, c) wie sich Bloombergs Organisation auswirken wird, der Typ hat in jedem Bundesstaat jede Menge bezahlte Unterstützer, die Biden sich gar nicht leisten konnte - und das Ground Game spielt nunmal eine Rolle.

Wie auch immer Bloomberg abschneidet, wenn alles normal läuft, geben am Mittwoch Warren und Klobuchar ihren Ausstieg bekannt. Und dann ist halt die Frage, ob es ein Zweikampf Sanders vs. Biden oder ein Dreikampf Sanders vs. Biden vs. Bloomberg wird. So oder so, die Zahlen sagen, dass das Sanders-Lager kleiner ist als das moderate Lager. Ich glaube, früher oder später wird sich auch in der Delegiertenzahl niederschlagen, dass der progressive Flügel der Demokraten kleiner ist als der Moderate (einschließlich der taktisch motivierten Wählern, die Sanders keinen Sieg gegen Trump zutrauen). Das heißt, für mich läuft es darauf hinaus, dass entweder Biden oder Bloomberg der Kandidat wird. Selbst wenn bis zum Parteitag keiner von den beiden aufgibt, ergibt sich nicht automatisch, dass Sanders der lachende Dritte ist. Das wäre er nur, wenn er insgesamt 40%+ der Delegierten sammelt und damit legitimerweise Anspruch auf die Kandidatur erheben könnte, glaube ich nicht dran. Um sicher zu gehen, lege ich nochmal 2 Einheiten Bloomberg zu 17 nach (bei Bet365). Der Kurs ist seit der Debatte ordentlich gestiegen. Das Kalkül ist ja klar, egal ob Biden oder Bloomberg gewinnt, ich schließe mit einem satten Plus ab (allerdings muss ich hier und auch für mich persönlich erstmal gegenrechnen, dass ich bedeutende Einheiten auf O’Rourke und Warren gesetzt hatte …). Um das klar zu sagen, ich würde Bloomberg im Augenblick an und für sich nicht zu dem Kurs empfehlen, sondern nur, wenn man zuvor 3 Einheiten Biden für 17 (oder 15 oder so) gekauft hat. Wenn wider Erwarten aber doch Sanders das Rennen macht, habe ich schlicht eine ganze Menge Einheiten verbrannt …

Was die einzelnen Bundestaaten am Dienstag betrifft, sehe ich im Augenblick nichts, was eindeutig value hätte. Virginia habe ich ja schon empfohlen, da ist der Kurs inzwischen deutlich gedroppt. Texas geht normal an Sanders, aber jetzt nach dem Buttigieg-Ausstieg hat Biden da schon Chancen, aber 2,5 ist sehr mager. Wer gambeln will kann auf Sanders in Minnesota setzen für 2, das ist aus meiner Sicht aber tatsächlich eine 50/50-Nummer und insofern fair quotiert. In Massachusetts kann man vielleicht ganz mini Bloomberg zu 17 versuchen, aber das ist letztlich tatsächlich Gambelei.
 
Und zu den ganzen Diskussionen hier, na ja, das ist ja ein Wett- und kein Politforum hier. Nur soviel …

Wettbauer, wenn Du Sanders als Hardcore-Kommunisten siehst, lohnt sich eine Diskussion tatsächlich nicht. Für’s Protokoll möchte ich aber festhalten, dass ich einen Sieg der Demokraten nicht zu einer Quote von 1,X, sondern zu 2,2-2,25 empfohlen habe, ein ganz schöner Unterschied. Ich glaube tatsächlich, dass die Chance bei mindestens 50% liegt, selbst wenn Sanders der Kandidat sein sollte.

Generell muss man sagen und zugeben, dass die Demokraten keinen wirklich überzeugenden Kandidaten am Start haben dieses Jahr, keinen Clinton, keinen Obama. Unter dem Strich sind sowohl Biden, als auch Bloomberg als auch Sanders ziemlich schwache und unter normalen Umständen schlagbare Kandidaten, wie ich hier auch oft geschrieben habe. Bei Biden rutscht der Käse erkennbar vom Cracker, Bloomberg hat haargenau null Charme und Sanders lässt sich viel zu leicht als Radikaler brandmarken. Alle auch schon jenseits der 75, da weiß man dann auch nicht, welche gesundheitlichen Risiken da wohl drinstecken.

Dennoch, schaut man sich an, dass Trump trotz laufender Wirtschaft konstante Zustimmungswerte weit unter 50% hat, wie überzeugend die Demokraten die Kongresswahlen gewonnen haben, wie häufig (fast) alle Kandidaten in Umfragen vor Trump liegen, auch in den Swing-States, dann kann man die Chance der Demokraten schon bei 50%+ einschätzen. Wenn man jetzt noch eine sich womöglich abschwächende Wirtschaft und einen merkwürdigen Virus einrechnet … Wie gesagt, nichts ist hier sicher, Uncle Joe wirkt leider wirklich oft wirr, Trump ist sicher ein effektiver Wahlkämpfer, es gibt dieses lustige Phänomen, dass die Amerikaner nicht sehr gut darin sind, faire Wahlen zu organisieren (manipulierbare Wahlmaschinen, Voter-Supression usw.), die Russen mischen schon wieder mit usw. Aber wenn es normal läuft, ist 2,2 ein guter Kurs meiner Meinung nach.

Ich glaube tatsächlich, dass Corona ein Wendepunkt sein könnte. Trump hat massiv an der Gesundheitsvorsorge gespart und wichtiges Personal entlassen. Außerdem hat er neulich gefaselt, man müsste nur bis April warten, dann verschwindet das Ding wundersam von allein. Könnte gut sein, dass das der Augenblick ist, wo selbst ein paar Republikanern klar wird, dass der Typ zwar vielleicht unterhaltsam ist, man in solchen Zeiten aber jemanden braucht, der schlicht seriös regieren kann (wie z.B. Bloomberg …).

@LetsdoThis: Sanders hat seinen Charme und er wirkt auf seine Art natürlich sehr authentisch. Aber ich glaube, am Ende wird der trotzdem zweiter Sieger und das ist auch ganz gut so (auch wenn er nach unseren Maßstäben natürlich vollkommen plausible Forderungen stellt). Alle Befragungen zeigen, dass den Demokraten vor allem wichtig ist Trump zu schlagen – und blöderweise haut das in den USA nicht mit der Forderung nach einer allgemeinen Krankenversicherung und dem Label „Sozialist“ hin, das bekommen die da nicht auf den Appel. Und das Sanders-Argument, er würde die Jugend mobilisieren zieht ja nunmal bis jetzt auch nicht. Er hat in keiner der vier Wahlen deutlich mehr junge Wähler an die Urne gebracht als zuvor wählen gegangen sind. Umgekehrt würde er aber die Republikaner mobilisieren bis zum Anschlag, auch wenn ich Dein Argument kaufe, dass es im mittleren Westen durchaus auch ein paar Leute gibt, die vor vier Jahren Trump gewählt, für Sanders Ansatz aber offen sind.

@dieror: danke, freut mich. Freut mich übrigens auch und vor allem, wenn sich auch andere beteiligen.
 
Bevor gleich die lange Wahlnacht startet noch ein paar Einschätzungen:

Buttigieg und Klobuchar sind raus, und zwar anders als erwartet schon vor dem Dienstag, ich hatte ja mit Mittwoch gerechnet. Bei beiden ist sicher die Frage nach der Motivation für den Zeitpunkt berechtigt. Da kann die Frage eine Rolle spielen, welcher Zeitpunkt denn am ehesten gesichtswahrend ist und da kann es sein, dass beide das Erlebnis und den Look einer herben Niederlage vermeiden wollten. Es ist aber auch gut möglich, dass es irgendwelche Deals gegeben hat (Aussicht auf einen Kabinettsposten, Unterstützung bei Senatswahlen, VP-Slot etc.), weil der Zeitpunkt fpr Biden nunmal sehr günstig ist.

Wie auch immer, das hat natürlich einen Einfluss auf die Ergebnisse von heute. Beide haben schon Biden empfohlen – und das werden weder Sanders noch Bloomberg gerne beobachtet haben. Die heutige Nacht wird wohl vielmehr ein Zweikampf zwischen Sanders und Biden als man noch vor ein paar Tagen erwarten konnte. Im Grunde ist nicht furchtbar wichtig, wer welche Staaten gewinnt (Biden ist in Texas und Kalifornien näher dran, als vor ein paar Tagen denkbar gewesen wäre). Bis jetzt ging es darum, Momentum und Stimmung aufzubauen, ab heute wird es schlicht und einfach darum gehen, wer wieviele Delegierte gewinnt – das ist der Score, der in den nächsten Tagen immer wieder betrachtet wird. Ich denke, es ist einigermaßen plausibel, dass Sanders und Biden zusammen 70-75% der Delegierten gewinnen, Sanders vermutlich ein paar mehr als Biden. Die anderen 25-30% gehen dann an Warren und Bloomberg, wobei hier Bloomberg vorne liegen dürften. Generell ist es im Augenblick unklar, wie stark sich Bloombergs überlegene Organisation auswirkt, da ist sicher noch eine Überraschung möglich.

Die große Frage ist tatsächlich, wie Bloomberg das Ergebnis interpretieren wird: sieht er dann noch eine Chance und will er das durchziehen oder nicht? Wenn er aussteigt, wird es im Wesentlichen ein one-on-one, bei dem Biden langfristig gewinnt. Bleibt er drin, wird er in den nächsten Wochen Zeit haben, das Blatt zu wenden, aber nicht sehr viel Zeit. Denn sowohl nächsten Dienstag als auch am Dienstag drauf, gibt es so eine Art kleine Super-Tuesdays (der erste mit Staaten, in denen Sanders leicht favorisiert ist, der zweite mit Staaten, die im Schnitt eher zu Biden neigen dürften), da müsste er dann schon deutlich aufholen bzw. als aussichtsreicher Kandidat präsent sein. Ich halte das immer noch nicht für ausgeschlossen, da kommt es stark auf die Medienrezeption an.

Ich glaube auch immer noch daran, dass Bloomberg Biden im Grunde den Sieg nicht zutraut. Biden hat in den letzten Tagen bei Veranstaltungen schon wieder Aussetzer gehabt, wo er die Declaration of Rights nicht aufsagen konnte und einen bekannten Fernseh-Moderator mit falschem Namen angesprochen hat.

Eine nette Fußnote liegt darin, dass die nächste Debatte für den 15. terminiert ist. Bis jetzt haben die Bloomberg geschadet. Nicht auszuschließen, dass er (falls es soweit kommen sollte), diesesmal deutlich besser abschneidet, weil mit nur noch drei bzw. vier Leuten auf der Bühne wirkliche Diskussionen stattfinden können und er da womöglich seine Stärke, nämlich eine sachliche, rationale Kompetenz ausspielen kann.

Das ist aber noch Zukunftsmusik. Für den Augenblick können wir erstmal festhalten, dass sich in den letzten Tagen eine ganze Menge Dinge zugunsten von Biden gedreht haben.

Mal schauen, wie die Welt morgen aussieht …
 
Tja, so schnell kann’s gehen …

Ich hatte ja ziemlich von Anfang an geschrieben, dass es in der ganzen Sache wesentlich darum geht, dass das moderate Lager der Demokraten sich auf einen Kandidaten einigt, um das zahlenmäßig kleinere progressive Lager aus der Nominierung raus zu halten. Zuerst dachte ich, dass O’Rourke dieser Kandidat wäre. War er aber nicht. Dann dachte ich, Biden wäre es, aber der zeigte so viele Ausfallerscheinungen, dass ich Bloomberg die weitaus besseren Chancen eingeräumt habe. Und am Ende gab es dann anscheinend zwei Ereignisse, die das ganze wieder mit einem anderen Schwung versorgt haben:
  • Eine Debatte, in der Bloomberg underperformed und Biden eine halbwegs solide Vorstellung gezeigt hat, und zusätzlich (oder infolge?),
  • Das Endorsement des Senators James Clyburn für Biden, das Biden einen haushohen Sieg in South Carolina gesichert hat.
Aus meiner Sicht absolut denkbar, dass ohne diese beiden Ereignisse der Kandidat Biden heute seinen Rückzug bekannt gegeben hätte …

Stattdessen kommt es jetzt ganz anders, wie beim Domino ist jetzt ein Stein nach dem anderen gefallen, erst die Clyburn-Empfehlung, dann der haushohe Sieg in SC, dann Ausstieg und Empfehlung von Buttigieg und Klobuchar, womit klar war, dass Biden der Kandidat der Moderaten ist – und in der Folge dann der klare Sieg am Super Tuesday. Heute hat dann Bloomberg seinen Ausstieg erklärt, schwer vorstellbar, dass Warren heute nicht folgt. Schwer zu sagen, was für Biden jetzt noch besser hätte laufen können.

Für Sanders ist es dagegen schwach gelaufen, wie in der gesamten Kampagne schon. Im Grunde underperformed er mit Ausnahme von Nevada überall. Selbst in seinem Heimatstaat Vermont hat er deutlich schlechter abgeschnitten als vor vier Jahren.

Das ist jetzt echt keine gewagte Prognose mehr zu sagen, dass Biden sich durchsetzen wird, früher oder später. Im Grunde ist die Frage nur, wann Sanders sich das auch eingesteht. Sanders hat nächste Wochen gute Chancen in Washington und Idaho, wenn man nach den Ergebnissen vor vier Jahren geht. Aber in Michigan, Missouri und Mississippi dürfte dann Biden vorne liegen. Theoretisch kann das jetzt noch 2-3 Monate weitergehen, aber smarter wär’s, wenn Sanders schon im März aufgibt (was ich tatsächlich auch erwarte, vielleicht nach dem 17., wenn Biden auch noch Florida, Georgie und Illinois gewonnen hat).

Gehen wir mal davon aus, dass Biden spätestens Ende März als Sieger feststeht, was kann dann noch passieren?

Nicht mehr viel, außer … einem gesundheitlichen Problem. Biden ist 77 und zeigt gelegentlich Aussetzer. Wenn sich in den nächsten Monaten der Eindruck verstärkt, dass da eine manifeste Demenz am Werk ist, würde man sich wohl nach einem anderen Kandidaten umschauen. Auch ein Herzinfarkt oder etwas Ähnliches ist in dem Alter ja nunmal denkbar. Was würde dann passieren? Sanders würde als Zweitplatzierter Anspruch auf die Kandidatur erheben, woraufhin die Partei wohl sagen würde, dass Biden ja als Moderater gewonnen hat und man einen entsprechenden Kandidaten haben will. In so einem Eventualfall würde man wohl versuchen, das Sanders-Lager nicht zu verprellen, die Lehre hat man wohl aus 2016 mitgenommen, und einen für beide Seiten akzeptablen Kompromisskandidaten aus dem Hut zaubern. Da kämen mehrere infrage, Sherrod Brown z.B. wäre beiden Lagern vermittelbar. Weil die meisten Anbieter jetzt aber nicht mehr arg viele Angebote machen, setze ich jeweils eine Einheit auf „Warren wird Kandidatin“ (bei Bet derzeit 101), weil ich auch sie für als beiden Lagern vermittelbare Kandidatin halte und ich setze eine Einheit auf „Michelle Obama wird Präsidentin“ (bei Bet 301 zurzeit), ebenfalls eine Option.

Dazu muss man sagen, ich würde das wahrscheinlich nicht setzen, wenn es nicht darum ginge, meine 3 Einheiten zu 17 auf Biden abzusichern. Insofern ist das keine Empfehlung in diesem Sinne, das sollte man nur spielen, wenn man sich darüber klar ist, dass das eine Gaga-Wette ist für den Augenblick. Andererseits, es gab schon so viele Wendungen. Und auf den Herzinfarkt eines 77-Jährigen zu wetten ist dann vielleicht schon wieder gar nicht mal so abwegig.
U
nd wenn ich schonmal Einheiten auf den Kopf haue, dann setze ich noch eine Einheit auf Nikki Haley (Bet365, zurzeit 301). Es gibt Gerüchte, dass Trump Mike Pence als VP durch Haley ersetzen will, um im Wahlkampf eine Frau präsentieren zu können, und dann noch eine mit Minderheitenbonus. Na ja, und von da an gilt die gleiche Argumentation wie oben: Ein 74-Jähriger, der sich ungesund ernährt und wenig Sport treibt …
 
Zwei DoppelMAX-Bets bei Pinnacle Sports

Democratic-Nominee: Joe Biden @ 1.2 solange dem Kollegen vorher nichts passiert, Gott bewahre, wird der Deep State ihn schön durchdrücken, wie jetzt auch schon geschehen. Was besseres als ein Präsident Biden kann denen gar nicht passieren, der Mann ist offensichtlich nicht in der Lage normale, sinnvolle Reden zu halten, da braucht man von Regierungsgeschäften nicht anfangen.

Siegerpartei: Republikaner @ 1,636

Nur werden die Amerikaner das nicht mit sich machen lassen und für Biden werden die ganzen Sozialisten und "Progressives" ala Keek Uygur da auch nicht begeistert zur Wahl rennen. Chance, dass Trump verliert liegt bei vielleicht 1%, dass da noch ein Deep State Hoax versucht und die Leute sich davon beeinflussen lassen. Wobei selbst dann Biden immer noch der zehnmal korruptere ist.
 
Gehen wir mal davon aus, dass Biden spätestens Ende März als Sieger feststeht, was kann dann noch passieren?

Z.B. Ermittlungen gegen ihn und auch gegen seinen Sohn Hunter. Joe hat u.a. vor laufenden Kameras zugegeben, dass er vor einigen Jahren den ukrainischen Präsidenten "erpresst" hat. Sollte der Staatsanwalt, der die Fa. Burisma untersuchte, in der sein Sohn Hunter tätig war, nicht abgesetzt werden, würden 1Mrd. US$ an garantierten Krediten nicht an die Ukraine fließen. Mit diesem Vorgehen hat er beim Council Of Foreign Relations geprahlt. Die Ukraine ermittelt.

Sollte er tatsächlich der Auserwählte sein, wird er ein gefundenes Fressen für Trump sein. Ein korrupter und seniler Politiker, der an Kindern schnüffelt, seine Schwester mit seiner Frau verwechselt, oftmals nicht weiß, wo er ist, keine 5min. Rede ohne etliche Aussetzer halten kann, generell sehr vergesslich und durcheinander wirkt und v.a. ein Typ, seit gefühlt 50 Jahren in der Politik, u.a. 8 Jahre als Vizepräsident, macht Trump für alles Negative in den USA verantwortlich, würde aber, sollte er selbst Präsident sein, für extreme Verbesserungen sorgen.

Die Demokraten haben sowas von fertig.
 
Groucho
sry dass ich hier nochmal normal poste, sind nicht mehr als 250 Zeichen für Kommentar erlaubt.

Kannst du das auch begründen? 2016 hat Hillary Michigan um 11.000, Wisconsin um 23.000, Pennsylvania um 44.000 und Minnesota um 45.000 Stimmen verloren. Das sind summiert 56 Stimmen fürs electoral college und damit mehr als Kalifornien. Das ist nämlich der entscheidende MidWest (pennsylvania gehört natürlich nicht dazu).
Das war so unglaublich knapp und hat die Wahl entschieden. Nur als Vergleich, Hillary hat in New York alleine über 1,7 Mio. Stimmen mehr bekommen. Aber NY hat ihr trotzdem nur 29 Stimmen gebracht.
Sanders spricht doch Arbeiter in dem Raum viel mehr an als Hillary. Auch die neuesten Umfragen (von vor 10 Tagen,university of wisconsin) sagen folgendes vs Trump: Sanders +2 in Pennsylvania, +7 in Michigan, +9 in Minnesota (war bis Hillary gekommen ist seit 1972 in demokratischer Hand, sie war hier nicht einmal wahlkämpfen) und +2 in Wisconsin. Er ist auch in allen Demokratischen Primaries favorit in diesen States.

Naja von den 44 Präsidenten hatten allerdings auch nur 20 eine 2. Amtszeit, wobei der Amtsbonus sicherlich zu berücksichtigen ist. Denke die Lebensrealität vieler ist entscheidender als Wirtschaftskennzahlen. Was bringt es tolle Börsenkurse und Umsätze zu haben, wenn über 50% der Amis keine Aktien halten und 78% der Arbeiter paycheck to paycheck leben? Aja Börse hat übrigens die Woche größte Verluste seit der Finanzkrise gehabt, Corona sei dank. Wie soll so ein schwachmat wie Trump sinnvolle Maßnahmen gegen Corona einführen, wenn er für die zuständigen Behörden ständig die Mittel kürzt und das Gesundheitssystem marode ist? In Florida hat sich die Woche jemand auf Corona testen lassen, nachdem die Person Grippesymptome hatte und vor kurzem in China war. Der Test fiel negativ aus, das Krankhaus stellte eine Rechnung von 3000 USD aus. 3000 Dollars für nen test der im öffentlichen Interesse sein sollte. Na da will ich sehen wie viele sich in Zukunft testen lassen wollen...

Also wenn das für dich absolut chancenlos ist?

Deine Begeisterung für diesen Kommunisten hat offenbar jeglichen Sinn für die Realität überlagert.

Spätestens nach den Ausstiegen vor dem Super Tuesday war es für jeden mit etwas analytischem Gespür klar, wohin die Reise geht.

Ein Sanders war und ist dabei ein absoluter No-Hoper.

Er hat bis auf Kalifornien NICHTS geleistet, nada.

Die Leute wollen nämlich keinen Kommunsten, der dem American Dream gegenübersteht.

Man muss schon mal ein bisschen über seinen eigenen Tellerrand hinausblicken und die Amis verstehen können, um erfolgreich zusein.

Biden hatte und hat den Rückhalt der Partei, die Endorsements der ausgestiegenen Kandidaten, den Support der Afros durch seine Vizepräsidentschaft und ist ein Mann des Volkes - im Gegensatz zu SAnders, den nur irgendwelche Uni-Hipster vergöttern.

Ich kenne diese Luschen zur Genüge, von denen hat 2015 niemand geglaubt dass Trump Präsident werden könnte, LOOL.

Aber wie dem auch sei - falls Biden jetzt nicht gerade einen Infarkt oder extrem progrediente Demenz bekommt ist seine Quote für die Nomination 1,01.
 
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Lege nochmal 5 Einheiten auf Sieg der Demokraten nach, Unibet gibt noch 2,05.

Zeitpunkt natürlich etwas diskutabel, im Normalfall wird das bis November noch X mal hoch und runter gehen und man erwischt dann vermutlich irgendwann auch noch bessere Quoten. Aber vielleicht ist jetzt auch gerade der beste Zeitpunkt, weil man womöglich Kurse um die 2 für eine Weile nicht mehr sehen wird.

Corona hat 2-4 relativ gut sichtbare Wirkungen. Erstens, die Wirtschaft wird leiden und das ist nicht nru eien Momentaufname. Wenn Trumps Kernargument eine funktionierende Wirtschaft war, dann hat er hier jetzt ein Problem. Zweitens, gerade in solchen Fällen zeigt sich, dass ei funktionierendes Gesundheitssystem durchaus was Feines ist, und da liefern die Demokraten Besseres. Drittens, betroffen sind vor allem ältere Leute, da kann man durchaus mal an die Leute in Florida denken, das Rentnerparadies. Es ist nicht zynisch gemeint, dürfte hier aber die Demokraten im wichtigsten Swing-State anschieben. Und viertens, Trump erweist sich als grausamer Krisenmanager, versucht immer noch das Problem herunterzuspielen usw., spielt Golf statt sich zu kümmern - ich denke, das fällt ihm vor die Füße.

Außerdem hat er den Demokraten neulich mal ein nettes Geschenk gemacht, als er Kürzungen im Sozial- und Gesundheitsbereich angekündigt hat. Das läuft im Wahlkampf 24/7.
 
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So fing dieser Thread an:

... ich glaube nicht, dass die Demokraten jemanden nehmen, der über 70 ist, d.h., obwohl die alle zu den Frontrunnern der ersten Kategorie gezählt werden, scheinen mir Sanders, Warren und auch Biden nicht die Kandidaten zu sein, die wirklich für Aufbruch stehen. ...

und ist aktuell bei 2-4 "sichtbaren Wirkungen" des Corona-Virus in den USA.

To be continued ...
 
Trump erweist sich als grausamer Krisenmanager, versucht immer noch das Problem herunterzuspielen usw., spielt Golf statt sich zu kümmern - ich denke, das fällt ihm vor die Füße.

Irgendwie erinnert das alles sehr an 2016. Da konnte Trump auch machen was er wollte - nach unseren EU Maßstäben "Mist bauen" so oft er wollte, am Ende hat es ihm nicht geschadet. Die Quote hat m.E. einfach kein Value und ich sehe dich aktuell wieder nach deinen persönlichen Präferenzen wetten, nicht objektiv. Nicht böse gemeint, nur als Tipp, dich zu hinterfragen ;-)
 
Irgendwie erinnert das alles sehr an 2016. Da konnte Trump auch machen was er wollte - nach unseren EU Maßstäben "Mist bauen" so oft er wollte, am Ende hat es ihm nicht geschadet. Die Quote hat m.E. einfach kein Value und ich sehe dich aktuell wieder nach deinen persönlichen Präferenzen wetten, nicht objektiv. Nicht böse gemeint, nur als Tipp, dich zu hinterfragen ;-)

Natürlich erinnert das an 2016, aber mittlerweile dürften viele ihre Meinung über Trump geändert haben.

Der einzige, der mit Trump vergleichbar gewesen wäre - und selbst der war bei weitem nicht so verhasst - war Dubya, aber der konnte mit 9/11-Bonus seine 2. Amtszeit klarmachen.

#ridinwithbiden hat für die Dems den Vorteil, dass er auch die Südstaaten contested machen kann.

Und falls er wirklich rausfällt wegen Demenz, wird wohl Hilldawg einspringen, unbeliebter als Trump wird sie eh nicht mehr sein.

Wenn die Wirtschaft drüben krachen geht, wars das 100% für Trump.
 
Den meisten dürfte ja eh klar sein, dass ich das nicht sooo bierernst als Erbsenzähler betreibe, sondern meist eher allgemeine Einschätzungen abgebe, aus denen man dann seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen kann. Trotzdem sollte ich so langsam wohl mal einen Kassensturz machen, bisschen serös soll es ja schon sein und sonst geht der Überblick irgendwann komplett verloren.

In der folgenden Übersicht sind nur konkrete Wetten aufgeführt, die ich mit Quote und Einsatz angegeben habe (und nicht so Überlegungen wie „läuft aktuell viel auf Warren hinaus“, „jetzt wäre Biden eine Überlegung wert“ usw.).

Also
1) 09.11.2018: 3 x 0,2 Einheiten auf Sherrod Brown zu 81.
War ein Versuchsballon, der nicht gestartet ist. Ist wohl verloren.

2. 04.12.2018: 5 Einheiten auf O’Rourke zu 11.
Ist wohl verloren. Für mich immer noch ein großes Rätsel, wie der aus meiner Sicht aussichtsreichste Kandidat das Ding so versemmeln konnte, ist eben doch ein empty suit, hatte ich falsch eingeschätzt.

3. 09.02.20: 5 Einheiten auf Bloomberg zu 8. (am 25.02. ausgecasht und am 26. zu 9 kurzfristig erneut gesetzt).
Ist wohl verloren. Ich glaube immer noch, dass das eigentlich haarscharf war. Hätte er sich bei der zweiten Debatte etwas besser geschlagen und hätte Warren ihrer Partei nicht diesen Bärendienst erwiesen, ihn so gründlich zu zerlegen, dann wäre er ein sehr ernsthafter Kandidat gewesen. Habe privat eine Menge Einheiten auf ihn gesetzt.

4. 09.02.20: 5 Einheiten auf Sieg der Demokraten, Quote 2,2.
Noch offen.

5. 26.02.20: 3 Einheiten auf Biden, Quote 17.
Noch offen.
Bet bietet aktuell 6,46 für den Rückkauf und natürlich ist es eine Überlegung, da eine Einheit auszucashen. Ich habe zur Absicherung aber einen anderen Weg gewählt, indem ich spekulativ auf Alternativkandidaten gesetzt habe, die womöglich zum Zuge kämen, wenn der Fall der Fälle eintreten sollte. Außerdem glaube ich, dass Bet im Laufe der Zeit noch bessere Angebote macht, so um die 8 oder 9, denke ich.

6. 28.02.20: Vorwahl Virginia, 5 Einheiten auf Biden zu 2,5, 1,5 Einheiten auf Bloomberg zu 11.
Biden gewinnt, macht 7,5-1,5 = 6 Einheiten gewonnen.
Und: ja, ich habe die Diskussion jetzt mitbekommen, dass man nur ganze Einheiten setzen darf und werde mich dran halten ab jetzt.

7. 03.03.: Vorwahl Minnesota: Eine Einheit auf Biden, Quote 4.
Biden gewinnt, also +3 Einheiten.

8. 04.03. Je eine Einheit auf „Warren wird Kandidatin“ (Quote 101), „Michelle Obama wird Präsidentin“ (Quote 301), und „Nikki Haley wird Präsidentin“
Noch offen.
Die ersten beiden Wetten sind dazu da, die gegenwärtig ganz gut ausschauende Biden-Wette abzusichern. Für den Fall, dass Biden tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen die Kandidatur nicht übernehmen könnte, käme es sehr auf den Zeitpunkt und die Umstände an. Und dann gäbe es eine ganze Reihe plausibler Szenarien (z.B. der VP-Kandidat, der ja nunmal noch nicht benannt ist), aber ich habe jetzt mal zwie genommen, die halbwegs plausibel und gegenwärtig noch wettbar sind.
Nikki Haley ist eine pure Spekulation für eine Phantasiequote. Aber das sie VP wird (oder vielleicht Außenministerin) ist sehr gut denkbar und dass Sie im Fall des Falles auch für Trump als Kandidatin einspringt ebenfalls.

08.03. Vorwahl Washington, 3 Einheiten auf Biden zu 1,9.
Noch offen, die zählen immer noch aus, derzeit liegt Biden haarscharf vorne.

10.03. Demokraten gewinnen Präsidentschaftswahl: 5 Einheiten, Quote 2,05.
Noch offen.

Das heißt in der Gesamtbilanz:
Verloren: 0,6 + 5 + 5 = 10,6 Einheiten
Gewonnen: 6 + 3 = 9 Einheiten
Gegenwärtiger Stand also: -1,6 Einheiten

Noch offen: 5 + 3 + 3 x 1 + 3 + 5 = 19 Einheiten.
 
Inzwischen ist die Vorwahl in Washington ausgewertet. Das hatte ewig gedauert, weil es relatibv eng war und die alle Briefwahlstimmen berücksichtigen wollten.

Biden und Sanders haben zwar die selbe Zahl an Delegierten gewonnenn, aber Biden hatte in der Zahl der Stimmen einen Vorsprung von 1,5%, gilt daher als gewonnen. Macht also ein Plus von 2,7.


Das heißt in der Gesamtbilanz:
Verloren: 0,6 + 5 + 5 = 10,6 Einheiten
Gewonnen: 6 + 3 + 2,7 = 11,7 Einheiten
Gegenwärtiger Stand also: +1,1 Einheiten

Noch offen: 5 + 3 + 3 x 1 + 5 = 16 Einheiten.
 
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Zwei Wetten:

a) Trump erreicht 40-45% der Popular Vote, 4 Einheiten, Bwin, Quote: 4

b) Trump erreicht weniger als 40% der Popular Vote, 1 Einheit, Bwin, Quote 11.

Die Popular Vote ist die Zahl bzw. der Anteil an den realen Wählerstimmen. Die Amerikaner haben ja dieses etwas merkwürdige Mehrheitswahlrecht, das am Ende auf ein Winner-Takes-it-all-Prinzip auf Ebene der Bundesstaaten hinausläuft. Deshalb kann es sein, und das kommt auch tatsächlich vor, dass der Sieger zwar die Mehrheit der sogenannten Wahlmännerstimmen hat, aber weniger reale Stimmen hat als der Verlierer. Bei den Wetten geht es also darum, dass Trump weniger als 45% der Wählerstimmen gewinnt.

Natürlich muss man da Chakalakas Hinweis beachten, bei sowas nicht auf Wunschergebnisse zu setzen, wishful thinking ist da bestimmt eine Gefahr. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich so hoch staken würde wenn ich nicht eine ganz aussichtsreiche Wette auf Biden zu einer ganz okayen Quote hätte. Es gibt aber auch darüber hinaus ein paar Gründe.

Bei der 2016-Wahl hatte Trump 46,1%, Clinton hatte 48,2% (s.o., es ist möglich mit der Mehrheit der Stimmen zu verlieren). Trump hatte also gegen eine sehr unpopuläre Kandidatin (ich gebe zu, ich hatte damals unterschätzt, wie unpopulär sie tatsächlich ist) 46,1%. Mal zum Vergleich, Romney, auch nicht gerade ein begnadeter Wahlkämpfer hatte gegen den populären Obama 2012 immerhin 47,2%.

Jetzt ist also die Frage, ob Trump seinen Wähleranteil halten kann. Dafür spricht, dass er seine Base an einigen Stellen sicher sogar ausweiten konnte. Das heißt, neben den Leuten, die ihn 2016 gewählt haben, wird es sicher auch einige zusätzliche Wähler geben, Leute, die an das Argument glauben „der liefert wirklich was er versprochen hat“. Dafür spricht auch, dass seine Zustimmungswerte über die drei Jahre sehr konstant geblieben sind, egal was er angestellt hat. Und natürlich ist er ein guter Wahlkämpfer, das wird eine sehr intensive Auseinandersetzung werden, um es mal neutral auszudrücken. Inwiefern Russen, Chinesen und wer sonst noch eine Rolle spielen, weiß man nicht, man darf auch nicht vergessen, dass die an vielen Orten manipulationsanfällige Wahlcomputer eingesetzt werden, dass es Voter-Supression gibt usw.

Trotzdem sehe ich in der Wette value. Und zwar deshalb, weil Trump nunmal auch die Gegenseite mobilisiert. Um es zum x-ten mal zu sagen, Joe Biden ist am Ende des Tages ein furchtbar schlechter Kandidat. Immer wenn ich ihn sehe, habe ich Sorge, dass er gleich umfällt. Er ist auch furchtbar aus der Zeit gefallen, der sitzt abends garantiert noch auf dem Sofa und schaut Bonanza. Der wird für sich nicht mobilisieren, keiner rennt an die Urne, weil er enthusiastischer Biden-Fan ist, auch wenn er bestimmt ein sehr netter älterer Herr ist, Uncle Joe halt. Aber er ist eine annehmbare Alternative, annehmbarer als Hillary es offenbar war. Es wird enttäuschte Republikaner geben, die ihn wählen und welche, die zumindest zuhause bleiben. Und es wird Horden von Leuten geben, die zur Wahl gehen, um Trump loszuwerden. Das hat man so auch bei den Midterms gesehen und z.T. jetzt auch bei den Primaries. Die eigentlich etwas wahlfaulen Demokraten haben gelernt, zur Urne zu gehen, wenn es drauf ankommt.

Das ist der Grund, warum ich ohnehin schon 2 x 5 Einheiten auf die Demokraten gesetzt habe, und mit den Wetten fühle ich mich immer noch sehr wohl (die Quote ist seitdem auch ganz schön gedroppt). Seit Covid-19 sehe ich aber jetzt auch eine gute Chance, dass es – zumindest gemessen an der Zahl der Wählerstimmen – auch eine sehr klare Angelegenheit gibt. Trump hat das Ding von Anfang an vollkommen unterschätzt und sich wiederholt wahnsinnig beschwichtigend geäußert. Da werden die Demokraten im Wahlkampf dafür sorgen, dass das niemand vergisst. Und jetzt behauptet Trump auf einmal, er hätte sofort gesagt, das sei eine Pandemie und gibt sich selbst auf einer 10er-Skala eine 10 im Krisenmanagement. Dabei sind die noch ziemlich am Anfang, die sind jetzt bei 5.000 Infektionen – und nicht ernsthaft auf irgendwas vorbereitet. Ziemlich wahrscheinlich, dass das bei denen noch verheerender verläuft als bei uns. Dazu kommt, dass das natürlich die Wirtschaft jetzt unfassbar hart trifft, Trumps zentrales Argument. Natürlich versucht er jetzt, die Schuld an andere weiterzugeben (spricht z.B. vom China-Virus), aber das wirkt wohl nicht so überzeugend, wenn Dr. Trump vor ein paar Tagen noch gesagt hat, das sei alles kein Problem. Es ist auch noch gar nicht absehbar natürlich, ob es so einen klassischen Wahlkampf geben wird. Ich denke, Biden kann besser ohne seine Townhalls leben als Trump ohne seine Rallys, im Zweifel ist das ein Pluspunkt für Biden.

Wenn man das gegenüberstellt sehe ich eine Chance über 25%, dass Trump noch einmal einen guten Prozentpunkt gegenüber 2016 einbüßt.
 
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Biden nun Frontrunner, hat den Support der ausgestiegenen Kandidaten und ist gemäßigter als Bernie und wird in den Südstaaten mehr Chancen haben als Sanders im November.

Demokratischer Kandidat: Wette auf Biden@ 2,1 1/10 b365

Hauptkonkurrent Sanders hat soeben seien Rückzug aus dem Rennen bekanntgegeben, demzufolge steht Biden als Präsidentschaftskandidat der Demokraten de facto fest.[[münzen]]
 
Ich cashe mal meinen Einsatz auf Obama aus (eine Einheit, Quote 301, gesetzt am 04.03.). Bet365 bietet mir dafür genau die gesetzte Einheit, obwohl die Quote jetzt ein gutes Stück darunter liegt, aber was soll’s. Ich würde auch Warren auscashen, aber das bietet Bet365 nicht an, vermutlich, weil die Wette auf Warren zurzeit auch gar nicht mehr im Angebot ist.

Der Hintergrund dieser Wette war ja die Überlegung, meinen Tipp auf Biden absichern zu wollen, falls der kurzfristig ausfällt und noch nicht den VP-Kandidaten benannt hat. In so einer Situation würde man sich wohl nach einer Alternative umschauen, die für alle Flügel akzeptabel ist und hohe Siegchancen hat. Michelle Obama würde das leisten, auch wenn sie offenbar null Ambitionen hat. In der jetzigen Situation würde es für den Fall, dass Biden kurzfristig ausfällt aber eher auf einen Gouverneur hinauslaufen, der gerade an Profil gewinnt. Cuomo wäre da der heißeste Kandidat, aber auch Newsome, eventuell Inslee kämen infrage. Corona wirbelt halt gerade viel durcheinander. Obama halte ich im Gang der Ereignisse jetzt nicht mehr für eine ernsthaft denkbare Option und sacke den Einsatz lieber wieder ein.

Ansonsten: im Grunde tut sich gerade nicht sehr viel, zumindest was die Wetterei angeht, zumindets kann man wenig mit Bestimmtheit sagen. Im kurzen Überblick …

Sanders hat aufgegeben, was die Quoten auf Biden aber zurecht so gut wie nicht bewegt. Es war schon seit Wochen klar, dass Biden das Ding zieht und Sanders hat einmal mehr gezeigt, dass er ein egozentrischer Idiot ist. Wäre er drei Wochen vorher ausgestiegen, hätte er einen viel besseren Hebel gehabt noch irgendwas herauszuholen (Personalentscheidungen, Programmpunkte).

Grundsätzlich wäre ich geneigt, eine der drei Einheiten auf Biden auszucashen, weil da nunmal das Risiko besteht, dass aus irgendwelchen Gründen doch noch etwas schiefgeht, ein Skandal, ein blöder Fehltritt, ein gesundheitliches Problem sowas halt. Aber Bet bietet mir derzeit nur 6 an, bei einer 17er-Quote, und das scheint mir etwas mager.

Mit meinen beiden fetten Einsätzen auf die Demokraten (kandidatenunabhängig jeweils 5 Einheiten) und auf „Trump weniger als 45% der Stimmen“ bin ich aber immer noch recht glücklich. Trump hatte einen kurzfristigen Uptick in den Umfragen, weil sich in Krisenzeiten eben immer alle zum Präsidenten hin orientieren. Das Erstaunliche war deshalb nicht, dass seine Zustimmungswerte gestiegen sind, sondern dass sie so wenig und so wenig andauernd gestiegen sind. Inzwischen ist wieder alles beim alten und in der Tendenz geht es jetzt sogar etwas nach unten. Mal schauen, ob sich dieser Negativtrend verstetigt. Ohne dass das zynisch klingen soll, die Daten schauen so aus, als würde sich das erst einmal ins Negative entwickeln, sollte es noch mehr Schwerkranke und Tote geben und die Wirtschaft weiter massiv und dauerhaft den Bach runtergehen. Deshalb würde ich diese Wetten zu den Quoten von vor ein paar Wochen und zu denen von heute auch sofort wieder spielen. Bis zum 3.11. ist es noch lange und es wird noch unfassbar viel passieren, aber die grundsätzliche Dynamik schaut nicht gut aus für Trump (äh, bitte nicht missverstehen, ist echt nicht zynisch gemeint).

Ich finde, in solchen Situationen sieht man auch, was für ein unglaublicher Pflaumenaugust der Typ wirklich ist. Solche Krisen sind für Präsidenten eigentlich leichte Schüsse, man muss das nur ernst nehmen, ein wichtiges Gesicht aufsetzen und das tun, was die Experten einem raten. Obama hat seine Wiederwahl auch seinem guten Krisenmanagement während der Wirbelstürme kurz vor der Wahl zu verdanken, selbst George W. hat durch 9/11 an Statur und in der Folge die Wahl gewonnen. Trump dagegen redet Unsinn, gibt medizinische Ratschläge und freut sich öffentlich über seine Einschaltquoten. Der denkt wirklich nicht für einen Groschen über den Augenblick hinaus.

Wie gesagt, auf die Demokraten zu setzen und Trump unter 45% bzw. (sehr sehr klein) unter 40% finde ich immer noch spielbar. Man muss sagen, dass sich die Spielregeln über die Jahrzehnte etwas geändert haben und die Zustimmung zu den Kandidaten sich ein Stück weit von den tatsächlichen Ereignissen entkoppelt haben. Aber dennoch sehe ich mehr Gründe dafür, dass Trump 1,5 Prozentpunkte unter seinem Stimmenanteil von 2016 bleibt als dagegen. Eine Quote von 4 hat da meiner Meinung nach immer noch value, bis ich selbst ncohmal nachlege schaue ich aber, wie sich der Trend entwickelt. Bei Bwin gibt es außerdem eine Quote von 1,4 darauf, dass die Demokraten die Popular Vote gewinnen, also in absoluten Zahlen mehr Stimmen bekommen als die Demokraten. Das ist in 5 der letzten 6 Wahlen so gewesen, und ich sehe wie gesagt im Augenblick deutlich mehr Argumente, die das untermauern, die wirtschaftliche Entwicklung, das Krisenmanagement, die vermutlich größere Bedeutung der Briefwahl und anderes. Auf der anderen Seite, hey, es ist immer noch Amerika! Sie haben Bush II und Trump gewählt, Biden ist ne Pappnase, es gibt 1000 Möglichkeiten das Ding zu manipulieren. Ob man da in der Abwägung langfristig auf eine 1,4er-quote setzen mag, muss jeder selbst entscheiden – ich habe es (noch) nicht getan, aber es ist eine der wenigen interessanten Wetten derzeit, meiner Meinung nach.

Was den VP-Kandidaten bzw. in dem Fall die Kandidatin angeht, bin ich etwas spät dran. Ich habe das die ganze Zeit verfolgt, war aber zu bequem da mal was zu schreiben und gute Quoten sind da jetzt futsch. Die Top-Favoritinnen sind da Kamala Harris, Amy Klobuchar und Gretchen Whitmer, und mit weitem weitem Abstand vielleicht Warren, Lujan Grisham, Cortez Masto oder Tammy Duckworth, aber das würde mich schon sehr wundern.

Ich bin sicher, dass Biden jemanden auswählt, von dem man annehmen kann, dass sie sofort das Amt übernehmen kann. Es gibt den alten Spruch, das Vizepräsidentenamt sei weniger wert als ein Eimer warmer Pisse. Das stimmt auch normalerweise, wenn der Präsident aber 77 Jahre alt ist und vermutlich keine Wiederwahl anstrebt, dann ist das VP-Amt schon mehr als ein Fuß in der Tür ins Oval Office. Deshalb bin ich sicher, dass es die hoch gehandelte Stacey Abrams nicht wird, hat keinerlei Regierungserfahrung, also kann sie nicht glaubwürdig vertreten, von jetzt auf gleich einspringen zu können. Harris, Klobuchar und Whitmer könnten das wegen ihrer Senats- bzw. Gouverneurserfahrung. Harris wäre die passende Wahl wenn Biden versucht, die alte Obama-Koalition wieder zu beleben, also vor allem auf die Minderheiten setzt. Außerdem hat Clyburn, dem Biden im wesentlichen seine Auferstehung verdankt eine farbige Kandidatin verlangt. Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass Biden davon ausgeht, die Minderheiten auch so schon ausreichend mobilisieren zu können und stattdessen versuchen wird den Mittleren Westen klarzumachen. Da wäre Klobuchar eine Hilfe, mit Whitmer hätte er Michigan so gut wie sicher. Die Quote auf Klobuchar ist meines Erachtens nicht mehr spielbar (je nachdem zwischen 3,5 und 5), zumindest kein value mehr. Whitmer ist kontinuierlich gesunken, von 26 über 17, auf 11, bei Bwin nunmehr nur noch 5. Whitmer hat im Zuge des Corona-Handlings sehr an Statur gewonnen. Ich würde mich allein schon freuen, weil’s so lustig wäre wenn die VP Gretchen heißt. Aber ob man zu 5 noch setzen sollte?

Bwin bietet auch 2,75 dafür an, dass die Demokraten Präsidentschaft, House und Senat gewinnen, wobei hier die größte Hürde der Senat ist. Da sind die Chancen deutlich gestiegen, wenn man davon ausgeht, dass die beiden Sitze in Georgia im Spiel sind, weil die dortigen Senatoren zufällig kurz nach ihren Sicherheitsbriefings Aktien verkauft haben. Aber unter dem Strich ist das trotzdem viel zu anspruchsvoll für die Demokraten, den Senat zu gewinnen wird echt anstrengend und ungewiss. Nicht unmöglich, aber zu 2,75 würde ich es nicht spielen.


Gegenwärtiger Stand:

Gesamtbilanz:
Verloren: 0,6 + 5 + 5 = 10,6 Einheiten
Gewonnen: 6 + 3 + 2,7 = 11,7 Einheiten
Gegenwärtiger Stand also: +1,1 Einheiten

Noch offen 20 Einheiten:
5 (Sieg Demokraten zu 2,2, gesetzt am 9.2.) +
3 (Präsidentschaft Biden zu 17, gesetzt am 26.2.) +
2 x 1 (Warren wird Kandidatin zu 101 und Haley wird Präsidentin zu 301, gesetzt am 4.3.) +
5 (Sieg Demokraten zu 2,05, gesetzt am 10.03.) +
5 (4 Einheiten Trump erreicht 40-45% der Stimmen zu 4 bzw. eine Einheit weniger als 40% zu 11, gesetzt am 18.3.)
 
Drei Wetten:
a) Demokraten gewinnen New Hampshire, 8 Einheiten, Bwin, Quote 1,45
b) Demokraten gewinnen Pennsylvania, 8 Einheiten, Unibet, Quote 1,55
c) Demokraten gewinnen Michigan, 8 Einheiten, Unibet, Quote 1,44.

Bwin und Unibet sind die einzigen beiden Anbieter, bei denen ich jetzt schon Wetten auf die einzelnen Bundesstaaten gesehen habe (Betfair nicht gecheckt, weil ich da nicht wetten kann). Natürlich ist das im Augenblick zumindest scheinbar noch ziemlich spekulativ, weil es derzeit nur sporadisch Umfragen gibt. Und bei so niedrigen Quoten sollte man sich natürlich ziemlich sicher sein, Aber das bin ich in diesen Fällen auch, und dann wär’s doof, die Wetten liegen zu lassen, wenn in ein paar Wochen oder Monaten niedrigere Quoten zu erwarten sind. Als Beispiel: ich hatte hier auch einmal die Bwin-Wette erwähnt, dass die Demokraten die Stimmenmehrheit bekommen (popular vote), damals zu 1,40 – inzwischen gibt es dafür nur noch 1,25. Muss aber jeder selbst wissen, ob man sehr kleine Quoten spielt, erst recht bei solchen Langzeitwetten und wo man dann im echten Leben noch die Steuer runter rechnen muss.

New Hampshire: die letzte Umfrage vor ein paar Tagen sieht Biden mit 50 zu 42 vorne. Solche Umfragen geben gut 6 Monate vor der Wahl aber natürlich fast keine Orientierung. Wichtiger finde ich da das Abstimmungsverhalten bei den letzten Wahlen, und da hat New Hampshire bei 5 der 6 letzten Wahlen für den Demokratischen Kandidaten gestimmt, zum Teil recht knapp, aber letztlich recht zuverlässig, sogar vor 4 Jahren für Hillary Clinton (Ausnahme 2000, Kerry verliert gegen W.). Vor dem Hintergrund und vor dem Hintergrund der Dynamik in diesem Jahr, wage ich das mal relativ hoch zu setzen für eine relativ kleine Quote.

Pennsylvania: ist meiner Meinung nach sogar die bessere Wette. Bei den letzten 6 Wahlen hat Pennsylvania zuverlässig für die Demokraten gestimmt, meistens auch mit ein bisschen Abstand. Einzige Ausnahme: 2016 Hillary verliert haarscharf gegen Trump. Ich bin ziemlich sicher, dass die Demokraten den Fehler nicht wiederholen, den Mittleren Westen als sichere Beute zu behandeln. Eine aktuelle Umfrage sieht Biden auch mit 49 zu 42 vorne. Und schließlich, Biden ist in Pennsylvania geboren, auf jeden Fall ein Pluspunkt (auch wenn er für Delaware im Senat gesessen hat und dort auch wohnt).

Michigan: letztlich ähnliche Argumentation wie oben. Ebenfalls ein eigentlich solide Demokratisch wählender Staat, der beim letzten mal eben haarscharf (ca. 20.000 Stimmen) an Trump gegangen ist.

Es gibt noch ein paar andere Staaten, wo es interessante Quoten gibt. Wie gesagt, ist bisschen die Frage, ob man solche Quoten anfassen will, zu, Teil auch doch noch etwas Unsicherheit drin.

Georgia, Republikaner 1,45 bei Bwin. Kann schon sein, dass Georgia ein bisschen richtung Demokraten driftet. Aber normal sollte das an die Republikaner gehen. Wegen der Restunsicherheit habe ich es erstmal noch nicht gespielt.

Minnesota, 1,3 bei Unibet. Sollte an die Demokraten gehen.

Nevada, 1,25 bei Bwin. Demokraten klar favorisiert.

Texas, 1,33 bei Bwin. Gibt eine Umfrage, da führt Biden mit einem Punkt. Und grundsätzlich driftet Texas wegen der demographischen Entwicklung auch zu den Demokraten. Aber es würde mich schon sehr sehr wundern, wenn Texas nicht an Trump ginge.

Arizona Senat: 1,33 bei Bwin. Sollte klar an die Demokraten gehen.

Was den Senat angeht, gibt es ein paar interessante Entwicklungen, die es möglich erscheinen lassen, dass die Demokraten sogar den Senat gewinnen könnten. Dazu müssten sie wohl 5 Sitze flippen, wenn man davon ausgeht, dass Doug Jones seinen Sitz in Alabama wieder los ist. Davon sind Arizona, Colorado und wohl Maine sehr gut möglich. Möglich sind zudem North Carolina, Iowa und Montana, möglich aber nicht sehr wahrscheinlich. Dazu kommen jetzt auch die beiden Senatssitze in Georgia, wo beide Senatoren wegen Insiderhandels in der Kritik stehen, Sieht einfach nicht gut aus, wenn man unmittelbar nach dem Sicherheitsbriefing zu Corona wesentliche Teile des Aktiendepots versilbert. 2 x wahrscheinlich und 5 x möglich, da ist die Frage wie groß man die Chance schätzt, dass 4 Sitze flippen. Bei Bwin gäbe es dafür 3, das finde ich (noch) zu mager.

Eine sehr interessante Entwicklung gibt es auch zur VP-Wahl. Richard Clyburn hat kürzlich ein Interview gegeben, in dem er klar ausspricht, dass er auch mit einer weißen VP-Kandidatin leben kann. Clyburn ist der (dunkelhäutige) Senator aus South Carolina, der Biden mit seiner Wahlempfehlung eindeutig den Arsch gerettet hat und dem Biden deshalb einen Gefallen schuldet. Clyburn hatte ursprünglich eine afroamerikanische VP-Kandidatin eingefordert. Wenn er davon jetzt abrückt, dann ist das kein Zufall. Da liegt es ziemlich nahe, dass das mit Biden abgestimmt ist. Und das wiederum deutet auf eine weiße VP-Kandidatin hin und in der Folge übrigens darauf, dass Biden einen Schwerpunkt auf den Mittleren Westen setzt, den er mit einer farbigen VP-Kandidatin schwerer gewinnen würde – ein weiterer Punkt bei Pennsylvania und Michigan so sicher zu sein.

Was heißt das?

Wenn ich könnte, würde ich Kamala Harris kräftig layen. Die gilt den Quoten nach als Top-Favoritin, bringt auch ein paar Pluspunkte mit. Vor dem Hintergrund dieses Interviews dürfte sie aber raus sein.

Es gibt drei plausible Kandidatinnen: Klobuchar, Whitmer und Warren.

Klobuchar: Vorteile: steht Biden politisch nahe, sichert Minnesota, stärkt Wisconsin, vielleicht Iowa, hat Senatserfahrung, könnte sofort übernehmen. Nachteile: mäßig charismatisch, zu moderat, würde also nicht zur Einigung des Biden- und des Sanders-Flügels beitragen.

Whitmer: Vorteile. Jünger (48), als Gouverneurin bringt sie Regierungserfahrung mit, würde wohl Michigan sichern. Nachteil: vielleicht noch etwas sehr grün, in Michigan auch nicht vollkommen unumstritten. Hat in den letzten Wochen in den Quoten sehr stark nachgegeben (derzeit 13 bei Bwin) ohne dass ich einen Grund wüsste.

Warren: hatte ich wegen ihres Alters vor ein paar Wochen noch für eine absurde Idee gehalten. Zwei Kandidaten in den 70ern stehen jetzt nicht grad für Aufbruch und Erneuerung. Aber vielleicht braucht es das in diesen Zeiten gar nicht, da wollen die Leute wohl eher Verlässlichkeit, Erfahrung und Klugheit. Warren wäre auch die ultimative Versöhnung mit dem progressiven Flügel der Partei. Andererseits bringt sie keinen wichtigen Staat mit und stärkt auch nicht die Position. Ich halte Warren inzwischen für sehr vorstellbar, trotz aller Probleme. Ich habe privat auf Klobuchar und Whitmer gesetzt, aber die 5,5, die es bei Unibet gibt finde ich schon sehr karg. Das empfehle ich hier nicht und ich habs auch nicht privat gespielt.

Gegenwärtiger Stand:
Gesamtbilanz:
Verloren: 0,6 + 5 + 5 = 10,6 Einheiten
Gewonnen: 6 + 3 + 2,7 = 11,7 Einheiten
Gegenwärtiger Stand also: +1,1 Einheiten

Noch offen 44 Einheiten:
5 (Sieg Demokraten zu 2,2, gesetzt am 9.2.)
3 (Präsidentschaft Biden zu 17, gesetzt am 26.2.)
2 x 1 (Warren wird Kandidatin zu 101 und Haley wird Präsidentin zu 301, gesetzt am 4.3.)
5 (Sieg Demokraten zu 2,05, gesetzt am 10.03.)
5 (4 Einheiten Trump erreicht 40-45% der Stimmen zu 4 bzw. eine Einheit weniger als 40% zu 11, gesetzt am 18.3.)
8 (Sieg Demokraten in New Hampshire zu 1,45, gesetzt am 1.5.)
8 (Sieg Demokraten in Pennsylvania zu 1,55, gesetzt am 1.5.)
8 (Sieg Demokraten in Michigan zu 1,44, gesetzt am 1.5.)
 
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