US-Wahl 2024 - Wahl zum Senat

Moghul, nimm es mir nicht übel, aber du erinnerst mich ein wenig an einen absoluten Fußballexperten, der jede Aufstellung kennt und speziell den Lieblingsverein für gefühlt unschlagbar hält, die PS aber nicht bzgl. der Wetten auf die Straße bekommt - nur eben im Sektor Politik. Ich kann mit deinem Wissen nicht ansatzweise mithalten, du bist super gut belesen, aber ich vermute dennoch, dass du die Karre bei der US Wahl gewaltig an den Baum fährst. Das zeigen mir selbst diese in meinen Augen riskant eingesammelten Mini-Quoten weiter oben.

Beispielsweise hat es mich maximal überrascht, diese Euphorie nach den ersten Umfragetrends zu Gunsten Harris nach ihrer Übernahme so positiv zu werten. Das war doch klar. Biden konnte die Wahl nie mehr gewinnen, ergo danach erstmal Aufschwung, den Harris aber natürlich nicht konservieren konnte, weil einerseits dieses "was auch immer du erzählst, hättest du ja die letzten Jahre mal machen können"-Argument immer wieder kommt und andererseits sich solche Trends über die Monate wieder abschwächen (okay, das schriebst du durchaus).

Hinzu kommt, dass du dich in das Trump-Lager glaube ich nicht wirklich hineinversetzen kannst, einfach weil du politisch zu weit davon weg bist. Danke dennoch für alle deine Mühe!
 
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Reaktionen: Moghul
Am Freitag ist jetzt auch Pennsylvania für die Republikaner gecalled worden. In den meisten Staaten stehen immer noch ein paar Stimmen aus und 22Bet hat meine Wetten auch noch nicht ausgewertet. Aber viel dürfte sich da nicht mehr tun, und falls doch, dann kann ich meine Auswertung ja nochmal korrigieren.

Ich hatte ja zwischendurch schon einmal thematisiert, dass die Senatskandidaten in den Umfragen fast durchweg besser abschneiden als Harris als Präsidentschaftskandidatin. Deshalb war die große Frage: zieht Harris die Senatskandidaten runter, oder ziehen die Senatskandidaten Harris rauf? Die Frage ist einigermaßen klar beantwortet: die Senatskandidaten haben unter Harris gelitten und sind von der roten Welle entweder weggespült worden oder aber in unerwartet große Schwierigkeiten geraten. Zugleich haben die Senatoren Harris meistens deutlich outperformed. Das ist ja (je nach eigenem Standpunkt) insofern ein gutes Zeichen, weil das bedeutet, dass die einzelnen Staaten für die Demokraten weiterhin in Reichweite bzw. sogar gewinnbar sind, nur eben nicht in der Konstellation Trump gegen Harris.

Mal im Einzelnen:

3 Einheiten auf Sieg Jon Tester bei den Senatswahlen in Montana, Quote 3 bei 22Bet, gesetzt am 21.01.24

… sowie 1 Einheit auf Sieg Jon Tester bei den Senatswahlen in Montana, Quote 3,25 bei 22Bet, gesetzt am 12.08.24


Das können wir jetzt fast jedesmal durchspielen: hätte es eine blaue Welle oder zumindest einen knapperen Wahlausgang gegeben, hätte Tester sicher Chancen gehabt. Ich habe die Wetten wegen der Quote gespielt, weil ich Tester unter normalen Umständen ca. 50% gegeben habe, vielleicht sogar einen Tick mehr. Am Ende hat er deutlich verloren (52,6 – 45,5), aber er hat tatsächlich deutlich besser abgeschnitten als Harris mit 38,3%
Am Ende steht da -4 Einheiten


2 Einheiten auf Vorsprung des Republikanischen Kandidaten bei der Senatswahl in Texas unter 6,5%, Quote 1,833 bei 22Bet, gesetzt am 21.01.24
6 Einheiten auf Vorsprung des Republikanischen Kandidaten bei der Senatswahl in Florida unter 7,5%, Quote 1,833 bei 22Bet, gesetzt am 3.4.24

Texas und Florida sind in der Wahl insgesamt die ganz großen Überraschungen. In Texas war der Abstand 8,6%, Florida sogar 12,8%. Sowohl bei den Präsidentschaftswahlen als auch bei den Senatswahlen haben die Zahlen deutlich knappere Ergebnisse vorausgesagt. Auch aus der Wahlhistorie lassen sich diese Abstände nicht ableiten. Und schließlich fundamental-inhaltlich: Cruz und Scott sind die beiden unbeliebtesten Senatoren der USA, auch innerparteilich. Beide hatten relativ starke Gegenkandidaten. Ich hätte das nicht gespielt und in Florida nicht so hoch gestaked, wenn es irgendwelche Anzeichen gegeben hätte, dass sich da so eine Welle, in den beiden Staaten ja sogar so eine Art Tsunami anbahnt.
Bilanz zusammen: -8 Einheiten


3 Einheiten auf Vorsprung des Republikanischen Kandidaten bei der Senatswahl in Nebraska unter 23,5%, Quote 1,833 bei 22Bet, gesetzt am 3.4.24

Deb Fischer gewinnt 53,3 zu 46,7, Wette also locker durch. Ich will aber gar nicht so tun, als wäre das das Ergebnis meiner großartigen Analyse. Mir kam einfach die Linie viel zu hoch vor, gemessen an den Vergangenheitsergebnissen. Dass sich Dan Osborn als Überraschungskandidat entpuppt hat, dem zwischendurch sogar ernsthafte Siegchancen eingeräumt wurden, hatte ich zum Zeitpunkt der Wettabgabe ehrlich gesagt nicht auf dem Schirm. Dass Osborn als Unabhängiger, im Gewerkschaftslager verankerter Kandidat so stark abgeschnitten hat, könnte übrigens für die Demokraten durchaus ein Fingerzeig sein, wo die Reise in Zukunft hingehen könnte.
Bilanz: +2,499 Einheiten


4 Einheiten auf Vorsprung der Demokraten bei der Senatswahl in Kalifornien Über 19,5%, Quote 1,833 22Bet, gesetzt am 21.07.

Es ist noch nicht ganz ausgezählt, aber ich glaube nicht, dass sich am Ergebnis noch großartig was tut. Schiff führt mit 18,0%, da fehlt also ein Stück. Schiff hatte im Wissen um den sicheren Sieg vor allem andere Kandidaten unterstützt, um sich im künftigen Senat schonmal eine starke Position aufzubauen. Mag clever sein, für meine Bilanz wäre es besser gewesen, er hätte ganz konventionell Wahlkampf geführt und mit 23-25% Abstand gewonnen …
So aber -4 Einheiten


3 Einheiten auf Vorsprung der Demokraten bei der Senatswahl in Washington Über 17,5%, Quote 1,833 22Bet, gesetzt am 21.07.
Demokraten gewinnen 59,3 zu 40,7, macht also +2,499 Einheiten


5 Einheiten auf Vorsprung der Demokraten bei der Senatswahl in Minnesota Über 11,5%, Quote 1,833 22Bet, gesetzt am 21.07.

3 Einheiten auf Vorsprung der Demokraten bei der Senatswahl in Minnesota Über 12,5%, Quote 1,833 22Bet, gesetzt am 31.07.


Klobuchar gewinnt 56,3 zu 40,5, also mit 15,8% Abstand – die Quotierung hatte ich nie so recht verstanden. Mir soll’s recht sein, macht +6,664 Einheiten.


3 Einheiten auf Vorsprung der Demokraten bei der Senatswahl in New York Über 21,5%, Quote 1,833 22Bet, gesetzt am 31.07.

3 Einheiten auf Vorsprung der Demokraten bei der Senatswahl in Vermont Über 36,5%, Quote 1,833 22Bet, gesetzt am 31.07.


Beide ein gutes Stück verpasst. Ich könnte mich jetzt nochmal beschweren, dass Harris die Senatoren mit runtergezogen hat, aber langsam wird’s ja langweilig. Macht zusammen -6 Einheiten.


5 Einheiten auf Sieg der Demokraten bei der Gouverneurswahl in North Carolina, Quote 1,4, 22Bet, gesetzt am 31.07.

Stein gewinnt satt 54,9 zu 40,1. Auch da hätte ich 10/10 setzen wollen, weil absolut safe war, dass Mark Robinson keine Chance hatte. Aber bevor ich die zweite Schippe setzen konnte, kam diese Sache raus, dass er früher mal Dauerkunde im Porno-Shop war und die Angestellten so gut kannte, dass er oft Pizza mitgebracht hat. Danach war die Quote einfach nichts mehr. In dem Fall schlechtes Timing und nur +2 Einheiten.


6 Einheiten auf Sieg der Demokraten bei der Senatswahl in Pennsylvania, Quote 1,25, 22Bet, gesetzt am 12.08.

Die haben bis Freitag gezählt, es gibt jetzt auch nochmal einen Recount, aber bei gut 16.000 Stimmen Vorsprung (=0,2%), tut sich da am Endergebnis nichts mehr. Casey hatte durchgehend geführt, war ein beliebter Senator, hatte einen Gegenkandidaten, der nichtmal aus Penn kommt … Sehr bitter das zu verlieren zu der Quote: -6 Einheiten.


4 Einheiten auf Sieg der Demokraten bei der Senatswahl in Arizona, Quote 1,44, 22Bet, gesetzt am 12.08.
6 Einheiten auf Sieg der Demokraten bei der Senatswahl in Arizona, Quote 1,2, 22Bet, gesetzt am 15.10.​


Schlechtes Timing oder safety first? Keine Ahnung, die bessere Quote gab es jedenfalls als noch ein etwas höheres Risiko dabei war, aber auch das war nicht existent meiner Meinung nach. Gallego gewinnt mit 50,1%, zum Vergleich, Harris hatte in Arizona 46,7%.
Macht +1,76 + 1,2 = 2,96 Einheiten.


3 Einheiten auf Vorsprung der Republikaner bei der Senatswahl in Missouri Under 14,5%, Quote 1,833 22Bet, gesetzt am 29.08.​

Ergebnis 55,6 zu 41,8, nicht sehr komfortabel, aber Wette durch, macht +2,499 Einheiten


10 Einheiten auf Sieg der Demokraten bei der Senatswahl in Nevada, Quote 1,125 bei 22Bet, gesetzt am 15.10.

Auch wieder etwas schlechtes Timing vielleicht, aber am Ende wohl vernünftig, weil in der Präsidentschaftswahl die Werte für Harris so schlecht waren. Aber im Senat hatten die Republikaner mit diesem Kandidaten wohl nie eine realistische Chance. Ich habe in dem Augenblick gesetzt, als die Republikanische Partei aufgehört hat, Werbung zu finanzieren, den Staat also de facto aufgegeben hatte. Und trotzdem war es mit einem Abstand von „nur“ 1,7% erstaunlich knapp. Ein Plus von 1,125 Einheiten.


5 Einheiten auf Sieg der Demokraten bei der Senatswahl in Michigan, Quote 1,2, bei 22Bet., gesetzt am 15.10.
Sozusagen das Gegenstück zu Pennsylvania. Slotkin hatte durchgehend geführt, teilweise sehr deutlich. Am Ende gewinnt sie mit einem Abstand von 0,3%. Eine Einheit gewonnen.

In der Summe dann: -4 -8 +2,499 -4 +2,499 +6,664 -6 +2 -6 + 2,96 +2,499 +1,125 + 1 = -6,754 Einheiten.

Nicht ganz so dramatisch wie bei den Präsidentschaftswahlen, aber ich hatte offen gestanden mit einem anderen Ergebnis gerechnet. Ich gönne mir ja immer den einen oder anderen Versuchsballon, wobei die Rechnung am Ende trotzdem aufgehen sollte. Das hatte in 2020 und 2022 auch ganz passabel geklappt. Aber wenn ich dieses Jahr Präsidentschaftswetten (-65,86 Einheiten), Senatswetten (-6,754) und zuvor die Kandidatenwetten (+0,886 bei den Demokraten und -5 bei den Republikanern) zusammenzähle, dann lande ich bei mehr als 75 Einheiten, die ich in diesem Cycle versenkt habe.

Nicht ganz mein Anspruch, offen gesagt …