Falls die -- absolut berechtigte -- Frage aufkäme, was der Wettopa hier so verzapft und warum er Tipp für Tipp in den Sand setzt, dann gäbe es schon Antworten, welche er (in Person Dirk Paulsen) hier gerne anbieten würde, als Diskussionsgrundlage oder als Erklärung, wem auch immer diese im Nachhinein auch noch hülfe.
1) von Anfang an gab es den Hinweis -- von ihm übrigens höchst persönlich so ausgesprochen, an den vielen Stellen, an denen dahingehende Fragen an ihn gerichtet waren --, dass man in Zeiten der Zuschauerlosigkeit mit einer gewissen Willkür und Unvorhersehbarkeit, speziell was die Einstellung gewisser Parameter anginge, zu rechnen hätte.
2) die Empfehlung lautete also, im Zusammenhang mit dem Lockdown, dem Ausschluss von Zuschauern, der teilweisen Rückkehr und so weiter: wir freuen uns, dass wir auf Fußball Unterhaltung nicht verzichten müssen. Zum ernsthaften Wetten sollten wir jedoch nicht zwingend zurückkehren beziehungsweise auf keinen Fall erwarten, hiermit nun Gewinne erzielen zu können. Insofern also die Bitte um eine erhebliche (Zehntelung) der Einsätze oder eben einfach beim Unterhaltungsspielen bleiben. Die Currywurst im Stadion gab es ja auch nicht umsonst. Kleine Einsätze, Spaß haben, warten auf Rückkehr zur Normalität
3) die Anzahl der hier getippten Spielen ist ausgesprochen gering, wenn man diese beispielsweise mit der Anzahl der Atome im Universum vergleicht, geschweige denn mit der Unendlichkeit. Simulationen, die der Autor übrigens auch auf seinem Twitch-Kanal vorgeführt hat (dort als der Wettopa) haben gezeigt, dass es auch locker mal passieren kann, dass man auf eine Distanz von 10.000 Tipps ins Minus geraten kann, selbst wenn man sogar einen kleinen Vorteil hätte. Ein Urteil über die Qualität der Tipps ist, rein mathematisch gesehen (ah, nein, die Mathematiker gehen direkt auf mich los; wie lächerlich ist für sie die "Wahrscheinlichkeitsrechnung" und noch mehr die "Statistik"? Da steigt er aus; alles Zufälligkeiten, nichts Exaktes, nichts "genau berechenbares", Finger weg; von wegen Mathematik...), nicht wirklich möglich. Die für jedermann zum Einsatz gebrachte und höchst schlichte "Geldzählmethode" hat im Ergebnis ein Minus eingebracht. Also "ist man sauer". Zu Unrecht?!
4) die Tipps vom Wettopa überprüft dieser täglich mit seinen statistischen Methoden. Das bedeutet: es werden im Spiel gewisse Statistiken erwartet, in Form von Ballbesitz, Flanken, Schüssen, Ecken und was so alles erfasst ist und für relevant gehalten wird. All diese Werte werden im Anschluss mit der Realität verglichen. Hat sich die Mannschaft den Erwartungen entsprechend verhalten? Haben sie mehr Schüsse, Ecken erhalten oder weniger als erwartet? Haben sie mehr zugelassen oder weniger als erwartet? So lange hier nicht nur eine hohe Übereinstimmung festzustellen ist, und diese keineswegs in der Summe die eigene, gewettete Mannschaft ernsthaft benachteiligt, wird eine solche Wette -- unabhängig vom Ausgang des Spiels -- als "gut" bewertet. Die Anzahl der auf diese Art mit "gut" bewerteten Wetten übersteigt deutlich die Anzahl der "schlechten" Wetten. So lange dies der Fall ist, gäbe es eigentlich keinen besonderen Grund, etwas an der Arbeitsweise zu ändern.
5) Falls jedoch auf eine längere Distanz tatsächlich die schlechten Ausgänge der Spiele überwiegen, so gilt natürlich nicht, dass man die Beine baumeln lässt und sich weiterhin in der Hängematte wälzt, sondern stattdessen wird hart gearbeitet: a) wo kann man verbessern? b) wo könnten Fehler im System liegen? c) gibt es bessere/andere Parameter, die den Spielausgang entscheidend beeinflussen und welche zu wenig oder gar keine Berücksichtigung gefunden haben? d) hat sich im Fußball etwas verändert, was man durch Beobachtung und Datenanalyse eventuell herausarbeiten kann und was die gesamte Herangehensweise in Frage stellen könnte?
All dies wird jedoch vom Autor gewissenhaft und tagtäglich angegangen. Eine Erkenntnis bleibt jedoch: man kann auch JEDES Spiel VERLIEREN. Die Chance ist da, man muss diese nur nutzen. Na, wie auch immer... ob sich was ändert an den Ergebnissen, ob man mit den Analysen Erkenntnisse gewinnt, die man nutzbar machen kann, sind alles offene Fragen.