Glücksspielstaatsvertrag - was ändert sich 2020-2021?

Das ist nicht deren Entscheidung. Der Staat untersagt es ihnen ihr Wettangebot anzubieten. Wer dies trotzdem macht, bekommt eine Unterlassungsklage. Wie oben im Link beschrieben.

ich denke es wird bei den Agenten schon weiterhin Möglichkeiten geben - das Ganze ist heute ja schon genau so "illegal" wie es morgen oder nächstes Jahr sein wird, aber es handelt sich dabei einfach um so einen kleinen Nischenmarkt, dass es nicht wirklich ins Gewicht fällt. Mag sein dass die Finanzabwicklung etwas komplizierter wird und man Bitcoin statt Skrill o.ä. verwenden muss, aber mehr Einschnitte sehe ich da eigentlich nicht kommen.

Und die oben angesprochenen 1000 Euro pro Anbieter pro Monat (die ja, wie schon mehrfach angesprochen, auch eh nicht fix sind) sind übrigens erstmal korrekt - eine anbieterübergreifende Kontrollplattform ist erst für 2021 geplant.
 
Das Geschäftsmodell der Asiaten besteht ja gerade darin, Leuten aus Ländern, in denen die Anbieter nicht offiziell operieren dürfen, Zugang zu den Märkten zu verschaffen. Warum soll damit bitte jetzt auf einmal Schluss sein? Ich glaube auch nicht, dass plötzlich alle Anbieter am 01.01. ein Einsatzlimit haben.
 
  • Like
Reaktionen: DerBoss93
Ich habe mal meine Kontakte spielen lassen, da ich wahrscheinlich einen viel besseren Draht als man anderer hat. Bisher ist noch nix durch! Diese 1000 Euro Verlustlimit würden mir das Genick brechen;-(
Also folgendes, die können diese 1000 Euro Anbieterübergreifend nicht durchsetzen, da dies Spielerdaten "Sharing" voraussetzen würde und mit der DSGVO / GDPR ist das eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit! Dann gibt es wohl für Spieler die Möglichkeit, diese 1000 Euro anheben zu lassen,wenn man Liquide Mittel nachweisen kann (wie das genau aussieht, weiß bisher auch keiner). Geschweige denn gibt es auch keine zentrale "Überwachungsstelle" für alle Spieler. Einige meiner Anbieter meinten auch, Notfallshalber wechseln Sie auf eine andere Lizenz und dann betrifft Sie das auch nicht.
Ich denke auch nicht,das die Buchmacher sich das gefallen lassen werden, das sind Umsatzeinbrüche in Millardenhöhe! Also was bleibt ist letztendlich nur bis Jan/Feb abzuwarten und sehen was rauskommt.
 
Einige meiner Anbieter meinten auch, Notfallshalber wechseln Sie auf eine andere Lizenz und dann betrifft Sie das auch nicht.
Ich denke auch nicht,das die Buchmacher sich das gefallen lassen werden, das sind Umsatzeinbrüche in Millardenhöhe! Also was bleibt ist letztendlich nur bis Jan/Feb abzuwarten und sehen was rauskommt.

Beid enen kannst du aus Deutschland aber dann nicht mehr wetten, weil sie dann Klagen ins Haus stehen haben. Entweder mit deutscher Lizenz oder gar nicht auf dem deutschen Markt. UK, Frankreich und Italien machen es leider schon vor, da läuft es genauso ab :(
 
Beid enen kannst du aus Deutschland aber dann nicht mehr wetten, weil sie dann Klagen ins Haus stehen haben. Entweder mit deutscher Lizenz oder gar nicht auf dem deutschen Markt. UK, Frankreich und Italien machen es leider schon vor, da läuft es genauso ab :(

Die Asiaten operieren sogar in den USA, wo die Strafen bekanntlich nicht höher sein könnten. Du betreibst hier Schwarzmalerei, obwohl noch nichts wirklich klar ist, auch wenn sich sicherlich nicht viel zum Positiven wenden wird.
 
Die Asiaten operieren sogar in den USA, wo die Strafen bekanntlich nicht höher sein könnten. Du betreibst hier Schwarzmalerei, obwohl noch nichts wirklich klar ist, auch wenn sich sicherlich nicht viel zum Positiven wenden wird.

Fakten sind Schwarzmalerei?

Deutschland macht jetzt das gleiche wie die benannten Länder auch und da ist es genau so inzwischen. Wieso sollte es dann hier anders laufen? Manche wollen gewisse Dinge vielleicht auch nicht wahr haben.

Man muss auch mal einsehen, das viele Bookies wohl wegbrechen werden auf Dauer und diejenigen die eine deutsche Lizenz haben, wohl aufgrund der genannten Dinge komplett unbrauchbar sein werden. Für mich auf jeden Fall.
 
Hier mal ein Beispiel wie es in Schweden läuft:

Dass das Online-Glücksspiel in Schweden seit Jahren floriert, ist eigentlich bekannt. Doch die Glückspielbehörde Spelinspektionen hält seine wachsame Hand über die Online-Casinos. Ziel ist die Überwachung, damit die iGaming-Betreiber die Bestimmungen zum Glücksspiel einhalten. Wenn wir es genau nehmen, ist eine solche Behörde für Deutschland ebenfalls geplant. Bei der Umsetzung hängen wir aber viele Jahre zurück. Sicherlich können sich die Deutschen in Schweden einiges abschauen. Doch dabei sollte die aktuelle Entwicklung ebenfalls studiert werden. Denn durch sehr strenge Vorlagen gegenüber den lizenzierten Betreibern, profitieren jetzt allem Anschein nach die illegalen Glücksspielanbieter. Daraus resultiert aktuell eine größere Unzufriedenheit eines in Schweden ansässigen Fachverbandes zum Thema iGaming.

Tatsächlich lässt sich der Kritikpunkt mit relativ exakten Zahlen beziffern. In Schweden finden sich aktuell 85 bis 87 Prozent der Spieler im regulierten Glücksspiel wieder. Somit sind es jedoch auch 13 bis 15 Prozentpunkte, die auf illegale Angebote zurückgreifen. Und genau hier setzt Branschföreningen för Onlinespel (BOS) aus Schweden an. Denn diese Zahlen sind schlechter als Schätzungen, die vor der Einführung der Regeln von der Glücksspielbehörde gemacht worden sind. Zudem liegen sie unterhalb der Grenze von 90 Prozent, welche in den Plänen der schwedischen Regierung zum Thema schriftlich fixiert sind. Kurz lassen sich die Beschwerden von BOS in wenigen Sätzen zusammenfassen: Die Regulierung trifft lizenzierte Betreiber zu hart. Strenge Vorschriften erschweren es, attraktive Angebote zu bieten. Daher weichen viele Spieler auf den nicht regulierten, aber attraktiveren Markt aus.

Quelle: https://www.online-casino.de/nachri...hweden-muss-strenge-regeln-ueberdenken-30604/
 
Ehrlich gesagt sehe ich der Änderung ab Januar relativ entspannt entgegen.

Der wichtigste Grund: Es handelt sich um ein Provisorium. Schon 2021 werden die Länder einen neuen Staatsvertrag aushandeln. Die Anstrengungen seitens der Behörden, gegen unreguliertes Glücksspiel vorzugehen, dürften sich aufgrund der kurzen Laufzeit des neuen Staatsvertrags also eher in Grenzen halten. Zumal es bis heute keine einzige Behörde in Deutschland gibt, die illegales Online-Glücksspiel systematisch bekämpfen würde/könnte. Solche Strukturen schafft man nicht über Nacht. Die Einrichtung einer neuen Behörde ist immer mit finanziellem, bürokratischem und personellem Aufwand verbunden. Viele Bundesländer, insbesondere solche mit klammen Kassen, werden sich zweimal überlegen, ob und in welcher Höhe sie Mittel für eine solche Behörde bereitstellen werden. Die Bekämpfung illegalen Glücksspiels ist nicht gerade ein Thema, mit dem man politisch punkten könnte. Insofern glaube ich auch nicht, dass man diesem Aufgabengebiet eine besonders hohe Priorität zuweisen wird.
Und selbst wenn man die Behörden komplett aus der Rechnung rausließe und von einer Situation ausginge, in der die Wettanbieter von sich aus und ohne Zutun deutscher Behörden alle deutsche Kunden ausschließen würden, selbst dann wird es Schlupflöcher und Alternativen geben. Einige davon wurden in diesem Thread ja bereits genannt.

Asianconnect z.B. akzeptiert Spieler aus den USA, obwohl diese offiziell vom Spielangebot ausgeschlossen sind. Der Workaround funktioniert hier über Bitcoin. SportOdyssey z.B. wurde nur für diesen Zweck geschaffen.

Spieler aus Frankreich, Spanien und Italien, wo bereits seit längerer Zeit eine sehr scharfe Glücksspielregulierung herrscht, berichten in internationalen Foren über Agenten und Workarounds, um weiterhin in Asien wetten zu können (wenngleich die Auswahl der verfügbaren Agenten natürlich eingeschränkt ist). Der Zugang zum asiatischen Wettmarkt wird sich also womöglich verengen, aber grundsätzlich weiterhin erhalten bleiben. Wohingegen das softe Angebot stark reduziert sein und sich auf einige wenige, außerhalb Europas lizenzierte Bookies beschränken wird. Großes Potential sehe ich auch hier für Bitcoin only Books.
Selbstverständlich wird es auch die Möglichkeit geben, über Strohmänner bzw. Drittkonten und VPN/VPS bestehende Regulierung zu umgehen, unabhängig davon, ob der jeweilige Bookie deutsche Kunden akzeptiert oder nicht. Da eine Strafverfolgung gegen Teilnehmer am unregulierten Glücksspielmarkt aufgrund der fehlenden Strukturen vorerst auszuschließen ist, muss man sich imo auch keine Gedanken um rechtliche Konsequenzen machen. Wenn überhaupt werden sich die Behörden bei der Bekämpfung illegalen Glücksspiels auf Maßnahmen gegen die Veranstalter beschränken, siehe Filesharing/Filehosting etc.

tl;dr: Das Thema wird heißer gekocht als gegessen.
 
  • Like
Reaktionen: Jonny und Binger33
Es ist absolut krank zu sehen, wie der Staat gegen das Glücksspiel vorgeht, weil sich daraus nicht genug Steuergewinne erzielen lässt (ähnlich z.b. Cannabis). Es dürfen sich z.b. keine 10 erwachsenen Leute zusammensetzen und um Geld poker spielen (selbst wenn die blinds 1cent2cent sind), aber an jeder ecke steht ein Zigarettenautomat oder man kann sich billig mit alk zuschütten. Hauptsache, das Geld durch Tabaksteuer oder die MWST des Alkohols füllt den Geldbeutel des Staates. Es geht nicht um Spielerschutz, es geht nur ums Geld
 
The Minister for the Interior in the German state of Hesse has claimed no operator has filed an application for a federal sports betting licence, warning that companies will face immediate action if they continue to operate without certification.

Minister Peter Beuth said that operators would be expected to temporarily cease offering sports betting until their licence application has been processed by the Regional Council of Darmstadt, the state body that will oversee the process.

While Beuth pointed out that the Council has been accepting permits “for months”, no operator has filed its application to date. Operators have until the end of the year to file these applications.

“I therefore urgently warn operators that from January 2020, sports betting is subject to authorisation, and there will be no more toleration [of unlicensed offerings],” Beuth said. "We will consistently prohibit illegal offerings. If you do not have permission then you are liable for prosecution, and the state will be forced to act.

“Advertising for sportsbook providers would then no longer be shown, whether on television or in stadia.”

---------------------------------------

Kein großer Buchmacher, der sich bis jetzt beworben hat.

Ist das jetzt eigentlich nur ein hessische Drohkulisse, weil er auch weiter davon spricht, wenn die anderen Bundesländer nicht so mitziehen wollen, machen sie das im Alleingang (in Hessen)?
 
Warum soll man sich denn jetzt verrückt machen, was am 01.01. passiert und was nicht. Also ich habe bisher von keinem Bookie auch nur ansatzweise eine Mail bekommen das Ende sein wird. Oder etwa ihr?

Als ob die vorher Nachrichten verschicken das eventuelle Konsequenzen zu erwarten sind...

Kommt es so, werden Deutsche ausgeschlossen und fertig. Wie vorher auch.
 
Als ob die vorher Nachrichten verschicken das eventuelle Konsequenzen zu erwarten sind...

Kommt es so, werden Deutsche ausgeschlossen und fertig. Wie vorher auch.

Wenn es so kommen sollte, werden es meiner Meinung nach auch größtenteils nur diejenigen sein, die jetzt schon an den Staat blechen, die anderen, wo man sich als Deutscher trotzdem noch registrieren kann, obwohl die nix abführen, haben sich bisher auch eher wenig darum gekümmert, was der deutsche Staat macht.

Vielleicht klagen die auch, oder was auch immer, so einfach scheinen sie sich nicht unterjochen zu wollen
 
Wenn es so kommen sollte, werden es meiner Meinung nach auch größtenteils nur diejenigen sein, die jetzt schon an den Staat blechen, die anderen, wo man sich als Deutscher trotzdem noch registrieren kann, obwohl die nix abführen, haben sich bisher auch eher wenig darum gekümmert, was der deutsche Staat macht.

Vielleicht klagen die auch, oder was auch immer, so einfach scheinen sie sich nicht unterjochen zu wollen

Davon sind aber genug nicht auf Deutschland angewiesen und ziehen sich genervt zurück, wie jetzt schon. Und das wird sich nur verstärken.
 
Ich hoffe, es wird weiter boykottiert.

der Deutsche Sportwettenverband (der die meisten großen Anbieter vertritt) unterstützt eine Ratifizierung des Änderungsvertrags. Also ich würde da nicht unbedingt von einem Boykott sprechen (es ist wohl eher ein Hinauszögern):

Der DSWV betrachtet den 3. GlüÄndStV als Übergangslösung bis zu einer weiterhin dringend notwendigen Grundsatzreform der deutschen Glücksspielregulierung im Jahr 2021 und empfiehlt die Ratifikation durch den Hessischen Landtag.

http://starweb.hessen.de/cache/AV/20...-AV-009-T2.pdf

Hier ist die Orignalquelle mit dem Statement von Beuth übrigens auch noch auf Deutsch.

https://innen.hessen.de/presse/press...cksspielgesetz

Die Drohung eines Alleingangs betrifft also erst den Zeitraum ab Mitte 2021. Und ganz unrealistisch, dass es dann keinen Staatsvertrag mehr geben wird, ist es wohl wirklich nicht - aber ob es (für uns) nun gut oder schlecht wäre, wenn dann jedes Land sein eigenes Süppchen kocht... keine Ahnung.
 
Zuletzt bearbeitet:
der Deutsche Sportwettenverband (der die meisten großen Anbieter vertritt) unterstützt eine Ratifizierung des Änderungsvertrags. Also ich würde da nicht unbedingt von einem Boykott sprechen (es ist wohl eher ein Hinauszögern):

Der DSWV betrachtet den 3. GlüÄndStV als Übergangslösung bis zu einer weiterhin dringend notwendigen Grundsatzreform der deutschen Glücksspielregulierung im Jahr 2021 und empfiehlt die Ratifikation durch den Hessischen Landtag.

Klingt eher nach einer formalen Empfehlung in dem Bewusstsein, dass es sich ohnehin nur um eine 18-monatige Übergangsregelung handelt, die über den 30. Juni 2021 hinaus sehr wahrscheinlich keinen Fortbestand haben wird.

Von den ersten zwei Absätzen der DSWV-Stellungnahme, aus der du zitiert hast, abgesehen, lesen sich die nachfolgenden 5 1/2 Seiten eher wie eine Abrechnung.

- "Beim 3. GlüÄndStV handelt sich um einen ersten kleinen, jedoch mit Blick auf die Ziele des Staatsvertrags nicht ausreichenden Schritt (...)"
- "die großen strukturellen Defizite (...) bestehen (...) fort."
- "Die kurze Laufzeit der Sportwettlizenzen (...) schafft nicht die erforderliche Planungssicherheit (...)"
- "Die Sportwette bleibt mit unzeitgemäßen, restriktiven Regelungen des GlüStV belegt"
- "Die Begründung des staatlichen Lotteriemonopols (...) mit Motiven der Suchtbekämpfung bleibt rechtlich fragil"
- "Der existente, wachsende Markt der Online-Casinospiele bleibt nach wie vor faktisch unreguliert"
- "Der bisherige GlüStV ist gescheitert, weil er im Kern auf restriktiven und prohibitiven Regelungen aus einer analogen Zeit beruht (...)"

Und das vielleicht wichtigste Zitat:

"Sportwettenanbieter brauchen unbefristete Planungssicherheit für den deutschen Markt, die ihnen der 3. GlüÄndStV abermals verwehrt. (...) Die mit 18 Monaten viel zu kurz bemessene Laufzeit der für den 1. Januar 2020 in Aussicht gestellten Erlaubnisse stehen in keinem vertretbaren Verhältnis zu Aufwand und Kosten eines Erlaubnisverfahrens sowohl für die Verwaltung als auch für die Lizenznehmer. Insbesondere für Neueinsteiger in den Markt ist die Zeit viel zu kurz, um ihre Marke nachhaltig zu etablieren."

Im Interview mit der FAZ sagt der Präsident des DSWV, Mathias Dams: "Der Staatsvertragsentwurf ist durch äußerst restriktive, bürgerrechts- und internetfeindliche Regelungen gekennzeichnet."


Eine Zustimmung des DSWV zum neuen Staatsvertrag kann ich hieraus jedenfalls nicht ableiten. Auch wenn es formal eine Empfehlung an die Länder gab, dem Vertrag zuzustimmen, scheint der DSWV, und damit nahezu alle wichtigen europäischen Wettanbieter, dem 3. GlüÄndStV grundsätzlich ablehnend gegenüberzustehen. Die Frage ist, ob es tatsächlich zu einer geschlossenen Boykottierung durch die Mitglieder des DSWV kommt oder es sich nur um...
ein Hinauszögern
...handelt. Die Bearbeitung der Anträge erfolgt erst ab 2. Januar. Allerdings frage ich mich, was sich in den kommenden zwei Wochen noch ändern sollte, das ein Hinauszögern rechtfertigen könnte.
 
  • Like
Reaktionen: Jonny und Timbo
Eine Zustimmung des DSWV zum neuen Staatsvertrag kann ich hieraus jedenfalls nicht ableiten. Auch wenn es formal eine Empfehlung an die Länder gab, dem Vertrag zuzustimmen, scheint der DSWV, und damit nahezu alle wichtigen europäischen Wettanbieter, dem 3. GlüÄndStV grundsätzlich ablehnend gegenüberzustehen. Die Frage ist, ob es tatsächlich zu einer geschlossenen Boykottierung durch die Mitglieder des DSWV kommt oder es sich nur um...

[ein Hinauszögern]

...handelt. Die Bearbeitung der Anträge erfolgt erst ab 2. Januar. Allerdings frage ich mich, was sich in den kommenden zwei Wochen noch ändern sollte, das ein Hinauszögern rechtfertigen könnte.

ja, Jubelsprünge sehen natürlich anders aus, das ist klar. Trotzdem hat es mich überrascht, dass sie sich schlussendlich für eine Ratifizierung ausgesprochen haben, da ja weitere (mindestens) 18 Monate unregulierter Markt für die Bookies eigentlich das bestmögliche Szenario wäre. Dass der Verband darauf nicht abzielt, würde ich schon als ein Zeichen dafür sehen, dass sie dann auch eine Lizenz beantragen werden.

Und mit der Herauszögerung meine ich natürlich nicht die zwei Wochen, sondern eher (geschätzt) zwei bis drei Monate, oder ähnliches. Also ich würde mal davon ausgehen, dass die Antrage schon fertig in der Schublade liegen, aber halt erst eingereicht werden, wenn sonst wirklich konkrete Restriktionen drohen. So schafft man sich halt (je nachdem wie lang die Bearbeitung dann dauert - wenn alle spät und gleichzeitig ihre Bewerbung einreichen, wahrscheinlich lang) einige zusätzliche Monate Freiraum, ohne Einsatzlimits etc. befolgen zu müssen.
 
ja, Jubelsprünge sehen natürlich anders aus, das ist klar. Trotzdem hat es mich überrascht, dass sie sich schlussendlich für eine Ratifizierung ausgesprochen haben, da ja weitere (mindestens) 18 Monate unregulierter Markt für die Bookies eigentlich das bestmögliche Szenario wäre. Dass der Verband darauf nicht abzielt, würde ich schon als ein Zeichen dafür sehen, dass sie dann auch eine Lizenz beantragen werden.

Und mit der Herauszögerung meine ich natürlich nicht die zwei Wochen, sondern eher (geschätzt) zwei bis drei Monate, oder ähnliches. Also ich würde mal davon ausgehen, dass die Antrage schon fertig in der Schublade liegen, aber halt erst eingereicht werden, wenn sonst wirklich konkrete Restriktionen drohen. So schafft man sich halt (je nachdem wie lang die Bearbeitung dann dauert - wenn alle spät und gleichzeitig ihre Bewerbung einreichen, wahrscheinlich lang) einige zusätzliche Monate Freiraum, ohne Einsatzlimits etc. befolgen zu müssen.

Welcher Quelle entnimmst du, dass der Anbieter quasi eine Schonfrist genießt, solange sein Antrag in Bearbeitung ist?

Der von dir zitierten Pressemitteilung des Hessischen Innenministeriums entnehme ich:

"Jedes Sportwetten-Angebot ist ab Januar 2020 erlaubnispflichtig und es gibt keine Duldungen mehr. Wir werden illegale Angebote konsequent untersagen. Wer keine Erlaubnis hat, macht sich dann strafbar und das Land ist gezwungen, zu handeln. Von Sportwetten-Anbietern bezahlte Werbung dürfte dann auch nicht mehr gezeigt werden, egal ob im Fernsehen oder im Stadion. Deshalb appelliere ich an die Anbieter, ihre Unterlagen auf Vordermann zu bringen und endlich einzureichen."

Für mich klingt das wie: Wer am Stichtag keine gültige Konzession besitzt, aber weiterhin am deutschen Markt anbietet, ist illegal und wird sanktioniert.
 
  • Like
Reaktionen: Demokrat
Für mich klingt das wie: Wer am Stichtag keine gültige Konzession besitzt, aber weiterhin am deutschen Markt anbietet, ist illegal und wird sanktioniert.

ja, aber wann ist dieser Stichtag? Bisher gibt es, soweit ich das sehe, nur den 2.1. als Termin, an dem die Überprüfung der eingegangenen Anträge überhaupt erst beginnt.

Das Land Hessen sagt, "Ziel ist es im ersten Quartal die ersten Konzessionen zu erteilen." - also man kann wohl davon ausgehen, dass es sicher einige Monate dauert, vielleicht ein halbes Jahr oder mehr, bis alles abgearbeitet ist. (edit: habe nochmal nachgeschaut: 2012/13 hat es 13 Monate gedauert vom Beginn der Ausschreibung bis zur Veröffentlichung der 20 designierten Konzessionsinhaber)

Auf welcher Grundlage will man in dieser Übergangszeit irgendjemandem verbieten, Wetten anzubieten?! Und das werden die Bookies so gut es geht versuchen auszunutzen.

Edit: Die FAQ des Landes Hessen besagen übrigens zudem:

"Es gibt keine gesetzliche Frist zur Einreichung der Antragsunterlagen. Allerdings kann die Behörde einen Sportwettanbieter, der am Markt tätig ist, und in 2020 keinen Antrag eingereicht hat, unter Fristsetzung zur Antragstellung auffordern und andernfalls auf die Untersagung des unterlaubten Angebots hinweisen."

Da lese ich schon heraus, dass bis zu dieser konkreten Fristsetzung, das Angebot erstmal weiterhin geduldet wird. "In 2020 keinen Antrag eingereicht hat" könnte man eventuell sogar so verstehen, dass der 31.12.2020 das Datum dafür sein wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reaktionen: Jonny und Schröck
Timbo Danke. Die FAQ haben etwas Licht ins Dunkel gebracht.

Offen geblieben ist z.b. die Frage, wann die Frist zur Antragstellung nach Aufforderung durch die Konzessionsbehörde abläuft. Oder was die Behörde unter "zeitnah zu Beginn des nächsten Jahres" versteht.

"Die Anbieter, die bereits jetzt am Markt tätig sind, werden zeitnah zu Beginn des nächsten Jahres, sofern sie nicht bereits einen Antrag gestellt haben, auf die Möglichkeit einer Antragstellung hingewiesen. Ihnen wird dann eine Frist zur Einreichung der Unterlagen genannt werden. Sollte die Frist zur Antragstellung verstreichen, wird durch das RP Darmstadt umgehend das unerlaubte Angebot untersagt. Flankierend werden die Staatsanwaltschaft, die FIU sowie die Landesmedienanstalten über die Untersagung unterrichtet. Ferner wird der Sachverhalt zwecks Einleitung eines Verfahrens zur Zahlungsunterbindung an die zuständige Behörde gemeldet."


"In 2020 keinen Antrag eingereicht hat" könnte man eventuell sogar so verstehen, dass der 31.12.2020 das Datum dafür sein wird.

Diese Antwort steht in krassem Widerspruch zu den mahnenden Worten von Herrn Beuth: "Ab spätestens Januar jedoch soll die Schonfrist vorbei sein. Jeder Anbieter ohne gültige Konzession gelte dann offiziell als illegal und werde nicht länger geduldet. Beuth mahnte daher alle Buchmacher, dass diese ab Januar endgültig eine Strafverfolgung riskierten, wenn sie weiterhin ohne eine Konzession Online Sportwetten anböten. Ein sofortiges Verbot gelte dann auch für jedwede Werbung, die über TV oder im Stadion verbreitet werde."

Wenn es also tatsächlich keine gesetzliche Frist zur Einreichung des Antrags gibt, ja sogar ein Hinauszögern der Antragsstellung bis Ende 2020 seitens der Behörde toleriert wird, ohne, dass der Anbieter Konsequenzen zu befürchten hätte, dann wären etablierte Anbieter schlecht beraten, würden sie ein Großevent wie die EM 2020 unter den Beschränkungen des 3. GlüÄndStV vermarkten (1.000 Euro Einsatzlimit, eingeschränktes Livewetten-Angebot, etc.). Da dürfte das unregulierte Modell wesentlich lukrativer für die Anbieter sein. Vielmehr täten sie gut daran, die 12-monatige Schonfrist voll ausnutzen, sich ab 2021 für sechs Monate vom deutschen Markt zu verabschieden, um im Juli wieder in den Graumarkt zurückzukehren.
 
  • Like
Reaktionen: Timbo