Desweiteren finde ich die Einschätzung von Daniel, dass gerade das 21. Jahrhundert verkommen wäre, ziemlich an der Realität vorbei.
Auch in Hinblick auf die Krankheit Depression war soweit mir bekannt ist keine Gesellschaft so aufgeklärt, offen und tollerant wie die unsrige des 21ten Jahrhunderts.
Vielleicht hatte ich mich falsch ausgedrückt. Aber ich möchte ein Beispiel nennen, auch wenn es vielleicht weit hergeholt ist und ich möglicherweise total falsch liege.
Das Beispiel "abgestürzter Computer":
Läßt sich mit dem Begriff Burn out sogar beim Menschen übertragen.
Was tun wir, wenn der seinen Geist aufgibt ?
Als erstes verfluchen wir das Gerät und bennen es nach allen Regeln der Kunst.
Das Gleiche tun wir vermutlich auch mit einem Mitmenschen, der plötzlich sich zurückzieht. Wir unterstellen ihm zuerst mal Faulheit, Sturheit und was weiß ich, was nicht noch alles.
(Wobei ich dazu sagen muss, dass es für mich keine faulen Menschen gibt. Jemand, dem wir andauernde Faulheit unterstellen, sollte ein Warnsignal sein, denn jemand der glücklich und zufrieden ist, wird nicht den ganzen Tag auf dem Sofa oder im Bett verbringen.)
Beim Computer versuchen wir als Zweites, nachdem sich unsere Wut etwas gelegt hat zu helfen. Das tun wir beim Menschen meist auch, reden ihm gut zu.
Jetzt aber das Entscheidende:
Wenn das alles nicht hilft, dann suchen wir für unseren Computer einen Spezialisten, der uns mit einer Beratung hilft, das Problem zu verstehen und unserem Computer hilft, wieder auf die Beine zu kommen.
Beim Menschen tun die meisten dies aber nicht, sondern lassen die Wut an der Situation am Betroffenen wieder aus und üben weiter Druck aus.
Ergebnis:
Beim Computer gehen wir zufrieden mit dem Gerät nach Hause und wissen, wie wir in Zukunft reagieren und damit umzugehen bzw. schwierige Situationen bewältigen können und beim Menschen hauen wir auf Teufel komm raus immer weiter drauf, obwohl der liebe Gott uns die Möglichkeit gegeben hat, uns mit dem Betroffenen zu unterhalten.
Deswegen auch meine Aussage, weil es in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr sein darf, dass wir für leblose Objekte direkt eine "Therapie"= Reparatur in Anspruch nehmen und einen Menschen immer mehr ins Abseits drängen, obwohl es beim Menschen einfacher wäre, weil ein Mensch uns sofort sagen kann, was bei ihm nicht stimmt.
Meine Hoffnung ist zunächst mal, dass Enke uns mit diesem Schock dazu bewägt hat, uns an der eigenen Nase zu packen und mal drüber nach zu denken, was wir im Umgang mit anderen besser machen können.
Was ich in den letzten 2, 3 Tagen da bei mir selber verbesserungswürdig fand, hat mich schon überrascht.