MMA 2020

UFC Fight Night – Fight Island



2/10 De Randamie + De Castro (Die “De” Combo) 2.42q @ Betvictor

Nun hat man so viel über den Frauen Fight geredet, aber vergessen wie schlecht De Castro ist. Völlig zurecht verloren De Castro. Darf man eigentlich auch nicht spielen so eine Quote auf so einen limitierten Typen. Carlos Felipe hatte wenigstens Lust was zu machen.

De Randamie "The old kickboxerin is chocking you out". Das hätte ich tatsächlich nicht gedacht. De Randamie schickt Pena in den Schlaf xD Im Standup wie erwartet Top, auf dem Boden wurde es kritisch. Dann aber doch auf dem Boden den Sieg geholt. Weird. Aber gut für De Randamie. Gegen Nunes wird das leider dann wiederholt nichts. Wobei wer weiß ob das Kind die nun evtl. weniger trainieren/schlafen lässt :)

-2
 
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Reaktionen: profj und Fenomeno
UFC Fight Island 5 - Moares vs Sandhagen

Edson Barboza vs Makwan Amirkhani


Gegen Barboza habe ich ja schon damals beim Fight vs Ige getippt. Dort etwas Glück gehabt, aber war jetzt auch nicht unverdient. Der Kampf kann an beide gehen. Barboza ist in der UFC eine Legende. Hat echt alles gekämpft was Rang und Namen hat. Barboza hat aber auch gegen fast alle mit Rang und Namen kassiert. Cerrone, Johnson, Ferguson, Khabib, Gaethje, Dariush, Felder etc. Natürlich mit Pettis, Felder etc. auch paar gute besiegt. In der UFC seit 2010 und auch mit 34 noch gar nicht so alt. Allerdings zuletzt wirklich teilweise schwere und unzählige Schläge kassiert. Was macht es mit einem mental wenn man in den letzten 6 Fights 5 mal verliert? Dann geht er eine Gewichtsklasse nach unten und verliert sofort wieder. Und Ige ist kein Top Mann, solider Kämpfer, aber da hätte Barboza aus seiner Sicht wohl eher easy gewinnen sollen.

Der Gewichtsklassenwechsel war natürlich wegen der Stärke des Lightweights, aber auch aus Verzweiflung. Nun wollte Barboza vor allem wegen seiner Größe/Reach im Featherweight Vorteile generieren. Dies lief dann gegen Ige suboptimal. Barboza kommt mir einfach alt und verbraucht vor. Wobei er immer noch eine gute Cardio hat, hat gute Takedown Defense und die wird er hier brauchen.

Nun kommt mit Makwan Amirkhani ein eigentliches mega Talent, welches oft durch Blödsinn negativ aufgefallen ist. In mehreren Interviews hat er nun bestätigt, dass er seinen Kreis eingeschränkt hat und professioneller arbeiten will. Der Party Boy Mr. Finland hatte schon Top Auftritte, aber eben zwischendurch komplett Einbrüche wie gegen Burgos. An für sich auch schon mit langer UFC Erfahrung. Steht overall 16-4 und in der UFC 6-2. Ein Sieg gegen Barboza könnte Ihn hier in eine neue Liga befördern. Insbesonderer sein aggressives Wrestling und brutales Stand Up Boxing gefällt mir bei ihm besonders. Bei der guten Takedown defense von Barboza wird es natürlich nicht leicht, aber hier gehe ich mit Barbozas Alter bzw. vielen Runden die er schon gehen musste… die Konzentration und Schnelligkeit lässt nach, bei dauerhafter Wrestlingpenetration plus Angst vor Amirkhanis Schlägen erwarte ich Probleme bei Barboza
Problem ist natürlich, dass er als Short Notice reinkommt, aber hatte trotzdem fast 3 Wochen Zeit. Daher halte ich das für in Ordnung. Größter Gegner vom Namen her ist auch klar, aber sehe ihn hier nicht als so großen Außenseiter. Falls er wirklich professioneller arbeitet, bessere Cardio hat und konzentrierter kämpft, dann sehe ich in 2020 einen Amirkhani vorne. Die Grundlagen und Talent hat er definitiv. Mit dem Straight Blast Gym auch eines der besten der Welt. Ich bin gespannt. Ein Win wäre der Gamechanger. Was aber jedem klar sein sollte, falls er durchdreht kann er auch schwer KO gehen. Zu der Odd aber eine Must Bet für mich. Freue mich auf den Kampf.

Beim Wiegen /Stand Off hat sich auch noch mal gezeigt, dass der Größenunterschied hier gar keine Rolle spielt. Ich bezweifle, dass sich Barbozas Idee mit dem Gewichtsklassenwechsel hier positiv für ihn auswirkt. Bei der Odd gibt’s für mich keinen Weg vorbei an Amirkhani.

2/10 Amirkhani 3.25q Bet365
 
UFC Fight Island #6

Modestas Bukauskas - Jimmy Crute

Der Australier Crute gehört zu den Hoffnungsträgern in der Light-Heavyweight-Division. Chain-Wrestling auf hohem Level, enorme Kraft, relativ gute Kondition, und der Junge ist gerade mal 24. Er bekam seinen UFC-Vertrag vor 2 Jahren durch einen überzeugenden Erstrunden-Finish in der Contender Series. 3 seiner 4 UFC-Kämpfe konnte er relativ einfach für sich entscheiden. Nur Misha Cirkunov konnte ihn bislang bezwingen, und das in einem wirklich hochklassigen Grappling-Match, wo ständig Positionen geswitcht wurden. Trotz dieser Submission-Niederlage ist Crute's brauner BJJ-Gürtel einer der Besseren seiner Art. Er kennt die Abläufe sehr gut und weiß, wie man sich zu positionieren hat. Ihm unterlaufen zwar gerne mal kleinere Fehler bei Übergängen, aber er hat noch genug Zeit das alles zu perfektionieren. Gegen unerfahrene Grappler wird er immer einen riesigen Vorteil haben und die meisten von ihnen wird er auch finishen können.

Nun ist die Frage, kann Bukauskas grappeln? Nun.. jein. Er scheint sehr hart an seiner Takedown-Defense zu arbeiten, allerdings wirkt er mir nicht besonders solide damit. Seine letzten beiden Siege hat er quasi während der TD-Defense geholt, mit satten Ellbogen-Strikes an die Schläfe. Trotzdem sah es bislang phasenweise zu einfach aus, ihn runter zu bekommen, besonders zu Cage Warriors-Zeiten. Auch wenn es dort am Ende für den Titel und eine Titelverteidigung gereicht hat.
Worauf man sich bei ihm verlassen kann, ist seine Mobilität. Er ist trotz seiner Größe relativ explosiv und versteht es gut, aus Bottom-Position zu entkommen. In Sachen Striking ist er seinem Gegner durchaus überlegen, besonders über längere Exchanges hinweg. Er verfügt über gute Kombis, die er gerne mit Kicks vollendet.

Das könnte hier alles irrelevant werden, wenn Crute, wie von den Bookies erwartet, den Kampf durchweg auf den Boden verlagern kann. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob das wirklich so ein Selbstgänger ist. Crute lässt seine Gegner sehr oft wieder aufstehen und bislang hat er auch wirklich nicht die beweglichsten Gegner vorgesetzt bekommen. Wenn Bukauskas nach mehreren Takedowns noch einen Weg zum Stand-up findet, wird er womöglich irgendwann auch das Heft in die Hand nehmen können, da ich ihn doch konditionell einen Tick besser als den Australier einschätze.

Crute macht von Kampf zu Kampf große Fortschritte, und er könnte hier echt einfach ganz kaltschnäuzig ne schnelle Submission abwickeln, das liegt schon im Bereich des Möglichen. Trotzdem finde ich, dass Bukauskas etwas zu sehr unterschätzt wird. Immerhin kam er als Cage Warriors-Champ in die UFC und ein Gegner auf diesem Level ist eben der logische nächste Schritt für seine Karriere. Er ist All-Around kein wesentlich schlechterer Kämpfer als Crute, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Und vielleicht ist es ja für den Litauer ein gutes Omen, dass es ein Balte war, der Crute seine bislang einzige Niederlage zugefügt hat (Cirkunov/Lettland). Alles in allem : definitiv ein Gamble wert.

Bukauskas to win @3,76 1/10 Pinnacle
 
Katlyn Chookagian - Jessica Andrade

Die Flyweight-Division der Frauen ist ein gutes Beispiel dafür, wie wirtschaftliche Interessen die sportliche Realität aushebeln können. Einschaltquoten überschatten öfters mal die objektive Wahrnehmung und egal wie dominant einer ist, es kann immer behauptet werden, dass jemand anderes besser sei, wenn sie noch nicht gegen einander gekämpft haben. Valentina Shevchenko gewann den vakanten FW-Titel durch einen dominanten Sieg über Joanna und besiegte seitdem 3x #1 Contender auf teilweise brutale Art und Weise, Chookagian eine davon. Überzeugender kann man als Champ gar nicht auftreten, und es gibt weit und breit keine Frau, die ihr in dieser Gewichtsklasse das Wasser reichen kann. Und trotzdem ist sie pound-for-pound bei den Frauen nur auf Platz 3 hinter Strawweight-Titelträgerin Weili Zhang, die ihren Titel bislang nur 1 Mal verteidigte, und das nur ganz knapp. Im direkten Vergleich gegen Joanna hat Shevchenko deutlich besser ausgehen. Zhang hat eben eine große Nation im Rücken, die zugleich ein riesiger neuer Markt für die UFC ist.

Vor der Chinesin hatte Jessica Andrade den Strawweight-Titel. Der ernüchternde Auftritt gegen bei ihrem Titel-Verlust und die darauf folgende Schlacht gegen Namajunas waren zu viel für sie. Nach 2 Niederlagen wäre es in ihren Augen wohl ein langer Weg zurück bis zum Titel geworden und so gibt sie nun ihr FW-Debut, weil sie sich da bessere Chancen ausrechnet. Eigentlich hätte sie schon viel früher in dieser Division gekämpft, doch als die UFC die Division einführte, war sie schon von Bantam- auf Strawweight umgestiegen. Dieser 20 Pfund-Sprung verlangte quasi eine Body-Transformation von ihr ab. Nun ist sie da, wo sie wahrscheinlich hingehört und malt sich Chancen auf einen baldigen Titelkampf aus. Vielleicht ja als nächstes Calvillo und dann Shevchenko? Aber alles der Reihe nach.

Wir kennen beide schon sehr genau aus früheren Analysen. Andrade ist ein "Kampfschwein"; kräftig, agil und geht permanent auf ihre Gegnerinnen zu. Beim Rematch gegen Namajunas zeigte sie in der 3.Runde, dass sie durchaus technisch striken und Set-Ups für ihre Takedowns liefern kann. Sie zieht es nur einfach vor, gleich von Beginn an ihre Muskeln spielen zu lassen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie stark ihre Kontrahentin ist. Denn wenn sie spürt, dass sie mit Leichtigkeit gegen den Zaun arbeiten kann, dann tut sie das non-stop. Meistens, bis sie ihre Gegnerin hochheben und auf die Matte schmettern kann.
Das hört sich alles schön und gut an. Doch wir sind hier in einer anderen Division und Chookagian ist ca 20 cm größer als Andrade. Zudem ist Chookagian nicht gerade bekannt dafür, nach Belieben gedroppt zu werden. Im Gegenteil, ihre Takedown-Defense kann sich sehen lassen und auch offensiv hat sie Einiges drauf. Und auch wenn sie mal auf dem Rücken landet, es wird ihre Gegnerin um Einiges mehr anstrengen, als sie sonst gewohnt ist.
Chookagian wird einen riesigen Reach-Vorteil haben und damit könnte sie sich Andrade über lange Strecken vom Leibe halten. Die kleine Brasilianerin hat eigentlich schon immer gegen etwas größere Gegnerinnen gekämpft, aber 175cm ist auch für sie Neuland.
Ich habs in der letzten Chookagian-Analyse schon erwähnt, sie ist für mich die "Best-of-the-Rest" in dieser Gewichtsklasse. Die Split-Decision-Niederlage gegen Jessica Eye war bullsh!t und gegen Shevchenko kommt ja ohnehin niemand an. Nach der Kirgisin hat sie für mich das kompletteste Repertoire bei 125.

Andrade hat, wie schon erwähnt, jede Menge Power und sie hat schon in der Vergangenheit gezeigt, dass sie immer neue Wege (er)findet um Fights zu finishen. Ob ihre Finishing-Ability hier die Favoritenrolle gerechtfertigt, sei mal dahingestellt. Auf der anderen Seite hat Chookagian eigentlich alle Anlagen, und inzwischen auch die Erfahrung, um Andrade mit allerlei Kicks zu bearbeiten, auf Distanz zu halten und mindestens 2 Runden abzustauben. Sie hat einen Vorteil was die Physis angeht und auch technisch sollte sie die Nase vorn haben. Die Quoten gehen hier immer weiter auseinander, aber ich verstehe die Richtung nicht so ganz. Hätte hier Chookagian auch als leichten Favo noch gespielt.

Chookagian to win @2,28 3/10 Pinnacle
 
UFC Fight Island 6


Erstmal danke an Fenomeno für wie immer top Analysen. Finde die beiden auch sehr interessant zu tippen 😊


Gadzhimurad Antigulov vs Maxim Grishin

Grishin war zuletzt gegen Tybura late replacement. Dort auch zurecht verloren, aber als late replacement natürlich immer schwierig. Er war vorher in der PFL eigentlich ein solider Fighter, hier nun mit normaler Vorbereitung sollte er normalerweise gewinnen. Dazu eine reach Advantage. Grishin ist aber auch kein Jungspund mehr, ich weiß gar nicht ob da noch überhaupt großartig Potential im Tank ist. Die Sieg Odd ist nichts wert. Gerade auf der Matte sehe ich Antigulov zu mindestens in den ersten Minuten vorne. Antigulov hat immerhin 15/20 eine sehr stabile 75% Submission Quote und mit American Top Team auch ein Gym was Ihn weiterhin auf Trab halten sollte.

Antigulov ist top auf der Matte, guter Wrestler. Er versucht sofort den Gegner irgendwie auf die Matte zu bekommen und dort die Submission zu schnappen. Problem ist, klappt dies nicht in den ersten Minuten, dann ist Antigulov meistens komplett verloren. Er ist konditionell echt schwach. 24 von 27 Fights waren unter 1.5 Runden!? Eine irrsinnige Statistik. Einmal wurde das unter 1.5 dazu nur knapp überschritten. Der Mann kann nur die 1. Runde. Zuletzt auch 3x in Rd 1 verloren. Antigulov kam mir nie Fit vor, scheint echt immer all in zu gehen in Runde 1. In den letzten 3 Jahren 3 Fights und zusammen knapp 7 Minuten gekämpft. Selbst alle drei Kämpfe zusammen würde die unter 1.5 nicht knacken :S

Grishin hingegen auch einer der kaum über die volle Distanz geht. 27/38 Fights wurden vorzeitig beendet. Davon 21x unter 1.5 geknackt. Er selbst hat 70% seiner Siege vorzeitig geholt.

Ich bin echt kein Fan von unter 1.5 Runden, aber in dem Fall muss ich drauf gehen. Entweder sehe ich das Antigulov in den ersten 2-3 Minuten seinen Gegner auf die Matte zerren kann und ihn evtl. sogar submitted, oder Grishin überlebt und danach ist Antigulov Vogelfrei und kann schnell gefinished werden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Antigulov plötzlich nach 27 Fights in seiner Karriere seinen Gameplan komplett ändert und Anfangs es erstmal langsam angehen lässt.


2.5/10 unter 1.5 Runden 1.72q @Pin/Betway
0.5/10 Antigulov Sieg in Rd 1 9q @Unibet
 
UFC Fight Island 6


2.5/10 unter 1.5 Runden 1.72q @Pin/Betway
0.5/10 Antigulov Sieg in Rd 1 9q @Unibet

Antigulov ändert zum 1. mal in seiner ganzen Karriere seinen Gameplan und macht in de r1. Runde genau 0 Interaktionen :)

Grishin genauso schwach. Abstand.

-3
 
Khabib - Gaethje

Ich machs ganz kurz, grundsätzlich wettet man nicht gegen Khabib...Standup Fighter habens in der Regel schwer gegen ihn.
ber Gaethje hat definitiv die besten Chancen.
Habe khabib in einem Weigh in noch nie so fertig gesehen und zugleich froh das er das Gewicht erreicht hat.
Hat ihn ziemlich mitgenommen... Diese Weightcuts wirken sich extrem auf die Kraft aus....
Und nachdem was Justin mit Ferguson gemacht hat für mich definitiv Value in der Qoute....

Gaethje @ 3,98 marathon 2/10
 
UFC 254

Khabib Nurmagomedov - Justin Gaethje

Ich glaube es macht Sinn, einfach kurz mal aufzulisten, was alles eintreffen müsste damit Gaethje gewinnt.

- Er tritt zum ersten Mal gegen einen derartig gut konditionierten Grappler an, der pausenlos shooten kann, müsste also zum ersten Mal ständigen Gebrauch von seiner TD-Defense machen und größtenteils Erfolg damit haben
- Damit das auf Dauer klappt muss er konditionell besser ausgestattet sein, als Khabib
- Er müsste zudem der Erste werden, der Khabib ernsthaft weh tut, bzw. ihn überhaupt zum bluten oder gar zum wackeln bringt

Und dann gibt es noch weitere Faktoren wie :
- Gaethje hatte gerade erst seinen ersten Langstreckenflug
- Sein erster Auslandsaufenthalt
- Sein erstes Mal in einem solchen Klima
- Sein erster Jetlag

Gleich vorweg, für mich sind das zu viele "erste Male" in Relation zu der Quote. Wir haben alle letztes Jahr in UAE gesehen, wie Dustin Poirier, der konditionell wahrscheinlich noch einen Tick besser als Gaethje ist, nach der ersten Runde absolut am Ende war. Die Hitze wird wieder gegeben sein und ich denke sowieso, dass Abu Dhabi ein großer Vorteil für Khabib ist. Er ist ja ohnehin schon seit weit über einem Monat dort und wird quasi sowas wie Heimvorteil genießen, zumindest klimatechnisch. Jeder redet so gerne über sein Grappling, aber ohne seine Pferdelunge wäre sein Game nur halb so effektiv. Er landet weniger als die Hälfte seiner Takedown-Versuche. Das eigentlich Besondere an Khabib ist, dass er immer weiter macht und immer neue Entries sucht, bis der Gegner mental aufgibt. Die stickige Luft wird ihm wieder dabei helfen.

Die Frage für Gaethje ist natürlich, ob er seine Strikes so perfekt timen kann, dass Khabib nicht eindringt und im Idealfall sogar Damage davonträgt. Das ist ja so ziemlich der einzige Weg für Gaethje diesen Kampf zu gewinnen. Klar kann das mal passieren, nur eben auf Dauer etwas unwahrscheinlich. So, wie Gaethje in der Regel striked, ist er für so ziemlich jeden Angriff offen. Er ist ohne Frage ein hervorragender Puncher und Kicker, mit exzellenten Reaktionen und gutem Auge für Kontermöglichkeiten, aber das alles ist halt nur die eine Hälfte des Striking-Games. Die andere Hälfte, also die Defense, ist für Gaethje fast non-existent. In der Offensive zeigt er inzwischen auch gute Beinarbeit, im Rückwärtsgang wirkt er aber nach wie vor sehr steif. Er kassiert extrem viele Treffer zum Kopf. Und das, obwohl er bislang seine Deckung kaum fallen lassen musste. Er verlässt sich sehr auf den Schaden, den er anrichtet, und kümmert sich nicht um den Schaden, den er davonträgt. Keine Rücksicht auf Verluste, das macht ihn aufregend und es hat sich bisher für ihn sicherlich mehr gelohnt, als viele erwartet hätten. Hier könnte diese Philosophie aber ganz schnell problematisch werden.

Auch die Geschichte mit den Kicks ist etwas komplizierter, als man es sich vorstellt. Du kannst gegen Khabib nicht pausenlos Low-Kicks schwingen, wie gegen andere Gegner. Du landest einen oder zwei, spätestens den Dritten fängt Khabib in der Luft ab und dann landest du ganz schnell auf dem Po, wo er dir dann die Luft aus den Lungen presst. Selbst Alvarez hatte in der 1.Runde gleich 4-5 Kicks von Gaethje abfangen können, nur hat er keine Energie in mögliche Takedowns investiert, sodass Gaethje ganz leicht wegrollen konnte. Er muss seine Deckung tiefer stellen, wegen der konstanten Takedown-Gefahr, und auch das beeinflusst die Art und Weise, wie man kickt. Wenn man aufrecht und steif ist, kann man das Bein wie einen Schläger schwingen. Bei tieferer Kampfauslage ist das nicht mehr in dem Tempo möglich. Falls er bei seinem gewöhnlichen Stance bleibt, dann wird er Khabib umso mehr einladen, ihn gegen den Zaun zu pushen. Egal wie man es dreht und wendet, es wirkt nicht wirklich wie ein gutes Style-Matchup für Justin, auch wenn die Medien davon überzeugt sind. Als Division 1 All-American steht es natürlich außer Frage, ob er Ringen kann. Er hat nur leider den Übergang zum MMA-Grappling nie wirklich gemacht und BJJ ist ihm auch fremd.

Wenn es dann mal zu einer von Khabib's Lieblingspositionen am Zaun kommt, denke ich nicht, dass sich Justin auf Dauer effektiv wehren kann. Als ehemaliger College-Wrestler hat er ohnehin die Angewohnheit, ziemlich schnell seinen Rücken anzubieten, um wieder aufstehen zu können. Egal, wie positiv die erste Runde für Justin abläuft, es wird sehr wahrscheinlich ermüdend werden für ihn. Für Khabib gilt hier ; in der ersten Runde wird gekocht, ab der 2.Runde wird gegessen. Und ich glaube Khabib hatte in den letzten 6-7 Jahren nie eine 2.Runde ohne mind. 3 Minuten dominantem Top-Control.

Nehme hier das Finish und schmeiße noch etwas auf die 2.Runde. Klar hat man im Hinterkopf, dass dieses ganze Jahr bisher wie ein Fiebertraum abläuft. Dass Khabib seine 0 verliert wäre so richtig 2020-like. Trotzdem muss ich mit den Skills und den gegebenen Umständen gehen, und die sprechen ganz klar für den "Eagle". Wer es safer mag, kann ja das unter 3.5 in seine Kombi packen. Gehe nicht davon aus, dass der Kampf länger als 17.5 Minuten geht.

Khabib via KO,TKO,DQ,Sub @1,9 3/10 Bet365
Khabib gewinnt in Runde 2 @8 0,5/10 William Hill



PS : Denke, dass Whittaker im Co-Main gewinnt. Finde die Quote gut, dafür, dass er Cannonier technisch ganz leicht überlegen sein könnte. Ich sage könnte, weil man bei ihm nie weiß, wie sehr er bei der Sache ist. Hat in der Vergangenheit schon oft von Burnout und sowas geredet. Der Australier schien aber über die Woche hinweg in einer guten Verfassung zu sein, auch mental. Cannonier hat natürlich viel Momentum auf seiner Seite, doch es wird hier schwer für ihn, Runden für sich zu entscheiden, wenn er keine satten Treffer landen kann. Als Ex-Champ sollte Whittaker über genug Erfahrung verfügen, um seinen Gegner mit gutem Distance-Management ein Stück weit verzweifeln zu lassen. Leider keine Zeit für eine längere Analyse.

Whittaker @1,95 2/10 Pinnacle
 
UFC 254

Khabib Nurmagomedov - Justin Gaethje

Khabib via KO,TKO,DQ,Sub @1,9 3/10 Bet365 +2,7
Khabib gewinnt in Runde 2 @8 0,5/10 William Hill +3,5


Whittaker @1,95 2/10 Pinnacle +1,9
"In der ersten Runde wird gekocht, ab der 2.Runde wird gegessen." Alles nach Plan von A bis Z. Khabib dominiert und finisht Gaethje via Triangle in Runde 2. Er hört nun als bester Kämpfer aller Zeiten auf. Legende.

Whittaker hat auch seine Qualität sprechen lassen, sehr gute Leistung, verdienter Sieg.

+8,1
 
Maurice Greene vs Greg Hardy

Greg Hardy kommt aus dem American Football, wurde da rausgeschmissen wegen Vergewaltigung, Kokain usw. Dann später noch mal wegen Kokain gepackt worden. Dann einmal während des Kampf Inhaliergerät benutzt und daher im Nachhinein disqualifiziert worden. Der Typ hat keine drei Gehirnzellen und dementsprechend ist auch sein Fight IQ.
Seit 2 Jahren nun in der UFC angekommen. War der pure Hypetrain. Großer kontroverser Name, gute Schlagkraft, aber sehr sehr wenig MMA Basics. Er hat sich verbessert ja, aber ist weit hinter einem guten MMAler. Sein Punsh ist auf jeden Fall gut, aber auch nur gut für schwächere Leute.
Respekt habe ich dafür, dass er gegen Volkov über die Distanz gegangen ist, aber im Kampf danach gegen einen indiskutablen De Castro auch nur mehr schlecht als recht gewonnen.

Ich bin kein Fan von Maurice Greene, aber er hat immerhin eine vernünftige MMA Ausbildung. Blue Belt im BJJ, eine kurze Kickbox Profi Karriere, allerdings bei Glory, was eine der besten Organisationen der Welt ist. In der UFC war Greene bisher durchwachsen. Gegen Fallobst wie Villante oder Albini problemlos. Wobei selbst gegen Villante zwischendurch wackelig. Gegen einen mmn auch schwachen Hughes in der LFA Titlefight verloren, dann in der UFC knapp gewonnen. Die Niederlage durch Submission vs Oleinik passiert. Da sind schon ganz andere submissed worden. Gegen Pavlovich kann man auch verlieren. However, durchwachsener Kämpfer, aber er ist immerhin ein MMAler.

Auf dem Boden sollte Greene haushoch überlegen sein, im Stand-Up ist es natürlich gefährlich, da sehe ich schon Hardy durch seine Kraft vorne, wobei die Kickboxskills eher für Greene sprechen sollten. Hardy ist ein guter Schläger, kann auch einstecken und hat viel Hype. Ist allerdings unfassbar blöd und kaum MMA Skills. Dazu fand ich das Wiegen heute seltsam. Er war zwar gut drauf, aber musste zweimal versuchen die absolute Höchstgrenze zu packen und stand am Ende bei 264.5 Pounds… Er wäre damit fast das erste Schwergewicht der Geschichte gewesen, welches die Höchstgrenze knackt.
Greene scheint topmotiviert zu sein, meinte in Interviews auch dass dieser Kampf perfekt zu ihm passt. Denke er rechnet sich hier echt etwas aus und hat einen klaren Fightplan. Wenn er sich gut vorbereitet hat dann kann ich die große Außenseiterrolle nicht ganz nachvollziehen.

1/10 Greene 3.75q Betsson
0.5/10 Greene by Submission 8q Unibet
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe gleich noch mehr. Warte das Wiegen komplett ab, will hier aber nicht weiter warten weil die Odd crasht.


Mike Perry vs Tim Means


Puh Perry. Showman, aber eigentlich niemand den man auf einer Maincard als 3. Fight bei so einem Line Up gebrauchen kann. Der Mann ist durch. Er ist fast aus jedem Gym rausgeflogen, will keinen Trainer mehr haben. Hat beim letzten Fight seine Freundin als Trainer dabeigehabt. Mittlerweile trainiert er in seiner Garage und schlägt bisschen auf dem Boxsack. Immer wieder Skandale. Steuerschulden bzw. Geldprobleme. Zuletzt hat seine Ex Frau angegeben misshandelt worden zu sein. Auf der Straße haut er irgendwelche fremden um, zuletzt einen alten Mann im Restaurant wirklich umgeschlagen und schreit rassistische Beleidigungen durch die Gegend. Dazu ganz verstörte Videos am hochladen. Angeblich musste er die Woche noch 20 Pfund fürs Gewicht verlieren, gleichzeitig macht er Videos beim Burger essen etc. Seine „Trainerin“ bzw. neue Freundin ist nun aus dem nichts auch Schwanger. Der Mann ist DURCH.
Mir kommt der Mann depressiv vor. Er hat seit fast 1 Jahr kein professionelles Training, er lebt nur noch davon blind und mit Wut draufzuschlagen. Zuletzt ein Sieg nach Punkten gegen einen der schwächsten Gegner im UFC Line Up. Klar er verkauft sich gut für die UFC, daher gibt man ihm ab und zu Schrott Gegner. Mittlerweile wird es aber knapp. An für sich steht er in der UFC bei 7-6. Eigentlich eine dramatische Bilanz. Oft gute Gegner, mit Oliveira und vor allem Felder (seltsames Urteil) auch gute besiegt. Aber seine letzten 3 Kämpfe waren eigentlich kompletter Schrott. Gerade gegen Gall war es nur noch langsam und berechenbar. Seine Technik ist komplett verloren gegangen, klar wenn man nur noch Training in der Garage macht…

Wäre sein Gegner nicht Tim Means, dann hätte man richtig brettern können. Tim Means mit einer ähnlichen Bilanz in den letzten Jahren wie Perry, allerdings lebt und verhält er sich professionell. Mittlerweile auch alt geworden, auf UFC Ebene natürlich irre Erfahrung und ein wahrer Veteran. Tim Means ist groß, hat ein breites MMA Arsenal und hat vor allem einen Größenvorteil. 10cm größer und 11cm reach Vorteil sind schon eine Ansage. Vor allem wenn der Gegner wie Perry lebt wie ein Schwein.

Tim Means hat viel kassiert, ist definitiv kein Top Fighter mehr und wird es auch nicht mehr lange machen. Aber gegen diesen Mike Perry sollte er normalerweise große Chancen haben. Angst habe ich, dass eine der blinden Bomben von Perry durchkommt und einen schon angeknacksten Means rausnimmt. Aber das ist auch das Einzige was pro Perry passieren kann. Normalerweise ein Brett auf Means, aber Perry ist unberechenbar.
Gerade mal sein Twitter gesehen, der Typ ist tatsächlich depressiv und hat wohl massive Probleme zu schlafen und das Gewicht zu verlieren... Nun ist er mit 5.5 Pfund zu viel gewogen worden... Perry scheint auch nichts zu jucken (siehe Video). Normalerweise wird da ein Kampf abgesagt und Perry kann sich eine neue Organisation suchen. Aber Perry bringt auch Zuschauer. Das könnte morgen wirklich zur Freakshow werden. Der Markt stürzt sich nun auch auf Means.

https://twitter.com/PlatinumPerry?ref_src=twsrc^google|twcamp^serp|twgr^author

https://twitter.com/espnmma/status/1329859699508908034



4/10 Means 2.25q Diverse