US-Wahl 2020

Sprich ist den Instituten bekannt und in den Prognosen enthalten, dass scheinbar entweder einige Republikaner sich "falsch" registrieren, oder mehr Demokraten wahlmüde sind / es nicht zu Wahl schaffen / durch zu wenig Wahllokale daran gehindert werden?

Also erstmal: eine wirklich zuverlässige Methode Wahlergebnisse vorauszusagen gibt es nicht. Da sind immer und notwendigerweise immer Fehler drin. Wäre das anders, würden das erstens alle Institute so machen und man könnte sich zweitens die Wahlen an sich sparen.

Dann, was Du ansprichst sind ja zwei Dinge: die Vorhersagekraft von Umfragen per se zum einen, und zum anderen, ob man die Wirkung von Maßnahmen zur Voter-Surpression vorhersagen kann.

Zur Frage nach der Voter-Surpression, meines Erachtens gibt es dafür keine sinnvolle Erhebungsmethode. Du kannst halt nicht gültig voraussagen oder vorab schonmal fragen, wie viele Leute sich abschrecken lassen, wenn sie vor dem Wahllokal von ein paar martialisch gekleideten Ex-Bullen mit Knarre angebrüllt werden, dass es ein schweres Verbrechen ist, wenn man unberechtigt wählt, oder welche Einschüchterungsmaßnahmen auch immer da angewandt werden. Oder, wie viele Leute glauben wohl daran, wenn in einem Stadtteil Plakate und Handzettel auftauchen, wo drauf steht, dass die Wahlen für Weiße für den 3.11. terminiert sind, Afroamerikaner und Hispanics aber erst am 6.11. wählen sollen? Wie viele Leute nehmen das hin, wenn die Schlange vor dem Wahllokal 8 Stunden anstehen bedeutet, und wie viele drehen um, weil sie keine Lust haben oder arbeiten gehen müssen. Wie viele klagen, wenn sie unberechtigt aus dem Wählerverzeichnis gestrichen wurden? Die Wirkung solcher Dinge kann man nicht voraussagen, aber sie beeinträchtigen natürlich die Prognosegüte von Umfragen. Und ich glaube, dass hier eine ganz zentrale Gefahr liegt. Wenn sowas das Ergebnis um 2% verändert, dann kann das bei einer knappen Wahl entscheidend sein. Es gibt eine Zwischenerhebung, nach der in North-Carolina 2% der eingegangenen Briefwahlstimmen zurückgewiesen wurden, interessanterweise aber 7% der Stimmen von Afroamerikanern. Na, ob das wohl Zufall ist?

(Quelle: https://thegrio.com/2020/09/15/rejected-absentee-ballots-higher-minority-voters/)

Was die Prognosefähigkeit von Umfrageergebnissen angeht, wäre ich generell sehr sehr vorsichtig, den Vergleich mit 2016 zu ziehen. Es ist keine Frage, dass die Institute in 2016 ein paar Sachen falsch gemacht haben, dazu gleich nochwas. Aber ganz grundsätzlich gab es eben die berühmte October-Surprise in Form der tatsächlich aktiven Intervention des (als Republikaner registrierten) FBI-Direktors Comey. Der hatte 11 Tage vor der Wahl (!) öffentlich gemacht, dass ein weiterer Laptop mit E-Mails von Clinton aus ihrer Zeit als Außenministerin aufgetaucht ist. Der Rechner lag schon länger beim FBI, aber zu dem Zeitpunkt hatte die Veröffentlichung die größte Wirkung. Drei oder vier Tage vor der Wahl, als die Aufregung sich ein bisschen gelegt hatte, hat er dann bekannt gegeben, dass die E-Mails jetzt geprüft sind, und da nichts Aufregendes drinsteht, nichts Strafbares passiert, kein Grund sich aufzuregen – aber genau damit hat er das Thema dann nochmal aufgewärmt. Man kann in den Zahlen sehr genau ablesen, dass Clintons Daten innerhalb dieser 11 Tage in den freien Fall geraten sind und Trumps nach oben geschossen. Die letzten Zahlen hatten Clinton dann immer noch ein gutes Stück vorne, aber solche Daten werden dann eben trotzdem 3-4 Tage vor der Wahl erhoben und konnten die Dynamik dann nicht mehr abbilden. Heißt unter dem Strich, jede Analyse, die auf dem Gedanken beruht „heute vor vier Jahren …“ berücksichtigt einen entscheidenden Faktor nicht.


Als Beispiel: hier für Florida den Vergleich mit 2016 anzuführen zieht aus ebendiesem Grund nicht. https://www.realclearpolitics.com/ep...tein-5963.html
… hatte Trump im Schnitt der Polls einen hauchdünnen Vorsprung von 0,2%, gewonnen hat er dann tatsächlich mit 1,2%. In dem Graphen sieht man aber sehr schön, dass Clinton eigentlich den ganzen Oktober über mit 3-4% führt und erst ganz kurz vor der Wahl, eben vor allem durch Comeys Eingreifen abstürzt.

Grundsätzlich muss man bei all diesen Durchschnittsbetrachtungen aber immer anschauen, welcher Zeitraum abgebildet ist und wie viele Umfragen von welchen Instituten mit drin sind. Da hat auch jede dieser Seiten, realclear, fivethirtyeight, Cook, Larry Sabato usw. ein eigenes Vorgehen.

Ganz generell zu Florida, da scheint es so, als würde Biden derzeit mit 3-5% führen (also vermutlich innerhalb der Fehlertoleranz), aber ich würde da nicht drauf setzen und Florida ist einer der Staaten, auf den ich nicht gesetzt habe, weil sich da nunmal noch etwas tun kann und Florida traditionell eine sehr enge Kiste ist. Bei Quoten um die 2 kann ich da aber auch kein Value für eine Trump-Wette sehen.

Zu der Frage, ob die Institute Faktoren wie denkbare Wahlmüdigkeit usw. berücksichtigen: ja klar tun sie das. Grundsätzlich jedenfalls, wie gut das gelingt ist halt nicht immer so klar. Meines Erachtens macht sich die Frage, wie gut ein Meinungsforschungsinstitut ist an drei Fragen fest (und so ähnlich dürfte auch das Ranking bei fivethirtyeight zustandekommen).

Erstens, arbeiten die methodisch sauber? Das heißt, stellen die keine Suggestivfragen, ist die Reihenfolge der Fragen randomisiert usw.

Zweitens, auf welcher Basis ist die Stichprobe zusammengesetzt und wie ist die Datenerhebung erfolgt? Sind genug Mobilfunknummern enthalten usw. Für eine Weile gab es z.B. bei vielen Instituten einen sytematischen Bias, weil nur Festnetznummern angerufen wurden. Im Resultat führte das dazu, dass die Zahlen für die Demokraten um 1-2% zu niedrig geschätzt wurden, weil damals Handys überwiegend von jungen Leuten (= tendenziell Demokraten) genutzt wurden, die gar keinen Festnetzanschluss mehr hatten.

Drittens, wie sieht das Modell der Wählerschaft aus und wie wird die reale Wahlwahrscheinlichkeit geschätzt? Was da dahinter steck ist Folgendes: Es gibt x demographische Gruppen und die Frage ist, sind die in der Stichprobe korrekt abgebildet und wird da zutreffend abgeschätzt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die auch tatsächlich wählen gehen. Ein Problem 2016 scheint gewesen zu sein, dass in den Samples der Institute die Zahl der Weißen ohne Hochschulstudium nicht groß genug gewesen ist bzw. dass man denen auf Basis von Vergangenheitsdaten eine relativ geringe Wahlwahrscheinlichkeit zugeordnet hat. Genau diese noncollege whites sind aber Trumps Kernzielgruppe. So ist es (zusammen mit dem oben genannten Comey-Faktor) dazu gekommen, dass man Trump Anteil systematisch unterschätzt hat. Natürlich haben die Institute inzwischen auch analysiert, was da 2016 schiefgelaufen ist und ihre Modelle angepasst. Aber wie genau die das Elektorat jetzt modelliert haben, ist natürlich die geheime Sauce jedes Instituts, das geben die natürlich nicht raus.

Sind Umfragen generell ein taugliches Instrument? Ja klar. Was denn sonst? Man muss halt berücksichtigen, dass die Ergebnisse eine Schwankungsbreite haben, normalerweise +/-2% oder +/-3%. Wenn eine Umfrage also sagt es steht zurzeit 46 zu 43 und am Ende geht es 43 zu 46 aus, dann war die Umfrage trotzdem korrekt. Und man muss berücksichtigen, dass es solche systematischen Biases geben kann, deshalb würde ich mich nie auf ein Ergebnis allein verlassen, sondern immer mehrere anschauen wollen. Und, am Ende ist sicher nochmal ein Faktor, wie viele Late deciders es gibt. Gut denkbar, dass die in den letzten Zahlen nicht korrekt abgebildet sind, war vor allem in Deutschland zuletzt oft ein Thema.
Das hier ist eine Übersicht von ABC-News, die mal die Daten der letzten Wahlen gegenübergestellt haben (nationwide).


[TABLE="class: Table"]
[TR]
[TD] [/TD]
[TD] [/TD]
[TD]Eine Woche vorher[/TD]
[TD]Letzte[/TD]
[TD]Reales Ergebnis[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]2016[/TD]
[TD]Clinton-Trump[/TD]
[TD]45% - 46%[/TD]
[TD]47% - 43%[/TD]
[TD]48,2% - 46,1%[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]2012[/TD]
[TD]Obama-Romney[/TD]
[TD]48% - 49%[/TD]
[TD]50% - 47%[/TD]
[TD]51% - 47%[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]2008[/TD]
[TD]Obama-McCain[/TD]
[TD]52% - 45%[/TD]
[TD]53% - 44%[/TD]
[TD]53% - 46%[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]2004[/TD]
[TD]Kerry-Bush[/TD]
[TD]49% - 48%[/TD]
[TD]48% - 49%[/TD]
[TD]48% - 51%[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]2000[/TD]
[TD]Gore-Bush[/TD]
[TD]45% - 48%[/TD]
[TD]45% - 48%[/TD]
[TD]48% - 48%[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]1996[/TD]
[TD]Clinton-Dole[/TD]
[TD]54% - 35%[/TD]
[TD]51% - 39%[/TD]
[TD]49% - 41%[/TD]
[/TR]
[TR]
[TD]1992[/TD]
[TD]Clinton-Bush[/TD]
[TD]41% - 34%[/TD]
[TD]44% - 37%[/TD]
[TD]43% - 37%[/TD]
[/TR]
[/TABLE]


Schaut am Ende nicht so übel aus. Es ist nicht drin, ein Ergebnis korrekt vorherzusagen, aber in der Tendenz lagen die Zahlen (fast) immer ziemlich nah am Endergebnis. Ich finde, das ist ein ganz guter Beleg dafür, dass Umfragen eine geeignete Methode sind, Wahlergebnisse zu prognstizieren. Ich wüsste nicht, was sonst valide sein sollte.
 
4 Einheiten auf „Demokraten gewinnen 236-250 Sitze im Repräsentantenhaus“, Quote 2,5 bei Bwin. Schade, Quote seit gestern schon um 0,5 gesunken, aber ich glaube, das hat immer noch value.

Zurzeit haben die Demokraten 233 Sitze. Dabei haben sie 2018 sehr viele Sitze dazu gewonnen, nachdem sie 2016 sehr viele Sitze verloren hatten. 233 Sitze (bzw. ursprünglich 235) ist also schon ganz schön gut, ein Ergebnis, das letztlich auf einer Art Erdrutschsieg beruht. Die Frage ist also, ob die Demokraten ihr ohnehin schon gutes Ergebnis noch einmal um mindestens einen bzw. 3 Sitze verbessern können (insgesamt 3 Sitze sind seit 2018 vakant geworden). Ich glaube, dass da ein paar Faktoren dafür sprechen.

Zum einen weiß man, dass Demokraten bei Midterm-Wahlen tendenziell ein bisschen träge sind, bei Präsidentschaftswahlen dann aber disziplinierter wählen gehen, während Republikaner generell solider wählen, unabhängig davon, ob sie auch über den Präsidenten entscheiden oder nicht. Das heißt, bei Präsidentschaftswahlen ist generell mit einer etwas höheren Wahlbeteiligung demokratischer Wähler zu rechnen (im Vergleich zu Midterms). Dieser Effekt dürfte dieses Jahr etwas schwächer ausfallen als sonst, schließlich haben die Demokraten auch 2018 schon sehr stark mobilisiert (s.o.), aber ein bisschen Luft dürfte da noch sein. Allerdings muss man sagen, dass in diesem Jahr beide Lager sehr motiviert und diszipliniert zu sein scheinen.

Zweitens spricht die Betrachtung der einzelnen Wahlkreise dafür, dass die Demokraten noch einmal moderat zulegen können. Es wäre echt geprahlt, wenn ich so tun würde, als würde ich die Wahlkämpfe in allen 435 Wahlkreisen beobachten. Aber diverse Seiten, die genau das tun prognostizieren ein Ergebnis der Demokraten im Bereich von 237+ Sitzen. Hier z.B. bei fivethrityeight: https://fivethirtyeight.com/features...en-gain-seats/. Realclear sieht die Demokraten bei 215 Sitzen und 34 Sitze als Tossups (https://www.realclearpolitics.com/epolls/2020/house/2020_elections_house_map.html). Da braucht man nicht so viel Phantasie, um davon auszugehen, dass diese Tossups in einem Jahr, das die Demokraten favorisiert im Verhältnis 2:1 zugunsten der Demokraten ausgehen.

Zusammengenommen dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass das Ergebnis am Ende im Korridor 236-250 liegt vermutlich etwas höher als 50% betragen.



Gegenwärtiger Stand:
Gesamtbilanz:
Verloren: 0,6 + 5 + 5 + 2 + 2 = 14,6 Einheiten
Gewonnen: 6 + 3 + 2,7 + 6,69 = 18,39 Einheiten
Gegenwärtiger Stand also: +3,79 Einheiten

Noch offen 61,5 Einheiten:
5 (Sieg Demokraten zu 2,2, gesetzt am 9.2.)
3 (Präsidentschaft Biden zu 17, gesetzt am 26.2., eine davon ausgecasht am 15.06.)
2 x 1 (Warren wird Kandidatin zu 101 und Haley wird Präsidentin zu 301, gesetzt am 4.3.)
5 (Sieg Demokraten zu 2,05, gesetzt am 10.03.)
5 (4 Einheiten Trump erreicht 40-45% der Stimmen zu 4 bzw. eine Einheit weniger als 40% zu 11, gesetzt am 18.3.)
8 (Sieg Demokraten in New Hampshire zu 1,45, gesetzt am 1.5.)
8 (Sieg Demokraten in Pennsylvania zu 1,55, gesetzt am 1.5.)
8 (Sieg Demokraten in Michigan zu 1,44, gesetzt am 1.5.)
0,5 (Cuomo wird Präsident zu 126, gesetzt am 15.06.)


6 (Sieg Demokraten in Minnesota zu 1,53, gesetzt am 15.09.)
6 (Sieg Demokraten in Wisconnsin zu 1,57, gesetzt am 15.09.)
2 (Sieg Demokraten in Iowa zu 3,5, gesetzt am 15.09.)

4 (Demokraten gewinnen 236-250 Sitze im Repräsentantenhaus, Quote 2,5, gesetzt am 14.10.)
 
Die letzte Woche läuft, langsam wird es spannend – obwohl die Wahl ja längst schon läuft, bis heute haben deutlich über 70 Millionen schon abgestimmt.

Erstmal: sofern da nicht wichtige Wettforum-Regeln dagegensprechen, würde ich meine letzte Wette (Demokraten gewinnen 236-250 Kongresssitze) wieder zurückziehen. Ich selbst habe diese Wette bei Bwin am 14.10. entdeckt und gespielt. Gepostet habe ich sie hier am 15.10 um 0.30 Uhr, ich glaube noch am selben Tag hat Bwin im Rahmen dieser merkwürdigen Glücksspielvertragsklamotte alle Politikwetten gestrichen. Das heißt, im Grunde konnte da vermutlich niemand nachspielen. Fairnesshalber würde ich das Ding also wieder streichen, obwohl ich immer noch glaube, dass das eine Riesen-Wette ist, schade drum.

Bei der Gelegenheit werte ich dann auch mal die drei Wetten als verloren aus, dass Warren Kandidatin wird (1 Einheit, 4.3.), Nikki Haley Präsidentin (1 Einheit, 4.3.) und Cuomo Präsident (0,5 Einheiten, 15.6.). Zur Erinnerung, das waren totale Long-Shot-Wetten für den Fall, dass Biden oder Trump aus irgendeinem Grund aus dem Rennen aussteigen müssten und mit denen ich vor allem meine Biden-Wette abgesichert habe. Jetzt, ein paar Tage vor der Wahl steht zu 100% fest, dass das nicht die Ausweichkandidaten wären. Sollte jetzt noch etwas passieren, dann würde Biden zu 100% durch Harris und Trump zu 100% durch Pence ersetzt. Macht zusammen einen Verlust von 2,5 Einheiten.

Wie steht es um das Rennen? In aller Kürze: ich glaube, an der grundsätzlichen Dynamik hat sich nicht viel geändert. Und das ist eine gute Nachricht für das blaue Team, schließlich liegen die in Führung soweit wir wissen. Ich glaube die letzten Entwicklungen laufen eher zugunsten von Trump, die Supreme Court Nominierung z.B. Ich glaube auch, dass Trump von der letzten Debatte etwas stärker profitiert hat. Man sieht in einigen Umfragen auch einen kleinen Uptick zugunsten von Trump, aber insgesamt ist das wohl zu wenig, um die grundsätzliche Entwicklung umzudrehen. In den Befragungen auf Bundesebene führt Biden immer noch mit einem Abstand zwischen 5 und 12%. Wenn das bis zum nächsten Dienstag hält und tatsächlich fair gewählt und gezählt wird, reicht das locker auch im Electoral Collage. Offenbar sind beide Lager sehr motiviert, die ersten Wochen deuten darauf hin, dass es am Ende eine sehr sehr hohe Wahlbeteiligung geben wird, wie gesagt mehr als 70 Millionen Stimmen sind jetzt schon abgegeben (2016 haben insgesamt etwa 135 Millionen abgestimmt). Eine hohe Wahlbeteiligung, und vor allem eine hohe Wahlbeteiligung bei den Frühwählern sollte zugunsten der Demokraten wirken, aber letztlich weiß im Augenblick niemand, wie der Stand ist.

Also, alles in allem sehe ich die Demokraten immer noch vorne, würde aber zu den gegenwärtigen Quoten um die 1,5 nicht mehr spielen, dazu ist die Unsicherheit zu groß, das Rennen wird einen Tick enger offenbar und über allem schwebt (nicht nur aus meiner Sicht) immer die Frage, wie viele Stimmen am Ende nicht abgegeben werden oder nicht gezählt werden, weil da alle Formen von Voter-Supression laufen. Trotzdem, auf Bundesstaaten-Ebene gibt es jetzt noch eine paar Nachzügler-Wetten. Dazu muss man sagen, dass neben Bwin auch Bet365 alle Politikwetten aus dem Programm genommen hat. Die einzigen Anbieter, die noch etwas im Programm haben sind Unibet bzw. Mybet, so weit ich das sehen kann.

3 Einheiten auf „Demokraten gewinnen in Florida“, Quote 2,05 bei Unibet
Florida natürlich die Mutter aller Swing-States, die Republikaner sind strukturell auch leicht im Vorteil, zumal sie den Gouverneur stellen, der halt die Hand auf den Wahlen hat. Trotzdem die Umfragen sehen Biden fast durchgehend mit einem kleinen Vorsprung um die 2% vorne. Und vor allem, es gibt Gründe zu glauben, dass sich das nicht großartig ändert. Das Trump-Lager hat fast seine kompletten Ressourcen aus Florida abgezogen. Das kann bedeuten, dass sie sehr sicher sind, den Staat zu gewinnen und nichts verschwenden wollen (denkbar, zumal der Gouverneur Republikaner ist, s.o.), es kann aber auch bedeuten, dass sie sehr sicher sind, den Staat nicht mehr gewinnen zu können. Dafür würde sprechen, dass die Umfragen auf Biden deuten und vor allem, dass das blaue Team mit den Bloomberg-Millionen das sehr viel stärkere Spiel aufziehen kann. Ich würde sagen, es ist ein bisschen mehr als Coin-Flip zugunsten der Demokraten, vielleicht so um die 60-65%.

2 Einheiten auf „Demokraten gewinnen in Iowa“, Quote 2,3 bei Unibet
Trump hat Iowa 2016 mit deutlichem Abstand vor Clinton gewonnen, deshalb galt Iowa lange als sichere Nummer für Trump. Die Zahlen geben zuletzt aber überwiegend Biden einen kleinen Vorsprung, so 2-4%. Iowa ist auch längst nicht so rot, wie man glauben könnte, in fünf der letzten 7 Wahlen haben die Demokraten den Staat gewonnen, nur Kerry und Clinton haben verloren. Auch die demokratische Senatskandidatin Theresa Greenfield scheint sich gut zu schlagen, was dann auch gut für die Präsidentschaftswahl sein dürfte. Alles in allem kann man das zu der Quote wohl mit moderatem Einsatz spielen.

1 Einheit auf „Demokraten gewinnen in Iowa und Republikaner gewinnen in Ohio“, Quote 3,5 bei Unibet
Unibet hat eine Reihe solcher verbundenen Wetten drin nach dem Muster „Demokraten gewinnen Florida, North Carolina und Arizona“, Quote xy. Die meisten davon sind totaler Unsinn, weil die Quote meist nicht wesentlich höher ist als die Quote auf die Einzelstaaten wenn überhaupt (z.B. gibt es auf Michigan, Wisconsin UND Pennsylvania die selbe Quote wie auf Pennsylvania allein). Aber in dem Fall hat das einen gewissen Charme und mit einer Einheit kann man das aus Spaß mal setzen, finde ich. Vermutlich haben die Demokraten in Iowa leicht die Nase vorn, den Zahlen zufolge liegen die Republikaner in Ohio etwas vorne, könnte also schon hinkommen. Ohio ohnehin ein interessanter Staat. War früher neben Florida der große Swing-State, der viel Aufmerksamkeit und Ressourcen bekommen hat, in diesem Jahr fliegen die irgendwie unter dem Radar, auch relativ wenige Zahlen von da.

Grundsätzlich interessant sind durchaus auch die Wetten auf die Popular Vote bei Unibet, zumindest bei den Republikanern kann man es relativ gut eingrenzen. Muss ich mir nochmal überlegen, ob da nochmal was drauf setze, habe immerhin bei Bwin schon ein paar Einheiten untergebracht.



Gegenwärtiger Stand:
Gesamtbilanz:
Verloren: 0,6 + 5 + 5 + 2 + 2 + 1 +1 +0,5 = 17,1 Einheiten
Gewonnen: 6 + 3 + 2,7 + 6,69 = 18,39 Einheiten
Gegenwärtiger Stand also: +1,29 Einheiten

Noch offen 62 Einheiten:
5 (Sieg Demokraten zu 2,2, gesetzt am 9.2.)
3 (Präsidentschaft Biden zu 17, gesetzt am 26.2., eine davon ausgecasht am 15.06.)
5 (Sieg Demokraten zu 2,05, gesetzt am 10.03.)
5 (4 Einheiten Trump erreicht 40-45% der Stimmen zu 4 bzw. eine Einheit weniger als 40% zu 11, gesetzt am 18.3.)
8 (Sieg Demokraten in New Hampshire zu 1,45, gesetzt am 1.5.)
8 (Sieg Demokraten in Pennsylvania zu 1,55, gesetzt am 1.5.)
8 (Sieg Demokraten in Michigan zu 1,44, gesetzt am 1.5.)
6 (Sieg Demokraten in Minnesota zu 1,53, gesetzt am 15.09.)
6 (Sieg Demokraten in Wisconnsin zu 1,57, gesetzt am 15.09.)
2 (Sieg Demokraten in Iowa zu 3,5, gesetzt am 15.09.)
3 (Sieg Demokraten in Florida zu 2,05, gesetzt am 28.10.)
2 (Sieg Demokraten in Iowa zu 2,30, gesetzt am 28.10.)
1 (Sieg Demokraten in Iowa UND Sieg Republikaner in Ohio zu 3,5, gesetzt am 28.10.)
 
Zuletzt bearbeitet:
Letzte Umfragen vor der Wahl:

Finale CNN-Umfrage US-weit: Biden +12. Im Jahr 2016: Clinton +5.
Finale Reuters/Ipsos-Umfrage: Biden +10. Im Jahr 2016: Clinton +3
Finale Franklin Pierce Umfrage: Biden +14. Im Jahr 2016: Clinton +4

Bezüglich der Wette um die Präsidentschaft gebe ich bewusst keinen Tipp, ergänze die Umfragen aber um folgende Berechnung des wohl bekanntesten "Datengurus" der USA, wenn nicht weltweit, nämlich Nate Silver ( https://twitter.com/NateSilver538 ):
"Chance of a Biden Electoral college win if he wins the popular vote by X points:
0-1 points: just 6%!
1-2 points: 22%
2-3 points: 46%
3-4 points: 74%
4-5 points: 89%
5-6 points: 98%
6-7 points: 99%"

Meine Wette mag zwar auf den ersten Blick wenig interessant klingen, ist aber folgenden:

Democrats to win popular vote @1,16 (bet365) 10/10

Ja ich weiß, 10/10 Wetten sind (zu Recht!) verrufen und im Sport würde ich sie auch nie platzieren, Politik ist aber etwas anders als ein Fußballspiel oder eine andere Sportveranstaltung. Hier ist ein "Lucky Punch" oder ein grotten schlechter Tag nicht möglich, selbst wenn die Republikaner morgen noch ein Video publizieren, wo Biden ein kleines Kind zum Frühstück verspeist würde das am popular vote nicht ändern.
 
  • Like
Reaktionen: Andy80