US-Wahl 2020

Also wenn es irgendwo 13 auf Bloomberg als Herausforderer gibt, dann lohnt sich das vermutlich schon. Habe bei Bwin eine 11 gefunden und habe gerade ein paar Einheiten gesetzt. Das würde ich tatsächlich auch empfehlen, vielleicht mit 4-5 Einheiten, zumindest wenn man die Möglichkeit hat, bei fallenden Quoten rauszutraden.

Blöderweise werden auf der deutschen Betfair-Seite keine Polit-Wetten angeboten und die internationale Seite finde ich irgendwie nicht. Aber wer da was setzen kann, für den ist das sicher eine Option. Nach gegenwärtigen Stand würde ich tatsächlich daran festhalten, dass es zwischen Warren, Buttigieg und Bloomberg entschieden wird.

Von dem was TOMK2010 schreibt, finde ich das meiste nachvollziehbar. Bloomberg wäre für viele Demokraten die Wahl der Vernunft. Niemand der den progressiven Flügel repräsentiert, aber jemand der für viel irgendwie akzeptabel ist und relativ sicher gegen Trump gewinnt – letztlich die gleichen Argumente, die auch für Biden sprechen, nur ohne Bidens Faible für Fettnäpfchen.

Was mich im Augenblick sehr geneigt macht Bloomberg gute Chancen einzuräumen sind vor allem die ersten Zahlen. Er ist erst seit ein paar Tagen im Rennen, deshalb gibt es bis jetzt nicht sehr viele Umfragen. Die wenigen Umfragen, die seit Verkündung seiner Kandidatur veröffentlicht wurden, zeigen ihn aber schon im mittleren einstelligen Bereich. Und das nach wenigen Tagen und einer gerade erst gelaunchten Kampagne. Kann auch ein Rohrkrepierer werden, aber das deutet an, dass da deutliches Potential nach oben ist.

Es gibt aber auch zwei Dinge, die man skeptisch betrachten muss. Erstens, er wird nicht an den noch ausstehenden Debatten teilnehmen. Die Partei hat zwei Bedingungen gestellt, um sich für die Teilnahem an den Debatten zu qualifizieren (Anforderungen wurden von Runde zu Runde gesteigert), erstens bestimmte Umfragewerte, zweitens ein bestimmtes Volumen von einer bestimmten Zahl von Einzelspendern. Die Umfrage-Bedingung würde er wohl knacken, aber die Spenden nicht. Bloomberg nimmt aus Prinzip keine Spenden an, was auch ziemlich albern wäre für den achtreichsten Mann der Welt. Ob man das jetzt positiv oder negativ wertet ist nochmal eine andere Frage, aber ich nehme an, es wäre kein Fehler, wenn die Wähler ihn auch einmal im Debattiermodus erleben würden. Skeptisch muss man auch sein, was seine Strategie zu sein scheint. Es schaut so aus, als wollte er die ersten vier Staaten skippen und erst zum Super-Tuesday einsteigen, wo u.a. in Kalifornien und Texas gewählt wird und insgesamt ein richtig großer Brocken der Delegierten vergeben wird. Man wird sehen, ob das funktioniert. Den gleichen Ansatz hat 2008 Giuliani ausprobiert und ist glorios gescheitert. Wenn man in den ersten vier Wochen in den Wahlen nicht stattfindet, hat das Rennen mitunter schon eine Dynamik gewonnen, die nicht mehr zu stoppen ist. Andererseits hat Bloomberg so viel Kohle, dass er gleichzeitig in allen anderen Staaten die Spannung wird halten können. Mal schauen. Inwieweit es tatsächlich eine Rolle spielt, dass er Jude ist, kann ich nicht absehen, aber Amis haben mit ihrem Religions-Klimbim halt schon einen Sockenschuss. Andererseits ist im Feld mit ausnahme von Buttigieg niemand dabei, der seinen Glauben stark in den Vordergrund stellt.

Was Warren angeht, ich sehe sie immer noch im Vorteil gegenüber Sanders. Aber man kann in den Zahlen jetzt ablesen, dass sie vielleicht ein bisschen zu früh ganz nach vorne geprescht ist. Wer Frontrunner ist, wird halt genau geprüft. Und da fällt Warrens größte Schwäche ins Gewicht, nämlich ihr Plan für eine allgemeine Krankenversicherungspflicht, den viele per se nicht mögen und den viele mit der Notwendigkeit zu Steuererhöhungen verbinden. Trotzdem, die gegenwärtigen Quoten (bei Bet) sehe ich immer noch als gut.

Buttigieg: ich habe ja im letzten Post seinen plausiblen Pfad zur Nominierung skizziert. Was allerdings gegen ihn spricht (und damit indirekt Bloombergs Chancen erhöht), ist der Kalender. Angenommen er schafft es tatsächlich in Iowa und New Hampshire zu gewinnen, das sind die beiden ersten Staaten, dann würde man erwarten, dass er auf der Überholspur gelandet ist und bis zur Nominierung durchfahren kann. Tatsächlich kommen dann mit South Carolina und Nevada zwei staaten, mit sehr stark afroamerikanischer bzw. Latino-Prägung. Und in beiden Gruppen macht er keine Schnitte, da hat er Zustimmungsraten um 1%. Das heißt, er könnte als Shootingstar starten und wäre dann ganz schnell abgekocht, sieht jedenfalls nicht stark aus, um in den Super Tuesday zu gehen.

Und weil ich es geschrieben habe, wird es wahrscheinlich doch Biden vor Sanders und Harris, oder so …
 
Also dann, heute geht’s los, erste Vorwahl in Iowa, danach im Wochentakt New Hampshire, Nevada, South Carolina und dann eigentlich drei Super Tuesdays hintereinander mit jeweils um die 10 Staaten.

Wie man das politisch bewertet ist eine ganz andere Sache, aber als Beobachter und ggfs. Wetter ist das alles schon ziemlich interessant, vor allem, weil bis jetzt ganz genau gar nichts klar ist und es immer noch eine ganze Reihe sehr plausibler Szenarien gibt. Wirklich empfehlen tu ich nichts, zeichne aber nochmal kurz nach, wo wir gerade stehen und worauf sich zu achten lohnt.

Iowa ist extrem schwer zu prognostizieren. Die meisten Umfragen sehen in den letzten zwei Wochen Sanders vorne, und mit seiner sehr enthusiastischen Anhängerschaft ist es auch einigermaßen plausibel, dass der das Ding heute gewinnt. Zwei bis drei Dinge spielen allerdings eine Rolle. Erstens, das ist ein Caucus, die Leute stimmen in Person in einem recht langem Prozess ab. Wenn man für einen Kandidaten stimmt, der im Wahlbezirk unter 15% landet, dann ist die Stimme sozusagen ungültig und man kann noch einmal das Lager wechseln. Das heißt, in dem Fall ist also auch die zweite Präferenz von hoher Bedeutung. Das könnte vor allem die Anhänger von Klobuchar betreffen, die in den Umfragen meistens zwischen 5% und 10% liegt und den 15%-Cut in den meisten Bezirken also nicht schaffen dürfte. Wo gehen dann ihre Wähler hin? Zu Biden oder Buttigieg als Vertreter der Moderaten, oder zu Warren, weil sie eine Frau unterstützen wollen. Zweitens, man hat in diesem Jahr die Regeln leicht verändert, so dass einige Wähler dieses lange Prozedere nicht mitmachen müssen, sondern einfach ihre Stimme abgeben und gehen. Das dürfte vor allem ältere Leute betreffen, die wohl eher zu Biden neigen. Und drittens, in diesem Jahr, wird nicht nur die finale Zahl der letztendlich gewonnenen Deligierten, sondern veröffentlicht, sondern auch, wie viele Leute tatsächlich für einen Kandidaten gestimmt haben. Das muss nicht unbedingt übereinstimmen, und gibt demnach mehreren Kandidaten am Ende das Recht, irgendeine Form von Erfolg für sich zu beanspruchen, was für den weiteren Verlauf von Bedeutung sein dürfte.

Unter dem Strich bleibt Sanders in Iowa wohl Favorit, aber das Ding kann plausiblerweise auch an Sanders, Buttigieg oder Warren gehen. Ich habe aus Spaß mal einen Zehner auf Warren und einen auf Buttigieg gesetzt, aber wirklich nur zum Mitfiebern.

New Hampshire ist eine normale Primary (also einfach wählen und wieder gehen) und dürfte tatsächlich an Sanders gehen, Buttigieg hat Außenseiterchancen, dürfte zumindest aber ganz gut abschneiden.

Nevada läuft auf einen Zweikampf Sanders gegen Biden hinaus (wie vielleicht der ganze Vorwahlkampf)

South Carolina dürfte wegen des großen afroamerikanischen Bevölkerungsanteils an Biden gehen, allerdings gab es zuletzt eine Umfrage, die Sanders relativ nah dran sieht – vielleicht ein Ausreißer, vielleicht auch nicht.

Okay, plausibles Szenario ist, dass es relativ früh auf einen Zweikampf zwischen Sanders und Biden hinausläuft.

Auch möglich, Warren, die in der letzten Zeit immer ca. 5% hinter Sanders liegt, schließt doch näher auf, dann wäre es ein Dreikampf.

Buttigieg dürfte in Nevada und South Carolina chancenlos sein. Wenn er weder in Iowa noch in New Hampshire gewinnt, dann ist es gut möglich, dass er vor dem Super Tuesday die Segel streicht.

Auch Klobuchar, vermutlich Steyer, sicher Bennet dürften vor dem ersten Super Tuesday raus sein, bei Yang weiß man es nicht, der ist glaube ich, nicht im Rennen um zu gewinnen. Die Frage ist, wo deren Stimmen hingehen – läuft auf Biden hinaus, aber es ist nicht ganz so eindeutig.

Na ja, und die eigentliche Frage ist, ob und wann das Szenario da ist, damit Bloomberg (der die ersten vier Staaten auslässt) eine echte Rolle spielt. Sollte Biden sich in den ersten vier Staaten sehr viel besser schlagen, als man zurzeit erwarten muss, dann dürfte er vergleichsweise sanft in Richtung Nominierung gleiten. Danach sieht es aber nicht aus.

Wenn Sanders aus den ersten Staaten unter dem Strich als Sieger hervorgeht, dann ist die Frage, wie sich die anderen Kandidaten verhalten. Wenn alle zurückstecken aus Sorge, dass Sanders der Kandidat wird und es dann auf ein eindeutiges Duell Sanders vs. Biden hinausläuft, dann bleibt Biden im Rennen und ist Favorit.

Wenn die Situation aber undurchsichtig bleibt und es keinen sehr klaren Pfad für Biden gibt, dann dürfte Bloomberg ein echter Faktor werden. Anders ausgedrückt, wenn sich herausstellt, dass Biden nicht in der Lage ist, schnell der unangefochtene Frontrunner zu werden, dann kommen sehr schnell Zweifel auf und Bloomberg steht als (vermeintlich?) bessere Alternative des moderaten Flügels da. Es gibt natürlich Vorbehalte, die den Tenor haben, Milliardäre sollten sich nicht den Weg zur Präsidentschaft kaufen können. Aber unter dem Strich dürfte die meisten Demokraten dann doch mehr interessieren, wer die besten Chancen gegen Trump hat. Und wenn Bloomberg eine einigermaßen glaubwürdige, halbwegs linke Kampagne fährt, dann ist er eine sehr plausibel Option. In nationalen Umfragen und zum Teil in Umfragen in einzelnen Staaten landet er im Augenblick meistens so um die 8%, zum Teil auch zweistellig. Seine Kurse sind seit meinen ersten Posts zum Thema ungefähr halbiert, man kann sich also jetzt schon eine Weile mit Gewinn rauskaufen. Aber Bloomberg bleibt für mich in dieser unklaren Situation immer noch die einzige Option, auf irgendwas zu setzen, wenn man denn unbedingt will, da sehe ich immer noch Value (bei ca. 6 für „gewinnt die Nominierung“ und um die 12 für „wird Präsident“) – er bleibt Außenseiter, aber weniger Außenseiter als die Zahlen suggerieren.

Es werden auf jeden Fall interessante Wochen. Und wenn man es dochmal politisch bewertet, dann wäre es ein Vorteil, wenn sich das schnell entscheidet (weniger bedeutend wenn Bloomberg gewinnt, weil der keine Zeit für Fundraising braucht).
 
Zwei Empfehlungen:

Einsatz 5 Einheiten
Bloomberg wird US-Präsident,
Quote 8,0
Bet365, Bwin, Unibet …

Einsatz 5 Einheiten
Gewinnerpartei Demokraten
Quote 2,2-2,25
bei Bet365, Unibet, Bwin, bei Pinnacle gibt es 2,53, wer dort spielen kann

Zur ersten Wette: die Ergebnisse aus Iowa sind immer noch nicht ganz offiziell, aber es ist klar, dass es einen eindeutigen Gewinner und einen eindeutigen Verlierer gibt. Sanders hat so in etwa im Rahmen der Erwartungen abgeschnitten und ist offenbar recht knapp Zweiter geworden. Mit entsprechend knappem Abstand ist wohl Buttigieg erster geworden und hat damit die Erwartungen ein gutes Stück übertroffen. Damit wird – zumindest mal für’s erste – Buttigieg ein ernsthafter Spieler. Und Biden ist der große Verlierer. Dass er nicht Erster wird war klar, aber weit abgeschlagener Vierter, das ist schon ein Schlag. Und vorsorglich hat er gestern bei der letzten Debatte schon gleich eingeräumt, dass er auch am Dienstag in New Hampshire wieder wird einstecken müssen.

Tatsächlich dürfte das Ergebnis in New Hampshire so ähnlich ausfallen wie in Iowa, nur dass Sanders und Buttigieg vermutlich die Plätze tauschen. Wenn es so kommt, dann ist die Ausgangslage vor den Wahlen in Nevada und South Carolina (jeweils hoher Mioritätenanteil und damit prinzipiell günstig für Biden), dass Sanders zumindest mal für den Augenblick vor Warren liegt, um das progressive Lager zu vertreten und dass andererseits nicht mehr klar ist, wer denn der Vertreter der Moderaten ist. Ist das immer noch Biden oder doch schon Buttigieg? Zumindest geht Biden sehr angeschlagen in die beiden Wahlen, die er eigentlich haushoch gewinnen müsste. Zugleich hat Buttigieg da aber auch wenig Schnitte, weil er so gut wie keine Zustimmung unter Lationos und Afroamerikanern hat.

Wenn sich nach Nevada und South Carolina kein klarer Favorit auf der moderaten Seite hat etablieren können, dann ist das das perfekte Szenario für Bloomberg. Wenn es am 3. März in den Super-Tuesday geht, steht das erste mal auch Bloomberg auf dem Zettel. Und relativ plausibel ist dann für die Demokraten das folgende Szenario: sie haben die Wahl zwischen Sanders, der sich selbst als Sozialisten bezeichnet und in der General Election gegen Trump kaum Chancen hat, zwischen Biden, der aber offensichtlich über den Zenit hinaus ist und es nicht schafft aus all seinen Vorteilen Kapital zu schlagen (Vize von Obama, Erfahrung, Middle-Class-Appeal) und zwischen Buttigieg, der zwar eigentlich ein perfekter Kandidat wäre (jung, charismatisch, eloquent, intelligent, Veteran, gläubig), aber tatsächlich arg unerfahren und vor allem schwul. Da dürfte die Überlegung bei vielen ganz einfach sein, Sanders hat keine Chance, weil er zu links und zu wirr ist, Sanders ist zweifelhaft, weil er seine PS nicht auf die Straße bringt und Buttigieg ist zweifelhaft, weil unklar ist, ob die USA reif für einen schwulen Präsidenten sind.

Aus Befragungen und dem bisherigen Verlauf ist klar, dass für die demokratischen Wähler ein Thema Top-Priorität hat: to beat Trump. Und der einzige Kandidat, der das einigermaßen sicher gewährleistet dürfte dann Bloomberg sein. Bloomberg hat nach Iowa sein ohnehin schon unvergleichlich hohes Budget noch einmal verdoppelt, er heuert Personal an ohne Ende, baut Infrastruktur auf usw. Bloomberg wird als Numbers guy beschrieben, als jemand, der weiß was er tut. In nationwide Polls liegt er irgendwo zwischen 8 und 10, in Polls zu einzelnen Staaten gab es schon Zahlen, wo er um die 14 lag. Da zeichnet sich jetzt noch mehr Dynamik ab. Und für Demokraten liegt der Reiz nicht nur darin, dass Bloomberg seine prall gefüllte Kriegskasse schon mitbringt, er hat auch Regierungserfahrung, hat als Selfmademan einige Glaubwürdigkeit und kann mitunter auch progressive Themen wie Klimaschutz und Waffenpolitik vertreten.

Wie wahrscheinlich das Szenario jetzt wirklich ist, lässt sich nicht verlässlich abschätzen natürlich, aber ich halte es für wahrscheinlicher als eine Quote von 8 ausdrückt (bzw. 4,5 wenn es nur um die Kandidatur geht) – und die ist leider in den letzten Tagen schon ordentlich gedroppt. Wegen der immer noch recht hohen Quote halte ich einen relativ hohen Einsatz für gerechtfertigt, aber da sollte jeder selbst entscheiden.

Zur zweiten Wette: die hat gemessen an der Quote sicher ein höheres Risiko. Ich glaube Sanders hätte in der General relativ wenig Chancen, weil er sich zu leicht als sozialistischer Wirrkopf darstellen lässt und weil seine Argumentation so eindimensional ist, dass sich dieser Eindruck auch leicht bestätigt. Buttigieg, wie oben gesagt, eigentlich der perfekte Kandidat, wenn er dann noch ein farbiges Running Mate wie Booker wählt, hätte er prinzipiell sehr gute Chancen. Das große Fragezeichen bleibt, wie sehr aus der Wahl dann ein Referendum über Homosexualität würde. Wenn er deshalb nur 5% der Wähler verliert, dann würde es nunmal eng werden. Bei Warren würde ich von einer 50/50-Chance ausgehen. Sanders würde gegen Trump gewinnen, Bloomberg auch. Unter dem Strich kann man sicher von einer mindestens 50%-Chance ausgehen, dass ein Demokrat gewinnt.

Dazu noch zwei, drei Argumente. Trump hat seit seiner Wahl höchstselten Zustimmungswerte über 50% gehabt, im Schnitt liegt er weit darunter, bei 43-45% (das allerdings sehr konstant), das ist für einen amtierenden Präsidenten extrem wenig. Trump ist gewählt worden, weil er in drei Bundesstaaten insgesamt ca. 70.000 Stimmen mehr hatte als Clinton, die Vorstellung diese drei Staaten wieder zu flippen ist also nicht völlig abwegig. Die 18er-Wahl hat gezeigt, dass das Land offenbar sehr motiviert ist, Trump loszuwerden (na ja, gibt halt die 45% Hardcore-Trumpers). In fast allen nationwide-Polls unterliegt Trumo gegen (fast) alle hypothetischen Herausforderer, meist auch in den Bundesstaats-Polls. Bloomberg hat klar geäußert, es sei die wichtigste Aufgabe Trump abzuwählen ich glaube, selbst wenn er es nicht schaffen sollte selbst die Kandidatur klarzumachen, würde er sehr sehr reichlich dazu beitragen, den Kandidaten finanziell zu unterstützen. Es stimmt, dass Trump längst nicht geschlagen ist. Es wird X Twists, Winkelzüge und Wendungen geben, aber Quoten über 2 halte ich nicht für gerechtfertigt.
 
So, Zeit für ein Zwischenfazit, um mal zu bestimmen, wo wir gerade stehen.

Die Wahlen in Iowa und New Hampshire sind für Bloomberg bilderbuchmäßig gut gelaufen. Wenn Team Bloomberg sich ein Ergebnis hätte aussuchen dürfen, dann genau das, denke ich. Ich halte Bloomberg immer noch für die wahrscheinlichste Option, aber das Lustige ist, dass im Augenblick nichts klar und eine ganze Menge Dinge möglich sind. In vier Monaten wird uns die Entwicklung der nächsten vier Wochen vollkommen offensichtlich erscheinen, aber im Augenblick heißt es „all bets are off“.

Gehen wir mal die Kandidaten durch.

Bloomberg
Seit der ersten Erwähnung / Empfehlung Ende November bis heute ist seine Quote ordentlich gesunken, damals ca. 23, ausdrücklich empfohlen habe ich zu 8, gegenwärtig sind es 5,5, war schonmal auf 5 runter (jeweils für „wird Präsident“, nicht für „wird Kandidat“, da sind die Kurse also entsprechend niedriger. Wer will, kann sich also schon lange mit Gewinn rauskaufen. Für Bloomberg sind alle Konstellationen günstig, in denen Sanders stark ist, aber nicht zu stark, Warren einigermaßen schwach ist und von den Moderaten (Biden, Buttigieg, Klobuchar, eventuell noch Steyer) niemand eindeutig heraussticht. Und genau das ist der Fall zurzeit.

Biden scheint tatsächlich einzuknicken gerade, Buttigieg ist der Mann der Stunde, aber mit fraglichen Chancen in Nevada und South Carolina, bei Klobuchar sieht es ganz ähnlich aus. Wenn dieses Szenario auch am 2.3. noch steht, also am Tag vor dem Super-Tuesday, dann ist Bloomberg für mich der Top-Favorit. Der beschallt gerade die Super-Tuesday-Staaten 24/7 hat Leute und Organisation am Start, so dass es ausreichen sollte im Schnitt 30% zu holen.

Bloombergs dickes Pfund ist, dass ihm jeder zutraut Trump zu schlagen, und das ist numal das mit Abstand wichtigste Thema für die meisten Demokraten, das zeigen alle Befragungen. Da wird man es auch hinnehmen, dass er schonmal Republikaner war und nicht in allen Punkten den Reinheitstest besteht. Es wird ihm natürlich von den Gegenkandidaten negativ ausgelegt, dass er Kohle bis zum Anschlag hat und den teuersten Wahlkampf aller Zeiten von dem Geld finanzieren kann, das er in seiner Sofaritze findet. Andererseits weiß jeder, dass genau das der zentrale Vorteil ist, der kann sich eben einfach die Organisation und die Medienzeiten kaufen, die es braucht um Trump in jedem Staat unter Druck zu setzen. Außerdem strahlt er als erfolgreicher weißer Geschäftsmann mit konservativem Hintergrund weit in das konservative Lager hinein und ist für die Midwesterner wählbar. Als Jude dürfte er zudem auch Vorteile in Florida mit seinem großen jüdischen Bevölkerungsanteil haben. Etwas Vorsicht ist allerdings angebracht. Es war absehbar, dass jetzt auch Material auftaucht, das gegen ihn verwendet wird. Es gibt Mitschnitte und Zeugenaussagen, die ihn in Punkto Rassismus und Sexismus etwas ins schlechte Licht rücken. Wie nachhaltig das wirkt, wird man sehen. In der General dürfte das kaum ein Nachteil sein, aber jetzt in den Vorwahlen hat das schon eine schlechte Optik.

Biden
Biden ist in Iowa und in New Hampshire völlig untergegangen. Sieht echt nicht gut aus für Uncle Joe. Man weiß nicht so recht, wie sich das jetzt in Nevada und South Carolina auswirkt, wo er mal haushoher Favorit war. Wenn er auch da nicht sehr überzeugend gewinnt, dann kann er eigentlich schon einpacken, dann werden sich alle, die in erster Linie Trump schlagen wollen (also fast alle) nach einem neuen Kandidaten umschauen. Andererseits, wenn Bloomberg wegen der aktuellen Vorwürfe doch stärker Schaden nimmt und er in Nevada knapper Zweiter und in South Carolina überzeugend Erster wird, ist sogar für Biden alles wieder drin. Glaube ich nicht dran, aber durchaus möglich. Aktueller Kurs bei Bet ist 21. Kann man zum Absichern bestimmt mal klein einpacken (habe ich selbst nicht getan).

Buttigieg
Buttigieg hat bisher die Erwartungen ein Stück übertroffen. In Iowa zu gewinnen und in New Hampshire sehr knapp Zweiter zu werden, gibt natürlich Rückenwind. Zusammen mit dem Implodieren von Bidens Kampagne gibt es jetzt wohl einige, die in ihm den moderaten Kandidaten sehen. Die Frage ist, kann er das Momentum mit nach Nevada und South Carolina tragen, wo er auf eine Bevölkerungsstruktur mit hohem Minoritätenanteil trifft – nach allem, was man zurzeit weiß wohl eher nicht. Schade, ein Buttigieg ein bisschen erfahrener, viel weniger schwul und ein etwas mehr Schlag bei Afroamerikanern und Latinos, wäre wohl ein guter Kandidat. Aktueller Kurs 26 – kann man zur Absicherung mal ein bisschen drauf setzen.

Klobuchar
Die hatte ich bis jetzt noch nicht so richtig auf dem Schirm, aber sie ist ein zähes Stück und zieht gerade im richtigen Moment an – was natürlich wiederum mit Bidens Schwäche zu tun hat. Für sie gilt fast das gleiche wie für Buttigieg, kommt aus dem mittleren Westen, gilt als moderat und gut wählbar für Leute aus Wisconsin usw. Und anders als Buttigieg ist sie nicht schwul und als erfahrene Senatorin bringt sie auch etwas politisches Gewicht mit. Allerdings ist sie nicht sehr charismatisch und eloquent Dennoch, wenn Biden nicht wieder zurückkommt, Bloomberg durch die aktuelle Debatte zu beschädigt wird und Buttigieg sich nicht durchsetzen kann, dann läuft viel auf Klobuchar als Kompromisskandidatin des moderaten Lagers hinaus. Bei Bet zurzeit 41, als Spekulation durchaus ein paar Mark wert.

Warren
Hatte ich ja zwischendurch mal wesentlich stärker eingeschätzt (zu der Zeit als Sanders seinen Herzinfarkt hatte), aber sie ist genauso abgeschmiert wie Biden. Anscheinend hat Sanders sich durchgesetzt, was das progressive Lager angeht. Trotzdem, auch für Warren ist noch nicht alles vorbei. Sie steht immer noch bereit, falls die Demokraten schließlich auf der Suche sind nach einer Kandidatin, die die Flügel vereinen kann. Bis zum Super Tuesday sind auch noch zwei Debatten, mal schauen was da passiert. Bei Bet gibt es allen Ernstes 101, was dann doch etwas übertrieben ist. Sollte man small mal ein bisschen einpacken, sehr spekulativ natürlich, aber durchaus möglich.

Sanders
Sanders hat in Iowa als Zweiter und in New Hampshire als Erster abgeschlossen Klingt gut, ist tatsächlich aber relativ schwach. Er hat in beiden Fällen deutlich schlechter abgeschnitten als vorhergesagt war. In New Hampshire hat er nur knapp gewonnen, obwohl das sein Nachbarstaat ist. Die Schlussfolgerung ist, dass Sanders zwar eine sehr enthusiastische Fanbase hat, aber da ist nach oben auch eindeutig ein Deckel drauf, so ungefähr bei 25-30%. Und eine ganze Menge Leute wollen jeden nur nicht Sanders, können sich aber bis jetzt nicht einigen, wer denn der Kandidat sein soll. Das Ding ist, sobald man sich auf einen Kandidaten geeinigt hat, dann steht es 70:30 und Sanders ist weg vom Fenster. Wenn das aber nicht passiert, und bis jetzt ist das Feld so fraktioniert, dass eben jeder Kandidat noch berechtigte Hoffnungen haben kann, dann schliddert Sanders als Stärkster unter Schwachen zur Nominierung. Das ist haargenau das Ding, mit dem Trump vor vier Jahren Kandidat geworden ist. Da hatte Trum auch einen Deckel nach oben, aber die Erwachsenen unter der Republikanern konnten sich nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen, und irgendwann war’s dann halt vorbei.

Man wird sehen, ob vor dem Super Tuesday noch jemand aussteigt (Biden?) und wen der dann empfiehlt, wer sich wie bei den Debatten schlägt (an denen zum ersten mal auch Bloomberg teilnimmt, der kein großer Charismatiker ist) und was nach dem Super-Tuesday passiert. Meine persönliche Reihenfolge ist derzeit Bloomberg, Klobuchar, Sanders, Buttigieg, Warren, Biden, aber am 4.3. sind wir deutlich schlauer.
 
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Ich habe die 5 Einheiten auf Bloomberg heute zum Kaufkurs wieder ausgecasht - ob dauerhaft oder vorübergehend wird man sehen.

Bloomberg hatte bei seiner ersten Debattenteilnahme vor ein paar Tagen einen desaströsen Auftritt. Bis dahin war die Quote zwischenzeitlich auf 5 gesunken, man konnte sich also locker mit Gewinn rauskaufen, seit der Debattenperformance ist sie aber wieder genau bei 8 gelandet.

Wie schlecht der Auftritt wirklich war, sei mal dahingestellt. Meiner Meinung nach hatte er auch durchaus starke Momente, aber insgesamt wirkte er ertaunlich schlecht vorbereitet, obwohl klar war, dass er das Hauptziel aller anderen Kandidaten sein würde. Er hatte eindeutig keine gescripteten Antworten auf vollkommen erwartbare Fragen / Vorwürde und hatte einige Momente, in denen er in die Kamera geschaut hat, wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Insgesamt wurde der Auftritt aber durchweg als katastrophal gesehen und das bildet sich jetzt auch in den neueren Zahlen ab, in denen sein klarer Aufwärtstrend gestoppt ist und es eher rückwärts geht.

Morgen ist die nächste Debatte und Samstag die Wahl in South Carolina, bevor es am Dienstag dann in den Super Tuesday geht, die erste Wahlen also, in denen Bloomberg auch selbst auf dem Zettel steht.

Meiner Meinung nach können jetzt mehrere Dinge passieren:

a) Bloomberg sieht morgen genauso schlecht aus, wie letzte Woche. Dann wäre sein Aufstieg wohl ein Strohfeuer gewesen, er würde am Dienstag im Schnitt so bei 10% landen und seine Kandidatur wäre de facto beendet. Für diesen Fall habe ich meine Einheiten gerade erst einmal ais dem Spiel genommen.

b) Er liefert morgen eine gescheite Performance ab, macht seine Punkte, liefert seine Argumente, kann die gegen ihn erhobenen Vorwürfe abwehren. Das scheint mir plausibel, weil das eigentllich jemand ist, der aus seinen Fehlern lernen sollte. In dem Fall wäre er für mich wieder der Favorit.

Ich sitze auf jeden Fall morgen nacht mit roten Ohren vor der Glotze und schaue was passiert - und setze im Zweifel kurzfristg (je nachdem wohl entweder auf Bloomberg oder auf Biden).

An der grundsätzlichen Dynamik des Rennens hat sich auch nach Nevada wenig verändert. Sanders steht im Augenblick als unangefochtener Frontrunner da und wenn nichts passiert, bringt er das Ding auch nach Hause. In dem Augenblick aber, in dem sich eine klare Nummer Eins unter den vier relevanten Moderaten herauskristallisiert, ist Sanders Höhenflug vorbei. Klobuchar ist meines Erachtens so gut wie raus, bei Bloomberg hängt es von der Debatten-Performance ab, bei Biden davon, wie gut er am Samstag abschneidet. Sollte Bloomberg morgen abschmieren und Biden am Samstag überzeugend gewinnen, würde wieder alles auf Biden zulaufen.

Im Augenblick also eine Menge Wenns und Solltes - und damit: all bets are off.
 
5 Einheiten auf Bloomberg @9
3 Einheiten auf Biden @17

Bloomberg hatte bessere und schlechtere Momente, ein richtiger Debater udn Sympatikus ist er nicht und wird er nicht mehr. Aber immerhin war er nicht der große Punchingball wie beim letzten mal und er konnte 2-3 gute Punkte setzen. Zusammen mit den aktuellen Zahlen, die nach wie vor eine ganz gute Basis sehen und seinen Ressourcen (nicht nur Werbung, sondern auch Organisation, Get-out-the-vote-Orga usw.), sehe ich für ihn eine sehr realistische Chance, so dass eine Quote von 8 wohl value ist (war zwischendurch sogar auf 9 gesunken, das ist der Kurs, zu dem ich zugeschlagen habe).

Biden hatte für seine Verhältnisse einen relativ starken Abend. Uncle Joe geht auf die 80 zu und das lässt sich nicht verbergen, aber er hatte keinen großen Aussetzer und zudem einige serh energiegeladene, leidenschaftliche Momente. 17 ist ein Kurs, den man versuchen kann.

Wenn man davin ausgeht, dass Biden am Samstag mit 4-8% Vorsprung in South Carolina gewinnt, dann geht er da mit etwas Rückenwind in den Dienstag rein und es schaut so aus, dass es am Ende auf die Wahl zwischen Sanders, Biden und Bloomberg hinausläuft.

Klein kann man auch jeweils auf Biden und Bloomberg in California, Virginia und Texas setzen, da scheinen mir die Quoten jeweils etwas hoch.
 
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Vorwahl Virginia

5 Einheiten auf Biden zu 2,5 bei Bet365
1,5 Einheiten auf Bloomberg zu 11 bei Bet365

In Virginia hat Sanders vor vier Jahren schin relativ schlecht abgeschnitten, da dürfte auch dieses Jahr wieder ein Moderater gewinnen. Den Zahlen nach läuft das auf Biden hinaus, zum Absichern und weil man nicht weiß wie stark sich sein Ground-Game auswirkt zusätzlich 1,5 Einheiten auf Bloomberg.

Ärgere mich hier, wiel man hier vor ein paar Tagen noch deutlich bessere Quoten abgreifen konnte, aber das war ich zu bequem.
 
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Man merkt bei deinen ganzen Wetten einfach, dass du richtig schön von tagesschau und CNN gebrainwashed wurdest, vor allem dann sowas wie Siegerpartei Demokraten @ 1,x zu spielen ist absolut absurd. Habe letztes Jahr Trump @ 2,5 gespielt mit 3000€ und sieht aus wie das beste Investment meines Lebens.

Demokraten haben die Auswahl zwischen einem Hardcore-Kommunisten, einem Biden, der den Verstand verliert und permanent dummes Zeug redet inklusive Beleidigungen gegen normal fragende Besucher seiner Veranstaltungen (würde Trump sowas machen liefe das hier 24/7) und Warren, die sich ihr ganzes Leben durch Lügen bezüglich ihrer Herkunft Vorteile ergaunert hat. Jeder würde von Trump komplett auseinandergenommen werden.
 
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