Rechtliche Fragen zu Steuern und Legalität von Wettbrokern

Kannst Du hier nähere Einzelheiten nennen (gerne auch per PN)? Bezog sich der Verdacht der Steuerhinterziehung konkret auf Einnahmen aus Sportwetten(Glücksspiel) oder generell aufgrund nicht eklärter (sonstiger) Einnahmen?.

In keinem der Fälle war den Behörden von Anfang an klar, dass es um Sportwetten ging. Die Betroffenen hatten sehr wahrscheinlich durch hohe Überweisungssummen (in einem Fall von einer ausländischen Bank) oder Barauszahlungen auf sich aufmerksam gemacht. Durch entsprechende Geldwäscheverdachtsmeldungen durch die Banken wurden die Behörden aktiv. Das war vom Muster her in allen Fällen relativ ähnlich.
 
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Genau diese Razzia will ich bitte umgehen. Falls möglich. Da ist ja eigentlich die einzige Möglichkeit proaktiv auf das FA zuzugehen und nicht Geld hin und her überweisen und warten bis sie einen von selbst ansprechen. Oder?

Keine Ahnung, ob es einen einhundertprozentigen Schutz davor gibt. In einem der Fälle war dem FA bekannt, dass der Betroffene von Sportwetten lebt. Trotzdem bekam er eines Tages Besuch vom LKA: wegen des Verdachts der Geldwäsche. Auslöser war vermutlich eine einzelne Banküberweisung über 90k. Nachdem der Betroffene nachvollziehbar darlegen konnte, woher sein Einkommen stammt, war der Fall vorerst beendet. Dadurch, dass das LKA seine Erkenntnisse aber standardmäßig an die Steuerfahndung weiterleitet, ging die Sache weiter und der Betroffene erhielt ein Jahr später Post vom FA mit geänderten Steuerbescheiden über einen Zeitraum von drei Jahren mit geschätzten Wettgewinnen.

Das heißt, selbst wenn man auf der Steuerseite 100% safe ist, hat man eben noch das Geldwäscheverdachtsrisiko, das je nach Nutzerverhalten und AML Policy der Bank schwankt, aber immer latent vorhanden ist und die Möglichkeit einer Razzia beinhaltet. Man sollte sich deshalb aber nicht verrückt machen imo.

P.S.: Interessanterweise stammen 4 der 5 Fälle aus NRW. Kann Zufall sein, weil NRW bevölkerungsreichstes Bundesland und kleine Sample Size, kann aber auch sein, dass die Behörden dort anders für die Themen Geldwäsche und Steuerhinterziehung sensibilisiert sind.
 
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Ja also mit der Thematik der "Araberclans" in den Medien und diverser Hochburgen diverser Motorradclubs ist NRW auf jeden Fall ein Bundesland welches schon viel Erfahrung mit Geldwäsche und Razzien hat. Soviel ist klar. Also verrückt machen ist eine Seite, aber so eine Hausstürmung Morgens früh und dann, dass sie alle elektronischen Geräte mitnehmen kann ja schon stark traumatisierend sein. Wär es für mich auf jeden Fall. Die klopfen ja nicht freundlich und bitten drum. Denke ich. Also vielleicht sollte man auch da nicht unvorbereitet sein und die sensibelsten Daten gut verschlüsseln und sichern. Nicht um Geld zu waschen oder Steuern zu hinterziehen sondern einfach um nicht ganz nackt zu sein wenn es drauf ankommt.

In deiner Geschichte, für 90k ist es ja "nichtmal" eine weltbewegende Summe. Relativ gesehen. Also da kommen schon noch spannende Zeiten auf mich und andere zu.

Kleiner Randhumor: Wenn man wirklich Geldwäsche betreibt, wer ist dann so doof und überweist sich einfach mal ganz trocken aus dem Nichts 100.000 Euro auf sein Konto aus dem Ausland. Und denkt, dass er ungeschoren davonkommt. Aber gut wer weiß, vielleicht sind die Leute wirklich so "risikofreudig".
 
In einem der Fälle war dem FA bekannt, dass der Betroffene von Sportwetten lebt.
… und der Betroffene erhielt ein Jahr später Post vom FA mit geänderten Steuerbescheiden über einen Zeitraum von drei Jahren mit geschätzten Wettgewinnen.

Es spielt sicherlich auch eine Rolle, ob jemand „von Sportwetten lebt“ (seinen Lebensunterhalt finanziert) oder damit zu „Wohlstand/Reichtum“ kommt. Der Übergang ist fließend. An welcher Stelle das FA diese Grenze setzt, ist streitbar und einzelfallabhängig. Dank dir für deine ausführlichen Schilderungen, die einen Einblick in die behördlichen Abläufe gewähren und welche Verdachtsmuster diese auslösen können.
 
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Also verrückt machen ist eine Seite, aber so eine Hausstürmung Morgens früh und dann, dass sie alle elektronischen Geräte mitnehmen kann ja schon stark traumatisierend sein. Wär es für mich auf jeden Fall. Die klopfen ja nicht freundlich und bitten drum. Denke ich. Also vielleicht sollte man auch da nicht unvorbereitet sein und die sensibelsten Daten gut verschlüsseln und sichern. Nicht um Geld zu waschen oder Steuern zu hinterziehen sondern einfach um nicht ganz nackt zu sein wenn es drauf ankommt.

Es kann nicht schaden, den Fall der Fälle gedanklich durchzuspielen und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Ich halte das Risiko, dass der Fall tatsächlich eintritt, allgemein aber für gering, in deinem Fall für extrem gering. Solange du keine Zahlungseingänge auf deinem Bankkonto verbuchst, die dein Haupteinkommen um ein Vielfaches übersteigen, fällst du mit deinem Risikoprofil (beruflicher Hintergrund etc.) komplett aus dem Raster imo. Und für hohe Auszahlungssummen besteht ja keinerlei Notwendigkeit aufgrund der vielen Möglichkeiten, Wettgewinne auf eWallets oder via Kryptowährungen zwischenzuparken und dann gestückelte Auszahlungen aufs Bankkonto vorzunehmen (idealerweise in unregelmäßigen Abständen und in niedriger Höhe (max. mittel vierstellig).
 
Wenn man, wie der Threadsteller, vermutlich sehr hohe Gewinne einfährt, da muss man kontinuierlich hohe Auszahlungen tätigen, man weiß ja nie, was mit Deinem Wettkonto passiert, wenn dort Hunderttausende Euros drauf liegen. Man kann sozusagen in doppelter Hinsicht nicht ruhig schlafen.
Ich mache es aber, weil ich weit davon entfernt bin, so viel Kohle zu gewinnen, wie Schröck es sagt, max. "kleine" 4stellige Beträge, leider geht das über Ewallets nicht mehr, man muss auch von den Brokern mittlerweile aufs Bankkonto auszahlen lassen, wenn man, wie Ich, lieber auf Bitcoins verzichtet. Neteller, EcoPays erlaubt man da nicht mehr, was ziemlich sch****ade ist...
 
Ah, nicht falsch verstehn, ich bin sicher nicht der größte Highroller hier. Ich komme nur langsam in Bereiche, in denen es wie gesagt mein reguläres Gehalt übersteigen könnte (wenn es positiv weitergeht, ich kann auch in einem Jahr broke sein haha). Das ist alles.

Aber monatlich vierstellig wundert die Bank sich bestimmt auch irgendwann. Aber spielt auch keine Rolle, proaktiv klären, hauptsache das Geld ist legal abgesegnet am Ende.
 
2) Es gibt Fälle, in denen Kunden aus Deutschland teils viel Geld bei illegalem Online-Glücksspiel (ich habe keine Fälle von Sportwetten finden können; nur Glücksspiel) verloren haben und dies zurückfordern konnten, eben weil das Glücksspiel illegal war. Den Kunden wurde auch in diesen Fällen aber keine Strafbarkeit für Teilnahme an illegalem Glücksspiel angelastet, da bei Online-Glücksspielen schwer zu erkennen sei welche Angebote legal oder illegal sind (was vermutlich stimmt - auch wenn manche AGBs darauf hinweisen, die Rechtslage in seinem Herkunftsland eigenständig zu prüfen - aber selbst das stellt sich für Laien als schwer heraus).
Viele der genannten Wettbroker oben, akzeptieren allgemein bekannt deutsche Kunden (vorallem im Gegensatz zu Kunden aus anderen EU- und Nicht-EU-Ländern), was zumindest den Anschein erweckt, das Angebot sei für deutsche legal.

Gibt es Fälle von Spielern, die Geld von Wettbrokern zurückgefordert haben? Die eventuell sogar geklagt haben?
 
also ka was es hier zu diskutieren gibt ^^ in 1. linie kannst du mit deinem LEGAL erwerbten Geld machen was du willst.. wenn du dadurch hohe Sportwettengewinne erzielst, gibts da doch absolut keinerlei Grundlage, in irgendeiner Form gegen dich zu ermitteln, da Sportwetten nicht Gewinnsteuerpflichtig sind. Einfach Nachweise führen, woher das Geld kommt (arbeit), nachweis darüber, was damit erzielt wurde (sportwetten gewinn) und nachweisen, dass man bei nem bookie mit deutscher lizenz gespielt hat (da ansonsten illegal) und alles ist gut