Briskes Bundesligatagebuch

2. Bundesliga ** 2. Spieltag

Jahn Regensburg - SSV Ulm
Ulm +0.25 1.74 pin 3/10

1. FC Nürnberg - Schalke 04
over 3 1.96 pin 3/10

SV 07 Elversberg - 1. FC Köln
Köln -0.5 2.08 bdaq 3/10

Fortuna Düsseldorf - KSC
under 3.25 1.84 pin 3/10
KSC +0.75 1.81 pin 3/10
ht1 / ft 2 29.5 0.5/10
ht2 / ft1 21.40 smk 0.5/10

Eintracht Braunschweig - FC Magdeburg
over 1 ht 1.92 sbo 2/10
 
Doch noch ein paar Zeilen zum 2. Spieltag

Also Ulm ein wenig ein Gamble und natürlich kann da theoretisch alles passieren. Aber die Einschätzungen vor der Saison haben sich am ersten Spieltag bestätigt. Mit Ulm ist einfach eher zu rechnen als mit dem Jahn und während Ulm sehr blöd verloren hat gegen Lautern, sah Regensburg gegen Hannover erwartet schwach aus. Es ist immer ein Risiko mit den Aufsteigern zu gehen, vlt. habe ich auch zu viel meine Ulm-Symapthie Brille auf aber von den gezeigten Leistungen her. Als Aufsteiger gleich eine (0) in der Fremde ist beachtlich, die Bookies trauen hier Ulm schon auch was zu. Eine 2.60er Heimquote verheißt meist eher nichts Gutes für den Gastgeber.

Das over zwischen dem Glubb und Schalke bietet sich einfach an, auch wenn die over 3 natürlich erst mal gewonnen werden will. Aber vor allem Schalke trägt hier zu meinem Toreoptimismus bei. Ich habe sie 90 min gesehen und BS war zwar schwach und es lief alles für S04 aber es fühlte sich auch nicht an wie eine Eintagsfliege. Sylla Torschützenkönig war für viele ein Hot Take vor der Saison und vlt. ist es gar nicht mal so unrealistisch, der Schalker Angriff hat sich jedenfalls stark verbessert. In der Defensive sah man aber das eine oder andere mal schlecht aus, Braunschweig hätte zweimal treffen können. Beim Glubb ist es ähnlich, die Defensive steht noch nicht gut, dafür hat man im Angriff gute Ansätze gezeigt gegen den KSC. Zudem hoffe ich, dass die Vermutung, dass Klose als Stürmer offensiv denkt und das auf die Mannschaft abfärbt, einfach zutreffend sein kann. Es gibt für mich hier eigentlich ziemlich sicher drei Tore und ich hoffe auf ein Viertes. Abwarten will ich hier nicht, beide sind aktuell eher gut für frühe Tore und Gegentore imo.

Köln muss man einfach probieren. Ich sehe es einfach eher 40:60 pro Köln obwohl Elversberg mit seiner Substanz auch heuer niemals unterschätzt werden sollte! Es kann sein, wir sehen den Köln-Fehlstart und man steht mit leeren Händen da, wenn es ganz blöd lauft aber ich will es einfach nicht glauben und muss dann die 50:50 Quote mitnehmen. Köln hat gegen den HSV insgesamt ein ordentliches Spiel gemacht, der Spielverlauf war unglücklich. Elversberg dagegen kann sich bei seinem Torwart-Hexer bedanken, dass Magdeburg nicht mit mindestens zwei Toren Vorsprung gewonnen hat. Ich hoffe einfach inständig, dass die Kölner ihre Abschluss-Schwäche beheben. Es ist halt insofern ein gefährlicher Tipp, weil ich mir immer mehr das Szenario vorstellen kann, dass Köln in der Hinrunde abkackt aber dann im Winter nachlegt und eine grandiose zweite Hälfte spielt. Von dem her vlt. generell Vorsicht mit Köln-Wetten zu Beginn der Saison. Qualität bleibt aber Qualität und Elversberg ist einfach im schweren zweiten Jahr.

Fortuna - KSC ist ein reiner Gefühlstipp. Logisch begründen kannst du da nichts. Aber: Der KSC hat mir einfach zu gut gefallen gegen den Glubb, vor allem wie nüchtern sie da zurückkommen nach 0:2 und das Dinge in HZ2 klar beherrschen und drehen. Mit dem georgischen Teufel in offensichtlich sehr guter Frühform können sie der Fortuna Probleme bereiten. Ich denke eher, dass die, wie immer, wenn es gegen starke Gegner und Namen geht, eher erst mal sicher spielen und auf den richtigen Moment warten. So abgezockt wie Düsseldorf konstant agiert, darf man eigtl. vor allem zu Hause nicht gegen sie wetten, egal gegen wen. Aber wie gesagt, ist viel Gefühl dabei und wegen der defensive Stärke der Gastgeber spekuliere ich auf das under, was aber gefährlich erscheint, kann man auch weglassen.

Magde hat gegen Elversberg zahlreiche Chancen versemmelt, ich denke ihnen gelingt evtl. dieses mal ein frühes Tor. Ich denke nicht, dass BS seine Defensivschwäche abstellen kann und es kann sein, dass sich der Horrorstart von letzter Saison wiederholt. Aber Vorsicht, nach einem Spieltag ist noch nichts passiert. BS hatte seinerseits gegen Schalke vor allem in HZ1 wirklich gute Möglichkeiten. Ich denke hier sehen wir mindestens ein Tor, auch hier handelt es sich eher um einen Gefühlstipp. Ich spekuliere einfach, dass diese Begegnung evtl. von Beginn an eskaliert und hoffe wir sehen das spektakuläre Magdeburg-Gesicht.
 
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Ich spiele Lautern - Fürth doch noch was an und zwar als funbet ht / ft in beide Richtungen @ 28 und @ 35 bei sm; das ist einfach so eine Partie, wo ich denke, so früh in der Saison und was ich von beiden gesehen habe, können das beide ziehen; Lautern hat den Heimvorteil, ist aber gerne mal gut darin in Rückstand zu geraten; auf der anderen Seite kann man Fürth wirklich zu Beginn der Saison was zutrauen, zumindest war der Angriff gegen Preußen aktiv und die Neuzugänge gefährlich.
 
2. Bundesliga ** 2. Spieltag

Jahn Regensburg - SSV Ulm
Ulm +0.25 1.74 pin 3/10 -3

1. FC Nürnberg - Schalke 04
over 3 1.96 pin 3/10 +2.88

SV 07 Elversberg - 1. FC Köln
Köln -0.5 2.08 bdaq 3/10 -3

Fortuna Düsseldorf - KSC
under 3.25 1.84 pin 3/10 +2.52
KSC +0.75 1.81 pin 3/10 +2.43

ht1 / ft 2 29.5 0.5/10 -0.5
ht2 / ft1 21.40 smk 0.5/10 -0.5


Eintracht Braunschweig - FC Magdeburg
over 1 ht 1.92 sbo 2/10 cb
+0.83
Recap 2. Spieltag in der 2. Bundesliga.
Die Risikotipps Ulm und Köln away leider daneben, ich hatte ja in der Vorschau auf den Spieltag Bedenken angemeldet vor allem bei Köln und wollte bei Ulm etwas erzwingen, die Tipps konnte man schon spielen aber der Hype um Ulm vor der Saison ist erst einmal beendet und dass Köln evtl. erst so richtig in der Rückrunde ins Rollen kommt, war meine Vermutung.
In Nürnberg und vor allem in Düsseldorf dagegen ein schöner read, warum ich in Braunschweig nicht einfach auf die Tore ft gehe, weiße ich auch nicht mehr. Naja aller Anfang ist schwer in dieser Liga, mal schauen, was der 3. Spieltag so bringt.
 
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FC Augsburg

Geographisch geht es weiter von München nach Augsburg zum Fußball-Club Augsburg 1907 e. V.​ Die bayerischen Schwaben haben sich in der vergangenen Saison als Stehaufmännchen bewiesen. Nach einem schlechten Saisonstart mit nur fünf Punkten nach sieben Spieltagen, musste Enrico Maaßen gehen und man verpflichtete den erfahrenen Dänen Jess Thorup, der sich für den Verein als Heilsbringer herausstellte und den FCA zwischenzeitlich auf Tuchfühlung mit den Europapokalplätzen führte. Am Ende schloss man als Elfter eine Saison ab, mit der man hochzufrieden sein konnte, denn der neue Trainer brachte wieder Stil, Selbstglaube, Attraktivität und Mentalität in das Augsburger Spiel und veränderte die Mannschaft absolut zum Positiven. Man darf nicht vergessen, dass man unter Maaßen vor der Saison eine Übergangssaison ausgerufen hatte und insofern übertrafen die Leistungen der Mannschaft unter Thorup die Erwartungen der Verantwortlichen und auch der Fans.

Die kommende Saison dürfte für den FC Augsburg zu einer spannenden Belastungsprobe werden, weil kaum ein Verein in der Bundesliga mit noch so vielen Fragezeichen versehen ist. Wie wird sich der Abgang von Topscorer und Kapitän Demirovic auf die Mannschaft auswirken? Wie gut ist Thorup darin den nicht unerheblichenn kadertechnischen Umbruch zu moderieren? Wird die Erfolgsgeschichte unter Thorup nathlos in der neuen Saison weitergeführt oder wird der FCA gar negativ überraschen?

Mannschaft und Taktik:
Mit Demirovic verließ der wertvollste Spieler den FCA! Mit 15 Toren und 10 Torvorlagen war der Mittelstürmer aus Bosnien-Herzegowina einer der Topscorer der gesamten Liga. Sein Abgang wird eine große Lücke im FCA-Angriff hinterlassen, zudem war er Führungsspieler und Kapitän. Mit Beljo (26/2) plant man kommende Saison nicht mehr, als eine Option im Sturm wurde er an Rapid Wien verliehen. Cardona, eine weitere Option im Sturm spielte ja schon lange keine Rolle mehr, wurde jetzt erneut verliehen (ASSE/Espanyol). Der erfahrene Offensivmann Sven Michel (22/2) wechselte nach Paderborn. Das Mittelfeld bleibt dagegen erhalten, lediglich Pep Biel kehrt nach der Winter-Leih zu Piräus zurück. In der Defensive tat sich dagegen einiges. Mit Iago (23/1 / ablösefrei zu Bahia), Mbabu (25 / Leihende) gingen zwei Stammspieler, Framberger erholt sich bei der zweiten Mannschaft nach seinem mittlerweile 3. Kreuzbandriss, Colina wurde zu Vejle verliehen, Günther war in Wiesbaden, wurde an den KSC erneut verliehen. Mit Koubek im Tor plante man nicht mehr (aktuell vereinslos), Lubik wurde zu Tychy verliehen. Mit Uduokhai plane ich in einer möglichen Elf 2024/25 nicht mehr, ich denke er wird den FCA noch verlassen (Eintracht). Vargas liebäugelt mit einem Tapetenwechsel, ich denke man will ihn noch zu Geld machen, bevor sein Vertrag auslaufen würde. Das ist keine allzu gewagte These, vor allem weil er auch eine gute EM gespielt hat.

Mit gleich sieben Neuverpflichtungen und ein paar interessanten Aufrückern aus dem Nachwuchsbereich werden wir in Augsburg in der kommenden Saison definitiv einige neue Gesichter sehen, vor allem in der Abwehr. Denn dort werden mit TW Labrovic (Rijeka), den AV Giannoulis (Norwich) und Marius Wolf (BVB) sowie dem IV Keven Schlotterbeck (SCF) gleich vier neue Akteure potentiell in der Startformation stehen. RV Koudossou kommt als Option und Leihe aus Den Haag, Ersatz-TW Klein vom SVS. Banks darf vlt. etwas Erfahrung in der IV sammeln (FCAII - 17 Jahre jung!). Mit der Festverpflichtung von Jakic konnte man den Schlüsselspieler und besten Mann im Kader im (defensiven) Mittelfeld sichern, das sich sonst kaum verändert hat mit Ausnahme von Talent Kücüksahin (FCAII). In der Offensive finden wir dann wieder neues Spielermaterial in Form von den MS Essende (Vizela) und Mounié (Leihe aus Brest) und dem LA Talent Babadayi (Bayern II). Leih-Rückkehrer Mbuku ist eine Option auf LA, Petkov zurück aus Fürth ist ebenfalls eine Ergänzung im OM. Okugawa schließlich kam vom HSV als Möglichkeit auf der linken Seite zurück.

Thorup implementiere beim FCA ein 4-4-2 System mit einer Rautenkonstellation im Mittelfeld. Man lässt den Gegner gerne kommen, hatte von allen Teams der Liga mit den wenigsten Ballbesitz (45% - Rang 15). Nach Balleroberung geht es schnell nach vorne, die Außen machen das Spiel breit. Vor allem die rechte Außenseite ist ein Schlüssel im Spiel vom FCA. Die Neuverpflichtung von Wolf spielt hier eine gewichtige Rolle. Der FCA schlug die zweitmeisten Flanken aus dem Spiel heraus! Der FCA hatte gute Werte bei angekommenen Flanken, wo sie recht effektiv sind, gerne warten gleich zwei Abnehmer im Rückraum. Auffallend schwach war der FCA bei Standards obwohl man mit die meisten gewonnenen Kopfballduelle vorweisen konnte. Fehlerhafte Ballannahmen und nur mäßige Werte bei der Passquote zeigten in der vergangenen Saison auf, dass der FCA eben in weiten Strecken technisch doch limitiert blieb. In der Defensive besticht der FCA durch aggressives Anlaufen, sie begingen nach Köln die zweitmeisten Fouls und sind auch was Karten anbelangt im einstelligen Bereich. Oft weiß sich das Mittelfeld in der Rückwärtsbewegung nur durch ein taktisches Foul zu helfen, da habe ich so einige Spiele in Erinnerung. Nach Standards war die Defensive ziemlich anfällig, auch das kann besser werden.

Mögliche Startelf und Prognose:

TW: Labrovic (Dahmen)
Abwehr: Wolf (Gumny)- Schlotterbeck (Bauer) - Gouweleeuw (Pfeiffer) - Giannoulis (Pedersen)
Mittelfeld: Jakic (Berithaupt)- Jensen (Dorsch) - Maier (Rexhbecaj) - Engels (Kömür)
Angriff: Mounié (Tietz) - Essende (Kobadayi)


​Der FCA wird in dieser neuen Saison evtl. zu der Wundertüte der Liga. Es ist sehr schwer vorherzusehen, wie die vielen Neuzugänge einschlagen werden. Keine Frage, man hat ein paar interessante Namen verpflichtet und eine gewissen Qualität im 137 Mio. teuren Kader ist den Augsburgern nicht abzusprechen. Mit "Königstransfer" Wolf, der Angebote aus ITA und SA hatte, und Giannoulis hat man zwei dynamische und offensivstarke Außenverteidiger. Wie wertvoll Jakic ist im Mittelfeld müssen wir nicht drüber diskutieren. Mit Schlotterbeck hat man einen kopfstallstarken Abwehrspieler in die IV geholt und die neuen Offensiven Essende und Mounié sind ebenfalls kopfballstark, so dass der FCA antizyklisch zum Vorjahr evtl. die Standards zu seiner neuen Stärke machen kann und natürlich die Flügelzangen wieder viele Flanken liefern werden. Bei einem Vargas-Abgang könnte man in der Offensive qualitativ womöglich nochmal nachlegen, ist aber auch ohne Neuzugang solide aufgestellt.

Vor der kommenden Pokalbegegnung bei der Berliner Viktoria musste der FCA gegen Marseille im letzten Härtetest ernüchternd feststellen, dass gegenüber OM nicht weniger als ein Klassenunterschied bestand (1:3) und noch viel Arbeit vor Thorup und seiner Mannschaft liegt. Da Dorsch 90 min auf der Bank saß, vermutet man bei ihm auch noch einen Abgang. Das Anlaufen fand so gut wie gar nicht statt gegen Marseille, man kam nicht in die Zweikämpfe und lief nur hinterher, es gab kaum kreative Momente und man verlor den Ball im Spiel nach vorne viel zu schnell. Zwar sind die Testspiele mit Vorsicht zu genießen aber ich denk der FCA braucht noch Zeit, sich zu finden, alles andere wäre bei einer neu formierten Abwehr vom Personal her und einem neuen Angriff auch seltsam. Von da her prognostiziere ich dem FCA keinen reibungslosen Start in die Saison. Es kann gut sein, dass die Abstimmungsprobleme die Mannschaft noch eine Weile begleiten und man sich evtl. auch in der Offensive bis auf die neue Kopfballstärke erst einmal kreativ schwer tut. Hier fehlen dem FCA offensiv die Unterschiedsspieler, die auch mal im Dribbling, im Eins gegen Eins, an ein, zwei gegnerischen Spielern vorbeikommen. So ein Unruheherd und Kreativgeist sucht man im Kader der kommenden Saison vergeblich.

Man darf aber eben auch nicht zu viel erwarten vom FCA. Die Raute wird normal genug Stabilität bringen und Schwung über außen, dass man mit dem Abstiegskampf nichts zu tun hat. Dasselbe System wird aber auch statisch und berechenbar sein gegen so manchen Gegner und die kreativen Defizite machen es dann ganz schwer gegen noch defensivere, abwartende Mannschaften zu gewinnen. Ich sehe daher den FCA mit einer nur mäßigen Saison abschließen und sehe nach oben nicht so viel Luft, da Demirovics Abgang und möglicherweise auch Vargas und Dorschs Noch-Abgänge erst einmal kompensiert werden müssen. Ein in vielen Teilen veränderter FCA wird normal nicht besser abschließen als vergangene Saison, zumal einige Konkurrenz-Teams auch ihre Hausaufgaben gemacht haben. Mein Tipp: Rang 10-13.
 
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Aus Zeitgründen schaffe ich keine ausführliche Prognose mehr zu allen Vereinen, möchte aber mehrere Blocks mit Kurzeinschätzungen zustande kriegen. Der erste Block beschäftigt sich mit den Topteams und ihrer möglichen Platzierung.

Zu den Top 5 zähle ich kommende Saison wenig überraschend Meister Bayer Leverkusen sowie den Rekordmeister Bayern München. Dahinter gesellen sich drei Teams, die ich alle vom Potential her zwischen Rang 3 und 5 platzieren würde: Den furiosen Vizemeister VfB Stuttgart, den glorreichen BVB und RB Leipzig.

Mein Tipp in der Abschlusstabelle:
1. Bayern München
2. Bayer Leverkusen
3. BVB
4. RB Leipzig
5. VfB Stuttgart

Bayern München
Zu den Bayern habe ich ja weiter oben schon eine ausführliche Prognose abgegeben. Unter Kompany erwarten viele Beobachter eine Rückkehr zu Fleiß, Disziplin und harter Arbeit und man möchte wieder für mehr Schlagzeilen auf als neben dem Platz sorgen. Es wird weniger Rücksicht auf Namen genommen, manche Spieler werden noch aussortiert, manche erhalten eine neue Chance, manche Neuzugänge müssen sich erst noch beweisen. Zu den Gewinnern der Vorbereitung zählen Gnabry sowie die jungen Talente Aznou, Fernández, Vidović und Irankunda. Real Madrid hat alle Transfers abgeschlossen, d.h. auch Davies wird bei den Bayern bleiben. Im Pokal beim 4-0 Sieg in Ulm richteten es die Alten Hasen, allen voran Thomas Müller. Über links enttäuschten Tel und Guerreiro, diese Seite wird dann womöglich wieder eher mit Davies und Coman/Olise besetzt werden. Kimmich, Müller, Gnabry sammelten alle Fleißkärtchen, ich denke man sieht jetzt schon wie Kompanys Einfluss die Spieler wieder mehr fordert. In der Abwehr erhält ein schon aussortiert geglaubter Upamecano wieder eine Chance, Kompany braucht eben dynamische Spieler im Aufbau, daher wurde auch schließlich de Ligt abgegeben.
Ich sehe die Bayern so gefährlich diese Saison, weil etliche Spieler etwas zu beweisen haben und die Wieder-Beschwörung der miasanmia-Mentalität der Bayern-Elf normal einen gesunden Biss und einen starken Willen verleihen sollte, die titellose Kasperletheater-Saison vergessen zu machen. Wenn, wie auch Uli Hoeneß zurecht gefordert hat, endlich wieder richtig gearbeitet wird und die Nebengeräusche weitgehend ausbleiben, darf man den Bayern mit dem Kader eine souveräne Saison zutrauen. Vom Gejagten werden sie nun die Jäger sein und alles daran setzen die Leverkusener zurück auf den Boden der Tatsachen zu holen.
Auch die Buchmacher sehen die Bayern wieder vorne (1,50; Leverkusen dagegen eine 3,60 Meisterquote) und gehen davon aus, dass sie ihre Dominanz der vergangenen zehn Jahre wiedererlangen werden. Ob das aber wirklich so kommt, muss abgewartet werden. Schließlich hatte Leverkusen satte 18 Punkte Vorsprung in der vergangenen Meisterschaft. Und doch wäre es einfach zu fantastisch, dass die Werks-Elf so eine grandiose Saison wiederholen kann. Wenn man also den Leverkusenern realistischerweise am Ende zehn Punkte aus der vergangenen Saison abzieht und den Bayern zehn dazu, könnt es am Ende ein spannendes Titelrennen werden mit einem Meister Bayern München um die 75-80 Punkte herum. Ich wünsche mir ein Meisterrennen bis zum Schluss und von den Sympathien her gönne ich es fast den Bayern mehr als den Unsympathen aus Leverkusen.

Bayer Leverkusen
Persönliche Sympathiepunkte genießen bei mir Trainer Alonso, Wirtz muss man einfach mögen und Boniface finde ich auch ne Wucht. Aber ansonsten hält sich meine Begeisterung für die Werkself in Grenzen. Außer zu Zeiten von Ulf Kirsten habe ich nie einen Sympathiedraht zu diesem Team herstellen können und die Art und Weise wie manche Charaktere in dieser Mannschaft grundsätzlich drauf sind, ist für mich abstoßend, angefangen von Fernando Carro bis hin zu so manchem Spieler.
Es ist aber gerade die Abgezocktheit, Leidensfähigkeit, Aggressivität und Resilienz die diese Bayer-Elf auszeichnet und dafür brauchst du eben auch entsprechende Spieler, die auch mal gfitig sind und sich am Rande des Legalen bewegen. Mit Xhaka, Andrich, Kossonou, Frimpong und Co. hat Leverkusen einfach eine grundgute Substanz an Kraftspielern, die den Kampf annehmen.
Weil die Elf ungefähr dieselbe sein wird wie im Meisterjahr und Alonso sein Kunstwerk in Leverkusen fortführen will, ist mit Bayer absolut wieder als Meisterschaftsanwärter zu rechnen. Alonsos große Stärke ist es, dass er sehr intelligent aufstellt und durchwechselt, er schafft es die richtigen Akzente zu setzen und Umstellungen vorzunehmen, das zeichnet letztlich auch einen großen Trainer aus. Gegen den VfB im Supercup, machte man da weiter wo man letzte Saison aufhörte, drehte in Unterzahl mal wieder das Spiel, welche Energie Leverkusen gegen Ende immer entfalten kann, ist einfach unheimlich, und weil es so regelmäßig passiert, ist es eben auch nicht nur Zufall und Glück sondern zeugt einfach von einem guten Energiemanagment, nicht zuletzt des Trainers.
Ich bin wirklich gespannt, wann Leverkusen kommende Saison das erste mal besiegt werden wird. Am 8. Spieltag? Am 16. Spieltag oder wieder gar nicht? Normal kannst du so eine grandiose Saison nicht wiederholen aber vlt. werden wir auch am Ende überrascht und Alonso zieht auch die zweite Saison gnadenlos durch und sie werden erneut Meister. Auszuschließen ist das keineswegs, da der Kader zusammengehalten, alles in allem, sogar verstärkt worden ist und Eingespieltheit und Routine vorherrschend sein sollten. Vieles deutet darauf hin, dass Leverkusen wieder eine saustarke Saison abspulen wird, der personelle Einschnitt wird erst kommende Saison erfolgen (Wirtz, Frimpong u.a. Alonso(?)), so dass ich glaube, dass Leverkusen nicht so groß nachlassen wird. Allerdings sind die Gegner jetzt viel mehr vorgewarnt, die CL-Belastung darf man auch nicht vergessen, man wird einfach abwarten müssen, ob die Werks-Elf das sehr hohe Punkteniveau und die Siegermentalität aus der Meistersaison konservieren kann. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr denke ich, dass man realistisch betrachtet doch vlt. Leverkusen als Meister prognostizieren müsste. Das Quotenverhältnis würde ich nicht so stark pro Bayern sehen, wie das die Buchmacher suggerieren.
 
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VfB Stuttgart
Tja was soll ich sagen, ich habe Tränen vor Freude geweint vergangene Saison. Es fühlt sich immer noch unreal an, dass der VfB Vizemeister geworden ist und kommende Saison CL spielen wird. Nach all der Scheiße! Wie lange der VfB in dieser grandiosen Erfolgsspur bleiben kann, ist ungewiss. Nach dem letzten Höhenflug in der Tabelle, der Meisterschaft in der Saison 2006/07, schloss man die folgende Spielzeit als Sechster ab, dann Dritter, dann wieder Sechster, dann folgte 13/14 der Absturz und 15/16 der Abstieg. Wie wird es weitergehen mit dem VfB? Werden sie sich wieder mittel- bis langfristig in den Toprängen etablieren können, so wie ich das noch aus meiner Kindheit und Jugendzeit kenne, oder war die Vizemeisterschaft eine Art Fehler in der Matrix und der VfB wird womöglich zu einer Art Union Berlin oder wiederholt seine alten Fehler nach dem Erreichen der CL und baut schrittweise wieder ab?

Wenn man den Anfang der Transferphase sah, dann musste man aus VfB-Sicht wirklich Schlimmes befürchten. Sämtliche Leistungsträger und etliche Stammspieler wurden mit diversen Vereinen in Verbindung gebracht. Dass am Ende "nur" Guirassy, Anton und Ito gingen, ist nach dem Ende einer solch grandiosen Saison noch absolut zu verkraften. Da ging es anderen Vereinen, die einen ähnlichen raketenhaften Aufstieg innerhalb einer Saison genommen haben, schon ganz anders, oder man schaue sich an, was Stades Rennes die letzten Jahre an Spielern "verloren" hat. So sind nun am baldigen Ende des Transferfensters alle Schwaben doch erleichtert, dass man mit Demirovic einen starken Scorer als Guirassy-Ersatz verpflichten konnte und das Festverpflichtungsdrama um Undav doch noch ein gutes Ende gefunden hat. Zudem ist man einfach froh, dass einige leistungsstarke Spieler dem VfB auch in der kommenden Saison die Treue halten, obwohl es auch hätte anders kommen können, hier sind Führich, Stiller, Silas und Millot zu nennen. Ich dachte vor der Saison hofftl. bleiben zwei von diesem Quartett und finde es gigantisch, dass alle kommende Saison bereit stehen. Nicht zu vergessen wie wie Gold es Wert ist, dass Nübel noch ein Jahr von den Bayern geliehen wurde. Und wenn ich daran denke, dass auch ein Vagnoman wieder zurückkommen wird, geht mir glatt einer ab.

Was vlt. gar nicht schlecht war: Die mediale Aufmerksamkeit war so auf die Guirassy/Undav-Deals fokussiert, so dass die anderen Neuankömmlinge entspannt ihre Arbeit beim VfB aufnehmen konnten. Und die haben es mitunter in sich, denn von den Megatalenten Krätzig (Bayern-Leihe) und Justin Diehl (ablösefrei) darf man einiges erwarten, das hat sich zumindest in der Vorbereitung angedeutet. Und auch Rieder und Woltemade fügen sich gut ein, der neue Abwehrchef Chabot und Keitel dürften sowieso keine Eingewöhnungsprobleme haben, da sie ja Bundesliga gewohnt sind. Ein paar Spieler aus der zweiten Reihe werden den VfB noch verlassen. Und ganz aktuell kam ja die Meldung, dass man mit El Bilal Touré von Atalanta noch einen hochwertigen zusätzlichen Stürmer so gut wie verpflichtet hat. Gut so!

Wenn ich den Kader lese aktuell so wie er ist, bin ich einfach happy. Das kann sich nicht nur sehen lassen, das ist ein absolut geiler Kader, wenn alle fit sind. Natürlich würde aber in der Abwehr noch ein starker Mann gut tun, der IV und RV spielen kann aber mal schauen, was die Verantwortlichen noch aus dem Hut zaubern. Ich denke der VfB wird da weitermachen wo er letzte Saison aufgehört hat, mit dem unendlichen trainierten und eingeübten Passspiel a la Sebastian Hoeneß. Die Mechanismen dürften auch mit einem personell etwas veränderten Kader dieselben sein, vor allem über die linke Seite wird der VfB mit den gewohnten Kräften Mittelstädt und Führich ordentlich Druck machen und sie wird mit dem pfeilschnellen Diehl als Option sogar nochmal stärker. Undav wird als unbekümmerter Straßenfußballer nach wie vor für die gewissen Momente sorgen und Demirovic steht als neuer Abnehmer bereit, der aber nicht geschmeidig wie einst Guirassy daherkommt, sondern eher mit Kraft, Zweikampfhärte und Willensstärke besticht. Von Millot darf man eine ähnlich starke Saison erwarten, er ist ja schon explodiert und aktuell der wertvollste Spieler des VfB aber ich denke da ist immer noch Luft nach oben. Wenn Silas von dem viele diese Saison eine Steigerung erwarten dann die rechte Seite auch mit seinen Dribblings unberechenbarer macht, Leweling und Vagnoman hofftl. formstark und fit bleiben, dann hat der VfB mit die beste Offensive der Liga.

Ob die Defensive aber den Ansprüchen einer Dreifachbelastung samt CL standhalten kann, darf bezweifelt werden. Die Schmäh über stillosen Abgang von Anton deckt eben auch auf, wie sehr viele VfB-Fans sich bewusst sind, was für ein schmerzhafter sportlicher Verlust der Gang von W.A. zum BVB bedeutet. Es ist ja fast schon unreal wie sehr er zum absoluten Abwehrchef und Kapitän herangereift war. So wird es zum Saisonstart wohl auf Mittelstädt - Chabot - Rouault und Stenzel hinauslaufen. Zagadou ist jetzt halt sieben Monate(!) verletzt gewesen, er wird sicher vorsichtig herangeführt werden. Und machen wir uns nichts vor, dass ist eine ordentliche Kette, die, wenn formstark, auf jeden Fall sich in der Bundesliga nicht verstecken muss. Allerdings mache ich mir international schon etwas Sorgen, wie wir dann mit dieser Abwehr aussehen, wenn mal ein, zwei verletzt sind und ein Vini Jr. und Mbappé dir zu schaffen machen. Also hoffen wir, dass noch eine weiter Stütze kommt!

Es wäre fast grotesk anzunehmen, dass der VfB eine so starke Saison wieder als Vizemeister abschließen wird, wenn man bedenkt wo der VfB herkommt und wenn man bedenkt, dass da ja wirklich teils immer noch dieselben Spieler auf dem Platz stehen, die irgendwann mal knapp der Abstieg entronnen sind. Und doch muss man auch sagen, dass es recht unwahrscheinlich ist, dass diese Mannschaft, die weit über das Schwabenland hinaus für Freude sorgt beim Zuschauen, nun plötzlich doch irgendwie einen downfall erleben würde. So wie man in der Rückrunde vergeblich auf diesen gewartet hat, glaube ich, dass man auch in der neuen Saison vergeblich auf einen Absturz wartet. Das System Hoeneß ist gut eingeübt, die Vorbereitung war gut und die Generalprobe hat man eindrucksvoll 4-0 gegen Bilbao gewonnen, bevor dann der erste echte Pflichtspieleinsatz im Supercup gegen Leverkusen ebenfalls mit Bravour gemeistert wurde, wenn man auch, ärgerlich, am Ende wieder gegen die Bayer-Elf den Kürzeren zog. Wie sehr man mental und von der Spielkontrolle und Abgezocktheit her von einem Topteam entfernt ist, hat man da eindrucksvoll gesehen. Ich behaupte mal, dass ein Real Madrid gegen Bayer eine Führung in Überzahl über die Zeit gebracht hätte, um es extrem auszudrücken. Das zeigt eben, dass bei starken Druckphasen und starken Gegnern, dem VfB hier und da die Kaltschnäuzigkeit und gleichbleibende Konzentration und Ruhe fehlt, was auch absolut in Ordnung ist aber woran sicher noch gearbeitet werden kann.

Ich denke man muss sich um den VfB in der neuen Saison absolut keine Sorgen machen. Wenn alles zu ihren Gunsten läuft, können sie wieder ganz oben anklopfen. Ich denke aber, dass so eine Sahnesaison kaum zu wiederholen sein wird (73 Punkte! und damit ein verdammt starker Vizemeister) und man der Dreifachbelastung, der starken aufgerüsteten Konkurrenz und dem letztlich eben doch arg schmerzhaften Abgang von drei Schlüsselspielern seinen Tribut zollen wird. Wenn dann noch ein paar Verletzungen dazukommen (Defensive), kann es sein, dass der VfB auch mal eine Phase erlebt, wo er ein paar Spiele am Stück unglücklich verliert. Bayern und Bayer sind normal vor dem VfB, der BVB hat massiv aufgerüstet und wird top motiviert sein und könnte ebenfalls vor dem VfB abschließen. RB wird diese Saison eingespielt sein und hat einfach immer noch einen fast doppelt so hohen Kaderwert als der VfB, also von dem her würde es dem VfB ohnehin gut tun, sich aus eventuellen Spekulationen um die Topränge herauszuhalten und ich denke so wird es am Ende auch kommen, weil, wie gesagt, die Konkurrenz diese Saison brutaler sein wird. Bayern wird angreifen, der BVB sowieso, Bayer wird kratzen und beißen, Leipzig wird lauern. Das wird schwer, dass der VfB diese Phalanx durchbricht oder sich darin einfach so wieder behauptet.

Auf der anderen Seite kommt kaum ein Team in Frage, dem man einen Sprung nach oben zutraut. Von dem her kann der VfB bei einer Normalform davon ausgehen, dass man sich hinter den üblichen Verdächtigen irgendwo dahinter einreihen wird. Ich denke realistisch ist daher eher Rang 5-6 womit ich und viele Fans hochzufrieden wären. Eines ist sicher: Die VfB-Spiele werden wieder viel Spaß bereiten, haltet saftige over-Wetten parat. :mrgreen:
 
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Borussia Dortmund

Kaum ein Team litt vergangene Saison mehr unter erheblichen Stimmungsschwankungen als die Borussia aus Dortmund. Nach einem guten Saisonstart mit 20 Punkten aus sieben Spielen, setzte es gegen die Bayern am 10. Spieltag eine krachende 0:4 Heimniederlage und spätestens da war klar, dass der BVB mit einem möglichen Angriff auf die Meisterschaft nichts zu tun haben wird. Die Hinrunde beendete man auf Platz fünf, auffallend war, dass man die wenigstens Tore der Top 5 erzielt hatte, "nur" 33 an der Zahl und es die schlechteste Saisonplatzierung seit 2015 war. Kurz sah es dann so aus als könne man doch nochmal den VfB auf Rang drei angreifen, ehe man doch wieder abreißen lassen musste, symptomatisch war hier die 2:3 Heimniederlage gegen Hoffenheim. Obwohl man dann in München mit zwei Toren gewinnen konnte, fiel man bereits am 28. Spieltag auf Rang fünf zurück, wo man die Saison mit soliden aber nicht überragenden 63 Zählern beendete.

In der Champions League dagegen erlebte die Borussia eine deutlich erfolgreichere Zeit. In einer äußerst schweren Gruppe mit Milan, PSG und Newcastle setzte man sich als Tabellenerster durch und überraschte viele damit. Als Underdog schien sich der BVB wohl zu fühlen, spielte sich teilweise mit einem defensiveren Ansatz und oft nicht besonders ansehnlich Runde um Runde weiter, bis man schließlich tatsächlich Real Madrid im Finale begegnete und dort sogar über Strecken das bessere Team mit den besseren Chancen war. Kaum jemand hätte eine Saison so voller Licht und Schatten besser dramatisieren können.

Am Ende hat sich Terzic von der Cheftrainerposition weggehext und hat Platz gemacht für seinen bisherigen Stellvertreter: Nuri Sahin. Co-Trainer wird unter anderem Lukasz Piszczek.
Mit Lars Ricken als neuer Geschäftsführer Sport und Sven Mislintat als Kaderplaner wurden alte BVB-Bekannte installiert. Der BVB kommt also von der Führung her runderneuert daher und auch auf dem Platz war es beim BVB Zeit Abschied von einigen verdienten Spielern zu nehmen, allen voran natürlich von den langjährigen Identifikationsfiguren Marco Reus und Mats Hummels. Gerade Hummels' Abgang dürfte dem BVB gut tun, mit seinen Egotrips hat er bei so manchem BVB-Fans trotz seiner gigantischen 508 Spiele in 13 Jahren seinen Legenstatus verspielt und seine öffentlichen Angriffe gegen Terzic waren grenzwertig bis unwürdig. Reus spielte ja keine so große Rolle mehr, er wechselt in die USA, alles Gute!

Weitere nur allzu bekannte Gesichter haben im Transferfenster die Schwarzgelben verlassen, Füllkrug ist aber bisher der einzige echte wichtige Verkauf, denn Reus, Wolf und Morrey gingen ablösefrei und Sancho und Maatsen waren ja nur ausgeliehen. Hummels ist aktuell noch vereinslos, wurde mit Fabregas' Calcio 1907 in Verbindung gebracht. Die Dortmunder haben sich nicht lumpen lassen und in dieser Periode einen Batzen voll Geld für den Angriff auf die Spitze ausgegeben. Für Hummels, den man hätte bequem und günstig um ein Jahr verlängern können, griff man tief in die Tasche und holte vom VfB deren Kapitän Waldemar Anton (22.5 Mio. Ablöse). Im Angriff kam es zum Königstransfers von Guirassy, den man dank Ausstiegsklausel ebenfalls vom VfB abwerben konnte und für dessen Transfer man ein stattliches Gesamtpaket schnüren musste (Mit Berater und Handgeld wird von 33 Mio. Ablöse geredet +10 Mio Jahresgehalt). Pascal Groß verpflichtete man von BHA (10. Mio inkl. Boni) und ganz aktuell langte man nochmal richtig tief in die Tasche und verpflichtete für nicht weniger als 28.5 Mio. Maximilian Baier von der TSG aus Hoffenheim. Nicht unerwähnt bleiben darf die Leihe von RV Yan Couto, der eine Baustelle schließt.

Wohin wird die Reise des BVB gehen? Ich denke, dass Nuri Sahin als noch sehr junger (35 Jahre) und relativ unerfahrener Trainer erst einmal beweisen muss, dass er der Sache des Cheftrainers beim BVB gewachsen ist. Zudem ist es fraglich, ob der BVB mit Sahin wirklich einen echten Neuanfang starten kann, denn es ist nach Terzic der nächste Trainer mit BVB-Stallgeruch und vielleicht hätte es bei den Schwarzgelben einen wirklichen Reset mit ganz neuen Gesichtern benötigt. Der am Ende dann doch etwas überraschende Selbst-Abgang von Terzic war ja hauptsächlich der Stimmungslage und der taktischen Ausrichtung geschuldet aber ob es nun der Co-Trainer Sahin, der ja die Taktik auch mitzuverantworten hatte, wirklich so viel besser machen kann, bleibt einfach abzuwarten. Für mich ist er noch ein fast unbeschriebenes Trainer-Blatt. Und man darf nicht vergessen, auch wenn Sahin sicherlich eine riesige BVB-Liebe in sich trägt, war er damals der erste, der in der Klopp-Ära den Verein in Richtung Madrid verließ und sich nie so richtig von dem im Nachhinein viel zu frühen Wechsel erholen konnte. Aber selbst wenn, hat nicht der BVB gerade die Erfahrung gemacht, dass Vereinstreue und Liebe alleine eben nicht ausreichen, um eine Mannschaft erfolgreich zu machen und in das Titelrennen zu führen? Wenn man es von einer gewissen Perspektive betrachtet, ist die Sahin-Verpflichtung als Chefcoach einfallslos und zudem sehr risikoreich.

Zurecht muss man deshalb Zweifel haben, ob der BVB tatsächlich der ernst zu nehmende Titelkandidat ist, als den sie sich selbst sehen und bezeichnen. Man wird das Gefühl nicht los, dass hier jemand mehr Substanz vorgibt als wirklich vorhanden ist. Nicht falsch verstehen, ein Kader, der eine halbe Milliarde schwer ist, kann natürlich in der Bundesliga locker um die Meisterschaft mitspielen aber es bleibt einfach abzuwarten, ob sich der BVB unter Sahin wirklich von den Ergebnissen her verbessert, denn bei aller Kritik an Terzic, dessen Sicherheitsfußball nicht wenigen ein Dorn im Auge war: Er hat meiner Ansicht nach aus den vorhandenen Mitteln mit das Beste rausgeholt und ist immerhin in das CL-Finale eingebogen.

Es sah im Pokal beim Regionalligisten Phönix Lübeck noch nicht alles rund aus beim BVB. Vor allem die Defensive offenbarte noch einzelne Schwächen, nach der Führung zur HZ (0:3) kassierte man umgehend ein Gegentor und hatte Glück, dass Lübeck nicht den Anschlusstreffer schaffte (Latte). Schließlich machte man den Sack zwar zu aber das 1:4 war noch zweimal in Gefahr, weil Lübeck wieder Alu-Pech hatte (Innenpfosten) und Schlotterbeck schließlich fast ein Eigentor fabrizierte (Latte).

Ich denke der BVB wird eine bessere Saison spielen als die vergangene und hat das Potential für eine sogar überragende Spielrunde, sprich das Mitspielen um die Meisterschaft. Dafür müsste aber so einiges Zusammenkommen. Die teils neu formierte Abwehr muss weitgehend fehlerfrei bleiben, was ich aktuell einfach nicht sehe, Schlotterbeck, Süle und auch Anton sind alle auch mal für einen Bock zu haben. Ansonsten braucht man aber nicht viel bemängeln, mit Groß und Couto hat man Baustellen geschlossen, Duranville könnte DER Joker der Saison werden. Dank Baier und Guirassy dürfe der BVB nochmal deutlich torgefährlicher werden als vergangene Saison. Also es ist schon beachtlich was der BVB alles auf dem Transfermarkt zustande gebracht hat, sie gehen mit Sahin aber ein gewisses Risiko ein. Das kann klappen und sie spielen oben lange Zeit mit, das kann aber auch nicht klappen und wir erleben eine weitere Saison mit viel Licht aber auch zu viel Schatten.
 
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RB Leipzig

RB hat die vergangene Saison auf Rang 4 beendet, am Ende standen 65 Punkte zu Buche. Hin- und Rückrunde spielte man fast gleichbleibend konstant (33 und 32 Zähler), konnte aber einen Durchbruch nach oben nie erzwingen, da Bayer sowieso in einer eigene Liga spielend am Ende satte 25 Punkte Vorsprung auf die Leipziger hatte, aber auch zum VfB und zu den Bayern einige Punkte fehlten. Mit dem vierstärksten Marktwert von rund 490 Mio. Euro geht RB auch die kommende Saison wieder prall ausgestattet in Richtung Kampf um die vordersten Plätze. Wie jedes Jahr muss man sie zu den engeren Favoriten auf die Meisterschaft zählen. Der extrem positive Ausschlag von Bayer hat es für Leipzig aber deutlich schwerer gemacht realistischerweise als Titelkandidat zu gelten. Nur wenige räumen ihnen kommende Saison Außenseiterchancen auf den Titel ein, tipico gibt ihnen etwa eine 13.0 auf eine Meister-Siegquote und ich denke das zeigt einfach, dass RB auch in der kommenden Saison keine ernsthafte Konkurrenz im Meisterschaftsrennen sein wird.

Auf der anderen Seite ist der Kader unter Marco Rose richtig gut eingespielt, ich denke größere Ausreißer-Ergebnisse von RB sind auch in der kommenden Saison nicht zu erwarten, zu stabil und vor allem konstant wirkt das Konstrukt. Mit Sesko konnte man einen Topangreifer halten, der sich bewusst für eine weitere Spielzeit bei RB entschieden hat, eigentlich ist "nur" Dani Olmo der einzig echte namhafte Abgang, dieser wiegt aber natürlich ungemein schwer, da dieser sich aktuell in seinen besten Jahren befinden dürfte, sein Wechsel zu Barca hat saftige 55 Mio. Ablöse in die Kassen von RB gespült. Angelino war ja bereits verliehen, verlässt jetzt den Verein fest in Richtung Roma. Darüber dass man Simons diese Saison noch halten konnte, sind in Leipzig natürlich alle sehr erfreut.

Auf der Seite der Neuzugänge hat sich RB punktuell verstärkt, mit dem beidfüßigen Nusa (soll in die Rolle von Olmo schlüpfen), Vandevoordt und Quédraogo kamen drei hochtalentierte junge Spieler aus Brügge, Genk und Schalke für rund 30. Mio Ablöse an die Weiße Elster. Mit André Silva kehrt ein namhafter Spieler nach Leihe zurück. Auf weitere Details was das Personal anbelangt, gehe ich an dieser Stelle nicht ein.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Eingespieltheit und die Konstanz RBs größte Trümpfe sein dürften in der kommenden Saison und dass man sie auf keinen Fall unterschätzen darf. Mit Openda und Sesko hat man zwei Topscorer in der vordersten Reihe. Dahinter dürfte Simons wieder viel Spaß machen, Kampl, Haidara und Seiwald sind weitere eingeübte Kräfte, ebenso hat sich die grundsätzlich starke Abwehr um Klostermann, Simakan, Orban und Raum nicht verändert. Fast jede Position ist doppelt gut bis sehr gut besetzt. Nusa, Xavi Simon, Sesko und Openda werden ein gefürchtetes Offensivquartett sein, dass die eine oder andere Abwehrreihe schwindelig spielen wird. Wenn RB von Verletzungen verschont bleibt und im Gegensatz zur vergangenen Saison gleich von Beginn an konsequent etabliert ist, darf man von Leipzig eine tendentiell bessere Saison erwarten, auch wenn dafür die Abwehr wieder konzentrierter zu Werke gehen muss. Der Spielplan gibt es her, dass RB nach fünf Spieltagen fast ganz oben stehen könnte, denn bis auf das Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen hat man vergleichsweise leichte Gegner zu Beginn der Saison (Bochum, Union zu Hause, auf Pauli, FCA zu Hause, in Heidenheim).

Die 1. Runde im Pokal hat man beim Traditionsverein RWE mehr oder weniger souverän mit 4-1 gewinnen können, die wenigen Tests zuvor endeten mit einem Sieg (Villa), einem Remis (PSG) und einer Niederlage (Wolves). Ich persönlich denke, dass Leipzig am Ende nicht um den Titel mitspielt, weil ihnen ein wenig die Stärke und Robustheit im defensiven Mittelfeld abgeht und es abzuwarten bleibt, ob RB die notorisch schlechte Chancenverwertung abstellen kann. Die eventuelle Launenhaftigkeit des einen oder anderen filigranen Technikers ist ein weiterer Faktor. In der vergangenen Saison hat sich leider gezeigt, dass RB in wichtigen Spielen, wo es darauf ankam, nicht zur Stelle war und zudem konnte man nicht einmal die Hälfte seiner Auswärtsspiele gewinnen, das müsste schon deutlich besser werden, wenn wir RB als ernsthaften Titelkandidat handeln wollen. In der Rückrunde verlor man gegen die tabellarisch besser platzierten Teams allesamt (Bayer, Bayern, VfB), dagegen muss man RB großes Lob zollen, was sie in der CL abgerissen haben, mit einem fairen Schiedsrichter wären sie gegen Real Madrid im AF weitergekommen, das muss man so deutlich sagen und wer weiß, vlt. hätten sie ja davon beflügelt sogar noch Größeres erreicht.

Ich habe keine Bedenken, dass Leipzig es mit dem Kader und der Eingespieltheit in die Champions League-Ränge schafft. Im Idealfall könnten sie um die Meisterschaft mitspielen, dafür müssten aber die anderen üblichen Verdächtigen ins Straucheln geraten, was ich nicht sehe. Es könnte aber auch dank RB eine der mal wieder spannenderen Meisterkämpfe der letzten Jahre geben, was wir uns doch letztlich alle wünschen.
 
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Der Mittelfeld-Block (Platz 6 - 13)

Aus Zeitgründen kann ich nicht für jedes Team eine ausführliche Vorschau erstellen aber nachdem ich meine Meinung zu den Topteams kundgetan habe, kommt nun hier ein Block mit Teams, die ich im Mittelfeld der Tabelle ansiedeln würde, was ich der Einfachheit halber, um sie von den Spitzenteams und vom Abstiegskampf abzuheben, als Platz 6 - 13 festlege.
Hier begegnen uns folgende zwei wichtige Fragen vor der Saison?

- Wird es wieder ein Überraschungsteam geben, das es schafft deutlich über den Erwartungen zu performen und in die vordersten Tabellenränge vorzustoßen?
- Welches Team aus diesem Block hat die größte Tendenz zu enttäuschen, deutlich hinter den Erwartungen zurückzubleiben und in den Abstiegskampf zu rutschen?

Ich werde zu jedem Team ein paar Gedanken formulieren und einschätzen, ob ich sie eher an der Spitze oder am Ende des Mittelfeld-Blocks sehe.

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Eintracht Frankfurt
Die Eintracht gilt für mich auf dem Papier und vom Gefühl her zu den stärksten Teams nach der von mir angenommenen Spitzengruppe (Bayer, Bayern, BVB, RB, VfB), für die es nicht viel Fantasie braucht. Die Eintracht sehe ich von allen verbleibenden Teams am besten aufgestellt, auch vom Marktwert her belegen sie den sechsten Platz. Der heftigste Abgang war Pacho zu PSG, der Geld in die Kassen gespült hat. Man hat sich meiner Meinung nach sehr gut verstärkt, die Festverpflichtung von Stürmer Ekitiké ist für mich fast Highlight, ich denke er wird diese Saison richtig explodieren. Robin Koch verstärkt die Defensive genauso wie die Leihen Theate und Kristensen. Mit Uzun, Lisztes und Höjlund hat man vielversprechende Talente verpflichtet. Diese Saison gibt es für Dino Toppmöller keine Ausreden mehr, die Übergangssaison ist zu Ende. Die zweite HZ in Braunschweig haben sie gezeigt, was in ihnen steckt, wenn es schaffen nur ein weniger konstant zu sein, wird Frankfurt ziemlich unangefochten das Spitzenteam des Mittelfeld-Blocks, davon bin ich überzeugt. Zweifel gibt es aber am Trainer, wo man sich einfach fragen muss, ob er der richtige ist und die Mannschaft richtig anpackt. Vor allem die Offensive muss einfach mehr treffen, wenn man weiter oben angreifen will, nur ein Tor mehr als Aufsteiger HDH letzte Saison, das kann es nicht sein. Wenn in Frankfurt die richtigen Knöpfe gedrückt werden, wird dieses Team hoch hinauskommen. Aber es bleibt halt die Frage: Sind launische Diva und der launische Dino wirklich ein gutes Match? Die relativ schwache Rückrunde bereitet mir etwas Sorgen, dass Frankfurt mit DT wirklich deutlich stärker performen wird. Warten wir es ab. In den ersten sieben Partien warten gleich mal der BVB, Bayern und Bayer.

SC Freiburg
Zum SC ja schon sehr viel geschrieben, auch in der Vorschau zum Auftakt gegen Stuttgart. Schuster lässt ein wenig risikoreicher spielen und höher pressen, wenn ich das richtig interpretiert habe. Der Sieg im Pokal war ziemlich schnörkellos, geprägt von viel Arbeit und vor allem Effizienz. Schuster wirkt sehr entspannt, nahbar und reflektiert, es ist einfach schwer vorstellbar, dass Freiburg mit diesem Kader großartig schlechter als erwartet abschneiden wird und ich erwarte sie allermindestens einstellig. Die Kaderbreite vor allem im Spiel nach vorne ist enorm, man hat für verschiedene Spielkonstellationen eigentlich auf alles eine passende Antwort, kann exzellent von der Bank nachlegen. Von Dinkci erwarte ich eine starke Saison und Adamu scheint unter Schuster aufzublühen, hat aktuell Gregoritsch verdrängt. Die Alternativen, die man im Sturm und vor allem über die Außen hat, generell in der Offensive hat, lesen sich einfach gut, wenn ich dann höre, dass man sich noch mit Reese beschäftigt, muss man sich um Freiburgs Möglichkeiten wohl keine Sorgen machen. Wenn dann muss man sich im defensiven Mittelfeld etwas Sorgen machen, wenn Höfler (einzig echter DM) und ZM Osterhage mal ausfallen oder in ein Formtief geraten. Dass man eine Reihe wertvoller Talente hat, die langsam herangeführt werden, muss auch nochmal erwähnt werden, v.a. Ogbus könnte sich sehr gut entwickeln. Ob sich in der Defensive noch etwas tut, bleibt abzuwarten. Mit dem SC ist normal auf jeden Fall wieder zu rechnen. Wenn es gut läuft, sehe ich sie sogar fast gleichauf mit der Eintracht. Die Tendenz ist meiner Meinung nach positiv, wenngleich Schuster eben noch ein Newbie ist als Cheftrainer und hier und da sind die Befürchtungen, dass er es bisher zu offensiv angeht und man zu viele Gegentore kassiert. Man darf nicht vergessen, dass Freiburg vergangene Saison sogar nur auf Rang 10 abschloss, wenn ich sie potentiell auf Rang 7 platziere, ist das also auf jeden Fall eine leichte Verbesserung und ich würde das so unterschreiben.

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Frankfurt und Freiburg potentiell auf Rang 6 und 7 zu packen empfinde ich als rational nachvollziehbar und auch vom Gefühl her absolut okay. Dahinter beginnt für mich dann die immer grauer werdende Nebelzone der Bundesliga, die eine Reihe von Teams, die ich ähnlich stark einschätze, bilden könnten. Schaue ich mir die Abschlusstabelle der vergangenen Saison an, fällt es mir schwer zu glauben, dass die zwei einstelligen Teams auf Heidenheim (Platz 8!) und Hoffenheim (Platz 7) wieder so ähnlich abschneiden, also stelle ich sie erst einmal zurück. Wen also auf einen möglichen achten Tabellenendrang setzen?

Werder Bremen
Auch wenn die Mittelfeld-Team wieder sehr eng beieinander sein dürften am Ende, entscheide ich mich für Werder Bremen auf einem potentiellen einstelligen, achten Tabellenplatz. Die Vorzeichen für Werder stehen vom Gefühl her gut und rational spricht nicht so viel dagegen sie ähnlich wie letzte Saison zu prognostizieren. Sie haben in der Rückrunde eine starke Performance abgeliefert und wirken auf mich wie ein gut eingespieltes Kollektiv, dass zwar ab und an bieder daherkommt und keine Starallüren hat, aber diese Nüchternheit auch dafür sorgt, dass sie immer wieder positiv überraschen können, vor allem dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Mit nur 107 Mio Markwert gäbe es zwar eine Reihe von Teams, die man vom Kader her deutlich über Werder ansiedeln müsste aber das Gesamtbild bei Werder überzeugt mich aktuell einfach. Es wirkt so als war der Abstieg eine reinigende Erfahrung und man weiß ganz genau, wo man steht und was man will. Sich überhaupt erst wieder in der Liga zu etablieren, ist erst einmal das erklärte Ziel und die Ruhe, Konstanz und Gelassenheit von Ole Werner passt für mich einfach wie die Faust aufs Auge Werder Bremen zu trainieren und anzuführen. Man darf nicht vergessen, dass Werner erst 36 Jahre jung ist, ich finde dafür macht er einen hervorragenden Job und wirkt souverän und abgeklärt. Die Abgänge (Dinkci, Woltemade) und Zugänge (Alvero, Topp, Grüll) halten sich in Grenzen, die Neuverpflichtungen sind aber gut durchdacht und Topp hat im Pokal gleich mal bewiesen, dass er vlt. der Toptorschütze der Werderaner werden könnte. Die Abwehr bleibt natürlich ein Fragezeichen aber Werner hat es geschafft die Gegentore aus der Hinrunde doch spürbar zu reduzieren. In einem taktisch meist im 3-5-2 daherkommenden Gerüst legt Werner Wert auf Stabilität und intelligentes, angepasstes Pressing. Werders Stärke war in der vergangenen Saison, dass sie sich taktisch individuell oft gut dem Gegner anpassen konnten, ich denke Werner wird gegen gleichwertige Gegner durchaus wieder Mittel finden die eigenen Stärken auf dem Platz zu bringen. Allzu viel Offensive darf man von Werder auch diese Saison nicht erwarten, man erhofft sich aber die vielen Gegentore aus der letzten Hinrunde zu vermeiden. Werder ist auf jeden Fall stabiler geworden, schon vergangene Saison trauten ihnen in der Rückrunde nicht wenige Experten noch zu sogar in das europäische Geschäft vorzudringen, das sie nur äußerst knapp verpasst haben. Wenn alles gut läuft, Werder seine Stabilität und seinen Teamgeist konservieren kann, sehe ich sie auf jeden Fall einstellig und am ehesten auf Rang 8.
 
Borussia Mönchengladbach
Auf einem möglichen Rang 9 sehe ich am Ende die Borussia. Die Fohlen sein eigentlich vom Kader her viel zu stark als dass sie nicht einstellig abschließen aber das hat man letzte Saison schon gedacht, wo sie von nicht wenigen als Geheimfavorit auf ein Ausschlag nach oben gesehen wurden. In der Realität war das Gegenteil der Fall, Gladbach spielte sehr einfallslos und war defensivschwach. Wenn zwischendurch die Qualität mal aufblitzte, fragte man sich immer, warum nicht regelmäßiger so? Immer dann wenn man dachte, dass die Borussia doch langsam mal wieder mehr in die Erfolgsspur kommen würde, enttäuschten sie nicht selten auf ganzer Linie und schafften es auch auf unheimliche Weise Spiele nicht zu gewinnen, wo man wirklich an ihnen zweifeln musste, symptomatisch sei an die zwei Remis gegen Darmstadt erinnert (3:3 / 0:0) und die Duelle gegen Köln (1:3 / 3:3). Viel zu oft sah Gladbachs Defensive erstaunlich löcherig und anfällig aus, die 67 Gegentore waren am Ende die drittmeisten der gesamten Liga. Mit Stöger und Kleindienst hat man nochmal Qualität in die Mannschaft gebracht, Sander kam ins Mittelfeld aus Kiel. Mit Rocco Reitz gab es einen starken Lichtblick der vergangenen Saison. Von ihm und Robin Hack sowie den Neuzugängen erhofft man sich wichtige Impulse in Richtung einer erfolgreicheren Saison. Das große Fragezeichen bleibt in Gladbach aber auch diese Saison die Defensive und das nicht minder große Fragezeichen betrifft den Cheftrainer Seoane. Einerseits finde ich es erstaunlich, dass Gladbach in der Abwehr auf dem Transfermarkt nicht tätig geworden ist und dann frage ich mich halt wie oft es wirklich noch ein Happy End gab, wenn ein Trainer in der Vorsaison schon so stark angezählt wurde. Vom Gefühl her schafft Gladbach eine bessere Saison aber gleichzeitig muss man sich auch fragen, warum das automatisch der Fall sein sollte, denn der Trainer und die Abwehr sind noch dieselben. Auf der anderen Seite sind Stöger und Kleindienst einfach auch von der Mentalität her Gold Wert für die Fohlen-Elf und nochmal so eine schwache Performance mit dem an sich guten Kader (vor allem im Spiel nach vorne) kann man sich einfach nicht vorstellen. Von dem her denke ich es ist fair anzunehmen, dass Gladbach eine bessere Saison spielt als die sehr graue letzte Spielzeit (Platz 14 und lange Zeit Abstiegskampf), weil schlechter geht es ja kaum. Ob sie jetzt aber in dieser Saison zu der großen Überraschung ansetzen, die man schon letzte in sie hineininterpretiert hat, wage ich mal zu bezweifeln. In Aue gerieten sie schnell in Rückstand und man musste Schlimmeres befürchten, dann drehten sie aber eindrucksvoll die Partie und hätten viel höher gewinnen müssen. Also ich denke vor allem offensiv ist mit Gladbach auf jeden Fall zu rechnen, in der Defensive habe ich aber weiterhin große Bedenken, denn richtig starke Teams wird man nicht outscoren können. Mit mehr Mentalität und Entschlossenheit bewaffnet hat Gladbach aber das Potential positiv zu überraschen, ich sehe sie auf keinen Fall was mit dem Abstieg zu tun haben, das wäre in högschtem Maße peinlich. Tendenz mindestens Rang 9 - mein Gefühl ist gut aber was heißt das schon.
 
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So die restlichen Teams jetzt wirklich kurz im Schnelldurchlauf

Rang 10-12

FC Augsburg
Zu Augsburg ja schon weiter oben alles ausführlich erzählt. Ich ordne sie hier mal auf Rang 10 ein und denke das ist fair. Der Pokal und die Vorbereitung haben gezeigt, dass der FCA normal noch etwas Zeit braucht, um sich einzugrooven, ich denke gerade offensiv sollte man heuer kein Spektakel erwarten, mal gucken.

FSV Mainz 05
Vielleicht sehe ich Mainz zu positiv aber die Wiederauferstehung der schon tot geglaubten Mainzer unter Bo Henriksen hat einfach Kräfte freigesetzt. Als er übernahm standen nach 21 Spieltagen ganze 12 Zähler auf der Habenseite, mit nur einem Sieg. Unter Henriksen holte man dann in den verbleibenden Spielen satte 23 Punkte, verlor nur noch gegen Leverkusen und die Bayern und blieb gegen Ende neun Spiele ungeschlagen. Trotz dem schmerzhaften Abgang von Topmann Gruda traue ich Mainz mit diesem Trainer einfach zu daran anzuknüpfen, wo sie in der Rückrunde aufgehört haben. Die Mainzer sollen stabil genug sein, um diese Saison nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben, auch wenn sie den fünftschlechtesten Kader nach Marktwert haben. Ich ordne sie mal auf Rang 11 ein, weil ich einfach an das Kollektiv und an die entstandene Mentalität unter Henriksen glaube. So eine besondere, ja fantastische Rettungsaktion, schweißt zusammen und erlebt man nicht alle Tage. Ob allein der Selbstglaube ausreicht, wird man aber abwarten müssen. Der Kader ist, wie gesagt nicht der Hit, im Vergleich zur letzten Saison nominell schwächer, mi Brajan Gruda, Leandro Barreiro, Ludovic Ajorque oder Sepp van den Berg hat man Substanz verloren. Inwieweit die Neuzugänge einschlagen werden (Sieb, Sano u.a.) bleibt abzuwarten, positiv ist aber dass Johnny Burkhardt aktuell verletztungsfrei ist.

VfL Wolfsburg
Die Wölfe kommen bei mir auch diese Saison nicht gut weg. Ich kann mich irren aber mein Gefühl ist einfach nicht gut, wenn ich an Wolfsburg denke. Hasenhüttl ist normal ein zu guter Trainer als dass er den VfL nicht mindestens einstellig platziert und der Kader ist der siebtbeste der Liga nach Marktwert - alleine ich glaube, dass in Wolfsburg aktuell einfach der Spirit fehlt und das ist halt im Fußball das Wichtigste. Der peinliche Auftritt gegen den Fünftligisten aus Koblenz ließ auf jeden Fall tief blicken. Beim VfL gibt es spielerisch gleich mehrere Baustellen: Die Defensive ist ungewohnt anfällig, hat sich in den letzten Jahren eher verschlechtert, obwohl man personell nicht schlecht aufgestellt ist. Das Mittelfeld ist zu unkreativ und das Passspiel limitiert, in der Offensive fehlt es an einem zuverlässigen Knipser, der mal eine ganze Saison lang trifft. Einzig nach Standards ist man sehr gefährlich, das sah man auch in der Vorbereitung wieder, das muss man den Wölfen lassen. Zum Saisonstart sind Top-Neuzugang Amoura aber auch Maehle und Ridle Baku und andere noch nicht einsatzfähig, verletzt und fraglich. Also da muss man zum Saisonstart schlimmes befürchten, zumal es in den ersten fünf Spielen gegen die Bayern, Frankfurt, Leverkusen und Stuttgart geht! Eine ganze Reihe von Spielern waren letzte Saison in einem notorischen Formtief und so enorm viel hat sich nicht getan im Kader als dass ich sagen würde, okay, jetzt kommt das Facelifting unter Hasenhüttl. Zwar hat im Tor und in der IV sowie im Angriff neue, wertvolle Kräfte geholt aber irgendwie hat man die letzten Jahre in Wolfsburg einfach immer das Gefühl, das sie die individuell ja vorhandene Klasse einfach nicht in ein erfolgreiches Kollektiv führen können. Wenn es blöd läuft, verkommt Wolfsburg auch unter Hasenhüttl wieder zur grauen Maus der Liga mit wenig ansehnlichem und biederen Fußball. Vlt. täusche ich mich hier arg und sie werden positiv überraschen aber in Wolfsburg sind schon mehrere eigentlich gute Trainer gescheitert, warum nicht auch Hasenhüttl. Vlt. passt der gebürtige Grazer einfach auch nicht nach Wolfsburg von der Mentalität her aber warten wir es ab. Rang 12 bei mir und ich bin gespannt wie sehr ich damit daneben liegen am Ende der Saison.
 
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TSG Hoffenheim
Die TSG landet bei mir nur auf Rang 13 - natürlich gehe ich von einem sauengen Mittelfeld aus, und ich denke Rang 8-13 könnten relativ eng beieinander sein. Die TSG ist aktuell in einer echten Führungskrise, es knirscht ordentlich, Rosen und Huber (+ Strich und Mayer) verließen nach Querelen (mit Hopp) ihren Geschäfstführer bzw. Direktorenposten. So viel Unruhe war selten. Der Streit um den Einfluss von Hopp, wird den Verein noch eine ganze Weile beschäftigen, die Fans sind erzürnt, die Antistimmung auf dem Vereinsgelände wurde in Form von Schmähplakaten kundgetan und zu alledem kommt hinzu, dass ein paar Transfers einfach geplatzt sind. Die Verstärkung von Hlozek wird jetzt abgefeiert aber es wirkt für mich wie eine Art Panikreaktion, der muss da erst mal zeigen, ob er sein Geld wert ist. Sonst kam nur Prass (Sturm Graz) und auch wenn es löblich und vorbildlich ist, wie die TSG auf die Jugend baut (Drexler, Bischof u.a.) mit ihrem gut ausgestattenen Leistungszentrum - so ist doch fraglich, ob der Kader so gut funktionieren wird, dass man wirklich ernsthaft oben mitspielen kann. Gerade in der Offensive hapert es nach dem Abgang von Weghorst und Maxi Beier gewaltig, Bebou ist ja noch verletzt. Ein weiteres Ärgernis: Kabak wird mit Kreuzbandriss die gesamte Hinrunde verpassen, so dass man in der Abwehr noch improvisieren muss, händeringend nach einem IV sucht. Die Unruhe und die ungelöste Transfersituation macht sich bemerkbar, das ist nicht nur ein Stimmungsding. Im Pokal brauchte man das Elfmeterschießen um gegen den Regionalligisten aus Würzburg weiterzukommen. Das sind alles keine guten Anzeichen. Auch wenn Rino als Trainer ein schwieriges Umfeld gewohnt ist, hat er sich die neue Saison mit seiner TSG sicherlich anders vorgestellt, mir fehlt ein wenig der Glaube, dass die TSG eine schlagkräftige Truppe bilden wird, die um Europa mitspielen wird, im Gegenteil, für mich haben sie das Potential abzustürzen, es wäre nicht der erste qualitativ eigentlich solide aufgestellte Verein, der unerwartet im Abstiegskampf landet. Die TSG kann froh sein, dass ein paar Verletzte zurückkehren (werden) und man auf die Jugend bauen kann. Das Kasperle-Theater wird wohl noch andauern erst einmal und ich sehe die TSG vor keiner leichten Saison, nicht zuletzt, nicht zu vergessen, auch wegen der Dreifachbelastung! Man darf gespannt sein, ob die Schießbude der letzten Saison (66 Gegentore) die Kurve kriegt.
 
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