Berechtigte Frage. Da gabs in den letzten Monaten von diversen Einrichtungen Stimmen, dass Sportwetten doch endlich als Glücksspiel eingestuft werden sollen. Ich schicke in solchen Fällen gerne eine Email an solche Vereine oder Journalisten und kläre sie auf wie wenig Sportwetten mit Glücksspiel gemeinsam hat. Ihre Argumente sind generell dürftig, lauten in etwa so: "Alle anderen EU-Länder stufen Sportwetten als Glücksspiel ein also kann das nicht falsch sein."
Österreichs Politik biegt zwar oft falsch ab, aber die aktuelle Situation mit der Einstufung von Sportwetten ist nicht so realitätsfern wie in vielen anderen Ländern.
Die Mediziner argumentieren, dass Sportwetten die gleichen "Rezeptoren" oder Gefühle wie Glücksspielprodukte ausüben, daher argumentieren Sie dafür.
Darüber hinaus argumentieren Sie, dass die Mehrzeit verliert und es daher rein dem Zufall unterliegt und Glücksspiel ist.
Zu guter Letzt kommt dann das Endargument, dass man beim Glücksspiel in Österreich einen viel höheren Spielerschutz hat.
Die Mediziner, Suchberater und Vereine, reden ja nicht mit der Branche und oder sind für deren Fakten nicht offen oder Gesprächsbereit.
Sonst müsste man Sie längst fragen warum Aktien-Handel, Cryptos-Käufe, Aktien-Traden, ETF-Handel nicht von Ihnen beobachter oder erwähnt wird, hat es doch die gleichen Rezeptoren/Gefühle...
Das es Personen gibt, die von Sportwetten leben können, oder durchaus eine positives Ergebnis über lange Zeit erzielen können widerspricht dem Zufalls-Argument.
Ebenso gibt es Surebet-User, Value-Tipper oder eben sehr disziplinierte, die Gewinne erzielen. Das hängt halt mit Kompetenz zusammen und bedeutet, dass jene Personen nicht zufällig Tippen können, ansonsten wäre so etwas nicht möglich.
Das Argument Spielerschutz ist halt einfach vorgeschoben. Das Glücksspiel ist seit 10 Jahren mit der Monopollösung von win2day vorhanden, aber im Bundesministerium für Finanzen hat sich keiner die Mühe gemacht, mal die Zahlungsanbieter anzuschreiben, IP-Sperren einzurichten oder zu beantragen, Werbung für Casino-Produkte zu verbieten bei österreichischen Medien-Häusern oder auf Social Media.
Wenn diese sogenannte Glücksspielbehörde kommt, dann gibt es wohl wieder ein paar schöne Posten, die verteilt werden können. ;-)
Die Spielerschutzvereine arbeiten, damit Sie etwas zu berichten haben und mehr Mittel erhalten, ebenso wie die Suchtberater. (keine Frage JA, es gibt süchtige, viele problematische Personen, aber die müssten sich auch helfen lassen oder zu dem Punkt gelangen.)
Die Interessenvertretung der Glücksspielbranche und Wettanbieter ist verschiedenst und hat daher verschiedene Interessen.
Wettkunden, die gerne Wetten, davon profitieren, einen Gewinn erwirtschaften schreiben halt keine E-Mails an Vereine, Spielsuchtberater usw...
Wäre eigentlich gar keine schlechte Idee, sonst blüht uns so etwas wie in Deutschland oder Frankreich.