Olympique Lyon (FRA) vs. 1. FFC Turbine Potsdam (GER), 20.05.2010, 20.30 Uhr (kick-off)
Competition: UEFA-Champions-League-Finale 2009 / 2010
Stadion: Coliseum Alfonso Pérez (Getafe / Madrid)
Vorwort:
National ist die Meisterschaft eingefahren, nun soll die Krönung in Europa folgen: Die Fußballerinnen vom 1. FFC Turbine Potsdam greifen heute Abend im spanischen Getafe gegen die Fußball-Damen von Olympique Lyon nach Europas Fußball-Krone. Wer schnappt sich den Premieren-Pokal? Fakt ist: Die Vorfreude auf das erste Frauen-Endspiel in der Geschichte der Champions- League ist riesig. Anstoß der Partie im Coliseum Alfonso Pérez ist um 20.30 Uhr (live auf eurosport und ZDF).
Die Ausgangslage:
Die ganze Fußball-Welt fiebert dem Champions-League-Finale zwischen Inter Mailand und dem FC Bayern München entgegen, doch schon heute greift ein deutsches Team nach der europäischen Fußball-Krone. Die Damen des 1. FFC Turbine Potsdam wollen sich ab 20.30 Uhr vor den Augen von UEFA-Präsident Michael Platini in die Annalen des Fußballs eintragen. Mit einem Sieg gegen Final-Gegner Olympique Lyon können die "Torbienen" aus Potsdam Fußball-Geschichte schreiben. Bei ihrem Unterfangen bekommt das Team von Turbine-Trainer Bernd Schröder eine breite Öffentlichkeit. Mit dem ZDF und eurosport sind gleich zwei TV-Sender auf Ballhöhe. Zudem winkt eine verlockende Siegprämie in Höhe von 300.000 Euro. Mehr geht es den Fußball-Damen aus Potsdam aber um das Image. "Wir wollen für den Frauen-Fußball werben und können mit einem gelungenen Endspiel Weichen für die Zukunft stellen", sagte Turbine-Coach Bernd Schröder vor der Partie in Getafe. Im Falle des Champions-League-Sieges würden in Potsdam in der Tat alle Dämme brechen. Die "Torbienen" sind sich ihrer Verantwortung für den Verein und die Region bewusst. Viele Menschen verfolgen das Finale entweder via TV oder beim Public Viewing im Innenhof des Kutschstalls. Der 67-Jährige Schröder, der bereits seit 1971 das Traineramt in Potsdam inne hat, betonte zudem, dass man sich als Mannschaft "unsterblich" machen kann. Folglich hat er den Gegner aus Frankreich auch genau studiert und bereits einige Schwächen ausgemacht. Die Chancen im Finale schätzt er auf 50:50, vielleicht auch 60:40 für den 1. FFC Turbine Potsdam ein. Personell kann er jedenfalls aus dem Vollen schöpfen. Der dreifache französische Meister aus Frankreich, Olympique Lyon, bildet zwar eine homogene Truppe, doch im Gegensatz zu Turbine Potsdam verlief der Weg ins Champions-League-Finale eher holprig. Die Lyon-Damen gelten als Minimalisten. Statt auf Tore legten sie vielmehr Wert auf orientierten Ergebnis-Fußball. Die "Torbienen" aus Potsdam hingegen machten ihrem Namen alle Ehre. Es setzte keine einzige Niederlage, im Sechzehntelfinale wurde der FC Honka mit 1:8 bzw. 8:0 abgefertigt, im Achtelfinale war dann der FC Brondby an der Reihe (1:0, 0:4), im Viertelfinale der Roa IL (jeweils 5:0), so dass erst das Halbfinale mit "Erzrivale" Duisburg zu einer echten Mammutaufgabe wurde. Ich denke, wir werden heute einen Klassenunterschied erkennen. Der 1. FFC Turbine Potsdam ist physisch stark, spielt einen attraktiven Offensiv-Fußball und verfügt besonders mit Lira Bajramaj über eine Spielerin, die den Unterschied ausmachen kann. Ich habe das Heimspiel gegen den FC Honka gesehen und schon dort war ich überzeugt, dass es die "Torbienen" auf jeden Fall ins Finale schaffen werden. Übrigens: Turbine-Coach Bernd Schröder verspricht mit Blick auf den FC Bayern: "Wir werden vorlegen." Auf Worte müssen bekanntlich Taten folgen.
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