Telekom Baskets Bonn - Brose Baskets Bamberg
Telekom Basteks Bonn erreichen die nächste Runde - 1.75 - 6/10 - bwin
Der Hauptrunden 4. gegen den Hauptrunden 5., die Telekom Baskets gegen die Brose Baskets. Wenn am Samstag Abend der Tip-In im Telekom Dome stattfindet, beginnt für beide Mannschaften die wichtigste Phase der Saison, die Play-Offs. Es ist bereits das 7. Play-Off Duell zwischen den Beiden Teams, wobei die Brose Baskets bisher mit 4:2 Siegen die Oberhand behielten. Vorteil für Bamberg? Keineswegs! In beiden Saisonspielen der Hauptrunde siegte Bonn deutlich:
11.11.2009 - Bamberg - Bonn 69:80
Zu Saisonanfang kriselten beide, Bamberg startete mit einen 3-5 Record in die Saison und hatte zum Zeitpunkt des Spiels einen 0-3 Lauf, Bonn war mit einen 4-4 Record und 2 Niederlagen in Folge nicht viel besser unterwegs. Mit nur 7 fitten, inkl. 2 angeschlagenen Spielern, reiste Bonn nach Bamberg. Nach 3 engen Vierteln konnte Bonn trotz einer hohen Foulquote und eines daraus resultierenden weiter verminderten Kaders deutlich gewinnen. Überragender Akteur war der zur Zeit angeschlagene Bryce Taylor mit 30 Punkten.
30.01.2010 - Bonn - Bamberg 89:79
Ähnliches Spiel wie in Bamberg. Lange Zeit war das Spiel sehr ausgeglichen, 12 Minuten vor Schluss führte Bamberg sogar mit 6. Am Ende konnte Bonn wieder deutlich gewinnen. Diesmal war Ronald Dupree der überragende Mann auf Seiten der Brose Baskets (27 Punkte).
Aber warum brach Bamberg in den letzten Vierteln immer so ein?
Ganz einfach. Das Team ist zu unerfahren. Die Starting Five gehört sicherlich zu den besten der Liga. Mit Predrag Suput stellt man den 5. besten Scorer der Hauptrunde (14.85 PPG), Casey Jacobsen hat bereits NBA-Stationen hinter Sich (Phoenix, New Orleans, Memphis) und auch John Goldsberry sowie Anton Gavel gehören sicherlich zu den besseren Ligaakteuren auf deren Positionen. Der fünfte Starter ist Tibor Pleiß, aus meiner Sicht ein wichtiger Faktor, denn Ihm fehlt noch jegliche PO-Erfahrung. Dahinter hat man mit Elton Brown und Brian Roberts sicherlich noch 2 ganz gute Akteure. Aber junge Spieler wie Karsten Tadda oder den anderen Erstzspielern, die größtenteils aus der Pro A kommen und nur wenig Einsatzzeiten in der RS bekommen haben, werden in der entscheidenen Saisonphase ein großes Defizit sein. Ein weiteres Handicap ist zudem, dass der wohl wichtigste Spieler Casey Jacobsen die letzten 5 Spiele der Hauptrunde auf Grund einer Knieverletzung verpasste und angeschlagen in die Serie gehen wird.
Anders sieht es bei Bonn aus. Zwar verletzte sich Patrick Flomo (Kreuzbandriss) vor einer Woche schwer und wird dieses Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen, Bryce Taylor dagegen wird nach seinen Muskelfaserriss im 2. Spiel wieder auflaufen können. Die Starting Five ist gleich stark einzuschätzen wie die der Bamberger. Jared Jordan zählt für mich neben Rochestie zu den stärksten Spielmacher der Liga, der wiedergenesene Vincent Yarbrough wird ein wichtiger Back-Up vor allem in der Defense werden. Mit Ensminger und Bowler hat man zwei ganz starke Spieler unterm Korb. Tim Ohlbrecht, der seine alte Heimatstätte besonders gut kennt, Johannes Strasser, Alex King und Artur Kolodziejski haben insgesamt eine deutlich größere Erfahrung und Qualität als die Bank der Bamberger.
Auch von der Spielweise sollte Bonn einen Vorteil haben. Unterm Brett hat man mit Ensminger/Bowler zwei sehr erfahrene Akteure. Das Duo nimmt zusammen die meisten Nahdistanzwürfe der Liga. Gegenspieler sind Pleiß/Brown. Wie gesagt, es wird sich zeigen, wie der junge Pleiß mit den Druck umgehen kann. Auf der Gegenseite hat es Suput mit Yarbrough und Ohlbrecht zu tun. Ohlbrecht wird Suput aus Bamberger Zeiten kennen und gemeinsam mit Yarbrough die richtigen Mittel gegen ihn finden. Interessant ist auch der Wert der Rebounds. Während Bonn mit 25.88 DEF-Rebounds pro Spiel den besten Wert der Liga hat, hat Bamberg mit 7.24 OFF-Rebounds pro Spiel vorne den 2. schlechtesten Wert der Hauptrunde. Mit 39.7% hat Bamberg von Außen den besten Wert der Liga, deshalb wird es auch darauf ankommen, wie die Abwehrarbeit der Bonner dagegen aussieht.
Ein weiterer wichtiger Faktor dürfte zudem das Heimrecht der Bonner sein. In der Hauptsaison konnte man 14 von 17 Heimspielen gewinnen, davon 13 zuletzt am Stück. Nach dem letzten Spiel gegen Oldenburg ist klar, dass man auch in einer praktisch aussichtslosen Lage noch das Spiel rumbiegen kann, auch wenn Oldenburg nur 39 Minuten Basketball gespielt hat.
Zusammengefasst: Die Starting Five beider Teams ist gleich stark, die Bank der Bonner ist weitaus stärker einzuschätzen als die der Bamberger. Zudem verfügt der Kader der Telekom Baskets über eine weitaus größere Erfahrung als jener der Brose Baskets. Beide Saisonspiele gewann Bonn deutlich, außerdem wird das Heimrecht eine große Bedeutung spielen. Mit Ohlbrecht, Ensminger und Yarbrough stehen gleich 3 Ex-Bamberger im Kader der Rheinländer. Die kennen ihren Ex-Verein natürlich aus dem ff und wissen, wie man in der Bamberger Halle agieren muss. Ich gehe von einer engen Serie aus, in der die Erfahrung sowie das Heimrecht der Telekom Baskets Bonn ausschlaggebend sein werden!