Briskes Bundesligatagebuch

2. Bundesliga Saisonvorschau 2026/27

VfL Osnabrück: Mit Bremer Brücke und Beton-Abwehr gegen den Klassenunterschied

Die Story
Als selbstbewusster Überraschungsmeister der 3. Liga kommt der VfL Osnabrück mit extrem breiter Brust im Unterhaus an. Das Fundament der Meistersaison war ein echtes Abwehrbollwerk: Beste Defensive der Liga, 19-mal zu null – mehr Stabilität geht kaum. Nun will sich das Team eine Etage höher beweisen und zeigen, dass die defensive Güteklasse auch in der 2. Bundesliga Bestand hat.

Wie das gelingen soll
Auf der Trainerbank ist Schultz die entscheidende Konstante. Er hat aus einem einstigen Krisenverein eine hochgradig disziplinierte, geschlossene und defensivstarke Einheit geformt. Die Basis für den Klassenerhalt soll vor allem die Festung Bremer Brücke sein, wo die gegnerische Offensive traditionell wenig zu lachen hat.

Personell hat der VfL gezielt nachjustiert, um den Abgang wichtiger Führungsspieler aufzufangen:
  • Hintermannschaft verstärkt: Mit Krumrey, Faber, Abu Hanna und Bornschein wurde die Abwehr gezielt ergänzt, um das Erfolgsrezept "Beton anrühren" fortzuführen.
  • Neues Tempo im Angriff: Da sich das Team offensiv neu erfinden muss, bringen Neuzugänge wie Badjie, Lesueur und Meißner die nötige Geschwindigkeit und Torgefahr für schnelle Umschaltmomente mit.
  • Spielwitz im Zentrum: Das Mittelfeld gewinnt durch Münst, Raimund und Opitz an Kreativität und bietet neue spielerische Lösungsansätze, verliert aber auch an Erfahrung (Tesche, Kehl).
Die drei größten Trümpfe:
  1. Extrem hohe defensive Stabilität
  2. Ungeheure Heimstärke an der Bremer Brücke
  3. Ein intensiver, akribischer Trainer
Wo Zweifel angebracht sind
Der Sprung von der 3. Liga in die 2. Bundesliga ist enorm - vor allem beim Spieltempo und der individuellen Qualität. Viele junge, Zweitliga-unerfahrene Akteure müssen beweisen, dass sie das verinnerlichte Spielkonzept, das sich nicht grundlegend verändern wird, auch eine Liga höher durchziehen können, ohne dass die eigene Offensive komplett verkümmert. Zudem bringt der Kader ein paar Fragezeichen mit sich: Reicht die reine Qualität in der Spitze aus? Auf der Torwartposition droht zudem unnötige Unruhe, falls kein klarer Rückhalt entsteht (warum hat man nochmal so einen relativ guten TW geholt?). Zu guter Letzt könnte das knackige Auftaktprogramm direkt zum Härtetest (HDH, Bochum, Magde, Bayern (Pokal), Braunschweig, Hertha) werden - läuft es zu Beginn unglücklich, gerät das in Liga 3 aufgebaute Selbstvertrauen schnell ins Wanken.

Die drei größten Gefahren:
  1. Die jungen Spieler können das hohe Tempo der 2. Liga nicht schnell genug adaptieren.
  2. Ladehemmungen im Sturm (zu schlechte Torquote).
  3. Ein Fehlstart bringt früh Unruhe ins Umfeld.
Prognose: Der VfL kann die Liga nur dann halten, wenn sie sich zu einem sehr effizienten Umschaltspezialisten entwickeln. Alleine mit Defensivfußball wird man in dieser top besetzen 2. Bundesliga keinen Preis gewinnen können. Man hat die Zeichen aber erkannt und sich gezielt verstärkt, die bisherige Vorbereitung zeigt, dass die Lila-Weißen durchaus auch Spiellaune entwickeln können. Die Herausforderung wird zwar enorm groß werden aber ich tippe, dass das Team von Timo Schultz die Klasse knapp hält: Rang 15
 
Energie Cottbus: Mit Energie, Engelhardt und Emotionen gegen das Unterhaus

Die Story
Schritt für Schritt hat sich Energie Cottbus aus schweren sportlichen sowie finanziellen Zeiten zurück in die 2. Bundesliga gekämpft. Die Lausitzer kehren keineswegs als duckmäuserischer Außenseiter zurück: Cottbus will sich auch im Unterhaus von seiner typischen Seite zeigen - offensiv, energiegeladen und mutig, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu packen.

Wie das gelingen soll
Das Fundament steht: Cottbus geht mit einer klar definierten Identität in die Saison, die Mannschaft kennt ihre Abläufe, vertraut einander und besitzt eine gewachsene Hierarchie. Die wichtigste Nachricht des Sommers war die langfristige Vertragsverlängerung mit Offensiv-Fixstern Erik Engelhardt (beeindruckende 48 Tore und 28 Vorlagen in 100 Pflichtspielen), zudem ließ der Königstransfer des gestandenen Bundesligaspielers Leo Bittencourt aufhorchen, der ablösefrei von Werder kommt. Mit Kinsombi hat man einen reifen Spieler von Rostock für die rechte Außenbahn geholt.
Auch defensiv stimmen die Pfeiler: King Manu konnte in der Abwehr gehalten werden und bis Saisonende verstärkt der 21-jährige Deutsch-MalierFousseny Doumbia den Klub, das Talent kommt als Leihe von der Eintracht aus Frankfurt. Dazu holte man den Einwurfspezialisten und erfahrenen Abwehrmann Ryan Malone an die Spree. Aufstiegsheld TW Funk - der in Regensburg mit seinem gehaltenen Last-Minute-Elfmeter den Weg ebnete - verlässt den Verein zurück nach Stuttgart, für ihn wurde Marcel Lotka von der Fortuna aus Düsseldorf verpflichtet, der als neue Nummer Eins im Tor gesetzt ist. Der Kader der Cottbuser ist aber damit noch nicht komplett. Vier bis sechs weitere Spieler wünscht sich Claus-Dieter Wollitz noch. Cottbus sucht deshalb noch einen Stürmer, einen Innenverteidiger, einen dynamischen Sechser und einen offensiven Außenbahnspieler.

Die drei größten Trümpfe:
  1. Die Heimfestung und Aufstiegseuphorie: Das heimische Stadion wird zum Hexenkessel. Die leidenschaftlichen Fans können eine Atmosphäre kreieren, die selbst erfahrene Zweitligisten ins Wanken bringt - Heimsiege gegen direkte Konkurrenten sind hier Pflicht.
  2. Der Faktor Claus-Dieter Wollitz: Der Cheftrainer ist Emotionalität pur. Wollitz lebt die Energie-DNA vor, erzeugt ein extremes Gemeinschaftsgefühl und stellt sich schützend vor sein Team. Er wird kämpfen, provozieren und jeden Funken Energie mobilisieren.
  3. Eingespieltheit & Engelhardt: Das Team muss sich nicht erst finden und hat mit Engelhardt einen echten Unterschiedsspieler im Angriff.
Wo Zweifel angebracht sind
Die Risiken für den Aufsteiger sind unübersehbar. Der Sprung in die 2. Liga ist gewaltig und viele Akteure besitzen kaum oder gar keine Zweitligaerfahrung. Zudem birgt der mutige, offensive Spielansatz das Risiko, dass spielstarke Gegner die entstehenden Räume eiskalt ausnutzen. Hinzu kommt die Kaderstruktur: Zu Beginn der Vorbereitung fehlte es noch an Qualität auf Schlüsselpositionen, und die Kadertiefe könnte bei Verletzungen oder Sperren schnell an ihre Grenzen stoßen. Sollte Gegnern die Cottbuser Spielweise bis zur Winterpause entschlüsselt haben, wird die Rückrunde umso steiniger. Energie muss sich auf einen zähen Abstiegskampf bis zum Schluss einstellen.

Die drei größten Gefahren:
  1. Verletzungspech & Engels-Abhängigkeit: Fällt Engelhardt aus oder verfällt in ein Formtief, fehlt es im Angriff an Alternativen.
  2. Taktische Naivität: Die mutige Ausrichtung wird von der höheren individuellen Qualität der Zweitliga-Gegner bestraft.
  3. Der Wollitz-Grat: Die enorme Emotionalität des Trainers ist Stärke und Risiko zugleich - bei Negativserien kann der Zündstoff auch nach innen schlagen.
Prognose: Es ist absolut erfreulich, dass mit Energie Cottbus ein weiterer Traditionsverein aus dem Osten die 2. Bundesligasaison bereichert! Das werden gegen Dynamo und Magdeburg heiße Duelle. Energie kommt über die Leidenschaft, Emotion und einer Portion Aggressivität. Sie werden vor allem in den Heimspielen aus jeder Begegnung ein Endspiel machen wollen. Da allerdings der Kader noch einige Baustellen aufweist und das Niveau ein deutlich höheres als in Liga 3 ist, wird sich Cottbus normal verdammt schwertun. Sie müssen das defensive Mittelfeld verstärken, sonst wird es womöglich für spielerisch starke Gegner zu einfach, Cottbus zu outscoren. Ich denke Cottbus kann gut starten aber es riecht danach, dass sie in der Rückrunde womöglich durchgereicht werden. Rang 18.
 
Arminia Bielefeld: Mit neuem Coach und schmalem Kader ins verflixte zweite Jahr

Die Story
Die Arminia aus Bielefeld hat in der vergangenen Saison den Klassenerhalt sensationell gepackt. Am Ende stand Rang 13 mit 39 Punkten - nur zwei Zähler vor der Relegation und einem Abstiegsplatz. In einem Zitterspiel bis zum allerletzten Spieltag krönten die Ostwestfalen ihre Saison mit einem spektakulären 6:1-Kantersieg gegen Hertha BSC. Das Team glänzte mit einer starken Offensive (53 Tore), machte sich das Leben durch eine wackelige Abwehr (51 Gegentore) aber immer wieder selbst unnötig schwer. Nun wartet das extrem schwierige zweite Jahr in der 2. Bundesliga, in dem man sich erneut beweisen will. In der 2. Bundesliga weiß man: Wenn man sich stabilisieren will, braucht man mehr Spielkontrolle.

Wie das gelingen soll
Auf der Trainerbank gab es vielleicht auch daher einen Wechsel: Mitch Kniat ist Geschichte, neu übernimmt Oliver Kirch. Der Ex-Armine hat eine tiefe Wurzel im Verein (U17-Co-Trainer, U19-Coach, Entwicklungscoach), kommt jedoch mit überschaubarer Vita von Borussia Mönchengladbach II (Punkteschnitt 1,53 in der Regionalliga West). Er steht bevorzugt für eine Dreierkette (3-4-2-1) und soll für mehr Spielkontrolle sorgen. Die Arminia soll lernen, Führungen ruhiger zu verteidigen, schwächere Phasen ohne Gegentor zu überstehen und gegen Mannschaften auf Augenhöhe selbst das Tempo zu bestimmen. Allzu oft hatte sich die Arminia das Leben selbst schwer gemacht, musste viele Rückstände aufholen.

Kadertechnisch setzt man auf Kontinuität, ein anvisierter Umbau ist bisher doch recht überschaubar. Mit Maximilian Bauer (für 350.000 € von Augsburg) und Jannik Rochelt (für 400.000 € von Hannover) wurden zwei bisherige Leihspieler und Leistungsträger fest verpflichtet, der Kaderkern gehalten. Als bislang einzig echter neuer Name verstärkt Henry Koudoussou (für 500.000 € vom FC Augsburg) die rechte Abwehrseite, muss sich nach Verletzungsproblemen aber erst wieder festspielen. Wichtige Abgänge wie Christopher Lannert (Darmstadt) oder der drohende Abgang von Stammkeeper Jonas Kersken (Union Saint-Gilloise) hinterlassen Lücken, die erst noch geschlossen werden müssen.

Die drei größten Trümpfe:
1. Eingespielte Offensive mit relativ hoher Durchschlagskraft (Grodowski letzte Saison 12 Tore geschossen, Momuluh halten können, Bankspieler nicht zu unterschätzen).
2. Tiefe Identifikation und Stallgeruch des neuen Trainers Oliver Kirch
3. Großer Rückhalt und Begeisterung durch das gerettete Umfeld

Wo Zweifel angebracht sind
Der Transferommer verläuft bislang sehr verhalten. Neben den Festverpflichtungen bekannter Gesichter fehlt es an echter Breite und neuen Impulsen im Kader. Zudem ist die Trainerbesetzung mit Oliver Kirch ein echter Gamble: Seine Bilanz im Herrenbereich ist noch recht dünn und der Sprung auf das hohe Niveau der 2. Bundesliga gewagt. Der drohende Verlust von Torwart Jonas Kersken könnte zusätzlich Unruhe in den Defensivverbund bringen, der ohnehin schon in der Vorsaison die größte Schwachstelle darstellte.

Die drei größten Gefahren:
1. Der Kader ist in der Breite zu dünn besetzt für eine lange Zweitligasaison.
2. Die Abwehrprobleme der Vorsaison werden nicht rechtzeitig behoben.
3. Das Trainerexperiment greift nicht schnell genug und sorgt für frühen Druck.

Prognose: Arminia Bielefeld steht vor einer ganz engen Saison. Das gefürchtete "verflixte zweite Jahr" birgt für die Ostwestfalen enorme Risiken: Während in der Vorsaison noch die Aufstiegseuphorie und der überraschende Pokal-Lauf bis zum Klassenerhalt trugen, ist diese Vorschusslorbeere nun aufgebraucht. Da die Abwehr in der vergangenen Spielzeit mit 51 Gegentoren extrem anfällig war und mit Jonas Kersken womöglich noch der verlässliche Rückhalt im Tor wegbricht, wird der defensive Stabilisierungsprozess zur Herkulesaufgabe. Zwar besitzt die Offensive rund um fest verpflichtete Leistungsträger das Potenzial für Nadelstiche, doch ohne spürbare Kadertiefe drohen Verletzungen oder Formtiefs sofort den Abstiegssumpf heraufzubeschwören. Arminia gehört zusammen mit den anderen Aufsteigern und Kellerkandidaten zu den Hauptanwärtern auf den Abstiegskampf. Die Alm als Festung wird entscheidend sein, um im engen Unterhaus die nötigen Punkte einzufahren. Am Ende dürfte es auf ein extremes Zitterspiel hinauslaufen, bei dem sich Bielefeld im besten Fall knapp über dem Strich rettet. Rang 14.
 
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Dynamo Dresden: Mit spielerischem Mut und gezielten Kader-Upgrades zur Etablierung in der 2. Bundesliga

Die Story
Dynamo Dresden feierte in der vergangenen Saison eine spektakuläre Rückkehr in die 2. Bundesliga. Trotz anfänglicher Startschwierigkeiten erkämpfte sich die SGD am Ende einen hervorragenden 11. Tabellenplatz (41 Punkte, vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone). Als von vielen als Abstiegskandidat Nummer eins, zwei oder drei gehandeltes Team überraschte Dresden mit mutigem, aktivem Offensivfußball (54 erzielte Tore), zahlte defensive Unsicherheiten aber mit 53 Gegentoren heim. Nun soll der nächste Schritt gemacht werden, um sich nachhaltig im Unterhaus zu etablieren.

Wie das gelingen soll
Cheftrainer Thomas Stamm (43) bildet das verlässliche Fundament der Dresdner. Die Vereinsführung bewies in Schwächephasen Geduld und hielt an dem Schweizer fest. Stamm dankte es mit taktischer Flexibilität (Wechsel vom reinen 4-3-3 hin zum variablen 4-2-3-1) und hielt starr an seiner Philosophie fest, selbst mitzuspielen.

In der Sommerpause hat Dresden den Kader konsequent ausgemistet und gezielt verstärkt: Der Kader wurde vor allem aufgeräumt. Unmengen an "Drittliga-Ballast" und Ergänzungsspielern (wie Meißner, Sapina, Kammerknecht oder der Karriere beendende Kutschke) wurden abgegeben, um Platz für höhere Zweitliga-Qualität zu schaffen. Leistungsträger Kofi Amoako wechselte zwar schmerzhaft für 1,8 Mio. € zum HSV, brachte aber die nötigen Mittel für Neuzugänge. Mit Ben Bobzien (1 Mio. € / Mainz 05) und Thomas Keller (1 Mio. € / Heidenheim) kam echte Qualität, es wurden namhafte Verstärkungen für die Offensive und Innenverteidigung geholt. Ergänzt durch Robert Wagner (Freiburg), Jonas Sterner (Hannover 96) sowie den extrem erfahrenen Keeper Nicolai Rapp (KSC, ablösefrei) gewinnt das Team spürbar an Substanz. Der Kader steht früh, viele Positionen sind besetzt, und jetzt sucht Dynamo offenbar nur noch das berühmte letzte Puzzleteil für die rechte Außenbahn. Die Tests hören sich bisher vielversprechend an, unter anderem wurde nach zwei Kantersiegen gegen Bautzen und Spree (je 14-0) der Grazer AK 5-0 besiegt, Hessen Kassel 4-0, gegen Energie Cottbus verlor man aber 1-2 (gewann dann noch ein Testspiel gegen sie 2-1). Was man so hört sind gegnerische Standards noch ein Problem und die vermeintliche Startelf war trotz der guten Resultate doch noch nicht so klar, wie man sich das erhofft hatte. Zwei Wochen vor Saisonstart macht Dynamo aber einen guten Eindruck.

Die drei größten Trümpfe:
1. Eingespieltes System und klarer spielerischer Ansatz unter Thomas Stamm
2. Erhöhte individuelle Qualität im Kader durch gezielte Millionen-Transfers
3. Befreite Grundstimmung und gewachsenes Selbstvertrauen nach der starken Aufstiegssaison

Wo Zweifel angebracht sind
Der Verlust von Schlüsselspieler Kofi Amoako hinterlässt im Zentrum eine Lücke, die das neue Personal erst einmal schließen muss. Zudem verlangt die mutige, spielorientierte Ausrichtung von Thomas Stamm weiterhin eine defensive Restabsicherung, die bereits in der Vorsaison mit 53 Gegentoren die größte Schwachstelle war. Gelingt hier der Spagat zwischen eigenen Ballbesitzphasen und defensiver Stabilität nicht schnell genug, droht bei Rückschlägen wieder die gewohnte Dresdner Unruhe im Umfeld. Insgesamt an die zwölf neue Spieler und davon ein paar mit Substanz bedeuten nicht automatisch, dass alles rund laufen wird. Es müssen sich erst neue Hierarchien bilden und dann wird sich herausstellen, wer Verantwortung übernehmen kann, wenn es mal nicht so läuft.

Die drei größten Gefahren:
1. Die Abwehr bleibt trotz Neuzugängen wie Keller anfällig für Konter.
2. Die vielen neuen Leistungsträger brauchen zu lange, um als Einheit zu harmonieren.
3. Erwartungsdruck steigt nach der guten Vorsaison zu schnell an.

Prognose: Dynamo Dresden hat die Zeichen der Zeit erkannt und den Kader mit Blick auf die gehobenen Anforderungen der 2. Bundesliga extrem vielversprechend aufgewertet. Thomas Stamm ist ein moderner Trainer, der die Mannschaft taktisch kontinuierlich weiterentwickelt und ihr einen mutigen, spielstarken Charakter verliehen hat. Finden die vielen Neuzugänge schnell zueinander und gelingt es, die defensive Anfälligkeit spürbar einzudämmen, wird Dresden mit dem Abstiegskampf rein gar nichts zu tun haben. Der Trend zeigt klar nach oben, sodass ein gesicherter Platz im Mittelfeld das logische Resultat einer nachhaltigen Kaderpolitik sein wird. Rang 10 ist, wenn alles gut läuft möglich, manche sehen sie sogar noch deutlich besser, ich weiß nicht, die Konkurrenz in dieser Tabellenregion ist hoch.
 
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SpVgg Greuther Fürth: Nach dem Relegations-Krimi folgt der Radikalumbruch

Die Story
Die SpVgg Greuther Fürth hat die vergangene Saison um Haaresbreite gerettet. Nach einer turbulenten Spielzeit landeten die Mittelfranken auf Tabellenplatz 16 (punktgleich mit Fortuna Düsseldorf) und mussten in die Zitter-Relegation gegen Rot-Weiss Essen. Nach einem 0:1 im Hinspiel sicherte sich das Kleeblatt erst im Rückspiel durch einen 2:0-Erfolg den späten Klassenerhalt. Trotz verhältnismäßig starker Offensive (49 Tore) war die eklatante Abwehrschwäche mit 68 Gegentoren der Hauptgrund für den tiefen Fall. Nun vollzieht der Verein einen massiven Kaderumbruch.

Wie das gelingen soll
Auf der Trainerbank setzt man weiterhin auf Heiko Vogel (50). Vogel hatte das Team im Dezember 2025 auf dem vorletzten Platz übernommen und in 22 Spielen (Punkteschnitt 1,23) vor dem GAU bewahrt. Nun absolviert er seine erste vollständige Sommer-Vorbereitung, um der Mannschaft seine Spielphilosophie einzuimpfen: körperlich intensiver Fußball, aggressives Gegenpressing und mehr defensive Stabilität nach Ballverlusten.

Auf dem Transfermarkt reagierte die Führungsetage entschlossen auf die Mängel der Vorsaison durch einen herben Aderlass und defensive Erneuerung: Nach 68 Gegentoren verlässt Interims-Abwehrchef Philipp Ziereis den Klub (Melbourne Victory). Als verlässlicher Ersatz für das Zentrum wurde Jannis Heuer (Kaiserslautern/Paderborn) geholt, unterstützt vom jungen Talent Maxim Dal (Mainz 05). Im defensiven Mittelfeld sichert sich das Kleeblatt die Dienste des physisch starken Paul Will fest (von Darmstadt 98). Um die verheerenden Abgänge und die offensiven Kreativeinbußen aufzufangen (Futkeu, Hrgota, Higl), stoßen Shinta Appelkamp (Fortuna Düsseldorf) und Ole Pohlmann (Rio Ave) zum Team. Sie sollen das Spiel zwischen den Linien gestalten und Torgefahr aus der Mittelfeldreihe entwickeln. Nach dem Abgang der Führungskräfte wird Routinier Felix Klaus noch wichtiger und übernimmt das Kapitänsamt. Wichtiger und übersehener Faktor: Mit Hellstern vom VfB Stuttgart (Leihe) haben die Fürther einen besseren Torwart als letztes Jahr!

Die drei größten Trümpfe:
1. Erhöhte spielerische Qualität und Variabilität im Mittelfeld (Appelkamp, Pohlmann, Will)
2. Klare defensiv-taktische Neuausrichtung unter Heiko Vogel in einer vollen Vorbereitung
3. Erfahrung und Vorangehen von Führungsfiguren wie Felix Klaus und Jannis Heuer

​Wo Zweifel angebracht sind

Der Verlust an individueller Qualität und Substanz im Sommer ist immens. Torschützenkönig Noel Futkeu (18 Tore, zurück zu Eintracht Frankfurt), Kapitän Branimir Hrgota (St. Pauli) und Urgestein Julian Green (247 Einsätze) hinterlassen riesige Fußstapfen. Futkeu und Hrgota schossen Fürth im Relegationsrückspiel im Alleingang zum Klassenerhalt - nun müssen ihre Tore auf unzählige Schultern verteilt werden, da eine echte Knipser-Garantie im Sturmzentrum derzeit fehlt. Zudem trifft ein neu formiertes Team zum Auftakt direkt auf St. Pauli und im Frankenderby auf den 1. FC Nürnberg.

Die drei größten Gefahren:
1. Fehlende Durchschlagskraft im Sturmzentrum ohne gelernten Top-Torjäger
2. Ein holpriger Start ins schwere Auftaktprogramm bringt früh negative Dynamik hinein
3. Die komplett neu zusammengestellte Defensive benötigt zu viel Einspielzeit

Prognose: Gelingt es der Mannschaft, die eklatante Anfälligkeit der Vorsaison (68 Gegentore) einzudämmen und die Last des Torekanalisierens auf mehreren Schultern zu verteilen, steht das Kleeblatt vor einer solideren Spielzeit. Der gewohnt stimmungsvolle Sportpark Ronhof muss dabei wieder zu einer uneinnehmbaren Festung reifen, um im harten Abstiegskampf die entscheidenden Punkte gegen die direkte Konkurrenz einzufahren. Stimmt die Abstimmung in der Defensive schnell genug, reicht es diesmal ohne das hochgradige Nervenspiel einer Relegation. Die Testspieleindrücke sind okay aber streckenweise noch durchwachsen, im Sturm kann man, wenig überraschend, einen Futkeu nicht ansatzweise ersetzen, die Qualitätsneuzugänge brauchen noch Zeit und auch die Abwehr wirkte nicht immer überzeugend. Man gewann gegen Zürich (3-2), verlor gegen Hoffenheim (1-4) und gewann gegen den FC Paris (1-0). Obwohl Fürth einen Warnschuss erhalten hat vergangene Saison, habe ich den Eindruck sie könnten wieder in den Abstiegskampf hineinrutschen. Sie sind aber normal zu erfahren (seit 1997/98 in der 2. Bundesliga!) und schaffen einen 13. Tabellenrang am Ende.
 
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VfL Bochum: Umfassender Neuaufbau im Ruhrstadion unter Uwe Rösler

Die Story
Nach einer enttäuschenden Vorsaison, die den VfL Bochum zeitweise nah an den Abstiegssumpf führte, soll in der zweiten Zweitligasaison nach dem Bundesliga-Abstieg die Wende gelingen. Unter Dieter Hecking gestartet, stabilisierte Uwe Rösler ab Oktober 2025 die Mannschaft und führte sie schließlich auf Rang 9 (44 Punkte). Trotz der Rettung war die Bilanz mit 47 Gegentoren und nur 49 eigenen Treffern ernüchternd. Nun leitet die Vereinsführung einen tiefgreifenden, wirtschaftlich vorsichtigen Umbruch ein, um den VfL wieder dauerhaft im oberen Tabellendrittel zu etablieren.

Wie das gelingen soll
Erstmals kann Cheftrainer Uwe Rösler eine vollständige Sommer-Vorbereitung gestalten, um dem Team seine intensive Spielidee einzudrücken: aggressives Pressing, hohe Zweikampfintensität und schnelles Umschaltspiel. Das passt ideal zur Wucht des Ruhrstadions. Auf dem Transfermarkt setzt die Führungsetage vor allem auf ablösefreie, flexible und hungrige Profis: Mit Berkan Taz (36 Torbeteiligungen beim SC Verl) kommt der herausragende Akteur der vergangenen Drittligasaison ablösefrei an die Castroper Straße, es wurde als echte Offensiv-Kreativität verpflichtet. Ergänzt wird der Angriff durch die flexiblen Christian Rasmussen (Fortuna Düsseldorf) und Daniel Hanslik (1. FC Kaiserslautern). Philipp Hofmann (Vertrag verlängert bis 2028) ist als physisch starke Nummer eins gesetzt. Hanslik, Taz, Rasmussen und Gerrit Holtmann sollen ihn mit Flanken füttern und selbst Torgefahr entwickeln, eine klare Hierarchie im Sturmzentrum ist also gegeben. Ex-Kapitän Timo Horn verlängerte vorzeitig bis 2028 und bleibt der emotionale und sportliche Anker der Hintermannschaft. Dazu kamen jetzt noch Mbom (Viborg) und Cokaj (Panathinaikos) als potentielle Starter im ZM/DM. Die Testspiele waren bisher nicht schlecht, man trotzte Ajax ein 1-1, bezwang Swansea 2-0 und verlor nur knapp gegen Werder 0-2. Gewinner der Vorbereitung ist der junge Alessandro Grimaldi, der mit 18 Jahren schon seine dritte Profivorbereitung mitmacht! Er ist aktuell sogar ein Startelfkandidat auf dem linken Flügel (man denkt aber vlt. sogar an eine Leihe, was ich nicht richtig versteh).

Die drei größten Trümpfe:
1. Unangenehme Spielweise unter Rösler gepaart mit dem Hexenkessel Ruhrstadion
2. Überdurchschnittlich besetzter Torwart-Posten mit Timo Horn als Führungsfigur
3. Neue offensive Unberechenbarkeit durch Top-Zugang Berkan Taz und Mittelstürmer Philipp Hofmann

Wo Zweifel angebracht sind
Der Kader verliert enorm viel Routine und Identifikation: Ex-Kapitän Matúš Bero, Abwehrchef Erhan Mašović sowie Routinier Kevin Vogt (Karriereende) hinterlassen gewaltige Lücken in der defensiven Achse und Hierarchie. Insbesondere die Innenverteidigung ist extrem dünn besetzt und schreit nach weiteren Verstärkungen. Strompf und die Neuzugänge Karademir und Steinwender sind die einzig echten drei IVs im Kader. Zudem verpassen Talente wie Mats Pannewig verletzungsbedingt die Vorbereitung. Ob die Neuzugänge ohne große Zweitliga-Garantie den Sprung auf Anhieb schaffen, bleibt abzuwarten. Es ist auch kein Wunder, dass man noch für den Notfall gerüstet sein will und einem Back-up für Hofmann sucht, falls er mal ausfällt. Man muss sich fragen, wer denn sonst noch groß Tore erzielen soll (Hanslik kommt auf gerade mal 18 Tore in 108 Zweitliga-Einsätzen).

Die drei größten Gefahren:
1. Die ausgedünnte Innenverteidigung hält dem Zweitliga-Druck spielerisch und körperlich vielleicht nicht stand.
2. Der Ausfall von Zielspieler Philipp Hofmann kann offensiv nicht gleichwertig kompensiert werden.
3. Nach den Abgängen von Bero und Vogt fehlt es in engen Phasen an erprobten Führungsspielern.

Prognose: Der VfL Bochum präsentiert sich unter Uwe Rösler mit einem klareren sportlichen Konzept und mehr physischer Wucht. Berkan Taz bringt die lange vermisste Spielwitz-Komponente mit, während Philipp Hofmann im Sturmzentrum für die nötigen Hütten sorgen wird. Weil nach dem Weggang der Führungskräfte Bero, Mašović und Vogt die defensive Restabsicherung und die neue Hierarchie aber noch Zeit brauchen, ist der absolute Spitzengruppe-Express in dieser Saison noch ein Stück entfernt. Der Ruhrpott-Klub wird sich spürbar gefestigter präsentieren, immer wieder Topleistungen im eigenen Stadion abrufen und eine ruhige Saison im oberen Mittelfeld absolvieren: Rang 8 - wenn sich da eine eingeschworene Einheit findet, kann es sogar unerwartet höher gehen.
 
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Eintracht Braunschweig: Hoffnung auf den Abschied vom ewigen Zitterspiel

Die Story
Eintracht Braunschweig geriet in der vergangenen Saison erneut in ein hochdramatisches Abstiegsfinale. Am Ende rettete sich der BTSV auf Tabellenplatz 15 (37 Punkte) nur dank des minimal besser Tordifferenz-Verhältnisses gegenüber der Relegations- und Abstiegs-Konkurrenz. Mit lediglich 36 erzielten Toren in 34 Spielen stellte die Eintracht eine der harmlosesten Offensiven der Liga. Um der ewigen Zitterpartie der Vorjahre endlich zu entkommen, strebt der Verein eine stabilere Spielzeit ohne den direkten Blick in den Abgrund an.

Wie das gelingen soll
Cheftrainer Lars Kornetka, der das Team im März 2026 übernahm und nun nach seinem WM-Engagement als Rangnick-Assistent erstmals eine volle Vorbereitung am Biberweg absolviert, setzt auf eine klar strukturierte Spielweise mit hoher Kompaktheit und gezieltem Pressing. Große taktische Veränderungen waren als er in großer Not kam kaum möglich. Zunächst ging es darum, Punkte zu sammeln und den Verein in der Liga zu halten. Nun kann der Trainer die körperlichen und taktischen Grundlagen selbst erarbeiten.


Auf dem Transfermarkt steuerte Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel den Schwachstellen der Vorsaison entgegen: Neuer Hoffnungsträger im Sturmzentrum: Mit Maximilian Entrup (LASK) kommt ein dreifacher österreichischer Nationalstürmer nach Braunschweig. Er soll die verheerende Ladehemmung der Vorsaison beheben und für die nötige zweistellige Trefferzahl sorgen. Denn Braunschweig hat oft in vielen engen Spielen keine Vielzahl an Chancen. Umso wichtiger ist ein Stürmer, der aus wenigen Möglichkeiten Tore macht. Der 20-jährige Schweizer Junior Zé (FC Basel/Midtjylland) soll mit seiner Eins-gegen-Eins-Stärke Umschaltmomente kreieren und endlich Tempo und Dynamik über die Flügel etablieren. Spieler wie Aaron Opoku, Johan Gómez, Sidi Sané oder Jovan Mijatović können dann verschiedene Rollen in der Offensive übernehmen. Frederik Jäkel konnte fest von RB Leipzig verpflichtet werden und allgemein kann man wohl von einem defensiven Qualitätsgewinn sprechen; wenn er nach seiner Knieverletzung zu alter Stärke findet, bildet er zusammen mit Andi Hoti und Torwart-Rückhalt Ron-Thorben Hoffmann ein stabiles Fundament.

Die drei größten Trümpfe:
1. Detailversessener Cheftrainer Lars Kornetka mit seiner ersten vollen Sommer-Vorbereitung
2. Neues Offensiv-Profil durch den international erfahrenen Knipser Maximilian Entrup
3. Verlässlicher Rückhalt im Tor durch Ron-Thorben Hoffmann und eine eingespielte Defensive

Wo Zweifel angebracht sind
Der Verlust an Kaderbreite und Routine wiegt schwer. Durch die Abgänge von Urgestein Fabio Kaufmann (nach 153 Spielen fürs Kleeblatt/BTSV ins Ausland) und mehreren Leihspielern (darunter Yardimci, Alidou und Ranos) verliert Braunschweig viel Erfahrung im Abstiegskampf. Junge Neuzugänge wie Junior Zé werden Formschwankungen unterworfen sein, während Jäkel nach seiner schweren Verletzung Behutsamkeit benötigt. Zudem muss Kornetka erst noch nachweisen, dass er über 34 Spieltage hinweg als Cheftrainer im Profifußball eine Mannschaft konstant durch Krisen steuern kann.

Die drei größten Gefahren:
1. Die Offensive wird zu abhängig von den Toren von Neuzugang Maximilian Entrup
2. Längere Eingewöhnungszeit der jungen Neuzugänge führt zu einem Fehlstart
3. Fehlende Kaderbreite bei Verletzungswellen in den defensiven wie offensiven Schlüsselpositionen

Prognose: Eintracht Braunschweig präsentiert sich taktisch reifer und defensiv gefestigter als in der Vorsaison. Lars Kornetka nutzt die Sommervorbereitung spürbar, um der Mannschaft mehr Kontrolle gegen den Ball und eine klarere Umschaltstruktur einzuhauchen, während Maximilian Entrup im Angriff für die bitter benötigte Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor sorgt. Dennoch bleibt der BTSV ein Team, das in erster Linie über Kampfgeist, Leidenschaft und die Wucht des Eintracht-Stadions seine Punkte gegen die direkte Konkurrenz einfahren muss. Reicht die Puste auf den Außenpositionen und bleibt Hoffmann der gewohnt starke Rückhalt, gelingt die angestrebte kleine Konsolidierung ohne Relegations-Drama. Ich will allerdings nicht glauben, dass alles rund läuft, das tut es in Braunschweig nie, wenn da ein paar Spieler ausfallen, sieht es wirklich nicht gut aus. Ich pack sie sogar auf Rang 17 aber das ist ja alles nur Spielerei und normal geht es wieder saueng zu da unten.
 
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FC Magdeburg: Pragmatismus und Umbruch nach dem Abstiegsschreck

Die Story
Nach dem historischen 5. Platz in der Spielzeit 2024/25 folgte für den 1. FC Magdeburg der tiefe Fall: Der Abgang von Erfolgscoach Christian Titz hinterließ Spuren, und unter Nachfolger Markus Fiedler geriet der FCM nach nur einem Sieg aus den ersten acht Spielen tief in den Strudel des Abstiegskampfes. Erst das Interims-Duo Petrik Sander und Pascal Ibold stabilisierte die Elbestädter und rettete den Club ins gesicherte Fahrwasser. Für die neue Saison nimmt Sander nun fest das Heft des Handelns in die Hand. Nach 12 Abgängen und einem massiven Kaderumbruch geht es an der Elbe um Konsolidierung im Mittelfeld der Liga. Mehr nicht.

Wie das gelingen soll

Sander verzichtet auf den teils hochriskanten, kompromisslosen Ballbesitzfußball der Titz-Ära und impft der Mannschaft einen pragmatischeren, defensiv stabileren Stil ein. Zugleich muss Magdeburg die Balance finden, um gegen tief stehende Gegner weiterhin spielerische Lösungen anzubieten.

Auf dem Transfermarkt steuerten die Verantwortlichen um Sportdirektor Peer Jaekel gezielt nach: Für die runderneuerte Abwehr wurde Paul Jaeckel (Preußen Münster, ex-Union Berlin) als neuer Abwehrchef geholt, er soll Führung und Klarheit in der Abwehr verkörpern. Der irisch-spanische Linksfuß Anselmo García Mac Nulty (PEC Zwolle) bringt zusätzliche Flexibilität für Dreier- oder Viererkette. Mit Moritz-Broni Kwarteng (VfL Bochum) kehrt ein alter Bekannte an seine alte Wirkungsstätte zurück, er soll für mehr Torgefahr aus der Tiefe sorgen. Zudem stößt Torben Müsel (Rot-Weiss Essen, 13 Tore) für mehr Torgefahr aus dem Mittelfeld dazu. Zuletzt wurde noch Iyoha von Düsseldorf geholt, der eine gewissen Physis mitbringt und beim Testspielsieg gegen Paderborn (2-0) prompt traf. Zukunftsinvestitionen sind auch geholt worden: Mit Tony Reitz (Kapitän BVB II), Kevin Manthey (19, Werder Bremen II) und den südkoreanischen Leihspielern Do-young Yoon (19, Brighton) und Chunghyun Lee (18, Bucheon FC) holte der FCM spannende Talente.

Die drei größten Trümpfe:
1. Unberechenbare Torjäger-Garantie durch Mateusz Żukowski (17 Tore in 20 Spielen, 6 Mio. Wert) und Barış Atik gibt es ja auch noch
2. Eingespieltes Trainerduo Sander/Ibold mit der ersten echten Sommervorbereitung
3. Kontinuität und Klasse auf der Torhüterposition mit Kapitän Dominik Reimann

Wo Zweifel angebracht sind
12 Abgänge - darunter Schlüsselkräfte der Defensive wie Jean Hugonet, Marcus Mathisen und Max Geschwill - bedeuten, dass die Hintermannschaft komplett neu formiert werden muss. Es wird Zeit brauchen, bis die Abstimmung mit Jaeckel und Mac Nulty reibungslos greift. Zudem herrscht eine extreme Abhängigkeit von Ausnahmestürmer Żukowski, um den sich hartnäckige Wechselgerüchte ranken; ein Abgang würde das Angriffsspiel ins Mark treffen. Neuzugänge wie Kwarteng verpassen aufgrund ihrer Verletzungshistorie noch die Garantie auf volle Belastbarkeit.

Die drei größten Gefahren:
1. Ein später Abgang oder Ausfall von Toptorjäger Mateusz Żukowski reißt ein Loch in die Offensive.
2. Die neu zusammengestellte Abwehrkette benötigt zu viel Zeit zur Abstimmung und patzt zum Auftakt.
3. Hohe Erwartungen treffen auf eine lange Eingewöhnungsphase der vielen Neuzugänge aus tieferen Ligen.

Prognose: Der 1. FC Magdeburg startet mit wesentlich mehr defensiver Stabilität und einer klareren, pragmatischeren Marschroute in die neue Spielzeit. Die Offensive rund um das Duo Mateusz Żukowski und Barış Atik besitzt unbestreitbar die Klasse, um jede Zweitliga-Abwehr zu knacken, während Rückkehrer Moritz-Broni Kwarteng und Torben Müsel für zusätzliche Torgefahr sorgen. Zwar wird die komplett neu zusammengestellte Viererkette um Paul Jaeckel noch den einen oder anderen Abstimmungsfehler offenbaren, doch das heiße Pflaster der Avnet Arena bildet das nötige Fundament für eine sorgenfreie Saison. Wenn Sander die Balance zwischen Ballbesitz und Restabsicherung hält, bleibt dem FCM die Zitterpartie des Vorjahres erspart. Ich denke Magde will unbedingt einen Fehlstart vermeiden, schwer zu sagen, wie viel Substanz sie wirklich haben. Ich pack sie mal als Tipp auf Rang 12.


 
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SV Darmstadt 98: Millionensegen und Großumbruch am Böllenfalltor

Die Story
Der SV Darmstadt 98 geht mit einer faszinierenden Ausgangslage in die neue Zweitligasaison: Die Lilien schlossen die vergangene Spielzeit 2025/26 mit 52 Punkten auf einem starken 5. Tabellenplatz ab, spielten lange um den Aufstieg mit und hatten zeitweise sogar die Tabellenführung inne. Doch der Erfolg rief Begehrlichkeiten hervor. Das bärenstarke Sturmduo Isac Lidberg (17 Tore, Borussia Mönchengladbach) und Fraser Hornby (11 Tore, VfL Wolfsburg) verließ den Verein ebenso wie Kilian Corredor (FC Nantes). Auch Urgestein und Kapitän Fabian Holland beendete nach 319 Pflichtspielen seine Karriere. Trotz gewaltiger Transfererlöse verliert das Böllenfalltor damit auf einen Schlag 28 Saisontore und das emotionale Herzstück der Kabine.

Wie das gelingen soll
Die Verantwortlichen um Sportdirektor Paul Fernie und Cheftrainer Florian Kohfeldt wählten bewusst keinen 1:1-Ersatz für das Sturmduo, sondern nutzten das Geld, um die gesamte Offensive flexibler, schneller und technisch variabler aufzustellen.

Die Eckpfeiler des Darmstädter Wegs bestehen also aus einem neuen, beweglichen Offensiv-Konzept: Für mehr Kreativität und Tempo sorgen Bundesliga-Leihgabe Noah Weißhaupt (SC Freiburg), Lance Duijvestijn (Sparta Rotterdam), Ibrahim El Kadiri (aus den Niederlanden), Nicolas Verkooijen (PSV Eindhoven) und Lars Kehl (VfL Osnabrück). Fynn-Luca Lakenmacher soll im Zentrum Räume schaffen und Verantwortung übernehmen. Florian Kohfeldt sorgt zusammen mit seinen Co-Trainern Martin Heck und Darius Scholtysik für wichtige taktische Kontinuität. Im defensiven Mittelfeld verlängerte Fabian Nürnberger seinen Vertrag, während Kai Klefisch und Hiroki Akiyama das Zentrum absichern. Die Hintermannschaft bleibt mit den routinierten Innenverteidigern Patric Pfeiffer, Matej Maglica und Aleksandar Vukotić sowie Rückhalt Marcel Schuhen (geht in seine 8. Saison) das Prunkstück des Kaders. Fest verpflichtet wurde zudem Grayson Dettoni (Bayern München).

Die drei größten Trümpfe:
1. Eingespieltes Trainerteam um Florian Kohfeldt mit klarer spielerischer Identität
2. Erfahrene und körperlich extrem robuste Defensiv-Achse um Torwart und Kapitän Marcel Schuhen
3. Gesteigerte Unberechenbarkeit im Angriff durch technisch starke Neuzugänge (Weißhaupt, Duijvestijn)

Wo Zweifel angebracht sind
Das gewaltige Vakuum im Angriff bleibt das größte Risiko. Der Verlust von 28 Toren durch Lidberg und Hornby lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Fynn-Luca Lakenmacher steht unter enormem Erwartungsdruck, da echte gelernte Knipser im Kader fehlen. Die Torgefahr muss sich nun zwingend auf mehrere Schultern im Mittelfeld verteilen. Zudem wiegt der Verlust der Führungsfigur Fabian Holland in der Kabine schwer. Ein weiterer Dämpfer ist die Meniskusverletzung von Mittelfeldakteur Merveille Papela, der monatelang ausfällt.

Die drei größten Gefahren:
1. Die völlig neu formierte Offensive entwickelt ohne gelernten Top-Torjäger zu wenig Durchschlagskraft im Strafraum.
2. Das Verspielen von Führungen aus der Schlussphase der Vorjahr-Rückrunde setzt sich als psychologische Blockade fort.
3. Der Ausfall weiterer Schlüsselspieler offenbart Lücken in der Zentrumstiefe (Papela-Verletzung).

Prognose: Der SV Darmstadt 98 wird auch in der neuen Saison zu den spielerisch reifsten und taktisch am besten strukturierten Teams der 2. Bundesliga gehören. Florian Kohfeldt gelingt es, die Mannschaft defensiv gewohnt kompakt aufzustellen und am stimmungsvollen Böllenfalltor eine Macht zu bleiben. Neuzugänge wie Noah Weißhaupt und Lance Duijvestijn bringen die erhoffte spielerische Frische und Unberechenbarkeit zwischen den Linien. Doch in den engen Begegnungen wird das Fehlen zweier echter Knipser vom Kaliber Lidberg und Hornby den entscheidenden Unterschied ausmachen. Finden die Lilien im Laufe der Hinrunde noch eine verlässliche Option für den Strafraum, ist der Blick nach ganz oben theoretisch möglich - aber vom Gefühl her ist Darmstadt sogar eher für eine negative Überraschung gut. Ich packe sie auf Rang 9.
 
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Karlsruher SC: Neuanfang mit Taktik-Talent Maximilian Senft

Die Story
Beim Karlsruher SC vollzieht sich in diesem Sommer ein historischer Schnitt: Nach jahrelanger Kontinuität endete die Ära von Langzeit-Coach Christian Eichner. Nachdem in der Vorsaison bereits sein engster Vertrauter und Co-Trainer Zlatan Bajramović entlassen worden war, zerbrach das Verhältnis zur Vereinsführung endgültig. Mit Eichner verliert der KSC zwar seinen bewährten Stabilisator, doch sportlich stagnierte der Klub zuletzt: Die Saison 2025/26 schloss Karlsruhe mit 44 Punkten auf einem enttäuschenden 10. Platz als "graue Maus" ab - vor allem 64 Gegentore machten alle Ambitionen nach oben zunichte. Nun übernimmt mit dem 36-jährigen Österreicher Maximilian Senft (zuvor SV Ried) ein hochspannender Taktiker das Ruder am Wildpark.

Wie das gelingen soll
Der neue Cheftrainer Senft bringt reichlich Vorschusslorbeeren mit (1,7 Punkte im Schnitt in Ried, Zweitligameister) und steht für ein flexibles 4-2-3-1-System. Im Kader wurde kräftig ausgemistet: Erfahrene Kräfte wie David Herold (für 3,5 Mio. € zu Gladbach), Philipp Förster und Fabian Schleusener verließen den Klub.

Die Ausrichtung für den Senft-Neustart soll vor allem auch mit jungen Entwicklungsspielern & Leih-Rückkehrern vonstatten gehen. Fest verpflichtet wurden unter anderem Shio Fukuda (800.000 €) und Paul Scholl (150.000 €). Hinzu kommen spannende Talente wie Florian Eichinger (Regensburg), Neuzugänge wie Vinko Čivčija (Saarbrücken) sowie die Leihspieler Dennis Öflaz (19, FC Bayern II) und Moritz Broschinski (FC Basel). Das Prunkstück bildet das 19-jährige Offensiv-Juwel Louey Ben Farhat mit einem Marktwert von 10 Millionen Euro, sofern er im Sommer gehalten werden kann. Rechtsverteidiger Rafael Pinto Pedrosa (18) und das in der Vorbereitung überragende Mittelfeld-Talent Daniel Sohr (19) drängen ebenfalls in die Startelf. Hans Christian Bernat im Tor, Marcel Franke in der Abwehr sowie der ewige Marvin Wanitzek im Mittelfeld bilden eine Achse aus Routine und Klasse, sie sollen dem sonst sehr jungen Team das nötige Korsett verleihen.

Die drei größten Trümpfe:
1. Taktisch variabler, hungriger neuer Cheftrainer Maximilian Senft mit klarer 4-2-3-1-Idee
2. Enorme individuelle Klasse und Marktwert-Potenzial durch Eigengewächse (Ben Farhat, Pinto Pedrosa, Sohr)
3. Gelungener Ausmist-Prozess im Kader zur Freisetzung neuer Dynamiken

Wo Zweifel angebracht sind
Der Gesamtkadermarktwert von über 30 Millionen Euro blendet massiv: Fast die Hälfte davon entfällt allein auf das 19-jährige Juwel Louey Ben Farhat - droht hier noch ein später Verkauf, bricht die spielerische Statik ein. Zudem fehlt dem Kader der gesunde Mittelbau: Das Team teilt sich extrem in unerprobte Teenager und alternde Routiniers (Wanitzek, Franke, Jung). In der zweiten Reihe wird die Qualität schnell dünn. Senft baut eine völlig neu formierte Truppe auf und wird Zeit brauchen, bis die Abstimmung in der Liga greift.

Die drei größten Gefahren:
1. Starke Leistungsschwankungen durch das Fehlen eines gefestigten Mittelbaus.
2. Ein später Abgang von Toptalent Louey Ben Farhat entzieht der Offensive das Herzstück.
3. Anlaufschwierigkeiten im neuen Senft-System führen früh zu Druck im Umfeld.

Prognose: Der KSC geht nach dem Umbruch mit spürbarer Aufbruchsstimmung in die neue Spielzeit. Maximilian Senft bringt die nötige taktische Frische mit, um aus den hoch veranlagten Talenten wie Ben Farhat und Daniel Sohr das Maximum herauszuholen. In der Spitze kann die erste Elf jedem Gegner der 2. Bundesliga gefährlich werden. Da es dem Kader jedoch in der Breite an Qualität fehlt und Ausfälle der gealterten Stammkräfte kaum gleichwertig aufgefangen werden können, wird sich der KSC nach den Turbulenzen des Vorjahres zunächst konsolidieren müssen. Ich wage mich mal weit aus dem Fenster und sage, dass das nicht klappen wird. Mit Eichner ging der emotionale Anker, ich glaube einfach, dass hier ein Vakuum entstanden ist und wenn der Rhythmus und Erfolg sich unter Senft nicht gleich einstellen, kann es schnell unruhig werden. Ich finde die Schieflage in der Kaderstruktur ist unübersehbar und halte es wirklich für möglich, dass der KSC abstürzt und ich mache hier mal eine maximale negative Überraschung auf Rang 17.
 
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Hertha BSC: Quo Vadis?

Die Story
Hertha BSC ging 2025/26 als absolute Aufstiegshoffnung in die Saison, landete am Ende aber ernüchtert auf Platz 7 (51 Punkte). Der Tiefpunkt war ein katastrophales 1:6 am letzten Spieltag in Bielefeld, das die Unkonstanz des Teams sinnbildlich zusammenfasste. In diesem Sommer folgte der extreme Aderlass: Mit Urgestein und Kapitän Fabian Reese (8 Mio. € zu Wolfsburg), Top-Talent Kennet Eichhorn (9 Mio. € zu Leverkusen) und Spielmacher Michaël Cuisance (3,5 Mio. € zu RC Lens) hat die Hertha ihre sportliche Seele veräußert. Auch Routiniers wie Toni Leistner, John Anthony Brooks und Diego Demme sind Geschichte. Auf der Zugangsseite stehen bisher fast ausschließlich eigene Jugendspieler - von Aufstiegsambitionen kann im Olympiastadion vorerst keine Rede mehr sein.

Wie das gelingen soll
Trainer Stefan Leitl (seit Februar 2025 im Amt) steht vor der vielleicht schwersten Aufgabe seiner Karriere. Er muss dem Berliner Spiel nach dem Verkauf der Stars ein völlig neues Gesicht verpassen.

Die Ausrichtung für die Übergangssaison kann vlt. als erzwungener Weg über den Nachwuchs beschrieben werden. Geschäftsführer Peter Görlich und Sportdirektor Benjamin Weber haben die Devise ausgegeben, den Kader über Eigengewächse zu konsolidieren (mindestens vier Profiplätze für Akademiespieler). Berliner Eigengewächse wie Linus Gechter, Márton Dárdai, Pascal Klemens und Julian Eitschberger rücken fest in die Führungsverantwortung. Helfen soll ein kollektiver Offensiv-Ansatz: Weil die herausragende Individualklasse von Reese fehlt, muss die Torgefahr auf viele Schultern verteilt werden. Luca Schuler und Sebastian Grønning (in der Vorbereitung bereits treffsicher) sollen das Sturmzentrum besetzen, flankiert von Josip Brekalo und Marten Winkler. Erfahrenes Gerüst im Zentrum: Paul Seguin, Leon Jensen und Kevin Sessa bilden eine solide Mittelfeldachse, um der jungen Hintermannschaft die nötige Absicherung zu bieten.

Die drei größten Trümpfe:
1. Finanzieller Konsolidierungsschub und frischer Spielraum durch den Millionensegen der Spielerverkäufe
2. Hochveranlagter Nachwuchs-Fundus (Gechter, Klemens, Dárdai) für einen echten Berliner Weg
3. Zweitligaerprobtes Mittelfeld-Gerüst um Paul Seguin und Leon Jensen

Wo Zweifel angebracht sind
Der Kader wurde seiner Unterschiedsspieler beraubt. Weder Winkler noch Brekalo konnten Reese-Leistungen über eine ganze Saison nachweisen; im Zentrum fehlt die spielerische Genialität von Cuisance komplett. Zudem ist jetzt mit Ernsts Abgang zu Feyenoord die verlässliche Nummer eins im Tor auch noch weggebrochen. Stefan Leitl, der bereits in der Vorsaison an einer klaren Offensividee für ein Spitzenteam scheiterte, muss nun mit spürbar schwächerem Personal ein funktionierendes System bauen. Der Saisonauftakt mit den Partien beim VfL Bochum und gegen den 1. FC Heidenheim birgt massives Frustpotenzial.

​Die drei größten Gefahren:

1. Die junge, neu formatierte Defensive bricht ohne erfahrene Führungsspieler unter gegnerischem Druck ein.
2. Ein spätzündender Transfermarkt lässt Hertha mit einem unvollständigen Kader in den ersten Wochen Punkte verspielen.
3. Das gewohnte Berliner Druckumfeld verliert bei ausbleibendem Erfolg früh die Geduld mit dem Jugendkurs.

Prognose: Für Hertha BSC wird 2026/27 das angekündigte Übergangsjahr. Das Team besitzt zwar genügend defensives und taktisches Grundniveau, um im Mittelfeld der 2. Bundesliga mitzuhalten und dank des eigenen Nachwuchses phasenweise zu begeistern. Allerdings fehlt in der Spitze schlichtweg die Durchschlagskraft und spielerische Extraklasse der verkauften Leistungsträger, um im Aufstiegsrennen ein Wort mitzureden. Kann auf dem Transfermarkt nicht auf allen Problemzonen nachjustiert werden, verankern sich die Berliner im grauen Mittelfeld der Tabelle. Ich packe sie mal auf Rang 11. Viele sehen sie mit dem Potential abzustürzen aber ich denke nicht, dass das passieren wird.
 
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FC Kaiserslautern: Verjüngungskur und Wiederaufbau der Betze-DNA

Die Story
Seit der Rückkehr in die 2. Bundesliga kratzt der 1. FC Kaiserslautern Jahr für Jahr an den Aufstiegsrängen. Auch die vergangene Saison 2025/26 schloss der FCK auf Platz 6 ab - mit 52 Punkten und 10 Zählern Rückstand auf die Aufstiegsränge. Die Bilanz verdeutlicht das Dilemma der Roten Teufel: Mit 52 erzielten Treffern war die Offensive zwar schlagkräftig, doch 47 Gegentore offenbarten die fehlende Konstanz eines echten Spitzenteams. Unter Cheftrainer Torsten Lieberknecht (seit April 2025 im Amt) soll nun der nächste Schritt gelingen. Bei der Mission Bundesliga-Rückkehr setzt die Führungsetage um Geschäftsführer Thomas Hengen und Sportdirektor Marcel Klos auf eine gezielte Verjüngungskur - gepaart mit der unruhig-leidenschaftlichen Wucht des Fritz-Walter-Stadions.

Wie das gelingen soll
Lieberknecht setzt bevorzugt auf ein 3-4-2-1- bzw. 3-4-1-2-System mit hoher körperlicher Intensität und schnellem Umschaltspiel. Um die gegnerische Defensive noch flexibler zu knacken und die eigene Abwehr zu stabilisieren, wurde der Kader im Sommer kräftig durchgeschüttelt. Es kommt durch die Abgänge auch zu einem Umbruch, was Identifikationsfiguren anbelangt. Routiniers und langjährige Wegbegleiter wie Daniel Hanslik (VfL Bochum), Kenny-Prince Redondo, Florian Kleinhansl (Darmstadt 98), Avdo Spahic, Faride Alidou und Luca Sirch (SV Elversberg) haben den Klub verlassen. Der neue Fokus gilt vor allem auch Top-Talenten. Mit Kelven Frees (21, 2,02m Hüne ausgeliehen von der TSG Hoffenheim) kommt ein hochveranlagter Innenverteidiger für die Dreierkette. Ergänzt wird die Jugendriege durch Leih-Stürmer Ibrahim Kanaté (19, RSC Anderlecht) sowie die Nachwuchshoffnungen Thierry Tazemeta (18, BVB U19) und Ivan Knežević (19, VfB Stuttgart U19).
Paul Joly wurde nach vorheriger Leihe für 1,25 Mio. € fest von AJ Auxerre verpflichtet. Gemeinsam mit Leistungsträgern wie Marlon Ritter, Naatan Skyttä, Fabian Kunze, Jacob Rasmussen und Torwart Julian Krahl bildet er das qualitative Rückgrat. Eine Achse, die sich auf dem Papier sehen lassen kann.

Die drei größten Trümpfe
1. Ewiger Mythos Betzenberg: Die Heimstärke und die emotionale Kulisse im Fritz-Walter-Stadion sind in der 2. Bundesliga eine Klasse für sich.
2. Mit Akteuren wie Naatan Skyttä, Marlon Ritter und Semih Şahin besitzt Lautern enorm hohe spielerische Qualität im Zentrum.
3. Die vielen neuen, hungrigen Talente (Frees, Kanaté, Tazemeta) bringen Dynamik und unbeschwerte Frische. Das Verjüngungsprojekt ist spannend.

Wo Zweifel angebracht sind
Der verjüngte Kader bringt zwangsläufig Leistungsschwankungen mit sich. Den jungen Wilden fehlt es in engen Partien mitunter an Kaltschnäuzigkeit und Zweitliga-Erfahrung. Zudem steht Torsten Lieberknechts taktischer Ansatz immer wieder in der Kritik, gegen tiefstehende Teams zu wenig ballbesitzorientierte Lösungen zu finden. Mit der extrem starken Konkurrenz (finanzstarke Absteiger wie der VfL Wolfsburg sowie ambitionierte Teams wie Hannover, Hertha BSC oder Bochum) ist der Druck im Pfälzer Umfeld enorm hoch.

Die drei größten Gefahren
1. Ausfälle von defensiven Säulen wie Rasmussen oder Unruheherden im Mittelfeld wie Ritter treffen den Kader sofort knüppelhart.
2. Wenn die verjüngte Truppe nicht sofort funktioniert, schlägt die Stimmung auf dem Betzenberg rasch um. Anlaufschwierigkeiten werden kaum zu vermeiden sein.
3. Die Partien beim VfL Wolfsburg, das Südwest-Derby gegen den KSC und das Hass-Duell gegen Waldhof im Pokal erzeugen sofort eine brisante Druckkulisse. Das Auftaktprogramm hat es wahrlich in sich.

Prognose
Der 1. FC Kaiserslautern wird auch in der Saison 2026/27 zu den unangenehmsten und emotionalsten Mannschaften der Liga gehören. Die Roten Teufel besitzen genügend individuelle Klasse, um an guten Tagen jedes Team der Liga zu schlagen und am Betzenberg eine echte Macht zu sein. Allerdings wird der Umbruch Zeit benötigen, weshalb es gegen die enorm starke Konkurrenz an der Tabellenspitze nicht reicht für Träumereien. Ich denke sogar Lautern hat das Potential negativ zu überraschen, nicht wenige sehen Lieberknechts Stuhl rasch wackeln, wenn das schwere Auftaktprogramm nicht bewältigt werden kann. Vielleicht hat Lautern eine wenig erbauliche Hinrunde, erlebt dann einen Trainerwechsel und konsolidiert sich eher in der zweiten Saisonhälfte. Am Ende Rang 7.
 
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1. FC Nürnberg: Miroslav Kloses Geduldsprobe zwischen Jugendförderung und Aufstiegssehnsucht

Die Story
Der 1. FC Nürnberg geht mit einer Mischung aus vorsichtigem Optimismus und bewusst gedämpften Erwartungen in die Spielzeit 2026/27. Unter Cheftrainer Miroslav Klose steigerte sich der FCN in den vergangenen zwei Spielzeiten stetig (Platz 10 und zuletzt Platz 8 mit 48 Punkten in der Saison 2025/26). Historisch gesehen verbesserte sich der Club seit vier Jahren kontinuierlich um jeweils zwei Tabellenplätze. Dennoch verzichten Trainer Klose und Sportvorstand Joti Chatzialexiou bewusst auf das Ausrufen eines konkreten öffentlichen Tabellenziels. Die Sehnsucht nach der Bundesliga ist im Frankenland ungebrochen - Neuzugang Giannis Masouras sprach gar öffentlich vom Aufstiegsziel -, doch intern weiß man um das Risiko des erneuten Umbruchs.

Wie das gelingen soll
Klose geht bereits in seine dritte Saison als FCN-Cheftrainer (Vertrag bis 2028), womit er zu den dienstältesten Trainern der Liga gehört. Taktisch experimentierte er in der Vorbereitung zwischen einer Dreier- und Viererkette, tendiert aber zur defensiven Stabilität einer Viererreihe im 4-3-3 bzw. 4-2-3-1.

Der FCN musste erneut hohe Kadermutationen verkraften und verzeichnete 17 Abgänge (u. a. die kompletten Stamm-Innenverteidiger Luka Lochoshvili für ca. 5 Mio. € zum 1. FC Köln und Fabio Gruber für 3,5 Mio. € nach Mainz sowie Tom Baack). Dem stehen 9 bis 10 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber, während bei den Neuzugängen auf ablösefreie oder kostengünstige Optionen gesetzt wurde. Erfahrene Offensive & Physis: Sigurd Haugen (ablösefrei von 1860 München) und Adriano Grimaldi bringen Präsenz im Sturmzentrum. Für die Außenbahn wurde Rayan Ghrieb (für 600.000 € von Magdeburg) verpflichtet. Dann die neue Defensive: Die Innenverteidigung wurde mit Fynn Otto (SC Verl) und Alexios Kalogeropoulos (Olympiakos Piräus) neu besetzt. Die rechte Abwehrseite verstärkt der erfahrene Grieche Giannis Masouras. Außerdem will Klose wieder eigeneTalente einbinden. Wie schon in den Vorjahren bekommen Eigengewächse und Talente wie Marko Soldo (16 Jahre), Tim Janisch, Eric Porstner und Piet Scobel Spielzeit.

Die drei größten Trümpfe
1. Enorme Qualität im Mittelfeld: Mit Julian Justvan, Rafael Lubach, Adam Markhiev und Michal Sevcik verfügt der Club über eines der spielstärksten und kreativsten Zentren der 2. Bundesliga.
2. Offensive Variabilität: Durch Neuzugänge wie Haugen und Ghrieb sowie die etablierten Kräfte Mohamed Ali Zoma und Justvan ist Nürnberg im Spiel nach vorne deutlich unberechenbarer und physischer aufgestellt.
3. Kontinuität auf der Trainerbank. Klose kennt das Umfeld sowie die Liga in- und auswendig und genießt das volle Vertrauen der Sportlichen Leitung um Chatzialexiou.

Wo Zweifel angebracht sind
Der größte Schwachpunkt ist die komplett neu formierte Viererkette. Durch den Abgang von Lochoshvili und Gruber fehlt es in der Innenverteidigung an eingespielten Abläufen und Zweitliga-Erfahrung. Zudem ist die Linksverteidiger-Position mit dem jungen Eric Porstner extrem dünn besetzt. Auf der Sechser-Position fehlt weiterhin ein echter Abräumer und Stabilisator, der Adam Markhiev defensiv den Rücken freihält. Auch Wechselgerüchte um Leistungsträger wie Mohamed Ali Zoma oder unruhige Fluktuationen im Trainerstab (wie der kurzfristige Abgang von Spielanalyst Sebastian Sommer) sorgen für leise Zweifel.

Die drei größten Gefahren
1. Defensive Instabilität: Konteranfälligkeit nach Ballverlusten im Zentrum und Abstimmungsprobleme der neu zusammengewürfelten Abwehrreihe.
2. Emotionaler Fehlstart: Ein schwerer Auftakt mit dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden (9. August) und dem darauffolgenden Frankenderby bei Greuther Fürth könnte früh Unruhe erzeugen.
3. Fehlende Effizienz: Die Unfähigkeit, eng umkämpfte, unspektakuläre Partien pragmatisch mit 1:0 für sich zu entscheiden.

Prognose
Der 1. FC Nürnberg präsentiert sich spielerisch ausgereift und besitzt eine Offensive, die an guten Tagen jede Abwehr der Liga zerlegen kann. Für den ganz großen Wurf in Richtung Bundesliga-Rückkehr fehlt es defensiv jedoch noch an der nötigen Abstimmung und der Kadertiefe auf den Außenbahnen sowie im defensiven Mittelfeld. Findet Klose schnell die defensive Balance und schlagen die Neuzugänge an, setzt sich der FCN im oberen Drittel fest. Ich bin mal sehr optimistisch mit dem Glubb und sage Rang 6 - wieder zwei Plätze besser als vergangene Saison. Es kann aber auch deutlich schlechter enden, manche trauen dem Glubb einen kleinen Absturz zu.
 
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1. FC Heidenheim: Ruhige Hand auf dem Schlossberg nach dem Erstliga-Kapitel

Die Story
Nach drei Jahren im Oberhaus ist der 1. FC Heidenheim zurück in der 2. Bundesliga. Der Abstieg mit 26 Punkten auf Platz 17 (nach Platz 8 und 16 in den Vorjahren) deutete sich früh an und war am Ende der schwachen Defensive mit 72 Gegentoren geschuldet. Dennoch verabschiedete sich das Team um Legende Frank Schmidt mit erhobenem Haupt: Im Saisonendspurt lieferte der FCH noch einmal einen leidenschaftlichen Kampf.

In der neuen Saison bleibt Heidenheim seiner Philosophie treu. Während andere Absteiger in Aktionismus verfallen, setzt Vorstand Holger Sanwald auf Kontinuität. Schmidt geht in seine mittlerweile 20. Saison auf dem Schlossberg (seit 2007 im Amt) - möglicherweise seine letzte, da sein Vertrag ausläuft.

Durch das Ende mehrerer Leihen (u. a. Arian Ibrahimović, Eren Dinkçi, Hennes Behrens, Diant Ramaj, Leonidas Stergiou) und den Abgang von Stammkräften wie Omar Traoré (Udinese Calcio), Thomas Keller (für 1 Mio. € fest zu Dresden) sowie Kevin Müller (Schalke) verließen zehn Akteure den Klub. Zudem ist der Wechsel von Mittelfeld-Motor Niklas Dorsch (Richtung Toronto) ein herber Verlust. Auf der Zugangsseite agierte der FCH gewohnt zurückhaltend und verpflichtete punktuell Talente sowie drittligaerfahrene Kräfte.

Wie das gelingen soll
Frank Schmidt baut auf dem bewährten Fundament auf und setzt im variablen Spielsystem (4-3-3, 4-2-3-1 oder 4-4-2) auf defensive Kompaktheit und Umschaltspiel.
Man kann den Kaderumbau auf die zwei Schlagworte Verjüngung & Drittliga-Input zusammenfassen: Für die Offensive sicherten sich die Ostälbler Flügel-Talent Paul Nebel/Henrich (21, für 1,5 Mio. € von Hoffenheim II) sowie den erfahrenen Marcel Costli (30, für 1 Mio. € aus Ingolstadt). Rechtsverteidiger Oualid Mhamdi kam ablösefrei von Verl, fürs Tor wurde Thomas Dähne (1860 München) geholt. Rückkehrer Maximilian Breunig verstärkt die Sturmspitze. Nach dem Müller-Abgang rückt Nachwuchskeeper Frank Feller als neue Nummer eins zwischen die Pfosten. Ein Gerüst an Etablierten bleibt immerhin erhalten: Die Innenverteidigung um Kapitän Patrick Mainka, Benedikt Gimber und Tim Siersleben stellt für Zweitliga-Verhältnisse absolute Spitzendynamik dar. Vorne sollen Marvin Pieringer, Budu Zivzivadze und Mikkel Kaufmann die Torgefahr verteilen.

Die drei größten Trümpfe
1. Ein Kult-Cheftrainer mit fast zwei Jahrzehnten FCH-Erfahrung, der wie kein Zweiter die Identität des Klubs verkörpert und taktisch extrem variabel reagiert.
2. Das Abwehrzentrum mit Mainka, Gimber und Siersleben plus Jonas Föhrenbach links sorgt für hohe defensive Grundstabilität. Für die 2. Bundesliga ist das schon gut.
3. Im Gegensatz zu vielen Mitabsteigern herrscht in der Voith-Arena kein akuter Aufstiegsdruck. Der Verein ist finanziell gesund.

Wo Zweifel angebracht sind
Der Kader verlor durch das Ende der Leihgeschäfte spürbar an individueller Schärfe im Angriffsdrittel. Auch das Fehlen eines echten Abräumers vor der Abwehr (Sechser-Position) bereitet Sorgen. Zudem ist die Linksverteidiger-Position dünn besetzt, solange Leart Paçarada nach langer Verletzung nicht bei 100 % ist. Findet der FCH offensiv nicht die zündenden Ideen gegen tiefstehende Gegner, drohen viele Remis.

Die drei größten Gefahren
1. Der Verlust von Niklas Dorsch reißt im zentralen Mittelfeld ein spielerisches und zweikampfstarkes Loch.
2. Spekulationen über das Karriereende des Kult-Trainers könnten im Saisonverlauf Unruhe erzeugen.
3.Gerüchte um Schlüsselspieler wie Mainka oder Pieringer bergen die Gefahr, dass die Aufstellung im August noch ins Wanken gerät.

Prognose
Der 1. FC Heidenheim fällt nach dem Erstliga-Abstieg keineswegs in ein tiefes Loch. Die Ostälbler besitzen eine hervorragend eingespielte Hintermannschaft und den gewohnten Schmidt-Pragmatismus. Für ganz oben fehlt es nach dem Verlust wichtiger Leih-Unterschiedsspieler zwar etwas an offensiver Durchschlagskraft, doch für eine sorgenfreie Spielzeit im oberen Tabellendrittel ist die Qualität absolut ausreichend. Schmidt findet immer einen Weg, das Maximale rauszuholen, vlt. kann im Winter ja dann noch punktuell verstärkt werden. Mir werden die Heidenheimer in vielen Previews zu schlecht geredet. Sie sind nicht der typische Absteiger, irgendwie traue ich ihnen zu sich in der 2. Bundesliga gleich wieder gut zurechtzufinden. Am Ende wird es Rang 5.
 
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FC St. Pauli: Umbruch am Millerntor zwischen Neuaufbau und Aufstiegsambitionen

Die Story
Nach zwei Jahren in der Bundesliga ist der FC St. Pauli zurück im Unterhaus. Der Abstieg als Tabellen-18. deutete sich über die gesamte Saison an: Trotz starker Ansätze fehlte es defensiv an der Stabilität der Vorjahre (Platz 14 im Jahr davor), während die Offensive viel zu harmlos blieb. Die Trennung von Alexander Blessin war die logische Konsequenz.

Mit dem neuen Cheftrainer Marcel Rapp soll nun der Neuanfang gelingen. Der 47-Jährige bringt reichlich Zweitliga-Erfahrung mit (führte Holstein Kiel 2024 erstmals ins Oberhaus) und steht für defensive Struktur und klare Hierarchien.

Der Umbruch fällt vor allem in der Defensive schmerzhaft aus: Erfahrene Säulen wie Torhüter Nikola Vasilj, Karol Mets und Hauke Wahl (für 1,8 Mio. € nach Wolfsburg) verließen den Klub ebenso wie die Leihspieler James Sands und Emil Gazdov. Insgesamt verzeichnen die Kiezkicker acht Abgänge. Auf der Zugangsseite setzte Sportchef Andreas Bornemann auf erfahrene Zweitliga-Profis: Mit Marcus Mathisen (ablösefrei aus Magdeburg) und Branimir Hrgota (ablösefrei von Greuther Fürth) holte man zwei echte Führungsspieler, ergänzt durch das australische Mittelfeld-Talent Sam Klein (Brisbane Roar).

Wie das gelingen soll
Marcel Rapp setzt auf ein taktisch flexibles 3-4-3 bzw. 3-5-2, das defensiv kompakt steht und über Umschaltmomente oder aktive Schienenspieler Torgefahr erzeugt. Im Zentrum existiert nun ein neues Führungs-Trio: Marcus Mathisen soll in der Dreierkette (neben David Nemeth und Tomoya Andō) sofort die Rolle des Abwehrchefs und Aufbauspielers von Wahl/Mets übernehmen. Eric Smith agiert als flexibler Backup oder Abräumer. Kreativität soll v.a. durch Hrgota kommen. Der 33-jährige Branimir Hrgota schließt auf der Zehn oder als zweite Spitze die Lücke im Übergangsspiel. Seine Spielintelligenz und Standards sollen die drängenden Offensivprobleme der Vorjahre lösen.
Nach Vasiljs Abgang steigt Ben Voll (25) zur neuen Nummer eins im Tor auf. Die Achse um Kapitän Jackson Irvine, Mathias Rasmussen, Connor Metcalfe und Joel Chima Fujita garantiert enorme Physis, Zweikampfstärke und internationale Erfahrung im Mittelfeld.

Die drei größten Trümpfe
1. Das Zentrum gehört mit Irvine, Rasmussen und Fujita zum Besten, was die 2. Bundesliga aufzuweisen hat. Hohe Qualität ist also in diesem Mannschaftsteil vorhanden.
2. Führungsspieler Hrgota & Mathisen: Beide Neuzugänge bringen immens viel Zweitliga-Erfahrung, Mentalität und Passqualität mit, um ein neues Gerüst zu formen.
3. Heimstärke am Millerntor: Die enge Verbindung zwischen Fans und Mannschaft bleibt ein emotionaler Vorteil, der gerade zum Saisonstart Dynamik entfachen kann.

Wo Zweifel angebracht sind
Der Verlust der kompletten Abwehr-Achse (Vasilj, Wahl, Mets) wiegt schwer. Es ist unklar, wie schnell die neu zusammengestellte Dreierkette die nötige Abstimmung findet. Zudem muss Ben Voll erst noch beweisen, dass er über eine gesamte Zweitliga-Saison hinweg ein Rückhalt auf Top-Niveau sein kann - dahinter fehlt es im Torhüter-Team an echtem Konkurrenzkampf. Im Sturmzentrum (Ceesay, Hara, Kaars) bleibt abzuwarten, wer verlässlich zweistellig trifft.

Die drei größten Gefahren
1. Eine mögliche anhaltende Offensiv-Lethargie: Sollte die Chancenverwertung wie in der Bundesliga-Saison schwach bleiben, verliert der FCH schnell den Anschluss an die Spitze.
2. Fehlender Schwung im Torwart-Duell: Ein Wackeln der neuen Nummer eins könnte die veränderte Hintermannschaft früh verunsichern.
3. Ausfall von Leistungsträgern: Eine schwere Verletzung von Unterschiedsspielern wie Irvine oder Hrgota wäre personell nur schwer zu kompensieren.

Prognose
Der FC St. Pauli verfügt im Mittelfeld und im Angriff über ausreichend Substanz, um eine prägende Rolle in der 2. Bundesliga zu spielen. Marcel Rapp wird dem Team schnell taktische Disziplin einimpfen. Weil die Abwehr jedoch Zeit braucht, um zusammenzuwachsen, und im Sturm die absolute Knipser-Garantie fehlt, reicht es voraussichtlich nicht ganz für einen Wiederaufstieg: Es fühlt sich fast zu optimistisch an, Pauli auf Rang 4 zu packen.
 
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Holstein Kiel: Zurück zu den Wurzeln - Das Experiment mit Tim Walter

Die Story
Nach dem historischen Bundesliga-Aufstieg 2024 und dem direkten Wiederabstieg verlief die abgelaufene Zweitliga-Saison 2025/26 für Holstein Kiel ernüchternd. Die "Störche" gerieten in einen Abwärtsstrudel, der im Februar 2026 zur Trennung von Aufstiegstrainer Marcel Rapp (jetzt FC St. Pauli) führte. Als Retter wurde ein alter Bekannter geholt: Tim Walter übernahm im Frühjahr und kehrte an die Wirkungsstätte zurück, an der er 2018/19 seinen Durchbruch feierte.

Die Kieler beendeten die schwierige Vorsaison im unteren Mittelfeld. Nun geht Walter in seine erste volle Saison nach der Rückkehr. Anders als in der Aufstiegssaison setzt die Führungsetage an der Förde auf eine spielerische Neuausrichtung und möchte mit Walters berüchtigtem Ballbesitzfußball wieder den Blick nach oben richten.

Wie das gelingen soll
Tim Walter fordert von seiner Mannschaft Mut, extremes Ballbesitzspiel und ein aggressives, hohes Pressing. Auf dem Transfermarkt wurde der Kader gezielt für diesen Stil angepasst. Zunächst ging es um die Erfahrung im Abwehrzentrum: Mit Routinier Sebastian Schonlau (ablösefrei verpflichtet) holte Kiel Walters einstigen Abwehrchef und Kapitän aus gemeinsamen HSV-Zeiten ins Boot, um die wackelige Hintermannschaft zu organisieren. Für das offensive Mittelfeld sicherte man sich die Dienste des Argentiniers Guillermo Balzi (Newell's Old Boys) für 550.000 €. Zudem wechselten Flügelstürmer Faride Alidou (Kaiserslautern) und der erfahrene georgische Mittelstürmer Giorgi Kvilitaia (FC Metz) ablösefrei an die Förde. Sie sollen alle für den kreativen Offensivinput sorgen. Dazu kommen noch internationale Leih-Konzepte: Aus Frankreich ausgeliehen wurden Rechtsverteidiger Hiroki Sekine (Stade Reims) sowie der junge defensive Mittelfeldspieler Taisei Abe (V-V. Nagasaki). Der Kader wurde außerdem etwas ausgedünnt. Routinier Patrick Erras hat seine Karriere beendet, während Leih-Rückkehrer wie Tymoteusz Puchacz gewinnbringend abgegeben wurden.

Die drei größten Trümpfe
1. Klare Trainer-Philosophie: Tim Walter bringt eine unmissverständliche Spielidee mit. Wenn das Team sein System verinnerlicht, ist Kiel für jeden Gegner der 2. Bundesliga extrem schwer zu bespielen.
2. Starke Achse um Schonlau: Mit Sebastian Schonlau im Zentrum verfügt Kiel über einen herausragenden Führungsspieler, der Walters Anweisungen als verlängerter Arm auf dem Platz direkt umsetzt.
3. Neuer Offensiv-Schwung: Die Mischung aus quirligen Winger-Profilen (Alidou, Kaprálik) und physischer Präsenz im Sturmzentrum (Kvilitaia, Harres) gibt dem Angriff deutlich mehr Variabilität.

Wo Zweifel angebracht sind
Der "Walter-Ball" ist hochkomplex und enorm risikobehaftet. Wie bereits in Walters vorherigen Stationen führt das extreme Aufrücken der Außenverteidiger und Innenverteidiger immer wieder zu Konteranfälligkeit bei Ballverlusten im Zentrum. In den Testspielen der Vorbereitung (u. a. ein 0:3 gegen Mainz 05 und ein 1:3 gegen Hoffenheim) zeigten sich die gewohnten Abstimmungsprobleme in der Rückwärtsbewegung. Zudem muss sich die neu zusammengestellte Achse unter Ligabedingungen erst noch einspielen.

Die drei größten Gefahren
1. Fehlpässe im eigenen Spielaufbau werden in der einklassigen 2. Bundesliga gnadenlos bestraft, die Anfälligkeit des Walter-Balls ist allseits bekannt.
2. Der Auftakt hat es in sich: Am 1. Spieltag gastiert Kiel beim SV Darmstadt 98, gefolgt vom Duell gegen St. Pauli und dem Pokalspiel bei 1860 München. Bleiben frühe Ergebnisse aus, wächst der Druck im Umfeld schnell.
3. Kader-Tiefe auf den Außenbahnen: Fällt einer der Schlüsselspieler im defensiven Umschaltspiel aus, fehlt es in der zweiten Reihe an gleichwertigem Ersatz.

Prognose
Holstein Kiel steht vor einer extrem spannenden Saison. Unter Tim Walter wird den Fans an der Förde garantiert nicht langweilig: Spektakuläre Offensivspiele und wilde Torausschläge sind vorprogrammiert. Wenn die Rädchen um Abwehrchef Schonlau greifen, besitzt Holstein Kiel genug Substanz, um wieder im oberen Tabellendrittel mitzumischen. Ich glaube Walter fühlt sich in Kiel sehr wohl und mir gefällt dir Vorstellung, dass er seinen Ball über die Jahre hinweg verfeinert hat, ich denke Kile wird etwas Zeit brauchen, aber wenn die sich mal richtig eingegroovt haben, sind sie so ein Team, die gerne mal eine brutale Siegesserie starten können. Ich bin hier sehr optimistisch und setze sie sogar auf den Relegationsplatz. Platz 3

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Reaktionen: Clark und Halvar
Hannover 96: Die Mission Aufstieg im zweiten Anlauf unter Christian Titz

Die Story
Das Drama vom 34. Spieltag der vergangenen Saison sitzt tief bei Hannover 96: Vor 49.000 Zuschauern im heimischen Niedersachsenstadion gaben die Roten ein 3:2 gegen den 1. FC Nürnberg aus der Hand, kassierten in der 83. Minute den 3:3-Ausgleich und mussten zusehen, wie der SC Paderborn vorbeizog. Platz vier am Ende - denkbar bitter und nach enttäuschenden sieben Rückrunden-Heimspielen mit nur einem einzigen Sieg der traurige Schlusspunkt einer an sich starken Saison.

Für Cheftrainer Christian Titz geht es in seiner zweiten vollen Spielzeit nun vor allem darum, dieses mentale Traumata aufzuarbeiten und die spielerische Dominanz in maximale Punkte umzumünzen. Die Erwartungshaltung im Umfeld der Leine-Metropole ist klar abgesteckt: Nach dem knapp verpassten Relegationsrang gilt 96 auch in diesem Jahr als eines der ambitioniertesten Teams der 2. Bundesliga.

Der Sommer brachte allerdings einen empfindlichen Verlust: Kapitän und Mittelfeld-Strategischer Fixpunkt Enzo Leopold verließ die Niedersachsen ablösefrei Richtung Borussia Mönchengladbach. Auf der Torhüter-Position reagierten die Verantwortlichen direkt und verpflichteten den 23-jährigen Schweizer Pascal Loretz (FC Luzern) als neue Nummer eins bis 2030.

Wie das gelingen soll
Christian Titz behält seine gewohnte Spielphilosophie bei: Mutiger Ballbesitzfußball, hohes Anlaufen und ein aktiv mitspielender Torhüter. Die Umsetzung soll über klare Strukturen gelingen: Pascal Loretz ist der Neue Rückhalt im Spielaufbau, bringt Erfahrung aus über 100 Erstligaspielen mit und fügt sich als moderner, spielstarker Torhüter nahtlos in das Titz-System ein. Der finnische Nationalstürmer Benjamin Källman bleibt nach seinen 14 Saisontoren der Zielspieler im Angriff. Seine Physis und Arbeitsrate gegen den Ball machen ihn zu einem der komplettesten Angreifer der Liga. Hinter Källman sollen Mustapha Bundu, Lars Gindorf, Kolja Oudenne und Waniss Taïbi für mehr Torgefahr aus der zweiten Reihe sorgen, um die Abhängigkeit von der Sturmspitze zu verringern. In der Abwehr sieht es gut aus, wie ich meine. Die Innenverteidigung um Boris Tomiak, Virgil Ghiță und Jean Hugonet bietet Zweikampfhärte und Torgefahr bei eigenen Standards (wie Hugonets Kopfballtreffer in der Vorbereitung zeigte). Kaum ein Zweitligateam hat so eine variable Hintermannschaft.

Die drei größten Trümpfe
1. Klare spielerische Handschrift: Unter Christian Titz hat Hannover eine gefestigte Spielidentität entwickelt. Das Team beherrscht Ballzirkulation und Gegenpressing auf hohem Zweitliga-Niveau.
2. Bewährter Top-Knipser: Mit Benjamin Källman verfügt 96 über einen nachgewiesenen zweistelligen Torgaranten, der Spiele auch alleine entscheiden kann.
3. Hohe individuelle Qualität in der Abwehr: Das Trio Tomiak/Ghiță/Hugonet gehört zu den zweikampf- und aufbaustärksten Defensivreihen der Liga.​​

Wo Zweifel angebracht sind
In der 2. Bundesliga gibt es, das zeigt die Vergangenheit, wenig Planungssicherheit für Erfolg. Aber bei Hannover sehe ich wenig Defizite. Der Abgang von Enzo Leopold hinterlässt im zentralen Mittelfeld eine natürlich riesige Lücke. Es fehlt aktuell vielleicht noch an einem klaren Taktgeber, der in engen Spielphasen das Tempo drosselt, die Ordnung hält und die Standards serviert. Ob Stefan Teitur Thordarson oder Franz Roggow diese Führungsrolle sofort ausfüllen können, bleibt abzuwarten. Zudem offenbarte die Vorbereitung bei schnellen Umschaltmomenten des Gegners (wie beim 2:3 gegen Paderborn) erneut Schwächen in der Restverteidigung.

Die drei größten Gefahren
1. Das Trauma der Heimschwäche: Sollte 96 in den ersten Heimspielen erneut Punkte gegen tiefstehende Gegner liegen lassen, droht die Unruhe auf den Rängen schnell wieder den Druck auf die Mannschaft zu erhöhen.
2. Verletzungen von Leistungsträgern: Der Ausfall von Abwehrchef Virgil Ghiță (Muskel-Sehnen-Verletzung) zu Saisonbeginn zeigt, wie empfindlich die Achse getroffen werden kann.
3. Starke Konkurrenz: Mit den Bundesliga-Absteigern VfL Wolfsburg, 1. FC Heidenheim und FC St. Pauli sowie etablierten Kräften wie Bochum oder Hertha BSC ist die Spitze so breit besetzt wie lange nicht.

Prognose
Hannover 96 bringt spielerisch alles mit, um bis zum Schluss um die Aufstiegsplätze mitzuspielen. Die Mannschaft ist eingespielt und im Angriff mit Källman hervorragend besetzt. Durch den Verlust von Leopold im Zentrum und die noch ungelöste Heim-Problematik fehlt den Niedersachsen im Vergleich zur Bundesliga-Absteiger-Konkurrenz jedoch vielleicht die allerletzte Kaltschnäuzigkeit. Allerdings glaube ich, dass die vergangene Saison für Hannover eine große Lernerfahrung gezeitigt hat. Tietz wird sicherlich auch mental mit der Mannschaft gearbeitet haben, so dass die letzte Angst vor dem Erfolg abgelegt werden kann. Ich denke Hannover packt es diese Saison direkt in die Bundesliga aufzusteigen. Ich tippe sie als Vizemeister auf Rang 2.
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VfL Wolfsburg: Neuanfang in der 2. Bundesliga - Mission Wiederaufstieg unter Tobias Strobl

Die Story
Der Abstieg aus der Bundesliga war für den VfL Wolfsburg ein historischer Einschnitt und der Schlusspunkt jahrelanger Underperformance. Nun geht der Klub als nomineller Topfavorit in die Zweitliga-Saison 2026/27. Auf der Trainerbank gab es den Neustart: Tobias Strobl (zuvor erfolgreich beim SC Verl) wurde als neuer Cheftrainer und sicherlich spannende Personalie verpflichtet und unterzeichnete einen Vertrag bis 2028.

Unter der Führung von Ex-Coach und Geschäftsführer Dieter Hecking und Sportdirektor Pirmin Schwegler dreht sich das Transferkarussell in der Autostadt gewaltig. Der VfL nutzt seine wirtschaftlichen Ressourcen, um für die Mission Wiederaufstieg ein echtes Zweitliga-Starensemble zusammenzustellen, muss parallel aber den XXL-Kader deutlich verkleinern. Keine leichte Aufgabe. So etwas braucht Zeit.

Auf der Neuzugangsseite setzte Wolfsburg beeindruckende Ausrufezeichen: Mit Fabian Reese (Hertha BSC), Robert Glatzel (Hamburger SV), Hauke Wahl (FC St. Pauli), Elvis Rexhbecaj (FC Augsburg), Fraser Hornby (Darmstadt 98) sowie Muhammed Damar (TSG Hoffenheim) und Torwart Timon Wellenreuther (Feyenoord) sicherten sich die Niedersachsen geballte Zweitliga- und Bundesliga-Erfahrung!

Gleichzeitig verzeichnen die Wölfe namhafte Abgänge: Innenverteidiger Konstantinos Koulierakis steht vor einem Wechsel zur AS Rom, während Akteure wie Patrick Wimmer (Hoffenheim), Jakub Kamiński (1. FC Köln) und Jonas Wind den Klub verlassen haben. In der Gerüchteküche wird zudem um Sturmtalent Dzenan Pejcinovic gefeilscht (VfB Stuttgart drängt auf einen Transfer, Wolfsburg fordert rund 25 Mio. €), während auch bei Mohamed Amoura (RB Leipzig), Saël Kumbedi (Marseille) und Denis Vavro Abgänge im Raum stehen.

Wie das gelingen soll
Cheftrainer Tobias Strobl steht vor der Aufgabe, aus namhaften Einzelspielern in kürzester Zeit eine funktionierende, zweitligataugliche Einheit zu formen und kann sich auf eine nominell starke Achse verlassen: Mit Hauke Wahl als neuem Abwehrchef, Elvis Rexhbecaj im zentralen Mittelfeld sowie Fabian Reese und Robert Glatzel im Angriff verfügt der VfL über das wohl kompletteste Grundgerüst der Liga. Ich denke nicht, dass diese Personalien viel Einspielzeit brauchen werden. Die Kombination aus Glatzel als Zielspieler und Reese über die Außenbahnen verspricht Torgefahr am Fließband. Dahinter agiert Muhammed Damar als kreativer Taktgeber. Sowohl eine richtig gute Wucht im Abschluss als auch eine überdurschnittliche Kreativität sollten gegeben sein, wenn alle Spieler nur einigermaßen an ihr Normalniveau herankommen. Bei Reese war ist ja die Psyche ein großer Faktor, wenn der sich mal wohlfühlt und Sicherheit gewinnt, dann kann der problemlos explodieren in dieser Liga. Nicht zuletzt geht es weiterhin um Kaderhygiene & Konsolidierung: Bis zum Schließen des Transferfensters muss der Kader von über 35 Profis auf eine gesunde Kadergröße reduziert werden, um Unruhe in der Kabine zu vermeiden.

Die drei größten Trümpfe
1. Unangefochtene Kader-Qualität: Spieler wie Reese, Glatzel und Wahl gehören auf ihren jeweiligen Positionen zum Absolut Besten, was die 2. Bundesliga zu bieten hat.
2. Überragende finanzielle Mittel: Dank hoher Transfererlöse und solider Strukturen besitzt Wolfsburg Möglichkeiten, die weit über dem Ligadurchschnitt liegen.
3. Erfahrener Aufstiegs-Kern: Die Neuzugänge kennen die Anforderungen der 2. Bundesliga im Detail und benötigen keine lange Eingewöhnungszeit an die Liga.​

Wo Zweifel angebracht sind
Die größte Herausforderung liegt in der Favoritenrolle. Jeder Gegner wird gegen den Absteiger extra motiviert sein und tiefstehend verteidigen. Zudem muss Tobias Strobl beweisen, dass er den Sprung von der 3. Liga (SC Verl) zu einem hochambitionierten Großklub mit immensem Aufstiegsdruck nahtlos meistert. Solange Spekulationen um wechselwillige Profis (Pejcinovic, Amoura, Kumbedi) anhalten, bleibt eine gewisse Restunruhe im Trainingsbetrieb.

Die drei größten Gefahren
1. Kabinenspalten durch Wechselwillige: Unzufriedene Spieler, deren Abgang scheitert, könnten Unruhe ins Gefüge bringen.
2. Erwartungsdruck: Ein holpriger Start könnte im Umfeld sofort Hektik und Härte in den Aufstiegsdiskussionen auslösen.
3. Unterschätzung der Liga: Wer in der 2. Bundesliga nur über die individuelle Klasse zu kommen versucht, wird gegen zweikampfstarke Gegner schnell auf die Probe gestellt.

Prognose
Der VfL Wolfsburg hat auf dem Transfermarkt entschlossen gehandelt und genau jene Spieler geholt, die für einen erfolgreichen Zweitliga-Fußball stehen. Auch wenn der personelle Umbruch Zeit benötigt und Tobias Strobl sein Team erst einspielen muss, ist die individuelle Substanz des Kaders schlicht zu hoch für die Konkurrenz. Bringt der VfL die nötige Härte und Mentalität auf den Platz, führt der Weg zurück in das Oberhaus nur über die Niedersachsen: Es wäre albern den VfL nicht als ersten Kandidaten für die Meisterschaft zu küren. Der Marktwert, die Neuzugänge, die Größe des Vereins, die finanziellen Mittel, sogar noch nachzulegen - also das erinnert etwas an den letzten VfB Stuttgart-Abstieg. Wenig überraschend packe ich Wolfsburg auf Rang 1.
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Meine Saisonprognose 2026/27 in der Abschlusstabelle, einige Positionen wurden teilweise deutlich korrigiert gegenüber der Textvorschau.
Wir alle wissen, dass es immer anders kommt, als gedacht, aber ich bin am Ende gespannt, wo die meiste Diskrepanz herauskommen wird.


1. VfL Wolfsburg
2. Hannover 96
3. St. Pauli
4. 1. FC Nürnberg
5. 1. FC Heidenheim
6. Holstein Kiel
7. Dynamo Dresden
8. VfL Bochum
9. SV Darmstadt 98
10. 1. FC Kaiserslautern
11. Karlsruher SC
12. Hertha BSC
13. 1. FC Magdeburg
14. Energie Cottbus
15. Arminia Bielefeld
16. Greuther Fürth
17. Eintracht Braunschweig
18. VfL Osnabrück
 
BUNDESLIGA-SAISONVORSCHAU 2026/27

SC FREIBURG

Für den SC Freiburg steht die Saison 2026/27 im Zeichen des Umbruchs und des spielerischen Fortschritts. Nach Platz 7, der Qualifikation für die Conference League sowie dem Halbfinale im DFB-Pokal soll unter Trainer Julian Schuster der Schritt von der reaktiven Umschaltmannschaft hin zu einem spielbestimmenden Ballbesitzteam gelingen.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

  • Der Status Quo: Freiburg verfügt dank kluger Transferpolitik über eine enorm stabile Finanzbasis. Auf dem Platz wünscht man sich nach schwacher Ballbesitzgefahr in der Vorsaison mehr Spieldominanz und offensive Durchschlagskraft.
  • Taktik & Aufstellung: Gespielt wird voraussichtlich in einem flexiblen 4-2-3-1. In Ballbesitz soll das Spiel über die Innenverteidiger und den neuen, pressingresistenten Schlussmann Mio Backhaus flach aufgebaut werden.
Eine mögliche Start-Elf

Backhaus
Treu Ginter Lienhart Yılmaz / Günther
Eggestein Yamamoto
Beste / Irié Suzuki Grifo
Matanović

Wichtigste Transfers

Mit über 87 Mio. Euro an Transfer-Einnahmen bei knapp 40 Mio. Euro Ausgaben hat der Sportclub ein deutliches Plus erwirtschaftet.

Rekord-Abgänge (Einnahmen):
  • Joan Manzambi: Für rund 60 Mio. Euro zu Aston Villa verkauft (hinterlässt im Zentrum ein enormes Loch an Physis und Dynamik).
  • Merlin Röhl: Für ca. 25 Mio. Euro zu Everton gewechselt.
  • Weitere Abgänge: Junior Adamu (Schalke), Noah Weißhaupt (Darmstadt), Christian Höfler (Freiburg II).
Top-Neuzugänge (Investitionen):
  • Mio Backhaus (12 Mio. €): Kommt von Bremen als neue Nummer 1 - spielstark und extrem pressingresistent.
  • Keisuke Goto & Fuyo Yamamoto (~20 Mio. € im Paket): Die neue Japan-Connection aus Sint-Truiden/Anderlecht. Goto bringt als großgewachsener Stürmer Boxgefahr; Yamamoto soll aus dem Sechser-Raum linienbrechende Pässe spielen.
  • Yannik Engelhardt (~7 Mio. €): Kommt von Como/Mönchengladbach für die defensive Absicherung.
  • Berkay Yılmaz & Eren Dinkçi: Hochkarätige Rückkehrer nach Leihen (Yılmaz glänzte in Nürnberg).

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Gefährliches Offensiv-Zentrum: Yuito Suzuki ist auf der 10 unangefochten. Zusammen mit dem durchgebrochenen Igor Matanović im Sturm entsteht enorm viel Torgefahr.
  • Standardsituationen: Mit Vincenzo Grifo, Jan-Niklas Beste und Christian Günther gehören die Freiburger ruhenden Bälle ligaweit zur Elite.
  • Kaderbreite & Nachwuchs: Dank Toptalenten wie Laden Mihajlović (U19-Top-Zehner) oder Ruen Tarnutzer ist der Kader nachhaltig abgesichert.

Schwächen:

  • Gefahr aus eigenem Ballbesitz: Zu viele reaktive Phasen prägten die letzte Saison. In Ballbesitz erspielte sich der SC historisch zu wenige Großchancen.
  • Lücke auf der Doppel-Sechs: Der Abgang von Manzambi wiegt schwer. Weder Maximilian Eggestein noch Yannik Engelhardt besitzen die Dynamik, um aus dem tiefen Mittelfeld Torgefahr zu kreieren.
  • Unruhe auf den Außenpositionen: Jan-Niklas Beste wirkt auf Rechtsaußen fremd (stärker links). Rechtsaußen-Konkurrent Cyriaque Irié zeigt zwar Offensivpower, offenbart aber defensive Lücken. Zudem droht bei Derry Scherhant ein Abgang gen England.

Die drei größten Trümpfe

  1. Das Fundament & Festgeldkonto: Über 50 Mio. Euro Transferüberschuss geben dem Verein enorme Handlungsfreiheit, um im Transferfenster noch punktuell nachzulegen.
  2. Die Japan-Achse um Backhaus: Mit Suzuki, Yamamoto, Goto und dem deutsch-japanischen Keeper Backhaus (der auch als Übersetzer fungiert) greift eine taktisch und technisch herausragende Synergie im Kader.
  3. Vincenzo Grifo als Fixpunkt: Mr. Freiburg ist nach wie vor der verlässlichste Scorer, verwandelt Elfmeter traumwandlerisch sicher und lenkt das offensive Spiel.

Die drei größten Baustellen

  1. Das Linksverteidiger-Dilemma: Berkay Yılmaz bringt die perfekte Dynamik für den neuen Spielstil mit, wird von Trainer Julian Schuster in der Vorbereitung jedoch auf verschiedenen Positionen getestet und muss erst am Kapitän Christian Günther vorbei.
  2. Kreativ-Defizit im zentralen Mittelfeld: Wenn Fuyo Yamamoto Anpassungsprobleme in der Bundesliga hat, fehlt im Sechser-Raum die Verbindung zwischen Abwehr und Angriff.
  3. Konstanz & Spielidee-Umstellung: Der Wandel von einer Konter- und Standard-Mannschaft zu einem dominanten Ballbesitzteam birgt das Risiko von Ballverlusten und Kontergefahr, solange die Abläufe nicht zu 100 % sitzen.

Fazit & Prognose

Freiburg hat das finanzielle Zeug dazu, um die Champions-League-Ränge mitzuspielen. Solange das Mittelfeld-Dilemma nicht vollständig gelöst ist und Julian Schuster bei der Aufstellung (Günther vs. Yılmaz / Engelhardt vs. Yamamoto) noch nach der perfekten Balance sucht, ist von einer Saison auf Platz 6 bis 7 (erneute Europapokal-Qualifikation) auszugehen.
 
HAMBURGER SV

Der Hamburger SV geht mit veränderter Statik und verhaltener Optimismus in seine zweite Bundesligasaison nach dem Wiederaufstieg. Die Premierensaison im Oberhaus schlossen die Rothosen auf Platz 14 (38 Punkte) ab und sicherten den Klassenerhalt vorzeitig - allerdings beruhte dieser Erfolg primär auf immenser defensiver Leidensfähigkeit, hoher Mentalität und elf Unentschieden. Da der HSV ligaweit die geringste Spieldominanz aufwies und tragende Säulen wie Abwehr-Juwel Luka Vušković, Torjäger Robert Glatzel sowie Flügelstürmer Fabio Baldé den Verein verlassen haben, steht Trainer Merlin Polzin nun vor dem nächsten Entwicklungsschritt: Die Mannschaft muss spielerisch reifer werden, ohne ihre defensive Kompaktheit aufzugeben.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

  • Status Quo: Der Klassenerhalt wurde im Vorjahr zwar souverän über die Ziellinie gebracht, fußte aber stark auf späten Punktgewinnen und hoher Moral. Statistisch wies der HSV jedoch die geringste Spieldominanz der gesamten Liga auf.
  • Taktische Grundidee: Trainer Merlin Polzin verfolgt einen pragmatischen, modernen Ansatz. Das System bewegt sich flexibel zwischen einer 3-4-2-1- beziehungsweise 3-1-4-2-Grundordnung und fließenden Übergängen zur Viererkette. Das Ziel ist klar: Mehr spielerische Kontrolle über das Zentrum und zielstrebigerer Tiefgang im Umschaltspiel.

Eine mögliche Start-Elf

Heuer Fernandes
Capaldo - Bornauw - Torunarigha
M. Reis - Sambi Lokonga - Remberg - Grønbaek / Muheim
Grønbaek - Vieira / Daka
Moffi

Wichtigste Transfers

Abgänge:
  • Fabio Baldé: Für rund 7 Mio. € abgegeben.
  • Robert Glatzel: Schloss sich dem VfL Wolfsburg an.
  • Luka Vušković: Leih-Ende und Rückkehr in die Premier League (hinterlässt eine große Lücke in der Innenverteidigung).
  • Jean-Luc Dompé: Nach wiederholten disziplinarischen Verfehlungen (u. a. Führerscheinentzug) endgültig aus dem Kader gestrichen.
  • Weitere: Ransford-Königsdörfer (Mainz), Noah Katterbach (Braunschweig, Leihe), Hannes Hermann (Regensburg, Leihe), Mikelbrencis.
Neuzugänge & Rückkehrer:
  • Albert Grønbaek: Nach Leihe von Stade Rennes fest verpflichtet; der neue Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld.
  • Sebastiaan Bornauw: Erfahrener Innenverteidiger aus Leeds (mit Kaufoption unter 5 Mio. €).
  • Patson Daka: Ablösefrei von Leicester City geholt; bringt Tempo, Tiefgang und Pressing-Qualitäten.
  • Martin Adeline: Spielstarkes Offensiv-Talent aus Troyes (Ligue 2).
  • Kofi Amoako & Bilal Nadir: Perspektivspieler für das zentrale Mittelfeld (Dresden / Marseille).
  • Vor Abschluss / In Verhandlung: Fabio Vieira (kreative 10er-Option) sowie Terem Moffi (Nizza/Porto; als physischer Wandspieler). Letzterer ist inzwischen da!

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Variabilität & Tempo im Angriff: Die Mischung aus Daka (Laufstärke/Tiefgang), Moffi (Physis) und Youngster Otto Stange (eiskalter Instinkt) erlaubt flexibles Reagieren auf gegnerische Pressing-Systeme.
  • Starkes zentrales Mittelfeld: Die Achse um Sambi Lokonga, Nicolai Remberg und Albert Grønbaek vereint Spielintelligenz, hohe Laufbereitschaft und Zweikampfstärke.
  • Mentalität & Trainer-Faktor: Merlin Polzin genießt dank pragmatischer Anpassungen, hoher Identifikation und fehlerfreier Kommunikation nach außen volles Vertrauen. Die Mannschaft gibt bis zur 90. Minute keinen Ball verloren.

Schwächen:

  • Limitierter Spielaufbau in der Abwehr: Das Trio Capaldo, Bornauw und Torunarigha verteidigt physisch griffig, offenbart unter Druck aber Schwächen im flachen Passspiel.
  • Krasse Standard-Schwäche: Mit nur 7 Treffern nach ruhenden Bällen belegte der HSV in der Vorsaison gemeinsam mit Bremen den letzten Platz.
  • Vakanz auf den Außenbahnen: Rechtsaußen herrscht nach den Abgängen personeller Nachholbedarf; links drohen bei Miro Muheim regelmäßige Wechselspekulationen.

Die drei größten Trümpfe

  1. Der Faktor Albert Grønbaek: Nach der festen Verpflichtung fungiert er als kompletter Achter/Zehner, der Bälle tief abholt, Räume öffnet und die Standards übernimmt.
  2. Flexible Ausstiegsbälle im Umschaltspiel: Mit einem physischen Wandspieler (Moffi) kann der HSV gegnerisches Pressing überspielen und den extrem schnellen Patson Daka in Szene setzen.
  3. Daniel Heuer Fernandes: Ein verlässlicher Rückhalt auf der Linie, der unvollendete Box-Aktionen regelmäßig ausbügelt.

5. Die drei größten Baustellen

  1. Lücke auf der rechten Schiene: Durch die Abgänge von Jatta und Mickelbrencis fehlt auf der rechten Schienenposition eine verlässliche Komplettlösung.
  2. Die Nachfolge von Luka Vušković: Sebastiaan Bornauw muss beweisen, dass er der Abwehrreihe sofort die nötige Box-Sicherheit und Führungsqualität verleihen kann.
  3. Aufbau eigener Spieldominanz: Um nicht erneut von späten Einzelleistungen abhängig zu sein, muss der HSV phasenweise mehr eigene Spielkontrolle aufziehen.

Fazit & Prognose

Der Hamburger SV geht im zweiten Jahr im Oberhaus gefestigter an die Aufgabe heran als viele Konkurrenten. Obwohl im spielerischen Aufbauspiel noch Hürden bestehen, sorgen Polzins Flexibilität, das neue Tempo im Sturm und die Klasse von Albert Grønbaek für ausreichend Substanz, um dem Abstiegskampf fernzubleiben. Ich halte einfach viel von diesem jungen Trainerfuchs und traue ihnen locker Rang 12 zu.
 
SV Werder Bremen

Beim SV Werder Bremen ist die Lage vor der Saison 2026/27 nach der Zittersaison (Platz 15, 32 Punkte) extrem angespannt. Trotz Einnahmen von über 40 Millionen Euro (u. a. Mio Backhaus für 12 Mio. €, Romano Schmid für knapp 10 Mio. € und Karim Koulibaly für ~20 Mio. €) leidet der Kader unter enormen Löchern, akuter Verletzungsnot und einer schwierigen Finanzstruktur. Einzig der Vorstoß bei der eigenen Jugendarbeit macht an der Weser aktuell Hoffnung.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

  • Status Quo: Werder rettete sich in der Vorsaison knapp vor der Relegation. Trainer Daniel Thioune stellte nach seiner Übernahme im Vorjahr zwar die Defensive im offenen Spiel stabil auf, litt aber unter massiven Harmlosigkeits-Problemen im eigenen Ballbesitz.
  • Taktische Grundidee: Geplant ist ein flexibles 4-3-3 (gelegentlich als Dreierkette bei Schienen-Engpässen). Daniel Thioune fordert Gegenpressing und vertikales Spiel, muss in der Vorbereitung wegen ständiger personeller Ausfälle im Zentrum aber extrem improvisieren.

Eine mögliche Start-Elf

Hein
Agu / Schmetgens - Pieper / Wójcik - Friedl - Deman
Lynen - Stage / Reis - Chuki / Puertas
Dinkçi / Njinmah - Füllkrug - Mbangula

Wichtigste Transfers

Abgänge (~40,5 Mio. € Einnahmen):
  • Karim Koulibaly: Wechselt für ~20 Mio. Euro zu Racing Straßburg.
  • Mio Backhaus: Für 12 Mio. Euro zum SC Freiburg transferiert.
  • Romano Schmid: Geht für knapp unter 10 Mio. Euro nach Italien (Frosinone).
  • Weitere Abgänge: Leonardo Bittencourt (ablösefrei zu Cottbus), Leon Opitz (Leihe Osnabrück).
Neuzugänge:
  • Niclas Füllkrug & Eren Dinkçi: Spektakuläre Rückkehrer! Füllkrug kommt per Ausleihe von West Ham als unangefochtener Zielstürmer; Dinkçi verstärkt den Flügel/Halbraum.
  • Karl Hein (3 Mio. €) & Alexander Schlager (ablösefrei): Hein kommt von Arsenal als neue Spielstarke Nr. 1, Schlager (Salzburg) ist die erfahrene Nummer 2.
  • Oskar Wójcik: Polnischer Nationalverteidiger als pfeilschneller Koulibaly-Ersatz.
  • Ludovit Reis: Kommt ablösefrei nach Vertragsauflösung bei Brügge.
  • Chuki: Feiner Linksfuß aus Valladolid für die Spielmacher-Position.
  • Cedric Itten: Neuzugang aus Düsseldorf für die physische Sturmspitze.
  • Darwin Soylu & Carlo Simić: Toptalente aus der Wolfsburg-U19 (ablösefrei).

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Prominente & Zielgerichtete Sturmspitze: Mit der Rückkehr von Niclas Füllkrug besitzt Bremen wieder einen bundesligaerprobten Zielspieler für physische Duelle.
  • Breites Torwart-Team: Karl Hein und ÖFB-Keeper Alexander Schlager bieten geballte Qualität zwischen den Pfosten.
  • Sehr gutes Nachwuchs-Potenzial: Junge Wilde wie Salim Musah (Sturm), Paul Erevbenagie (Flügel) oder Mick Schmetgens (Abwehr) brennen auf Einsatzzeiten.

Schwächen:

  • Sorgenkind Rechtsverteidiger-Position: Mitchell Weiser hat nach langer Verletzung monatelang gefehlt; Felix Agu ist oft angeschlagen. Ohne Nachverpflichtung droht eine offene Wunde.
  • Extremer Verletzungsfluch: In der Vorbereitung fehlte phasenweise die komplette Mittelfeld-Zentrale (Lynen, Stalmach, Alvero), wodurch das Einstudieren von Offensivabläufen extrem erschwert wird.
  • Finanzieller Verkaufsdruck: Trotz Transfererlösen müssen alte Verluste ausgeglichen werden, weshalb kaum Ablösen gezahlt werden können.

Die drei größten Trümpfe

  1. Das Comeback von Niclas Füllkrug: Gibt der Mannschaft sofort Physis, Präsenz in der Box, Elfmetersicherheit und die nötige Kabinen-Mentalität.
  2. Die grün-weiße Talentschmiede: Dank massiver Investitionen ins NLZ rücken Jungs wie Salim Musah oder Darwin Soylu nach, die den etablierten Profis Druck machen.
  3. Konter-Dynamik auf den Flügeln: Mit Samuel Mbangula, Eren Dinkçi und Justin Njinmah verfügt Thioune über enorm viel Tempo für Umschaltmomente.

Die drei größten Baustellen

  1. Der Engpass auf Rechtsaußen/Schiene: Mitchell Weiser fehlt der Spielrhythmus; Nachwuchs-Kraft Luca Höcker muss unverhofft früh in die Bresche springen.
  2. Ungewissheit bei Jens Stage: Ein möglicher Abgang des Kapitän-Aggressivleaders (Angebote aus Panathinaikos) würde die Mittelfeld-Struktur kurz vor Deadline-Day sprengen.
  3. Kreativitätsdefizit im Zentrum: Nach dem Schmid-Abgang fehlt auf der Acht/Zehn die finale Passschärfe – die Hoffnungen ruhen zwingend auf Chuki oder einer Puertas-Rückkehr (es gibt aber Konkurrenz).
Fazit & Prognose
Der SV Werder Bremen steht vor einer sehr schwierigen Spielzeit. Wenn die Stammelf um Füllkrug, Friedl und Stage auf dem Platz steht, ist das Team absolut erstligatauglich. Die dünne Kaderschneide, verletzungsanfällige Schlüsselpositionen und fehlende Alternativen auf der Rechtsverteidiger-Position lassen jedoch wieder zähe Wochen erwarten. Ich rechne mit Platz 15 am Ende wie in dieser Saison.
 
EINTRACHT FRANKFURT
Bei Eintracht Frankfurt heißt die Parole für die Saison 2026/27: Zurück in die Zukunft. Nach den gescheiterten Versuchen von Dino Toppmöller und Albert Riera setzt die Eintracht auf Ex-Trainer Adi Hütter, um mit hohem Pressing, maximaler Intensität und Umschaltfußball die Fans im Waldstadion wieder mitzureißendem Spektakel zu begeistern. Trotz starker Wirtschaftszahlen durch Spielerverkäufe sorgt der schleppende Kaderumbau unter Markus Krösche jedoch für spürbare sportliche Fragezeichen.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

  • Status Quo: Platz 8 in der Vorsaison (nur 3 Punkte an Europa vorbei). Markus Krösche steht unter Druck, das enorme wirtschaftliche Kapital (über 50 Mio. € für Nathaniel Brown) rechtzeitig vor Schließung des Transferfensters in sportliche Qualität umzumünzen.
  • Taktische Grundidee: Adi Hütter kehrt zu seinem favorisierten 4-2-2-2 (bzw. 4-2-4) zurück. Fokus liegt auf extrem hohem Anlaufen, kurzen Wegen zum Tor und vertikalem Umschalten. Gegen tiefstehende Blöcke droht jedoch weiterhin ein spielerisches Kreativitätsdefizit.

Eine mögliche Startelf
Atubolu / Kauã Santos
Elias Baum - Collins/Theate - Koch - Kosugi
Aseko - Onyedika
Doan / Amaimouni - Uzun
Burkardt - Ebnoutalib

Wichtigste Transfers

Wichtigste Abgänge:
  • Nathaniel Brown: Ging für über 50 Mio. Euro zu den Bayern
  • Aurèle Amenda: Wechselt zu Coventry City (Frank Lampard).
  • Rasmus Kristensen: Wechselt zu Midtjylland.
  • Weitere Abgänge/Bereinigungen: Skhiri (zurück zu Köln), Ebimbe (Schalke), Mahmoud Dahoud (vereinslos), evtl. noch TW Kauã Santos (mögliche Leihe/Verkauf).
Wichtigste Neuzugänge:
  • Raphael Onyedika: Für ~9 Mio. Euro von Club Brügge für das defensive Mittelfeld geholt.
  • Noël Aseko: Von FC Bayern (12 Mio. €) als dynamischer Achter verpflichtet.
  • Noah Atubolu: Wunschkandidat für die neue Nummer 1 im Tor (Verhandlungen vor Abschluss).
  • Otávio: Brasilianischer Innenverteidiger von Amadora (Portugal).
  • Malik Pimpong: 18-jähriger Perspektivstürmer von Midtjylland.

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Prominente & Spielfreudige Offensive: Mit Can Uzun als zentralem Unterschiedsspieler sowie Jonathan Burkardt verfügt Hütter über herausragende Klasse im Umschaltspiel.
  • Aggressives Doppelsechs-Zentrum: Mit Onyedika und Aseko ist der Abräumer- und Umschaltbereich qualitativ stark neu besetzt.
  • Überragende Nachwuchs-Substanz: Ein extrem volles NLZ mit absoluten Ausnahmetalenten (u.a. Niko Ilicevic).

Schwächen:

  • Akute Außenverteidiger-Not: Auf Links fehlt nach dem Brown-Abgang ein gestandener Ersatz (Kosugi ist einziger U21-Verteidiger). Auf Rechts ist Elias Baum noch ohne echte Konkurrenz.
  • Probleme bei Eigenbesitz gegen Tiefstehende Teams: Das extrem vertikale System tut sich gegen tief stehende Gegner traditionell schwer.
  • Unruhe auf der Torwart-Position: Hängepartie um Kauã Santos und schleppender Abschluss bei Atubolu bremsen die Abstimmung in der Abwehrkette.

Die drei größten Trümpfe

  1. Der "Can Uzun"-Faktor: Der Verbleib des Ausnahmetalents garantiert geniale Momente zwischen den Linien und enorme Torgefahr aus der Distanz.
  2. Hütters Pressing-DNA: Das System passt perfekt zur Mentalität und Lautstärke des Frankfurter Publikums.
  3. Konkurrenzkampf auf Rechts: Hochspannendes Duell zwischen Ritsu Doan und Aufsteiger Ayoube Amaimouni.

Die drei größten Baustellen

  1. Vakuum auf den Außenverteidiger-Positionen: Fehlen der Schienen-Dynamik bremst das 4-2-2-2 System massiv aus.
  2. Fehlende Tiefe in der Innenverteidigung: Nach den Verkäufen von Amenda und Theate-Gerüchten ist hinter Koch und Collins wenig erfahrene Breite vorhanden.
  3. Abhängigkeit von Burkardts Fitness: Bei Ausfällen im Sturm fehlen gleichwertige Zielspieler-Alternativen im Kader.

Fazit & Prognose
Eintracht Frankfurt setzt voll auf die Rückkehr der alten Pressing-Tugenden. Sollte Markus Krösche auf den Außenverteidiger-Positionen sowie im Tor vor dem Deadline Day nachbessern, hat die Eintracht viel Potenzial. Aktuell bremsen Unkonstanz und dünne Kaderbreite den Weg nach ganz oben etwas aus. Je nachdem, welche Qualitätsspieler noch hinzukommen, darf man der Eintracht auf jeden Fall eine Platzierung unter den ersten acht Teams zutrauen.
 
1. FC KÖLN
Der 1. FC Köln geht mit unklaren Vorzeichen und reichlich Druck in seine zweite Bundesliga-Saison nach dem Wiederaufstieg. Nachdem der Absturz in die Relegation in der abgelaufenen Spielzeit unter Interimscoach René Wagner mit Platz 15 hauchdünn abgewendet werden konnte, geht der bisherige Co-Trainer nun als gewählter Cheftrainer in seine erste volle Saison. Doch die Vorbereitung lief schleppend: Nach dem schmerzhaften Verkauf von Offensiv-Motor Jakub Kamiński (Benfica) klafft im kreativen Zentrum eine riesiege offene Wunde. Da der FC nach namhaften Verpflichtungen im Transferminus steht und die finanzielle Flexibilität gering ist, richtet sich der Blick zwingend wieder nach unten - der erneute Abstiegskampf scheint unvermeidbar.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

  • Status Quo: Ein spätes Handeln rettet den FC in der Vorsaison (38 Punkte, Platz 15) vor der Relegation. Cheftrainer René Wagner durfte bleiben, erbt jedoch ein statistisch enorm harmloses Team: In der Vorsaison wies Köln die geringste Umschaltgefahr aus dem eigenen Ballbesitz sowie akute Probleme bei gegnerischen Standards auf.
  • Taktische Grundidee: Wagner setzt auf eine asymmetrische 4-2-3-1-Ausrichtung mit fließendem Übergang in eine 3-4-1-2 / Dreierkette. Das System setzt voll auf Wucht im Sturm und Vertikalität über die Flügel (Said El Mala), leidet jedoch spürbar unter der fehlenden Bindung im zentral-offensiven Mittelfeld.

Eine mögliche Startelf
Schwäbe (C)/ Zieler
Simpson-Pusey - Lochoshvili - van den Berg / Schmied
Castro-Montes / Sebulonsen - Mensah
Skhiri - Krauß / Okon-Engstler
Thielmann - Maina / Saïd El Mala
R. Ache - Thijs Dallinga / Waldschmidt

2. Wichtigste Transfers

Wichtigste Abgänge (~18 Mio. € Einnahmen):
  • Jakub Kamiński: Für 17 Mio. € zu Benfica Lissabon transferiert. Er war an fast allen gefährlichen Offensivaktionen beteiligt und hinterlässt eine riesige Lücke auf der Zehn.
  • Rasmus Carstensen: Für rund 1 Mio. € nach Aarhus verkauft.
  • Weitere Abgänge: Florian Kainz (Karriereende), Martel (Mainz), Luca Kilian (vereinslos), Denis Huseinbašić (Braga), Gazibegović (Lodz), Heintz (Düsseldorf). Nachwuchsstürmer Fynn Schenten ging auf Leihe zu Roda JC.
Wichtigste Neuzugänge (~25,7 Mio. € Ausgaben):
  • Elias Skhiri: Spektakuläre Rückholaktion fürs defensive Mittelfeld von Eintracht Frankfurt.
  • Thijs Dallinga: Physisch starker Mittelstürmer auf Leihbasis aus Bologna (11 Mio. € Kaufoption).
  • Luca Lochoshvili: Abräumerin der IV von Nürnberg für die anfällige Standard-Abwehr.
  • Jahmai Simpson-Pusey & Reigan Heskey: Talent-Duo (IV und LA) aus der Manchester City U21.
  • Paul Okon-Engstler: Australischer Nationalspieler von Sydney FC fürs defensive Mittelfeld.
  • Gideon Mensah: Für die linke Abwehrseite aus Auxerre geholt.

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Prominente & Wuchtige Doppelspitze: Das Gespann aus Ragnar Ache (Luftduelle, Physis) und Thijs Dallinga gehört zu den unangenehmsten Sturm-Duos der unteren Tabellenhälfte.
  • Rückkehr der Zentrumskontrolle: Mit Elias Skhiri kehrt der einstige Herzschlag der Kölner Mannschaft zurück - zusammen mit Tom Krauß stellt Köln eine extrem zweikampfstarke Doppelsechs.
  • Individuelle Klasse von Saïd El Mala: Der Youngster bleibt in Köln und ist der unumstrittene Unterschiedsspieler am Flügel.

Schwächen:

  • Vakuum auf der Zehner-Position: Der Verkauf von Kamiński hat das Erzeugen eigener Großchancen massiv gelähmt. Eine direkte, hochkarätige Nachfolge fehlt im Kader vollkommen.
  • Finanzielles Transferminus: Mit über 25 Mio. € Ausgaben ist das Budget ausgeschöpft - weitere Korrekturen vor dem Deadline Day sind nur per Leihe möglich.
  • Erhöhte Anfälligkeit bei Standards: Trotz Lochoshvili-Verpflichtung offenbarte die Defensive in der Vorbereitung erneut besorgniserregende Lücken.

Die drei größten Trümpfe

  1. Der Skhiri-Faktor: Elias Skhiri bringt sofort Führungsqualität, unglaubliche Laufwerte und defensive Absicherung zurück an den Geißbockheim-Rasen.
  2. Kopfball-Dominanz im gegnerischen Strafraum: Bei Standards besitzt der FC mit Ache, Lochoshvili, Simpson-Pusey und Dallinga enorme Physis.
  3. Flügel-Magie durch Saïd El Mala: Seine 1-gegen-1-Stärke und Torgefahr machen ihn zur Lebensversicherung im Angriff.

5. Die drei größten Baustellen

  1. Verbindungsspieler im Zentrum: Es fehlt ein spielstarker Ballverteiler zwischen Sechser-Kette und Angriffsspitzen.
  2. Ungewissheit bei Cheftrainer René Wagner: Die fehlende Cheftrainer-Erfahrung im Oberhaus birgt das Risiko von taktischem Aktionismus bei Negativserien.
  3. Verletzungssorgen in der Defensive: Nach dem schweren Knie-Schaden von Timo Hübers ist die Innenverteidigung personell dünn besetzt.
Fazit & Prognose
Der 1. FC Köln geht mit viel Wucht im Sturm und einem verstärkten defensiven Zentrum in die neue Spielzeit, hakt jedoch im kreativen Spielaufbau gewaltig. Sollte im Mittelfeld kein adäquater Passgeber mehr verpflichtet werden, droht die Verbindung zum Sturm-Duo abzureißen. Der FC wird sich über Kampf, Standards und Einzelaktionen von Saïd El Mala definieren müssen. Ich denke der FC wird in seinem zweiten Jahr nach Wiederaufstieg kämpfen müssen, es reicht aber am Ende für Rang 14.
 
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BORUSSIA DORTMUND
Borussia Dortmund legt in der Saison 2026/27 das Fundament, um innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre die Deutsche Meisterschaft anzugreifen. Unter dem neuen Sportdirektor Nils-Ole Book wurde innerhalb einer einzigen Transferperiode eine Kaderbereinigung vollzogen und die Baustellen der letzten Jahre gezielt geschlossen. Trainer Niko Kovač verfügt nach einer defensiv überragenden Vorsaison (Vizemeisterschaft mit 22 Siegen) nun über Qualität in der Spitze und enorm viel Talent in der Breite. Die Hausaufgabe lautet jetzt: Junge Top-Talente entwickeln, spielerische Lösungen durch das Zentrum finden und den Druck auf den FC Bayern hochhalten.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

  • Status Quo: Der BVB schloss die abgelaufene Saison souverän auf Platz 2 ab (11 Punkte Vorsprung auf Platz 4) und stellte die beste Defensive der Bundesliga. Das Problem lag im trägen Aufbauspiel: Die berüchtigte "Dortmunder Sichel" (U-förmige Zirkulation unter Vermeidung des Zentrums) sorgte oft für zähe Offensiven.
  • Taktische Grundidee: Kovač setzt primär auf ein 3-4-2-1 / 3-4-1-2, hat durch Neuzugang Joey Veerman aber auch die Option auf ein holländisches 4-3-3 mit spielstarker Sechs. Kern ist eine physisch extrem dominante Dreierkette, die hoch verteidigt und Ballgewinne provoziert.
Eine mögliche Startelf
Gregor Kobel
Gadou - Anton - Schlotterbeck / Bensebaini
Ryerson - Veerman / Jobe - Nmecha - Svensson
Karetsas / Inacio - Konstantelias / Beier
Guirassy / Silva

Wichtigste Transfers

Wichtigste Abgänge (~40 Mio. € Einnahmen & Gehaltseinsparungen):
  • Karim Adeyemi: Für über 20 Mio. € zum FC Barcelona transferiert.
  • Alte Generation verabschiedet: Verträge von Salih Özcan (Beşiktaş), Julian Brandt (Ajax Amsterdam) und Niklas Süle (Karriereende im Profibereich) wurden nicht verlängert.
  • Weitere Abgänge/Leihen: Yan Couto (Leihe zu Como), Diant Ramaj (Kopenhagen), Cole Campell (Elversberg) Julien Duranville (OL) & Kjell Wätjen (Midtjylland).
Wichtigste Neuzugänge (~110 Mio. € Ausgaben):
  • Joey Veerman: Der seit Jahren ersehnte spielmachende Sechser von PSV Eindhoven (höchste Passqualität im letzten Drittel).
  • Konstantinos Karetsas: 18-jähriges Spielmacher-Juwel von KRC Genk für die Zehner-Position.
  • Joane Gadou: Physisches Zweikampf-Biest für die rechte Halbverteidiger-Position vpn RBS.
  • Giannis Konstantelias: Technisch versierter Dribbler von PAOK Saloniki.
  • Kauã Prates & Justin Lerma: Südamerikanische Talente für Schiene und Mittelfeld, beide erst 18.

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Endlich Zuspiel durch die Mitte: Mit Veerman besitzt der BVB wieder einen pressingsicheren Passgeber im Zentrum, der vertikale Lösungen findet.
  • Brutale Standardgefahr: Durch Schützen wie Ryerson, Svensson, Veerman oder Karetsas und Kopfballungeheuer (Schlotterbeck, Anton, Guirassy, Gadou) ligaweit Spitze.
  • Perspektiv-Kader mit Qualität: Eine Kombination aus gestandener Klasse (Kobel, Anton, Veerman, Guirassy) und hochveranlagter Jugend (Karetsas, Gadou, Constantelias, Inácio, Albert (eigene Jugend)).

Schwächen:

  • Fehlender gelernter Backup auf Schiene Rechts: Fällt Julian Ryerson aus, muss Maximilian Beier oder ein Innenverteidiger artfremd einspringen (Barca-Talent Héctor Fort gilt als Kandidat).
  • Unnötige Foulspiel-Quote: Das Team zieht in kritischen Zonen zu viele Fouls und bringt sich durch gegnerische Standards selbst aus dem Rhythmus.
  • Körpersprache & Unruhe bei Serhou Guirassy: Beklagte sich in der Vorbereitung oft gestenreich bei Mitspielern; Kovač muss Disziplin und Fokus sichern.

Die drei größten Trümpfe

  1. Der Veerman-Effekt: Beendet das risikoscheue Ballgeschiebe und hebt das Aufbauspiel auf ein internationales Top-Niveau.
  2. Abwehr-Bollwerk Gadou-Anton-Schlotterbeck: Eine Dreierkette, die physisch und im Vorwärtsverteidigen ligaweit ihresgleichen sucht. Schlotterbeck ist aktuell noch verletzt.
  3. Kreativ-Juwel Karetsas: Bringt trotz seiner 18 Jahre als Spielmacher sofort entscheidende Momente und Assist-Gefahr ins Spiel.

Die drei größten Baustellen

  1. Entwicklungsdruck auf Niko Kovač: Er muss Ergebnisse liefern und gleichzeitig den Nachwuchs (Gadou, Karetsas, Konstantelias, Inácio) aktiv einbinden.
  2. Kaderbreite auf den Außenbahnen: Hinter Ryerson und Svensson fehlt es an gelernten Schienen-Spezialisten.
  3. Abhängigkeit im Sturmzentrum: Sollte Fábio Silva noch abgegeben werden, fehlt hinter Guirassy ein physischer Wandspieler.

Fazit & Prognose

Nils-Ole Book hat Borussia Dortmund in kürzester Zeit ein herausragendes Fundament gebaut. Die Lücken der Vergangenheit wurden gezielt geschlossen. Kann Niko Kovač den Neuzugängen Spielkultur einhauchen und die junge zweite Reihe entwickeln, ist der BVB für die kommenden Jahre der klarste Herausforderer des FC Bayern.
Prognose: Platz 2 (Mit deutlicher Annäherung an die Tabellenspitze & Fokus auf die Pokalwettbewerbe).
 
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TSG 1899 HOFFENHEIM
Die TSG 1899 Hoffenheim geht nach einer der erfolgreichsten Spielzeiten ihrer Vereinsgeschichte mit deutlich gestiegenen Erwartungen in die Saison 2026/27. Die Mannschaft von Cheftrainer Christian Ilzer beendete die Bundesliga mit 61 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Damit qualifizierte sich die TSG für die UEFA Europa League und verpasste die Champions League nur um einen einzigen Zähler. Der Erfolg war kein Zufall, bringt jedoch einen extremen personellen Umbau mit sich: Rekordabgang Bazoumana Touré (50 Mio. € zu Newcastle) und Mittelfeld-Motor Grischa Prömel haben den Klub verlassen, während Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker mit Talenten wie Nathan De Cat und Mats Rots extrem teuer und mutig nachjustiert hat.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

  • Status Quo: Christian Ilzer hat der verunsicherten Mannschaft seit seiner Übernahme eine klare Identität gegeben. Hoffenheim glänzte in der abgelaufenen Saison mit ligaweit der höchsten Pressingintensität und enormer Gefahr bei ruhenden Bällen. Größtes Manko war jedoch die Anfälligkeit bei gegnerischen Umschaltmomenten nach Ballverlust.
  • Taktische Grundidee: Ilzer vertraut präferiert auf ein 3-4-1-2 / 3-4-2-1 (gelegentlich in ein flaches 4-4-2 gegen den Ball abwandelbar). Kernelement ist das aggressive Gegenpressing hoch auf dem Feld, vertikales Umschalten und die maximale Besetzung des gegnerischen Strafraums.

Eine mögliche Startelf

Baumann
Coufal - Kabak / Hranac - Hajdari - Rots / Bernardo
de Cat /Wimmer - Avdullahu - Burger / Prass
Kramaric
Asllani / Hlozek - Lemperle / Daghim

Wichtigste Transfers

Wichtigste Abgänge (~70 Mio. € Einnahmen):
  • Bazoumana Touré: Für rund 50 Mio. € zu Newcastle United gewechselt (Rekordverkauf der Vereinsgeschichte).
  • Grischa Prömel: Ablösefrei zum VfB Stuttgart gewechselt.
  • Weitere Abgänge/Leihen: Tabaković (Salzburg), Nsoki (Union Berlin), Szalai (Vertrag aufgelöst), Damar (Wolfsburg), Akpoguma & Bebou (Vertragsende), Noll und Yardimci (Leihe Paderborn und Lautern) und weitere Leihen.
Wichtigste Neuzugänge (~70 Mio. € Reinvestition):
  • Nathan De Cat: 17-jähriges Ausnahmetalent von RSC Anderlecht für die Sechser-Position.
  • Patrick Wimmer: Vom VfL Wolfsburg geholt; bringt direkte Bundesliga-Erfahrung (135 Spiele) & Gegenpressing-Intensität.
  • Mats Rots: 20-jähriger, hochveranlagter Linksverteidiger vom FC Twente Enschede.
  • Tim Lemperle & Adam Daghim: Lemperle fest verpflichtet; Daghim von RB Salzburg als explosiver Flügel/Tiefenläufer.
  • Weitere junge Zugänge: 10-jähriger Lenz aus Bochum fürs DM, Stürmer Vogt (St. Gallen), Dulic (IV aus 1860).

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Ligaweite Pressing- & Standard-Elite: Durch exzellente Schützen (Coufal, Burger) und Kopfballungeheuer (Kabak, Hajdari) gehört die TSG bei ruhenden Bällen zur absoluten Liga-Spitze.
  • Herausragende Talent-Pipeline & Breite: Mit De Cat, Rots, Daghim sowie eigener U19-Meisterklasse verfügt Hoffenheim über enorm viel Entwicklungspotenzial und Rotationsbreite.
  • Kreativzentrum & Führungsspieler: Andrej Kramarić bleibt das spielintelligente Herzstück, während Kapitän Oliver Baumann im Tor unangefochtene Rückendeckung bietet.

Schwächen:

  • Fehlender 1-gegen-1-Ersatz für Touré: Ohne Touré fehlt auf dem Flügel das Tempo und die Dribbelstärke gegen tief stehende Gegner.
  • Konteranfälligkeit bei Ballverlust: Der extrem hohe Pressingansatz fordert defensiv seinen Tribut und führte in der Vorsaison zu 52 Gegentoren.
  • Verletzungen & Phasenabhängigkeit: Kramarić (Leisten-OP verpasste Vorbereitung) benötigt Belastungssteuerung im Hinblick auf sein Alter.

Die drei größten Trümpfe

  1. Das Management Schicker & Ilzer: Konsequentes Reinvestieren der Touré-Millionen und eine perfekt vermittelte, klare Spielidee.
  2. Der Standard- & Rohpunkte-Faktor: Coufal, Burger und Kabak garantieren bei Standardsituationen ständige Torgefahr und Spielkontrolle.
  3. Erfahrung & Rückhalt durch Oliver Baumann: Seine Ruhe und Reflexe geben der sehr jungen Mannschaft die nötige Stabilität in hektischen Phasen.

Die drei größten Baustellen

  1. Das Vakuum auf dem linken Flügel: Patrick Wimmer bringt Intensität, ist aber kein Eins-zu-eins-Ersatz für Tourés spektakuläre Dribblings.
  2. Dreifachbelastung durch die Europa League: Mindestens 8 Zusatzspiele im Herbst fordern Ilzers Rotationskünste bei einem extrem jungen Kader heraus.
  3. Schwebende Asllani-Personalie: Sollte Fisnik Asllani (Ausstiegsklausel) noch gehen, müsste eine komplette Erfolgsachse im Sturm neu aufgestellt werden.

Fazit & Prognose

Die TSG Hoffenheim hat durch den Schicker-Umbruch ihren Kader extrem modern verjüngt und strategisch aufgewertet. Die Abgänge von Touré und Prömel wiegen schwer, und die zusätzliche Europa-League-Belastung wird Körner kosten. Dennoch ist die Spielidee unter Christian Ilzer so gefestigt und das Potenzial der Neuzugänge so hoch, dass die TSG erneut um die europäischen Plätze mitspielen wird. Ich will der TSG viel zutrauen und kann mich nicht entscheiden, wohin ich sie packe. Ich denke am Ende wird der spannende Kader zwischen Platz 5 und 8 eintrudeln.

 
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SCHALKE 04
Der FC Schalke 04 ist zurück im Oberhaus! Viel früher als von vielen Experten erwartet, sicherten sich die Knappen mit 70 Punkten, 21 Siegen und acht Zählern Vorsprung auf die Relegation völlig verdient die Zweitliga-Meisterschaft. Der Architekt dieses Erfolgs ist Cheftrainer Miron Muslic: Er impfte dem Team eine extrem aggressive, von hoher Intensität geprägte "englische" DNA ein, die perfekt zur Mentalität in Gelsenkirchen passt.

Der Klassenerhalt in der Bundesliga wird für Sportdirektor Frank Baumann jedoch zur absoluten Mammutaufgabe. Schalke leidet unter einem negativen Eigenkapital von knapp 100 Millionen Euro (der einzige Klub in der Bundesliga mit diesen Auflagen) und muss strikte DFL-Finanzvorgaben einhalten. Baumann geht bei der Kaderzusammenstellung ins Risiko: Transfers wie Jean-Mattéo Bahoya / Dina Ebimbe, Junior Adamu und der verletzungsanfällige Maximilian Wöber bringen Potenzial, aber auch beträchtliche Wackelfaktoren mit sich. Zudem drückt der Schuh bei den nötigen Transferüberschüssen, weshalb Verkäufe (u. a. Moussa Sylla) das sportliche Gerüst bis zum Deadline Day weiter ins Wanken bringen könnten.


Status Quo

Die Knappen starten mit enormer Euphorie, aber extremen finanziellen Leitplanken in das Abenteuer Bundesliga. Die Rückkehr ins Oberhaus wurde defensiv fundiert erzwungen, doch der Kader muss auf mehreren Positionen an das höhere Erstliga-Niveau angepasst werden. Finanzieller Druck erfordert maximale Ausbeute bei überschaubarem Transferbudget.

Taktische Grundidee

Miron Muslic definiert sein Spiel primär über bedingungslose Arbeit gegen den Ball. In der 2. Bundesliga stellte Schalke die beste Defensive, die höchste Spieldominanz und war die Nummer 1 bei der Pressingeffektivität (hohe Balleroberungen) sowie bei eigenen und gegnerischen Standards. In der Rückrunde stellte Muslic erfolgreich auf eine Viererkette um, was dem Ballbesitzspiel spürbar mehr Struktur verlieh. Für die Bundesliga schwankt das System je nach Gegner zwischen einem kompakten 3-4-1-2 und einem extrem griffigen 4-4-2.

Eine mögliche Startelf
Karius
Ayhan - Katic - Kurucay / Wöber
Dina-Ebimbe - Tanaka / Schallenberg - El Faouzi - Gosens
Karaman / Ljubicic - Aouchiche
Sylla / Adamu / Dzeko


Wichtigste Transfers

Abgänge (~0,2 Mio. € Einnahmen):
  • Ilyes Hamache Für ca. 200.000 € zu Cambuur Leeuwarden.
  • Weitere Abgänge und Leihen: Felipe Sánchez (Ausleihe nach Santos Laguna), Luca Podlech (Norwegen Leihe), Peter Remmert (MSV Leihe), Wasinski (Almere Leihe); Matriciani (vereinslos), Antwi-Adjei (vereinslos)
Neuzugänge (~2,65 Mio. € Ausgaben):
  • Satoshi Tanaka: Von Fortuna Düsseldorf per Ausstiegsklausel (1 Mio. €) – Kompakter, zweikampfstarker Abräumer für die Sechs.
  • Dina Ebimbe: Von Eintracht Frankfurt geholt (~1 Mio. €) – Dynamische Allzweckwaffe für die Schiene/Halbposition.
  • Junior Adamu: Vom SC Freiburg verpflichtet (~1 Mio. €) – Aggressiver Anlaufstürmer fürs Gegenpressing.
  • Robin Gosens: Erfahrener Schienenspieler mit Bundesliga-Klasse (aktuell noch verletzt).
  • Maximilian Wöber: Ablösefrei – Klasse vorhanden las IV, aber verletzungsanfälliges Risiko.
  • Loris Karius: Fest als Nummer 1 zwischen den Pfosten eingeplant.

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Gegenpressing & Physis: Extrem hohe Intensität gegen den Ball; Muslics System bringt potenzielle Erstliga-Kompaktheit über Aggressivität und Zweikampfhärte.
  • Gefahr bei eigenen Standards: Mit Adil Aouchiche (vlt. auch Youngster Tchibara, wenn er mal ran darf?) verfügt Schalke über exzellente Schützen; Innenverteidiger Ayhan bringt eine Kopfballgefahr mit.
  • Erfahrung in der Achse: Rutschfeste Stützen wie Karaman, Gosens und Karius bringen nötige Ruhe in den Abstiegskampf.

Schwächen:

  • Eklatante Chancenverwertung: In der Aufstiegssaison wurden reihenweise Großchancen vergeben (Moussa Sylla lag weit unter seinen xG-Werten).
  • Dünne Personaldecke in der Abwehr: Hinter der ersten Reihe fehlt es defensiv an verlässlicher Breite. Wöbers Verletzungshistorie verschärft das Risiko.
  • Finanzielle Zwänge & Verkaufsdruck: Wegen der Eigenkapital-Auflagen steht der Kader bis zum Ende der Transferperiode unter dem Druck, Transfererlöse zu generieren.

Die drei größten Trümpfe

  1. Trainer Miron Muslic: Hat dem Standort eine Wucht verliehen, lässt eklig zu bespielen defensiv verteidigen und holt das Maximum aus dem Kollektiv heraus.
  2. Kompaktheit & Torwart-Rückhalt: Loris Karius ist ein gestandener Rückhalt, der zusammen mit der zweikampfstarken Abwehrkette wenig klare Chancen zulässt.
  3. Standard-Exzellenz durch Aouchiche & Wosa: Ruhende Bälle sind in eng umkämpften Partien ein verlässlicher Dosenöffner für Tore und wichtige Punkte.

Die drei größten Baustellen

  1. Die finanzielle Sanierungspflicht: Das negative Eigenkapital (knapp 100 Mio. €) zwingt Schalke ab nächstem Jahr zu jährlichen Millionengewinnen. Es dürfen kaum Fehler auf dem Transfermarkt passieren.
  2. Fehlende Tiefengefahr bei Sylla-Abgang: Sollte Top-Angreifer Sylla noch verkauft werden, fehlt es dem Sturm an Tempo hinter die gegnerische Kette (Adamu & Džeko sind andere Spielertypen).
  3. Kader-Risiko bei Neuzugängen: Transfers wie Dina Ebimbe, Adamu und Wöber bringen Leistungsfragezeichen oder Fitnessrisiken mit sich, die sofort funktionieren müssen.

Fazit & Saison-Prognose

Schalke 04 besitzt durch Miron Muslic ein klares, defensiv gefestigtes Spielsystem, das über Kampfkraft und Kompaktheit in der Bundesliga bestehen kann. Wenn die Mannschaft von verletzungsbedingten Rückschlägen verschont bleibt und der verbleibende Kader die nötige Effizienz vor dem Tor an den Tag legt, ist das Minimalziel erreichbar. Die schwere Finanzlast bremst den Klub jedoch auf Jahre aus und lässt keinen Spielraum für Fehler zu. Ich packe Schalke auf den Relegationsplatz. Ich denke Willen und Zweikampfstärke wird im Oberhaus alleine nicht ausreichen. Die Qualität im Kader ist einfach limitiert und ich denke in der zweiten Saisonhälfte ist Schalke komplett ausgerechnet.
 
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1. FC UNION BERLIN
Die Eisernen aus Köpenick probieren den nächsten Schritt in ihrer fußballerischen Entwicklung zu gehen. Nach dem Ende der Ära Baumgart und der interimistischen Stabilisierung durch Marie-Luise Eta übernimmt nun der Schweizer Meistertrainer Maurus Lustrinelli das Kommando. Union möchte das veraltete "Lang-Holz-Image“ ablegen und eine aktive, pressingintensive Philosophie auf den Platz bringen. Doch dieser Wandel birgt Risiken: Passt die Kette überhaupt zur neuen, vertikalen Ballbesitz-Idee? Ein spürbares Restrisiko bleibt, dass dieser Umbruch nach hinten losgehen könnte.

Zudem machen die finanziellen Leitplanken an der Alten Försterei große Sprünge unmöglich: Mit einer der schwächsten Eigenkapitalquoten der Liga schmerzen die ablösefreien Abgänge der beiden Abwehr-Säulen Danilho Doekhi und Robin Knoche extrem. Da der Verein keine U23 besitzt, muss die Brücke zwischen der U19 und den Profis direkt geschlagen werden - Talentförderung ist Pflicht.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

Status Quo

Nach einer durchwachsenen Saison mit Platz 11 (39 Punkte) schließt Union das Kapitel der extremen Defensiv-Eintönigkeit ab. Die Vorbereitung war extrem intensiv mit vielen Testspielen, da Lustrinelli das neue System zwingend einschleifen musste.

Taktische Grundidee

Unter dem neuen Trainer soll eine ausgewogene Mischung aus aggressivem Pressing, vertikalem Tiefengang und flachem Aufbauspiel Einzug halten. Gegen den Ball wird hoch angeschoben. Fängt die Doppel-Sechs (Schäfer/Kemlein) Bälle ab, geht es mit hohem Tempo vertikal nach vorne. Wird die hochstehende Viererkette jedoch mit langen Bällen überspielt, droht Temponotstand.

Eine mögliche Startelf
Rönnow
Trimmel - Querfeld - van den Bosch / Nsoki - Rothe
Kemlein / Khedira - Schäfer
Ansah - Burcu / Jeong
Latte Lath / Burke - Ilic

Wichtigste Transfers & Kaderbewegung

Abgänge:
  • László Bénes (KA Gent, ~1,5 Mio. €).
  • Danilho Doekhi & Robin Knoche (beide ablösefrei).
  • Abgangskandidaten: Robert Skov (keine Vorbereitungsminute), Skarke, Ljubičić (soll Ablöse einspielen, zeigt sich aber bemüht).
Neuzugänge & Rückkehrer:
  • Stanley Nsoki (TSG Hoffenheim, ~1,5 Mio. €) – Bringt Tempo für die hochstehende Kette.
  • Emmanuel Latte Lath (Atlanta United, Leihe + KO) – Perfekter Anlaufstürmer fürs Gegenpressing.
  • Michel Aebischer erfahrener Schweizer, kam noch von Pisa ins zentrale Mittelfeld
  • Van Den Bosch (RSC Antwerp, ablösefrei) – Spielstarker Innenverteidiger.
  • Julien Friedrich (Rückkehr nach Leihe aus Altglienicke).
  • U19-Juwelen: Bogdanov (jetzt aber doch nach Cottbus verliehen), Mekhi Grey (Hattrick in 45 Min. Vorbereitung) und das hoch gehandelte Top-Talent Linus Gühter (16-jähriger Flügelflitzer, ex Cottbus).

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Standard-Elite: Trimmel und Juranović schlagen weiter herausragende Ecken und Freistöße.
  • Offensiver Tiefengang & Umschaltspiel: Mit Latte Lath, Burcu, Burke und Joker Güther besitzt der Kader enormes Tempo.
  • Nachwuchs-Dynamik: Junge Talente drücken extrem nach und bringen frische Spielintelligenz rein.

Schwächen:

  • Konteranfälligkeit der Innenverteidigung: Van Den Bosch und Querfeld fehlt das Spitzen-Antrittstempo für eine extrem hochstehende Kette.
  • Torwart-Ungewissheit: Rönnows langwierige Muskelverletzung (über 100 Tage Ausfall) hinterlässt Sorgenfalten.
  • Fehlende finanzielle Flexibilität: Kaum Ablösen generiert; der Kader ist im Sturm fast schon zu voll.

Die drei größten Trümpfe

  1. Latte Lath & Burcu als Umschalt-Waffen: Passen perfekt ins Lustrinelli-System für schnelle Vertikalangriffe.
  2. Standard-Gefahr: Christopher Trimmel und Josip Juranović garantieren Ertrag bei ruhenden Bällen.
  3. Kemleins Entwicklung: Der Youngster hat sich zum zentralen Mittelfeld-Strategen gewandelt und übernimmt bereits Verantwortung.

Die drei größten Baustellen

  1. Absicherung bei gegnerischen Befreiungsschlägen: Wird das Pressing überspielt, brennt es hinter der Kette lichterloh.
  2. Fehlende U23: U19-Talente wie Grey müssen ohne Zwischenstation sofort bei den Profis funktionieren oder blockiert werden.
  3. Ausfallhistorie im Tor: Frederik Rönnow muss nach langer Pause erst wieder zu 100 % Spielpraxis und Form finden.
Fazit & Saison-Prognose
Der 1. FC Union Berlin steht vor einer turbulenten Saison. Der mutige Wandel hin zum offensiven Pressingfußball unter Maurus Lustrinelli verspricht zwar mehr Torgefahr und Spektakel, deckt aber die Tempodefizite in der Defensive auf. Wenn das Gegenpressing nicht zu 100 % greift, drohen Tag der offenen Tür und Rückschläge. Den Kader finde ich aber spannend, ich traue ihnen mindestens Rang 13 zu.
 
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SV 07 ELVERSBERG
Die SV Elversberg feiert den ersten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte. Was viele fälschlicherweise als chancenlosen Dorfverein oder reinen "Abstiegskandidaten Nr. 1" abstempeln, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eines der spannendsten Projekte im deutschen Fußball. Nach der knappen Relegationsniederlage gegen Heidenheim im Vorjahr stieg die SVE nun direkt auf (62 Punkte, +25 Tordifferenz, 2. Platz).

Elversberg überzeugte in der 2. Bundesliga als das fußballerisch attraktivste und dominanteste Team: Höchster Ballbesitz, die beste Offensive der Liga, extrem hohe Pressingintensität und vor allem eine beeindruckende taktische Reife. Getragen wird der Verein finanziell und strukturell durch das langjährige, nachhaltige Engagement von Aufsichtsrat Frank Holzer und Präsident Dominik Holzer (Ursafarm) - kein klassisches 50+1-Konstrukt, sondern ein organisch gewachsener eingetragener Verein.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

Status Quo

Trotz des Aufstiegs bleibt die SVE ihrer Linie treu. Statt auf gealterte Bundesliga-Veteranen zu setzen, investierten die Saarländer satte 12 Mio. Euro (bei 0 Euro Transfereinnahmen) gezielt in junge, hoch veranlagte Talente. Eine dominante Vorbereitung (u. a. ein 5:0 gegen Racing Straßburg und 4:0 gegen Lorient) unterstreicht das enorme Potenzial.

Taktische Grundidee

Trainer Vincent Wagner (ehemaliger Gymnasiallehrer und Ex-Hoffenheim-II-Coach) fordert von seinem Team vor allem eines: Spielintelligenz.
  • Ballbesitz & Überzahl: Die SVE zieht das Spiel über extrem breite und tiefe Staffelungen auf. Torwart Nicolas Kristof wird mutig als „+1-Spieler“ im Aufbau eingebunden, wodurch bis zu sieben Spieler ins letzte Drittel aufrücken.
  • Intelligentes Gegenpressing: Elversberg läuft nicht blind an, sondern nutzt gezielte "Pressing-Trigger" (Rückpässe, schwache Ballannahmen des Gegners), um Bälle in ungefährliche Zonen zu lenken und dort zuzugreifen.
  • Flaches Überspielen: Gegen tief stehende Gegner findet Elversberg über gepflegtes Kurzpassspiel stets Lösungen - ein riesiger Vorteil gegenüber anderen Abstiegskandidaten.

Eine mögliche Startelf (4-2-3-1)
Kristof
Gyamerah / Sirch - Pinckert - Rohr - Günther
Keidel - Poreba / Darvich
Petkov / Campbell - Onyeka - Zimmerschied
Futkeu

Wichtigste Transfers & Kaderbewegung

Abgänge (0 € Einnahmen):
  • Carlo Sickinger (SV Darmstadt 98, ablösefrei).
  • Mahmoud & Dragon (Karriereende / Austria Salzburg).
Neuzugänge & Rückkehrer (12 Mio. € Ausgaben):
  • Cole Campbell (Borussia Dortmund, ~6 Mio. €) – Flügelstürmer für die Außenbahnen.
  • Noel Futkeu (Eintracht Frankfurt, Leihe + KO) – Zweitliga-Erfolgsknipser als Zielspieler.
  • Francis Onyeka (Bayer Leverkusen, Leihe) – U19-Nationalmannschaftskapitän; herausragende Spielintelligenz auf der 10.
  • Luca Sirch (1. FC Kaiserslautern, ablösefrei) – Flexibler Innen-/Rechtsverteidiger.
  • Lukasz Poreba (Hamburger SV, fest verpflichtet nach Leihe).
  • Maurice Krattenmacher (FC Bayern München, Leihe).

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Kollektive Eingespieltheit: Das Team ist taktisch extrem gefestigt und funktioniert als homogene Einheit ohne Star-Allüren.
  • Tiefengang & Offensiv-Power: Die Flügelspieler und Außenverteidiger (Günther, Petkov) bringen extremes Tempo auf den Platz.
  • Chancenkreation aus dem Spiel heraus: Das Zentrum um Onyeka und Poreba kann auch unter Druck präzise Vertikalpässe spielen.

Schwächen:

  • Anfälligkeit bei Standards: Sowohl defensiv als auch offensiv gehörten ruhende Bälle im letzten Jahr unterdurchschnittlich zu den Schwächen (Ausbaupotenzial).
  • Hohes Risiko in der Restverteidigung: Durch das extrem weite Aufrücken des Torwarts/der Kette drohen bei schnellen Ballverlusten Kontergefahren.
  • Mangelnde Bundesliga-Erfahrung: Kaum ein Spieler hat bisher im Oberhaus Minuten absolviert.

Die drei größten Trümpfe

  1. Vincent Wagners Trainer-Matchplan: Seine Fähigkeit, Gegner im Ballbesitz auseinanderzuschrauben und junge Spieler zu entwickeln, ist Bundesliga-Spitzenklasse.
  2. Lasse Günther auf der Außenbahn: Ein Außenverteidiger mit herausragender Dynamik und klaren Bundesliga-Qualitäten.
  3. Francis Onyeka auf der Zehn: Bringt trotz seines jungen Alters das Zeug zum echten Unterschiedsspieler mit.

Die drei größten Baustellen

  1. Laufpensum-Anpassung: In der 2. Liga hatte Elversberg die geringste Laufleistung. Gegen das viel höhere Pressing-Tempo der Bundesliga muss physisch zugelegt werden.
  2. Verletzungssorgen auf Flügel & Sturm: Ole Zimmerschied plagen seit Wochen hartnäckige Rückenprobleme; Noel Futkeu braucht nach fehlender Frankfurt-Vorbereitung noch Wettkampfpraxis.
  3. Restabsicherung der Außenbahn: Rechtsverteidiger Gyamerah ist offensiv stark, offenbart defensiv aber Lücken, die Keidel oder Sirch absichern müssen.

Fazit & Saison-Prognose

Die SV Elversberg wird von vielen unterschätzt. Doch dank eines klaren taktischen Konzepts, absoluter Eingespieltheit und eines herausragenden Trainers Vincent Wagner besitzt das Team das Rüstzeug für die Überraschung der Saison. Da Elversberg im Gegensatz zu anderen Aufsteigern das Bespielen von tiefen Blöcken beherrscht, werden sie auch gegen direkte Konkurrenten konstant Punkte einfahren. Ich packe sie vorerst absolut optimistisch auf Rang 11.
 
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SV WERDER BREMEN
Der SV Werder Bremen geht nach einer kräftezehrenden und von Abstiegssorgen geprägten Vorsaison in eine richtungsweisende Spielzeit. Zwischen emotionalen Rückkehrer-Geschichten, einer langwierigen Verletzungswelle und extremen Engpässen auf Schlüsselpositionen balanciert der Kader von Trainer Daniel Thioune auf einem schmalen Grat.

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

Status Quo​

Werder blickt auf eine holprige Vorbereitung zurück. Neben defensiven Wacklern und unkonstanten Testspielleistungen (wie dem tor- und ideenlosen 0:1 gegen Auxerre) wiegt vor allem die lange Krankenakte schwer: Etliche Leistungsträger verpassten die Sommervorbereitung verletzungsbedingt oder befinden sich in der Belastungssteuerung. Der Kader ist nominell extrem aufgebläht (über 30 Spieler), offenbart bei genauerem Hinsehen auf den Außenbahnen sowie im Abwehrzentrum jedoch eklatante personelle Engpässe.

Taktische Grundidee​

Daniel Thioune favorisiert ein variables 4-3-3 bzw. 4-1-4-1, das phasenweise in ein 4-2-3-1 übergehen kann. Der Fokus liegt auf einem kompakten Zentrumsblock im Mittelfeld, schnellen Umschaltmomenten über die Flügel und gefährlichen Standardsituationen. Eine Doppelspitze ist aktuell kein Thema - das System setzt auf eine physisch präsente Anspielstation im Sturmzentrum.

Eine mögliche Startelf

Hein
Weiser - Peiper / Schmetgens - Friedl - Deman / Agu
Stage - Lynen / Stalmach - Reis / Chucki
Dinkci - Füllkrug / Itten - Mbangula

Wichtigste Transfers

Neuzugänge​

  • Niklas Füllkrug (ST): Emotionaler Königstransfer und Hoffnungsträger. Bringt enorme Bundesliga-Erfahrung, Führungsqualität und Torgefahr mit, kämpft aber mit der Fitness.
  • Karl Hein (TW): Per Leihe von Arsenal als neue Nummer 1 geholt, muss den Abgang von Mio Backhaus kompensieren.
  • Ludovit Reis (ZM): Vom HSV geholt; bringt Führungsqualitäten, Dynamik und Torgefahr aus dem Zentrum mit.
  • Chuki (OM): Ablösefrei von Real Valladolid; überzeugte in der Vorbereitung als kreativer Freistoß- und Standard-Spezialist.
  • Eren Dinkçi (RA): Per Leihe zurückgekehrt; bringt hohes Tempo mit, fällt aber verletzungsbedingt vorerst aus.
  • Cedric Itten (ST): Ablösefrei aus Düsseldorf als robuster Backup-Stürmer geholt.
  • Dariusz Stalmach (DM) & Oskar Wojcik (IV): Junge Perspektivspieler für die Kaderbreite.

Abgänge & Streichkandidaten​

  • Romano Schmid (OM): Hinterlässt im kreativen Mittelfeld eine riesige Lücke.
  • Mio Backhaus (TW): Stammkeeper der Vorsaison hinterlässt große Fußstapfen.
  • Karim Coulibaly (IV): Schwächt die ohnehin dünn besetzte Innenverteidigung.
  • Dawid Kownacki & Skelly Alvero: Werden als klare Transfermissverständnisse ohne sportliche Perspektive angestrebt abzugeben.
  • Bittencourt ging ablösefrei nach Cottbus.

Stärken und Schwächen im Kader

Stärken​

  • Herzstück Zentrums-Mittelfeld: Mit Jens Stage steht ein herausragender Box-to-Box-Spieler im Kader. Zuspieler wie Reis oder Chuki ergänzen das Zentrum spielerisch.
  • Standardsituationen: Durch Neuzugang Chuki und die Kopfballstärke von Stage und Füllkrug besitzt Werder enorm hohes Gefahrenpotenzial bei ruhenden Bällen.
  • Aufstrebende Talente: Junge Wilde wie Erevbenagie bringen frischen Wind und Unbekümmertheit in das Offensivspiel.

Schwächen​

  • Extreme Verletzungsanfälligkeit: Ein Großteil der Leistungsträger (Agu, Weiser, Pieper, Stark, Reis, Lynen) schleppt chronische Beschwerden oder lange Ausfallzeiten mit sich herum.
  • Problematische Rechtsverteidigung: Mitchell Weiser ist nach seinem Kreuzbandriss noch weit von der Startelf entfernt, Felix Agu ist dauerhaft angeschlagen. Auf dieser Position brennt der Baum.
  • Geringe Kadertiefe in der Abwehr: Nach dem Coulibaly-Abgang fehlt in der Innenverteidigung die nötige Absicherung auf Bundesliga-Niveau.

Die drei größten Baustellen

  1. Die Rechtsverteidiger-Position: Die eklatante personelle Vakanz zwingt zu Notlösungen (wie dem Einsatz des jungen Schmetgens.
  2. Medizinische Abteilung & Belastungssteuerung: Das dauerhafte Fehlen wichtiger Stammkräfte verhindert das Einspielen einer festen Achse.
  3. Kreativverlust kompensieren: Der Abgang von Romano Schmid wiegt schwer; Chuki und Reis müssen diesen kreativen Output im Kollektiv auffangen.

Die drei größten Trümpfe

  1. Der Fakt "Jens Stage": Als absolute Lebensversicherung und physischer Anker verbindet er Defensive und Offensive wie kein Zweiter im Kader.
  2. Heimat-Faktor Niklas Füllkrug: Wenn er fit bleibt, gibt er dem gesamten Umfeld Selbstvertrauen und sorgt für die nötigen Tore im Abstiegskampf.
  3. Unverbrauchte Überraschungsmomente: Nachwuchskräfte können zu den Shootingstars der Saison werden und fehlende Transfer-Millionen wettmachen.

Fazit und Saisonprognose

Alles andere als der reine Klassenerhalt ist für Werder Bremen in dieser Saison realistisch gesehen Traumtänzerei. Das extrem schwere Aufeinandertreffen im Startprogramm (u. a. gegen Freiburg, Leipzig und Dortmund) erfordert sofortige Stabilität - eine Eigenschaft, die aufgrund der verpassten Vorbereitung vieler Leistungsträger erst erarbeitet werden muss.

Sollten Füllkrug und Stage verletzungsfrei bleiben und die Außenverteidigung stabilisiert werden, ist ein gesicherter Platz im unterem Mittelfeld möglich. Werder geht jedoch als klarer Kandidat für den Abstiegskampf in die Saison und muss sich auf ein langes Zittern bis zum Frühjahr einstellen. Ich sehe sehr sehr viele Mannschaften vor Werder Bremen in dieser Saison einlaufen. Weil ich Elversberg überraschen sehe, Union und Köln besser besetzt sehe und S04 schon auf dem Relegationsplatz habe, bleibt mir gar keine Wahl als Werder auf einen Abstiegsplatz, auf Rang 17, zu packen.
 
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SC PADERBORN
Der SC Paderborn geht nach dem furiosen Relegations-Triumph gegen den VfL Wolfsburg als vermeintlich größter Außenseiter in die Bundesliga. Obwohl von vielen Experten direkt als Absteiger Nummer 1 auf Platz 18 einsortiert, besitzt die Mannschaft durch ihren mannschaftlichen Zusammenhalt, ihre Standardstärke und ein innovatives Trainer-Konzept das Potenzial, für Überraschungen zu sorgen.

Status Quo​

Nach Platz 3 in der 2. Bundesliga, punktgleich mit Elversberg, setzte sich Paderborn in den Play-offs gegen Wolfsburg durch. Die Zweitliga-Daten zeigen Licht und Schatten: Einerseits herausragende Expected-Goals-Werte bei Standards (jeweils Platz 1 ligaweit in Offensive wie Defensive), solide Pressingwerte und gutes Ballbesitzspiel - andererseits Ausbaupotenzial bei der Chancenverwertung und defensiven Stabilität. Finanziell agiert der Verein extrem vernünftig und investiert Einnahmen (wie den Transfer-Erlös von Mika Baur) mit Augenmaß in die Kaderbreite und Infrastruktur.

Taktische Grundidee​

Trainer Ralf Kettemann setzt auf ein flexibles 3-4-2-1 bzw. 3-5-2 mit Doppelspitze. Auffällig ist sein pragmatischer, innovativer Trainingsansatz ("Train as you fight"): Er lässt fast ausnahmslos 11 gegen 11 im Großfeld trainieren, um Spielformen realistisch abzubilden. Aus einer variablen Dreier-/Fünferkette heraus soll über extrem starke Schienenspieler und schnelles Umschaltspiel Torgefahr erzeugt werden.

Eine mögliche Startelf
Noll
Hoffmeier / ter Horst - Scheller - Sticker
Curda - Castaneda - Ulrich - Obermair / Lippmann
Marino - Vidovic / Batista Meier
Pieringer
Alternative Ausrichtung: 3-5-2 mit Doppelspitze Pieringer/Marino oder Einbindung von Youngster Millgramm auf den Außen-/Halbpositionen

Wichtigste Transfers

Neuzugänge​

  • Marvin Pieringer (ST): Königstransfer & Rückkehrer mit Bundesliga-Erfahrung. Physisch stark, kennt den Verein und bringt Torgefahr sowie Elfmetersicherheit mit.
  • Gabriel Vidović (OM/HS): Technisch starker Ex-Bayern-Nachwuchsakteur für die offensive Mittelfeldreihe/hängende Spitze.
  • Nahuel Noll (TW): Neuer Schlussmann aus Hoffenheim; stark mit dem Ball am Fuß, wenn auch teils mit kleinen Risiko-Pässen im Aufbau.
  • Oliver Batista Meier (OM): Kam aus Münster; soll spielerische Impulse auf den Flügeln/Halbpositionen bringen.
  • A-Jugend-/Ergänzungs-Transfers: u.a. Millgramm (starke Vorbereitung), Lippmann (Backup Linkschiene), Terhorst (RV), Zeitler (Tempo-Option, LA).

Abgänge​

  • Mika Baur (IV/AV): Für über 6 Millionen Euro zu Celtic Glasgow verkauft - finanzielles Rückgrat des Sommers.
  • Calvin Brackelmann (IV): Abgang im Abwehrzentrum, verlässt den Klub Richtung Augsburg.
  • Flügel/Breite: Bilbija (Derby County), Kinsombi (DM, Würzb. Kickers), Copado (Energie).

Stärken und Schwächen im Kader

Stärken​

  • Gefährliche Standard-Mannschaft: 2. Bundesliga-weiter Höchstwert bei Offensiv- und Defensiv-Standards. Kopfballstarke Zielspieler und exzellente Schützen (Batista Meier, Obermair, auch Mohr).
  • Überragende Schienenspieler: Laurin Curda und Rapha Obermair verkörpern Erstliga-Qualität über die Flügel, sorgen für Flanken und eigene Torgefahr.
  • Innovativer Trainer & Kollektiv: Kettemann sorgt für extrem hohe taktische Flexibilität und hohes Spielverständnis im gesamten Team.

Schwächen​

  • Individualqualität in der Abwehr: Abgänge von Stützen im Abwehrzentrum hinterlassen Lücken; viele Umstellungen und Wackler in der Vorbereitung.
  • Fehlende Erstliga-Erfahrung: Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Pieringer) fehlt es dem Kader an nachgewiesener Erstliga-Routine auf Top-Niveau.
  • Eingeschränkte Durchschlagskraft: Chancenverwertung aus dem laufenden Spiel heraus war bereits in Liga 2 ausbaufähig.

Die drei größten Baustellen

  1. Defensive Abstimmung im Abwehrzentrum: Die Dreierkette (um Scheller, Sticker etc.) muss sich gegen Bundesliga-Offensiven erst noch beweisen.
  2. Kreative Durchschlagskraft im Spielaufbau: Das Erarbeiten von Großchancen aus dem Ballbesitz heraus gegen tiefstehende oder hochpressende Gegner wird wohl eine Herausforderung werden.
  3. Torwart-Konstanz: Neuzugang Noll muss das Vertrauen rechtfertigen und Patzer im Aufbauspiel abstellen, andernfalls droht Torwart-Unruhe (Schubert lauert).

Die drei größten Trümpfe

  1. Waffe Ruhender Ball: Über Standardsituationen kann Paderborn auch gegen spielerisch überlegene Teams jederzeit Tore erzwingen.
  2. Das Schienen-Duo (Curda & Obermair): Sorgen für die nötige Breite, Flankenläufe und Unberechenbarkeit auf den Außenbahnen.
  3. Ralf Kettemanns Pragmatismus & Teamgeist: Das intakte Mannschaftsgefüge und moderne Trainingsmethoden machen den SCP zu einem sehr unangenehm zu bespielenden Außenseiter.

Fazit und Saisonprognose

Der SC Paderborn geht klar als Unterdog in die Saison, doch der Stempel "chancenloser Absteiger auf Platz 18" wird dem Team nicht vollends gerecht. Ähnlich wie SV Elversberg lebt der SCP von seiner hohen Kollektiv-Qualität, taktischer Flexibilität und Standards als Waffe.

Da die defensive Stabilität nach den Abgängen in der Innenverteidigung jedoch ein echtes Sorgenkind bleibt und die Qualität in der Spitze dünn ist, wird es ein extrem harter Überlebenskampf. Bleiben die Schienenspieler fit und schlägt Pieringer voll ein, ist Platz 15 bis 16 (Klassenerhalt / Relegation) machbar. Der wahrscheinlichste Ausgang bleibt jedoch der direkte Kampf gegen den Abstieg bis zum letzten Spieltag. Ich packe sie etwas einfallslos auf Platz 18 aber es würde mich nicht überraschen, wenn sie besser abschneiden als erwartet.
 
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BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH
Borussia Mönchengladbach geht als eine der größten Wundertüten der Bundesliga-Saison 2026/2027 an den Start. Von einem sorgenfreien Jahr mit Blick nach oben bis hin zum nervenaufreibenden Abstiegskampf erscheint im Borussia-Park aktuell alles möglich. Unter Trainer Eugen Polanski steht die Mannschaft vor einer Neuausrichtung zwischen spielerischer Reifung, einem personellen Umbruch und dem Wiederbelebungsprozess des eigenen Nachwuchses ("Fohlenstall").

Allgemeiner Überblick & Taktische Ausrichtung

Status Quo​

Nach einer durchwachsenen Vorsaison mit Platz 12 und 38 Punkten rettete sich Gladbach vor allem dank defensiver Risikominimierung, ließ aber die von den Fans gewohnte Spieldominanz und Torgefahr vermissen. Trotz starker Flankengeber und Kopfballspieler wurden Standards und Flanken kaum als Waffe genutzt. Durch den millionenschweren Verkauf von Rocco Reitz (20 Mio. €) und den anstehenden Abgang von Nico Elvedi besitzt Gladbach finanziellen Handlungsspielraum, investierte jedoch vor allem in verheißungsvolle Talente sowie ablösefreie Akteure.

Taktische Grundidee​

Eugen Polanski strebt einen aktiveren, ballbesitzorientierten Fußball an. Aus einem variablen 4-2-3-1 (oder 4-3-3) heraus soll das Spiel aus einer stabilen Achse geordnet aufgebaut werden, um über die offensiven Halbpositionen und Flügel Stürmer Tim Kleindienst effizienter in Szene zu setzen.

Eine mögliche Startelf
Nicolas
Konoplya / Hashioka - Leszcyznski - Diks - Ullrich / Herold
Sander - Leopold / Stöger
Mohya / Honorat - Bohin - Hack
Kleindienst / Lidberg

Wichtigste Transfers

Neuzugänge​

  • Tim Kleindienst (ST): Quasi-Neuzugang: Nach verletzungsgeprägter Vorsaison voll zurück; Kapitän, physischer Anker und absolute Torgarantie.
  • Jan Leszczynski (IV): 19-jähriges Abwehrtalent für 3 Mio. € von Legia Warschau geholt; fiel in der Vorbereitung durch Beidfüßigkeit und extrem hohe Spielzeit auf.
  • Hugo Bolin (OM/LA): Nach Leihe von Malmö fest verpflichtet; bringt enorme Spielintelligenz und Flexibilität auf der 10 und dem Flügel mit.
  • David Herold (LV): Per Ausstiegsklausel aus Karlsruhe gekommen; schlägt starke Flanken, muss sich aber defensive Bundesliga-Tauglichkeit erst erarbeiten.
  • Yukhym Konoplya & Daiki Hashioka (RV): Konoplya kam ablösefrei (fällt jedoch vorerst aus); Hashioka wurde als schnelle Leih-Reaktion verpflichtet.
  • Enzo Leopold (DM) & Isac Lidberg (ST): Leopold kommt für die Spieleröffnung aus Hannover; Lidberg als robuster Backup-Stürmer aus Darmstadt.

Abgänge​

  • Rocco Reitz (CM): Für 20 Mio. € zu Leipzig gewechselt - wirtschaftlicher Befreiungsschlag, aber sportlich und emotional ein schwerer Verlust.
  • Nico Elvedi (IV): Zu Leeds United; hinterlässt eine riesige Lücke in der Innenverteidigung.
  • Jonas Omlin (TW) & Marvin Friedrich (IV): Ablösefreie Abgänge zur Kaderbereinigung.
  • Reyna ging nach Straßburg; Fukuda nach Leihe vom KSC fest verpflichtet.

Stärken und Schwächen im Kader

Stärken​

  • Der Faktor Tim Kleindienst: Als Zielspieler im Zentrum veredelt er das Angriffsspiel und garantiert Torgefahr sowie Führungsqualität.
  • Aufstrebende Talent-Generation: Nachwuchshoffnungen wie Mohya (17), Leszczynski (19) sowie verheißungsvolle Gladbach II und U19-Akteure (Fritz Fleck, Danfa, Spahic) bringen enorm viel Dynamik und Zukunftsfantasie.
  • Torwart-Position: Moritz Nicolas präsentierte sich in der Vorsaison als starker Rückhalt (mit Daniel Batz als erstklassigem Backup).

Schwächen​

  • Vakuum & Unerfahrenheit in der Abwehr: Nach dem Elvedi-Abgang fehlt im Abwehrzentrum eine gestandene Führungsfigur.
  • Ungewisse Außenverteidigung: Sowohl Herold als auch Konoplya müssen den Nachweis absoluter Erstklassigkeit - vor allem gegen den Ball - erst noch erbringen.
  • Verletzungspech im Mittelfeld: Der monatelange Ausfall von Jens Castrop schränkt die physischen Optionen im Zentrum spürbar ein.

Die drei größten Baustellen

  1. Stabilität in der Innenverteidigung: Das Auffangen des Elvedi-Abgangs durch den blutjungen Leszczynski oder späte Neuzugänge birgt Abstimmungsrisiken.
  2. Defensive Disziplin & Stellungsspiel: In der Vorsaison zog Gladbach trotz geringer Pressingintensität zu viele Fouls - das Timing im Zweikampf muss sich drastisch verbessern.
  3. Flankenspiel & Strafraumbesetzung: Die bestehende Kopfballstärke (Kleindienst) wurde in der Vergangenheit durch zu wenige Flanken sträflich vernachlässigt.

Die drei größten Trümpfe

  1. Rückkehr der Führungsachse: Ein fitter Kleindienst in Kombination mit Vorreitern wie Sander und Kapitän-Qualitäten gibt dem Team Struktur.
  2. Kreative Polyvalenz in der Offensive: Mit Hack, Mohya, Bolin, Honorat und Stöger verfügt Polanski über extrem flexible Optionen im Angriffsdrittel.
  3. Wiederbelebter Fohlenstall: Der eigene Nachwuchs liefert endlich wieder erstligataugliches Talent nach und sorgt für Konkurrenzkampf von unten.

Fazit und Saisonprognose

Borussia Mönchengladbach befindet sich im Übergang. Der Kader birgt enorm viel Offensivpotenzial und spannende Talente, offenbart in der Abwehrkette jedoch klare Unwägbarkeiten. Gelingt es Polanski, das Spiel mit Ball zu dominieren, Flanken für Kleindienst zu schlagen und die junge Abwehr schnell zu stabilisieren, ist ein Platz im gesicherten Mittelfeld garantiert.

Aufgrund der Neusortierung in der Defensivzentrale bleibt der Weg nach ganz oben (Europa) in dieser Saison jedoch noch ein Stück entfernt. Ein Platz im Bereich 10 bis 12 ist die wahrscheinlichste Prognose für ein Übergangsjahr, das primär der Konsolidierung dient. Ich sehe die Fohlen weitaus weniger kritisch als so manche Vorschau.
 
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FC AUGSBURG
Der FC Augsburg blickt auf eine turbulent verlaufene Saison 2025/2026 zurück. Das Experiment mit Trainer Sandro Wagner und dessen aggressiver, extrem anspruchsvoller Pressing-Philosophie erwies sich als Fehlgriff. Die Mannschaft steckte tief im Abstiegskampf, ehe Manuel Baum - der zuvor als Direktor für Jugendentwicklung im Verein tätig war - übernahm. Baum stabilisierte das Team, führte es aus dem Keller und belohnte die Aufholjagd am Ende mit Platz 9. Obwohl am letzten Spieltag beim 0:4 gegen Union Berlin die Nerven im Kampf um Europa versagten, ist der Klassenerhalt und der klare Aufwärtstrend unter Baum die Basis für die neue Spielzeit.

Taktische Idee unter Manuel Baum​

Augsburg geht weg vom übermütigen Pressing-Wahnsinn und setzt stattdessen auf einen pragmatischen, technisch sauberen und vertikalen Ballbesitzfußball:
  • Gezielte Raumöffnung: Spielaufbau aus der Innenverteidigung heraus mit linienbrechenden, vertikalen Pässen direkt in die Halbräume.
  • Klatsch-und-Steil-Prinzip: Ein physischer Wandspieler (z. B. Michael Gregoritsch) macht den Ball im Halbraum fest, lässt ihn auf die aufrückenden Achser/Sechser prallen, woraufhin die schnellen Schienen- oder Flügelspieler sofort tief starten.
  • Defensiver Pragmatismus: Höhere defensive Stabilität als unter Wagner, wenngleich die Expected Goals Allowed-Werte zeigen, dass in der Absicherung und im Zweikampftiming noch harte Arbeit wartet.
Eine mögliche Startelf (System: 3-4-2-1 / 3-5-2)
Dahmen
Matsima - Gouweleeuw / Banks - Brackelmann
Fellhauer - Masengo - Rieder - Behrens
Kade / Ugundu - Kömür / Claude-Maurice
Gregoritsch / Ribeiro

Wichtigste Transfers

Neuzugänge​

  • Calvin Brackelmann (IV): Ablösefrei von SC Paderborn verpflichtet. Passt perfekt in Baums System, da er über eine exzellente vertikale Passqualität zur Linienbrechung verfügt.
  • Rodrigo Ribeiro (ST): Fest verpflichtet von Sporting Lissabon (II). Dynamische, bewegliche Alternative für das Sturmzentrum.
  • Hennes Behrens (LV/LAV): Kommt von der TSG Hoffenheim für die linke Außenbahn. Bringt enorm viel Physis und Zug nach vorne mit.
  • Young-woo Seoul (RV): Erfahrener, schneller, flexibler Verteidiger von Roter Stern, 37 Länderspiele für Südkorea. Kann auch LV spielen, war bei der WM Stammspieler und besticht auch durch Scorerpunkte!
  • Sima Suso (ZM/IV): Nach dem Abstieg mit Düsseldorf geholt; linksfüßiger Allrounder für die Defensivzentrale oder das Mittelfeld.
  • Michael Gregoritsch (ST): Nach vorheriger Leihe fest von Brøndby IF an den FCA gebunden.
  • Sakar & Wisbereit: Talentierte Neuzugänge aus den U19-Teams von RB Leipzig bzw. Union Berlin für den Unterbau.

Abgänge​

  • Dimitrios Giannoulis (LV): Für knapp 10 Mio. € zurück nach Griechenland (PAOK Saloniki).
  • Cédric Zesiger (IV): Zurück in die Heimat zu Young Boys Bern.
  • Keven Schlotterbeck doch noch gewechselt, er geht nach Southampton. Der FCA verliert einen Charakter und wird auch seine offensiven Qualitäten vermissen.
  • Koudossou & Bauer: Verkauf an Arminia Bielefeld.
  • Colina: Wechsel zu Zagłębie Lubin.
  • Elvis Rexhbeçaj: Ablösefrei zum VfL Wolfsburg.
  • Leihen/Abgaben von Talenten: Elias Saad (über Hannover direkt weiter in die MLS nach Nashville), Dardari (Rot-Weiss Essen), Kabadayi (HNK Rijeka), Ljubić (Krakau).
  • Von den Abgängen tun nur Giannoulis und Zesiger weh. Dass Schlotterbeck noch gewechselt ist, nimmt dem FCA natürlich wichtige Optionen, er war defensiv aber anfällig und zeigte Schwächen in der Vorbereitung. Mit Young-woo Seoul kam aber noch ein potentieller Stammspieler.

Stärken und Schwächen im Kader

Stärken​

  • Absolute Stütze im Abwehrzentrum: Matsima entwickelte sich zum absolute Unterschiedsspieler. Der FCA blieb trotz lukrativer Angebote aus der Premier League (u. a. Crystal Palace) standhaft und behielt den Innenverteidiger.
  • Variable Offensivoptionen: Mit Fabian Rieder (stark zurückgezogen auf die 8), Anton Kade (Tiefe & Tempo) und Michael Gregoritsch (Physis & Kopfball) besitzt Baum eine extrem kompatible Mischung für vertikalen Ballbesitzfußball.
  • Standard-Stärke: Rieder als präziser Vorbereiter bei ruhenden Bällen sowie kopfballstarke Abnehmer in der Box machen den FCA bei Standards gefährlich.

Schwächen​

  • Qualitätsabfall in der zweiten Reihe: Auf den Außenverteidiger-/Schienenpositionen fehlt es hinter den gesetzten Kräften spürbar an Bundesliga-Format. Mit dem Südkoreaner Seoul holte man jetzt aber noch einen starken, flexiblen Verteidiger auf den Außenbahnen.
  • Glück in der Defensive (xGA-Symptom): Die zugelassenen Großchancen unter Baum waren statistisch zu hoch - hier profitierte der FCA in der Rückrunde von Spielglück, das sich nicht dauerhaft erzwingen lässt.
  • Ungeklärte Zukunft von Leistungsträgern: Um Alexis Claude-Maurice (nur noch 1 Jahr Vertrag, Wechselgerüchte) und Mert Kömür (Begehrlichkeiten u. a. von Hull City) gibt es erhebliche Unruhe.

Die drei größten Baustellen

  1. Klärung der Personalien Kömür & Claude-Maurice: Beide besitzen immense offensive Qualität. Werden sie verkauft, muss dringend ein hochkarätiger Neuzugang für die Zehner-/Flügelposition her.
  2. Defensive Absicherung verbessern: Augsburg muss die eklatanten Lücken in der Expected-Goals-Allowed-Statistik schließen, um nicht erneut defensiv ins Schwimmen zu geraten.
  3. Integration & Spielzeit für Toptalente: Eigengewächse wie Banks müssen zwingend Spielzeit auf Erstliga-Niveau bekommen, um ihren Marktwert und ihre Entwicklung nicht zu gefährden.

Die drei größten Trümpfe

  1. Ruhiges Umfeld & Manuel Baum: Als ehemaliger Nachwuchsdirektor kennt Baum die Strukturen im Verein in- und auswendig. Er bringt Ruhe in den Club und genießt das Vertrauen der loyalen Fanbasis.
  2. Vertikaler Spielaufbau über Brackelmann & Matsima: Pässe durch das Zentrum direkt in die Halbräume hebeln gegnerische Pressinglinien effizient aus.
  3. Standhaftigkeit auf dem Transfermarkt: Das Halten von Leistungsträgern wie Matsima zeigt die neue finanzielle und sportliche Selbstbewusstheit der Schwaben.

Fazit und Saisonprognose

Der FC Augsburg hat aus dem gescheiterten Wagner-Projekt gelernt und schlägt mit Manuel Baum wieder einen realistischen, pragmatischen Weg ein. Die Qualität in der ersten Elf reicht vollkommen aus, um mit dem Abstiegskampf nichts zu tun zu haben.

Da der Kader in der Breite jedoch auf einzelnen Positionen (insbesondere den Außenbahnen) dünn besetzt ist und Großchancen defensiv noch zu oft zugelassen werden, ist der Schritt nach ganz oben (Europa) aktuell noch zu groß. Ich habe kein so ein gutes Gefühl für Augsburg, es kann sein, dass Baums Glanz aus der Vorsaison an Beständigkeit verliert. Der Fußball ist pragmatisch aber auch leicht ausrechenbar, wenn das Spielglück mal ausbleibt, und ein paar Verletzte hinzukommen, kann Augsburg sogar in den Abstiegskampf rutschen. Vielleicht überraschen sie aber auch positiv. Beim FCA weißt du vor der Saison selten, was du kriegst.
 
FSV MAINZ 05
Der 1. FSV Mainz 05 geht in seine erste vollständige Saison unter Trainer Urs Fischer. Nachdem der Schweizer in der abgelaufenen Spielzeit den Turnaround nach einem katastrophalen Saisonstart schaffte und den Klub noch auf Platz 10 führte, blickt man am Bruchweg wieder optimistischer nach vorne.
Fischers gewohnt kompaktes System (3-4-2-1 / 5-2-3), gepaart mit hoher Umschaltpräzision und exzellenten Standards von Nadiem Amiri, verspricht Stabilität.

Status Quo

Unter Urs Fischer wandelte sich das Spielkonzept von Henrikssons hohem Pressing hin zu einem gut strukturierten Mittelfeldpressing mit kompakter Dreier-/Fünferkette. Eine ungeschlagene Sommervorbereitung (unter anderem 2:1 gegen Bournemouth und 4:0 gegen Paris FC) untermauert das gewachsene Selbstverständnis.

Taktische Grundidee

  • Stabile Restverteidigung & Umschaltspiel: Mainz agiert aus dem defensiven Block heraus und sucht nach Ballgewinnen extrem schnell die Tiefe.
  • Fokus auf Standards & Flanken: Mit Nadiem Amiri besitzt Mainz den statistisch stärksten Standard-Vorbereiter der Liga (über 50 % erfolgreiche Ecken/Freistöße).
  • Flügellauf & Boxbesetzung: Über Anthony Caci und Phillipp Mwene wird konstant über die Schienen geflankt, wo Phillip Tietz als Wand- und Zielspieler agiert.

Eine mögliche Startelf (3-4-2-1)
Zentner
da Costa - Gruber / Posch - Potulski / Kohr
Caci - Sano - Mwene / Widmer
Nebel / Lee / Kawasaki - Amiri
Becker - Tietz / Königsdörffer

Wichtigste Transfers & Kaderbewegung

Neuzugänge:
  • Stefan Posch (IV): Solide Verstärkung für die rechte Innenverteidigung/Rechtsverteidigung.
  • Erik Martel (DM): Ablösefrei vom 1. FC Köln geholt; als physischer Sechser eingeplant.
  • Ransford Königsdörffer (ST): Ablösefrei vom HSV; bringt extremes Tempo für das Umschaltspiel mit.
  • Gruber (IV): Kam von 1. FC Nürnberg für das Abwehrzentrum.
  • Sota Kawasaki (DM): Nach Ausleihe fest verpflichtet.
  • Alexander Schwolow (TW): Neuer erfahrener Backup-Schlussmann.
Abgänge & Leihen:
  • Daniel Batz (TW): Verlust des starken Keepers an Borussia Mönchengladbach.
  • Nikolas Veratschnig (RV): zu Salzburg.
  • Tom Krauß & Niklas Tauer: Fest abgegeben an Köln bzw. Havelse.
  • Nelson Weiper: Zur Entwicklung verliehen (Sturm Graz).

Stärken & Schwächen im Kader

Stärken:

  • Nadiem Amiri auf der 8: Einer der besten Zentrumsspieler der Bundesliga. Liefert im laufenden Spiel sowie bei ruhenden Bällen konstant Ertrag.
  • Abwehr-Juwel Kacper Potulski: Der 18-jährige polnische U21-Nationalspieler gilt als hochveranlagter Innenverteidiger mit herausragendem Zweikampf- und Aufbauspiel.
  • Gefährliches Umschaltspiel: Mit Becker, Königsdörffer und Lee stehen extrem schnelle Tiefläufer zur Verfügung.

Schwächen:

  • Verletzungen zum Auftakt: Sowohl Neuzugang Erik Martel (Knieverletzung) als auch Paul Nebel (Adduktorenverletzung) verpassen die ersten Spieltage.
  • Vakanz auf der linken Schiene: Hinter Mwene fehlt eine gelernte Erstliga-Alternative.
  • Schwierige Durchschlagskraft gegen tiefstehende Gegner: Fischers System tut sich bei gegnerischem Mauern phasenweise schwer.

Die drei größten Trümpfe

  1. Pragmatismus von Urs Fischer: Die Mannschaft weiß genau, wie sie in Fischers Kompaktnetz zu verteidigen hat.
  2. Die Standard-Qualität: Freistöße und Ecken von Amiri sind eine eingebaute Torgarantie.
  3. Durchbruch von Kacper Potulski: Entwickelt sich im Abwehrzentrum zum absoluten Leistungsträger.

Die drei größten Baustellen

  1. Lazarett im Mittelfeld: Das Fehlen von Martel und Nebel verengt die Rotation in den ersten Wochen spürbar.
  2. Absicherung der Außenbahnen: Eine Verletzung von Mwene oder Caci erzwingt positionsfremde Experimente.
  3. Chancenverwertung der Stürmer: Phillip Tietz muss seine Ladehemmungen im Zentrum dauerhaft ablegen, hat aber im Pokal einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.

Fazit & Saison-Prognose

Unter Urs Fischer hat der 1. FSV Mainz 05 wieder zu alter Stabilität zurückgefunden. Durch die klare taktische Ausrichtung und das Ausschöpfen der eigenen Standard-Stärken wird Mainz mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. Prognose: Platz 8 bis 10 (Sicheres oberes Mittelfeld mit Tendenzausschlag nach oben). Mainz hat das Potenzial eine starke Überraschungssaison zu spielen!
 
BAYER 04 LEVERKUSEN
Nach einer turbulenten Übergangsphase geht Bayer 04 Leverkusen unter Trainer Carles Martínez in eine richtungsweisende Saison 2026/2027. Mit klaren sportlichen Ambitionen (Rückkehr in die Top 4/Champions League) und rechtlich-strategischen Herausforderungen rund um die 50+1-Ausnahmeregelung sowie den Nachwuchscampus-Ausbau steht die Werkself vor einer wegweisenden Spielzeit.

Status Quo​

Platz 6 (58 Punkte) in der Vorsaison verfehlte die Königsklassen-Qualifikation knapp. Unter Martinez soll die Spielphilosophie geschärft werden: Hohe Ballbesitzdominanz gepaart mit deutlich intensiverem Pressing gegen den Ball. Der Kader wurde durch namhafte Abgänge (Piero Hincapié, Alejandro Grimaldo, Palacios) ordentlich umgestaltet, präsentiert sich qualitativ und quantitativ aber exzellent verstärkt.

Taktische Grundidee​

Das System schwankt zwischen einem variablen 4-3-3 (Doppel-8) und einem 4-2-3-1. Aus einer dominanten Zirkulation über die Sechser-Position heraus setzt Martínez auf extrem agile offensive Außenbahnen sowie vertikale, linienbrechende Pässe in die Box.

Eine mögliche Startelf
Flekken
Quansah - Tapsoba / Badé / Quansah - Medina - Gutierrez
Fernandez - Garcia
Tella / Culbreath - Maza / Tillman - Moreira
Schick / Kofane

Wichtigste Transfers

Neuzugänge​

  • Miguel Gutiérrez (LV): Kam vom Neapel als spielstarker, invers agierender Grimaldo-Nachfolger.
  • Facundo Medina (IV/LV): Physisch starker Linksfuß aus Marseille für die Abwehrzentrale.
  • Afonso Moreira (LA): Technisch visierter Flügelspieler von Olympique Lyon.
  • Kennet Eichhorn (ZM): Erst 17-jähriges Supertalent von Hertha BSC für 9 Mio. € verpflichtet. Verletzt.
  • Luca Erlein, Ndjicoura Bomba sind Perspektiv-Transfers für Nachwuchs und Breite.

Abgänge​

  • Alejandro Grimaldo (LV): Für über 20 Mio. € zu Atlético Madrid gewechselt.
  • Palacios (ZM): ging doch noch für über 20 Mio. zu Ipswich Town in die PL.
  • Piero Hincapié (IV): Fest zu Arsenal transferiert (~50 Mio. €).
  • Kerim Alajbegović (LA): Nach Juventus Turin verkauft.

Stärken und Schwächen im Kader

Stärken​

  • Enorme spielerische Klasse & Polyvalenz: Mit Aleix García, Ibrahim Maza und Miguel Gutiérrez verfügt Leverkusen über technisch herausragende Ballverteiler.
  • Sturm-Rochade mit enormer Tiefe: Patrik Schick (Zielspieler) und der junge Christian Kofane (Speed & Gegenpressing) ergänzen sich perfekt.
  • Zukunftsorientierte Kaderbreite: Riesiges Talent-Reservoir im U20-Bereich für nachhaltige Ausrichtung.

Schwächen​

  • Rechtsverteidigung/Innenverteidiger-Hybrid: Spielt Quansah rechts, fehlen klassische gelernte Außenverteidiger-Backups auf Höchstniveau.
  • Kaderüberhang: Viele Wechselgerüchte und Unruhen im Schattenkader (Terrier, Ben Seghir, Boniface) binden Ressourcen.

Die drei größten Baustellen

  1. Rechtsaußen-Besetzung: Die ungeklärte Verpflichtung/Rückholaktion von Musa Diaby lässt eine Vakanz auf dem rechten Flügel.
  2. Standardgefahr ohne Grimaldo: Aleix García muss die Vorlagen- und Freistoß-Rolle im Kollektiv auffangen.
  3. Kader-Verkleinerung: Verkauf von Großverdienern ohne Perspektive vor Ende des Transferfensters.

Die drei größten Trümpfe

  1. Prunkstück Ibrahim Maza: Bringt alle Anlagen mit, um der dominante Freigeist der Liga zu werden.
  2. Echte Konkurrenz im Sturmzentrum: Kofanes Dynamik zwingt Schick zu Höchstleistungen.
  3. Konsequente Reinvestition: Strategischer Vorsprung durch extrem frühzeitiges, passgenaues Scouting.

Fazit und Saisonprognose

Bayer 04 Leverkusen geht mit einer extrem funktionierenden Mischung aus gestandenen Leistungsträgern und hochveranlagten Neuzugängen in die Saison. Gelingt es Carles Martínez, den defensiven Zusammenhalt schnell herzustellen, führt an Leverkusen im Kampf um die Königsklasse kein Weg vorbei. Die erneute Qualifikation für die Champions League (Platz 3 bis 4) ist das absolut realistische Saisonziel.