Der Staat unterscheidet hier ganz klar zwischen kurzfristigen Glücksspielgewinnen (das wäre eine gewonnene 100k-Kombi, ein 60k-Turniersieg beim Poker oder eben auch ein Lotteriegewinn). Diese sind eben kurzfristige Luckshots von lagfristigen verlierern. Kein Einkommen in dem Sinne und deshalb nicht steuerpflichtig.
Anders sieht es bei regelmäßigen (also langfristigen) Gewinnern aus. Da legt sich der Staat die Realität einfach zurecht wie es ihm passt und erklärt einen zum "erwerbsmäßigen" Spieler. Daß die Gesetze über "Glücksspiel" so ausgelegt sind, daß man eigentlich gar nicht langfristig gewinnen kann, wird dann einfach mal ignoriert und das ganze plötzlich wie ein Geschicklichkeitsspiel aufgefasst. Und schon ist man (Semi)professioneller Spieler und hat Steuern zu zahlen.
Beispiele wären ein dauerhaft erfolgreicher Cashgame-Spieler beim Poker oder ein dauerhaft erfolgreicher Sportwetter (mit Bankrollmanagement).
Wobei die Grenzen da teils fließend sind, was noch Hobby ist und was professionell. Wer im Monat mal ein paar hunderter auscasht, weckt wohl besser keine schlafenden Hunde. Wer aber jeden Monat vierstellige Summen aus Sportwetten oder Poker zieht, der sollte nicht so naiv sein und das ganze für steuerfrei halten. Da hilft es auch nichts, wenn man nachher erzählt, man hätte das Geld wieder verloren! Das müsste man dann schon belegen!
Die Chance erwischt zu werden ist zugegeben klein, vor allem wenn man sich beim auszahlen nicht zu dumm anstellt (Neteller-Card ist ein Anfang, gibt aber unauffälligere Methoden. Ich möchte aber auch keine Anleitung zur Steuerhinterziehung geben!). Trotzdem sollte man nicht mit regelmäßigen Gewinnen angeben, das kann ganz schnell gefährlich werden!