ich wette seit ca 2 Jahren und habe definitiv bisher mehr verzockt als gewonnen.
Ich behaupte mal frech, das ist normal. Meist wird man ja durch einen oder mehrere Glückstreffer "angefixt" und meint dann, es müsse ja so weiter gehen. A und O jeden "Wettspaßes", ist striktes Moneymanagement. 1. Punkt - ein Limit setzen, je nach Geldbeutel natürlich verschieden, aber als Anfänger würde ich z.B. 100€ nehmen. Diese in 10 Teile teilen und nie pro Wette mehr als einen Teil setzen.
Und die goldene Regel: sind diese Verzockt, erstmal aufhören. Man gewinnt Verluste nicht "durch mehr Einsatz" zurück, sondern man muß immer rational und unemotional rangehen. Will man Verluste wieder "ausgleichen", geht man irrationale Risiken ein. Eine Spirale, bis es irgendwann richtig wehtut. Lieber Pause machen, Fehler analysieren und wieder setzen, wenn man Geld schmerzlos "verpulvern" kann.
Zweite goldene Regel, betrifft die Gewinne. Hohe Gewinne sind ebenso gefährlich wie hohe Verluste. Bei abstrusen Gewinnen wird man schnell leichtsinnig und glaubt immer so weiter machen zu können, weil man ja richtig lag. Dem ist natürlich nicht so, schon Shakespear wußte, "das Glück ist eine launische Hure". Also nach jedem ausgewöhnlichen Gewinn, schalte ich erstmal 3 Gänge zurück und pausiere entweder ganz, oder spiele mit Micky Maus Beträgen, um mich vor der eigenen Hybris zu schützen.
Besonders bei länderspielen wie der Em Quali habe ich stets gesetzt.
Halte ich im Fußball für die schwerste Materie überhaupt. Zum Einen sind die wenigsten NMs konstant in ihren Leistungen und Zwerge wachsen gern mal über ihre Fähigkeiten heraus, zum Anderen liegen zwischen den Spielen oft große Zeiträume, eine Form läßt sich im Ligaalltag mit 1-2 Spielen die Woche viel leichter feststellen. Bis auf große Turniere, wäre ich mit NMs sehr, sehr vorsichtig. Besser Liga oder internationale Vereinsspiele.
Nehmen wir als Beispiel mal den aktuellen CL-Spieltag, war die einzig echte Überraschung Porto-Nikosia. Ansonsten bis auf 3-4 Spiele die relativ offen waren, haben sich durchweg die Favoriten durchgesetzt. Selbst Topligen spielen sich imho einfacher als die NMs.
Meine Frage lautet eigentlich, wie geht ihr damit um wenn ihr eure Kombis verdammt knapp verliert?
Ich habe neulich eine 6000er Quote um ein Tor verfehlt und mußte herzlich lachen, weil ich solche Kombi einzig á la Lotto spiele und dafür Mikroeinsätze nehme. Und wenn es zeitversetzt wäre, würde ich natürlich live absichern. Ich mache es auch gern so, dass ich mir Einzelspiele herauspicke, die natürlich einzeln spiele und dann in 2er oder 3er Kombis mit Kleinbeträgen kombiniere. Und aus Fun -> und *nur* aus Fun, kommen hier und da auch mal >3 Spiele Kombis hinzu.
Man darf sich da nix vormachen, Kombiwetten sind Dummenfang auf Mathematikwahrscheinlichkeiten. Bei 3 Spielen und 3^3 = 27 Möglichkeiten ist das noch durch legitim, so habe ich gestern z.B. Chelsea, Milan & Barca zu Null kombiniert, aber ab dem 4/5.Spiel wird es dann mathematisch kriminell, 81/250 zu 1 - der Mensch hat ja schon Probleme mit dem exponentiellen Denken, hier wird gleich Kubik verlangt. Und es wird ja nicht 3,3 quotiert, sondern je nach Auswahl gern 1,2 oder ähnliches Niveau. Und nehmen wir jetzt mal irgendeine Barca-1.1 Quote, so ergibt das bei einer 3-Kombi eine 1,33 oder umgerechnet eine 75%-Wahrscheinlichkeitsquote. Mathematisch aber eine 27:1 oder 3,7% Quote. Bei Barca mag man mit solchen Wahrscheinlichkeiten noch durchkommen, aber halt - Liga, 7 Spiele, 2 UE - sprich fail. Wie es bei >3er Kombis dann aussieht, besser als Lotto allemal, aber man sollte nicht der Illusion erliegen da realistisch Gewinn mit machen zu können. Es gewinnen ja auch Leute im Lotto, werden vom Blitz erschlagen oder bleiben mit ihrem Schal in der Rolltreppe hängen, kommt alles vor, aber mit ernsthaftem Wetten hat das nix zu tun.
ich spiele stets ca 3-6 Kombis und da liegt auch das Problem.
Sowas liebe ich und das meine ich nicht ironisch oder so. Du erkennst das Problem selbst. Denn die eigentliche Frage lautet ja, warum spielst Du solche Kombis? Ich gehe davon aus, dass Du etwas wie praktisch alle hier von Fußball verstehst. Also 1-2 Spiele korrekt zu prognostizieren, dürfte wohl locker im Rahmen liegen. Dein Problem ist die Gier, eben nicht eine 2,3 oder eine 1,6 Quote zu *gewinnen*, sondern Du willst 3,68 gewinnen, übersiehst dabei aber, aber die Wahrscheinlichkeit nicht nur im Quadrat, sondern im Kubik abnimmt. Also einfacher Tip, mehr Bescheidenheit [[yo]]
Der Höhepunkt der pechsträhne war wohl letzten freitag wo alle spiele durch waren und nur noch england mal wieder in letzter sekunde nachspielzeit das ding verkackt ( 800,- entgangener Gewinn).
Nein, das war keine Pechsträhne sondern Blödheit, sorry wenn ich das so direkt sage. Du hättest easy England nach der roten Karte layen können und es wäre billig gewesen. Also 600 hättest Du mit links "retten" können. Wobei das bei größeren Kombis zugegeben natürlich nicht immer so einfach ist.
Ich tippe regelmäßig so einen Quatsch, eben grade
Volyn (Res) vs. Arsenal Kiev, habe ich auch nur den Schimmer einer Ahnung über die ukrainische Reserveliga? Natürlich nicht, aber wenn in einem Spiel eine Rote fällt, wette ich gern dagegen, manchmal gehts schief, meistens klappts. Und zu richtig guten Quoten. Also erfolgreiche Kombis gut und schön, aber irgendwo halt auch im Auge behalten.
Aber wie soll man damit umgehen und was daraus lernen? ich denke es ist ein Mangel an Disziplin meinerseits, dass ich evtl die Kombis zu groß mache, aber es ist immer nur ein spiel, das schiefgeht.
Du könntest damit anfangen Deine Kombis einzeln zu spielen und mit sinkendem Einsatz zu kombinieren. Also Einzelspiel je nach Überzeugung mit 20€, Zweier-Kombi mit 5€, 3-Kombi mit 2,5 und alles darüber mit der kleinmöglichen Einheit.
ich denke ich mache jetzt ein Monat Pause um eine Art Abstand davon zu bekommen und evtl sowas wie nen Neuanfang zu wagen.
Genau deshalb antworte ich Dir, Du scheinst einen Riecher zu haben, Du machst Fehler, bist aber nicht blöd und versuchst es besser zu machen. Und klar sehe ich da Potenzial, sonst würde ich hier nicht rumschreiben. 5/6, mit sowas kann man Gewinn machen, man muß es nur richtig machen und ich sehe Dich da durchaus auf dem richtigen Weg. Streiche nur die Vorstellung vom "schnellen Reichtum" aus dem Kopf, sondern betrachte es wie eine Anlage, 5% sind gut, 10% sind mehr als Du bei anderen Möglichkeiten bekommst, 25% sind durchaus realistisch, wenn man ein paar Regeln einhält. Und das x-Kombi-Lotto, nimmt man nebenbei mit, das 1% kann man verschmerzen für die Chance.
Die Kernfragen : Wie geht ihr mit sowas um
Für mich war die Kernfrage, will ich vom Wetten leben oder nicht? Ich habe mich dagegen entschieden, nicht weil ich es nicht könnte, sondern weil ich dann vermutlich an einem Herzinfarkt sterben würde. Ich betreibe das als Hobby, was gerne Gewinn abwerfen darf, aber nicht muß. Ich setze kein Geld, was ich mir nicht erlauben kann und fahre damit ganz gut, gelegentlich springt für mich dabei irgendein Luxus-Gadget heraus, was ich mir ohne die Wetterei nicht leisten würde. Vom Zeitaufwand her, wäre ein Nebenjob vermutlich lukrativer, aber ich kombiniere ja Leidenschaft und Hobby.
Ich würde Dir raten auch erstmal Deinen Style zu finden, der eine ist ein Crack in endlosen Analysen, ein anderer Tippt 1000 Wetten mit Mikrogewinnen, ich bin ein Dog-Wetter, der vor allem Live seine Stärken hat, weil ich "Quotenfehler" schneller erkenne als der Markt.
Aber es gilt für jeden, learning by doing, jedes Hobby kann Geld kosten oder bringen und selbst bei den besten Wettcracks hier - und hier gibt es wirklich Top-Wetter, weißt Du nicht wie es real aussieht.
Auch bei den Besten steht meine Meinung da fest, easy Money gibt es nicht. Man zahlt dann halt auf andere Weise.
LG