Nobody schrieb:
Hört sich gut an. Betonen muss man von Seiten der EU noch mal - du erwähnst das ja auch in Punkt 4) -, dass ein Monopol nur dann gerechtfertigt ist, wenn dargelegt werden kann, warum keine andere (weniger radikale) Lösung die gewünschten Ziele erreichen kann.
Bis heute haben die deutschen Bundesländer nur behauptet, nicht aber plausibel begründet, warum sie kein privates Lizenzierungsverfahren wählen wie in England z. B., wo das bestens funktioniert und es bestimmt nicht mehr Spielsüchtige gibt.
Statt dessen wurde in der Presse nur mal eingeworfen, man habe jetzt bis Ende 2007 nicht mehr ausreichend Zeit, um so ein Modell zu entwickeln. Was ja wiederum sehr peinlich ist und indiskutabel. Man hat sich nach dem Urteil aus Karlsruhe (März 2006!!) einfach ausgeruht und gehofft, man werde seine Pfründe schon irgendwie übers Ziel retten ...
Nobody, machen wir uns doch nichts vor. Einzig und allein finanzielle Interessen sind hier von
Staatsseite entscheidend. Wenn es um viel Geld geht, haben den Gesetzgeber moralische
Bedenken noch nie interessiert. Außerdem dürfte der Anteil der Bevölkerung, die spielsüchtig
sind derart gering sein, dass hier nach dem Motto "mit Kanonen auf Spatzen" agiert wird.
Die Wahrheit ist: Die Länderhaushalte brauchen die Knete und alles andere wäre haushalts-
politischer Selbstmord. Man braucht sich doch nur reinzuziehen, dass hier quasi alle Bundes-
länder unisono einer Meinung sind. Sowas gibt es außer bei Diätenerhöhung in Deutschland
nicht. Wenn jemandem ab diesem Punkt nicht die Motive einleuchten, dem ist nicht mehr
zu helfen.
Das einzige, was den Staatsvertrag retten könnte, sind europapolitische Mauscheleien oder
der Kunstgriff eines Gerichts, Sportwetten und Pokern zu Geschicklichkeitsspielen zu erklären,
was allerdings problematisch ist, weil Sportwetten im Staatsvertrag ausdrücklich genannt sind,
d.h. der Gesetzgeber stillschweigend davon ausgeht, es handle sich um ein Glücksspiel.
(In der Vorschau sah der Text vernünftig aus und warum ist er jetzt so zerstückelt ??)