Spanien vs. Deutschland, 15.06.2009, 20.45 Uhr (kick-off)
Competition: UEFA-U21-Europameisterschaft 2009
Austragungsort: Göteborg (Schweden)
Stadion: Gamla Ullevi (Göteborg)
Schiedsrichter: Tony Chapron (FRA)
Vorwort:
In Schweden gibt es nicht nur schöne Frauen:
Die UEFA-U21-Europameisterschaft ist in zwei Abschnitte unterteilt: Qualifikation und Endrunde. Die Qualifikation begann am 31. März 2007 und dauerte bis zum 15. Oktober 2008. Die Qualifikationsrunde bestand aus einer Gruppenphase mit anschließenden Play-off-Spielen, um die sieben Nationen zu ermitteln, die nun zusammen mit dem automatisch qualifizierten Gastgeber Schweden das acht Teams umfassende U21-Turnier in Schweden bestreiten werden. Bereits in der Qualifikationsrunde blieben z.B.Teams wie Portugal, Russland, Griechenland, Kroatien, Ukraine, Polen, Niederlande, Tschechien oder Ungarn auf der Strecke. Österreich, Israel, Wales, Dänemark, Schweiz, Türkei und Frankreich fielen allesamt den Play-off-Spielen zum Opfer. Die nun stattfindende Endrunde wird vom 15. bis 29. Juni 2009 ausgetragen. Das Turnier ist stark besetzt, so dass hochklassiger Fußball schon fast vorprogrammiert erscheint.
Die Teilnehmer: Schweden, England, Finnland, Serbien, Italien, Spanien, Deutschland und Belarus.
Gruppe A: Schweden, Belarus, Italien, Serbien
Gruppe B: England, Finnland, Spanien, Deutschland
Favoritenkreis:
Ganz oben auf meiner Liste steht Deutschland. Die Spanier, auf die die DFB-Elf am heutigen Montag treffen wird, verfügen traditionell über hervorragende U-Nationalmannschaften. Star im Team ist der beim FC Barcelona unter Vertrag stehende Bojan Krkic. Für mich hat er eindeutig das Zeug, bester Torschütze und Spieler des Turniers zu werden. Dafür müssen aber auch die übrigen Mannschaftsteile Top-Leistung bringen, denn auch der technisch versierte Bojan kann (noch) kein Spiel im Alleingang entscheiden. Gastgeber Schweden hat zwar Heimvorteil, dafür aber keine Spielpraxis. Die Tatsache, dass sich Schweden als Gastgeber für die Endrunde automatisch "qualifiziert" hat, ist für das Selbstvertrauen nicht gerade förderlich. Keine Rolle spielen wird ferner Finnland. Die Akteure aus Belarus sind körperlich sehr präsent und haben in den Play-off-Spielen die Türkei mit 1:0 bzw. 2:0 besiegt. Überragender Spieler ist Mittelfeld-Stratege Sergei Kryvets, der bereits in der Champions-League zum Einsatz kam und dabei einen Treffer erzielen konnte. Mit Italien ist zwar immer zu rechnen. Im Vergleich zu Spanien, Deutschland und auch Serbien fehlt Italien jedoch die individuelle Klasse und Torgefährlichkeit. Geheimfavorit auf den Titel ist in meinen Augen Serbien. Die Serben spielen nicht nur einen taktisch guten Fußball, sie sind auch physisch sehr stark und clever. Jedenfalls werden die Serben - sofern sie ihre Leistung abrufen - das Halbfinale erreichen.
Team - Deutschland
Die Hrubesch-Schützlinge wollen mit ihrem erstem U21-EM-Titel Geschichte schreiben. Allerdings erwartet das DFB-Team gleich zu Beginn des Turniers eine knifflige Aufgabe gegen die "Wunderkinder" aus Spanien. Dennoch muss und will sich Deutschland keinesfalls verstecken. Schließlich reisen die DFB-Junioren mit einem enorm starken Kader an. Mit Neuer, Fromlowitz, Beck, Boenisch, Höwedes, J. Boateng, Aogo, Schmelzer, Hummels, Ebert, Khedira, Özil, Grote, Ben-Hatira, Castro, Dejagah, Marin und Ede haben etliche Spieler bereits Bundesliga-Luft geschnuppert und sich auf höchstem Niveau bewiesen. Insbesondere Neuer, Khedira, Özil und Dejagah halte ich für die (aller-)wichtigsten Stützen im DFB-Team. Aber auch die übrigen Akteure wie Sippel, Johnson, Schwaab, Wagner und Ede haben in der 2. Liga mehrfach gezeigt, wie viel Potenzial in ihnen steckt. Lediglich Adlung, der als großes Talent gilt, hat es in der abgelaufenen Spielzeit zu keinem einzigen Bundesliga-Einsatz gebracht, sondern lief für den VFL Wolfsburg II in der Regionalliga auf. Besonders fällt mir auf, dass die Hrubesch-Schützlinge einen sehr homogenen "Mix" aus technisch versierten Einzel- und Mannschaftsspielern bilden. Wenn (auch) die Defensive schnell zusammenfindet und sich aufeinander einstellt, wird Deutschland durchaus in der Lage sein, auch gegen offensivstarke Spanier die "weiße Weste" zu wahren. Mit Manuel Neuer stellt man jedenfalls den besten Torwart des gesamten Turniers, der im Notfall die Kohlen aus dem Feuer holen wird. Den stärksten Mannschaftsteil bildet allerdings die Offensive. Von der "Berlin-Fraktion" um J. Boateng, Ebert, Ben-Hatira, Dejagah und Ede bekleiden die vier Letztgenannten eine offensive Position. Aus alten Hertha-Zeiten kennen sie sich in- und auswendig. Hier sehe ich einen klaren Vorteil gegenüber den Spaniern, die weitestgehend aus diversen Clubs "zusammengewürfelt" sind. Zwar war in der Jugend ausschließlich Dejagah durchgehend Stammspieler, dennoch ist jeder mit den Laufwegen und Stärken seiner "Kumpels" vertraut. Ein weiterer Pluspunkt: Das deutsche Team ist extrem torgefährlich. Neben den hochgewachsenen Abwehrspielern Höwedes und Boenisch strahlen insbesondere Khedira, Özil und Dejagah enorme Torgefahr aus. Intern hat man das Ziel ausgegeben, den EM-Titel zu holen. Zwar taten sich die Hrubesch-Schützlinge in den zwei Play-off-Spielen gegen fußballerisch exzellente Franzosen phasenweise sehr schwer, doch in Schweden kann man personell aus den Vollen schöpfen und die bestmöglichste Aufstellung aufbieten. Bis auf K. Boateng, den ich für einen der besten Fußballer auf europäischer Bühne halte, fällt nämlich kein weiterer wichtiger Spieler verletzungsbedingt aus. Ausreden gibt es also keine!
Kader:
Tor: Sippel, Fromlowitz, Neuer
Abwehr: Beck, Boenisch, Höwedes, J. Boateng, Aogo, Johnson, Hummels, Schwaab, Schmelzer
Mittelfeld: Ebert, Khedira, Özil, Grote, Adlung, Ben-Hatira, Castro
Angriff: Dejagah, Marin, Wagner, Ede
Kritk:
Im Angriff fehlt mir - bis auf Dejagah, der aber vermutlich hängende Spitze spielen wird - ein "polyvalenter" Spieler, der "Killersinstinkt", Abschlussstärke, Schnelligkeit, Kopfballspiel und Technik miteinander vereint. Wagner wird sicherlich seine Chance erhalten, jedoch kommt er zu selten aus der Tiefe und ist eher ein klassischer Strafraumstürmer mit einem geringeren Bewegungsradius. Ede ist schnell und wendig, aber ausschließlich ein Linksfuß. Marin ist sowieso kein klassischer Angreifer.
Team - Spanien
Die Qualifikation für die U21-Europameisterschaft war für Spanien keine große Hürde. Georgien, Polen, Kasachstan und Russland wurden allesamt besiegt. Am Ende freute sich der Europameister-Nachwuchs über eine Torbilanz von 21:2. In den Play-off-Spielen gegen die Schweiz verloren die Iberer das Hinspiel mit 1:2. Nach dieser 1:2-Auswärtsniederlage stand die Truppe von Juan Ramón López Caro im Rückspiel in Lorca vor dem Aus, doch mit einem spektakulären Tor in der letzten Minute brachte Sisi von RC Recreativo de Huelva seine Mannschaft gerade noch in die Verlängerung. Dort war es schließlich Kapitän Raúl García, der für Jubel bei den Spaniern sorgte. Dennoch war es ein Weckruf für seine Mannschaft, die bis dahin nicht zu stoppen schien. Während die DFB-Elf auf die beste Formation und damit fünf A-Nationalspieler zurückgreifen kann, muss der spanische Coach Juan Ramón López Caro auf insgesamt sechs Akteure verzichten, die mit dem A-Team beim Confederations-Cup in Südafrika weilen, darunter z.B. Europameister Cesc Fabregas vom FC Arsenal London oder auch Piqué und Sergio Busquets. Mit Akteuren wie Miguel Torres (Real Madrid), Capel (FC Sevilla), Raúl García (Atletico Madrid) und Bojan Krkic (FC Barcelona) verfügt das Team dennoch über hervorragende Fußballer.
Kader:
Tor: Jiménez, Asenjo, Adán
Abwehr: Torres, Monreal, Torrejón, Azpilicueta, Sánchez, Chico, Marcano
Mittelfeld: Martínez, Sisi, Raúl García, Manuel Jurado, Granero, Suárez, León
Angriff: García, Bojan Krkić, Capel, Xisco, Pereira, López
Kritik:
Die spanischen U21-Junioren gehören sicherlich zum Favoritenkreis auf den EM-Titel. Dennoch weilen wichtige Spieler bei der A-Nationalmannschaft in Südafrika und nehmen am Confed-Cup teil. Zwar benötigen gute Fußballer grundsätzlich eher wenig Zeit, um sich aufeinander abzustimmen, doch gegen ein so starkes Team wie Deutschland wird man sicherlich seine Schwierigkeiten bekommen.
Fazit: Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw starten die deutschen U21-Fußballer ausgerechnet gegen den Topfavoriten Spanien mit "Wunderkind" Bojan Krkic vom Champions-League-Sieger FC Barcelona in die Mission EM-Titel. Dennoch tritt man mit breiter Brust an, denn nach den Triumphen der U19 und U17 will sich nun auch der älteste Jahrgang als dritter innerhalb eines Jahres Europas Krone aufsetzen. Personell kann Deutschland aus den Vollen schöpfen und in Bestbesetzung antreten. Dies trifft aber nicht auf Spanien zu. Beide Teams verfügen über gute Einzelspieler, doch die DFB-Elf ist in meinen Augen noch homogener als das Team von Juan Ramón López Caro. Dejagah, Khedira und Özil werden das Spiel prägen und mindestens für einen Punkt sorgen!
Mein Tipp: Lay Spanien @ 2.36 betfair
Mein Tipp: Dejagah to score @ 3.80 betfair (small)