Mogli schrieb:
Das wär ja kontraproduktiv. Aber, wenn ich von den letzten 50 Wetten zu Quote 2 nur 10 gewonnen habe, dann sollte ich an der grundsätzlichen Qualität meiner Einschätzungen zweifeln und reduzieren.
Der Punkt ist folgender:
Bei einer Quote von 2 werde ich ja nur spielen, wenn ich die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen höher als 50% einschätze.
Sagen wir 56%.
Wenn ich jetzt in meiner Einschätzung wirklich super wäre, dann würde sich das ja im Ergebnis niederschlagen.
Von zB 1000 Wetten würden (durchschnittlich) 560 gewinnen (nämlich besagte 56%).
Würde ich dagegen nach dem in deinem Beispiel genannten 50 Wetten nur 10 gewonnen haben (mir persönlich wären 50 Wetten noch nicht aussagekräftig genug-aber egal), dann scheint meine 56% Siegeinschätzung definitiv falsch zu sein.
Wenn dem so ist, bringt es aber nichts, den Einsatz zu reduzieren, weil dadurch meine Fehleinschätzung nicht besser wird.
Ich würde ganz aufhören und meine Einschätzung überarbeiten.
Ob du die jeweilige Neueinschätzung dann real spielst oder sie erstmal auf dem Papier testest hängt lediglich davon ab, wieviel Geld zu verlieren du dir leisten kannst.
Das grosse Problem, wenn du Fussballwetten spielst, sind die unterschiedlichen Quoten und mM nach eben auch die variablen Stakes, weil sie dir eine "Überprüfung" so irre schwer machen.
Wenn du beispielsweise behauptest, du könntest den Sieger einer Fussballpartie mit 56% Wahrscheinlichkeit richtig vorhersagen, dann tust du folgendes:
1. Du teilst 100/56 und erhältst die Quote, die diese Wahrscheinlichkeit ausdrückt --hier 1,79
Jede Quote, die für den Sieg einer Mannschaft steht welchen du mit 56% und höher bezifferst und die höher als 1,79 ist kannst du nehmen.
2. Ich würde Asian Handicap 0 vorschlagen, weil du dann beim Unentschieden abgesichert bist. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich deine Quoten in einem relativ engen Bereich bewegen.
Du schließt so also riesen Quoten aus, unterliegst damit faktisch auch nicht dem Argument der variablen Stakes.
Das machst du entweder gleich real oder auf dem Papier für 100 Wetten.
Erreichst du langfristig deine 56%, dann kannst du bei diesen Quoten nicht verlieren. Dein Einsatz (fester %-Satz zum Kapital) muss so berechnet sein, dass du eine Verlustserie, die immer kommen kann überlebst.
Ich weiss nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür , dass du bei einer Gewinnerwartung von über 55% und 1% deines Kapitals (nicht nach jeder Wette justiert und nie nach unten justiert) alles Kapital verlierst nahezu ausgeschlossen ist.
Bei 2% liegt die Wahrscheinlichkeit so um den Bereich eines Lottogewinns mit Superzahl.
Das Risiko für das Ereignis ist relativ simpel abzuschätzen.
Wenn du zB sagst, ich spiele mit 10% Einsatz, weil ich nicht glaube, dass ich 10 mal hintereinander verliere, dann rechne die Wahrscheinlichkeit dafür nach.
Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Tipp nicht aufgeht (immer unter der Vorraussetzung, dass sich deine 56% Trefferquote als richtig herausgestellt haben) ist:
44/100=0,44
Die Wahrscheinlichkeit, dass 2 Tipps hintereinander nicht aufgehen ist:
0,44*0,44
Und die Wahrscheilichkeit für 10 "Fehler" und damit den Bankrott ist:
0,44*0,44*0,44*0,44*0,44*0,44*0,44*0,44*0,44*0,44=0,00027=0,027%
Der Umkehrschluss gibt:1/0,00027 =3703.70
Das heisst, dass durchschnittlich alle 3704 Spiele mit einer Serie "10 verlorene Spiele in Folge" und damit einem Totalverlust zu rechnen ist, wenn du 10% des Kapitals einsetzt.
Wenn du nun im Schnitt 5 Spiele pro Tag wettest dann bist du durchschnittlich alle 3704/5 = 741 Tage pleite.
Und das bei einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 56%
Ziel muss es also sein herauszubekommen, welche Gewinnwahrscheinlichkeit das Bauchgefühl,das Rechensystem oder was auch immer langfristig erwirtschaften wird. Wenn du dann mit festen Einsätzen (% auf Kasse) rechnest, kannst du dein Risika auf zB durchschnittlich alle 100 Jahre pleite einrichten.
Das stell ich mir eben bei variablen Stakes sehr schwierig vor, weil ich da für jede Wette 1/10...10/10 jeweils überprüfen müsste,ob die Vorhersagen stimmen (10*so viele Daten benötigt--besonders schwer dürften 100 10/10 zu finden sein) und wenn ich dann noch die Kasse jeweils nach einer Wette anpasse, wie soll ich da irgendwelche Wahrscheinlichkeiten berechnen.
Da sind dann ziemlich viele Variablen in der Rechnung.
Bei mir sind es nur 2: Höhe des % Einsatz und Gewinnwahrscheinlichkeit der Tipps.
So nu is aber erstmal genug geschrieben :mrgreen: