T-Mobile suspendiert Ullrich

Wird Herausforderer Shining als erster die Chance nutzen, das Konditionswunder Daniel stehen zu lassen indem er ihm ein "Hast recht" entlockt, als Punktsieger vom Platz geht oder ihn gar zum Schweigen bringt?
Flobet favorisiert das JA und gibt hierfür eine magere Quote von 1,4.
 
Daniel schrieb:
Ganz ruhig, muss nur gerade etwas Anlauf nehmen, um zum 2:1 zu verwandeln. [[yo]]

Hast eh Zeit, ich geh jetzt fort und morgen bin ich Fallschirmspringen, also hast zumindest a bissal Zeit meine alten Postings zu durchforsten obs nicht irgendwo was Brauchbares gibt... [[aetsch]]

Mach nur Daniel, aber vergiss nicht dein Zitat zu rechtfertigen, ich bin schon gespannt...
Nochmal in Erinnerung gerufen: Warum lässt sich Ullrich nicht testen, wo er es doch so leicht könnte, wenn er ja nichts zu verbergen hat (wie du selbst festgestellt hat)?

Beantworte das doch einmal, bevor du wieder in der Mottenkiste stöberst... [[aetsch]]

Shining
 
Shining schrieb:
Jo mei, Daniel, da versuchst halt wieder den schnellen Punkt zu machen und dann stolperst schon wieder über die deutsche Sprache, denn ich erkenne da nix Widersprüchliches. Ich kritisiere Vorverurteilungen durch das IOC, die noch dazu damals vorgeschlagen haben, Österreich als ganzes von den Spielen auszuschließen. Und wennst jetzt meine Postings zu Ullrich nochmal durchliest, dann musst mir erst zeigen dass ich Vorverurteilungen gutheiße. Nur stehen die Anschuldigungen gegen Ullrich jetzt schon Wochen im Raum und er reagiert nicht, weil.... öhm, kanns sein dass du mir diese Antwort noch schuldig bist? Mehr hab ich bis jetzt nicht gesagt, als dass seine Nicht-Äußerung und sein Nicht-DNA-Test für mich ein Schuldeingeständnis sind. Solltest net so viel in Winter-Postings stöbern um durch oberflächliches Lesen dann glänzen zu können...

Ich wüßte mal gerne, wie du das Wort "widersprüchlich" definierst. [[help]]

Erst sagst du, du findest Vorverurteilungen nicht gut, gleichzeitig sagst aber, es stehen nun schon seit Wochen Anschuldigungen gegen Ullrich im Raum und er beweist einfach nicht seine Unschuld. Also gehst du doch davon aus, dass er was zu verbergen hat.

Nochmal ein Zitat von dir:

"...und wenn man dann laut drüber nachdenkt, dass man auch ohne Beweise sanktionieren kann und am besten gleich ganz Österreich ausschließen sollte, dann ticken die Herren im IOC wohl wirklich nicht ganz richtig."

Dieser erste Teil deines Zitates hat ja wohl überhaupt nicht mit dem zweiten zu tun. Du bist strikt dagegen, dass man ohne Beweise sanktionieren kann. Also erzähl uns doch net, dass es dir nur darum ging, dass man ganz Österreich sperrt. Hast es zwar gesagt, aber hat ja nichts mit dem ersten Satz zu tun, Freund der deutschen Sprache.

Shining schrieb:
Kommen wir aber zum Spannenderen, ich habe mir den Thread nochmal durchgelesen und einiges gefunden, das du sicher erklären kannst... :mrgreen:
Gemmas langsam an:

Der Komiker schrieb:
Also nun mal im ernst. Man findet Beuteln mit 80 oder wieviel Substanzen und dann sollens net gedopt haben ? Na ja.
Is irgendwie so, wenn man bei nem Alkoholkranken 10 Flaschen Schnaps findet und er behauptet, ich hab keinen Tropfen geschluckt.

Ui, das war ein Hammer, bin sehr beeindruckt. [[yo]]
Allerdings stehst ganz klar im Abseits, schade. [[bussi]]

Der feine, aber entscheidende Unterschied ist, dass man bei den Ösis damals die verbotenen Substanzen praktisch unterm Kopfkissen gefunden hat, also in dem Zimmer, wo sie untergebracht waren und ein wohlgemerkt angeblicher Blutbeutel von einem deutschen Radprofi, der sich gerade in Frankreich befand, wird in irgend einem Regal in Spanien gefunden, wo man dann noch net a mal weiß, ob es sich wirklich um das Blut von Ulle handelt.
Wenn die Ösis net gedopt haben, dann muss ich die Frage stellen, na sie wollten das Zeug doch hoffentlich net an Kollegen verkaufen ? [[rofl]] [[rofl]]

Was ich damit sagen will ist, dass die einen im Besitz der Sachen waren und ein anderer eben net.

Shining schrieb:
Und wenn ein Profiradrennfahrer Kontakt zu einem Dopingarzt hat, wie isses dann? [[aetsch]]
Aber natürlich, Indizien zählen nicht, Ullrich kennt den Arzt nicht, die Blutbeutel sind nicht von ihm.

Boah Shining, jetzt gehst aber voll auf Offensive. :mrgreen:
Aber du weißt ja, wer zu offensiv spielt, fängt sich gerne Konter ein.

Jetzt weißt du schon mehr als alle anderen, vermutlich weiß noch net mal der Ullrich, dass er Kontakt zu Fuentes gehabt hat. Jetzt vorurteilst ja schon wieder. Du sagst ironisch, dass er den Arzt natürlich nicht kennt und das Blut nicht seines sei. Vielleicht solltest mal die spanischen Ermittler informieren, denn die wissen das noch nicht 100%ig. [[rofl]] [[rofl]] [[rofl]]


Shining schrieb:
Ok, macht nichts, denn jetzt wirds wirklich schön, folgendes hast du über die geflohenen Österreicher geschrieben:

Der Komiker schrieb:
4. Warum wollten sie sich gegen Dopingtests wehren ? Wer nix zu verbergen hat, kann doch alles offen legen ?

Ohne Kommentar... [[rofl]] [[rofl]] [[rofl]]

Shining

Haha EIGENTOR, EIGENTOR [[winkewinke]] [[winkewinke]]

Ullrich hat nämlich mehrere Dopingtests gemacht. Wenn ich richtig informiert bin, warens allein in diesem Jahr schon 9 Tests. Auch letztes Jahr war er einer der meist kontrollierten Fahrer im Feld und hat somit zu jeder Zeit alles offen gelegt. Die Einnahme von Testosteron, die man ihm vorwirft und ganz einfach durch ne Urinprobe nachzuweisen ist, konnte in keinen Tests bei ihm gefunden werden und das, obwohl man ihn übers ganze Jahr kontrollierte. Außerdem ist Ullrich nicht wie die paar Österreicher geflüchtet, sondern hätte sich auch den Dopingtests während der Tour gestellt. Also muss er nicht mehr seine Unschuld beweisen, sondern jetzt sind die gefordert, die ihm was unterstellen.

Tja Shining. Gute Offensive ist viel, aber man sollte nicht ins offene Messer rennen. :mrgreen: [[bussi]]

Viel Spass morgen beim Fallschirmspringen. Bleib aber net zu lange in der dünnen Luft. [[lol]] [[bussi]] [[bussi]]
 
Pechvogel schrieb:
Nicht immer nur die Hälfte zitieren. Der nächste Satz lautet:
Allerdings ist ohnehin arbeitsrechtlich fraglich, ob Ullrich überhaupt starten dürfte.

Gilt aber auch für dich. :mrgreen:

Mit einem neutralen Trikot dürfte er starten !


Soeben wurde bekannt, dass Ullrich von T-Mobile die Kündigung erhalten hat. Ullrich erklärte auf seine Homepage, dass er diese nicht aktzeptieren werde.

Quelle: http://www.janullrich.de/
 
Pechvogel schrieb:
Daniel schrieb:
Gilt aber auch für dich. :mrgreen:

Mit einem neutralen Trikot dürfte er starten !
Das ist die exclusive Meinung des Anwalts von Danilo Hondo und Daniel. :mrgreen:

Is aber ganz einfach zu begründen. Da Ullrich in der Schweiz lebt, gilt für ihn das schweizer Recht und die kann einen Fahrer, wie schon mal erwähnt, nur sperren, wenn A- und B-Probe positiv sind. Da aber bei Ullrich weder A-, noch B-Probe positiv sind, könnte er an den Start gehen. Wegen der Suspendierung allerdings, dürfte Ullrich nicht im T-Mobile Trikot starten, dafür aber in einem neutralen Trikot.
 
"Die Kündigung ist erfolgt, weil wir glauben, dass Ullrich und Sevilla in den spanischen Dopingskandal verwickelt sind", sagte T-Mobile-Sprecher Christian Frommert. Neue Kenntnisse lägen in Sachen Doping zwar nicht vor, doch sei die Kündigung auf Anraten der T-Mobile-Anwälte erfolgt. "Beide Fahrer hatten eine Frist und haben den Beweis für ihre Unschuld bis zum heutigen Tage nicht erbracht", so Frommert, der nun einen Rechtsstreit erwartet.


[[rofl]] Er würde ja wahrscheinlich gerne.... [[rofl]]
 
Daniel schrieb:
Pechvogel schrieb:
Daniel schrieb:
Gilt aber auch für dich. :mrgreen:

Mit einem neutralen Trikot dürfte er starten !
Das ist die exclusive Meinung des Anwalts von Danilo Hondo und Daniel. :mrgreen:

Is aber ganz einfach zu begründen. Da Ullrich in der Schweiz lebt, gilt für ihn das schweizer Recht und die kann einen Fahrer, wie schon mal erwähnt, nur sperren, wenn A- und B-Probe positiv sind. Da aber bei Ullrich weder A-, noch B-Probe positiv sind, könnte er an den Start gehen. Wegen der Suspendierung allerdings, dürfte Ullrich nicht im T-Mobile Trikot starten, dafür aber in einem neutralen Trikot.

Bist dich hier sicher, das würde ja für alle sportler auf der welt ein riesenvorteil bedeuten, also alle ab in die schweiz.....
 
Gerinho schrieb:
Daniel schrieb:
Pechvogel schrieb:
Daniel schrieb:
Gilt aber auch für dich. :mrgreen:

Mit einem neutralen Trikot dürfte er starten !
Das ist die exclusive Meinung des Anwalts von Danilo Hondo und Daniel. :mrgreen:

Is aber ganz einfach zu begründen. Da Ullrich in der Schweiz lebt, gilt für ihn das schweizer Recht und die kann einen Fahrer, wie schon mal erwähnt, nur sperren, wenn A- und B-Probe positiv sind. Da aber bei Ullrich weder A-, noch B-Probe positiv sind, könnte er an den Start gehen. Wegen der Suspendierung allerdings, dürfte Ullrich nicht im T-Mobile Trikot starten, dafür aber in einem neutralen Trikot.

Bist dich hier sicher, das würde ja für alle sportler auf der welt ein riesenvorteil bedeuten, also alle ab in die schweiz.....

Jo, is dort so.

Aber nun mal im ernst. Die Tour de France is die beste Comedy-Show, die es im Fernsehen gibt. Die Fahrer, die wirklich sauber sind, kann man wohl an einer Hand abzählen. Wer in dem Sport nichts nimmt, hat einfach keine Chance. Is ja auch net normal, wenn einer wie Landis vorgestern völlig entkräftet im Ziel ankommt und nur 1 Tag später allen davon radelt. [[stupid]] [[stupid]]
Mir kann auch keiner erzählen, dass die Teamchefs nichts von Doping wissen. Die wissen genau, wie es in dem Geschäft zugeht.
 
Auf die Frage, wieso er sich nicht freiwillig einem DNA-Test unterziehe, um den Vorwürfen des Blutdopings entgegenzutreten, sagte Ullrich: "Ich bin ja nicht einmal angeklagt. Es liegt nichts gegen mich vor." Es sei menschenunwürdig, wenn er einen Gentest abgeben müsse. "Ich bin ein Radprofi und doch kein Mörder oder Verbrecher", sagte er und fügte hinzu: "Bevor ich das mit mir machen lasse, muss noch viel geschehen."


Da hatter schon recht, angeklagt ist er nicht. Dumm nur daß er halt die Selbstverpflichtung unterschrieben hat, und definitiv auch daß sein Arbeitgeber jederzeit von ihm Dopingkontrollen verlangen kann.
Gibt genug andere Jobs in denen man sich auch Drogenkontrollen seitens des Arbeitgebers unterwerfen muss, und wenn man sich irgendwann weigert diese Tests zu machen fliegt man halt...

Wenn ich mich im Hochsicherheits-Rechenzentrum von zB der Deutschen Bank als Sysadmin einstellen lasse weiss ich was auf mich zukommt, und bleibe entweder clean oder scheiss halt auf den Job. Erst im Nachhinein loszuflennen wenn man dann den Job verliert ist einfach nur lächerlich, idiotisch, und passt exakt zu Ulle.....


P.S. Wenns Ulle nicht nur um die Kohle geht, warum will er dann gegen die Kündigung klagen ? Glaubt er ernsthaft wenn ihm das Gericht Recht gibt weiter bei Team Telekom fahren zu können ? Alles was der verwöhnte Rotzlöffel will ist ne dicke Abfindung für die Kündigung, mehr nicht....
 
Ich glaub das ganze mit der DNA Probe ist hier ein wenig Missverstanden worden. Mit dieser Haarprobe, soll primär geschaut werden, ob das gefundene Blut, eindeutig Ullrich zugeordnet werden kann! Es geht hier nicht darum, damit nachzuweisen, dass gedopt wurde!

Ein Nachweis über Blutdoping ist damit nicht möglich! Und sämtliche Dopingtests waren eh negativ. Diese DNA Probe wäre nur für die Spanische Justiz! Aber da diese nun eh keine Anklage gegen die Fahrer erhebt, ist so eine offizielle "Forderung" eh vom Tisch.

Wenn er unschuldig wäre, ist es nat. völlig unverständlich, warum er sich nicht bereit erklärt, eine Probe abzugegeben.... das muss man leider so sagen.


Und nat. geht es ihm nun nur noch um eine Abfindung und wenn man sich die Sache naiv anschaut, dann sehe ich Arbeitsrechtlich auch wenig, was einem Sieg von Ullrich vor Gericht widersprechen sollte.... Wäre ich der "verwöhnte Rotzlöffel" würde ich die Kündigung sicher auch nicht so hinnehmen. Warum auch...

Es wird jedenfalls noch schön viel Zündstoff geben in Zukunft!
Ob Basso, Vino oder Ullrich! Sie werden neue Teams finden und ohne Anklage in Spanien, wird der Tour-Direktion wenig überbleiben, als sie 2007 starten zu lassen....


PS: Wenigstens mach Tmobil nun auch bei Kummer und Ludwig kurzen Prozess, mit so einer Taktik den Tour Sieg verbauen, das habe ich in 15 Jahren Radsport noch nicht erlebt! Raus damit!
 
Die Kündigung von T-Mobile ist durchaus verständlich, aber so moralisch ist das mit Sicherheit auch nicht. Die haben doch am meisten von Ulle profitiert, genauso wie ganze Radsport in Deutschland in der letzten 10 Jahren. Jetzt lassen sie Ulle einfach so fallen, als ob Ulle ein Teufel wäre.
Genauso wie vor 4 Jahren, bloss jetzt noch schlimmer.
Für mich bleibt Ulle mit oder ohne Doping ein Held.
 
TheOne! schrieb:
Ein Nachweis über Blutdoping ist damit nicht möglich! Und sämtliche Dopingtests waren eh negativ. Diese DNA Probe wäre nur für die Spanische Justiz!

Falsch, sein Arbeitgeber hat von Ulle verlangt daß dieser den DNA-Test macht um damit seine "Unschuld" (in diesem Fall eher die Schuld...) zu beweisen. Er will/kann den Test nicht machen => Kündigungsgrund...
 
azzla schrieb:
TheOne! schrieb:
Ein Nachweis über Blutdoping ist damit nicht möglich! Und sämtliche Dopingtests waren eh negativ. Diese DNA Probe wäre nur für die Spanische Justiz!

Falsch, sein Arbeitgeber hat von Ulle verlangt daß dieser den DNA-Test macht um damit seine "Unschuld" (in diesem Fall eher die Schuld...) zu beweisen. Er will/kann den Test nicht machen => Kündigungsgrund...

Nochmal, über Schuld oder Unschuld können wir keine Wahrscheinlichkeiten verteilen....also auch nicht, was eher zutrifft.

Was an der obigen Aussage falsch ist, sehe ich auch nicht.
Ja, der Arbeitgeber hat sie verlangt, aber nicht um damit Dopingtest durchzuführen sondern für den abgleich mit den spanischen Proben...


Wie das Arbeitsrecht das ganze sieht, da kann ich nicht mit reden [[bussi]]
 
azzla schrieb:
TheOne! schrieb:
Ein Nachweis über Blutdoping ist damit nicht möglich! Und sämtliche Dopingtests waren eh negativ. Diese DNA Probe wäre nur für die Spanische Justiz!

Falsch, sein Arbeitgeber hat von Ulle verlangt daß dieser den DNA-Test macht um damit seine "Unschuld" (in diesem Fall eher die Schuld...) zu beweisen. Er will/kann den Test nicht machen => Kündigungsgrund...

Red doch keinen Unsinn. Wir wissen mittlerweile, dass du Ullrich nicht leiden kannst. [[sleep]]
Ullrich ist nämlich gar net von T-Mobile suspendiert, kann er auch net, denn er hat gar keinen Vertrag mit T-Mobile. Ullrich ist Angstellter bei der OLC (Radfirma von Olaf Ludwig). Und was macht T-Moblie nun ? Sie setzen Kummer und Luwig vor die Tür. Dafür wird Aldag kommen und der wird Ullrich behalten.

Was wissen wir denn jetzt Neues ? Nichts. Die Spanier sagen, Ullrich hat gedopt, haben aber keine 100%ige Beweise.
Ulle sagt, er hat "noch nie gedopt" und belegt dies mit den zahlreichen negativen Dopingkontrollen.
Also steht Aussage gegen Aussage.
 
[[yo]] ULLE macht weiter

Aktuell:

"Ich habe immer gesagt: Ich höre mit einem Tour-Sieg auf", sagte Ullrich in einem Interview der Schweizer Tageszeitung "Blick" (Dienstagsausgabe). "Ich trainiere seit einigen Tagen wieder und es macht richtig Spaß", so der 32-Jährige.

Er sei für alles offen und suche für 2007 ein gutes Team. Verbindungen zu einigen Rennställen seien bereits da, aber konkret sei nichts.

Ullrich wies die Doping-Vorwürfe im Zusammenhang mit dem spanischen Arzt Eufemiano Fuentes erneut zurück. Er habe in seiner ganzen Karriere nie gedopt. Dieses Jahr habe er sich elf unangemeldeten Trainingskontrollen unterzogen, so vielen in so kurzer Zeit wie in seiner ganzen Karriere nicht. Alle Tests seien negativ gewesen. "Ich bewies damit ja praktisch meine Unschuld", sagte er."

Quelle: pav/AP


ULLE, ULLE volle Pulle
[[winkewinke]]
 
@Daniel:

Du kannst nicht abstreiten daß Ulle die sog. Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben hat, und diese verlangt halt in solchen Situationen Beweise seinem Team gegenüber.

Mag sein daß sein Arbeitgeber eine andere Organisation/Firma ist, nichtdestotrotz hat er sich durch seine Unterschrift eben zu solchen Tests gegenüber seinem Team verpflichtet, die Konsequenzen bei Nichteinhaltung waren (oder sollten, sooo intelligent isser ja nicht...) ihm klar.
 
azzla schrieb:
...hat er sich durch seine Unterschrift eben zu solchen Tests gegenüber seinem Team verpflichtet, die Konsequenzen bei Nichteinhaltung waren (oder sollten, sooo intelligent isser ja nicht...) ihm klar.

Wir wissen ja "zum Glück" alle nicht, was in seinem Vertrag mit welchen Klauseln schwarz auf weiß festgehalten wurde. Fakt ist, dass es nicht nur bei Ulle einen riesigen Medienrummel ausgelöst hat und er hier seine Anwälte sprechen lässt.

Komischer Weise habe ich bisher von keinem suspendierten Fahrer der Tour gehört, dass er einen DNA Test gemacht hat. [[nixweiss]]
 
Nobody schrieb:
Sieht so aus, als hätte Daniel 2:1 gewonnen. Oder geht das Duell mit Shining vielleicht doch noch in die Verlängerung? :mrgreen:

Ach, ich habe einfach gelernt dass man nach ein paar Postings die Diskussionen beenden muss, weil sie einfach nix bringen... ich werde ja älter, weiser, weißer (bei den Haaren)... *lach*

Und es ist einfach so ein Topfen, der da von meinem Freund zusammengeschrieben wird, da ist es klüger wenn ich meine Energie in die Treffensplanung investiere...

Shining


P.S.: Ach ja, ganz kann ich es nicht lassen, die Argumentation ist einfach zu geil: "Nein, Herr Inspektor, *hicks*, wieso soll ich besoffen mit dem Auto fahren, *hicks*, nein, ich werde nicht blasen, *hicks*, nein, Blutabnehmen auch nicht, *hicks*, ihr habt mich doch schon letzte Woche kontrolliert, *hicks*, da war ich doch auch nüchtern, *hicks*, warum soll ich jetzt beweisen dass ich nicht besoffen bin *hicks*!" Geil, einfach geil... nur halt leider sinnlos in der realen Welt abseits des "Auf dem Brett vor meinem Kopf steht aber, dass Ullrich sauber ist!"...
 
Shining schrieb:
P.S.: Ach ja, ganz kann ich es nicht lassen, die Argumentation ist einfach zu geil: "Nein, Herr Inspektor, *hicks*, wieso soll ich besoffen mit dem Auto fahren, *hicks*, nein, ich werde nicht blasen, *hicks*, nein, Blutabnehmen auch nicht, *hicks*, ihr habt mich doch schon letzte Woche kontrolliert, *hicks*, da war ich doch auch nüchtern, *hicks*, warum soll ich jetzt beweisen dass ich nicht besoffen bin *hicks*!" Geil, einfach geil... nur halt leider sinnlos in der realen Welt abseits des "Auf dem Brett vor meinem Kopf steht aber, dass Ullrich sauber ist!"...

Bist sicher, dass die Haare nur grau sind oder kann es sein, dass da schon Rodungsstellen erkennbar sind ? [[help]]
 
"25.07.2006
Schweizer Verband erhält Unterlagen
Jetzt wird es ernst für Ullrich
Von Pit Weber
Jan Ullrich ist nach vorne geprescht. "Ich habe niemals gedopt", behauptet der von T-Mobile entlassene Rad-Profi in einem Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick".

Ob die Aussage Bestand hat, wird der Verband der Eidgenossen innerhalb des nächsten Monats zu entscheiden haben. Denn die UCI hat die Ermittlungsakten der spanischen Dopingaffäre um den Mediziner Fuentes an die nationalen Radsportverbände der betroffenen 58 Rennfahrer gesandt. Da Ullrich in der Schweiz wohnt, muss der Verband des Alpenstaates nun in den kommenden vier Wochen entscheiden, ob er ein Disziplinarverfahren eröffnet. Tut er es nicht, kann die UCI vor das internationale Sportschiedsgericht TAS ziehen.

Nach dem gerade erst verschärften Ethik-Code der ProTour-Teams dürfen die Fahrer, wenn gegen sie ein Disziplinarverfahren eröffnet wurde, nicht mehr eingesetzt werden.

Ullrichs Chance, nach der Kündigung bei T-Mobil ein neues Team zu finden, würde mindestens bis zum Abschluss des Verfahrens erschwert werden."

Quelle:

www.radsport-aktiv.de
 
Ullrich soll Dopingmittel für mehrere 10 000 Euro erworben haben


Hamburg/Bad Homburg (ddp). Der wegen Dopingverdachts von seinem Team T-Mobile suspendierte Radprofi Jan Ullrich soll offenbar mehrere 10 000 Euro für Dopingmittel ausgegeben haben. Wie der Heidelberger Doping-Analytiker Werner Franke am Donnerstag sagte, habe Ullrich laut Ermittlungsakten «in einem einzigen Jahr 35 000 Euro für Dopingmittel bezahlt»...

http://de.news.yahoo.com/03082006/336/ullrich-dopingmittel-mehrere-10-000-euro-erworben.html
 
joker schrieb:
Ullrich soll Dopingmittel für mehrere 10 000 Euro erworben haben


Hamburg/Bad Homburg (ddp). Der wegen Dopingverdachts von seinem Team T-Mobile suspendierte Radprofi Jan Ullrich soll offenbar mehrere 10 000 Euro für Dopingmittel ausgegeben haben. Wie der Heidelberger Doping-Analytiker Werner Franke am Donnerstag sagte, habe Ullrich laut Ermittlungsakten «in einem einzigen Jahr 35 000 Euro für Dopingmittel bezahlt»...

http://de.news.yahoo.com/03082006/336/ullrich-dopingmittel-mehrere-10-000-euro-erworben.html

Frag mich gerade, wo der die Akten her haben will. [[rofl]] [[rofl]] [[nixweiss]]
 
Daniel schrieb:
Frag mich gerade, wo der die Akten her haben will. [[rofl]] [[rofl]] [[nixweiss]]

dann frag mal den hajo seppelt woher er die hat [[sleep]]
wach mal irgendwann auf! weil daniel nicht weiß wie man ermittlungsakten bekommen kann, kann er die ja gar nicht haben oder wie?
http://www.inforadio.de/static/media/real/313514XX_85DB1F550DD544F38E4A0F60C7510DA5.RAM
 
Doping im Radsport
"Gracias, Eufuentes"

In einem Fax des spanischen Dopingarztes Eufemiano Fuentes wird Jan Ullrich namentlich genannt. Damit dürfte nicht nur Ullrichs Behauptung, er habe niemals Kontakt zu Fuentes gehabt, als Lüge belegt sein.

Von Andreas Burkert


Jan Ullrich befindet sich derzeit in den Vorbereitungen zur alsbald anstehenden Hochzeit mit seiner Partnerin Sara, der Schwester seines Freundes und früheren Trainingspartners Tobias Steinhauser. Ob allerdings das Familienfest (dessen publizistische Aufarbeitung sich das Zentralorgan des Boulevards gesichert hat) zu einem unbeschwerten Ereignis wird, ist äußerst ungewiss. Denn der Nation und wohl auch zahlreichen seiner langjährigen Begleiter gilt der Radprofi aus Rostock seit den Enthüllungen in der spanischen Dopingaffäre als enttarnter Betrüger, den demnächst der Schweizer Radsportverband vorladen wird angesichts einer beeindruckenden Indizienliste der ermittelnden Guardia Civil.

Vermutlich wird den Schweizer Sportrichtern dann auch jenes Papier vorliegen, das den im Nachbarland lizensierten Wahlschweizer Ullrich so konkret in Verbindung mit dem international operierenden Dopingring bringt wie kein Dokument zuvor. Denn auf diesem Papier (siehe Ausriss) steht unmissverständlich der Name Jan Ullrich geschrieben - und unterzeichnet hat es Eufemiano Fuentes, der mutmaßlichen Drahtzieher des gigantischen Schwindels.

Festival im Mai

Die bislang veröffentlichte Beweiskette aus abgehörten Telefonaten von Ullrichs langjährigem Berater Rudy Pevenage mit Fuentes und zahlreichen Dokumenten wie Rechnungen für verbotene Medikamente sowie beschrifteten Blutbeuteln (SZ vom 10./14. Juli) hatte bereits recht schlüssig den dringenden Verdacht der spanischen Ermittler gegen den Deutschen belegt. Allerdings fußten diese Belege bisher auf Codenamen (,,der Sohn des Rudicio‘‘, ,,der dritte Mann‘‘) oder Ullrich zugeordnete Ziffern (Nr. 1) und seinem in Unterlagen notierten Vornamen ,,JAN‘‘. Jan Ullrich, von seinem Team T-Mobile längst entlassen wegen des konkreten Dopingverdachts, bestreitet weiterhin jeden direkten oder indirekten Kontakt zu Fuentes und hatte zuletzt erstmals mit einer allerdings wenig relevanten Einstweiligen Verfügung gegen den Molekularbiologen Werner Franke eine Art Lebenszeichen von sich gegeben.

Der renommierte Heidelberger Professor und Dopingexperte hatte nochmals aus den spanischen Akten zitiert, wonach Ullrich allein für dieses Frühjahr in Fuentes’ Listen mit 35000 Euro für verbotene Substanzen und/oder Blutabnahmen geführt wird. Doch das nun dieser Zeitung vorliegende Fax des ausgebildeten Gynäkologen Fuentes lässt nicht wirklich mehr Freiräume für einen spektakulären Irrtum - dies gilt im übrigen auch für Giro-Sieger Ivan Basso, der ebenfalls zu Fuentes’ Kunden gezählt haben soll und deshalb - wie Ullrich - nicht bei der Tour de France starten durfte.

Das vom von Madrid aus operierenden Dopingarzt verspielt unterzeichnete Fax (,,Eufuentes‘‘) ist an einen gewissen Nelson Giraldo Flores gerichtet - ein guter Bekannter von Fuentes. Der Kolumbianer wirkte einst bei der nachweislich dopingverseuchten Kelme-Mannschaft als Assistent; 1998 war er zudem Manager der kolumbianischen Sportgruppe Avianca Telecom (dort fuhr übrigens auch Lance Armstrongs langjähriger Helfer Victor-Hugo Pena), die damals Vicente Belda als Sportchef betreute - jener kleinwüchsige wie berüchtigte Spanier, der später Kelme und nun schließlich auch das Nachfolgeteam Comunidad Valencia mit systematischem Mannschaftsdoping in den Ruin trieb. Giraldo galt bislang in der kolumbianischen Veloszene als verschollen - doch ganz offensichtlich wirkt er zumindest als Zulieferer oder viel beschäftigter Kurier des spanischen Doktors Fuentes, der die Radsportprominenz mit unerlaubten Substanzen und Praktiken manipulierte.

Fuentes gibt Giraldo in dem Fax die Mitarbeiter- und Teilnehmerliste des ,,Festivals im Mai‘‘ durch und bittet um entsprechende Hilfe. Mit dem Festival ist zweifelsfrei der Giro d’Italia 2006 gemeint, bei dem die an Position zwei bis sieben aufgeführten Fahrer allesamt teilnahmen - darunter der spätere Gewinner und inzwischen vom CSC-Team suspendierte Italiener Ivan Basso, der spanische Zweite José Enrique Gutierrez und der überraschende Zeitfahrgewinner Jan Ullrich (dessen Nachnamen Fuentes freilich nur mit einem L schreibt).

Damit dürfte nicht nur Ullrichs Behauptung, er habe niemals Kontakt zu Fuentes gehabt, als Lüge belegt sein. Beim in dem Fax an Position 1 aufgeführten Alessandro Kalc handelt es sich offenbar um einen italienischen Dopingkurier; der 48-Jährige betreut offiziell die Nachwuchsmannschaft ,,sk devin‘‘ und taucht in den Polizeiakten auch unter dem Codenamen ,,kleine Hände‘‘ auf.

In laut Guardia Civil ebenfalls Ullrich zugeordneten Abrechnungslisten von Fuentes finden sich übrigens weit höhere Summen als die vom früheren T-Mobile-Kapitän grundsätzlich dementierten 35000 Euro. Auf einem Papier wird jedenfalls ,,No. 1‘‘ mit einem (Jahres-)Betrag von 50000 Euro taxiert - für Basso, nach Einschätzung der Madrider Behörden die ,,No. 2‘‘ in Fuentes’ persönlichem Ranking, dagegen bescheidene 25000 Euro -, zudem weitere 10000 Euro für ,,Siberia‘‘ (Sibirien), der Deckname für eingefrorenes Eigenblut - macht laut Abrechnung 60000 Euro. Auf Dokument 103, das laut eines Ermittlereintrages ebenfalls in Verbindung zu Jan Ullrich stehen soll, ist ein Gesamtbetrag für diverse Präparate, Lieferungen und ,,Geräte‘‘ von 106811,46 Euro festgehalten. Als Stichtag ist dort der 20. März 2004 eingetragen.

Sagenhafte Einnahmen

Aus der Gesamtschau der nunmehr vorliegenden rund 100 Aktenseiten, die vom ,,Richter am Untersuchungsgericht Nr 31 Plaza Castilla - Madrid‘‘ bearbeitet werden, bleibt generell der Eindruck zurück, dass der zwielichtige Doktor Fuentes mit sagenhaften Einnahmen planen konnte. Auf einem Saisonpapier für das Jahr 2005 stehen Gesamtbeträge von 272800 und 492000 Euro (als ,,Tour de France‘‘-Beitrag werden dort pauschal 80000 Euro angegeben), auf einer weiteren Übersicht summieren sich die Leistungen für ein rundes Dutzend Klienten auf 390000 Euro. Auch in den aufgezeichneten Telefonaten von Fuentes mit seinem Partner Merino Batres , deren Gesprächsführungen und Gedankengänge ansonsten nichts anders als wirr anmuten, geht es häufig um Geld.

Professor Franke hat übrigens einen Widerruf gegen Ullrichs Verfügung formuliert, er reicht ihn beim Landgericht Hamburg ein. ,,Das ist unvollständig, da liegt ja nicht mal der Antrag bei‘‘, sagte Franke gestern. Er klang nicht sonderlich eingeschüchtert.

(SZ vom 17.8.2006)


Der Ullrich behauptet natürlich weiter, nie gedopt zu haben... [[kotz]]
 
Den fand ich auch interessant, obwohl er sich nicht nur auf Ullrich bezieht - ist allerdings ziemlich lang [[grin]] .... :



"Meine Arbeit ist Teamarzt, nicht Dopingkommissar"
Elf Jahre lang stand er voller Bewunderung und mit wenigen Fragen Jan Ullrich zur Seite - der Mediziner Lothar Heinrich über Betrug im Radsport


SZ: Herr Doktor Heinrich, wir wollen über Glaubwürdigkeit reden. Bei Ihnen wurden während einer Giro-Razzia einmal Koffeintabletten gefunden?

Heinrich: Richtig. 2001 wurde in meiner Toilettentasche eine Packung Koffeintabletten von der italienischen Polizei gefunden und beschlagnahmt. Darauf wurde ein Verfahren eröffnet, das wieder eingestellt wurde, weil Koffeintabletten nicht verboten waren und sind. Daher auch von mir zum Thema Glaubwürdigkeit: Anders als Sie in einem Interview mit Herrn Danckert behauptet haben, waren die Tabletten nicht verboten.

SZ: Koffein stand auf der Verbotsliste damals, deshalb machte die Sache ja viel Wirbel. Es kam auf den Grenzwert an, so war die Regelung. Gehören Koffeintabletten noch zu Ihrer Standardausrüstung?

Heinrich: Nein. Davon können Sie ausgehen.

SZ: Zufällig wurde Jan Ullrich im Jahr darauf mit einem Amphetaminbefund auffällig. Er will die Substanz von einem ihm Unbekannten in der Disco erhalten haben. Muss nicht Irritation entstehen, wenn sich solche Zufälle häufen?

Heinrich: Die Fälle sind nicht zu vergleichen. Amphetamin unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Das eine ist eine auf gesonderten Rezepten verschreibungspflichtige Substanz und steht auf der Dopingliste, Koffein ist frei verkäuflich und in vielen Genussmitteln enthalten.

SZ: Irritiert hat uns was anderes: Die Zufälligkeit, dass immer etwas gefunden wurde, wenn es jemand das einzige Mal genommen oder bei sich hatte. Haben Sie Ullrich zu der Disco-Geschichte befragt?

Heinrich: Natürlich, er hat uns ja über den positiven Befund benachrichtigt. Ich war erschreckt. Er war sehr erschüttert, dass überhaupt etwas gefunden wurde. Er konnte es sich da nicht erklären - so hat er es mir auf jeden Fall gesagt.

SZ: Aber er hat das Zeug genommen. Muss nicht gerade, wenn er Amphetamin nicht kennt, die Wirkung sofort und heftig gewesen sein? Dazu das nächtliche Erlebnis, Stunden vor der Kontrolle. Wieso konnte er den Befund da nicht erklären?

Heinrich: Ich habe mit ihm nicht über die Wirkung gesprochen. Die Umstände waren für mich das Erschreckende. Er war damals ja zur Reha in Bad Wiessee.

SZ: Haben Sie ihm das abgenommen?

Heinrich: Ich hatte mit Jan ein gutes Verhältnis, ich hatte keinen Grund, ihm nicht zu glauben. Ich habe gedacht, es sei ähnlich wie bei seiner Episode mit dem Autounfall und der Fahrerflucht, dass er aus seiner für ihn frustrierenden Rekonvaleszenz heraus musste und deshalb so eine Kurzschlusstat begangen hat.

SZ: Glauben Sie ihm das heute noch?

Heinrich: Dass es ein Einzelfall war, warum nicht? Trainingstests sind nicht so selten. Dass zufällig am Folgetag eine Kontrolle war, heißt nicht, dass er davor zehn Tage etwas eingenommen hat und keiner hat es gemerkt.

SZ: Musste nicht spätestens da für Sie als betreuender Arzt klar sein, dass Ullrich verführbar ist? Wer in der Disco Drogen schluckt von Wildfremden, ist doch zu viel Unfug fähig. Zumal, wenn er sich in einer Hochdopersportart bewegt?

Heinrich: Ich sehe den Profiradsport nicht als Hochdopersportart. Ich sehe den Sport an sich als anfällig für Doping. In einem extremen Ausdauersport profitiert ein Radsportler natürlich vom Doping, ob Blutdoping oder Epo. Sicher mehr als Fußballer oder Handballer. So gesehen ist Radsport als Hochleistungssport anfällig für Doping. Eine Hochdopersportart ist es aber nicht.

SZ: Das irritiert uns. Wir erklären den Begriff Hochdopersport: Seit 1960 wurden nur drei Toursieger nie mit Doping oder konkreten Vorwürfen konfrontiert. Bei der Tour '98 wurden säckeweise verbotene Mittel bei diversen Rennställen konfisziert, es gab 60 strafrechtliche Verurteilungen danach. Pantanis Drogentod, ergiebige Razzien, das Fuentes-Netzwerk mit Ullrich und 57 weiteren Fahrern - was macht Sie glauben, dass dies keine im Kern verseuchte Sportart ist?

Heinrich: Ich kann nur beurteilen, was ich selber kenne. Ich möchte mir kein Urteil darüber erlauben, was in anderen Mannschaften oder Ländern passiert.

SZ: Aber das sind Fakten. Und Ihre Schützlinge stehen in Konkurrenz mit all diesen anderen Mannschaften.

Heinrich: Trotzdem möchte ich nur über die Leute reden, die ich kenne. Und da kann ich nicht von einem Hochdopersport ausgehen, da sehe ich Sportler, die extrem hart trainieren und viel von ihrer Zeit dafür geben, leistungsfähig zu sein. Das muss man auch sehen: Radsport ist eine der härtesten Sportarten, mit etwa hundert Renntagen im Jahr auch eine der wettkampfintensivsten. Dass da die Gefahr besteht, auf unerlaubte Mittel zurückzugreifen, wenn man gerade das nicht machen will - optimal trainieren, sein Leben ganz dem Sport opfern - ja, die Gefahr besteht.

SZ: Klingt originell: Doping als Phänomen für Trainingsfaule. Sagen Sie uns, macht es Sie nicht rasend zu sehen, wie sich Ihre Leute abquälen, während die anderen auf Teufel komm raus dopen?

Heinrich: Deswegen muss man wieder gleiche Verhältnisse herstellen. Deswegen haben wir uns im Team gefragt, wie können wir uns die Sicherheit verschaffen, dass bei uns so etwas nicht passiert? Der Sponsor hat ein großes Interesse, ich habe auch ein großes persönliches Interesse daran. Das ist ja der entscheidende Faktor für den Arzt: Dass meine Sportler gesund sind und bleiben. Ich bin nicht der Antidoping-Fachmann, ich bin für den Schwerpunkt Gesundheit zuständig. Also arbeiten wir daran, ein Programm aufzulegen, das den Radverband voranbringt. Weil die Glaubwürdigkeit der Sportart extrem gelitten hat - und auch die Glaubwürdigkeit der beteiligten Personen. Da schließe ich mich mit ein.

SZ: Heißt das, Sie waren lange Zeit viel zu blauäugig?

Heinrich: Ich denke, es ist normal, dass man mit einem gewissen Idealismus an die Sache herangeht. Und wenn eine Sache wirklich lang gut funktioniert, wenn man den Eindruck hat, man kann sich auf die Leute verlassen, ist das vielleicht blauäugig - oder nur normaler Idealismus. Ich habe mich darauf verlassen, dass zum Beispiel die Antidoping-tests gut funktionieren. Ich weiß, dass es Substanzen gibt, die man nicht nachweisen kann. Aber viele sind nachweisbar.

SZ: Einspruch. Jeder Sportarzt weiß, dass die Dopingtests nicht effektiv sein können, weil viele hochwirksame Mittel gar nicht gefunden werden können. Und zwar genau die Stoffe, die nun Ullrich zugeordnet werden: Eigenblutdoping, IGF-1, Wachstumshormone HGH und so weiter. Das sind ja eben auch die Mittel, die man bei den Razzien immer findet.

Heinrich: Aber Jan wurde zwischen Giro und Tour einer Blutkontrolle unterzogen, man hat kein HGH gefunden. Er wurde an drei Tagen in Folge durch unabhängige Trainingskontrollen getestet.

SZ: Kennen Sie die Werte?

Heinrich: Nein. Ich weiß nicht, ob sie an irgendwelchen Grenzwerten liegen, das wird mir nicht mitgeteilt. Aber es ist für mich als Arzt mit einem limitierten Equipment, gerade wenn ich unterwegs bin, schwer zu beurteilen, ist einer gedopt oder nicht. Ich lebe davon, dass ich dem Sportler vertraue.

SZ: Hätte sich dieses Vertrauen nicht längst in Misstrauen umkehren müssen?

Heinrich: Nach 1998 hat das Team Telekom ja mehr unabhängige Trainingskontrollen gefordert und bezahlt. Um Sicherheit zu haben, es wird nicht gedopt.

SZ: Wir drehen uns flott im Kreis. Die Tests finden kaum Stoffe, und wenn sich ein Team selbst kontrolliert, lässt sich das auch als Dopingfall-Verhinderungstest verstehen. Hätten nicht Sie als T-Mobile-Arzt protestieren müssen, dass Fahrer mit faktisch als Doper geouteten Ärzten wie Ferrari und Cecchini arbeiten?

Heinrich: Es ist doch keiner unserer Sportler, während er im T-Mobile-Team war, dorthin gewechselt. Die Sportler hatten zuvor schon mit dem Trainer zusammengearbeitet. Das muss man per Vertrag lösen. Ich kann zwar eine Empfehlung herausgeben, aber kein Sportler muss sich daran halten.

SZ: Seltsam, wenn solche Warnungen des Teamarztes nichts gelten. Schlagen Sie als Mediziner nicht die Hände über dem Kopf zusammen, wenn Ihre Fahrer mit solchen Leuten kooperieren?

Heinrich: Die Situation war ja eine andere damals, als mir die Sportler nach Vertragsunterschrift erzählten: Ich arbeite mit Ferrari oder Cecchini zusammen. Ich fragte, warum? Die konnten mir das detailliert erklären und Trainingspläne zeigen - und die Pläne sind: gut. Keine Frage, die Trainingspläne sind sehr gut.

SZ: Wir reden über Glaubwürdigkeit. Und dass Fahrer nicht sagen: Außerdem dopen wir, um das leisten zu können - ist doch klar. Müssten Sie als Arzt, egal wie die Pläne ausschauen, da nicht "Stopp!" rufen? Ferrari ist faktisch ein Fachdoper.

Heinrich: Woran machen Sie das fest?

SZ: Klären wir auf, wo es nicht nötig sein sollte: Ferrari ist des schweren Sportbetrugs und Arzneimissbrauchs schuldig gesprochen und zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verdonnert worden. 2006 wurde das, wie in Italien üblich, wegen Verjährung aufgehoben. Der Winkelzug ändert nichts an den Fakten und Aussagen der Gedopten.

Heinrich: Mit Michael Rogers habe ich über Ferrari geredet. Er hat mir gesagt: ,Ich kann unterscheiden zwischen Medikamenten und Training, und ich nehme keine Medikamente. Er hat mir auch nie welche angeboten.‘ Sagen Sie mir bitte, was ich da machen soll! Soll ich zurücktreten und sagen, Rogers kriegt seine Trainingspläne von Ferrari, deshalb beende ich meine Tätigkeit im Team? Im Nachhinein weiß ich aber, dass ich es so nicht mehr akzeptieren werde, und lege Wert darauf, dass es in den Verträgen so mit drinsteht. Denn der Sportler kann mir ja viel erzählen. Er könnte auch leugnen, mit Ferrari zusammenzuarbeiten - davon gibt es jede Menge in anderen Teams, Personen, die es bewusst nicht sagen. Ich bin der Mannschaftsarzt und Ansprechpartner, nicht Richter. Zukünftig lege ich mehr Misstrauen an den Tag. Ich weiß, dass Fehler gemacht worden sind. Vielleicht hatte ich auch zu viel Vertrauen in die Fahrer. Das können aber nur die beurteilen, die dieses Vertrauen missbraucht haben. Beweise dafür gibt es offenkundig wenig bis keine. Und klar ist auch: Sportler, die von ihren Betreuern ständig unter Generalverdacht gestellt werden, werden erst recht nicht vertrauensvoll mit ihnen zusammenarbeiten.

SZ: Was war für Sie die Initialzündung? Wann haben Sie erkannt, dass Sie selbst zu blauäugig waren?

Heinrich: Es war schon die Erkenntnis, dass Jan darin verwickelt sein könnte. Ich will sicherstellen, dass mir im nächsten Jahr keiner sagen kann, du als Teamarzt hättest es sehen müssen.

SZ: Hätten Sie nicht?

Heinrich: Wie gesagt, die meisten der Mittel, um die es geht, sind in keiner Dopingkontrolle nachweisbar.

SZ: Das totale Ohnmachtsgefühl? Sie wissen, die Tests bringen nichts und Sie selbst können es nicht, weil Ihr Labor nicht ausgestattet ist oder es zu teuer ist? Heinrich: Ohnmacht - oder Vertrauen. Ein Arzt-Patienten-Verhältnis kennzeichnet Vertrauen.

SZ: Aber hier doch nur vom Patienten zum Arzt?

Heinrich: Ich als Arzt vertraue auch dem Patienten.

SZ: In einem so schwer belasteten Profisportmilieu?

Heinrich: Dass dem Sportler dran gelegen ist, mir alles Wichtige zu sagen, davon muss ich ausgehen. Auch bei Normalpatienten gibt es ein paar Rentenschwindler und Versicherungsbetrüger.

SZ: Aber geht es im Profimilieu nicht vorwiegend um Versicherungsbetrüger?

Heinrich: Nein, darum geht es nicht! Ohne Zweifel gibt es Sportler, die betrügen. Aber ich kann und darf mir das Vertrauensverhältnis zu den Sportlern, die ich betreue, nicht nehmen lassen. Das würde mir nicht nur den Spaß an der Arbeit nehmen, sondern mich in ihr sogar einschränken. Aber was ich kann: Ich will mir und dem Team Sicherheit geben. Wir haben schon während der Tour überlegt, was wir machen, wen wir ins Boot holen können. Ich habe auch schon Antworten bekommen, von Experten, die sehr restriktiv vorgehen würden. Ich habe der neuen Teamleitung gesagt: So sind die Bedingungen, dass wir in Freiburg weiterhin die medizinische Betreuung übernehmen, oder wir sind raus. Weil natürlich unsere Glaubwürdigkeit auf dem Spiel steht. Nicht nur die der Sportler, auch die persönliche.

SZ: Uns bleiben Zweifel. Warum bringt Sie der Fall Ullrich denn so radikal zum Umdenken, wenn Sie zugleich noch so unentschlossen sind in der Kernfrage, ob er gedopt hat? Warum macht Sie seine verhaltene Reaktion nicht stutzig? Und raten Sie ihm, da ja sein Blut bei Fuentes gefunden wurde, zu einer DNS-Analyse? Ein Härchen von ihm, und alle Zweifel wären beseitigt, und der Weg frei, alle Angreifer zu verklagen?

Heinrich: Wir haben in diesem Fall viele Indizien. Auch wurde ihm dazu geraten, einen Test zu machen. Aber mit verbalen Verurteilungen muss man sehr vorsichtig sein. Und es läuft hier auch ein juristisches Verfahren.

SZ: Sie kennen ihn. Uns geht es hier nur um Ihre persönliche Position.

Heinrich: Ich kann nur sagen, wie mich Leute ansprechen, hier und zu Hause: Die wenigsten sind verärgert, die meisten sind einfach nur traurig. Traurig darüber, dass das, was sie die letzten Jahre sahen und dieses Jahr gern gesehen hätten, nicht stattfand. Und unbestritten hat Jan immer dann am meisten Größe gezeigt, wenn er verloren hat.

SZ: Meinen Sie nicht, dass die Leute deshalb traurig sind, weil sie in diesem Jahr erkennen mussten, dass sie all die früheren Jahre betrogen wurden?

Heinrich: Es gibt natürlich Unterschiede. Ich denke, es fehlt am meisten diese menschliche, nicht maschinenhafte Identifikationsfigur. Dieses Verlierenkönnen gegen Lance Armstrong, mit Größe.

SZ: Wäre das Größe, ohne Murren eine Niederlage hinzunehmen, wenn man selbst betrogen hat? Es ging ja stets gegen Lance Armstrong - wäre es nicht einfach, sich unter Betrügern zu arrangieren?

Heinrich: Mag sein, dass Sie recht haben und einige sehr enttäuscht darüber sind, dass sich jetzt vielleicht raus-stellt, dass er gedopt hat.

SZ: In Ihrem persönlichen Empfinden ist Ullrich kein Doper?

Heinrich: Für mich persönlich ist Jan als Mensch wichtig. Und als Mensch bin ich wirklich traurig für ihn.

SZ: Das müssen Sie uns mal erklären. Es gibt so eindeutige Fakten, dass sie zu Ullrichs Rauswurf bei T-Mobile führten. Und es gibt keine Gegenwehr von ihm.

Heinrich: Ja, richtig, das ist der Dopingfall Jan Ullrich . . .

SZ: . . . wieso sind Sie nicht in der Lage zu sagen: Ich bin enttäuscht, dass Jan mich betrogen hat?

Heinrich: Natürlich bin ich enttäuscht.

SZ: Sie sehen eine Restmöglichkeit, dass Ullrich Opfer einer Intrige ist?

Heinrich: Ich halte von Legendenbildungen wenig. Über die bisher vorliegenden Fakten bin ich enttäuscht und auch traurig. Alles andere wird ermittelt.

SZ: Uns geht es ums Thema Glaubwürdigkeit. Also in dem Fall darum, ob Sie als Arzt und langjähriger Betreuer von Ullrich ihn für einen Doper halten?

Heinrich: Vielleicht möchte ich mir einfach noch ein klein wenig Hoffnung bewahren. Mag sein, dass auch dies von Ihnen als Naivität bezeichnet wird.

SZ: Dürfen Sie sich diese Naivität noch leisten als Arzt eines schwer belasteten Athleten, in einem bis in die Grundfesten erschütterten Berufssport?

Heinrich: Vielleicht ist der Grund, dass ich seit 1995 mit den Radfahrern zusammenarbeite, und seit 1995 ist Jan Profi. Und Jan ist für mich nicht nur Sportler, sondern auch ein guter Mensch. Mit allen Fehlern und allen Vorzügen. Deshalb will ich es vielleicht noch nicht an mich ranlassen. Vielleicht ist es ein Verdrängungsprozess, mag sein. Das lasse ich mir dann auch gern vorwerfen. Er wird höchstwahrscheinlich gesperrt und ich werde mit ihm als Sportler nie mehr zu tun haben. Was für mich viel wichtiger ist als die Retrospektive: Wie passiert mir so eine persönliche Enttäuschung nicht mehr? Kann man so etwas überhaupt ausschließen? Und wenn jemand einen Fehler begangen hat, muss man ihn dann in aller Öffentlichkeit verteufeln?

SZ: Auch das irritiert uns. Ullrich wird kein Fehler vorgeworfen, sondern jahrelanges Doping auf perfide Art. Er hat viele Millionen verdient, weil ihn die Menschen für diese Leistungen achteten. Braucht nicht gerade der Arzt, der es künftig besser und glaubwürdiger machen will, die nüchterne Analyse von all dem, was er vorher falsch gemacht hat?

Heinrich: Richtig, aber mit einer klaren Intention, was man besser machen kann. Und auch deshalb nutzt es nichts, wenn da zu viel Emotionalität reinkommt. Ich halte wenig davon, in der Vergangenheit zu leben. Jetzt zwölf Jahre zu hinterfragen, ob ich hintergangen worden bin oder nicht, bringt mich also nicht weiter. Entscheidend ist, dass es nicht mehr passieren kann. Wenn ich mich als Teil des Kontrollsystems sehe, dann habe ich auch versagt. Nur: Meine Arbeit ist Teamarzt, nicht Dopingkommissar. Dafür gibt es unabhängige externe Tests. Und genau die wollen wir jetzt verstärken. Wir wollen die höchstmögliche Sicherheit, dass nur gesunde, ungedopte Fahrer am Start sind. Und wenn doch einer positiv ist, will ich mir nicht anhören: du hättest es wissen müssen.

SZ: Wo steht der Sportarzt: Voll beim Athleten - oder bei seiner ethischen Verantwortung? Sie sagen, Sie sind kein Dopingkommissar. Aber ist nicht in Ihrer ärztlichen Berufung drin, strikt zu überwachen, dass gesunde Menschen keine rezeptpflichtige Arznei einnehmen?

Heinrich: Unter medizinischer Ethik verstehe ich, dass ich für die Gesundheit des Menschen zuständig bin. Dass ich versuche, seine Gesundheit zu erhalten oder ihn wieder in gesunden Zustand zurückzuführen, wenn er krank ist. Da gehört Prävention dazu. Aufklärung über die Risiken von Dopingsubstanzen, z.B. potenzielles Tumorwachstum bei Einnahme von Wachstumshormonen.

SZ: Epo?

Heinrich: Ist es ähnlich. Auch da kann man Langzeitfolgen schwer abschätzen. Es ist gesundheitlich im Vergleich zu vielen anderen Mitteln auf der Dopingliste unbedenklicher, aber es hat Folgeeffekte wie zu hohe Hämatokritwerte mit möglicher Thrombosegefahr und so weiter. Und es ist ein Medikament, und nicht für den Einsatz am Gesunden entwickelt.

SZ: Thema Floyd Landis. Kam es Ihnen nicht spanisch vor, wie der auf dieser einen Bergetappe das gesamte Feld abgehängt hat und davongeflogen ist?

Heinrich: Ich habe es natürlich für mich hinterfragt. Aber wenn man Sport schaut, hofft man auch immer ein bisschen auf Wunder. Oder? Man hofft als Zuschauer, der ich auch bin, darauf, an etwas Geschichtsträchtigem teilzuhaben. Dass man das immer hinterfragen kann, klar. Aber dann kommt man als Zuschauer an den Punkt, wo man sich entscheiden muss, schaut man sich das noch an.

SZ: Dann wollen wir zitieren, was Sie in einem Internetbeitrag zu jener sensationellen Etappe geschrieben haben, bei der Landis gedopt war: "Wie er es macht, spricht für seine Professionalität. Da kann man jede Menge lernen." Sie erklären dann in vier Punkten, wie das möglich war: Fahren nach Leistung, ständiges Essen und Trinken, ständige Kühlung durch Wasser und aerodynamische Haltung. Nirgendwo steht, dass Sie vielleicht noch eine andere Erklärung für so eine Irrsinnsleistung haben.

Heinrich: Da widerspreche ich. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Er hat professionell auf dem Rad "gearbeitet" wie beschrieben. Das war auffallend. Das andere ist Vermutung. Dass ich das nicht thematisiere, heißt nicht, dass ich es nicht hinterfrage.

SZ: In dem Artikel hinterfragen Sie es eindeutig nicht. Mit keiner Silbe.

Heinrich: Man kann nicht erwarten, dass ich in diesem tagebuchartigen Artikel schreibe, was mir suspekt vorkommt.

SZ: Warum nicht? Man kennt Sie als Arzt, und man muss doch heute sagen, im Profiradsport, wo die Besten wegen Dopings fehlen, radelt der Verdacht immer mit. Oder hatten Sie Vereinbarungen?

Heinrich: Die hatte ich nicht.

SZ: Dann wäre es machbar gewesen.

Heinrich: Ich bin wissenschaftlich an die Sache rangegangen: Wie ist so etwas möglich? Ich habe die außergewöhnlichen Sachen, die ich bei Landis gesehen habe, aufgeschrieben. Der Journalist kann seine Zweifel aufschreiben. Aber ich bin auch als Leistungsphysiologe tätig und beschreibe, wie so was möglich sein könnte. Und: Am Testosteron allein kann es nicht gelegen haben.

SZ: Sicher nicht. Aber hätte das Misstrauen, das nach Ullrichs Fall gewachsen ist, nicht zu einer anderen Herangehensweise bei Ihnen führen müssen?

Heinrich: Jetzt muss ich eine Frage stellen: Wenn es um Glaubwürdigkeit geht, und Sie sagen, am Testosteron allein lag es Ihrer Meinung nach nicht, warum schreiben Sie das nicht?

SZ: Das tun wir jederzeit. Am Testosteron allein lag es bestimmt nicht, sondern, wie auch anerkannte Sportmediziner schon vermuten, am Zusammenspiel mit weiteren, nicht entdeckten Manipulationen. Sie würden also weiter sagen, der Auftritt war nicht dopingverdächtig?

Heinrich: Wir reden über Glaubwürdigkeit. Dazu zählt, zumal als Arzt, keine spekulativen Behauptungen aufzustellen.

SZ: Das andere ist auch Spekulation. In diesem Fall sogar eine falsche: Es lag eben nicht an der Kühlung und der aerodynamischen Haltung bei Landis, wie Sie vermuteten - stattdessen wären Sie mit dem Dopingverdacht richtig gelegen.

Heinrich: Ich habe weder das eine noch das andere gemutmaßt. Das steht mir als Arzt in diesem Fall nicht zu. Und ich denke nicht ständig dran: ist der gedopt oder nicht. Sonst brauche ich mir gar keinen Sport mehr anzugucken, keine Leichtathletik, kein Schwimmen, Fußball, nichts.

SZ: Was ändert sich nun alles mit dem künftigen Antidoping-Arzt Heinrich?

Heinrich: Ich bin kein Biochemiker. Ich werde mich in einige Sachen einarbeiten, wie das Thema Blutvolumen, weil es wissenschaftlich sehr interessant ist und gut ins Antidopingprogramm passt. Wir werden Proben einfrieren, weitere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Aber ich bin kein Antidoping-Arzt, da gibt es Experten, die wir einbinden können.

SZ: Der Fall Armstrong zeigt, dass manchen nicht mal das Einfrieren von Urinproben schreckt. In dessen gekühlten Proben von 1999 ist 2005 gleich sechsmal Epo gefunden worden, trotzdem kam er aus der Sache raus.

Heinrich: Man konnte ihn juristisch nicht belangen.

SZ: Ist Armstrong für Sie, als Arzt und Szenekenner, ein sauberer Toursieger?

Heinrich: Man muss es hinterfragen. Aber er gewann sieben Mal, hat keine Schwäche gezeigt. Das ist außergewöhnlich und für mich nicht durch Doping zu erklären.

SZ: Trotz der Fülle von Belegen, Aussagen Dritter, trotz der sechs klaren Befunde?

Heinrich: Die sechs Befunde sind sechs Befunde. Offenbar war das Kontrollverfahren juristisch nicht haltbar. Wäre er 1999 überführt worden, hätten wir diese Diskussion nicht.

SZ: Es geht um Glaubwürdigkeit. Wir wollen doch keine juristische Expertise, sondern Ihre Einschätzung als ärztlicher Fachmann. Vertrauen Sie Armstrong?

Heinrich: Ich kenne ihn nicht, wie sollte ich ihm da mein Vertrauen schenken?

Interview: Thomas Kistner und Andreas Burkert

(SZ vom 19.8.2006)
 
Keine Sperre für Ullrich

Diese Nachricht wird Jan Ullrich gut tun.

Der Schweizer Radsportverband hat die Anklage-Papiere der spanischen Polizei wegen Dopings gegen Jan Ullrich zurückgeschickt!

„Da waren keine Stempel und keine Unterschriften drauf“, sagte Radsport-Präsident Lorenz Schläfli. „Solche Papiere hätte kein Gericht der Schweiz als Beweismittel anerkannt.

Somit wird im Moment Jan Ullrich vom Schweizer Verband auch nicht gesperrt.“

Ärger und eine Sperre könnte dem Tour-Sieger von 1997 aber immer noch vom Radsport-Weltverband UCI nach Akten-Einsicht der spanischen Guardia Civil drohen.

Quelle: www.bild.de


Da schicken die Spanier doch glatt paar läppische Schmierblätter [[rofl]] [[rofl]] [[rofl]]
 
Daniel schrieb:
Keine Sperre für Ullrich

Diese Nachricht wird Jan Ullrich gut tun.

Der Schweizer Radsportverband hat die Anklage-Papiere der spanischen Polizei wegen Dopings gegen Jan Ullrich zurückgeschickt!

„Da waren keine Stempel und keine Unterschriften drauf“, sagte Radsport-Präsident Lorenz Schläfli. „Solche Papiere hätte kein Gericht der Schweiz als Beweismittel anerkannt.

Somit wird im Moment Jan Ullrich vom Schweizer Verband auch nicht gesperrt.“

Da gehe ich doch sofort Big auf "Ullrich gewinnt Vuelta" [[aetsch]]