Weiteres Buch über Ullrich
Valkenburg - Für Jan Ullrich könnte der Prozess-Marathon nach neuem Ärger durch Enthüllungsautor Jef D'Hont schon bald in die nächste Runde gehen.
Der Belgier, der vor knapp einem Jahr mit seinem Buch den Telekom-Dopingskandal ins Rollen gebracht hatte, will gegen den früheren Toursieger juristisch vorgehen.
Er fordert nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" die Erstattung der Gerichtskosten sowie Schadenersatz wegen Rufschädigung.
D'Hont hatte behauptet, Ullrich das Blutdopingmittel Epo in den Arm gespritzt zu haben und war wegen dieser Aussage verklagt worden.
Neues Buch - neue Enthüllungen
Ohnehin droht den früheren Telekom-Stars weiteres Ungemach, schließlich will der frühere Telekom-Masseur im November ein zweites Buch mit weiteren Enthüllungen auf den Markt bringen. Darin soll diesmal Ullrich nicht verschont werden, aber auch über geständige Dopingsünder wie High-Road-Sportdirektor Rolf Aldag will D'Hont die ganze Wahrheit erzählen.
Erst am Montag hatte sich Ullrich mit der Staatsanwaltschaft Bonn geeinigt, das Verfahren wegen "Täuschung und Betruges zum Nachteil seiner Arbeitgeber Telekom/T-Mobile durch Doping" gegen Zahlung eines Strafgeldes in sechsstelliger Höhe einzustellen.
Laut Presseberichten soll sich die Strafzahlung auf 250.000 Euro belaufen. Ein Drittel soll dabei an die Staatskasse, zwei Drittel sollen an gemeinnützige Vereine gegangen sein.
In Hamburg läuft zudem noch ein Rechtsstreit mit Doping-Aufklärer Werner Franke.
Ullrich gibt klein bei
Im Zuge der Einigung mit der Staatsanwaltschaft Bonn hatte Ullrich auf Gehaltsforderungen in Höhe von 1,25 Millionen Euro verzichtet, die ihm sein früherer Rennstall Coast noch geschuldet hatte.
Ullrich wollte die Strafzahlung nicht als Schuldeingeständnis gewertet wissen. Ullrichs Telekom-Vergangenheit könnte aber schon bald wieder ein Thema werden, wenn D'Hont sein zweites Buch mit weiteren Enthüllungen veröffentlicht. Darin soll auch verstärkt Ullrich vorkommen, den der Belgier im ersten Buch noch verschont hatte.
Dafür habe D'Hont auch Tonbandaufnahmen aus einem Telefongespräch. "Ich finde es schade, was manche Menschen aus Geldgier machen", sagte Ullrich dazu jüngst in der "Bild-Zeitung".
Spannung bei Aldag
Relativ gelassen blickt Aldag dem zweiten Werk D'Honts entgegen. "Da bin ich sehr, sehr entspannt. Er kann von mir aus Bücher schreiben, wie er will. Es ist faszinierend zu sehen, wie einer behauptet, ich hätte nur die halbe Wahrheit gesagt. Dabei kennt er doch gar nicht die Protokolle aus den 17 Stunden dauernden Verhören mit dem BKA, der Staatsanwaltschaft Freiburg und der Anti-Doping-Agentur", sagte der Westfale beim 43. Amstel Gold Race.
D'Hont hatte jüngst behauptet, Aldag habe bei seinem Doping-Geständnis im Mai nicht alles erzählt. Der Belgier kündigte an, auch das Gespräch mit High-Road-Teamchef Bob Stapleton suchen zu wollen, um ihn über die Vergangenheit von Aldag aufzuklären.
Jaksche ist bereit
Der ebenfalls geständige Doping-Sünder Jörg Jaksche übt derweil scharfe Kritik an der Radsportszene. "Diejeningen, die aus uns Sportlern ein chemisches Monster machten, geben vor, dieses Monster erlegen zu wollen - das kann nicht funktionieren", sagte Jaksche zu "Fokus".
Jaksches Sperre endet am 30. Juni. Er hat grünes Licht vom Weltverband (UCI) und der Tour-Organisation (ASO) und wäre bei der Tour gerne dabei. "Ich bin fit und sauber, bei mir kommt nichts mehr raus", behauptet Jaksche. "Ein Team könnte sich mit mir schmücken."
Allerdings haben weder Jaksche noch Patrik Sinkewitz, der zweite deutsche Fahrer, der Blutdoping zugab, einen neuen Vertrag.
Sinkewitz, der bis zum 17. Juli gesperrt ist, habe nach eigenen Angaben schon mit Pro-Tour-Mannschaften Gespräche geführt.
sport1.de
Mache Leute müssen es schon nötig haben
und der Jaksche ist der Knaller, meint wohl mit dem Saubermann-Image nochmals die große Kohle scheffeln zu können