Interview Nummer 2 mit
Briskeby der in wenigen Tagen sein 10-jähriges Jubiläum hier im Wettforum feiert. Als Bundesliga-Spezi hat man es nicht immer leicht, er hat aber schon oft bewiesen, dass er ein echter Kenner dieser Liga ist.
Seit wie vielen Jahren wettest du?
Begann so am Anfang der Studienzeit vor rund 12 Jahren, wo ich ein paar Handball-Cracks kennen lernte, die doch gut Geld damit machten. Ich war sehr angetan und spielte jahrelang aber zum Spaß nur Kombiwetten, bevorzugt Torschützen in der Wettbude. Darin war ich so gut, dass ich dann bei blogabet auch versuchte das ganze ein wenig aufzuzeichnen und der Gedanke an einen paid service mit seriösen Einzelwetten kam auf. Auf dem alten blogabet war ich dann zeitweise richtig gut aber der Schritt mich zu professionalisieren mit größerem Anspruch und höheren Einsätzen blieb letztlich aufgrund mangelnder Konstanz aus und ich musste einsehen, dass ich einfach auch teilweise sehr viel Glück hatte. Ich verwarf dann den Anspruch das ganze zu professionalisieren und bemühe mich seit zwei, drei Jahre um seriösere Einzelwetten mit einer besseren Struktur (Staking, Disziplin) aber alles auf einem recht bescheidenen Niveau und ab und zu zocke ich einfach gerne Spezialwetten und Kombis, bet-builder usw.
Wie hoch ist der durchschnittliche Einsatz auf eine Wette bei dir?
Wie erwähnt habe ich eine zeitlang auch mal 150-250 Euro auf eine Wette platziert, viel intuitiv und ohne großen Staking-Plan, bitte nicht nachmachen! Das ging kurzfristig oft gut aber mittel- und langfristig war die Varianz einfach zu groß. Ich hätte sogar einen Geldgeber gehabt, der mir eine bessere bankroll zur Verfügung stellen konnte als ich selbst in der Lage dazu war, aber ich habe abgelehnt, weil ich realistisch einschätzen konnte, dass ich ein Amateur bin und immer bleiben werde. Heute spiele ich mit weniger Einsatz, rund 15-20 Euro (1/10) bemühe mich aber um Kontinuität und gesundes Staking. Es hat sich auf ein mir angemessenes Niveau eingependelt.
Wie viel Gewinn hast du in deinem besten Jahr gemacht?
Die besten Jahre war die Zeit als ich blogabet eröffnet habe, da habe ich, im Nachhinein mit viel zu wenig Einsatz, einen Yield von 10% bei über 1000 Wetten gehabt. Zu der Zeit habe ich im Monat rund 600-900 Euro nebenher verdient. Ich hatte zum Spaß angefangen und daraus war plötzlich mehr geworden. Und ich glaube ich konnte damit nicht wirklich gut umgehen.
Wie viel Verlust hast du in deinem schlechtesten Jahr gemacht?
In dem Jahr, wo ich gedacht habe, ab jetzt läufts, schlug die Varianz voll durch und ich stand in einem halben Jahr mit 1600 im Minus da. Obwohl ich nicht groß etwas änderte außer dass ich leichtsinnig meine Fähigkeiten überschätzte und keinen echten Staking-Plan hatte. Da war mir auch klar, dass ich das Zeug zum Profi nicht besitze und ohne professionellere Strukturen und vor allem viel mehr Zeitinvest nicht weit komme. Ich gab vielleicht etwas zu früh auf aber nur wenige sind zu einem professionelleren Wetten berufen.
Gewinnst du heutzutage mehr oder weniger als zu Beginn deiner Wettkarriere?
Heute spiele ich wieder mit weniger Anspruch weniger Einsatz und es steht am Ende ein leichtes Plus, mal ein leichtes Minus. Gefühlt ist es schwieriger geworden aber dank größerer Erfahrung und dem richtigen Riecher zur richtigen Zeit kann man immer noch Gewinne erzielen. Und vor allem habe ich eine bessere Struktur und viel mehr Erfahrung, was eine gute und was keine gute Wette ist.
Was ist dein Spezialgebiet?
Ich habe mich (leider?) nie für die unteren Ligen interessieren können. Ich mag nach wie vor 1. Bundesliga, wo ich es einfach liebe Value aufzustöbern auch wenn es schwer ist. In Abstrichen kommen dann 2. Bundesliga, Ligue 1 und Ligue 2, die aber weniger geworden sind, dann PL und Serie A - also die großen Ligen interessieren mich halt. Spezialist bin ich aber in diesen Ligen bestimmt nicht, mal kenne ich mich da ein bisschen besser aus und mal dort.
In welchen Ligen oder Sportarten ist es deiner Meinung nach auf lange Sicht schwer möglich Gewinn zu machen?
Schweiz, Österreich, Belgien, untere englische Ligen, das finde ich richtig schwer. Auch Ausflüge zum Baseball habe ich bereut und finde es genauso untippbar wie NHL auch.
Der häufigste Anfängerfehler?
Erstens: Sich nicht im Klaren darüber sein, was man eigentlich will. Man braucht einen Plan und eine Struktur, ansonsten ist Sportwetten eine reine Zeitvergeudung. Wenn es einem Spaß macht, sollte man lieber nur zocken und den größeren Anspruch sein lassen. Zweitens: Ganz konkret das Nichtverlierenkönnen. Wenn man das nicht kann, ist man in der Abwärtsspirale und versucht die Verluste wieder reinzuholen. Ohne klare Strukturen, an denen man sich orientiert, ist man dann verloren. Daher macht alles außer seriösen Einzelwetten mit einem Stakingplan auch keinen Sinn. Man muss wie bei jedem anderen Invest auch langfristig denken und kleine Schritte in die richtige Richtung machen und nicht, wie es mir auch erging, mit Glück zwei Schritte nach vorne und dann wieder drei zurück. Drittens glaube ich, dass man ohne das Erstellen eines eigenen Systems, das viel auf Mathematik beruht, nicht so weit kommen kann, um professioneller zu werden. Wetten ist zum einen nicht bloß Mathematik aber zum anderen bloß Mathematik - es ist paradox imo.
Wie hoch sollte der Maximaleinsatz auf eine Wette im Verhältnis zur gesamten Bankroll sein? (10/10 Wette; in Prozent)
Man muss irgendwann verinnerlichen, dass man, und fühlt sich eine Wette auch noch so richtig und gut an, jede Wette unter manchmal nicht für möglich gehaltenen Umständen verlieren kann. Daher muss ein Staking-Plan her, der maximal 3% pro Wette einer Bankroll verschlingt, in Ausnahmen vielleicht 5%.
Wie hast Du ins Wettforum gefunden und warum hast du dich registriert?
Ich hatte anfangs, als ich merkte, dass mir das Analyse-Schreiben Spaß macht eine facebook-Gruppe, die ich von einem anderen übernommen hatte, der keine Zeit mehr dazu hatte. Dann habe ich bei der Recherche diverse Foren entdeckt, war dann erst bei der Konkurrenz angemeldet und habe aber schnell gemerkt, dass das WF das einzig kultige und richtige Forum ist. Tja der Rest ist bekannt.
Welches Sportereignis (Einzelspiel, Serie, Turnier) hast du in besonders positiver Erinnerung, weil du dort große Gewinne machen konntest?
Die Anfangsjahre mit Torschützen-Kombi aus ganz Europa waren eine Freude, weil Tipico lange Zeit als einziger Anbieter mehrere Torschützen in einem Spiel zugelassen hat. Heute geht das auch bei anderen mit der bet-builder-Funktion und die ist nicht zu unterschätzen! Da habe ich regelmäßig aus 5-10 Euro Einsatz mehrere hundert Euro gewonnen.
Dann ist mir die Monaco-Meistersaison in positiver Erinnerung, wo ich schon vor der Saison erkannte, dass sie das Potential für ganz oben habe und Woche für Woche gut abgeräumt habe. Genauso hatte ich eine Saison lang in der Serie A 15/16 einfach sau viel richtig und ich kannte einen guten Serie A - Tipper, der mir immer gute Infos gab. Leider riss das aber dann auch ab. Die letzte Bundesliga-Rückrunde, wo ich mich nochmal überreden ließ doch noch weiterzumachen, war auch nicht zu verachten.
Wie lautet dein Erfolgsrezept, welche Wettstrategie wendest du an?
Ich habe sehr spät erst verstanden, was erfolgreiches Wetten eigentlich ausmacht und das heißt für mich einfach value finden und eine nüchterne und saubere Quotenbeurteilung. Dank der Hilfe einer Leute hier aus dem WF bin ich darin viel besser geworden als früher und ich habe hier enorm viel lernen können von einigen. Man bekommt mit der Zeit einfach ein Gefühl dafür was eine gute Wette ist und ich begreife auch immer mehr, wie wichtig es dann ist, sich die Quote zu trauen, wenn man von etwas überzeugt ist. Versuche, vermeintlich "sichere" Wetten in eine Kombi zu pressen, kann man vergessen. Siehe letzte Woche Bayern lost, Man City lost usw.
Da ich kein Mathematiker bin und nie ein eigenes System erstellt habe, verlasse ich mich auf meine gesammelten Eindrücke und meine Erfahrung. Zu einem Spiel suche ich trotzdem auch oft noch so viele Infos wie möglich, weil ein, zwei Hinweise wirklich einen Unterschied machen können. Aber wie gesagt der Fokus liegt heute einfach viel mehr auf den Quoten als früher. Es nützt nicht viel sich alleine zu fragen, ob Mannschaft A oder Mannschaft B gewinnt. Die Recherche und Herangehensweise ist eine Kunst für sich, die jeder auch anders handhabt, das macht es ja auch so interessant und aufs Neue immer wieder spannend.