Herren Riesenslalom/Slalom Samstag/Sonntag 12.10/13.10 10:30/10:30 Uhr
Der Klassiker steht dieses Wochenende an. Die Piste im Berner Oberland zählt zu den schwersten RTLs im Weltcup.
Am Chuenisbärgli, ist grade der Startbereich und vorallem der Zielhang extrem steil.
Und da es in Adelboden in den letzten Tagen, um einiges weniger geschneit hat als in Österreich und Umgebung, wird es sehr wahrscheinlich auch eine eisige Angelegenheit und wird das ganze wesentlich schwierig machen.
Im Vergleich, in Flachau liegen derzeit so um die 210 cm Schnee, in der Schweiz gerade einmal 70 cm.
Temperaturen unter -10 Grad in der Nacht werden die Piste ziemlich hart präsentieren.
Gerade im oberen Teil muss man in die zwei kleinen Flachstücke gut Speed aufbauen und im Zielhang, eigentlich die Schlüsselstelle, trennt sich die Streu vom Weizen.
Hier muss man bedignungslos auf dem Ski stehen und eine gute Line in den Steilhang finden um vorne ein Wörtchen mitzureden. Hirscher war letztes Jahr, trotz großer Fehler in beiden Läufen nicht zu schlagen.
Vor gut einem Jahr war in Adelboden nur auf der Strecke Schnee und es war recht warm.
Wird am Samstag ziemlich das Gegenteil eintreffen, durch die hohen Minusgrade wird es eisige und das ist genau der Schnee den der Marcel liebt.
Auf so einem ähnlichen Untergrund hat er in Alta Badia den extremen Vorsprung von über 2,5 Sekunden dieses Jahr herausgefahren.
Gerade wenn der Schnee eher weich ist und der Untergrund doch nachgibt und es eher gefühlvoll zur Sache geht, hat der Österreicher eher Probleme.
Das konnte man in Beaver Creek sehen und besonders in Saalbach, wo mit die schlechtesten Pisten Bedingungen überhaupt dieses Jahr herrschten.
Hier kann die Konkurrenz mit Hirscher mithalten, wird es eisig und er macht keine zu großen Fehler, sehe ich im Moment keinen, der da annähernd rankommt.
Kristoffersen konnte im Slalom in Zagreb nicht mit den besten mithalten und macht dieses Winter einen verunsicherten Eindruck.
Pinturault fährt ebenfalls seinen Leistungen etwas hinterher und wird im RTL auch keine Chance gegen den Österreicher haben.
Zusammenfassend kann man sagen, Hirscher liefert bei den Bedingungen wie ein Uhrwerk ab und ich rechne am Samstag mit einem saftigem Vorsprung.
Siegvorsprung über 0,61 Sekunden @ 2,4 unibet 4/10
Myhrer Andre v Zenhäusern Ramon / Myhrer Andre v Pinturault Alexis (beides Slalom am Sonntag!)
Hier für mich ein recht klares Duell. Myhrer für mich im Moment klar im Formtief.
Selbstvertrauen ist nicht da und jetzt kommt mit Adelboden einer der schwersten Slaloms im Weltcup.
Zuletzt 2 mal erst gar nicht qualifziert. In Zagreb war er ohne groß ersichtlichen Fehler weit abgeschlagen.
In Kroatien hat er einen anderen Ski probiert, was meistens ein Zeichen für Unsicherheit ist.
Nach dem Saisonstart in Levi mit Platz 3 kam für ging es für den Schweden in der Formkurve steil bergab.
Der Schwede hatte schon immer seine höhen und tiefen aber zweimal durch die Zeit nicht qualifiziert für den zweiten Durchgang ist im noch nie passiert.
Es passt irgendwas bei ihm nicht und gerade im Slalom machen kleine Dinge einen riesigen Unterschied.
Wenn man auf der anderen Seite den Schweizer sieht, meint man zuerst es sieht ähnlich aus, wenn man die Ergebnisse betrachtet.
Hier kam aber bei Zenhäusern dazu, dass er mitte Dezember sich den Daumen gebrochen hat und mithilfe eines speziellen Handchirurgen an Heiligabend ein elastischen Faden in den Finger gesetzt bekommen hat.
Dieser wurde am Montag entfernt und laut Interview hat er keinerlei Beschwerden mehr.
"Der Arzt ist mit dem Heilungsprozess sehr zufrieden. Mich persönlich schränkt der Daumen beim Fahren nicht mehr ein. Ich fühle mich körperlich sehr gut und bin bereit."
Zumal er in der Zeit wo er gehandicapt war, eigentlich nicht schlecht gefahren ist. Lediglich die fahrt in Madonna war wirklich schlecht.
In Zagreb war er im ersten solide unterwegs und war auf dem Weg eine gute Zeit ins Ziel zu bringen, erwischt dann aber die Vertikale falsch und fährt das Tor falsch an.
In Oslo im Parallelslalom hat er den Schweden schon auf Rang 4 verwiesen im kleinen Finale, was aber für den normalen Slalomweltcup nicht wirklich von Bedeutung ist, aber Sicherheit kann es trotzdem geben.
Zenhäuser ist seit mitte letzter Saison sehr konstant und für mich in keinem Formtief so wie es einige Buchmacher sehen. Quoten schwanken hier auch sehr stark, die Bookies sind sich nicht einig wer hier besser ist.
Pinnacle gibt dem Schweizer hier eine mickrige 1,5 Quote, hier bei unibet ist der Schwede leichter Favorit mit 1,8. MMn klare Sache wenn der Schwede hier keine 180 Grad Kurve macht.
Zudem gleiches Duell hier mit Pinturault. Ich geh hier aus zwei Gründen auch mit dem Franzosen. Zum einen macht er zuletzt in Zagreb einen sehr starken Eindruck gerade der obere Teil in Adelboden ähnlich und seine Ergebnisse im Slalom in Adelboden lassen sich sehen.
In den letzten 3 Rennen 5.,9. und 4., gerade im Jänner wenn die etwas schwierigeren Läufe anstehen, fährt er sehr konstant in die Top 10.
Natürlich etwas Risiko dabei, zweimal gegen den gleichen Fahrer zu wetten, aber ich muss es bei der Form versuchen.
Wäre wie gesagt eine doch recht große Überraschung wenn der Schwede plötzlich wieder in den Top 10 mitfährt nachdem er zweimal jetzt jenseits der besten 30. war.
Zenhäusern @ 1,9 unibet 3/10
Pinturault @ 1,8 Interwetten 3/10
Muffat Jeandet Victor v Ted Ligety
Der Franzose ist eine Ergebnismaschine im RTL dieses Jahr, war immer in den Top 15, besten Ergebnisse waren ein 3 Platz in Are am Anfang der Saison und in Alta Badia ein 9. Platz.
Er hat, wenn alles zusammen passt, die Klasse ganze vorne mit rein zu fahren. Ähnlich wie Hirscher liegt ihm eher eine harte Piste, was man auch gut an den Ergebnissen sehen kann.
Auch er in Saalbach und Beaver Creek etwas schlechter unterwegs gewesen. Insgesamt fällt er so gut wie nie aus.
Zu Ligety hab ich schon viel gesagt, der Bursche ist zum einen nicht 100 % fit, dass wird sich jetzt auch nicht in 10 Tagen geändert haben.
Frage mich wieso man als ehemaliger weltbester Riesenslalomläufer, sich bei anhaltenden Knie und Rückenproblemen, die Eispiste in Bormio Ende des Jahres antut und nicht lieber pausiert und sich regeneriert.
So kann ich mir schwer vorstellen, dass da heute bei wieder sehr harter Piste und somit vielen zu kompensierenden Schlägen, was gescheides bei rumkommen soll.
Gerade sein typischer "Ligetystyle" mit andriften an jedes Tor ist da Gift, da spürst du jeden Schlag im Knie.
Bis auf die extrem weiche Piste in Beaver Creek mit Platz 8 in der Heimat, ist ihm bis jetzt, nichts besseres wie ein 15. Platz gelungen. Heißt der Franzose war in 4 von 5 RTL's vor dem Amerikaner.
Ich verstehe ja das die Bookies, die von einem großen Namen wie ihm hohe Erwartungen haben, aber wer nicht in Form ist und Schmerzen hat, wird ziemlich sicher auf der schweren Piste in der Schweiz nichts holen.
Muffat Jeandet @ 1,75 bwin 5/10