19. Freundschaftsspiele
Eine oft zitierte und genau so falsche Aussage, wie viele, die sich in Foren findet, ist diejenige, dass man als ernsthafter Wetter auf keine Freundschaftsspiele wettet. In meinen Augen Humbug der gröberen Sorte, liegt doch grad in solchen Spielen oftmals Gold vergraben. Natürlich ist es nicht einfach für solche Friendlies, grad wenn es sich dabei noch um unterschiedliche Ligen+Länder handelt, gültige Estimations zu erstellen. Nur den Books fällt dies noch schwerer. Und diesen Vorteil kann man ausnutzen, wenn man die entsprechenden Infos hat. Natürlich eignet sich nicht jedes Pre Season Game zum wetten. Aber generell lassen sich gewisse Tendenzen feststellen, deren einige ich nachfolgend kurz skizziere:
- Key Factor ist der Trainer. So gibt es Klubs/Trainer, die generell Friendlies ernster nehmen (kann man sehen, wenn man die Ergebnisse der letzten Saison betrachtet) als andere. Insbesondere unterscheiden sich hier die Trainer ziemlich deutlich voneinander und sind oftmals gute Indikatoren betreffend der Seriosität mit der ein Team ein Friendly bestreitet. Es gibt Trainer, die zum Zeitpunkt X der Vorbereitung in der Pause das ganze Tea auswechseln. Es gibt solche, die legen zum Zeitpunkt Y mehr Wert auf die Offensive als die Defensive. Und da Trainer Gewohnheitstiere sind, hilft auch da ein Blick in die Annalen des jeweiligen Clubs. Deutliche Signifikanz hier.
- Desweiteren gibt es oft auf Aussenseiter zu hohe Quoten, grad wenn der Aussenseiter schon viel weiter in der Vorbereitung ist, lohnt sich das desöfteren. Ausserdem ist ein lower Legue Team meist motivierter. Ueberhaupt ist die Motivation ein weiterer entscheidender Punkt. Auch hier hilft ein Blick zurück. Und Teams, deren Kader gross ist, spielen augrund der Konkurrenz innerhalb meist motivierter.
- Weiters gibt es Teams die öfters over spielen. Under nach einer harten Trainingswoche.
Es gibt Teams, die haben in jeder Preseason einen ähnlichen Zyklus der Vorbereitung, spiegelt sich auch in den Resultaten wieder. Anfangs gut, während des Konditionstraining schlecht, dann wieder gut. Ist natürlich von Team zu Team verschieden.
Entscheidend ist hier, dass man über den Trainingsstand der Teams informiert ist. Grad Teams die sich in einer harten Phase des Trainings befinden, spielen meist deutlich unter dem normalen Level.
- Ist man nicht in der Lage Genaueres über das Trainingsprogramm herauszufinden, hilft der Blick auf das Datum des Saisonbeginns. Teams, die später beginnen, haben, wenn sie auf früher startende Teams treffen im Normalfall einen nicht zu vernachlässigenden Malus.
- Wichtig ist auch zu wissen, in welcher Formation die Teams aufeinander treffen. Der Einsatz von Testspielern kann, wenn es derer nicht zu vieler sind, in den Estimations vernachlässigt werden, solange deren Positionen nicht zu negativ mit deren Qualitäten korrelieren.
- Teams, die in der Pause, viele Wechsel hatten/haben, sind dementsprechend lower zu estimieren. Hängt weniger von der Zahl der getätigten Wechsel, als mehr von der Position/Wichtigkeit der neuen Spieler ab. Als Beispiel ein Klares: Eine neue Innenverteidigung führt in den ersten Friendlies zu einer deutlich erhöhten over Tendenz.
-Es gibt, sowohl im Fussball, als auch in Hockey Clubs, die sich auf einer richtigen Vorbereitungstournee befinden. Key factor hier: das wievielte Spiel in wie vielen Tagen. Grad tschechische Hockeyclubs oder Fussballteams aus der Ukraine glänzen mit einem Mammutprogramm. Unnötig deren zunehmende Müdigkeit zu erwähnen.
Diese Tendenzen und andere kann man herausfinden und hier findet sich ein enormer Vorteil gegenüber dem Bookie. Fliessen diese entscheidenden Informationen in die Estimations ein, immer natürlich unter der Annahme, dass sie halbwegs gültig sind, lässt sich feststellen, dass sich kaum wo sonst, solcher Value findet. Dementsprechend und folgerichtig ist es auch totaler Mumpitz, auf Freundschaftsspiele tiefer zu Staken als üblich.