Radsport - Tour de France 2010

So. Petacchi hat also heute zum zweiten Mal triumphiert und es hat sich erneut als richtig bewiesen, bei einem Massensprint nicht auf einen so klaren Favoriten zu solchen Quoten zu setzen. Lampre hat es verstanden, den Zug von Colombia zu stören und dadurch haben sie es Cavendish und Co. erheblich schwieriger gemacht. Klar ist nach den zwei Massensprints, dass es keinen hochüberlegenen Sprinter im Feld gibt.

Die Quoten haben sich dementsprechend auch krass verändert, so dass Cavendis von ca 2,2 hochschnellte auf Quoten über 4,0 und Petacchi nun tatsächlich Quotenfavorit ist. Farrar hat von seinem Team Sprintverbot erteilt bekommen und ist daher erst mal raus aus dem Kampf um den Sieg. Hushovd hat auch heute wieder gezeigt, dass er einfach nicht schnell genug ist, um einen Massensprint gegen diese Konkurrenz derzeit zu gewinnen. Es gibt keinen Dominator mehr, dafür aber schöne Quoten für uns.

Morgen haben wir erneut eine tellerflache Etappe vor uns und die letzten Kilometer sind ohne leichte Erhebung, so dass es also eine komplett Flache Ankunft wird. Ein Massensprint scheint fast sicher zu sein, wenn man die große Anzahl der Sprinter sieht. Kann aber natürlich auch sein, dass jeder sagt „Lampre hat mit Petacchi den besten Mann, also müssen die fahren. Wieso sollten wir fahren, wenn unsere Siegwahrscheinlichkeit bei der Konkurrenz so gering ist?“ Das Team Cervelo von Hushovd wird wahrscheinlich sagen: „Wir fahren sicher nicht, dann würden wir unsrer Konkurrenz ja die Chancen auf viele Punkte im Kampf ums grüne Trikot geben.“ Und das Petacchi-Team Lampre sagt sich vielleicht „Wir haben schon zwei Siege. Die anderen stehen unter Erfolgsdruck.“ Ausgeschlossen ist also nichts.

Für mich ist der Quotensprung auf Cavendish und der Sinkflug von Petacchi zu krass. Natürlich gewann Petacchi zwei Etappen und Cavendish ist heute im Sprint fast stehen geblieben, aber es lief auch nicht wirklich viel positiv zusammen für den Briten. Bei der ersten Massenankunft waren 90 % aller Fahrer gestürzt und Petacchi musste sich nur gegen Cavendish-Anfahrer Renshaw durchsetzen und den viel zu antrittslahm erscheinenden Hushovd. Heute hat Petacchi wirklich in beeindruckender Manier gewonnen, da gibt es nichts wegzudiskutieren. Cavendishs Zug wurde gestört und zudem fehlt ihm mit Hansen ja auch ein wichtiger Mann. Dieser Tag heute wird aber zu sehr überbewertet. Cavendish mag nicht in Topform sein, aber wenn sein Zug mal einwandfrei funktioniert, dann wird er auch wieder um den Sieg mitsprinten. Schreibt mir den Briten also nicht ab.

Ebenfalls zu hoch quotiert ist für mich Boasson Hagen, der sich zum einen in sehr guter Form befindet und zum anderen heute schon immerhin auf Rang drei fuhr. Vielleicht ist Petacchi erneut zu favorisieren, aber von allen anderen sehe ich Cavendish und Boasson Hagen als möglichste Konkurrenten.


Back Cavendish @ 4,700
Back Boasson Hagen @ 21,000


Cavendish oder Boasson Hagen gewinnt die 5. Etappe @ 3,842
 
...Klar ist nach den zwei Massensprints, dass es keinen hochüberlegenen Sprinter im Feld gibt...
Ich erlaube mir, dem zu widersprechen. Alles, was Du schreibst ist mehr oder weniger richtig, in einem Sprint kann immer eigentlich alles passieren. Aber die zwei Sprints haben die klare Dominanz von Petacchi gezeigt. Konnte man nach seinem 1. Sieg noch zweifeln, gestern hat er deutlich bewiesen, dass er im Antritt klar der beste ist. Seine Konkurrenten konnten ja nicht einmal sein Hinterrad halten.
Cave für mich jenseits von Gut und Böse, seine Form scheint nicht zu existieren.
Allerdings sollte man noch eine Kleinigkeit ansprechen: Bei beiden Siegen von Petacchi war die Zeilgerade leicht ansteigend. Heute sind die letzten km völlig flach - könnte auch 'ne Rolle spielen.
Außerdem gehe ich davon aus, dass auch heute der Zug von Columbia gestört wird. Gestern war es nämlich kein Zufall, offensichtlich war es vor der Etappe so schon geplant worden.
Wie es am Ende ausgeht wage ich nicht zu tippen. Die Quoten auf Dogs sind natürlich verlockend, aber bei dem zu erwartenden Chaos im Finale...
 
Stage 5: H2H: Thor Hushovd - Robbie McEwen - 2 - @2,10 - bet365 - 06/10

(Etappe läuft schon, ist als Livewette verfügbar und sollte auch noch ~2 Stunden drin sein. Auch bei bwin & WillHill @2,0 zu haben)

McEwen gestern 4. geworden, Hushovd ohne Chance auf eine Topplatzierung im Sprint nur neunter. McEwen war dabei der deutlich schnellere und das trotz einer Verletzung am Ellenbogen, so dass das Potential eher noch größer ist und er sich mit Verheilen der Wunde noch besser präsentieren sollte. Hushovd zwar vorgestern auf der Pavé-Etappe aus einer kleinen Gruppe gewonnen, aber scheint im Massensprint doch nicht mehr so schnell zu sein. Dazu heute ein topfebenes Finale, welches McEwen als reinem Sprinter eher entgegenkommt
 
Cavendish gewann heute also tatsächlich seine erste Etappe bei der diesjährigen Tour de France und hat damit all seine Kritiker zum Verstummen gebracht. So schlecht, wie es schien, konnte er auch gar nicht in Form gewesen sein. Viele weitere wichtige Erkenntnisse gab es heute im Massensprint:

Hushovd ist einfach absolut nicht Endschnell genug. Das hat man bisher auf jeder Etappe gesehen, aber heute am deutlichsten. Er hat im Normalfall bei einem Massensprint, der normal verläuft, keine Chancen dieses Jahr. Ciolek, Boasson Hagen und Cavendish haben heute am meisten überzeugt. Sehr stark war wirklich Ciolek, dem das wohl nur die wenigsten zugetraut hätten. Er war heute eigentlic der Endschnellste von allen. Boasson Hagen scheint einen guten Riecher zu haben, aber nicht genug Power zu besitzen, um am Ende noch vorbeizuziehen. Aber das kann sich auch mal ändern, wenn der Wind stark von vorne kommt und er dann doch noch vorbeiziehen kann. Zuzutrauen ist ihm ein Etappensieg dieses Jahr also auf jeden Fall noch irgendwann.

Petacchi wird heute von der Presse ziemlich abegstraft, was ich aber total anders sehe, Er hat seinen Sprint gestartet und wurde dann von den beiden Garmin-Fahrern ausgebremst. Damit war der Sprint gelaufen für ihn und man kann keine Erkenntnisse daraus ziehen. Wer dies dennoch tut, der irrt sich meiner Meinung nach gewaltig. Das hätte so in dieder Situation niemand mehr ausbügeln können.

Morgen steht die längste Etappe der Tour an. Es deutet erneut alles auf einen Massensprint hin, da Hitze und Länge, als auch das Terrain eigentlich nicht viele andere Möglichkeiten auslassen. Zudem sind nun mit Milram, Sky, Lampre und Colombia mindestens vier Teams daran interessiert, den Sprint zu erzwingen. Ausschließen kann man einen Ausreißererfolg nie, jedoch sind die Chancen dafür Morgen schon extrem gering einzuschätzen. Zumal viele ihre Kräfte für die kommenden Berge sparen sollten.


Daher sind die beiden Massensprint-Sieger für mich Morgen auch die beiden klaren Favoriten. Cavendish und Petacchi haben die meiste Power und wenn es zu einem normalen Massensprint ohne Zwischenfälle kommt, dann sollten die beiden es unter sich ausmachen können. Boasson Hagen traue ich zum dritten Mal in Folge einen Podiumsplatz zu.

Cavendish @ 2,700
Petacchi @ 7,800

Die 6. Etappe gewinnt Cavendish oder Petacchi @ 2,006
Boasson Hagen fährt in die ersten 3 der 6. Etappe @ 3,800
 
Zuletzt bearbeitet:
7. Etappe
Egoi Martinez - Reine Taaramae
Tip: Reine 5/10
Pinnacle 1,926


Heute also endlich die ersten Berge. Das erste Antesten der big guns steht an.

Egoi ist bei der Tour wohl wieder auf der Jagd nach dem Bergtrikot. Die heutige Etappe dürfte für ihn also ziemlich uniteressant sein, es gibt nur wenige Punkte zu verteilen. Damit Egoi das Bergtrikot angreifen kann, wird er Rückstand im GC in Kauf nehmen müssen, sonst lässt ihn auf den kommenden, entscheidenden Etappen das Feld nicht fahren. Möglich also, dass er heute nicht voll fährt.
Man muss aber auch die Möglichgeit in Betracht ziehen, dass sich die Jungs nach der ersten stressigen Sprinterwoche erstmal wieder werden austoben wollen. Aber sollten heute beide Fahrer ernst machen, sehe ich für Egoi nur wenige Chancen.

Reine ist für mich bei den mittelschweren Etappen auf jeden Fall ein Kandidat für den Kampf um die vorderen Platzierungen. Bei der Dauphiné ist er in den Bergen zweimal mit Janez und Alberto angekommen, das sagt, glaube ich, schon alles.

Natürlich besteht immer die Gefahr, dass sich die Etappe ganz anders entwickeln wird. Möglich, dass Egoi doch in eine Gruppe springt, die dann ankommt, möglich auch, dass Reine heute nicht voll fährt und etwas Rückstand hinnimmt. Beides halte ich aber für weniger wahrscheinlich.
Wenn es hart auf hart kommt, wird Reine vor Egoi landen. Möglich auch, dass Egoi heute damit anfängt, Rückstand im GC zu sammeln, damit er im späteren Verlauf der Tour bei den etnscheidenden Etappen vom Feld freie Fahrt bekommt.
 
Heute steht die erste Bergankunft und Bergetappe an. Viele rechnen bereits mit einem Schlagabtausch der Favoriten, doch ich sehe das anders. Für mich sind die Berge dieser Etappe zu leicht, um sich gegenüber eines Konkurrenten Vorteile zu verschaffen. Wieder mal gilt also der Satz „Man kann heute die Tour nicht gewinnen, aber man kann sie verlieren.“ An einem katastrophalen schlechten Tag, ist es nämlich durchaus möglich, auch heute Zeit gegenüber seinen Konkurrenten einzubüßen. Unter ganz normalen Rennbedingungen glaube ich allerdings nicht daran, dass sich Contador, Schleck und Team RadioShack besonders wehtun können. Die Berge der zweiten Kategorie sind dafür einfach nicht schwer genug.

Eine gute Möglichkeit wäre es heute, Contador und vor allem sein Team etwas herauszufordern. Team RadioShack ist hierbei allerdings praktisch auf sich alleine gestellt, da Team Saxo Bank durch den Ausfall von Frank Schleck nur noch einen Kapitän im Team hat. Wäre ich Teamchef des Armstrong-Teams würde meine Taktik heute folgendermaßen aussehen:

Beim vorletzten Anstieg schicke ich einen meiner drei Leute vorne raus. Armstrong wohl eher noch nicht, denn den lässt niemand fahren, also entscheide ich mich für Leipheimer oder Klöden. Je nachdem, wer die besseren Beine heute hat und sich besser fühlt. Die Attacke wird natürlich nicht sofort gekontert von Contador, da dieser ja nicht so früh bereits jede Attacke mitgehen kann. Sonst attackieren nachher noch Klöden und Schleck und Armstrong und Evans und und und... und alle Attacken wird er nicht mitgehen, also ist die Chance groß, dass man erst mal einen wegfahren lässt. Im Anschluss dessen zeigt sich dann, welches Team Interesse hat, denjenigen wieder einzuholen. Wird Saxo Bank das Trikot verteidigen und Schlecks Chancen auf Platz zwei wahren wollen und somit Contador und Astana die Arbeit abnehmen? Oder sagen sich alle im Feld „Contador ist der große Favorit, also muss auch er das Loch schließen.“ Und genau das wäre unsere Chance, denn wenn Contador so früh bereits sein Team zur Arbeit zwingen muss, kann man den Spanier dieses Jahr schlagen. Doch leider wird es wohl nicht dazu kommen, da die Teams um Evans, Menchov und Schleck Contador unterstützen würden und gegen RadioShack ihre Chancen auf Rang 2 verteidigen wollen. Das ist wirtschaftlich und sportlich gesehen natürlich nachvollziehbar und sinnvoll, aber lindert auch die Chancen extrem, dass man Contador eventuell schlagen könnte.

Zurück zur nackten Realität: Wie gesagt halte ich die Berge heute für zu leicht, als dass sich große Abstände zwischen den Favoriten ergeben würden. Auch, weil Morgen eine richtig schwierige Etappe ansteht. Am wahrscheinlichsten ist eine Ausreißergruppe, die aus Leuten besteht, die auf die Bergpunkte schielen. Also wird wohl auch der Träger des Bergtrikots heute vorne zu finden sein. Eventuell auch schon Egoi Martinez. Ob sich Gesink von seinem Sturz gut erholt hat, ist fraglich. Auch Cunego oder Casar sind heiße Kandidaten für eine Flucht heute. Und auf jeden Fall natürlich auch die Leute, die auf das Grüne Trikot schauen. Allen voran habe ich heute Hushovd auf der Rechnung. Vor dem ersten Anstieg gibt es zwei Sprintwertungen und das ist genau seine Kragenweite. Wenn die Favoriten sich dann am letzten und vorletzten Berg nicht zerfleischen, sind die Chancen einer erfolgreichen Flucht auch gar nicht schlecht. Dann geht es um das Gelbe Trikot, wo Evans hervorragende Chancen hat, da er Cancellara nur 39 Sekunden abnehmen müsste. Unter normalen Umständen müsste ihm dies eigentlich gelingen, allerdings ist Cancellara sehr schwer einzuschätzen und wenn der Berg wirklich gebummelt wird, dann könnte er es theoretisch sogar noch verteidigen. Allerdings glaube ich nicht daran, da ich Evans zutraue, dass er das Gelbe unbedingt haben möchte und seine Chancen extrem gut sind. Er ist so nah dran, Gelb zu tragen und wird alles dafür geben.

Hier die derzeitige Gesamtwertung (alle weiteren Fahrer haben bereits über 2 Minuten Rückstand) :

1 Cancellara, Fabian Schweiz SAX 28:37:30
2 Thomas, Geraint Großbritannien SKY +0:20
3 Evans, Cadel Australien BMC +0:39
4 Hesjedal, Ryder Kanada GRM +0:46
5 Chavanel, Sylvain Frankreich QST +1:01
6 Schleck, Andy Luxemburg SAX +1:09
7 Hushovd, Thor Norwegen CTT +1:16
8 Vinokourov, Alexandre Kasachstan AST +1:31
9 Contador, Alberto Spanien AST +1:40
10 Van Den Broeck, Juergen Belgien OLO +1:42
11 Roche, Nicolas Irland ALM +1:42
12 van Summeren, Johan Belgien GRM +1:47
13 Menchov, Denis Russland RAB +1:49
14 Wiggins, Bradley Großbritannien SKY +1:49


Cadel Evans ist nach der 7. Etappe im Gelben Trikot @ 3,2000
 
Heute war ja wie erwartet keine Aktion unter den Klassementfahrern zu sehen. Jedoch hat, ebenfalls wie erwartet, ein Fahrer die Tour heute bereits verloren: Andreas Klöden. Auch Tony Martin, die zweite deutsche Hoffnung, hat so viel Zeit eingebüßt, dass wohl sogar die Top 10 in weite Ferne gerückt sind. Alle anderen Topfavoriten haben sich keine Blöße gegeben und sind gemeinsam ins Ziel eingetrudelt. Ob man Erkenntnisse gewinnen konnte, ist auch fraglich, aber Astanas Team hat keinen so schlechten Eindruck gemacht und das Feld zeitweise gut dezimiert. RadioShack hingegen war leicht enttäuschend. Aber hatte das wirklich schon was zu sagen? Man weiß es nicht.

Morgen kommt dann die erste richtige Bergetappe und ich garantiere euch Angriffe der Favoriten. Eigentlich ist Andy Schleck am meisten unter Zugzwang. Er ist zwar nach Evans der bestplatzierteste Klassementfahrer, jedoch ist er auch der mit Abstand schlechteste Zeitfahrer und müsste eigentlich rund 2-3 Minuten herausfahren auf die Konkurrenz. Contador kann eigentlich erst mal schön abwarten und zuschauen, was RadioShack, Schleck, Evans und Menchov so veranstalten und dann seine berühmt und berüchtigten Konterattacken starten. Da wir Morgen eine Bergankunft haben, werden wir auch auf jeden Fall Zeitabstände haben und kein wieder auf einer Abfahrt zusammenrollendes Fahrerfeld.

Ebenfalls interessant zu beobachten wird der vorletzte Anstieg sein. Auch dieser Berg gehört Kategorie 1 an und dürfte hoffentlich Schauplatz einiger Attacken werden. Wir haben dieses Jahr so extrem viele gute Klassementfahrer am Start, dass es eigentlich bereits hier Attacken geben muss. Morgen wird natürlich wieder eine Ausreißergruppe gehen. Vielleicht werden auch Egoi Martinez oder Robert Gesink mal mit dabei sein. Die beiden habe ich ja in der Bergwertung ganz oben auf der Rechnung. Quick Step wird erst mal das Renngeschehen kontrollieren, aber die Verteidigung ihres Gelben Trikots werden sie wohl nicht ernsthaft realistisch sehen, so dass da eine Konsequente Verfolgung wohl unwahrscheinlich ist. Aber irgendeiner der Topfavoriten wird sich gut fühlen und was wagen und dann sein Team nach vorne schicken. Ich glaube daher morgen nicht an einen Sieg eines Ausreißers, sondern an einen offenen Schlagabtausch der Favoriten, die den Sieg unter sich ausmachen werden.

Und da kommen wir zu den mit Abstand beiden besten Bergfahrern. Andy Schleck und Alberto Contador haben bereits letztes Jahr an jedem Berg gezeigt, dass sie die beiden stärksten sind und keiner ihnen auch nur annähernd das Wasser reichen kann. Lediglich Frank Schleck oder Lance Armstrong waren letztes Jahr das ein oder andere mal mit dabei. Armstrong hat nun mit seinem Team noch einen kleinen Vorteil, aber ich traue es ihm nicht zu, am Berg besser zu sein als Andy oder Alberto. Menchov, Evans, Basso und Co. brauchen auch einen absoluten hervorragenden Tag, um da dranbleiben zu können. Ich glaube an Attacken dieser beiden Fahrer und somit auch daran, dass der Sieg der ersten richtigen Bergetappe an einen der beiden Topfavoriten geht.

Contador @ 3,300
Andy Schleck @ 9,800

Die 8. Etappe gewinnt Contador oder Andy Schleck @ 2,469
 
Contador @ 3,300
Andy Schleck @ 9,800

Die 8. Etappe gewinnt Contador oder Andy Schleck @ 2,469[/QUOTE]

Gebe dir recht mit dem was du schreibst. Für mich kommt aber nur Contador in Frage. Wenn Schleck die Etappe gewinnen sollte wirds für Contador sehr schwer werden die Tour zu gewinnen. Er muß heute ein deutliches Zeichen setzen um allen anderen den Wind aus Segeln zu nehmen was den Gesamtsieg anbelangt.
Was ich mich auch frage ist, was Armstrong für eine Strategie haben könnte mit seiner starken Mannschaft. Wenn es dazu kommen sollte daß Leipheimer oder Brajkovic (Klöden hab ich nicht mehr auf der Rechnung) in einer Ausreißergruppe davonkommt, muß Armstrong fast schon hoffen daß Astana oder Saxo Bank reagiert. Er fährt ja nicht mit um einen Teamkollegen zum Toursieg zu vehelfen.
Vor 2 Jahren als Sastre gewonnen hat, ging das ja sehr gut mit der Teamstrategie. Sastre und F. Schleck haben abwechslungsweise angegriffen und Evans kauttgefahren.
Nur wars dem Teammanager Bjarne Riis egal ob Sastre oder Schleck gewinnt. Bei Armstrong siehts eben anders aus, von dem her hat er diesen Teamvorteil nicht so wirklich.
Nichts desto Trotz, 3,2 für Contador sind für mich ok, und spiele es 7/10 an.
 
Die erste schwere Bergetappe ist vorbei und Armstrong quasi geschlagen, sofern man ihn nicht bei kommenden Bergetappen mal fahren lässt, was ich aber bezweifel. Nun ist er 39. mit 13.26 Minuten Rückstand. Dadurch sind wohl nun Leipheimer (8.) und Klöden (21.) bei Radioshack das Maß aller Dinge. Gerade von letzterem verspreche ich mir noch einiges. Wer Klöden kennt und die letzten Jahre verfolgt hat, der weiß, dass er gerade zum Tourende hin immer stärker wird. Vor allem letztes Jahr stellte er dies gut unter Beweis, als er die Antritte von Andy und Frank in der letzten Tourwoche meist mitgehen konnte, während andere Fahrer ihre Probleme hatten.

Daher bin ich mal auf die nächsten Bergetappen gespannt und darauf basierend lässt bestimmt die ein oder andere nette head to head Wette mit ihm finden. Ebenfalls ist er ja auch ein guter Zeitfahrer. Habe ja angespielt, dass er unter den Top10 am Ende sein wird. Das schaut im Moment nicht all zu gut aus, aber wie oben angesprochen, es sind ja noch zwei Wochen zeit.

Nur mal kurz als Anmerkung in Bezug auf die kommenden Tage, dass man auf ihn mal ein Auge halten sollte. [[yo]]
 
Das hab ich mir auch schon überlegt.
Contador hat 42 Sekunden über 8,9 km im Prolog heraus gefahren. Diese Zeit hat er unglücklich wegen Stürzen wieder verloren. Das nächste Zeitfahren geht allerdings über 53 km und da bin ich mir sicher, dass Contador deutlich mehr Zeit herausfahren kann.
Die große Frage ist, ob Andy Schleck am Berg wirklich stärker ist. So schien es zumindest gestern. Ich für meinen Teil glaube, dass Contador das Rennen macht.
Für mich ist nur eines sicher. Am Ende wirds richtig eng um Platz 1.
 
42 Sekunden bei 8,9 km sind natürlich viel, aber bei der Tour im letzten Jahr hat Schleck im Einzelzeitfahren 'nur' 1:45 Min über 40,5 km auf Contador verloren. Rechnet man das hoch auf die 52 km in diesem Jahr, sind es ca. 2:15 Min.

Das ist nicht die Welt.

Klar muss sich Schleck vor dem EZF ein Polster herausfahren, aber die Chancen dafür stehen nicht so schlecht. Er vermittelt den Eindruck in Bombenverfassung zu sein, während Contador einen Tick schlechter scheint als im letzten Jahr.

Ich setze auf ihn.

Toursieg Schleck @ 3,5 (abzgl. Prov. 3,375) betfair
 
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Morgen findet die 9. Etappe der Tour de France 2010 statt von Morzine-Avoriaz nach Saint-Jean de Maurienne. Geil. Das wird ein Gemetzel der Favoriten! Denkste! Das ist eine typische Tour de France Etappe, wo man sich das Profil anschaut und sich denkt „Zwei Berge der ersten Kategorie und ein Berg der Höchstkategorie, da gehts zur Sache!“ Und nach der Etappe sitzt man da und murmelt vor sich hin „Na toll .. ist ja fast nichts passiert.“ Doch wieso ist das so und ist wohl auch morgen eventuell wieder zu erwarten?

Der Col de la Madeleine ist zwar 2.000 Meter hoch und gehört zur Höchstkategorie, jedoch befindet sich der Gipfel noch satte 32 Kilometer vom Ziel entfernt. Sollte sich also ein Fahrer, der im Gesamtklassement Gefahr ausstrahlt, am Berg absetzen können, so muss er alleine 32 Kilometer bergab und flach ins Ziel strampeln. Die sich dahinter befindliche Gruppe wird sich wohl einig sein, dass man diesen Fahrer noch einholen möchte und somit vergeudet der ausgerissene Fahrer nicht nur unnötige Kraft, sondern befindet sich in einem Kampf gegen Windmühlen. Ein weiterer Grund ist die Frage: „Wer will das Gelbe Trikot den unbedingt erobern?“ Nach der heutigen Etappe kommen mindestens vier Etappen, bei denen sich in der Gesamtwertung nicht viel ändern wird. Heißt also, wer nach der heutigen Etappe Gelb hat, muss sein Team viel arbeiten lassen. Wirklich Interesse daran wird wohl niemand haben. Fakt ist also: Aufwand/Nutzen ist nicht gegeben.

Absolute Attacken von Contador, Schleck und Evans schließe ich daher also aus. Was aber nicht heißt, dass keiner die Tour morgen verlieren könnte. Nur gewinnen wird sie niemand und das ist jedem im Feld bewusst. Ich gehe daher davon aus, dass die absoluten Topfavoriten nur reagieren werden bzw. definitiv nicht einen Ritt als Solist angehen werden. Vielleicht verbünden sich einige gegen andere, dann könnte es doch interessant werden. Ansonsten rechne ich entweder mit einem Sieg der Ausreißergruppe oder einem Solisten/kleinen Gruppe, der/die in der Gesamtwertung nicht so ernst genommen wird. Wenn sich z. B. ein Basso und Gesink zusammen tun, werden die anderen nicht mit aller Macht hinterherfahren und die beiden könnten gewinnen. Dies ist allerdings auch anderen weiteren Fahrern möglich, so dass ein Tipp direkt auf den Etappensieger morgen sehr sehr schwer ist.

Kommen wir zum Favoriten für die morgige Etappe: Samy Sanchez! Der Fahrer vom baskischen Team Euskaltel ist der wohl weltbeste Abfahrer und ist daher zurecht der Quotenfavorit. Sollte er bis zum Gipfel nur 1-2 Minuten Rückstand haben, dann wird er diese Lücke wohl wieder zufahren können. Sollte er oben attackieren und in Führung gehen, hat er hervorragende Chancen auf den Etappensieg, auch wenn hinten eine Gruppe zusammenarbeitet. Er befindet sich in guter Form und hat schon vor der Tour gesagt, dass er in die Top 5 der Gesamtwertung fahren möchte. Morgen ist seine Etappe und ich denke, dass man ihn auch bis zu einem gewissen Grad fahren lassen würde. Allerdings ist morgen alles möglich. Wie schon gesagt, kann es auch sein, dass sich alles Neutralisiert und eine Gruppe von 20-40 Mann vorne ankommen wird.

Und genau deshalb, werde ich keine kleine Quote morgen anfassen. Ich werde zwei sehr hohe Quoten anspielen. Zum einen meinen Bergtrikot-Favoriten Egoi Martinez, weil ich mir gut vorstellen könnte, dass er morgen in der Ausreißergruppe mit dabei ist. Eigentlich muss man morgen mitgehen, wenn man das gepunktete Trikot holen will. Vielleicht werden sich sogar auch Pineau und Chavanel in einer Gruppe zeigen. Zum anderen spiele ich morgen Luis Leon Sanchez Gil. Also nicht Samy Sanchez, den tollkühnen Abfahrer, sondern seinen Namensvetter vom Team Caisse. Der Spanier kann aus einer kleineren Gruppe heraus durchaus im Sprint eine Etappe für sich entscheiden. Sollte morgen also eine größere Gruppe vorne ankommen, so hat er gute Karten, sollte er sich noch darin befinden. Fahren lassen würde man ihn bei einer Attacke sowieso auch. Wichtig ist ebenfalls, dass sowohl Egoi Martinez, als auch Luis Leon Sanchez Gil wohl keine Helferdienste verrichten müssen und somit morgen bei guten Beinen auf jeden Fall freie Fahrt erhalten sollten.


Egoi Martinez @ 90,000
Luis Leon Sanchez Gil @ 38,000


Egoi Martinez oder Luis Leon Sanchez Gil gewinnt die 9. Etappe @ 26,730
 
Egoi Martinez @ 90,000
Luis Leon Sanchez Gil @ 38,000


Egoi Martinez oder Luis Leon Sanchez Gil gewinnt die 9. Etappe @ 26,730



Schlechte Nachricht für dich, PaoloGuerrero. Nachdems mir mit meinen Wetten überhaupt nicht recht läuft schließ ich mich diesmal dir an, was bei meinem momentanen Glück nichts Gutes verheißen mag.
Ich denk auch daß man die beiden bei diesen Quoten spielen kann.
Ich bin mir aber nicht sicher obs nicht doch ein Gemetzel unter den Favoriten gibt. Wie man bei der Etappe am Sonntag gesehen hat, scheint Contador doch verletzbar zu sein. Vielleicht probierns Schleck, Evans, Basso abwechslungsweise ob man ihn nicht vieleicht doch los wird vor den Pyrenäen. So wies aussieht hat er im Moment nicht ganz seine Topform. Die Zeit für einen Angriff wäre da. In den Pyrenäen kanns zu spät sein falls er seine Form noch steigern kann, aber warten wirs ab.
 
Man sollte auch Cunego nicht außer Acht lassen. Er hat sich am Samstag kurz vor Ende der Etappe und am Sonntag von Anfang an zurückfallen lassen. Er liegt 45 Minuten zurück, man würde ihn also fahren lassen.
Laut einem Interview mit Eurosport will er unbedingt eine Etappe gewinnen und das kann er nur in den Bergen.
Q50.
Armstrong halte ich für gänzlich ausgeschlossen. Er scheint müde zu sein und in den USA ziehen sich dunkle Wolken zusammen ob seiner Dopingvergangenheit, er muß ev. unter Eid aussagen (wie Marion Jones, und die ging sechs Monate in den Knast).
 
Ich habe mir eben Mal ein bisschen die Quoten für den heutigen Tag angeschaut und habe mich dann erstmal auf drei Fahrer festgelegt. Ähnlich wie PaoloGuerrero werde ich Morgen keine "kleine" Quote anspielen, da die Abfahrt und das flache Stück am Ende sicher nicht den Leuten entgegenkommt, die ums gelbe Trikot fahren.

Ich bin mir auch relativ sicher, dass wir Morgen keinen Angriff sehen werden - weder von Schleck, noch von Contador und schon gar nicht von Fahrern wie Evans, Menchov oder Leipheimer, da diese genau wissen, dass sie keine Chance haben einen Contador oder Schleck am Madeleine abzuhängen. Vor allem gehts ja danach noch bergab und flach weiter, über 30 Kilometer. Zudem kann man davon ausgehen, dass Contador nicht alleine sein wird, wenns zum letzten Anstieg geht und da könnten sich so einige Fahrer ihr eigenes Grab schaufeln, wenn sie Morgen attackieren. Ich bin mir hier auch nicht so ganz sicher, wie man Fahrer wie Menchov oder Leipheimer einschätzen kann und sollte. Die letzten Jahren enttäuschten diese Namen immer wieder, wenn es dann am Ende ums Ganze ging.

Aber zurück zu "meinen Top 3" für Morgen ...

Damiano Cunego @21 bei Bet365

Wie milazzo schon angemerkt hat, sollte man den Italiener hier unter keinen Umständen abschreiben. Er hat in der Gesamtwertung 45 Minuten Rückstand. Ich bin mir fast zu 100% sicher, dass wir von ihm Morgen, oder spätestens in der dritten Tourwoche, einiges sehen werden. Er hat vor der Tour gesagt, dass er mit dem Ziel nach Frankreich reicht, eine Etappe zu gewinnen. Der "alte" Cunego von 2004 ist sowieso schon lange micht mehr existent. Für die Gesamtwertung kommt er nicht in Frage, aber ein Etappensieg sollte schon her, und warum nicht Morgen? Kann mir hier auch sehr gut vorstellen, dass er Morgen sehr früh mit einer Gruppe ausreist und das Ding bis zum Ende durchzieht. So eine Art Rasmussen vergangener Tage. Frage ist hier halt nur, inwiefern er in Form ist und ob er das überhaupt schafft vom Leistungsvermögen her. Quote fast schon zu niedrig, um sie anzuspielen, andererseits habe ich ihn dick auf der Rechnung für einen Etappensieg dieses Jahr.

Juan Manuel Garate @51 bei Bet365
Wer kennt ihn noch? Im letzten Jahr siegte der Spanier die legendäre Etappe mit der Bergankunft am Mont Ventoux. Er ist ein Bergfahrer, wiegt nur 63 Kg auf 175cm. In der Gesamtwertung hat er rund 9 Minuten Rückstand auf Evans, daher wird man ihn ein paar Minuten zugestehen. Zudem weiß man ja auch, dass er nicht für die Gesamtwertung in Frage kommt. Interessant hier aber sicher, wie die Teamtaktik von Rabobank ausschauen wird. Menchov der Faher für die Wertung. Aber Rabobank weiß auch, dass der Menchov aus den letzten Jahren nicht für den Toursieg in Frage kommt. Kann mir durchaus vorstellen, dass man lieber ein oder zwei Etappen gewinnt, als Menchov bis zur 15. Etappe mit allen Kräften zu unterstützen und dann zu merken, dass es am Ende doch nicht für die Top 10 reicht.
Garate für mich zu dem Preis auf jedenfall einen Versuch wert. Wir reden hier ja bei den Quoten eh nicht über irgendwelche Monstereinsätze. Kein normaler Mensch setzt viel Geld bei sowas.

John Gadret @41 bei Bet365
Der Franzose knapp 7 Minuten zurück. Team AG2R wird in der Gesamtwertung am Ende mit keinem Fahrer unter die Top 15 kommen, da bin ich mir recht sicher. Roche zwar bisher ganz gut, wird aber spätestens in der dritten Woche absacken. Dessel ja nicht dabei. Gadret der nächste Mann in der Wertung wie gesagt. Von Gadet erwarte ich was in den Bergen, mal sehen was da Morgen kommt. Die Klasse hätte der 31-jährige. Und mal ganz ehrlich? Was hat AG2R noch großartig zu verlieren? Wie gesagt, mehr als Etappensiege ist nicht drin und wenn man jemanden in eine Ausreißergruppe schickt, dann wohl Gadret, da er der Einzige ist, der bei den Bergen Morgen mithalten könnte.


So, das wars nun von mir. Da die Tour de France jetzt langsam, aber sicher beginnt und auch meine Erwartungen an dieses Spektakel steigen, werd Ich mich die Tage bestimmt noch etwas häufiger melden. Viel Glück und viel Spaß an alle Sportverrückten!
 
Sandy Casar gewinnt im Sprint vor Sanchez LL & Cunego.
Contador, Schleck & Moreau konnten kurz vor dem Ziel noch aufschließen.

Info: Cadel Evans hat sich den Ellbogen gebrochen (anscheinend am Sonntag), deshalb (wahrscheinlich) der hohe Rückstand. Cadel ist ein Kämpfer, Respekt.
 
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