Quoten berechnen

root66

New member
Okt. 2, 2008
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Hallo,

mich interessiert, wie ein Buchmacher Quoten macht. Was sind Bauch/Wissensentscheidungen und was wird wie berechnet? Gerade bei Torwetten gehen die Quoten ziemlich auseinander, gibt es dafür keine Berechnungsgrundlage?

Danke,
root66
 
Grundsätzlich gibt es für die Quoten der Buchmacher eine Kette, die von den frühesten Quoten anderer Buchmacher (zB Asien) ausgeht und durch den Markt korrigiert wird. Das Ziel ist es daher, auf allen Wettmöglichkeiten den Quoten entsprechende Einsätze zu erhalten, um so über die Buchmachermarge sicher Geld zu verdienen. Mit anderen Worten: Der Buchmacher wettet nicht.

EDIT: Solange der Buchmacher dabei immer Geld verdient, die Quoten also marktgerecht gelegt sind, sind dem die Wahrscheinlichkeiten völlig egal.
 
Jalladud schrieb:
Grundsätzlich gibt es für die Quoten der Buchmacher eine Kette, die von den frühesten Quoten anderer Buchmacher (zB Asien) ausgeht und durch den Markt korrigiert wird.

Und was saugt sich der Erste aus dem Daumen? Genau das will der Eröffner ja wissen.

Solange der Buchmacher dabei immer Geld verdient, die Quoten also marktgerecht gelegt sind, sind dem die Wahrscheinlichkeiten völlig egal.

Bist Du nicht Verfechter der "Intelligenz der Masse"? Dann hätten die Quoten sehr wohl mit Wahrscheinlichkeit zu tun.
 
Pechvogel schrieb:
Jalladud schrieb:
Grundsätzlich gibt es für die Quoten der Buchmacher eine Kette, die von den frühesten Quoten anderer Buchmacher (zB Asien) ausgeht und durch den Markt korrigiert wird.

Und was saugt sich der Erste aus dem Daumen? Genau das will der Eröffner ja wissen.

Solange der Buchmacher dabei immer Geld verdient, die Quoten also marktgerecht gelegt sind, sind dem die Wahrscheinlichkeiten völlig egal.

Bist Du nicht Verfechter der "Intelligenz der Masse"? Dann hätten die Quoten sehr wohl mit Wahrscheinlichkeit zu tun.

Das stimmt allerdings. Ich widerspreche Dir ja auch gar nicht. Für den Gewinn des Buchmachers macht es - wenn er alles richtig macht - nur keinen Unterschied. Wer sich das alles als erstes aus den Fingern saugt, hat sicherlich dei größten Chancen. Wenn man sich die Marktentwicklung bei etwa BF ansieht, erkennt zumindest, dass es woanders schon offene Märkte geben muss. Aber wo sind die? Nach einem Hinweis von cfcfan habe ich mich nochmal umgesehen, und richtig: Entgegen meiner Aussage von eben sind die großen Asians nicht die ersten.

Wer also?
 
Gerinho schrieb:
Erfahrung , Insiderwissen .....

Erfahrung ja.

Insiderwissen wozu? Wenn der Buchmacher sein Buch ausgeglichen halten möchte, muß er interessiert sein alle allgemein bekannten Fakten und Gerüchte einzupreisen.
Da gehört Insiderwissen nicht dazu.

Anders sieht es aus der Sicht des Wetters aus. Denn der Wetter geht auf ein Ergebnis, da ist Insiderwissen hilfreich. Dieses Insiderwissen wird aber für den Bookie erst relevant, wenn es dermaßen verbreitet wird daß es zu einem allgemein bekannten Fakt mutiert.
 
um das mal am Beispiel Arsenal vs. Burgenland zu verdeutlichen (Spiel ging 10:2 aus)

die Asian Bookies hattend ie Line auf AHC Arsenal -2,5 gelegt, nur bwin ahnte den sinnvolleren Spielstand von AHC - 8,5 heraus.

Dennoch glich bwin die Quoten denen der anderen Buchmacher an...ansonsten wäre zwar an dem Tag ein Top Gewinn rausgesprungen, die Chance des katasthrophenverlustes aber sehr hoch gewesen...

Also...lieber den anderen anpassen...also selber die Infos liefern...
 
Pechvogel schrieb:
Gerinho schrieb:
Erfahrung , Insiderwissen .....

Erfahrung ja.

Insiderwissen wozu? Wenn der Buchmacher sein Buch ausgeglichen halten möchte, muß er interessiert sein alle allgemein bekannten Fakten und Gerüchte einzupreisen.
Da gehört Insiderwissen nicht dazu.

Anders sieht es aus der Sicht des Wetters aus. Denn der Wetter geht auf ein Ergebnis, da ist Insiderwissen hilfreich. Dieses Insiderwissen wird aber für den Bookie erst relevant, wenn es dermaßen verbreitet wird daß es zu einem allgemein bekannten Fakt mutiert.

Mir scheint es so als würdest du glauben, daß bei bwin 2 leute für das quotenlegen zuständig sind.

Was unter Insiderwissen zu verstehen ist.
Leute die sich mit einer Liga auskennen und permanent damit zu tun haben , sei es sportreporter, fan, oder sonstiges.
Es handelt sich hierbei um personen die alle vereine einer liga gut kennen und sich permanent mit ihnen auseinander setzen.
Genauso wurde ein kontakt mit andere die in dieser liga "arbeiten" aufgebaut.
Ich mein ein buchmacher beschäftigt sich 24 stunden am tag 7 tage die woche da kommt schon eineges an erfahrung zusammen = insider.

Die zeiten wo die quoten aus irgendwelche statisken zusammengebastelt wurde ist zum großteil vorbei.
 
Gerinho schrieb:
Mir scheint es so als würdest du glauben, daß bei bwin 2 leute für das quotenlegen zuständig sind.

Was unter Insiderwissen zu verstehen ist.
Leute die sich mit einer Liga auskennen und permanent damit zu tun haben , sei es sportreporter, fan, oder sonstiges.
Es handelt sich hierbei um personen die alle vereine einer liga gut kennen und sich permanent mit ihnen auseinander setzen.
Genauso wurde ein kontakt mit andere die in dieser liga "arbeiten" aufgebaut.
Ich mein ein buchmacher beschäftigt sich 24 stunden am tag 7 tage die woche da kommt schon eineges an erfahrung zusammen = insider.

Die zeiten wo die quoten aus irgendwelche statisken zusammengebastelt wurde ist zum großteil vorbei.

Ich glaube wir reden mal wieder aneinander vorbei.

Es ist schon klar, daß es für einen Buchmacher selbstverständlich sein sollte, das Geschehen in der von ihm betreuten Liga zu verfolgen. Das läuft für mich aber unter Erfahrung und ist noch kein Insiderwissen.

Zumindest nicht die Art von Insiderwissen die ich meine:

Angenommen Lukas Podolski sagt nur Dir und keinem anderen , daß er von Bayern dermaßen die Schnauze voll hat, daß er am Samstag drei Eigentore schießen wird. Hat das einen Einfluß auf die Quotierung des Spiels Schalke - Bayern?

Selbes Szenario aber anderes Medium:
Lukas Podolski verkündet im Kicker, daß er am Samstag drei Eigentore schießen wird. Wie reagiert der Bookie dann?

Ich gebe zu daß das Beispiel sehr konstruiert ist, aber es illustriert die Problematik.
 
Gleichwohl denke ich, dass es Buchmacher nichts anderes tun sollte und tut, als die erste Quote nach ein paar Statistiken zusammenzuzimmern. Je mehr Informationen er verarbeitet, desto fehleranfälliger ist ja auch die Quote. Gute Buchmacher stellen Ihren Kunden ja auch so viele Informationen zur Verfügung wie möglich, weil es ihnen schlichtweg egal ist, wer gewinnt.

Den Rest lässt man dann den Markt regeln.
 
also ich bin mit der empirie der buchmacher sicherlich weniger vertraut als ihr, aber was diese informationenauslassengeschichte angeht (markt ausgeglichen usw) kommt mir recht komisch vor. ich denke eher dass sich das an der umsatzstaerke der liga orientiert

nicht umsonst gibt es lululimits auf weniger grosse sportarten/ ligen, ausserdem sehe ichd ie gefahr in kleineren ligen als sehr gross an dass einige spezis weit mehr setzen als der ottonormalverlierer mit seinen 5 bis 15% dauerhaftem verlust.

wenn es zb in österreich auf einheimischen ligen einen grossen allgemeinen zulauf gibt, wird da sicherlich jemand die quoten machen der auch ahnung davon hat.
aber ich habe durch die sportarten hindurch oefter mal den eindruck dass da jemand noch weniger als gar keine ahnung hat, von ligen, mannschaften und ueberhaupt allgemeinen sportregeln. da sind einfach grobe fehler drin die sogar dem gesunden menschenverstand widersprechen.
 
Jalladud schrieb:
Gleichwohl denke ich, dass es Buchmacher nichts anderes tun sollte und tut, als die erste Quote nach ein paar Statistiken zusammenzuzimmern. Je mehr Informationen er verarbeitet, desto fehleranfälliger ist ja auch die Quote. Gute Buchmacher stellen Ihren Kunden ja auch so viele Informationen zur Verfügung wie möglich, weil es ihnen schlichtweg egal ist, wer gewinnt.

Den Rest lässt man dann den Markt regeln.

Sehe ich genauso.
Aber wo ist der Vorteil sich als erster aus der Deckung zu wagen und erst mal ein paar Hundert Einsatz auf die falsche Quote zu kassieren?
Okay, einzeln betrachtet Kleinigkeiten, zumal nicht jeder dieser Eröffnungsfehler bestraft wird. Aber über längere Zeit läppert sichs doch. Andererseits was sind schon ein paar 100k/Jahr für BWin. Siehe Real/Milan-Brust.
 
Energienudel schrieb:
also ich bin mit der empirie der buchmacher sicherlich weniger vertraut als ihr, aber was diese informationenauslassengeschichte angeht (markt ausgeglichen usw) kommt mir recht komisch vor. ich denke eher dass sich das an der umsatzstaerke der liga orientiert

Ob die Sache mit dem ausglichenen Buch in der Praxis tatsächlich funktioniert, da hab ich auch meine Zweifel. Fakt ist aber, daß mindestens ein Anteil der Wetten sich gegenseitig aufhebt und somit der Bookie an (fast) jeder Wette seinen "Surebet-Anteil" hat. Für den Rest bleibt er zwangsläufig Zocker. Aber er versucht den Rest tatsächlich so gering wie möglich zu halten. Wie gut das gelingt würde mich auch interessieren. Wenn ich auf der BWin-Startseite sehe: "Wie tippen unsere User" , dann naja

Das breite Angebot - Imagepflege mit Low-Budget, sprich niedrigen Limits bei Randereignissen. Und wie ich schon schrieb, nicht jeder Fehler wird tatsächlich bestraft.

Die Personalfrage ist eine andere Sache. Selbst ein erfolgreicher Wetter wäre nicht automatisch ein guter Buchmacher. Es ist einfacher unter zehn Wetten (irgendwie) eine falsche zu finden als selbständig(!) bei denselben zehn Wetten keinen Pricingfehler zu machen.