... Setzen wir voraus seine Angaben stimmen soweit, dann verkauft er für läppische 500 Euro im Monat das Recht, seine gesamte Arbeitskraft zu vernichten. Denn es ist doch so: in dem paid service werden ja nur wetten abgegeben die noch einen Restwert besitzen, so dass viele profitieren können. Bei den limits in der Nba kann es sich nur um einen Vollidioten oder Betrüger handeln, wenn er es für 500 Euro einer fremden Person erlaubt, die Früchte seiner Arbeit zu ernten. ...
Vorweg nochmal, ich habe mich bisher nicht für Bezahldienste interessiert und begegne ihnen bzgl. der häufig intransparenten Werbebilanzen und der Nachspielbarkeit mit großer Skepsis. Von daher sind meine Einwände in diesem Thread mehr theoretischen Ursprungs.
Dieses Argument "seine gesamte Arbeitskraft zu vernichten" setzt für mich nicht nachvollziehbar voraus, dass der Anbieter bereits über genügend Kapital verfügt, um den möglichen Marktgewinn komplett abzuschöpfen. In dem
MorEurope-Beispiel wird ein yield von 3.78% bei 900 Wetten angenommen. Selbst ein imho sehr riskantes MM mit 30 turnover ergäbe hier "nur" eine jährliche Kapitalverdreifachung.
(Zum Vergleich, ich selbst setze (risikoscheu?) im Schnitt 0.5% meines Wettkapitals pro Wette.)
Mit einer solchen (und erst Recht bei risikoärmerer) Kapitalentwicklung dürfte es bei fehlendem Ursprungsvermögen schon einige Jahre dauern, um an die entsprechenden Marktgrenzen zu stoßen. Was spricht dagegen, nach dem Ausreizen des eigenen MMs den Zugang zum restlichen Marktgewinn zu verkaufen und darüber risikolos sein Kapital zu vergrößern?
Wichtig erscheint mir aber auch hier nochmal die Frage, wie viel Wettumsatz der Kunde (bei welchen Buchmachern) zu tätigen hat, um selbst auf x% eigenen yield zu kommen. Das Ganze dann vielleicht noch mit der Ungewissheit oder später Erfahrung, im Schnitt y% schlechtere Quoten abzugreifen.
(Allein schon deswegen, da man (auch heute noch) vielleicht nicht immer im Moment der Tippübermittlung anwesend ist (Stress!) und/oder Zugriff auf die Wettkonten hat.)
Und dazu immer die Gefahr, dass der Anbieter bei der Wetthistorie gemogelt hat oder unabhängig davon, sich seine Performance signifikant verschlechtert.
(Bei 3.78% yield im Beispiel finde ich den nicht signifikanten Bereich ziemlich klein.)
PS: Bei aller Kritik an der Werbung - egal ob von
Russiansoccer gewollt oder nicht - wie soll er dieser denn komplett wasserdicht begegnen. Auch die Richtigkeit einer geposteten exakten Wetthistorie müsste 'geglaubt' werden.
Der (Haupt-)Kritikpunkt von
desperados setzt voraus, dass der Anbieter vollen Zugang zum möglichen Marktgewinn hat,
masi's Kritik nimmt zusätzlich an, dass ausreichend Kapital vorhanden ist, um diesen voll abzugreifen. [[nixweiss]]
Was bleibt, ist der generelle Zweifel, dass jemand über Hunderte von Wetten einen yield von 20% und mehr erzielt. Diese Zweifel teile ich sogar, aber ... die Welt ist groß und so.
Dass sich bei einem für einige sicher sehr interessanten Thema auch mal ein Anbieter zu Wort meldet - obwohl ihm das Aufkommen entsprechender Ablehnungsreaktionen klar ist - finde ich gut. (Ähnliches gilt für Buchmachervertreter in diesem Forum.) Dass seine Ausführungen und Erfahrungen immer auch wie Werbung klingen, liegt imho in der Natur der Sache. Auf die
generellen Bedenken -
Nachspielbarkeit, Seriosität, Kosten - ist auch er eingegangen. [[yo]]