Ich versuche nur die Argumente der Gegenseite vorzubringen, ohne, dass das in Hülle und Fülle meine Argumente wären. Aber ohne jemand wie mich ufert so ein Thread gern aus in eine "Pro-Pyro-Bibel", weil das größte Argument der Gegenseite die "Hardliner beim DFB" sind.
Nur so kommt eine sinnreiche und förderliche Diskussion zustande. Das passiert gerade und das ist schon einmal gut. Ich persönlich sehe es so, dass ich auch gerne Pyroshows mir ansehen würde, ich aber nicht weiß, ob sowas unbedingt in einem Fußballstadion passieren muss und eben im Übertrag von erfolgreichen Einzelfällen auf eine allgemeine Regel sehr viele Ungereimtheiten / überflüssige Risiken sehe. Zudem wie erwähnt sehe ich wenig bis keinen Handlungsspielraum bei denen, die diese Entscheidung zu treffen haben. Aber weiter im Text.
Wenn man sich die gesamte Kampagne mal ansieht, dann sieht man an jeder Ecke theoretische Konzepte, die keinesfalls als praxistauglich oder zumindest als im Vorhinein als einigermaßen praxistauglich eingeschätzt werden können.
Als Beispiel schauen wir uns mal die Ziele an:
Für uns als Unterzeichner heißt das:
- Schluss mit Böllern, Kanonenschlägen und sonstigen Knallkörpern. Die Dinger sind klein und fies, weil niemand auf den Schlag vorbereitet ist. Und Feierstimmung schaffen sie auch nicht.
- Pyrotechnik gehört in die Hand, auf keinen Fall in die Luft und nach Möglichkeit nicht auf den Boden. Leuchtspurgeschosse sind ebenso tabu wie die „Entsorgung“ von Bengalischen Feuern in den Innenraum, auf's Spielfeld oder in Nachbarblöcke.
Warum um alles in der Welt wird exakt das, was die "Unterzeichner" verboten haben wollen, heute auf illegale Art und Weise getan? Da ist nicht nur das Spiel Rostock - Pauli zu nennen, sondern auch viele andere.
Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass das aufhört, sollte Pyro erst richtig losgehen (= legal sein). Komischerweise sind diejenigen, die momentan Leuchtraketen in Gästeblöcke schießen, doch auch bei der Pro Pyro Bewegung dabei. Passt nicht zusammen. Wer einmal lügt ... !
Dazu kommt noch, dass das Böllern oder wie auch immer gerne
während des Spiels eingesetzt wird, wenn es für die eigene Mannschaft nicht läuft.
Beispiel Rostock - Pauli: Das Spiel musste in der Minute unterbrochen / fast abgebrochen werden, in der St. Pauli das 0:1 schoss. Angeblich weil - und diesen Grund muss man sich auf der Zunge zergehen lassen wie ein Stück Nugat - Max Kruse von St. Pauli beim Jubel "provoziert" hat.
Ich wüsste nicht, wo eine Pyro-Show vor dem Spiel da etwas ändern soll. In meinen Augen erhöht es die Gefahr eher noch, weil bei der Pyro-Show etwas über bleibt / in falsche Hände gerät / die Ordner noch genauer filzen müssen wer nun Pyro darf und wer nicht und wann und wie und in welchem Zusammenhang und so weiter und so weiter. Völlig überflüssiger Mehraufwand aus DFB-Sicht also für dessen Kosten die Fankurve bestimmt nicht per Klingelbeutel aufkommt. Dann lieber weiter Fußballschulen für Jugendliche bauen *thumbsup*
Ich würde mich über ein Argument der Pro-Pyro Fraktion in diesem Punkt ehrlich freuen.
[...] die Pyrotechnik [muss] heraus aus dem Schatten der Kriminalität gelöst werden. Denn aus Angst vor Bestrafung werden Bengalische Feuer teilweise vermummt und eingeengt zwischen vielen Fans sofort nach dem Zünden auf den Boden oder in scheinbar freie Bereiche geworfen, das erhöhte Gefahrenpotential gegenüber einem kontrollierten und legalisierten Abbrennen in der Hand ist offensichtlich.
Das ist eindeutig mein Lieblingsargument. Nach dem Motto: Fensterscheiben werden von Dieben nur zerbrochen, weil die Türen abgeschlossen sind. Lasst eure Türen offen für Diebe und euren Scheiben wird nichts passieren!
So wie ich das sehe, sollen Bengalos in der Mitte der Fans auch weiterhin verboten bleiben. Also wer unbedingt in der Mitte der Fans zündeln will, wird sicher nichts ändern, nur weil vor dem Spiel vorne ne Pyroshow abläuft. Das Argument, so wie ich es verstehe, verfehlt sein Ziel also komplett. Zumindest dann, wenn diejenigen, die momentan im Block böllern, nicht in die Pyroshow integriert werden. Und das soll ja laut Kampagne ("Geschultes Personal" usw.) nicht passieren.
Pyrotechnik geht einher mit Verantwortung. Wir wissen um die Risiken, die der Einsatz von Pyrotechnik mit sich bringt. Bei verantwortungsbewusstem und vernünftigem Umgang sind diese Risiken allerdings auf ein Minimum reduzierbar, auch das ist unser Ziel.
Man hält also fest, dass selbst die Unterzeichner ein Restrisiko nicht ausschließen können. Wenn man jetzt mal 100% Subjektivität mit ein wenig Praxisalltag in Dutzenden deutschen Stadien mischt, erkenne ich Risikopotential ohne Ende - bekanntlich ohne die Grundgefahrenquellen wie das weiterhin illegale Zündeln in Menschenmassen wirklich vermeiden zu können.
Mich als DFB-Boss würde das nicht überzeugen.