Schwingen ist eine in der Schweiz beliebte Variante des Ringens, welche auf Sägemehl ausgeübt wird. Das Schwingen gilt, noch vor dem Hornussen und dem Steinstossen, als (vor allem in der Deutschschweiz verbreiteter) Schweizer Nationalsport.
Wettkampfverlauf
Der Kampf wird auf einer kreisförmigen, 7-14m durchmessenden, mit Sägemehl gepolsterten Fläche ausgetragen. Die zwei Gegner tragen über ihren Kleidern eine kurze, aus Jute gearbeitete Hose. Die beiden Kontrahenten greifen sich nun an dieser Hose und versuchen den Gegner durch das Anbringen von "Schwüngen" auf den Rücken zu zwingen. Das Schwingen kennt verschiedene Hauptschwünge, die Namen wie "Kurz", "Übersprung", "Brienzer", "Hüfter", "Buur" oder "Wyberhaagge" tragen. Der Sieg ist gültig, falls der überlegene Schwinger den Unterlegenen mit mindestens einer Hand an der Schwinghose festhält und der Unterlegen den Boden mit beiden Schulterblättern berührt. Nach dem Ende des Kampfes wischt traditionsgemäss der Sieger dem Verlierer die Sägemehlspäne vom Rücken. Geht eine Runde unentschieden aus, so ist der Kampf "gestellt".
Der Kampf wird von drei Kampfrichtern beurteilt, von denen jeweils einer zusammen mit den Schwingern im Sägemehlring steht. Die Kampfrichter bewerten den Gang und erteilen für einen "Plattwurf" das Maximum von 10 Punkten. Bei einem gestellten Gang erhält der aktivere Schwinger die höhere Punktezahl.
An einem Schwingfest bestreiten die Schwinger sechs (am Eidgenössischen sogar acht) Gänge; die zwei punkthöchsten Schwinger nach fünf Gängen (bzw. sieben am Eidgenössischen) erreichen den Schlussgang. Die Zuweisung (es wird nicht ausgelost oder nach Cupsystem vorgegangen) der Gegner in den einzelnen Gängen durch das Einteilungsgericht erfolgt nach schwer durchschaubaren Regeln, nicht selten wird der Verdacht laut es sei "geschoben" worden.
Die besten Schwinger werden als Spitzenschwinger bezeichnet. Bisher erfolgreichste Schwinger waren Rudolf Hunsperger der am Eidgenössichen Schwing- und Älplerfest dreimal Schwingerkönig wurde (1966, 1969 und 1974) und Karl Meli, der zweimal Schwingerkönig wurde (1961 und 1964) und mehr Schwingfeste gewann als jeder andere. Momentan (2007) ist Jörg Abderhalden der erfolgreichste Schwinger. Er stand dreimal in Folge im Schlussgang des Eidgenössichen Schwing- und Älplerfest, zweiml wurde er Schwingerkönig (1998 und 2004). Martin Grab gilt als der härteste Wiedersacher von Abderhalden. Er konnte Abderhalden 2006 im prestigträchtigen Unspunnenfest besiegen.