Nordicbet nimmt bei mir darauf nur ein paar Euro, aber da ich die Analyse schon vor Abgabe der Wette praktisch eh fertig hatte, poste ich sie jetzt mal trotzdem:
Will Renault start at the European GP? - No - @3.20 - Nordicbet
Nach dem letzten Grand Prix in Ungarn wurde das Team Renault für den kommenden Grand Prix (also den Europa GP in Valencia) suspendiert, da man Fernando Alonso trotz drohender Gefährdung anderer auf der Strecke ließ. Hiergegen wurde Protest eingereicht, am Montag findet die Verhandlung statt.
Vielleicht erinnern sich noch einige an den Protest von McLaren im letzten Jahr gegen die 25-Sekunden Strafe für Lewis Hamilton in Spa - nach großem Tamtam und Gerichtsverhandlung stellte sich heraus, dass ein Einspruch in diesem Fall gar nicht zulässig war. Bei Betrachtung der FIA-Regularien könnte es, so wie ich die Regeln verstehe, auch in diesem Fall so ausgehen.
Im International Sporting Code der FIA (
§152 ) steht:
"The decision of the stewards becomes immediately binding notwithstanding an appeal if it concerns questions of safety"
und als Grund für die Suspendierung von Renault werden von der FIA die Artikel
23.1 i) und 3.2 angegeben, das sind laut
FIA Sporting Regulations:
3.2: "Competitors must ensure that their cars comply with the conditions of eligibility and safety throughout practice and the race."
23.1 i): "It is the responsibility of the competitor to release his car after a pit stop only when it is safe to do so."
Also kurz gesagt: Renault wurde aufgrund von Vergehen gegen die Sicherheit von den Stewards suspendiert und hiergegen darf kein Protest eingelegt werden.
Das Problem an der Sache ist, dass die FIA Regulation lang sind und bisherige Entscheidungen teilweise nicht ganz nachvollziehbar waren, es könnte also eventuell sein, dass es irgendwelche Hintertürchen gibt und es doch zu einer Verhandlung kommt. Aber selbst wenn es zu einer Verhandlung kommt sehe ich die Chancen bei 50:50. Natürlich ist die Strafe eigentlich zu hoch - durch den schweren Unfall von Felipe Massa in Budapest (der ja durch ein herumfliegendes Teil verursacht wurde) und den Todesfall von Henry Surtees in der Formel 2 eine Woche zuvor (der von einem herumfliegenden Rad am Kopf getroffen wurde) ist man dort was sowas angeht höchst sensibilisiert.
Das Vergehen von Renault an sich ist wohl unstrittig, aus FIA Kreise wurde das Geschehen (in einer
Autosport Kolumne - leider nur nach Anmeldung lesbar) näher erläutert:
"[FONT=Arial,sans-seriv]
The FIA's conclusion was that the guys on the right front didn't make it clear enough that they had not finished their job properly, or at least the message did not get through to right man on the pit wall sufficiently fast. Even if Alonso was already 200m up the pit road, it would have been possible to order him to stop immediately, and have him wait for the crew to come and pull the car back.
One FIA source said: "The guys who do this every day knew that one of the wheels was potentially not secure. They could have waved, they could have shouted at the lollipop man, they could have gone to the pit wall and told them to radio Alonso to stop at the end of the pit lane. They did none of that.
"It was such an obvious breach of the regulations. There are times I guess when people put a wheelnut on a car and it's not secure, but you don't visibly know that it's not secure. With these wheel covers that have to be locked in place, as the car drove away, it was spinning around. So the guy could see that it wasn't locked." [/FONT]
Bei einer möglichen Verhandlung ginge es also wohl nur um die Höhe der Strafe - es ist durchaus im Bereich des Möglichen, dass man hier ein Zeichen für die Sicherheit setzt und die Strafe bestehen bliebe.
Ich habe einige Bookies angefragt, aber es hat sich keiner bereit erklärt die Wette anzubieten - wenn ich könnte, würde ich sie größer spielen, da eine 3.2 hier deutlich zu hoch ist.