OM - RB Leipzig
Ist mir immer noch ein Rätsel warum RBL gegen Leverkusen sich auf einen offenen Schlagabtausch eingelassen hat und nicht eine taktisch defensivere Variante gewählt hat, um Leverkusen nicht zu schnellen Gegenstößen einzuladen, zumal Köln und Augsburg es zuvor lerhbuchmäßig aufgezeigt hatten, wie man Bayer den Zahn ziehen kann und vor allem vor dem Hintergrund, dass man mit Orbans Rückkehr doch eigentlich wieder Stabilität einüben hätte können, die gegen OM im Rückspiel auf die Probe gestellt werden würde. Mit meinen Überlegungen sah ich mich vor der Partie auf einem guten Weg, wurde aber schon in der ersten HZ eines besseres belehrt als man merkte, dass Leipzig gegen Bayer mehr an ein Basketball- denn an ein Fußballspiel erinnerte und es zu dem offenen Schlagabtausch kam, den ich geglaubt hatte, dass ihn das Hasenhüttl-Team unbedingt vermeiden will. Wie man sich zum 1:1 vor der HZ nach eigener Ecke auskontern lässt, gehört absolut in die Kategorie grob fahrlässig und natürlich waren nicht alle Gegentore nur dem Spielsystem geschuldet, sondern beruhten auch auf individuellen Fehlern und der Standardstärke der Leverkusener, aber es bleibt bei mir ein fader Beigeschmack, ob Hasenhüttl sich da nicht völlig vertan hat mit seiner risikoreichen Hauruck-Variante, die offenbar darauf beruhte mehr Tore als der Gegner zu schießen - und das gegen die pfeilschnellen und dynamischen Bayer-Boys!
Wenn ich jetzt (wieder) lese, dass Hasenhüttl davon redet ein schnelles Tor erzielen zu wollen, um die Stimmung im Velodrome zu killen, bevor es gefährlich werden könnte, beschleicht mich das Gefühl, dass bei RB die Reserven für die Restsaison vielleicht doch schon etwas früher aufgebraucht sind als ich vermutet hatte. Es klingt so als müsste man den Gegner mit ein, zwei Toren unbedingt demoralisieren, weil man weiß, dass einem aktuell ein geordnetes Spiel und Ballkontrolle etwas abgeht. Jedenfalls hat mich die Leistung gegen Leverkusen sehr verwirrt und es ist nicht leicht dieses Rückspiel einzuschätzen. Man kann aber davon ausgehen, dass sich Hasenhüttl vor dem Leverkusen-Spiel schon für die Eskalationstaktik auch im Hinblick auf das OM-Rückspiel entschieden hat und es vielleicht doch gar keine so verpatzte Generalprobe war, weil man jetzt immerhin weiß, wo man steht, wenn man sich aktuell auf diese Taktik einlässt. Ich komme zu der Überlegung weil es nun ja tatsächlich klug wäre, etwas Hektik und Risiko hineinzubringen (am besten gleich in der Anfangsphase), um OM nicht in einen kontrollierten Ballbesitzfußball kommen zu lassen, vor allem weil, so wie es aktuell aussieht, Schlüsselspieler Thauvin wieder mit von der Partie sein kann.
Kann man sich vorstellen, dass Leipzig plötzlich wieder an defensiver Stabilität gewinnt, nachdem sie schon gegen Hannover im Hinspiel gegen Marseille und nun gegen Leverkusen teilweise wirklich schlecht aussahen? Und kann man wirklich glauben, dass OM zu Hause auf ein 1:0 aus ist und Leipzig 90 min kontrollieren kann? Auch das finde ich irgendwie unrealistisch. Viel eher glaube ich, dass Leipzig auch in Marseille tatsächlich wieder mutig und unbekümmert nach vorne agiert, wohl wissend, dass ein eigenes Tor die Türen schon sehr weit in Richtung HF aufstößt. Dann bräuchte OM bekanntlich schon drei Tore um weiterzukommen. Marseille hat Elfmeter trainiert, wozu es aber nur bei einem 1:0 nach 120 min kommen würde. Ich habe Marseille gesehen in dieser Saison und traue ihnen ohne Mandanda und Rami (beide out) und wohl auch ohne Rolando kein zu-Null-Spiel gegen Leipzig zu, dafür haben die Gäste, die ja auch wieder Qualität reinrotieren werden, zu viel Power auf dem Platz.
Ich erwarte einen eher druckvollen Beginn von der Hasenhüttl-Elf. Kann gut sein, dass er, trotz der Negativerfahrung gegen Leverkusen, wieder zockt und sich auf ein relativ offenes Spiel einlässt. Und warum auch nicht? Solange sie selbst ein Tor erzielen, werden sie ihre Kontermöglichkeiten bekommen.
Da bei OM in der Offensive enorm viel davon abhängt hier ob Thauvin zum Einsatz kommt oder nicht, warte ich die Aufstellungen ab, auch Werner könnte erstmal von der Bank kommen.
Sollte es dann in den ersten Minuten sich andeuten, dass Leipzig mit viel Risiko spielt, kann dieses Spiel ergebnistechnisch explodieren. Pre sind mir die overs einen tick zu wenig und im Hinblick auf ein paar
offene Fragen zu unsicher. Ein müder Kick oder ein knappes 1:0 ist für mich unrealistisch. Man darf auch nicht vergessen, dass OM bereits das 53. Pflichtspiel in dieser Saison abspult.
Und ganz wichtig: Es hat geregnet und man muss sehen, wie die Platzverhältnisse wirklich sind, was ich gehört habe, könnte es durchaus eine matschige Angelegenheit werden.
Daher pre NO BET. Tendenz bei annehmbaren Platzverhältnissen bts und/oder overs