Deutschland - DEL
Löwen Frankfurt vs. Nürnberg Ice Tigers
21.10.2022 19:30 Uhr
Am 13.Spieltag kommt es zum Aufeinandertreffen zweier Teams, die aktuell der Platzierung nach auch in den Pre-Playoffs aufeinandertreffen würden. Ende September trafen beide Teams das erste Mal nach 12 Jahren wieder aufeinander, Nürnberg setzte sich nach 0:2 Rückstand mit 3:2 vor heimischer Kulisse durch.
Der Aufsteiger aus Frankfurt spielt bisher eine gute Saison. Aktuell belegt man mit einer 4-1-3-3 Bilanz bei 35:32 Toren und 17 Punkten den 7.Tabellenplatz. Zuhause sieht das ganze noch deutlich besser aus, drei Siege aus vier Spielen bei 16:12 Toren und acht Punkten. Im ersten Heimspiel verlor man nach 3:0 Führung noch mit 3:4 spät gegen Bremerhaven (3:3 55te / 3:4 58te), da man hinten raus komplett platt gewesen war. Im zweiten Heimspiel gewann man auch in der Höhe verdient mit 5:2 gegen Iserlohn, gegen München gab es ein überraschendes 4:3 nach Penaltyschießen und auch die Düsseldorfer EG wurde beim 4:3 Heimsieg mit null Punkten im Gepäck zur Rückreise verabschiedet. Das Team agiert mit hartem Forecheck und bringt nahezu jede Scheibe auf das Tor. Offensiv sticht vor allem die Paradereihe um Carter Rowney (11//3/10), Dominik Bokk (11//8/6) und Brendan Renford (11//4/9) hervor. Defensiv ist es der DEL2 Goalie des Jahres aus der letzten Spielzeit, Jake Hildebrand, der mit einer Fangquote von 90,4% daherkommt, obwohl Frankfurt ab und an vieles zugelassen hat. Die letzten Spiele hat sich die Defensive aber merklich stabilisiert. Ausfälle auf Seiten der Löwen gibt es nicht, auch Top-Defender Reece Scarlett ist nach Oberkörperverletzung seit zwei Spielen zurück im Line-Up und erhält mehr und mehr Eiszeit.
Im Trikot der Gäste präsentieren sich heute die Nürnberg Ice Tigers. Diese stehen mit einer 4-1-1-5 Bilanz bei 32:40 Toren und 15 Punkten zwei Zähler hinter Frankfurt auf dem 10.Tabellenplatz. Während sie eines der besten Heimteams sind, kassierten sie auswärts fünf Niederlagen aus sechs Partien. Noch kein Dreier und satte 26 Gegentore stehen hier zu Buche. 2:5 in Straubing, 2:4 in Wolfsburg, 3:6 in Mannheim, 2:3 nach Verlängerung bei den kriselnden Eisbären aus Berlin, ein sehr überraschender 4:3 Erfolg nach Penaltyschießen bei Red Bull München und nochmals eine deutlichere Niederlage in Wolfsburg (1:5) vor drei Tagen. Während Frankfurt keine Ausfälle hat, muss Nürnberg derzeit auf fast ein halbes Dutzend Akteure verzichten. Es fehlen Defender Welsh (7//0/5), sowie die Stürmer Jahnke (3//0/0), Kislinger (5//0/0), Ustorf (9//0/1) und Stoa (11/8/1). Während sich die Masse vor allem auf die Kaderbreite auswirkt, schmerzt der Ausfall von Top-Torschütze Ryan Stoa ganz besonders, der allein an über 25% der Nürnberger Tore beteiligt gewesen ist. Heute startet zudem Back-Up Goalie Hungerecker vor Treutle, der Dienstag fünf Buden kassierte.
Es sind insgesamt drei Aspekte, die mich hier Richtung Frankfurt schauen lassen. Punkt 1 ist die Personalsituation. Frankfurt ist komplett, Nürnberg mit Problemen in der Kaderbreite und dem Fehlen ihres besten Torschützen. Dafür bekommen die jungen Spieler viel Eiszeit und Verantwortung, allerdings bringen die nicht diese Portion Extraklasse mit. Punkt 2 ist der Heimvorteil für Frankfurt. Die Eissporthalle am Ratsweg ist bislang eine der lautesten Hallen der Liga. Die Euphorie über die DEL-Rückkehr nach 12 langen Jahren ist weiterhin groß und die 1976 erbaute Halle ist einer dieser besagten Hexenkessel. Unangenehm hier als Gast zu spielen. Punkt 3 sind die Eindrücke aus der bisherigen Saison und die des Hinspiels. Nürnberg hatte dort massive Probleme mit dem aggressiven Fore-Check der Löwen. Es dauerte elf Minuten, bis sie im ersten Drittel überhaupt ihren ersten „Torschuss“ hatten. Frankfurt führte nach 20 Minuten hoch verdient mit 2:0, es hätte auch 4:0 oder gar 5:0 stehen können. Am Ende lief es wie es dann läuft, Frankfurt zog sich zurück, Nürnberg kam durch einen mehr oder weniger Zufallstreffer kurz vor Ende des zweiten Drittels zu neuer Luft und drehte die Partie dann im Schlussabschnitt erst im Powerplay und dann mit einem Stochertreffer. Damals im Tor war Flott-Kucis, Hildebrand ist da definitiv ein Upgrade und das dritte Tor hätte er so nicht kassiert. Mit einem ähnlichen Spielstil wird es heute für Nürnberg nicht viel zu holen geben. Am Schluss muss sich Frankfurt auf das eigene Spiel besinnen, gerade mit dem Heimvorteil im Rücken sind sie den Ice Tigers vor allem mit der aktuellen Personaldecke überlegen. Ebenso muss man diszipliniert auftreten, Boxplay war nicht immer der Freund der Hessen und aus dem Hinspiel sind noch Rechnungen offen. Kurz vor Ende gab es nach mehreren freundschaftlichen Begrüßungen im Laufe des Spiels einen Cheap-Shot seitens Blake Parlett, der erst den Fight gegen den Frankfurter Olsen verweigerte, um dann – als dieser bereits durch einen anderen Spieler zu Boden gedrückt worden ist – seine Handschuhe zu droppen und Olsen fünf, sechsmal Fausthiebe ins ungeschützte Gesicht zu geben. Am Ende wurden beide Spieler von der Liga für zwei Spiele gesperrt, Olsen fiel noch eine weitere Partie mit Nasenbeinbruch aus. Man darf gespannt sein, wie das heute ausgehen wird. Sportlich sind hier aber klare Vorteile auf Seiten der Frankfurter zu sehen.
Löwen Frankfurt 3-Way @1,90 5/10 (div.)
Löwen Frankfurt vs. Nürnberg Ice Tigers
21.10.2022 19:30 Uhr
Am 13.Spieltag kommt es zum Aufeinandertreffen zweier Teams, die aktuell der Platzierung nach auch in den Pre-Playoffs aufeinandertreffen würden. Ende September trafen beide Teams das erste Mal nach 12 Jahren wieder aufeinander, Nürnberg setzte sich nach 0:2 Rückstand mit 3:2 vor heimischer Kulisse durch.
Der Aufsteiger aus Frankfurt spielt bisher eine gute Saison. Aktuell belegt man mit einer 4-1-3-3 Bilanz bei 35:32 Toren und 17 Punkten den 7.Tabellenplatz. Zuhause sieht das ganze noch deutlich besser aus, drei Siege aus vier Spielen bei 16:12 Toren und acht Punkten. Im ersten Heimspiel verlor man nach 3:0 Führung noch mit 3:4 spät gegen Bremerhaven (3:3 55te / 3:4 58te), da man hinten raus komplett platt gewesen war. Im zweiten Heimspiel gewann man auch in der Höhe verdient mit 5:2 gegen Iserlohn, gegen München gab es ein überraschendes 4:3 nach Penaltyschießen und auch die Düsseldorfer EG wurde beim 4:3 Heimsieg mit null Punkten im Gepäck zur Rückreise verabschiedet. Das Team agiert mit hartem Forecheck und bringt nahezu jede Scheibe auf das Tor. Offensiv sticht vor allem die Paradereihe um Carter Rowney (11//3/10), Dominik Bokk (11//8/6) und Brendan Renford (11//4/9) hervor. Defensiv ist es der DEL2 Goalie des Jahres aus der letzten Spielzeit, Jake Hildebrand, der mit einer Fangquote von 90,4% daherkommt, obwohl Frankfurt ab und an vieles zugelassen hat. Die letzten Spiele hat sich die Defensive aber merklich stabilisiert. Ausfälle auf Seiten der Löwen gibt es nicht, auch Top-Defender Reece Scarlett ist nach Oberkörperverletzung seit zwei Spielen zurück im Line-Up und erhält mehr und mehr Eiszeit.
Im Trikot der Gäste präsentieren sich heute die Nürnberg Ice Tigers. Diese stehen mit einer 4-1-1-5 Bilanz bei 32:40 Toren und 15 Punkten zwei Zähler hinter Frankfurt auf dem 10.Tabellenplatz. Während sie eines der besten Heimteams sind, kassierten sie auswärts fünf Niederlagen aus sechs Partien. Noch kein Dreier und satte 26 Gegentore stehen hier zu Buche. 2:5 in Straubing, 2:4 in Wolfsburg, 3:6 in Mannheim, 2:3 nach Verlängerung bei den kriselnden Eisbären aus Berlin, ein sehr überraschender 4:3 Erfolg nach Penaltyschießen bei Red Bull München und nochmals eine deutlichere Niederlage in Wolfsburg (1:5) vor drei Tagen. Während Frankfurt keine Ausfälle hat, muss Nürnberg derzeit auf fast ein halbes Dutzend Akteure verzichten. Es fehlen Defender Welsh (7//0/5), sowie die Stürmer Jahnke (3//0/0), Kislinger (5//0/0), Ustorf (9//0/1) und Stoa (11/8/1). Während sich die Masse vor allem auf die Kaderbreite auswirkt, schmerzt der Ausfall von Top-Torschütze Ryan Stoa ganz besonders, der allein an über 25% der Nürnberger Tore beteiligt gewesen ist. Heute startet zudem Back-Up Goalie Hungerecker vor Treutle, der Dienstag fünf Buden kassierte.
Es sind insgesamt drei Aspekte, die mich hier Richtung Frankfurt schauen lassen. Punkt 1 ist die Personalsituation. Frankfurt ist komplett, Nürnberg mit Problemen in der Kaderbreite und dem Fehlen ihres besten Torschützen. Dafür bekommen die jungen Spieler viel Eiszeit und Verantwortung, allerdings bringen die nicht diese Portion Extraklasse mit. Punkt 2 ist der Heimvorteil für Frankfurt. Die Eissporthalle am Ratsweg ist bislang eine der lautesten Hallen der Liga. Die Euphorie über die DEL-Rückkehr nach 12 langen Jahren ist weiterhin groß und die 1976 erbaute Halle ist einer dieser besagten Hexenkessel. Unangenehm hier als Gast zu spielen. Punkt 3 sind die Eindrücke aus der bisherigen Saison und die des Hinspiels. Nürnberg hatte dort massive Probleme mit dem aggressiven Fore-Check der Löwen. Es dauerte elf Minuten, bis sie im ersten Drittel überhaupt ihren ersten „Torschuss“ hatten. Frankfurt führte nach 20 Minuten hoch verdient mit 2:0, es hätte auch 4:0 oder gar 5:0 stehen können. Am Ende lief es wie es dann läuft, Frankfurt zog sich zurück, Nürnberg kam durch einen mehr oder weniger Zufallstreffer kurz vor Ende des zweiten Drittels zu neuer Luft und drehte die Partie dann im Schlussabschnitt erst im Powerplay und dann mit einem Stochertreffer. Damals im Tor war Flott-Kucis, Hildebrand ist da definitiv ein Upgrade und das dritte Tor hätte er so nicht kassiert. Mit einem ähnlichen Spielstil wird es heute für Nürnberg nicht viel zu holen geben. Am Schluss muss sich Frankfurt auf das eigene Spiel besinnen, gerade mit dem Heimvorteil im Rücken sind sie den Ice Tigers vor allem mit der aktuellen Personaldecke überlegen. Ebenso muss man diszipliniert auftreten, Boxplay war nicht immer der Freund der Hessen und aus dem Hinspiel sind noch Rechnungen offen. Kurz vor Ende gab es nach mehreren freundschaftlichen Begrüßungen im Laufe des Spiels einen Cheap-Shot seitens Blake Parlett, der erst den Fight gegen den Frankfurter Olsen verweigerte, um dann – als dieser bereits durch einen anderen Spieler zu Boden gedrückt worden ist – seine Handschuhe zu droppen und Olsen fünf, sechsmal Fausthiebe ins ungeschützte Gesicht zu geben. Am Ende wurden beide Spieler von der Liga für zwei Spiele gesperrt, Olsen fiel noch eine weitere Partie mit Nasenbeinbruch aus. Man darf gespannt sein, wie das heute ausgehen wird. Sportlich sind hier aber klare Vorteile auf Seiten der Frankfurter zu sehen.
Löwen Frankfurt 3-Way @1,90 5/10 (div.)