Doch es kam anders. Seit ein US-Reporter beim Eröffnungsspiel Kanada gegen China (1:0) am Samstag im Commonwealth Stadium einmal die Temperaturen maß und das Ergebnis auf Twitter veröffentlichte, ist die Kontroverse zurück. Auf satte 49 Grad Celsius hatte sich die Plastikoberfläche erhitzt, und das bei moderaten 23 Grad in der Luft. In den anderen Stadien sah es kaum besser aus.
„Das ist ein Albtraum“, wetterte US-Stürmerin Abby Wambach nach dem 3:1-Auftaktsieg ihrer Mannschaft über Australien in Winnipeg. Bundestrainerin Silvia Neid drückte es nach dem 10:0-Schützenfest der Deutschen gegen die Elfenbeinküste so aus: „Der Rasen ist sehr stumpf und voller Granulat. Wenn man ihn gesprengt hat, ist er in fünf Minuten wieder trocken. Es ist schade um das Wasser.“
Tatsächlich sprenkeln die Verantwortlichen den Kunstrasen vor jedem Spiel, um die Hitze zu dämpfen und die Füße der Spielerinnen zu schonen. Denn hinzu kommt die Verletzungsgefahr. „Man überlegt sich zweimal, ob man wirklich in ein Tackling gehen oder grätschen soll, weil man sich dann blutige Knie holt oder sich die Hüfte aufschürft“, beschwerte sich Wambach nach dem ersten Match in Winnipeg.