ATP Eckental (GER), Teppich
Fr. 17:30 Ruben Bemelmans (BEL) - Daniel Brands (GER)
Hab beide Spieler gestern vor Ort gesehn, Brands gegen Jaziri, bis der Tunesier Anfang des dritten Satzes aufgegeben hat und Bemelmans gegen Petzschner, bis Mitte des zweiten Satzes.
Brands hätte gegen Jaziri ziemlich sicher verloren, wenn der Tunesier nicht aufeinmal andere Pläne im Sinn gehabt hätte. Absichtliche Doppelfehler, auffällig viele unreturnierte Aufschläge von Brands und einer Verletzung aus heiterem Himmel. Das ging definitiv nicht mit rechten Dingen zu und es sagt eigentlich schon alles, wenn sogar das ältere Publikum in der Halle nur noch mit dem Kopf geschüttelt hat. Normal gehört so ein Spieler aus der Halle gepfiffen, aber das entspricht leider nicht den Gepflogenheiten eines Tennispublikums.
Bemelmans gegen Brands war das Spiel im Anschluss, man merkte schon, dass sich hier zwei Davis Cup-Spieler gegenüberstehen, denn das Match war von der Qualität schon um einiges besser. Bemelmans war nicht schlecht, aber was Petzschner gespielt hat, wenn der Ball im Spiel war, war für Challengerverhältnisse einfach nur unmenschlich. Leider konnte ich des Match nur zur Hälfte sehn, aber ich war mir sicher, dass Petzschner das in zwei Sätzen gewinnen würde. Keine Ahnung ob Petzschner dann eingebrochen ist und Bemelmans sich gesteigert hat, aber die Aufschlagleistung des Belgiers war rein statistisch gesehn in den Sätzen 2 und 3 überragend, denn hier lies Bemelmans in 10 Aufschlagspielen lediglich einen Breakball zu, welchen er leider aus seiner Sicht nicht abwehren konnte.
Bemelmans, wenn man jetzt mal den ersten Satz gegen Petzschner ausnimmt, zuletzt sowieso überragend bei eigenem Service. In der Quali vergangene Woche in Wien gab der Belgier kein einziges Mal seinen Aufschlag ab und lies in 36 Aufschlagspielen nur 5 Breakbälle zu, welche er dementsprechend alle abwehren konnte. Das immerhin gegen Klizan, der sich diese Woche über die Quali (Brugues-Davi und Ramos-Vinolas geschlagen) für das Hauptfeld in Valencia qualifizieren konnte und sich dort erst Kevin Anderson geschlagen geben mußte, Michal Przysiezny, einem soliden Challengerspieler auf Hardcourt und seinen heutigen Gegner, Daniel Brands, gegen den er leider beide Tiebreaks verlor.
Brands hat letzte Woche in Wien auch sehr stark serviert und sogar das Halbfinale erreicht, aber wie bereits erwähnt, zweifle ich es an, dass er unter normalen Umständen hier im Viertelfinale stehen würde, deswegen will ich seine 25 Asse heute gegen Jaziri auch nicht überbewerten, denn ich hab mit eigenen Augen gesehn, dass Jaziri irgendwas daran gehindert hat, hier ab dem zweiten Satz sein bestes Tennis zu spielen und ich bezweifle ganz stark, dass es eine Verletzung war. Jedenfalls hatte sogar dieser Jaziri im ersten Satz spielerische Vorteile, vorallem mit dem flachen Slice kam Brands oftmals gar nicht zurecht.
Den angesprochenen Slice spielt der Belgier auch sehr gerne und es wird im sicherlich nicht entgangen sein, dass Brands diesen Schlag nicht sonderlich mag. Bemelmans für mich der variablere Tennisspieler, der mit Spin, Slice, Winkel, Tempowechsel, Netzangriffen ... so ziemlich alles drauf hat, im Gegensatz zu Brands, der eigentlich nur aufschlagen und mit seiner Vorhand draufhaun kann, aber selbst die ist keine Waffe wenn man ihn bewegt. Rückhand absolut unterdurchschnittlich, sogar auf diesem Niveau.
Head to Head steht es zwischen beiden 1:1, einmal auf Rasen, 2009 in Wimbledon gewann Bemelmans 6:3, 7:6 und wie gesagt vor ein paar Tagen in Wien behielt Brands mit 7:6, 2:6, 7:6 die Oberhand. Der Deutsche konnte den Belgier in Wien kein einziges Mal breaken und noch einmal wird Bemelmans gegen Brands sicherlich nicht zwei Tiebreaks in einem Match verlieren.
Bemelmans @ 2,00 (Bet365) 6/10