Immerhin angerissen wird eine sehr bedenkliche Entwicklung, nämlich die schleichende Verabschiedung vom Bargeld und anonymen Zahlungsmitteln, hin zur Elektronisierung.
In 5 bis 10 Jahren, sind wir 100% Gläsern. Unsere Ausgaben werden jederzeit 100% kontrolliert und nachgerechnet. Steuern, Gebühren und sonstige Abgaben werden direkt eingezogen werden.
Ich weiß nicht, ob es überhaupt noch solange dauert. Wobei ich mir da noch unsicher bin inwieweit da zwischen Unternehmen und dem Staat zu trennen ist. Jeder mit Smartphone ist prinzipiell lokalisierbar, mit allem was dazu gehört, Einkaufsverhalten etc. An das Ausschalten der Standortfunktion glaube ich nicht, dient nur zum eigenen Sicherheitsgefühl. Das mit den verfolgbaren Zahlungsmitteln kommt dann noch erschwerend hinzu. Bisher bin ich ohne Kredit- oder EC-Karten noch ganz gut ausgekommen, auch wenn es den Firmen immer unangenehm ist, hohe Summen bar zu bezahlen, was ja auch verständlich ist wegen Schwarzgeld. Die Entwicklung geht da in eine andere Richtung..
Auch die Unterstellung, der Staat versuche ja nur seine Bürger vor den imensen Gefahren zu schützen, ist lächerlich. Die versuchen lediglich ihre ehemaligen Goldesel, die staatlichen Anbieter wie Oddset, LottoToto und co, so lange als möglich zu melken und konkurenzfrei zu halten.
genau das ist letztlich der Knackpunkt. Es geht um nichts anderes als die sinkenden Lotto-Einnahmen zu kompensieren. Das mit der Einführung des Euro-Lottos nur bedingt geklappt, Bingo war ein totaler Flop, die Hoffnungen liegen da auf Oddset. Wir haben eine Annahmestelle, von daher hab ich da etwas Einblick, zum einen darauf, was uns Vordergründig vermittelt wird, aber vor allem darauf, was uns beiläufig mitgeteilt wird - speziell zur Suchtprävention -, aber niemals öffentlich gemacht werden dürfte.
Mit Abstand am interessantesten war die Schulung zur Oddset-Revolution, die dann auch niemals umgesetzt wurde. Es sollte damals große Angebote mit Freiwetten, Erstspieler-Boni etc geben, dazu ist es aber nie gekommen, weil es die Konzessionen nicht gab. Als ich den Leiter damals fragte wie sie die Online-Spieler aufgrund des behinderten Quotenschlüssels in die Filialen holen wollen, bekam ich keine Antwort. Als ein Ausweg wurde vorgeschlagenen, die Dauerspieler eben auch zum Oddset zu bewegen:mrgreen:. Siehe Absatz oben drüber.
Denen fehlt die Ahnung, auch der gesamte Kontext zu den Sportwetten. Das werfe ich denen aber gar nicht groß vor, weil die das eben von oben vorgegeben bekommen und innerhalb kurzer Zeit einen Sprung von 1x2 auf die vielfältigen Angebote bewerkstelligen sollten. Das ist im Papierformat auch gar nicht machbar. Darauf hingewiesen war die Aussage, die Kunden können ja auch im Internet spielen. Das hat dann natürlich zu wütenden Protesten der Lotto-Annahmestellen-Inhaber geführt, weil davon haben wir halt 0. Die Provisionen etc sind in den letzten Jahren sowieso runter gefahren worden.
Zum Schluss noch eine Anekdote, die das ganze abrundet:
Als es zu den Wettangeboten kam, besprachen wir die knifflige over/under2,5-Wette. Wir haben über zwanzig Minuten darüber diskutiert, warum denn nun 2,5. "Warum nicht 2 oder 3?" - "Oder 2,3." - "Die 2,5 muss wohl ein statistischer Mittelwert sein." - "Es gibt doch gar keine 2,5 Tore." Das ging ewig so, der Vortragende nix auf die Reihe bekommen. Ich mir eins gegrinst.