Lampen beim Blinken zuzusehen wenn ich Geld einwerfe und darauf zu hoffen davon reich zu werden, oder ein gutes Skatturnier zu spielen ist fuer mich ein großer Unterschied. Ich glaube auch nicht dass sich ein ambitionierter Schach/Skat/Pokerspieler oder Sportwetter wohlfuehlt wenn er im Suchtbericht zwischen Drogenabhaengigen/Kriminellen/ Minderbemittelten (finanziell sowie geistig) auftaucht.
Ich schaue mal ob ich an so einen konkreten Fragebogen rankomme. Die, die ich bisher gesehen habe waren Quark.
Das ist ein Suchtbericht, in diesem Fall ist es also wirklich egal, ob man zwischen Sportwetten und (in unseren Augen) "richtigem" GLÜCKSspiel unterschieden Hat. Es geht lediglich um die Frage, wie viele von etwas süchtig sind, deswegen kann man den Suchtbericht wohl kaum pauschal deswegen kritisieren, dass er nicht zwischen Zockerei und Sportwetten unterscheidet. Eigentlich kann man den Bericht überhaupt nicht konzentrieren. Dass nicht zwischen Sportwetten und Zocken unterschieden wird liegt an den entsprechenden Gesetzen, nicht am Suchtbericht. Der wird übrigens eh erst ab S. 94 interessant, was Zocken angeht.
Mir ist auch recht neu, dass im Suchtbericht etwas über Kriminelle oder Schwachsinnige (was meinst Du mit geistig minderbemittelt?) steht, denn Sucht ist inzwischen eine anerkannte Krankheit, und hat weder damit zu tun ob Du kriminell bist oder wie Dein Geisteszustand ist

Jedenfalls fühle ich mich als Suchtkranker wohler dabei, im Suchtbericht aufzutauchen, als von DIR mit Kriminellen auf eine Stufe gestellt zu werden.
Im Übrigen ist mir nicht ganz klar, wie Du darauf kommst, dass im Suchtbericht IRGENDETWAS über die finanziellen Verhältnisse der Suchtkranken steht.
Deswegen ist das Risiko sehr gering, als Sportwetter in einem Atemzug mit "finanziell Minderbemittelten" (wer ist das?) genannt zu werden.
Was allerdings durchaus passieren kann ist, dass Sportwetten süchtig machen. Und dann gibt es pathologisch null komma null Unterschied zu Glücksspielen, ja nicht mal zu Drogensucht! Man hat dann schlicht und einfach eine Störung im Neurotransmitterhaushalt, genauer im Endorphin- und Dopaminsystem, die heutzutage glücklicherweise als Krankheit anerkannt ist. Und deswegen gehört man dann auch in den Suchtbericht.
Wissenschaftliche Studien haben längst bewiesen, dass Spiele, bei denen der Hauptgewinn Geld ist, im Gehirn genau denselben Prozess auslösen wie Drogenkonsum. Nämlich einen unnatürlich hohen Dopaminausstoß. Und ALLES (!), was so etwas auslösen kann, kann AUTOMATISCH auch süchtig machen.
Im Moment ist Spiel- oder Wettsucht zwar medizinisch gesehen noch keine "Abhängigkeit" nach ICD-10, sondern nur eine "Störung der Impulskontrolle" (F.63 glaube ich), das dürfte sich aber dieses Jahr ändern, da gerade das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) neu aufgelegt wird.
Und wenn der erschienen ist, gelten für die Einstufung die gleichen WHO-Kriterien wie bei Drogen. Diese kann man überall einsehen und entsprechend umdeuten, und ich finde, man sieht auf den ersten Blick, dass nach diesen Kriterien viele süchtig nach Sportwetten sind. Die Kriterien lauten:
1. Starker Wunsch oder Zwang, etwas zu konsumieren oder immer wieder zu tun,
2. Kontrollverlust (wann, wieviel, wie lange)
3. Unfähigkeit zur Abstinenz selbst dann, wenn einem negative Auswirkungen auf das eigene Leben oder die Gesundheit bereits bewusst werden
4. Toleranzbildung (im Wetten-Fall dann z.B. das Erhöhen der Einsätze, ohne dass sich die sonstigen Umstände ändern)
5. Entzugserscheinungen jeglicher Art
6. Rückzug (teilweise genügt!) aus dem Sozialleben.
Bereits DREI Kriterien reichen, um als abhängig zu gelten

Was für einen Fragebogen suchst Du denn? Vielleicht kann ich Dir da weiterhelfen.
Ich kann Dir übrigens auch genau erklären, wie es passieren kann, von Geldspielautomaten abhängig zu werden (was man sich ja eigentlich kaum vorstellen kann). Einem Freund von mir ist es nämlich passiert, und der ist alles andere als geistig minderbemittelt.
Du musst nur eines Tages just for fun mal 1 Euro in so ein Teil werfen und SOFORT den Jackpot knacken und 5000 Euro gewinnen. Dann wird es SEHR schwer, davon wieder loszukommen, weil der Dopaminrush natürlich enorm ist!
Wenn man bei der ersten Sportwette seines Lebens eine 500er Quote durchkriegt, dürfte es nicht viel anders sein...
Trotzdem gibt es natürlich einen großen Unterschied, keine Frage, und der hat nicht mal mit der Tatsache zu tun, dass Sportwetten nicht nur Glück sind.
Selbst wenn es so wäre - es ist genau dasselbe Problem wie bei Drogen: Die Konsumformen, die am schnellsten "kicken", machen am schnellsten abhängig (Rauchen, Spritzen z.b. schneller als Ziehen oder Schlucken). Bei Stoffungebundenen Süchten kommt der Kick mit der Auszahlung. Deswegen ist der bekloppte Spielautomat mit 75% ja auch klar an der Spitze.
Da dauert es von der Einzahlung bis zum (möglichen) Gewinn nur eine Minute. Bei Sportwetten dagegen muss erst mal das Spiel rumgehen - und dann ist das Geld auch erst auf dem Wettkonto!
Übrigens: Ich habe absichtlich geschrieben, dass Sportwetten nicht NUR Glück sind, denn wenn man nicht ausschließlich tradet sondern auch bei Buchmachern spielt haben Sportwetten sehr wohl auch jede Menge mit Glück zu tun.
Statistik? 40% aller Tore im Fußball fallen aus absolutem Zufall, Quelle besorge ich gerne..