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Wer wird Weltmeister 2026? Die Favoriten-Analyse von Dirk Paulsen

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Aktualisiert: 01.07.2026

Die Frage nach dem Weltmeister 2026 beschäftigt auch die Wettanbieter. Titelverteidiger Argentinien, Europameister Spanien oder doch der erste Titel für England? Dirk Paulsen stellt sich die Frage: Wer wird Weltmeister 2026? Seine Einschätzung kommt mit jahrzehntelanger Wett-Erfahrung, basiert auf Daten und informiert direkt über die Titelkandidaten.

Dirk Paulsens Weltmeister-Tipp

Wettopa, bekannt aus Bild, Pro7 und mehr. Dirks WM App.

Mein aktueller Weltmeistertipp lautet Brasilien. Der wichtigste Grund dafür ist zunächst einmal, dass die Brasilianer ihre Sechzehntelfinalpartie bereits erfolgreich überstanden haben. Während andere Favoriten diesen Schritt noch vor sich hatten oder sogar bereits ausgeschieden sind, hat Brasilien seine Titelchance bereits ein Stück erhöht. Das wirkt sich unmittelbar auf die berechneten Wahrscheinlichkeiten aus.

WM-TippPlayzilla
Brasilien gewinnt12.00

Hinzu kommt jedoch die Art und Weise des Erfolgs gegen Japan. Auch wenn das entscheidende Tor erst in der Nachspielzeit fiel, war Brasilien über die gesamte Partie betrachtet die bessere Mannschaft. Nach den Should Goals lag Brasilien sogar um rund 1,6 Tore vorne und war damit statistisch deutlich überlegen. Das Ergebnis war also keineswegs glücklich, sondern entsprach den Spielanteilen und den erspielten Chancen.

Gerade dieser Aspekt wird aus meiner Sicht derzeit etwas unterschätzt. Viele werden sich vor allem an den späten Siegtreffer erinnern. Die eigentliche Leistung Brasiliens gerät dabei leicht in den Hintergrund. Dabei hat die Mannschaft gegen einen starken und konkurrenzfähigen Gegner genau das gezeigt, was man von Brasilien erwartet: Kontrolle über das Spiel, zahlreiche Chancen und letztlich ein verdienter Erfolg.

Vor dem Turnier und auch nach der Gruppenphase hatte ich noch gewisse Vorbehalte. Nach diesem Auftritt sind diese Zweifel zunächst einmal weitgehend verschwunden. Brasilien hat gezeigt, dass die Mannschaft auch gegen einen starken Gegner ihre Qualität auf den Platz bringen kann. Genau deshalb stehen die Südamerikaner in meinem aktuellen Ranking nun an erster Stelle.

Der Wettmarkt zahlt hier aktuell eine 12.00 (Playzilla), was aus meiner Sicht absolut nicht der korrekten Chancenverteilung entspricht. Insofern ist es nicht nur der Tipp für den wahrscheinlichsten Weltmeister, sondern diesmal auch ein klarer Value-Tipp. Die faire Quote in der Simulation lag bei 6,67.

So analysiert Dirk Paulsen – die Methode erklärt

Die Grundlage des Modells sind Offensiv- und Defensivwerte für jede Mannschaft. Aus vergangenen Spielen wird abgeleitet, wie viele Tore ein Team gegen einen durchschnittlichen Gegner erzielen und kassieren würde. Diese Werte werden mit der Stärke des jeweiligen Gegners verrechnet und ergeben die Torerwartung für ein konkretes Spiel.

Aus diesen Torerwartungen werden realistische Spielergebnisse simuliert. Daraus entstehen Wahrscheinlichkeiten für Sieg, Unentschieden und Niederlage sowie faire Quoten. Diese können wir dann wiederum als Vergleichswerte zu den tatsächlichen WM 2026 Quoten heranziehen.

Die Methode im Detail

Das Modell beginnt mit der Frage, wie stark eine Mannschaft offensiv und defensiv tatsächlich ist. Dazu werden zahlreiche vergangene Ergebnisse ausgewertet und in durchschnittliche Torwerte übersetzt. Vereinfacht gesagt erhält jedes Team eine offensive Stärke, die beschreibt, wie viele Tore es normalerweise erzielt, sowie eine defensive Stärke, die beschreibt, wie viele Tore es zulässt.

Vor einem Spiel werden diese Werte mit den entsprechenden Werten des Gegners kombiniert. Daraus entsteht für beide Mannschaften eine Torerwartung. Wenn beispielsweise ein starkes Angriffsteam auf eine anfällige Defensive trifft, steigt die erwartete Torzahl entsprechend an.

Anschließend simuliert das Modell das Spiel. Dabei wird nicht einfach ein einzelnes Ergebnis vorhergesagt, sondern eine große Zahl möglicher Spielverläufe berücksichtigt. So entstehen Wahrscheinlichkeiten für sämtliche relevanten Ergebnisse, von 0:0 bis 4:3 oder höher. Aus diesen Wahrscheinlichkeiten lassen sich faire Quoten für 1X2, Over/Under, Beide Teams treffen und viele weitere Wettmärkte ableiten.

Für die Weltmeisterschaft wird zusätzlich die komplette Turnierlogik abgebildet. Gruppenphase, Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale werden korrekt simuliert. Lässt man das Turnier tausendfach oder sogar deutlich häufiger durchlaufen, zeigt sich, welche Mannschaft wie oft Weltmeister wird. Genau daraus entstehen die hier angegebenen Titelwahrscheinlichkeiten.

Das aktuelle Ranking nach Mannschaftsstärke

RankingNationTitelchanceWettquote BettyWettquote Playzilla
1.Brasilien15 %6.6712.00
2.Frankreich14,1 %7.093.00
3.England14 %7.148.50
4.Spanien11 %9.098.00
5.Argentinien9,3 %10.755.50
6.Marokko7,8 %12.8226.00
7.Portugal5,1 %19.6115.00
8.USA3,7 %27.0334.00
9.Kolumbien2,5 %40.0026.00
10.Belgien2 %50.081.00
Info box icon

So berechnet sich die Titelchance

Die angegebenen Werte sind faire Quoten und entsprechen dem Kehrwert der berechneten Wahrscheinlichkeit. Eine WM-Quote von 8,00 bedeutet beispielsweise eine Titelchance von rund 12,5 %.

Die Favoriten im Detail – Team für Team

Die Gruppenphase ist inzwischen abgeschlossen und wir haben bereits die ersten Sechzehntelfinalspiele gesehen. Damit liegen noch einmal deutlich mehr Informationen vor als nach dem zweiten Spieltag. Gleichzeitig beginnt jetzt eine neue Turnierphase, in der jede Runde unmittelbaren Einfluss auf die Titelwahrscheinlichkeiten hat.

Der Wettmarkt hat seine Favoriten inzwischen ebenfalls neu sortiert. Aktuell führt Frankreich die Rangliste an, gefolgt von Argentinien. Dahinter folgen Spanien, England und Brasilien, anschließend Portugal. Deutschland und die Niederlande sind nach ihrem Ausscheiden naturgemäß aus dieser Spitzengruppe verschwunden, während sich Marokko durch den Einzug in die K.-o.-Runde weiter nach vorne gearbeitet hat.

Frankreich

Frankreich ist in meinem aktuellen Ranking auf den zweiten Platz vorgerückt. Der wichtigste Grund dafür liegt allerdings weniger in den eigenen Leistungen als in der Turnierentwicklung. Deutschland ist bereits ausgeschieden und fällt damit aus dem Kreis der Titelkandidaten heraus. Dadurch rückt Frankreich automatisch einen Platz nach vorne.

Der Wettmarkt sieht Frankreich dagegen weiterhin als klaren Favoriten auf den WM-Titel. Daran hat sich trotz der bisherigen Turnierentwicklung kaum etwas geändert. Genau hier unterscheiden sich Markt und Modell erheblich. Während der Markt lediglich eine Quote von 3,56 anbietet, errechnet unser Modell eine faire Quote von 7,09. Das ist eine der größten Abweichungen im gesamten Favoritenfeld.

An meiner grundsätzlichen Einschätzung hat sich deshalb nichts geändert. Frankreich gehört ohne Zweifel zu den stärksten Mannschaften des Turniers und ist folgerichtig auch mein zweithöchster Favorit. Für eine Wette auf den Weltmeistertitel reicht die angebotene Quote jedoch bei weitem nicht aus.

Im Gegenteil: Wer überhaupt aktiv werden möchte, würde aus meiner Sicht eher die Gegenseite wählen, etwa über eine Wettbörse mit einem Lay auf Frankreich. Rein rechnerisch erscheint Frankreich weiterhin deutlich zu niedrig quotiert.

England

England gehört für mich weiterhin zur absoluten Spitzengruppe. Der Markt bietet aktuell eine Quote von 8,19 an, während unser Modell eine faire Quote von 7,14 errechnet. Damit ergibt sich ein kleiner, aber durchaus interessanter Value.

Ich hatte bereits vor dem Turnier eine hohe Meinung von England und sehe mich durch die bisherigen Auftritte eher bestätigt als widerlegt. Der Markt scheint Ergebnisse wie das 0:0 gegen Ghana oder den 2:0-Sieg gegen Panama etwas zu kritisch zu bewerten. Ich sehe das anders.

Für mich hat England bislang genau den Fußball gezeigt, den man aus der Premier League kennt. Hochprofessionell, kontrolliert und auf maximale Effizienz ausgelegt. Vielleicht wirkt das nach außen weniger spektakulär als bei anderen Mannschaften. Die Zuschauer fallen dabei nicht unbedingt vom Hocker. Entscheidend ist aber etwas anderes: England weiß genau, wie man Fußballspiele gewinnt.

Gerade diese nüchterne und rationelle Spielweise zeichnet viele große Turniermannschaften aus. Es geht nicht darum, jede Partie glanzvoll zu dominieren, sondern zuverlässig Punkte einzufahren und die Kontrolle zu behalten.

Deshalb gehört England für mich weiterhin zu den stärksten Mannschaften des Turniers. Wäre Brasilien nicht bereits eine Runde weiter, läge England in meinem persönlichen Ranking sogar auf Platz eins. So bleibt es bei einem kleinen, aber aus meiner Sicht durchaus vorhandenen Value auf die Engländer

Spanien

Spanien gehört für mich weiterhin zum engsten Kreis der Titelkandidaten. Der Wettmarkt bewertet die Mannschaft aktuell mit einer Quote von 8,13. Unser Modell errechnet dagegen eine faire Quote von 9,09.Damit ist Spanien aus meiner Sicht zwar etwas zu niedrig quotiert, für eine klare Gegenposition oder gar einen Value-Tipp reicht dieser Unterschied aber keineswegs aus. Die Abweichung ist vergleichsweise gering.

Vor allem sehe ich keinen Anlass, Spanien aufgrund der bisherigen Leistungen deutlich schlechter einzuschätzen. Die Mannschaft hat sich im Turnier nichts zuschulden kommen lassen. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass der Markt derzeit vor allem von Frankreich und Argentinien beeindruckt ist. Beide Mannschaften haben zuletzt starke Ergebnisse erzielt, wodurch Spanien im direkten Vergleich etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Ich würde diese Entwicklung allerdings nicht überbewerten. Spanien gehört für mich unverändert zu den stärksten Mannschaften des Turniers. Auch wenn ich aktuell Brasilien an der Spitze sehe, bleibt Spanien einer der ernsthaftesten Titelkandidaten. Die geringe Differenz zwischen Markt und Modell bestätigt letztlich genau diesen Eindruck.

Argentinien

Argentinien wird vom Wettmarkt derzeit sehr hoch eingeschätzt. Das dürfte vor allem an Lionel Messi liegen, der mit inzwischen fünf Turniertoren überragend auftritt. Auch der souveräne 3:1-Erfolg gegen Jordanien hat diesen Eindruck noch einmal verstärkt.

Ich würde diese Entwicklung allerdings nicht überbewerten. Jordanien ist für mich kein Maßstab, an dem sich ein Titelkandidat wirklich messen lassen muss. Hinzu kommt, dass der Markt möglicherweise sogar positiv bewertet, dass Argentinien mit einer etwas veränderten Mannschaft ebenfalls klar gewonnen hat. Mir reicht das jedoch nicht aus, um die Mannschaft noch einmal deutlich höher einzuschätzen.

Unsere faire Quote liegt aktuell bei 10,75. Das zeigt durchaus, dass Argentinien zum engeren Kreis der Titelkandidaten gehört. Die Marktquote von 4,97 liegt allerdings erheblich darunter. Für mich hebt sich Argentinien damit nicht von den übrigen Topmannschaften ab. Im Gegenteil: Ich sehe die Mannschaft weiterhin leicht hinter der absoluten Spitze.

Deshalb kommt für mich eine Wette auf Argentinien derzeit nicht infrage. Wer über eine Wettbörse verfügt, würde aus meiner Sicht eher die Gegenseite wählen und Argentinien layen. Die angebotene Quote erscheint mir weiterhin deutlich zu niedrig.

Marokko

Marokko gehört inzwischen für mich zum erweiterten Favoritenkreis. Die Mannschaft hat sich diesen Status nicht durch einen glücklichen Spielverlauf erarbeitet, sondern durch überzeugende Leistungen.

Im Sechzehntelfinale setzte sich Marokko zwar erst im Elfmeterschießen gegen die Niederlande durch, insgesamt war der Erfolg jedoch verdient. Nach den Should Goals lag Marokko sogar um rund 0,8 Tore vorne und war damit über die gesamte Partie betrachtet die bessere Mannschaft. Gegen einen starken Gegner ist das ein deutliches Ausrufezeichen.

Dieser Auftritt bestätigt meine Einschätzung vor dem Turnier. Bereits damals hatte ich Marokko sehr hoch bewertet und frühzeitig als interessanten Tipp genannt. Nach dem Weiterkommen hat sich die Mannschaft nun endgültig in den Kreis der ernsthaften Titelkandidaten gespielt.

Der Markt bietet aktuell eine Quote von 20,88 an, während unser Modell eine faire Quote von 12,82 errechnet. Ein Teil dieser Differenz erklärt sich natürlich dadurch, dass Marokko bereits eine weitere K.-o.-Runde überstanden hat. Dieser Vorteil scheint aus meiner Sicht vom Markt noch nicht vollständig eingepreist zu sein.

Damit bleibt Marokko auch jetzt noch eine der interessantesten Mannschaften im Favoritenfeld. Der überzeugende Auftritt gegen die Niederlande hat gezeigt, dass dieses Team nicht zufällig so weit gekommen ist.

Portugal

Portugal ist bei mir inzwischen deutlich zurückgefallen. Das liegt vor allem an den gezeigten Leistungen. Gegen Kolumbien war das eine echte Enttäuschung, und danach folgten zwei Unentschieden, bei denen Portugal ebenfalls nicht überzeugen konnte. Insgesamt wirkte das alles eher müde als wie der Auftritt eines echten Titelkandidaten.

Natürlich bleibt der Kader hochkarätig besetzt. Daran gibt es überhaupt nichts zu rütteln. Aber Namen allein gewinnen keine Weltmeisterschaft. Entscheidend ist, was auf dem Platz passiert, und genau da hat Portugal zuletzt zu wenig gezeigt.

Deshalb habe ich Portugal in meinem persönlichen Ranking inzwischen sogar hinter Marokko eingeordnet. Der Markt sieht das ganz anders. Dort hat sich an der ursprünglichen Einschätzung kaum etwas verändert. Portugal wird aktuell mit einer Quote von 12,69 gehandelt. Ich komme dagegen auf eine faire Quote von 19,61.

Damit ist Portugal für mich ganz klar keine Value-Wette. Im Gegenteil: Wenn überhaupt, wäre das eher ein Lay an der Wettbörse. Der Markt bewertet Portugal aus meiner Sicht noch immer zu optimistisch.

Für den Moment sind sie deshalb aus meiner Gruppe der Top-Favoriten herausgefallen und nur noch meine Nummer sieben. Das heißt aber nicht, dass sich das nicht wieder ändern kann. Das Potenzial ist ohne Frage vorhanden. Sollten jetzt wieder überzeugende Leistungen folgen, können sie sich selbstverständlich wieder nach vorne arbeiten. Im Augenblick sehe ich dafür allerdings noch keinen ausreichenden Anlass.

WM Geheimfavoriten & Außenseiter mit Value

Zum Abschluss schauen wir noch auf mögliche Außenseiter mit Value. Da gibt es durchaus ein paar interessante Kandidaten.

Anfangen würde ich mit den USA. Dort bekommen wir aktuell eine Quote von 34,75, während meine faire Quote bei 27,5 liegt. Ich bin zwar nicht restlos begeistert von den Amerikanern, aber sie haben bislang genau das gezeigt, was ich erwartet habe. Sie sind souverän weitergekommen und haben sich keine größeren Schwächen geleistet. Deshalb sehe ich keinen Grund, sie schlechter einzuschätzen als vor dem Turnier. Für mich sind die USA deshalb ein kleiner, aber durchaus interessanter Außenseitertipp.

Ein weiterer Kandidat ist Senegal. Für mich gehören sie weiterhin zu den stärksten afrikanischen Mannschaften. Marokko steht inzwischen zwar knapp davor, aber die beiden Teams standen immerhin im Finale des Afrika-Cups. Man konnte damals durchaus den Eindruck gewinnen, dass sie auf Augenhöhe waren.

Der Markt zahlt auf Senegal aktuell 125, während meine faire Quote bei 90,91 liegt. Das ist natürlich ein riesiger Unterschied. Trotzdem muss man bei solchen Quoten immer bedenken: Das sind absolute Longshots. Man gewinnt solche Wetten fast nie. Deshalb bringt es auch wenig, darüber stundenlang zu diskutieren. Entweder man möchte auf diese große Überraschung setzen oder eben nicht.

Was mir an Senegal gefällt, war vor allem die erste Halbzeit gegen Frankreich. Da hatte ich zeitweise sogar den Eindruck, dass Frankreich dieses Spiel verlieren könnte, wenn Senegal in Führung geht. Diese Leistung hat gezeigt, dass sie mit den ganz großen Nationen durchaus mithalten können.

Und genau solche Beispiele haben wir bei dieser Weltmeisterschaft bereits mehrfach gesehen. Japan war nur ganz knapp davon entfernt, Brasilien aus dem Turnier zu werfen. Paraguay hat Deutschland sogar ausgeschaltet. Das zeigt, dass Überraschungen in diesem Turnier jederzeit möglich sind.

Deshalb würde ich als Außenseiter mit Value vor allem die USA und Senegal nennen. Natürlich ist der Weg für beide extrem schwer. Um Weltmeister zu werden, müssten sie wahrscheinlich gleich mehrere Top-Favoriten nacheinander schlagen. Das passiert selten. Aber genau deshalb sind die Quoten eben auch so hoch. Wenn man einen solchen Tipp spielt, dann in dem Bewusstsein, dass er nur selten aufgeht – dafür aber mit einer entsprechend außergewöhnlichen Auszahlung.

Ergänzen würde ich noch Belgien. Rein nach den aktuellen Zahlen liegt die Mannschaft praktisch genau auf ihrer fairen Quote. Nach meinen jüngsten 1.000 Simulationen wurde Belgien 20-mal Weltmeister. Das entspricht ziemlich genau der aktuellen Marktquote. Gleichzeitig bewegen wir uns hier aber in einem Bereich, in dem schon wenige zusätzliche Simulationen das Bild leicht verändern können. Werden es statt 20 beispielsweise 25 Titelgewinne, hätten wir bereits einen kleinen Value.

Deshalb möchte ich Belgien zumindest erwähnen. Ich habe schon vor dem Turnier mehrfach darauf hingewiesen, dass ich diese Mannschaft nicht unterschätzen würde. Belgien gehört zwar nicht zu den ganz großen Favoriten, ist für mich aber auch kein klassischer Außenseiter. Die Qualität ist vorhanden, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Belgier noch für eine Überraschung sorgen.

Wer also neben den Top-Favoriten noch nach einem interessanten Namen sucht, sollte Belgien zumindest auf dem Zettel haben. Im Moment bewegt sich die Mannschaft ungefähr auf ihrer fairen Quote – mit einer leichten Tendenz in Richtung Value.

Wer wird Weltmeister 2026? Dirk Paulsens Fazit

Die aktuelle Turnierphase zeigt aus meiner Sicht noch einmal sehr deutlich, wo sich Wettmarkt und Simulation unterscheiden. Der Wettmarkt scheint vor allem auf die zuletzt gesehenen Leistungen zu reagieren. Gute Auftritte werden schnell belohnt, schwächere Auftritte ebenso schnell abgestraft. Dagegen fließen der bisherige Turnierverlauf und die konkrete Wettbewerbssituation aus meiner Sicht nicht immer ausreichend in die Quoten ein.

Unsere Simulation berücksichtigt dagegen genau diese Faktoren. Bereits erreichte Runden, ausgeschiedene Favoriten, mögliche Turnierwege und die daraus resultierenden Wahrscheinlichkeiten verändern die Titelchancen kontinuierlich. Genau deshalb ergeben sich teilweise andere Bewertungen als am Wettmarkt.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jede Einschätzung automatisch richtig ist. Einzelne Tipps können jederzeit scheitern, und auch eine Simulation liefert keine Garantien. Entscheidend ist aber, ob die Wahrscheinlichkeiten langfristig besser eingeschätzt werden als vom Markt.

Genau deshalb lohnt es sich, diese Simulation ernst zu nehmen. Sie bewertet nicht nur den letzten Eindruck einer Mannschaft, sondern versucht, den gesamten Turnierverlauf und alle bereits eingetretenen Entwicklungen in die Wahrscheinlichkeiten einzubeziehen. Aus meiner Sicht führt genau das zu realistischeren Einschätzungen, als sie der Wettmarkt in vielen Fällen aktuell liefert.

FAQs – Wer wird Weltmeister 2026?

Nein. Nun nicht mehr.

Nach den aktuellen Marktwerten liegt England an der Spitze. Die englische Nationalmannschaft profitiert dabei natürlich von der enormen wirtschaftlichen Stärke der Premier League. Dort werden die höchsten Ablösesummen bezahlt, und das spiegelt sich auch in den Marktwerten vieler Nationalspieler wider.

Value bedeutet nicht, den späteren Sieger vorherzusagen. Interessanter werden daher die Außenseiter. Für den Weltmeistertitel haben wir bereits Marokko, die USA und nun noch Senegal genannt. Dort ergeben sich aktuell die größten Abweichungen zwischen Modell und Markt.

Frankreich auf 1, mit deutlich zu niedriger Quote, Argentinien hat nun beeindruckt, die Menschen lieben einen 38-jährigen Messi, der noch mehr an seinem Ikonen-Status arbeiten kann und dem man es irgendwie weltweit gönnt, Spanien und England sind aufgrund der Unentschieden und vielleicht nicht ganz so beherzter Auftritte ein wenig in den Hintergrund gerückt, was allein auf diese mediale Aufmerksamkeit und Reaktion zurückzuführen ist.

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