Gegen Box-Weltmeister Lamon Brewster steht Luan Krasniqi vor seinem schwersten Kampf. An Max Schmelings 100. Geburtstag hat der 34-Jährige in Hamburg die Chance, als zweiter Deutscher überhaupt (nach Schmeling) Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Doch außer WBO-Champ Brewster hat Krasniqi einen weiteren schweren Gegner vor der Brust. Gemeint ist Brewsters Promoter Don King. So fragt Bild.T-Online vor dem Kampf: "Hat Kings Box-Mafia die Punktrichter etwa schon wieder im Sack?" Jean-Marcel Nartz von Krasniqis Boxstall Universum sorgt sich um die Neutralität der Punktrichter. "Wir müssen vorzeitig gewinnen, die Richter machen mir Angst", erklärte Nartz.
Es geht um die Punktrichter Nelson Vazquez aus Puerto Rico, Carlos Rodriguez aus Argentinien und den Kanadier Harry Davis. Die drei könnten das Duell entscheiden, wenn der Kampf nicht vorzeitig durch den K.o. eines Boxers beendet wird, sondern über zwölf Runden geht. Promoter King hingegen will von Manipulationen nichts wissen: "Ich kenne die Richter nicht", und fügt grinsend hinzu: "Alle wissen ja: In unseren Köpfen ist kein Platz fürs Verlieren."
Allerdings sind King, der seit Jahrzehnten die Zügel der Schwergewichtsszene fest in der Hand hat, immer mal wieder Manipulationen bei WM-Kämpfen vorgeworfen worden. Bestes Beispiel im Dezember 1995: Der Deutsche Axel Schulz hat gegen den King-Kämpfer François Botha aus Südafrika die Chance, den WM-Titel im Schwergewicht zu gewinnen. Doch Schulz wird nach einem skandalösen Punkturteil um den Sieg gebracht. Nach der Verkündung des Urteils fliegen Stühle und Flaschen in den Ring.
Das letzte WM-Duell eines Universum-Boxers gegen einen Schützling von Don King verlor Wladimir Klitschko im April 2004 gegen Brewster. Auch hier wurden Gerüchte um Schiebung und um ominöse K.o.-Tropfen in Klitschkos Getränken laut. Geklärt werden konnte die "Trinkflaschen-Affäre" allerdings nie.