Wahrscheinlichkeiten festlegen

Powerade

New member
Feb. 20, 2009
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Hallo

Ich habe das Problem das ich mit meinen Wetten nicht auf einen grünen nenner komme. Heißt ins Plus, obwohl ich ca. 50% der Wetten gewinne und 50% verliere.
Wie man dem Thema entnehmen kann geht es mir darum die Wahrscheinlichkeitfür eine Wette festzulegen, damit ich auf einen Prozentsatz komme um die Stakes festzulegen.
Ich weiß das Verletze Spieler neuer Trainer, Form und rote Karten usw. alles eine rolle Spielt. Ich kann doch nicht alles aus dem Bauch heraus festlegen!
Wie lasse ich alle informationen die ich über das Spiel gesammelt habe in meine Wette einfliesen?
 
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3. Absolute Estimations

Estimations sind die Grundlage jeglichen Wettens. Jeder macht Estimations, meistens intuitiv ohne grundlegende Ueberlegungen, was meistens on the long run verlustreich ist, ausser man weiss seine Erfahrungswerte richtig einzuschätzen. Mal abgesehen von Live-bets, Motivationswetten, fixed games, etc sind, gesetztenfalls man ist dazu halbwegs in der Lage, gültige Estimations die Grundlage des erfolgreichen Wettens. Schnell reich wird man dadurch nicht, aber stimmen die Berechnungen halbwegs, dann sollte man in der Lage sein den Value einer Quote zu erkennen und demzufolge seine 10, 20% ROI per anno zu machen.

Nachfolgend zeig ich mal kurz auf, wie ich absolute Estimations mache. Die Gewichtung der einzelnen Parameter hängt von der jeweiligen Liga ab und ändert sich lauffend. Mit Hilfe von Tabellen und Algorithmen findet man meist eine gute Annäherung. Voraussagend aber bleibt festzusetellen, das dies mit einem nicht unerheblichen Zeitaufwand verbunden ist, mehr als zwei Ligen kann man aufgrund der zeitintensiven News-Recherche kaum abdecken, auch wenn man fast Vollzeitwetter ist:

20%: Ausgangspunkt meiner Estimationsberechnung ist die langjährige Verteilung von Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg einer Liga (Daten gibt’s dazu z.B bei betexplorer), wobei das laufende Jahr deutlich höher gewichtet wird als die vorherigen Saisons.

10%: je 5% für die totale 1X2-Bilanz der beiden Teams über die letzten Saisons gerechnet. Insgesamt geh ich bei allen Berechnungen von vier Saisons aus, wobei das Verhältnis der Gewichtung in etwa 50; 30, 12, 8 ist.

10%: je 5% für die jeweilige home- und away-Bilanz der beiden Teams.

5%: H2H, was die Kompatibiltät der beiden Spielsysteme der jeweiligen Teams ziegt. Auch hier gewichtet nach Saison.

5%: H2H at home

20%: Form der beiden Teams, wobei Siege auswärts mehr zählen und solche gegen stärkere Teams natürlich auch. Ev müssen gewisse Resultate je nach Leistung hinsichtlich ihrer Gewichtung revidiert werden. Demzufolge ist nicht nur die Kenntnis der Resultate wichtig, entscheidender ist wie sie zustande kamen.

10%: Personelles, d.h. Ausfälle, unmotivierte Spieler, handicapierte Spieler, schwach besetzte Bank etc. Je nach Umstand und Tragweite kann sich der Einfluss auf die Estimations bei mir auf bis zu 20% erhöhen.

10%: Motivation, wobei insbesondere gegen Schluss der Saison, dieser Parameter z.T. deutlich stärker gewichtet werden muss, ohne gleich in den Bereich der Motivationswetten abzudriften.

10%: Besonderes, wie Platzverhältnisse, Trainerwechsel, etc. Hier gibt es inhaltliche Ueberschneidungen zu den beiden oben genannten Punkte.

Dies sind meine Punkte, aus denen ich, so hoffe ich wenigstens, halbwegs gültige absolue Estimations ableite um dann den Value-Gehalt der Quoten erkennen zu können. Da dies im besten Fall passable Annäherungen sind, werden nur solche Wetten platziert, deren Quotendifferenz über ein bestimmtes Mass hinausgehen und/oder die Eintretenswahrscheinlichkeit ausgesprochen hoch ist. Wie gesagt, es gibt viele Wege Estimations zu berechnen, dies ist nur ein Weg und wie es mir das letzte Jahr gezeigt hat, sicher nicht der Schlechteste. Optimierungsbedarf herrscht ständig.

Langfristiges Wetten ohne halbwegs gültige Estimations (bzw der daraus abgeleitete Valuegehalt einer Quote) ist eine Einbahnstrasse in den Ruin.


4. Relative Estimations:
Ich habe angefangen meine Estimations dahingehend zu verfeinern, als dass ich versuche, die Leistungen eines Teams der Stärkeklasse x gegen Teams der Stärkeklasse Y einzubeziehen. Ausgangslage dazu sind die Tabellen der letzten Saison. Dort wird die durchschnittliche Punktzahl der einzelnen Teams pro Runde errechnet und in einer Rangliste in Gruppen eingeteilt. Z.B ist Gruppe A dann Teams die pro Runde über 2 Punkte im Schnitt machen und um den Meistertitel mitspielen. Gruppe B sind die Teams die zwischen 1.5 und 2 Punkte pro Runde machen und demzufolge so um Platz drei spielen. Die Punktangabe bezieht sich hier auf die Schweizer Super League. In anderen Ligen, wo es zum Beispiel mehr Teams hat, muss dies anders eingeteilt werden. Im Gesamten unterscheide ich fünf verschiedene Stärkeklassen.
In einem nächsten Schritt werden alle Ergebnisse im Sinne von Klasse B gegen Klasse D katalogisiert. Das ergibt dann eine Wahrscheinlichkeit, wie Teams der Stärke B gegen Teams der Stärke D spielen, daheim und separat natürlich away. Imo die etwas feinere Analyse und als Ausgangswert sicher höher einzuschätzen, als die normale 1X2-Verteilung einer Liga.
Problem hier ist natürlich in einer Anfangsphase einer Liga die Einschätzung der jeweiligen Teams. Ich mache dies so, in dem ich meine Erfahrungswerte mit den Analysen aller relevanten Quellen, dazu gehören Sportseiten, Zeitungen, Foren, etc vermische und so hoffe, dass daraus eine halbwegs stimmige Einschätzung der Teams entsteht. Im Verlauf einer Meisterschaft wird es natürlich einfacher.
Der nächste Schritt ist dann folgerichtig wie ein Team gegen Teams der Stärkeklasse X spielt, je nach Match home oder away und so hat man ein gutes Instrument zum Arbeiten. Natürlich erfordert dies viel Aufwand und Zeit, aber es aus Erfahrung (nicht nur meiner) zeigen sich die Vorteile dieser Herangehensweise relativ bald, da es flexibler als die absoluten Berechnungen ist.

In der Praxis verwende ich ein System, dass sowohl absolute, als eben auch relative Estimations miteinbezieht. Wobei in am Anfang eher unübersichtlicheren Ligen (wo man viele der neuen Spieler nicht richtig einschätzen kann), wie der Schweizer Challenge League eher absolute Estimations dominieren.




( Hab ich mir vor x Jahren aus einem Forumsbeitrag rauskopiert )


[[yo]]
 
ICh würde sagen selbst wenn du alle Informationen einfließen lässt, ist das ja trotzdem nie eine Gewissheit dafür, dass du gewinnst. Es zählt zwar viel Informtion, aber viel Glück ist selbstverständlich auch dabei.

Gewissheit gibts ne, was ja aber auch nicht zum Wetten gehört. Den Faktor Glück/Pech verringerst Du von Wette zu Wette bis 0 bei der unendlichsten Wetten!
 
ICh würde sagen selbst wenn du alle Informationen einfließen lässt, ist das ja trotzdem nie eine Gewissheit dafür, dass du gewinnst. Es zählt zwar viel Informtion, aber viel Glück ist selbstverständlich auch dabei.

Gewissheit hast du nie wenn du etwas setzt.
Selbst bei der besten Bank kann die Kohle mal weg sein.

Du setzt dein Geld auf Wahrscheinlichkeiten.
Gibst du Team X 55 % fürn Sieg und die Quote beträgt 2.00 dann solltest du es spielen , weil du auf lange Sicht gesehen gewinnst.

Wenn das Team aber verliert , sollte dies nicht der Grund zum verzweifeln sein , weil wenn deine Estimations aufn Punkt sind du hier mit Gewinn raus gehst.

Lg ivan [[yo]]
 
Mir geht es eigentlich nur darum die Stake wahl nicht aus dem Bauch heruas zu entscheiden, sondern angewissen Punkten fest zumachen.
Wie legt ihr den eure Stake fest.

Wenn du dir beim Staking unsicher bist, dann spiele flatstakes.

Erst, wenn du mit Flatstakes über 1-2 Jahre im Plus bist, solltest du über various nachdenken.

Ich habe kürzlich auf various umgestellt und die Auswertung, ob das wirklich clever war, steht noch aus.
 
Kann man so pauschal nicht sagen. Leute, die eine große Bandbreite an Quoten spielen, sollten keinesfalls flat spielen.

Seh ich anders. Ist der größtmögliche Fehler, den man machen kann, den stake primär an die Quote anzupassen.

Wer Values spielt, ist mir flatstake immer im Plus, bei various kann man das so nicht sagen. Und um die einzige wirklich gute Stakemethode zu verwenden, Kelly, benötigt man die exakten Wahrscheinlichkeiten.
 
Die Hoehe der stakes faellt fuer mich ehrlich gesagt eher unter Optimierung des MM, denn (langfristig) ist es egal ob ich 1/10 oder 10/10 oder sonstwie variiere, weil ich mit valuetipps nur gewinnen kann.
Der Vorteil seinen Einsatz am value festzumachen besteht lediglich darin seinen turnover so effektiv als moeglich zu nutzen. Um das mal an einem Beispiel zu erklaeren was ich meine:
Wenn ich eine 90% Wette @ 2 mit staendig 1/10 spiele, dann ist das nicht sehr effektiv, weil die Volatilitaet mehr Einsatz zulassen wuerde. Ich wuerde praktisch nicht broke gehen, aber koennte mehr einsetzen um effektiver zu arbeiten.
D.h. ich gehe zwar ein theoretisch hoeheres Risiko ein wenn ich zb bei einer 49%@ 4 mehr setze als bei einer 50%@3 aber der Zugewinn an Effektivitaet wiegt hoeher als der Risikozuwachs.

Also es ist eigentlich unmoeligch selbst durch wissentlich falsche Stakewahl den value zu negieren.

Und den stake an die Quote anzupassen macht ohnehin keinen Sinn, denn wer glaubt values zu spielen, der geht ja per definition davon aus dass die Quote falsch ist. [[nixweiss]]
 
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So nochmal

Wie legen ich aus den ganzen faktoren, die ich zu einem Spiel raussuche meine Stake fest. Ich kann doch nicht aus dem Bauch heraus entscheiden Team A gewinnt zu 60%. usw.
Wenn ich von Usern lese das sie eine Wette mit 4/10 oder 6/10 abschließen frage ich mich immer ob sie dafür eine Exceltabelle haben oder die Stakeauswahl aus dem Bauch heraus entscheiden.
 
Legst ihr eure Stakes aus dem Bauch heraus fest oder habet ihr dafür eine Exceltabelle?
Ich habe vor wochen von einem Forum Mitglied das bekommen wo er seine Stake nach der Quote anpasst sie bsp.
<1.5: 7/10
1.5...2 4/10
2...5 3/10
5..10 2/10
>10 1/10
was mir aber nicht gefällt
Ich möchte gerne die Wahrscheinlichkeit einer Wette selber festlegen und nicht immer auf euch angewiesen sein.
Ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen.

Ich hatte diese Frage eingigen Forum Mitgliedern schon per PN geschrieben und wollte hiermit die breite Masse hier im Forum erreichen.

mfg
 
Legst ihr eure Stakes aus dem Bauch heraus fest oder habet ihr dafür eine Exceltabelle?
Ich habe vor wochen von einem Forum Mitglied das bekommen wo er seine Stake nach der Quote anpasst sie bsp.
<1.5: 7/10
1.5...2 4/10
2...5 3/10
5..10 2/10
>10 1/10
was mir aber nicht gefällt
Ich möchte gerne die Wahrscheinlichkeit einer Wette selber festlegen und nicht immer auf euch angewiesen sein.

zum fettgedruckten teil hat Energienudel in seinem obigen post schon alles gesagt.[[yo]]

die einsatzhöhe sollte sich iA stets nach dem value richten. dementsprechend gilt also niedriger value=niedriger einsatz, hoher value=hoher einsatz
 
Auch, wenn das für eine professionelle Auswertung mittels "Einheiten" absolut kontraproduktiv ist, möchte ich mal anregen, die Stakes erst linear und dann exponentiell im Vergleich zu komplett linear steigen zu lassen. Dann muss man zwar Wetten mit harte Euros auswerten, schätzt man den Value von Wetten aber gut ein und passt das Staking ausschließlich an die Wahrscheinlichkeiten an, ist es damit möglich, noch mehr aus den einzelnen Picks herauszuholen.

Beispiel:

1/10 bis 4/10 sind auch 1 bis 4 "Einheiten"
5/10 sind schon 5,5 Einheiten
6/10 7,5 Einheiten
usw.


Ist aber letzten Endes nur eine Art Feinjustierung, wenn mit "linearen Stakes" gut gefahren ist.
 
Ich möchte gerne die Wahrscheinlichkeit einer Wette selber festlegen und nicht immer auf euch angewiesen sein.
Ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen.

Tja, das mit der Wahrscheinlichkeit ist eben solch ein Problem. Falls du den Stake festlegen willst, da gibts wie für alles im Leben eine Formel, die in der Theorie sogar noch spitzenmäßig funktioniert.

In diesem Fall nennt sie sich Kelly-Kriterium und geht folgendermaßen:

Stake = ( (Q - 1) * W - (1 - W) / (Q - 1) ) * K * m

mit:
Q = Quote
W = Wahrscheinlichkeit in %
K = Kapital
m = Multiplikator

Ergo:

Bei m = 1 und Kapital = 1000€ ergibt sich bei der Anstoßwette (50/50), sollte man darauf ne 2.05 bekommen, ein Stakingwert von:

Stake = 1,05 * 0,5 - 0,5 / 1,05 * 1000€ = (0,525 - 0,476) * 1000€ = 0,488 * 1000 = 48,80 €

Obwohl die Wette nichmal massig value hat, sollte man also fast 5% seines Kapitals setzen. Das ist im Normalfall viel zu viel und verleitet schon mal dazu, knapp 10% auf einen hoffnungslosen Außenseiter zu setzen.

Demzufolge hat sich etabliert, als m nicht 1 zu nehmen, sondern 0,25 oder 0,2. Das heißt also, den Kelly-Stake am Ende nochmal durch 4 oder 5 zu teilen.

Viel Spaß. Keine Garantie auf Korrektheit.

Achja: Wir wären wieder beim Wahrscheinlichkeitsproblem :D
 
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Was spricht gegen die, im WF Rechner eingebaute, Einsatzempfehlung nach der Kelly Formel? [[nixweiss]]

Möglicherweise die eigene Angst.

Q=10 p=50% Kelly Einsatz 44,5%

Wenn Du Haus und Hof hast, würdest Du Dein Haus riskieren, um 9 weitere zu bekommen, wenn Du weißt, daß zu Dir 50% nur noch der Hof bleibt?

Und da ist der Aspekt, daß Deine Einschätzung aus irgendwelchen Dir unbekannten Gründen falsch sein könnte, noch außen vor.
 
Es gibt generell in meinen Augen Probleme bei normalen Analysen und der Stakefestlegung mit Kelly und Konsorten:

Wenn du Stakes festlegst anhand von Quoten und deiner eigenen Eintrittswarscheinlichkeit musst du dich auch so ziemlich auf deine Estimations verlassen können, ansonsten rennst du ins Nichts.
Und das ist in meinen Augen fast unmöglich. Systeme âla "Form 10%, H2H 15% usw." sind ok, aber wenn die Zahlen dort nicht statistisch berechnet wurden, dann landest auch bei Murks auf kurz oder lang, weil die Subjektivität einfach viel zu hoch ist. Form 5-0-0 gegen Abstiegskandidaten ist vllt. viel schlechter als 2-2-1 gegen Top5 usw.
Wo kriegst du überhaupt die 10% und 15% her? Da müssten Regressionen ran, um erstmal zu schauen welche Faktoren überhaupt welchen Einfluss auf ein Spielergebnis haben. "Pauschal" geht das nicht, außer man hat Glück und errät ins Blaue gute Werte. Und wie misst man Spielerausfälle beim Fussball? Genau: Das geht garnicht. Motivation? Auch nicht ... höchstens mit Quervergleichen, wie andere Spiele in der Liga mit ähnlichen Vorraussetzungen ausgegangen sind. Ein Erfahrungswert aus den USA z.B.: Dort funktioniert die Geschichte mit "Für Team A gehts noch um was und für Team B nimmer" im Vergleich relativ schlecht.

Das bedeutet im Endeffekt anknüpfend an Energienudel, dass ich eher mit Kategorien arbeiten würde: Niedriger Value 2/10, mittlerer Value 4/10, hoher Value 6/10 z.B. Kannst auch 3/5/7 oder sowas nehmen oder 1/2/3 ... das dann ja letztlich egal. Mehr Zwischenschritte machen halt wenig Sinn, denn ich behaupte einfach mal, dass man so "fein" in einer subjektiven Analyse nicht abstufen kann.

ABER: Es gibt eine todsichere Methodik, um zu prüfen, ob deine Stakeverteilung gut ist: Im Prinzip sollte bei einer Auswertung folgendes rumkommen: Je höher du setzt, desto höher sollte auch die Trefferquote sein.
Ist ja klar: Wenn du 60% deiner Wetten gewinnst und trotzdem nicht im Plus landest, ist was faul. Offensichtlich gewinnst du haufenweise Wetten mit kleineren Stakes, aber die "dicken Fische" gehen alle daneben. Dann kannste gleich flat wetten und hast mehr davon. Anders herum ist es schöner. Weniger value = weniger Treffer und mehr value = mehr Treffer.

Als Beispiel hab ich mal meine Zahlen der letzten Woche angehängt, weil die in der Hinsicht grade relativ "schön" sind (ist allerdings mitnichten immer so ...).

Unter 2.5 Stakes hatte ich sogar negative Gewinne. Idealwerweise wäre hier nen ROI knapp über 100, aber ok. Wenn man denn mal die Kategorien 2.5-6 und >6.5 gedanklich zusammenfasst, passiert folgendes: Die Trefferquote "WonPerc" steigt zwar nicht, dafür verliere ich aber weniger wetten ("PushPerc" steigt und "LostPerc" sinkt), was insgesamt in einen besseren ROI mündet. Und so in etwa sollte es auch sein.

Ein zweites Kriterium einer guten Stakeauswahl ist, dass unabhängig von der gespielten Quote der ROI relativ gleichbleibend ist. Ist ja auch klar: Du spielst nicht die Quote, sondern den Unterschied zwischen deiner Estimation und der des Buchmachers, d.h. über die Quoten hinaus müsstest du ansich konstante Gewinne einfahren.

Hoffe das hilft [[cheers]]
 

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Mal ne Faustregel, mit der ich am Anfang gut gefahren bin.

Spiel anschauen, ohne IRGENDWELCHE Quoten zu kennen. Wahrscheinlichkeiten für alle möglichen Ausgänge selbst überlegen und aufschreiben.
Beispiel Fußball (und wehe einer kommt jetzt hier zu Einschätzungen und den Zahlen. Ich habe da Null Ahnung von und das ist nur mal ein Beispiel, um das Prinzip zu verdeutlichen).

Fußball Bundesliga Dortmund - Köln.

Aufgrund umfangreicher Analysen komme ich für mich selbst zu der Einschätzung:

Sieg Dortmund 60%
X: 25%
Sieg Köln: 15%

Das rechne ich mir nun in Quoten um. Für Dortmund ergibt das zum Beispiel 0,6^(-1)=1,67
X: 4,0
Köln: 6,67

Um nun Value zu erhalten, brauche ich höhere als die genannten Quoten. Um sicher zu gehen, dass da möglichst auch wirklich Value ist, am besten 10-15% höhere. Das ergibt:

Dortmund: 1,83
X: 4,4
Köln: 7,34

Nun erst schaue ich mir beim Wettanbieter meines Vertrauens die Quoten an. Die lauten:

Dortmund: 1,33
X: 5,25
Köln: 7,75

Sollten nun irgendwelche Quoten SEHR stark über den von mir bestimmten liegen: Nochmal recherchieren und bestimmen warum. Absolut falsch liegt gerade in der Bundesliga der Bookie selten. Nur wenn ich mir absolut sicher bin, dass meine eigenen Errechnungen zutreffen: daran festhalten. Sonst lieber Finger weg.

Wenn ich mir nun die Ausgänge anschaue, sehe ich also auf X eine Quote, die etwas höher als das von mir Verlangte ist. Also würde ich wohl auf X setzen und hoffen, dass sich dort genug Value befindet. Alternativ KANN man noch über einen Köln-Tipp nachdenken, sollten meine Einschätzungen aber zutreffen, wäre X besser.


Vorteile dieser Vorgehensweise:
Man spielt eigentlich nur Quoten, von denen man auch selbst überzeugt ist.
Man spielt nur Ligen, von denen man selbst glaubt, Ahnung zu haben.
Man spielt keine Picks, nur weil einen die Quote "spontan anlacht".

Man stellt also sicher, zumindest etwas über den Pick nachgedacht zu haben und hoffentlich auch Value zu erwischen. Nachteil: Es kann dazu führen, dass man sehr wenig Picks spielt, je nachdem, welche Anforderungen man auch an die Quoten stellt. 10% über dem eigenen errechneten sollte das Mindeste sein, was man nimmt. Sollte man Minus machen, ruhig noch mehr selektieren udn auf 20 oder sogar 25% gehen. Ich habe mit der Taktik zum ersten Mal richtig Plus erwirtschaftet und gehe in vielen Fällen auch immer noch so vor.