salomon schrieb:
Ich hab mal ne Frage an die Profis:
Ist es Grundsätzlich so, dass man mit Kombiwetten auf lange Sicht nicht im + bleiben kann? Damit sind keine 20er Kombis gemeint.
Ich spiele in den meisten fällen 3er (in seltenen Fällen auch 4er) Kombis bei Totobet und bin momentan (in diesem jungem Jahr) dick im Plus.
Die Antwort steht und fällt mit dem Zauberwort "Value".
Angenommen, man ist der Lage, Values zu finden, dann steigt der
prozentuale Gewinn, wenn man Kombis spielt.
Einfaches Beispiel:
2 gefundene Valuequoten
p=50%
Quote=2.1
Einzel: Rücklauf =2.1*0.5=1.05 ROI
Kombi: Rücklauf=2.1*2.1*0.5*0.5=1.1025 ROI
Problem: Der Einsatz
Wenn man Einzelwetten spielt, setzt man mehr. Hier z.B. gehen 10EH auf Einzelwette1 + 10EH auf Einzelwette2 leicht von der Hand.
Aber die Kombi mit 20EH spielen? Das widerspricht allen Money-Management-Regeln und bei den meisten wahrscheinlich auch psychiologischen Hemmschwellen.
Aber wer in der Lage ist, im Quotenbereich unter etwa @1.5 Values zu finden, ist mit Kombiwetten gut beraten. Ich tendiere da sogar zu Systemen wie 3aus4 oder 4aus6.
Weil nur die Value-Multiplikation vernünftige ROI-Werte bringt. Denn es ist logisch, daß auch in diesem Quotenbereich mal die eine oder andere Wette umfällt. Und da hilft bei Einzelwetten halt nur hoher Einsatz, um langfristig vernünftige Erträge zu erzielen.
Und das ist zumindest nicht mein Ding.
Dann noch ein weit verbreiteter Unfug:
Der "kluge Rat", Systeme unter gewissen Quoten sind Mist, weil, wenn eine Wette verliert, hast Du nicht mal den Einsatz wieder. Korrekt, aber die Ratgeber vergessen, daß es bei einen Fehler Rücklauf gibt, den es bei einer geradeaus-Kombi nicht gibt. Ansonsten Excel hilft, um hier Planspiele zu meinen Thesen zu machen.
Meine Faustregel:
Quoten unter 2 - Kombi/System
Quoten ab 2.5 - Einzelwette
Das hat auch einen pragmatischen Grund. Wenn ich eine Hochquote gefunden habe, sichere ich mir die und warte nicht auf 5 weitere, um ein 2 aus 6 zu spielen, weil dann häufig die ersten Quoten schon gesunken sind.
Aber das Problem bleibt der Value:
Wer den nicht findet (und das sind die meisten), der beschleunigt mit Kombis seinen Verlust.
Besonders gefährlich ist das bei Banken und Kombifüllern. Bei einer @1.1 denkt nämlich kaum noch jemand dran, daß die in 10 von 11 Fällen richtig sein muß, um langfristig nicht zu verlieren. Im Gegenteil: Jeder denkt, na ja, ich weiß, der statistische Pimperl-Quoten-Umfaller kommt, aber doch nicht gerade bei mir und bei dieser Wette...
Und dann der absolute Knackpunkt, noch viel wichtiger als alle Rechenspielchen:
Wie bestimmt man Value. Da hilft nur Erfahrung...
Jedenfalls sind da die Analysen hier im Forum wenig hilfreich.
Denn es gibt nur , dann wars ein guter Pick und "natürlich Value"
oder dumm gelaufen, "natürlich kein Value"
Aber davon lebt die Wettindustrie.
Eine @2.0 geht zu 45% durch
Zu weiteren 35%, hab ich ein Pech: Der Pfosten, der Schieri, der blinde Stürmer, die Schlußminute. Aber im Großen und Ganzen lag ich ja richtig. Ich bin moralischer Gewinner.
Und dann die letzten 20%, na ja, kann nicht immer richtig liegen, aber das Spiel war wahrscheinlich eh gekauft.
Nur das hat nichts mit seriösem Wetten zu tun. Ohne Angabe der Eintrittswahrscheinlichkeit ist IMHO jeder Pick ohne Substanz. Nur solche Wahrscheinlichkeitsangaben (so sie denn überhaupt kommen) sind lediglich meist in den Raum geworfene Schätzwerte ohne mathematischen Hintergrund.
Von nervenden Fragen: "Wie kommst Du auf die Wahrscheinlichkeiten?" ganz abgesehen.
Warum soll jemand, der eine Methode zur Wahrscheinlichkeitsbestimmung hat, damit in die Öffentlichkeit gehen? Denn sowohl andere Wetter als auch Bookies können sich dran orientieren und man ist seinen Cashgenerator los...
So genug dazu, obwohl erfahrungsgemäß zu solchen Thematiken eh keine Diskussionen zustande kommen.
Viele interessierts nicht, etliche verstehens nicht und der Rest will verständlicherweise nicht drüber reden.