Nein, natürlich will dir hier keiner Tennis ausreden, wie von Bayernfan schon erwähnt und es tut mir leid, falls wir dich ein wenig abgeschreckt haben sollten. Für mich ist Tennis eine sehr gewinnbringende "Geldanlage". Das was man hier versucht zu sagen ist, dass eben erstmal viel Zeit investiert werden muss und das es eben nicht ausreicht, Statistiken zu analysieren, sondern gerade weil es 1 gegen 1 ist, ist es wichtig, die Spieler gut zu kennen, um ihre Qualitäten und Schwächen gegeneinander abzuwägen, aber genau das macht es auch so profitabel. Aber um die Spieler selber beurteilen zu können, muss man sie halt auch schon einige Male gesehen haben. Und man muss immer auf dem Laufenden bleiben, um ihre aktuelle Form einschätzen zu können. Es kommt halt darauf an, wie man Tenniswetten betreiben möchte. Ich z.B. sehe Tenniswetten nicht als Hobby, sondern (um es deutlich zu sagen) als knallhartes Geschäft. Für kein anderes Sportereignis nehme ich so viel Geld in die Hand (und setze in der Zeit mein komplettes Moneymanagement außer Kraft), wie für die Grand Slams (außer Wimbledon). Und warum? Weil ich da über die Jahre hinweg betrachtet, einfach das meiste Geld gewinne. Aber das kann ich niemanden empfehlen. Und um Dauerhaft im Tennis erfolgreich zu sein, muss man halt auch stets am Ball bleiben. Es ist schwierig dir Ratschläge für einen guten Einstieg in die Tenniswelt zu geben, da es nicht den "einen richtigen" Weg gibt. Außerdem weiß man halt auch nicht, über wie viel Wissen du breits verfügst und wie intensiv du das Alles betreiben möchtest. Also stelle ich mir einfach vor, was ich mir selber empfehlen würde, wenn ich Neu im Tennisgeschäft wäre und jetzt gerne damit anfangen möchte (Bayernfan hat ja schon Gutes und Richtiges gesagt). Allgemein würde ich mir erstmal klar machen, das man Wissen nicht von heute auf morgen bekommt, sondern das man sich das nach und nach aneignen muss. Setz dich nicht selber so sehr unter Druck. Keiner erwartet von dir, dass du gleich alles richtig machst, aber lerne aus deinen Fehlern. Ich würde auch das erste Jahr als reine Lernphase betrachten. Wundere dich nicht, wenn trotz guter Einschätzung dein Spieler sang und klanglos untergeht, solche Tage gibts. Die Motivation lässt sich auch nicht vorhersagen. Manchmal glaube ich, der Spieler hat einfach nur seinen morgentlichen Pups nicht gemacht und hat schon keinen Bock mehr auf Tennis. Auch solltest du als Neuling die Finger von der WTA lassen. Was da teilweise für Leistungsschwankungen eintreten, abartig. Und den Quoten darf man auch nicht zu sehr vertrauen, eine 1,30 bedeutet nicht zwangsläufig, dass das auch der klare Favorit sein muss. Und spiele nicht zu große Kombis und erst recht keine Riesenkombis mit Miniquoten, das geht auf Dauer in die Hose.
Und der Einstieg würde bei mir wahrscheinlich so aussehen: Ich würde mich erstmal nur auf die ATP konzentrieren, da die Männer gegenüber den Frauen deutlich konstanter sind. Ich würde in den nächsten 2-2,5 Monaten so viele Sandplatzspiele der ATP anschauen, wie nur möglich. Sammle dabei so viele Eindrücke über die Spieler, wie es nur geht. Wenn es sein muss, mach dir Notizen. Meinen ersten ernsthaften Versuch würde ich dann bei den French Open machen und zwar aus folgenden Gründen: Durch die hohe Anzahl an Spielern ist es sehr wahrscheinlich, das auch viele Spieler dabei sind, die man vorher beobachtet hat. Auch muss man sich weniger Sorgen um die Motivation machen (gilt allerdings für beide Seiten). Die meisten Spieler reisen nicht an, nur um nach einer Runde wieder nach Hause zu fahren. Es geht natürlich auch um viel Geld und nicht zu vergessen die Rankingpunkte. Tippe nur Spiele, welche du auch einigermaßen einschätzen kannst. Wenn du dir mal nicht sicher bist, frage einfach mal im Tennis-LiL nach deren Meinung. Und wenn dir dein Bauchgefühl sagt, lass die Finger von einem Spiel, dann lass es weg. Und gehe nicht zu Hoch an die Sache ran, wir sind immer noch in der Lernphase. Und auch wenn für jeden Wetter Value ein Muss ist, würde ich dem am Anfang noch keine so große Bedeutung schenken. Durch die kurze Zeit kannst du durch eigene Einschätzung eh nur eine begrenzte Anzahl an spielen tippen, wenn du da noch auf Value achten willst, wird wohl nicht mehr viel übrig bleiben zum Tippen.
Damit solltest du dich dann beschäftigen, wenn du dich ein wenig sicherer im Tennis fühlst. Und lass dich nicht entmutigen, wenn du nicht gleich Erfolg haben solltest. Manchmal hat man nichts falsch gemacht und trotzdem verloren. Eigne dir mit der Zeit immer mehr Wissen an und solltest du der Meinung sein, dich schon gut in der ATP auszukennen, kannst du ja dein Gebiet erweitern, zb. mit der WTA oder Challenger usw.
Statistiken findest du durch googeln ohne Probleme. Aber einen Spieler kannst du nur durch eigene Beobachtung wirklich einschätzen. Und das nimmt halt einiges an Zeit in Anspruch. Ich selber war noch nie der absolute Tennisfreak, aber aus finanzieller Sicht hat sich der Aufwand für mich absolut gelohnt. Und so wie ich vor vielen Jahren mit dem Tennistippen angefangen habe, lässt sich das heute gar nicht mehr umsetzen, dank der deutlich schlechter gewordenen Quoten. Was früher noch eine 1,15 oder 1,20 gewesen ist, ist jetzt im Schnitt eine 1,08 oder 1,10 und für die Art, wie ich damals getippt habe, würde ich heute hier im Forum verhauen werden.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich dir damit wirklich weitergeholfen habe. Ist halt auch schwierig, da man nicht weiß, wie man mit den Leuten umgehen bzw. wie deutlich man Klartext reden soll. Als Neuling ist der Anfang im Tennis unglaublich schwer, weil man sich zuerst ein gewisses Grundwissen aneignen muss, was bei der Vielzahl an Spielern erstmal gar nicht so einfach ist.