Pechvogel schrieb:
Maranaldo schrieb:
Ex-Tour-de-France-Sieger Riis gesteht Doping
JAAAAHHH!!
Dann hat ja Ulle soeben seine zweite Tour gewonnen. [[winkewinke]] [[winkewinke]]
glaube kaum dass man dem einen 11 Jahre alten Titel aberkennt [[nixweiss]]
so oder so, ich frag mich was diese ganzen Geständnisse überhaupt bringen sollen.
hier mal ein Interview von sport1.de mit der Ex-Ex-BDR-Präsidentin Schenk :
"Sie würden weiter lügen"
Berlin/München - Die Doping-Geständnisse der Rad-Profis Rolf Aldag und Erik Zabel haben in Deutschland für großes Aufsehen gesorgt. Respekt und Empörung waren bei Beobachtern zu vernehmen.
Ex-Profi Rolf Aldag ist als Sportdirektor beim T-Mobile Team in der Kritik
Vorschau Ex-Profi Rolf Aldag ist als Sportdirektor beim T-Mobile Team in der Kritik
Die Fragen: Bringen die Aussagen den Antidoping-Kampf voran? Schwappt die Geständniswelle der früheren Telekom-Fahrer auch auf andere Sportarten über?
Sylvia Schenk, Juristin und von 2002 bis 2004 Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), hat schon in der Vergangenheit Doping-Praktiken und die fehlende Ethik im deutschen Sport öffentlich angeklagt.
Im Sport1.de-Interview nimmt die 54 Jahre alte Ex-Spitzenleichtathletin Stellung zu den Geständnissen, der zwielichtigen Rolle der Teamärzte, die Mitwisserschaft der Sponsoren und fordert vor allem klare Konsequenzen gegenüber den geständigen Doping-Sündern.
Sport1.de: Doping und EPO ist ja nicht nur auf den Radsport begrenzt. Glauben Sie, dass nach dem derzeitigen Muster im Radsport auch in anderen Sportarten eine Geständnis-Welle anläuft?
Sylvia Schenk: Ich gehe eigentlich davon aus, dass es andere Sportarten auch betrifft. Ich kann nur hoffen, dass dort auch jetzt was ins Rollen kommt. Spätestens wenn man sich in Freiburg richtig umschaut, wird man auch bei anderen Sportarten landen.
Sport1: Hoffen Sie, dass zum Beispiel bei den Leichtathleten, Schwimmern und Skilangläufern, die ja auch im Fokus stehen, Geständnisse folgen?
Schenk: Ich fürchte aber, dass sich nur Sportler äußern, die mit dem Rücken an der Wand stehen. Auch Sportler wie Erik Zabel und Rolf Aldag haben nur das gesagt, was eigentlich schon klar auf dem Tisch lag. Es war kein Geständnis, wo sie offensiv nach vorne gegangen sind. Das kann man nicht behaupten. Sie haben nur für Zeiträume, die verjährt sind, was zugegeben. Deshalb glaube ich auch bei anderen Sportarten, solange nichts auf dem Tisch liegt, die man nicht mehr leugnen kann, kommt da nichts mehr.
Sport1: Nur Dinge, die dann irgendwann doch rauskommen?
Schenk:
Im Radsport waren das nur Dinge, die schon bekannt waren. Wenn's nicht rausgekommen wäre, würden sie weiter lügen. Das war so eindeutig. Einen anderen Schluss kann man nicht ziehen und die Deutsche Telekom deckt dieses ab. Da saß ein Sprecher der Telekom mit auf dem Podium und hat ausdrücklich gesagt, ich vertrete hier den Konzern und bringt die Botschaft rüber, man lügt so lange bis es einem nachgewiesen werden kann. Für andere Sportarten kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendwer sagt: Übrigens ich auch. Ich kann nur hoffen, dass man mit weiteren Untersuchungen und indem man jetzt auch genauer hinschaut und auch bei jedem Verdacht genauer nachforscht, die Sportler aus anderen Sportarten so in die Ecke treibt, dass auch die nicht mehr können als zu sagen, was wirklich war.
Sport1: Wer kann diesen Druck jetzt aufbauen, damit auch in anderen Sportarten ähnlich verfahren wird und Geständnisse abgeliefert werden?
Schenk: Schäuble hat sich für das Bundesinnenministerium deutlich geäußert, Bach hat sich für den DOSB deutlich geäußert. Sie müssen es ernst meinen und sich zusammentun. Es kann aber nicht sein, wenn es stimmt, dass der Baumert als Chef der NADA jetzt Erik Zabel für die Antidoping-Aufklärung engagieren will. Dann reicht es mir einfach. So wäre Baumert für mich nicht mehr tragbar. Zabel, der nur zugibt, was auf dem Tisch liegt, hat für mich keine Glaubwürdigkeit im Antidoping-Kampf.
Sport1: Wie sehen Sie die unterschiedliche Bewertung, was die Weiterbeschäftigung der Geständigen in den Rennställen abgeht?
Schenk: Ich halte das für völlig inkonsequent. Man muss jetzt Köpfe austauschen. Um wirklich deutlich zu symbolisieren, dass man die Strukturen zerschlagen will. Mit einem Rolf Aldag, der den Neuanfang 2006 verkündet hat und monatelang weitergelogen hat, und jetzt wieder den Neuanfang verkündet. Da kann ich nichts mit anfangen.
Sport1: Hätte man ihn auch entlassen müssen?
Schenk:
Ja sofort. Ich habe da kein Verständnis für. Er hätte wenigstens eine Zeit aus dem Verkehr gezogen werden müssen. Da muss erst einmal wirkliche Reue da sein. Die war nicht da. Die war nur notgedrungen. Es muss eine Phase der Auszeit stattgefunden haben. Jeder, der resozialisiert wird, wird vorher auch bestraft. So einfach weiterzumachen, kann's nicht sein. Das ist der völlig falsche Weg. Das ist das falsche Signal an junge Sportler. Wenn was nicht nachzuweisen ist, dann dope ich, wenn es dann nach zehn Jahren rauskommt, dann sage ich: Oh, ich habe euch zehn Jahre lang belogen. Jetzt sage ich endlich die Wahrheit und mach weiter wie bisher. Das kann's nicht sein. Ein solches Verhalten und die Personen müssen geächtet werden.
Sport1: Wie werten Sie das Verhalten von Jan Ullrich?
Schenk:
Wenn er einen Befreiungsschlag gewollt hätte, hätte er im Februar schon was dazu gesagt. Er hat seine Möglichkeit verpasst. Ob er jetzt noch was sagt, darauf kommt es gar nicht mehr an. Da ist alles kaputt, was er in all den Jahren sportlich geleistet hat. Strafrechtlich finde ich ganz interessant, dass sich die Staatsanwaltschaft dahingehend schon geäußert hat, sie müsste das Strafverfahren einstellen. Sie ermitteln ja wegen Betruges zu Lasten von T-Mobile. Die Staatsanwaltschaft sagt, wenn da flächendeckend gedopt wurde und T-Mobile das alles gewusst hat, dann ist das ja kein Betrug. Dann versteht man auch, warum Ullrich bei Beckmann gesagt hat, er hätte niemanden betrogen. Für T-Mobile und Telekom hat das richtig Sprengkraft, wenn die Staatsanwaltschaft solche Feststellungen trifft.