es tut sich wieder was in good ole Austria
sport.orf.at
Zu Millionenzahlung verurteilt
Gemäßeinem Beschluss des Senats 2 der österreichischen Bundesliga muss derSK Austria Kärnten dem im Konkurs befindlichen FC Kärnten rund 1,1 Mio.Euro zahlen.
Einspruch geplant
Beim Streit der beidenVereine geht es um diverse im Jahr 2007 übernommene Werte, derGesamtstreitwert beträgt mehr als 4,1 Mio. Euro. Austria Kärntenkündigte an, innerhalb der kommenden 14 Tage vom Rechtsmittel desProtests beim Bundesliga-Protestkomitee Gebrauch zu machen. DasProtestkomitee ist die vorletzte, das Ständige Neutrale Schiedsgerichtwäre dann die letzte Instanz.
Bei den noch offenen dreiMillionen Euro geht es vor allem um Gelder bezüglich derNachwuchsakademie in Klagenfurt, hierbei dürfte sich die Entscheidungnoch in die Länge ziehen. Der FCK fordert von seinem "großen Bruder"die Millionen, weil dieser 2007 im Zuge seiner Übersiedlung vonPasching nach Klagenfurt unter anderem die Nachwuchsakademie und denHauptsponsor (KELAG) des FC Kärnten übernommen hatte.
Schwerwiegende Folgen
Aufseitender Austria herrschte am Dienstagabend Entsetzen. Sollte der Clubschlussendlich wirklich zahlen müssen, könnte das grobe finanzielleFolgen für den Oberhaus-Verein haben.
"Nicht nachvollziehbar"
"DerSenatsbeschluss ist weder dem Grunde noch der Höhe nachnachvollziehbar", meinte Austria-Kärnten-Geschäftsführer Michael Heiden.
"Wirwerden alle uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen, umgegen das Urteil zu berufen. Das Urteil wird sicherlich dasLizenzierungsverfahren für die Spielsaison 2009/10 erschweren. Wirgehen jedoch davon aus, dass die Klage in letztinstanzlicherEntscheidung zugunsten des SK Austria Kärnten entschieden wird", soHeiden.
Präsident ortet politische Hintergründe
AuchVereinspräsident Mario Canori bezeichnete die Entscheidung als "völliginakzeptabel" und vermutete auch politische Hintergründe aufgrund derKärntner Landtagswahl am 1. März.
"Dass das kurz vor der Wahlpassiert, ist pure Absicht. In Wahrheit haben wir Forderungen gegenüberdem FC Kärnten. Es gibt noch offene Forderungen betreffend Akademie undMiete. Das kann sich Kärnten und Klagenfurt nicht gefallen lassen", soCanori.
Bundesliga-Vorstand Georg Pangl versicherte: "Derunabhängige Senat hat sich lang und intensiv mit dieser Sachebeschäftigt und es sich nicht einfach gemacht."
Hilferuf an die Politik
Bereits Anfang Februar hatte sich die Vereinsführung an Stadt und Land gewandt und um finanzielle Unterstützung gebeten.
DieKlagenfurter benötigen eigenen Angaben zufolge eine Million Euro, umdie im Klagenfurter EM-Stadion anfallenden Infrastrukturkostenabzudecken. Gelinge der Kraftakt mit Hilfe von Steuergeldern nicht, seidie Lizenz in Gefahr.
FC schöpft Hoffnung
Im Lagerdes FCK besteht unterdessen nun wieder große Hoffnung, den angestrebtenZwangsausgleich zu schaffen. "Die Exekution des Urteils wärelebensrettend für uns", meinte Clubchef Josef Steindorfer, der jedochder Austria die Hand reichen möchte.
"Man sollte sichzusammensetzen und gemeinsam etwas Vernünftiges machen. Was in denletzten zwei Jahren passiert ist, war die Vernichtung des KärntnerFußballs." Die Geschicke des FCK werden derzeit von Masseverwalter KurtHirn geleitet.