Sportwetten aus der Schweiz

Yogibaer

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Dez. 1, 2011
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Hier gibt es doch bestimmt einige aus der Schweiz die wetten -

Wie ist derzeit die Lage dort?
Ist es legal im Internet Sportwetten abzuschließen?
Gibt es Buchmacher, die in der Schweiz keine Wette anbieten?
Steuern etc.?

Oder alles frei in der Schweiz?

DANKE!
 
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Bin zwar nicht dort ansässig, habe aber grad gestern von einem alt bekannten Schweizer gehört, dass alles ohne Einschränkung läuft. Einzig 188bet scheint keine Kunden aus der Schweiz zu akzeptieren. Steuern werden auf Sportwetten keine berechnet.
 
Die Situation hier ist paradox, trotz oder gerade wegen dem Verbot privater Wetten, bzw. der fehlenden gesetzlichen Handhabung für solche. In der Schweiz gilt nämlich noch das Glücksspielmonopol des Staates (Lotteriegesetz; Anbieter Swisslos und Lotterie romande), es gibt KEINE Wettbüros [ausländische und zum Beispiel türkische Internetshops bieten vor Ort oder über Prepaid-Karten diese Möglichkeit mittlerweile manchmal trotzdem an, wobei statt Geld Punkte ausgewiesen werden. Es sind einige Fälle von polizeilichen Razzien bekannt geworden]
Grundsätzlich bleibt dem Schweizer Wettbegeisterten anders als in Deutschland oder Österreich "nur" das Internet. Schweizer Recht kann hier NICHT zur Anwendung gelangen, weil die Unternehmen aus dem Ausland operieren und nicht unter die Hoheit der einheimischen Gesetzgebung fallen.
Internet-Adressen ausländischer Wettanbieter werden aus pragmatischen Gründen NICHT gesperrt, was zudem Sache der einzelnen Kantone wäre (Föderalismus).
Anders als im seit zwei Jahren regulierten Glücksspielmarkt Frankreich gibt es für Wetten im Netz so weder eine Aufsichtsbehörde (ARJEL - Autorité de régulation des jeux en ligne), noch werden auf die Einsätze wie neuerdings in Deutschland (oder wie in Frankreich über schlechtere Quoten, bzw. die hohe Besteuerung der Anbieter) Steuern erhoben. Jedoch ist für Private jegliche Werbung und Sponsoring in der Schweiz untersagt.
Es sind Diskussionen im Gang, den Online-Bereich moderat zu legalisieren und ähnlich wie in den umliegenden Ländern Konzessionen zu erteilen.
 
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Die Intention ist dieselbe wie überall: Der Staat merkt, dass ihm wegen der Online-Wettanbieter beträchtliche Steuereinnahmen entgehen und will die Regeln ändern, damit er absahnen kann. Der Spieler ist dem Staat auch in der Schweiz völlig egal.

Die Schweiz hat in diesem Zusammenhang Spielbanken/Casinos wieder legalisiert (1993 Aufhebung des Spielbankenverbotes auf Verfassungsstufe, 2000 Inkrafttreten des neuen Spielbankengesetzes), weil über der Grenze in Deutschland, Österreich und Frankreich gespielt wurde.
Mittlerweile soll die Schweiz die höchste Casinodichte in Europa haben. Da Casinos vom Staat über den Bruttospielertrag mit 40 bis zu 80 Prozent bereits stark besteuert werden (sogenannte Spielbankenabgabe, fliesst in die AHV Alters- und Hinterbliebenenversicherung), sind erzielte Gewinne steuerfrei.
Lotteriegewinne werden ab 50 Franken (neu 1000 Franken) mit 35 Prozent besteuert (sogenannte Verrechnungssteuer): wird der Lotteriegewinn in der Steuererklärung deklariert, bekommt man die 35 Prozent wieder zurück und muss ihn je nach kantonaler Gesetzgebung als Einkommen versteuern.
 
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Neuer Artikel in der NZZ

Glücksspiele im Internet sollen erlaubt werden

Gesetz von 1923
Einer der Knackpunkte der Revision wird die Regelung von Glücksspielen im Internet sein. Der Bundesrat möchte eine Lockerung des Verbots, unter dem die Spielbanken leiden. Einen Teil der schwindenden Umsätze verlieren die Kasinos ans Internet, wo keine Kontrollen zum Sozialschutz bestehen (siehe Artikel). Die von den Kantonen bewilligten Lotterien hingegen dürfen ihre Spiele online anbieten. Das Lotteriegesetz aus dem Jahr 1923, das mit wenigen materiellen Änderungen immer noch in Kraft ist, enthält dazu begreiflicherweise keine Regelung. Der Casino-Verband fordert gleich lange Spiesse für Spielbanken und Lotterien. Beiden Anbietern ist es ein Anliegen, dass die grosse Zahl an illegalen Internet-Anbietern von der Schweiz ferngehalten werden kann. Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob eine technische Beschränkung des Internet-Zugriffs in der Schweiz mehrheitsfähig wäre. Eine Möglichkeit der Kontrolle bietet sich – wie bei den Kasinos in der realen Welt – über Konzessionen an. Die Rede ist von einer kleinen einstelligen Zahl an Internet-Konzessionen, die vergeben werden sollen. Dabei wird auch zu regeln sein, unter welchen Voraussetzungen diese Konzessionen erteilt werden.

Quelle: NZZ Online

IP-Sperrung gehts noch [[stupid]]