Schach im Januar 2007

Okay, dann traue ich mich auch noch mal [[grin]]

Stimme dir bei Motylev und van Wely vollkommen zu, hatte das schon eingepackt. Shirov ist mir ein bisschen zu heiß, wenn er zu viel will läuft er vielleicht noch mal ins offene Messer. Und das alles für 1,36...mir zu wenig.

Um den großen Remistag morgen fort zu setzen, führe ich noch an:

Karjakin - Anand X @1,62

Also hier weiß ich auch nich, warum Anand so klarer Favorit ist. Er spielt kein überragendes Turnier, vor heute zwei Pleiten in Folge. Heute mal einen netten Sieg gelandet. Aber mit weiß und gegen Motylev, da ist mit schwarz gegen Karjakin eine andere Aufgabe. Der hat gestern zum ersten Mal verloren und das übel, aber die Quotierung scheint mir nur aufgrund des heutigen Tages so zu sein. Ansonsten ist Karjakin ein guter Spieler, der keine Angst mehr vor großen Namen hat, denke nicht, dass er morgen gleich nochmal verliert. Anand nach 3 entschiedenen PArtien in Folge vielleicht auch mit einem frühen Unentschieden einverstanden, das Turnier gewinnen kann er eh nicht mehr. Man kann auch schön mit Sieg Karjakin @6,9 absichern.

Tiviakov - Navara X @1,6

Tiviakov spielt einfach zu lahme Eröffnungen, um mal ernsthaft was zu probieren. Aber er ist auch solide genug, um gegen den schwachen Navara nicht zu verlieren. Sehe hier schon einen c3-Sizilianer mit schnellem schwarzen Ausgleich und Remis nach 20 Zügen. Tivi hat mit Weiß 5 Remisen in 5 Spielen, gegen alle von Carlsen bis Topalov. Warum nicht noch eins...?

Ich spiele es so:
Karjakin - Anand X 6/10 und 1 1/10
van Wely - Aronian X 3,5/10 und 1 0,5/10
Motylev - Kramnik X 4/10
Tiviakov - Navara X 6,5/10


Dann hoffen wir mal, dass das königliche Spiel morgen nicht einen dicken Eintrag auf der Nobet-Liste findet....
 
Sehr stark, eusebio, Gratulation und [[respect]]

Für mich liefs nicht ganz so gut, aber war okay.
Weisser Brasilianer schrieb:
Karjakin - Anand X 6/10 und 1 1/10
van Wely - Aronian X 3,5/10 und 1 0,5/10
Motylev - Kramnik X 4/10
Tiviakov - Navara X 6,5/10
Karjakin verliert ziemlich sang und klanglos, das trübt die Bilanz. Rest ging durch, zwei sehr schnell, van Wely dauerte etwas länger.
Unterm Strich +2...naja, ist in Ordnung.
 
heute Ruhetag in Wijk [[sleep]] ...

...@ 1st sight auch nix Brauchbares gefunden für Freitag, evtl. wieder small auf Shirov gegen "Kamikaze-Anand".
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Hätte allerdings etwas dür die parallel laufende deutsche Schach-Meisterschaft, will jetzt deswegen aber keinen neuen Thread eröffnen.
@Köpper bzw. mods: Wäre toll, wenn das Thema in "Schach im Jänner" oder so ähnlich umbenannt werden könnte...

Jetzt zur Sache, die 7. von 9 Runden steht an, vorne in der Tabell schauts folgendermaßen aus: Naiditsch (5) vor Baramidze, Buhmann, Luther, Prusikin (4.5) und Graf, Gustafsson, Henrichs, Dr. Beikert (4)

heute 14:00 - Buhmann - Naiditsch X @2.10 5/10; 1 @12 1/10 (bwin)

Begründung: k.A. warum das hier als "David gegen Goliath" ausgelegt wird, Buhmann ein durchaus starker Spieler, dass er Naiditsch weh tun kann, hat er erst im Vorjahr bewiesen, als er ihn in einer langen Partie besiegen konnte.
Klar ist er hier dennoch Außenseiter, bei diesem Turnier verlor er bereits mit Weiß gegen Baramidze, ansonsten hatte er bis auf Graf (remis) keine wirklich mit Naiditsch vergleichbare Gegner.
Dennoch: Buhmann holte mit den weißen Steinen im Vorjahr gegen Spieler über 2600 Elopunkte 3 aus 5 (+1), zudem spricht die Turniersituation für ein rasches X. Faire X-Quote hier bei ~1.65.

Turnierseite: http://www.schachclub1957.de/ - Ergebnisse + Live-Übertragung



GL
 
Wußte garnicht, dass die Deutsche Meisterschaft auch angeboten wird. Werde das morgen mal studieren, heute ist´s ja zu spät. EIn Freund von mir spielt mit und am Samstag werde ich zur letzten Runde vor Ort sein.
Hab die ANregung aufgenommen, wie ihr seht "Schach im Januar".
Wäre ja nicht schlecht, wenn´s dann Schach im Februar, Schach im März... geben würde.

Wobei ich zukünftig vorsichtig bin mit Schachwetten, es gibt wohl zu viele Unwägbarkeiten.

Allen, die getippt haben viel Erfolg.
 
heute 14:00 steht die 8. und vorletzte Runde der deutschen Meisterschaften an:

Prusikin - Buhmann X @1.7 (bwin) 8/10

Hier treffen die beiden Turnierleader aufeinander, beide mit grandiosen Siegen im Rücken, Prusikin mit Schwarz ließ den jungen Barmidze alt aussehen, Buhmann zertrümmerte die Nr. 1 des Turniers.
Beide Spieler alos mit zuletzt 3 Siegen infolge, die Zeichen stehen hier also ganz klar auf Remis. Viel zu groß dürfte die Angst vor der Niederlage und somit dem Totalabsturz sein. Prusikin noch dazu sowieso ein fleißiger Remisspieler in den letzten Jahren, im Vorjahr spielte er gegen starke Gegnerschaft alle 4x mit Weiß Remis, das längste davon dauerte nur 22(!) Züge. Heuer sind seine Weißpartien weniger aussagekräftig, da er doch klar schwächere Gegner und somit eine klare Favoritenrolle hatte.
Aufgrund der Turniersituation und der Tatsache, dass beide ihre letzten 3 Partien gewannen sehe ich hier eine auf enorm hohe Remistendenz (~70%). Nicht noch mehr, weil Prusikin weiß, dass Naiditsch wohl zur Spitze aufschließen wird (dieser hat einen sehr leichten Gegner mit Weiß), und er dann wohl gegen ihn spielen "muss".

Ganz klar wird hier Buhmann immer noch unterschätzt (Prusikin-Sieg @40%?!), glaube aber nicht, dass er heute gewinnen kann/will (+ zu geringer Quotenschlüssel), d.h. keine diesbezügliche Absicherung...

GL
 
eusebio schrieb:
heute 14:00 steht die 8. und vorletzte Runde der deutschen Meisterschaften an:

Prusikin - Buhmann X @1.7 (bwin) 8/10

Hier treffen die beiden Turnierleader aufeinander, beide mit grandiosen Siegen im Rücken, Prusikin mit Schwarz ließ den jungen Barmidze alt aussehen, Buhmann zertrümmerte die Nr. 1 des Turniers.
Beide Spieler alos mit zuletzt 3 Siegen infolge, die Zeichen stehen hier also ganz klar auf Remis. Viel zu groß dürfte die Angst vor der Niederlage und somit dem Totalabsturz sein. Prusikin noch dazu sowieso ein fleißiger Remisspieler in den letzten Jahren, im Vorjahr spielte er gegen starke Gegnerschaft alle 4x mit Weiß Remis, das längste davon dauerte nur 22(!) Züge. Heuer sind seine Weißpartien weniger aussagekräftig, da er doch klar schwächere Gegner und somit eine klare Favoritenrolle hatte.
Aufgrund der Turniersituation und der Tatsache, dass beide ihre letzten 3 Partien gewannen sehe ich hier eine auf enorm hohe Remistendenz (~70%). Nicht noch mehr, weil Prusikin weiß, dass Naiditsch wohl zur Spitze aufschließen wird (dieser hat einen sehr leichten Gegner mit Weiß), und er dann wohl gegen ihn spielen "muss".

Ganz klar wird hier Buhmann immer noch unterschätzt (Prusikin-Sieg @40%?!), glaube aber nicht, dass er heute gewinnen kann/will (+ zu geringer Quotenschlüssel), d.h. keine diesbezügliche Absicherung...

GL

[[herby]] In der vorletzten Runde gibt es meistens kämpferische Partien.
Beide spielen wohl ernsthaft um den Titel, da ist remis nur angenehm für die Verfolger. Für mich ist remis keine Wette Wert, evtl. 1/10 auf Buhmann - wegen der viel zu hohen Quote.
 
privatepaula schrieb:
[[herby]] In der vorletzten Runde gibt es meistens kämpferische Partien.

Kann dir nicht ganz folgen, eher im Gegenteil: Je näher sich ein Turnier dem Ende neigt, spielen taktische + psychologische Faktoren eine Rolle. Kann dir leider keine globaleren Statistiken dazu liefern, denke aber, dass die Ergebnisse aus dem Vorjahr einen ganz guten Vergleich bieten und als mit Abstand bestes Beispiel für meine These dienen:

8.Runde DEM 2006, Bretter 1-3:

1 IM Henrichs,Thomas (5) remis GM Kritz,Leonid (5½)
2 GM Khenkin,Igor (5) remis GM Jussupow,Artur (5)
3 GM Prusikin,Michael (4½) remis GM Luther,Thomas (5)

Zum drüberstreuen noch das selbe für 2005:

1 Kritz,Leonid (2547) - Jussupow,Artur (2582) remis
2 Gustafsson,Jan (2616) - Baramidze,David (2550) remis
3 Graf,Alexander (2637) - Fish,Gennadij (2523) 1-0


Beide spielen wohl ernsthaft um den Titel, da ist remis nur angenehm für die Verfolger. Für mich ist remis keine Wette Wert, evtl. 1/10 auf Buhmann - wegen der viel zu hohen Quote.[/quote]

Klar, heute ist die Situation anders, aber die Aussage, dass gerade die vorletzte Runde die kämperischste ist, ist IMO nicht haltbar.
Die heurige Ausgangslage spricht m.E. noch mehr für eine Punkteteilung als jene der Jahre zuvor. Die Auswirkungen einer Niederlage wären für beide noch verheerender, sie haben ja beide die gemeinsam alleinige Führung. Ein klassiches Kampfszenario sieht anders aus, da müsste einer der beiden schon min. 1/2 Punkt hinter dem anderen sein...

Beide spielen wohl ernsthaft um den Titel, da ist remis nur angenehm für die Verfolger. Für mich ist remis keine Wette Wert, evtl. 1/10 auf Buhmann - wegen der viel zu hohen Quote.

Naja, Prusikin spielt wie's auschaut sowieso noch gegen Naiditsch, auch wenn er gewinnt, somit ists klar, dass nur (min.) ein Letztrundenremis zum Turniersieg führt, auch wenn mit einem heutigen Remis nur zu einem geteilten. Glaube kaum, dass Prusikin das Risiko nur wegen des alleinigen Turniersieges auf sich nimmt, denn Buhmann ist ein gefährlicher Gegner, das weiß er.
Und: Wenn Prusikin ein Remis mit Weiß will, dann bekommt er es auch, Buhmann hat bei allem Aufstreben nicht die Klasse und den Mut mit Schwarz Risiko zu nehmen.

Aber was solls, vielleicht belehrt mich dann ja die Partie eines Besseren... [[grin]]
 
eusebio schrieb:
Prusikin - Buhmann X @1.7 (bwin) 8/10

Unglaublich, Prusikin degradiert sich zur Lachnummer, indem er im 11.Zug in einer völlig harmlosen Stellung einen "Anfängerfehler" begeht. Auf diesem Niveau gibt es derartige Aussetzer nur ganz selten, noch dazu nahm er gerade für diesen Zug die meiste Bedenkzeit in Anspruch.

[[hammer]]

Für mich halt sehr verdächtig das Ganze, hab mal in meiner DB nachgesehen, die exakt selben Partien (inkl. allen Zügen NACH besagtem Zug) wie heute gab es bereits in der Vergangenheit 2 mal, beide male waren auch namhafte Spieler verwickelt, die Partien stammen aus 1963 und 1972.
Sehr unwahrscheinlich, dass Prusikin ZUFÄLLIG diesen "Anfängerfehler" begeht + die exakt selben Folgezüge gespielt werden + und jetzt kommts: die Aufgabe genau zum selben Zeitpunkt erfolgte als in jenen beiden Partien.

EDIT: kleine Anmerkung noch: Buhmann benötige nur noch diesen einen Punkt für das Erreichen seiner 3. und letzten Großmeister-Titel-Norm, was die höchste Titelauszeichnung im Schach bedeutet.
Bisher waren mir derartige Vorgehensweisen nur von einem regelmäßigen Budapester Turnier bekannt, für mich ein Armutszeugnis für das (deutsche) Schach und ein weiterer Schritt, dieses schöne Spiel (noch) unpopulärer zu machen...

Werd das Ganze hier nicht weiter kommentieren oder ausführen, nur soviel:

Es gibt Vorgänge in Wettkämpfen gegen die man als Wetter machtlos ist.
 
eusebio schrieb:
eusebio schrieb:
Prusikin - Buhmann X @1.7 (bwin) 8/10

Unglaublich, Prusikin degradiert sich zur Lachnummer, indem er im 11.Zug in einer völlig harmlosen Stellung einen "Anfängerfehler" begeht. Auf diesem Niveau gibt es derartige Aussetzer nur ganz selten, noch dazu nahm er gerade für diesen Zug die meiste Bedenkzeit in Anspruch.

[[hammer]]

Für mich halt sehr verdächtig das Ganze, hab mal in meiner DB nachgesehen, die exakt selben Partien (inkl. allen Zügen NACH besagtem Zug) wie heute gab es bereits in der Vergangenheit 2 mal, beide male waren auch namhafte Spieler verwickelt, die Partien stammen aus 1963 und 1972.
Sehr unwahrscheinlich, dass Prusikin ZUFÄLLIG diesen "Anfängerfehler" begeht + die exakt selben Folgezüge gespielt werden + und jetzt kommts: die Aufgabe genau zum selben Zeitpunkt erfolgte als in jenen beiden Partien.

EDIT: kleine Anmerkung noch: Buhmann benötige nur noch diesen einen Punkt für das Erreichen seiner 3. und letzten Großmeister-Titel-Norm, was die höchste Titelauszeichnung im Schach bedeutet.
Bisher waren mir derartige Vorgehensweisen nur von einem regelmäßigen Budapester Turnier bekannt, für mich ein Armutszeugnis für das (deutsche) Schach und ein weiterer Schritt, dieses schöne Spiel (noch) unpopulärer zu machen...

Werd das Ganze hier nicht weiter kommentieren oder ausführen, nur soviel:

Es gibt Vorgänge in Wettkämpfen gegen die man als Wetter machtlos ist.

Ich glaube nicht an eine geschobene Partie. Gerade wenn es eine Absprache gab, macht man das doch nicht so plump wie die beiden.
Ich denke bei Schiebung würden die beiden eine ganz normale Partie spielen, Prusikin würde in Zeitnot kommen und dann was einstellen, oder so. Diese Partie wird in allen Schachzeitungen veröffentlicht werden und somit viel Aufmerksamkeit erregen.
Außerdem sagst du es selbst. Prusikin macht sich mit so ner Vorstellung zur Lachnummer, ich glaube nicht, dass ihm das gefällt.
Also bei Schiebung geht man eleganter und unauffälliger vor.

Ich habe übrigens aufgehört auf Schach zu setzen, zu viele Unwägbarkeiten.
 
eusebio schrieb:
eusebio schrieb:
Prusikin - Buhmann X @1.7 (bwin) 8/10

Unglaublich, Prusikin degradiert sich zur Lachnummer, indem er im 11.Zug in einer völlig harmlosen Stellung einen "Anfängerfehler" begeht. Auf diesem Niveau gibt es derartige Aussetzer nur ganz selten, noch dazu nahm er gerade für diesen Zug die meiste Bedenkzeit in Anspruch.

[[hammer]]

Für mich halt sehr verdächtig das Ganze, hab mal in meiner DB nachgesehen, die exakt selben Partien (inkl. allen Zügen NACH besagtem Zug) wie heute gab es bereits in der Vergangenheit 2 mal, beide male waren auch namhafte Spieler verwickelt, die Partien stammen aus 1963 und 1972.
Sehr unwahrscheinlich, dass Prusikin ZUFÄLLIG diesen "Anfängerfehler" begeht + die exakt selben Folgezüge gespielt werden + und jetzt kommts: die Aufgabe genau zum selben Zeitpunkt erfolgte als in jenen beiden Partien.

EDIT: kleine Anmerkung noch: Buhmann benötige nur noch diesen einen Punkt für das Erreichen seiner 3. und letzten Großmeister-Titel-Norm, was die höchste Titelauszeichnung im Schach bedeutet.
Bisher waren mir derartige Vorgehensweisen nur von einem regelmäßigen Budapester Turnier bekannt, für mich ein Armutszeugnis für das (deutsche) Schach und ein weiterer Schritt, dieses schöne Spiel (noch) unpopulärer zu machen...

Werd das Ganze hier nicht weiter kommentieren oder ausführen, nur soviel:

Es gibt Vorgänge in Wettkämpfen gegen die man als Wetter machtlos ist.

selten so einen Unsinn gelesen [[sleep]]

Beide Spieler haben meines Wissens einen einwandfreien Ruf. Prusikin ist sogar Landestrainer. Klar - und dann schieben die beiden fröhlich am 1.Brett einer DM fröhlich für eine Handvoll Dollar eine wichtige Partie [[rofl]]

Merke: nicht jeder grobe Fehler im Schach wird mit Geld erkauft [[bussi]]
 
privatepaula schrieb:
selten so einen Unsinn gelesen [[sleep]]

Beide Spieler haben meines Wissens einen einwandfreien Ruf. Prusikin ist sogar Landestrainer. Klar - und dann schieben die beiden fröhlich am 1.Brett einer DM fröhlich für eine Handvoll Dollar eine wichtige Partie [[rofl]]

Merke: nicht jeder grobe Fehler im Schach wird mit Geld erkauft [[bussi]]

Habe nie behauptet, dass die Partie "geschoben" ist, ich verwies lediglich auf 2 deckungsgleiche Partien aus der Vergangenheit + nannte einige andere Faktoren, die auf einen nicht einwandfreien Ablauf der Partie hindeuten.
Es ist hier nicht meine Absicht, irgendwen "entlarven" zu wollen oder - falls das tatsächlich wer glaubt - den danebengegangenen Tipp zu rechtfertigen, auch wenn jene Fehlinterpretationen meines Vorredners darauf schließen wollen.

Ich behaupte hier lediglich, dass die Chancen, eine derartige Kopie von jenen beiden Partien zu "produzieren" OHNE die Kenntnis derer Existenz, ca. der Aussicht auf einen Lotto-Sechser gleichkommen. (v.a. wegen der sich deckenden Zeitpunkte der Aufgaben)

@Köpper: danke für deine sachliche Argumentation! Ich stelle folgendes entgegen: Annahme: 2 Spieler wollen "geschickt" eine Schiebung inszenieren, einer der beiden merkt aber plötzlich während der Partie, dass er eigentlich besser steht, oder er hat es sich einfach nur anders überlegt. Jedenfalls spielt er die Partie, die er verlieren soll, normal weiter und gewinnt.
So etwas ist schon des öfteren passiert, die geschobenen Partien auszuschmücken ist etwas aus der Mode geraten, meist sucht man sich irgendeine (bereits gespielte) Partie mit einer frühen Entscheidung, ums "kurz und schmerzlos" zu machen.

@privatepaula: Habe leider selbst schon genug Erfahrung mit ausgemachten Partieentscheidungen gemacht, natürlich aber nur passiv - denn ich zähle mich ja genau so wie alle anderen Schachspieler, v.a. jene, die bei nationalen Wettkämpfen teilnehmen, zu den "Unschuldslämmern" -
[[angel]]

Schön, dass es Leute gibt, die heutzutage noch an das "heile-Welt-Szenario" glauben... [[rot]]
 
einige Gedanken für die 12. Runde in Wijk heute:

Topalov -Kramnik: klarerweise NoBet, wege persönlicher Fehde, da kann heute alles passieren, wobei das Remis hier dennoch sehr wahrscheinloch bleibt.

Motylev - Radjabov; Shirov - Aronjan; Van Wely - Svidler:

Alle 3 Verfolger von Topa haben Schwarz, außer Radjabov gebe ich hier keinem besondere Siegchancen, Svidler wird nach seinem grandiosen Sieg gestern gegen den soliden Loek (Van Wely) bestenfalls ein Remis holen, Levon (Aronjan) wird gegen den wiedererstarkten Shirov ebenfalls nach dem Remis trachten, wobei ich hier dem Armenier dennoch mehr zutraue als Svidler. Verstehe in beiden Fällen nicht, warum die Schwarzspieler hier Quotenfavoriten sind, daher: (alles bei bwin)

Shirov remis @1.70 3.8/10; Sieg @4.8 1/10

Van Wely remis @1.60 6.6/10 Sieg @5.4 1.5/10

GL
 
Noch was für heute (13:30!): (bwin)

Tiviakov - Anand remis @1.72 4.25/10; 1 @9.5 0.5/10

Auch hier die Quoten zu fixiert auf den Schwarzspieler, Tiviakov hat hier in Wijk nun 13 (!) Weißremisen infolge produziert, da muss sich der Inder schon ordentlich etwas einfallen lassen um voll zu punkten.
Er muss heute voll angreifen, falls er noch um den Sieg mitreden will, sofern er das Turnier noch nicht komplett abgeschrieben hat, deshalb die (sehr "preiswerte") Absicherung auf den Niederländer.

GL
 
Gratulation zur Analyse. Hätte eher an einen Sieg Anands gedacht, und bei Shirov auf UE zu wetten...

M.Breutigam hat in der Süddeutschen heute übrigens ne dicke Welle losgetreten, bin schon gespannt was sich daraus entwickelt. Sieht für mich nach nem echt dicken Ding aus:



Wenn der Daumen im Mundwinkel wackelt

Wird beim Schach falsch gespielt? Beobachtungen um den Weltranglisten-Ersten Wesselin Topalow

Von Martin Breutigam

Seit über einem Jahr halten sich Gerüchte, der Bulgare Wesselin Topalow sei bei der WM 2005 in San Luis/Argentinien womöglich mit unerlaubten Mitteln Schachweltmeister geworden. Sein Manager Silvio Danailow könnte ihm mit heimlicher Zeichengabe computergeprüfte Züge übermittelt haben, lautet der unter anderem von WM-Teilnehmern, die nicht zitiert werden wollten, geäußerte Verdacht.

Bloß eine Verschwörungstheorie von schlechten Verlierern? Oder erhält der 31-jährige, inzwischen wieder entthronte Weltmeister während mancher Partien tatsächlich unbemerkt Tipps? Und falls ja, wie?

Beim an diesem Sonntag zu Ende gehenden Turnier in Wijk aan Zee/Niederlande haben Topalow und Danailow mit ihrem Verhalten neue Spekulationen genährt: Wer die beiden während der Runden zwei und drei beobachtete, konnte durchaus den Eindruck bekommen, dass eine nonverbale Kommunikation zwischen ihnen stattfand - nur von jenen bemerkt, die genauer hinschauten in der mit vielen hundert Menschen gefüllten "De Moriaan"-Halle, wo Weltklasse- und Hobbyspieler in verschiedenen Turnieren unter einem Dach spielten.

Der Manager geht telefonieren

In der zweiten Runde führte Topalow gegen den sechsmaligen niederländischen Meister Loek van Wely die weißen Steine. Er rochierte lang, van Wely kurz. Bis zur Mittelspielphase verlief die Partie ohne Besonderheiten. Dies änderte sich, als Manager Danailow die Halle betrat.

In der folgenden Stunde wiederholte sich ein seltsames Ritual: Sobald van Wely einen Zug ausführte, eilte Danailow aus der Halle und holte sein Handy aus dem Jackett. Wollte er vielleicht bloß Geburtstagsgrüße loswerden? Börsenkurse abfragen? Er könnte aber auch alle paar Minuten mit jemandem telefoniert haben, der die Partie irgendwo auf der Welt live übers Internet verfolgte.

Wie dem auch sei, Danailow betrat nach kurzer Zeit wieder die Halle, strebte immer in dieselbe Ecke des Zuschauerbereichs und zog sich - obwohl bislang nicht als Brillenträger in Erscheinung getreten - eine Brille auf. Topalow saß links aus Sicht der Zuschauer, Danailow stand rechts hinter einer Absperrung in der Anonymität der Masse, etwa 15 Meter von Topalow entfernt.

Zwar sah er von dort nichts vom Spiel, auch nicht den Monitor, der die Figurenstellung zeigte; allerdings ließ sich von der Ecke aus ein direkter Blickkontakt herstellen, ohne dass Topalow seinen Kopf drehen musste. Der schaute auch auf, wenn er am Zug war; und sobald er Danailow in der Ecke erkannte, stellte er zumeist seine Ellenbogen auf den Tisch und faltete die Hände vor der Stirn.

In dieser Denkerpose sah es so aus, als habe er seine Augen aufs Brett gerichtet, doch er hätte zwischen den Fingern hindurch auch zu Danailow blinzeln können, der mitunter seltsame Bewegungen vollführte.

Im 26.Zug beispielsweise biss er auf seinen Daumen und wackelte damit am rechten Mundwinkel hin und her; anschließend schlug Topalow mit seinem Läufer einen Springer auf dem Feld c5. Meistens nahm Danailow die Brille gleich wieder ab und verschwand aus der Ecke. Das Ritual wiederholte sich, sobald van Wely gezogen hatte:

Danailow eilte hinaus, telefonierte, kam meistens schon nach ein bis drei Minuten wieder herein, ging in besagte Ecke, setzte die Brille auf. Und während Topalow die Denkerpose einnahm, kratzte sich sein Manager drei- bis sechsmal hinter dem Ohr, tippte mit dem Zeigefinger an die Brille oder vollführte andere merkwürdig anmutende Bewegungen.

Im 31. Zug steckte wieder der Daumen im Mund - und Topalow schlug mit dem Turm einen Bauern auf d3. Nach 35 Zügen gab van Wely in hoffnungsloser Lage auf. Später zeigte sich, dass alle Züge, die Topalow in der entscheidenden Phase ausgeführt hatte, auch die Favoritenzüge von üblichen Computerprogrammen sind. "Während der Partie hatte ich überhaupt nicht das Gefühl, dass irgendetwas faul ist, aber es wurde mir auch gesagt, dass sich der Danailow sehr verdächtig benimmt", sagte van Wely.

Auch der Oberschiedsrichter hatte nichts Verdächtiges bemerkt, kündigte aber an, im nächsten Spiel von Topalow auf auffälliges Verhalten zu achten. Am nächsten Tag - in der Partie gegen den Russen Sergej Karjakin - saß Topalow weiter rechts im Spielerareal. Ab dem 20. Zug war es wieder soweit: Danailow marschierte. Bloß diesmal ging er in die gegenüberliegende, linke Ecke. Von hier aus konnte er wiederum nicht das Spiel verfolgen, aber zu Topalow Blickkontakt aufnehmen. Dessen Stellung sah zu diesem Zeitpunkt bereits bedenklich aus; Karjakin besaß Vorteil.

Mit genauen Zügen zum Remis

Im 23. Zug, als Danailow mit Brille dastand, stellte sich plötzlich der Schiedsrichter direkt ins Blickfeld und schaute den Manager prüfend an. Auch im 26. Zug wurde das Ritual für einen Moment unterbrochen, als jemand Danailow um ein spontanes Fernseh-Interview bat. Beide verließen die Halle.

Als Danailow wiederkam, hatte Topalow schon zwei Züge ausgeführt. Danach folgte wieder das bekannte Spiel: Danailow lief raus, kam wieder, ging in die Ecke, Brille auf, Brille ab und so weiter. Bei fast jedem Zug, insgesamt über zwanzig Mal. Schließlich erreichte Topalow nach einer Serie genauer Züge noch ein Remis. Kurz vor der Zeitkontrolle (jeder Spieler hat bis zum 40. Zug zwei Stunden Bedenkzeit) war es hektisch geworden.

"Ich konnte es nicht glauben, Danailow ist im Sturmschritt hereinmarschiert, an den Ort, wo er Topalow sehen konnte, und hat die Leute an der Stelle fast weggeschubst. Es ging auch um Geschwindigkeit", sagte einer der Zuschauer, die das Treiben über zwei Stunden lang beobachtet hatten.

Weder Danailow noch Topalow waren in der vergangenen Woche trotz wiederholter Anfrage für eine Stellungnahme zu erreichen. War es nur ein Zufall, wenn der Daumen im Mund wackelte, oder Teil einer heimlichen Kommunikation?

Die wäre in der folgenden Runde durch die Sitzordnung erschwert gewesen, denn in der vierten Partie saß Topalow nahe an der Hallenwand, mit Blickrichtung zur selbigen: Und er gewann gegen Großmeister Alexej Schirow. Danailow ließ sich an diesem Tag kaum in der Halle blicken. Auch an den folgenden Tagen wiederholte sich das Ritual der Runden zwei und drei nicht.

Die Organisatoren erwägen, im kommenden Jahr erstmals gründliche Kontrollen einzuführen, unter anderem mit Metall-Detektoren. Hintergrund: In der jüngsten Vergangenheit waren in Indien und den USA schwächere Spieler bei Betrügereien mittels Funksignalen erwischt worden. Die Empfänger waren am Körper oder unter einem Käppi der Schachspieler versteckt. Diesmal sei in Wijk aan Zee für die Anschaffung zuverlässiger Detektoren zu wenig Zeit gewesen, hieß es.

(SZ vom 27. Januar 2007)

[[grin]]