Psychologie Over-Under-Wetten

Re: Psychologie Over-Under-Wetten

Geierkind schrieb:
Hallo,
ich habe schonmal hier und da in ungesicherten Quellen gelesen, dass die meisten Leute eher/lieber/mit mehr Geld auf Over-Ergebnisse wetten. Kann da vielleicht jemand etwas genaueres zu sagen?

Weil diese Leute glauben den Value dann besser einschaetzen zu koennen (?)
oder die Wette relativ ergebnisneutral ist,,,
Waere dem aber so, wuerde wohl jeder over/under tippen und damit wuerde sich das wieder ausgleichen .

Merke: Gewinn = Arbeit und Kapital (finanziell sowie gesitig)
Wettbewerbsvorteile ohne Arbeit und Kapital sind sehr selten und je simpler und erfolgversprechender umso schneller springen Trittbrettfahrer auf


Guck dich doch bei den Spezis um nach Linientippern,,,
 
Nun ja, es geht hier ja nicht nur um Profizocker, sondern eher um die breite Masse - also um Leute, die mit dem Wort "Value" nix anfangen können.

Ich denke schon, dass dem so ist - habe schon öfter von Leuten gehört, dass sie kein under tippen "können".
Imho liegt das daran, dass beim Fußball zum Beispiel die Linie bei 2,5 liegt und also nur 2 Tore fallen dürfen. Auf der anderen Seite aber theoretisch auch 10 Tore fallen könnten.
Dass die Wahrscheinlichkeiten aber anders verteilt sind (-->Value) wird da oft unterschlagen oder verdrängt und es wird versucht sich den Pick schönzureden (gut, das passiert nicht nur da) - "für ein, zwei Tore sind die ja beide gut" und "die werden schon ne Standardsituation verwandeln". Geht ein Pick verloren wird dann versucht Ausreden zu finden - "Stürmer versagt" etc.


PS: Falls jemand gute Infos/ Tipps zum Thema Behavioral Finance hat, kann sie gerne per PN geben - ich benötige die gerade aus studientechnischen Gründen
 
Energienudel schrieb:
klar kann man auf Dauer mit Undertipps punkten .
ich meinte eher, dass man nur mit over(und zwar konsequent bei jeder partie die man sich anschaut ;-)) keinen gewinn machen kann.
auf der anderen seite sagt niemand "na hoffentlich wird das eine dreckspartie damit mein wettkonto sprudelt".
kurz und bündig zusammengefasst sollte man einfach nicht nach den persönlichen vorlieben wetten sondern die spiele trocken analysieren oder picks von jemandem nachspielen der das macht.
 
Da Du die Begründung aus der Psychio-Ecke haben willst, ein Donk denkt, jetzt mal auf Fußball Line 2.5 bezogen häufig so:

1. So viel sind 3 Tore in 90 Minuten ja wirklich nicht.
2. Eine Under-Wette kann zumindest theoretisch nach zwei Minten verloren sein.
3. Eine Under-Wette kann man in der letzten Sekunde verlieren und daraus folgt
4. Bei einer Over-Wette kann man bis zum Schlußpfiff hoffen, daß sie noch irgendwie aufgeht.

Und im Nachgang:
Spiel geht durch - gerade wenn vielleicht zwei Tore in der NZ fallen: Ich bin der größte

Spiel endet mit zwei Toren: ich war ja nah dran, aber der Pfosten, der Schierie, der Stürmer, der Torwart...
Ich bin der moralische Wettgewinner, habe halt einfach Pech gehabt, nächstes Mal klappts wieder mit dem Over.
 
das sieht auch nur so aus.
z.b. bin ich selber jemand der sich mit under wetten sehr schwer tut, und öfter over spielt. aber du musst dann auch die wetten bedenken, die man nicht spielt weil sie entweder hohe under wahrscheinlichkeit oder keinen value haben. von daher sieht es nur so aus, als würde man öfter over als under tippen.

ich glaube, shining ist/war ein under experte.
 
Danke für die vielen Antworten erstmal.

Geht hier ein bisschen drunter und drüber, deswegen erstmal um zu klären: Ich werde nicht konsequent alle Spiele under tippen als Strategie oder Ähnliches. Aber Ich entwickel zur Zeit ein Programm, dass Over/Under Wahrscheinlichkeiten ausgibt und falls der Markt (im großen Maßstab) leicht zur Überschätzung der Overwahrscheinlichkeit (weil die breite Masse eben Tore sehn will, und nicht danach wettet was wahrscheinlich ist sondern was sie sich erhoffen) tendiert würde ich mein Programm nur Under wetten lassen; zum Beispiel.

Wies scheint gibts keine guten Quellen dazu, deswegen wird es wahrscheinlich an mir liegen, das Handelsvolumen aller Over/Under-Märkte einer Fußballliga zu vergleichen. Wenn die breite Masse Over bevorzugt sollte da ja signifikant mehr Handelsvolumen drinstecken.
 
Hatte ich so vor, ja, ich wette selber auch sehr gerne dort.

Ein weiterer Grund warum ich gerne auf Under wetten würde, ist, dass mein Programm auch eher Over-Ergebnisse ausgibt um ein paar Prozent. Indem ich auf Under wette vermeide ich also auch, dass die Überschätzung der Over-Ergebnisse eine schlechte Performance bringt.

Das Programm selber werd ich hier noch vorstellen wenns läuft. Für die letzte Bundesligasaison von Spieltag 15 bis 29 hab ich es getestet und es scheint sehr sehr gut zu funktionieren. Wie gesagt; wenns läuft werd ichs hier vorstellen und eventuell auch in einem Thread bloggen.

Es beruht darauf, jeder Mannschaft einen Parameter zuzuweisen wie:

FCB vs. BVB

Bayerntore = P(FCB-Sturm) + P(BCB-Defensive) + Heimvorteil

P ist nicht die Wahrscheinlichkeit sondern eine Abkürzung für Parameter.

BVB-Tore = P(BVB-Sturm) + P(FCB-Defensive)


Nach ca. 12 bis 15 Spieltagen hat man also eine ganze Reihesogenannter "Prädiktoren", also Ergebnisse an denen man die Parameterberechnen kann. Ich lege der "Erscheinung" eines Tores einePoisson-Verteilung (Ähnlich wie Gausssche, aber logarithmischer von derForm) zugrunde und lasse dann von einem Programm die wahrscheinlichstenParameter berechnen. Hinzu kommt noch eine Gewichtung der letztenSpiele, die ich daran einstelle, dass die Residualanalyse (wem das wassagt; man könnte auch sagen der Fehler in der Berechnung wird amkleinsten) optimal wird.
Da Fußballtore aber keine radioaktivenZerfälle sind (daher kommt die Poisson-Verteilung) ist die Rechnungleicht zu Over-Ergebnissen hin verzogen. Ob ich jetzt auf Under Wette(BL2008 gab es trotzdem genug Value-Bets auf Under-Ergebnisse) oder dasEndergebniss meiner ermittelten Wahrscheinlichkeiten korrigiere machtkeinen Unterschied vielleicht, ausser dass die Korrektur relativwillkürlich wär, was ich vermeiden will.

Wenn es erlaubt ist, kann ich auch was in die Details gehn, aber dann müsste ich Programme nennen mit denen ich es mache was vielleicht als Werbung gilt, was vielleicht nicht erlaubt ist in diesem Forum. Auch wenn kein einziges Wettspezifisches Programm o.Ä. dabei ist.
Wenn wir schonmal dabei sind:

Kennt jemand ein Kalenderprogramm, bei dem viele(!) Fußballligen eingetragen sind (die Spieltage?)

Ich bräuchte Russland Prem, Spanien Prim., England Prem/1/2, BL1/2, Portugal Prem und ein paar weitere. Premier League in England und BL ist meist kein Problem aber die kleineren wärn cool. Sonst muss ich sie alle von Hand eintragen;wär jetzt auch kein Weltuntergang.
 
Geierkind schrieb:
Kennt jemand ein Kalenderprogramm, bei dem viele(!) Fußballligen eingetragen sind (die Spieltage?)

Ich bräuchte Russland Prem, Spanien Prim., England Prem/1/2, BL1/2, Portugal Prem und ein paar weitere. Premier League in England und BL ist meist kein Problem aber die kleineren wärn cool. Sonst muss ich sie alle von Hand eintragen;wär jetzt auch kein Weltuntergang.

Soccerway, Futbol24 und viele Livescores haben auch so was ähnliches. Am besten ist
http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/intwettbewerbe/

Gewünschte Liga anklicken.
Dann bei Spieltag auf -alle- klicken.

Bei deutschen Ligen mußt Du halt auf die entsprechende deutsche Abteilung gehen.

Aktuell gibts nicht viel, weil die Spielpläne 09/10 häufig noch in der Planung sind.
 
@Geierkind

Die Erfolgsaussichten rein auf Statistik basierender Wettstrategien wurden in der Vergangenheit hier und andernorts als nicht existent angesehen - von durchweg erfahrenen Usern.
Da noch niemand das Gegenteil bewiesen hat (allerdings wozu auch), bleibt dies sinnvollerweise unberührt - so you've been warned.

Nichtsdestotrotz versuchen es Massen von Hobbystatistikern immer wieder auf ein Neues die Gelddruckmaschine zu entwickeln - sehr zur Freude des Marktes und der Buchmacher.

Auf die ersten beiden Kardinalfehler möchte ich hinweisen (Nein, den Versuch an sich zähle ich nicht dazu ):

1. Fehlen elementarer Grundlagen der Mathematik insbesondere der Statistik!
2. Die Größe der bei Tests herangezogenen Datenmenge!

Sorry, aber das Benutzen einer derart kleinen Datenmenge (135 Spiele) ist censored.

Viel Erfolg weiterhin ...
 
Hey, danke für deine Antwort, du brauchst dich nicht zu rechtfertigen. Ich begrüße alles, was mi weiterhilft.

Ich weiß nicht, ob du auf einen der Versuche direkt verweisen kannst, wofür ich dir sehr dankbar wär, ich weiß nebenbei, dass viele versuchen die Poisson-Verteilung zu missbrauchen um aus nem Tabellenschnitt oder Ähnlichem die Over/Under-Score oder was auch immer das 1x2-Ergebnis sei es zu ermitteln. Das ist mir nichts Neues. Man sollte aber sehen, dass ich jedes einzelne Ergebniss also jeden Vergleich mit einer anderen Mannschaft sehr konkret in Betracht ziehe, dadurch dass ich nicht einfach den Tabellenschnitt als Schnitt eingebe sondern präzise jedes einzelne Ergebnis (mit optimaler Gewichtung siehe Oben).

Wenn du mich verweisen könntest, wäre es sehr sehr nett, aber (no offence ;)) ich bezweifle, dass es eine Chance gibt gegen die Statistik. Solang sie gut angewendet wird. Deswegen das von oben, man kann mittelmäßig schlechte Ermittlungen auf den Prüfstand legen, aber das möchte ich nicht. Ich habe in meinem Leben auch schon relativ viele ;) Wetten abgeschlossen und muss sagen, dass die Besten davon rein statistisch zu begründen sind und waren. Und alle Wetten die statistisch zu begründen sind die besten sind (meine Meinung!).


Wenn man mich von diesem Standpunkt wegbringen können, setze ich nicht mehr viel Glauben in Value-Betting. Anders kann ichs mir ja garnicht mehr erklären. Alles was ein Mensch weiß ist in Daten fassbar (mal gaaanz plakativ ausgeholt).


Die große Bitte bleibt, ich möchte es wirklich(!), verweise mich auf etwas, was mir zeigt, dass dieses System zum Scheitern verurteilt sei.

"Auf die ersten beiden Kardinalfehler möchte ich hinweisen (Nein, den Versuch an sich zähle ich nicht dazu ):

1. Fehlen elementarer Grundlagen der Mathematik insbesondere der Statistik!
2. Die Größe der bei Tests herangezogenen Datenmenge!

Sorry, aber das Benutzen einer derart kleinen Datenmenge (135 Spiele) ist censored."

Darauf beziehe ich mich.

Zu 1: Wenn du mir zeigen könntest wo ich elementare Grundlagen der Mathematik insbesondere der Statistik missachte wär ich dir mehr als dankbar, zu Dank verpflichtet. Ich nehme keinen Tabellenschnitt aus Toren und Gegentoren.
Zu 2: Wenn ich mathematisch bewiesen hätte, dass dieses System Geld bringt: Frohe Weihnachten. Ehrlich gesagt ist es mir zu stressig und noch(!) zuviel Handarbeit die Signifikanz des Systems an sich in bestimmten Bereichen zu testen; aber dennoch könnte und kann ich einige Quellen aufführen die (unspezifischer; seeehr wichtig) aus mathematischer Interesse (auf oben Beschriebenem Weg) zeigen, dass man signifikant(!) positive Ergebnisse erzielen kann. Ohne es wirklich wirklich wirklich drauf anzulegen.


Bleibt gesagt, vielleicht sollten wir ein paar Quellentexte tauschen? Langer Rede kurzer Sinn: "Die Erfolgsaussichten rein auf Statistik basierender Wettstrategien wurden in der Vergangenheit hier und andernorts als nicht existent angesehen - von durchweg erfahrenen Usern."


Das möchte ich sehen. Wirklich. Wenn diese Aussage deine Kardinalsfehler ausklammern sollte.

Danke für deine Meinung, sowieso, ich freue mich über Meinungen, weil ich meinen Freunden nich wirklich mit so einer Scheisse kommen kann ;)
 
Pechvogel schrieb:
Geierkind schrieb:
Kennt jemand ein Kalenderprogramm, bei dem viele(!) Fußballligen eingetragen sind (die Spieltage?)

Ich bräuchte Russland Prem, Spanien Prim., England Prem/1/2, BL1/2, Portugal Prem und ein paar weitere. Premier League in England und BL ist meist kein Problem aber die kleineren wärn cool. Sonst muss ich sie alle von Hand eintragen;wär jetzt auch kein Weltuntergang.

Soccerway, Futbol24 und viele Livescores haben auch so was ähnliches. Am besten ist
http://www.kicker.de/news/fussball/intligen/intwettbewerbe/

Gewünschte Liga anklicken.
Dann bei Spieltag auf -alle- klicken.

Bei deutschen Ligen mußt Du halt auf die entsprechende deutsche Abteilung gehen.


Aktuell gibts nicht viel, weil die Spielpläne 09/10 häufig noch in der Planung sind.

Einige der Seiten kenn ich; aber dort gibts nicht wirklichlich EDV-verwertbare Daten wie Kalendertermine zum direkten runterladen und importieren. Bei Soccerway hab ich für einen nicht-Live-Feed angefragt (könnt ich noch in den andern Thread hier in Sonstiges schreiben) und die haben mich nach 250€ pro Jahr gefragt. Soviel dazu.
 
kann es sein dass hier generell unterschiedliche Interpretationen von "nach Statistik tippen" vorliegen?

Der Fehler bei nicht erfolgreichen "STatistik"tippern liegt meines Erachtens daran dass schlicht ungenuegend oder irrelevante Statistiken als Grundlage fuer Tipps genutzt werden. Wenn ich zB versuche over und under aufgrund der letzten 5 SPiele zu bewerten, reicht das einfach nicht aus. Genausowenig wie ausschließlich H2H als Grundlage zu verwenden.
Es gibt ja nur zwei Varianten: im Sinne der Statistik (ob nun mit Absicht auch nach Statsitik oder "nur durch" ein gutes Bauchgefuehl) zu tippen, oder dagegen.
Mal angenommen A und B spielen gegeneinander, unter 100% denselben Bedingungen 100x hintereinander, und die Partie endet in 80 Faellen 0:0, dann wird es, wie gesagt, die Rahmenbedingungen veraendern sich nicht, auch bei 80% bleiben (bei den naechsten 100 Spielen).
Natuerlich ist die Realitaet komplexer, aber wenn es quantitativ moeglich waere jede Form von Einflussfaktoren als statistische Groessen (mit Eintrittswahrscheinlichkeit) einfließen zu lassen, wuerde man 100% exakt die "Zukunft" abbilden koennen, bzw entsprechend Quoten und die errechnete Eintrittswahrscheinlichkeit gegenueberstellen koennen .

Man kann auch gerne mal langfristig erfolgreiche "Bauchtipper" auf eine statistische Grundlage hin ueberpruefen. Ich denke es wird ausschließlich Uebereinstimmungen geben.
 
@Geierkind
Die Aufzählung der Fehler gehörte noch zu den Gemeinplätzen ...
Aber, dein Programm anzuwenden/zu benutzen ohne die entsprechenden Erfolgsaussichten "bewiesen" zu haben halte ich für .. grob fahrlässig.

@Energienudel
Hihi, ich glaube du hast (den imho diskutablen) Kardinalfehler 0. in den Ring geworfen:

0. Die fehlende Qualität der Statistiken

Dies schien mir immer der entscheidene Grund gewesen zu sein, für die oben erwähnte Abneigung vieler (jeder?) erfahrener und/oder erfolgreicher User gegenüber Statistiken als einzige Entscheidungsgrundlage.

Dass "jede Form von Einflussfaktoren" statistisch nicht erfassbar ist (theoretisch /praktisch aber auf jeden Fall), will ich dabei gar nicht bezweifeln, einzig ob es eine endliche (Theorie) bzw. überschaubare (Praxis) Anzahl von Einflussfaktoren/Indikatoren gibt, die ausreicht, um einen signifikanten Vorteil gegenüber dem Markt zu haben (darauf zielt man ja letztlich ab), halte zumindest ich aber .. für diskutabel.
 
Hey,
ich habe das in der Bundesliga getestet, und schneide mit nem sehr guten Plus ab. Ich kann und werde natürlich noch weitere Ligen testen; dann wird sich irgendwann zeigen ob es konstant positiv ist.


Das hab ich bisher noch nicht getan, weil ich studiere und 16 Stunden die Woche arbeite. Ich hab keine Zeit dazu. Aber ich bin nicht der erste mit diesem statistischen Ansatz, hab mir schon einige Quellen durchgelesen, bei denen die Wetten ungefiltert (nur nach Edge aussortiert) abgeschlossen werden in der englischen Premier League. Die Liga muss nur das Kriterium erfüllen nicht zu torarm zu sein. In dem Fall würde die Poisson-Verteilung nicht mehr passen. Darum, dass falsche Daten rangezogen werden könnten mach ich mir weniger Gedanken weil ich glaube, dass Ergebnisse "kreuzvergleichen" die beste Art sind um Mannschaftsstärke einzuschätzen (ok, meine Meinung; wüsst aber nicht was jetzt besser wär). Besser als Elo-Rating (das benutzen Vorhersage-Webseiten zum Beispiel) ist es nachgewiesenermaßen.

Wenn das Programm schon signifikant profitabel wär, würd ich hier nich groß drüber reden sondern es entweder vorstellen, bloggen oder vielleicht auch darüber schweigen. Aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass es nicht profitabel sei.

Man muss aber wirklich sagen, dass viele Statistik in sehr miesen/dummen Weg benutzen (Poisson-Verteilung auf Ligaschnitt von geschossenen und kassierten Toren anwenden). Das halte ich auch für zum Scheitern verurteilt.

Das Programm muss ja nichtmal die Wetten selber abschließen, es kann genauso gut Wetten aufzeigen die der Mensch kontrolliert auf Wetter (was datenmässig auch erfassbar ist) und Verletzte. Ich hab schon einige male Spiele gesehn bei denen 2 typische Under-Kandidaten (11 von 15 jeweils so in der Art) mit guter Defensive und mittelmäßigem Sturm jeweils gegeneinander spielten und die Under-Quote bei 2 lag. Das hätte mein Programm locker gefunden und ne riesige Edge angezeigt. Wenn also keine Verletzten drin sind oder Ähnliches: kein Problem. Dadurch erspare ich mir die Arbeit das zu tun was man tun muss um Value-Wetten zu finden: Fußball gucken, Quoten mit Situationen vergleichen. Das ist sehr mühsam. Weiß ja jeder hier.


Ach ja, gegen n Anbieter mit 80% Payout würde ich davon auch großen Abstand nehmen. Aber bei betfair liegt der Payout ja um die 95%. Da halte ich es nicht für wahnwitzig, dass in vielen dunklen Ecken Value-Wetten sind die man müßig suchen müsste.

Liebe Grüße,

Timo
 
Ich finde deinen statistischen Ansatz nicht schlecht und da hast du der breiten Masse mindestens schon zwei Schritte voraus.

Es zeigt das du dich mit der Thematik beschäftigst, jetzt unabhängig davon
ob es für andere auch Vorteile bringen könnte. Wenn du damit Gewinn machst, gehörst zu einer kleineren Anzahl von Leuten die das von sich behaupten können und dann hast du mit deiner Strategie Recht, denn wer am Ende stetige Gewinne vorweisen kann, macht sicherlich keine großen Fehler.

Die Grundlage des Wettens bilden die Statistiken und wenn du dich intensiv damit außeinandersetzt bist du sicherlich längerfristig besser vorbereitet und profitabler, als andere die sich nur auf das Bauchgefühl verlassen und Ihren Entscheid über eine Wette innerhalb weniger Sekunden fällen.

In der deutschen Bundesliga gibt es zum Beispiel seit Jahren über die gesamte Saison eine Overtendenz. Jedoch ist diese Overtendenz nicht immer gleich. In den Wintermonaten, insbesondere nach dem Rückrundenstart gibt es prozentual mehr Under als Over. Und an den letzten Spieltagen, insbesondere am Letzten Spieltag ist die Overquote überdurchschnittlich hoch. Habe das selbst anhand der letzten 5 Spielzeiten analysiert und ich denke solche Werte/Beobachtungen sollten in eine Wettentscheidung miteinfließen.

Aus meiner Sicht dürfen aber bei einer Wettentscheidung nicht nur statistische Einflüsse eine Rolle spielen, sonderen auch andere Parameter sind wichtig. Zum Beispiel Wetterverhältnisse, Motivationseinflüsse und Verletztungen sollten in einer Entscheidung nicht fehlen. Ein gesundes Maß an statistischen und nichtstatistischen Einflüssen ist glaube ich ein guter Mittelweg um alle Parameter bestmöglichst in einer Entscheidung wiederzuspiegeln.
 
Hi,
danke für deinen Beitrag.
Du hast auch Recht, Phänomene, wie dass am letzten Spieltag (bzw. an den letzten 4 5 sogar, glaube ich) die Overtendenz (in der BL) seit Jahren (sprich signifikant) sehr hoch ist muss man wissen. Das sind sehr gute Tipps, und wichtigst um sein Wetten zu optimieren. Genauso wie, dass sich die Teamstärke erst nach rund 12 bis 15 Spieltagen eingependelt hat; vorher wär mein System garnicht valide, wenn Bayern München und andere Topmannschaften die ersten 5 Spieltage erstmal hinterherhängen und Ähnliches; daher habe ich vor von Spieltag 13 bis 15 (je nachdem wie gut die Tabelle (gemessen am Vorjahr und/oder den Marktwerten der Mannschaften) eingependelt ist bis zum 30.. Wenn ich die Zeit finde, werde ich alle Ligen in denen ich wetten möchte mal auf solche Phänomene untersuchen.
Eigentlich sollte ich dafür einen eigenen Thread aufmachen; mit Over-Under hat das ja nichtsmehr zu tun ;)
 
Interessantes Thema, eins ist mMn sicher das es kein System gibt womit man eine u/o
oder 3-Weg Wahrscheinlickeit zu 100% ausrechnen kann. Aber natürlich kann wenn
man sich Gedanken zu einem solchen System gemacht hat ein schöner ROI erzielt werden.
Aber man muss sich immer Bewusst sein das die ausgespuckte % niemals völlig der Realität entspricht genau so wie bei Leuten die Spiele analysieren und so versuchen zu gewinnen.
Soll heißen: Vertraue deinem System nicht zu sehr, es ist nämlich nicht ohne Fehler.
Aber gute Idee
 
Je nachdem was man unter 100%ig ausrechnen versteht ;) Ohne Fehler soll das System auch nicht sein, es soll nur besser sein als Menschen ;) Finde ich jetzt auch nicht, aber es gab schon mehrere Versuche dazu; Wetten nach Elo-Rating war im Ergebnistippen besser als -lasset mich nich lügen- mehr als 75% der Menschen. Ich meine sogar in den oberen 10%. Und Elo-Rating ist nicht wirklich gut.
Naja, nach dieser Saison werd ich das Ergebnis präsentieren. Dann sehn wir schonmal wo wir dran sind :)

Aber du hast völlig Recht - ich werde nicht nach Kelly-System 1:1 wetten, das wäre töricht. Aber um Value-Wetten zu finden ist es einfach genial. Man brauch halt keine Denkarbeit mehr zu leisten, weil das Programm genau das tut was ich vorher mit meinem Kopf machen musste.
 
Re: Psychologie Over-Under-Wetten

Ich glaube auch, dass ein Unbedarfter Wetter eher das Over spielt.

Also mir gings schon auch so. Als ich anfing auf Linien zu wetten, kam mir Under immer viel zu gefährlich vor. Irgendwie hatte ich das Gefühl/ die Vorstellung, dass Fussballspiele prinzipiell grade so Over sind und ein 2:1 als klassisches Ergebnis haben. Ziemlicher Quark natürlich.

Meine Angst vor Under-Bets habe ich mittlerweile übrigens abgelegt, spiele mittlerweile beides gerne.

Geierkind schrieb:
Hallo,
ich habe schonmal hier und da in ungesicherten Quellen gelesen, dass die meisten Leute eher/lieber/mit mehr Geld auf Over-Ergebnisse wetten. Kann da vielleicht jemand etwas genaueres zu sagen?
 
@Topic
Dass die meisten Tipper eher over denn under bevorzugen ist ein alter Hut. Sie wollen am Platz/vor dem Fernseher/ Stream/ Ticker etc. ja was erleben und halt auch noch versilbern. Die Bookies wissen das und passen die Odds dem Wettverhalten an. Tendenziell ist das Value daher eher beim under zu finden. Es gibt aber auch Ausnahmen- beispielweise bei Freundschaftsspielen und den zahlreichen experimenten, die da durchgeführt werden. Da lege ich schon seit einigen saisonen eine Flatrate auf das over- mit gutem Erfolg.

@Stats
sind ein wichtiger Teil der Wetterei- völlig ohne kann man nur in Ausnahmefällen auskommen. Aber nur nach Stats- und sind sie noch so gut durchdacht- zu tippen, davon halte ich nichts: Der Ball ist rund und damit in seinen Bewegungen nicht auszurechnen. Eigentore, "komisches" Springverhalten im Strafraum, Fehlgriffe vom Torhüter, Fehlinterpretationen des Schiedsrichters usw. usf. sind die zwingende Folge. Stats können Aufschluss über weitgefasste Grundparameter geben, aber nicht das gerade bevorstehende Spiel ausrechnen. Da sind statistisch schwer bis gar nicht zu operationalisierende menschliche Parameter wie "Motivation" "Stimmung" beinahe gleich wichtig.
Die Vergleichbarkeit verschiedener Spiele ist aufgrund extrem vieler Variabeln und Indikatoren beinahe unmöglich. Man kann sich bestenfalls bedingt annähern. es gibt keine zwei Spiele unter exakt denselben Voraussetzungen.